Gentoo Linux: ALSA-Leitfaden
1.
Einführung
Was ist ALSA?
ALSA steht für Advanced Linux Sound Architecture und stellt
Audio- und MIDI- (Musical Instrument Digital Interface) Funktionalität
unter Linux zur Verfügung. ALSA ist das standardmäßige Sound-System im 2.6er-
und 3.0er-Kernel und ersetzt damit OSS (Open Sound System), welches im
2.4er-Kernel verwendet wurde.
Zu ALSAs Hauptfeatures zählen ein effizienter Support für alle Arten von
Audio-Schnittstellen von Endverbraucher-Soundkarten bis hin zu
Profi-Sound-Equipment, voll modularisierte Treiber, SMP und Thread safety,
Rückwärtskompatibilität mit OSS und eine Bibliothek im user-space,
alsa-lib, die Softwareentwicklung zum Kinderspiel macht.
2.
ALSA installieren
Bevor Sie fortfahren
Zuerst müssen Sie wissen, welche Treiber Ihre Soundkarte verwendet. Meistens
sind Soundkarten (onboard und andere) PCI-basiert. lspci wird Ihnen dabei
helfen, die richtigen Informationen herauszufinden. Bitte
emerge sys-apps/pciutils eingeben, um lspci zu bekommen, falls es
nicht schon installiert ist. Falls Sie eine USB-Soundkarte haben, könnte
lsusb aus sys-apps/usbutils eventuell hilfreich sein. Für
ISA-Karten probieren Sie die sys-apps/isapnptools aus. Ebenso
könnten die folgenden Seiten Benutzern mit ISA-basierten Soundkarten
helfen:
Notiz:
Der leichteren Benutzung/Erklärung halber gehen wir im Rest dieses Leitfadens
davon aus, dass Sie eine PCI-basierte Soundkarte haben.
|
Wir fahren jetzt damit fort Details über die Soundkarte herausfinden.
Befehlsauflistung 2.1: Details über die Soundkarte |
# lspci -v | grep -i audio
0000:00:0a.0 Multimedia audio controller: Creative Labs SB Live! EMU10k1 (rev 06)
|
Wir wissen jetzt, dass die Soundkarte in dieser Maschine eine Sound Blaster
Live! ist und dass der Kartenhersteller Creative Labs ist. Gehen Sie zur Seite
ALSA
Soundcard Matrix und wählen Sie Creative Labs aus der Liste aus. Sie
werden zur Creative Labs Matrix-Seite weitergeleitet, wo Sie dann sehen können,
dass SB Live! das Modul emu10k1 verwendet. Das ist die Information, die
wir fürs erste brauchen. Fall Sie Interesse an detaillierten Informationen
haben, können Sie auf den Link "Details" klicken, was Sie zur
emu10k1-spezifischen Seite bringen wird.
Wenn Sie vorhaben MIDI zu benutzen, dann sollten Sie midi in
/etc/make.conf zu Ihren USE-Flags hinzufügen, bevor Sie
irgendwelche ALSA-Pakete installieren. Weiter hinten in dieser Anleitung
werden wir Ihnen zeigen, wie Sie die MIDI-Unterstützung
einrichten.
Konfigurieren des Kernels
Notiz:
Seit dem Release 2005.0 ist der 2.6er-Kernel der Standard-Kernel unter Gentoo
Linux. Bitte überprüfen Sie, ob Ihr Kernel ein Kernel der 2.6er-Serie ist. Diese
Methode wird mit einem 2.4er-Kernel nicht funktionieren.
|
Wir wollen jetzt den Kernel konfigurieren und ALSA aktivieren.
Wichtig:
genkernel - Benutzer sollten nun genkernel --menuconfig all
starten und dann den Anweisungen in Kerneloptionen
für ALSA folgen.
|
Befehlsauflistung 2.2: In die Quellen wechseln |
# cd /usr/src/linux
# make menuconfig
|
Notiz:
Das obige Beispiel nimmt an, dass /usr/src/linux ein
symbolischer Link ist, der auf die Kernelquellen verweist, die Sie verwenden
wollen. Stellen Sie das bitte sicher, bevor Sie fortfahren.
|
Jetzt schauen wir uns einige der Optionen an, die wir aktivieren müssen, um
angemessene ALSA-Unterstützung für unsere Soundkarte im 2.6er-Kernel zu haben.
Bitte nehmen Sie zum Zwecke der Vereinfachung zur Kenntnis, dass alle Beispiele
zeigen, wie ALSA als Module kompiliert werden. Es ist empfohlen, dem Beispiel zu
folgen, weil es uns erlaubt, alsaconf zu verwenden, was für die
Konfiguration Ihrer Karte ein Segen ist. Bitte überspringen Sie nicht
das Konfigurationskapitel dieses Dokuments. Falls
Sie Optionen fest einkompiliert haben wollen, dann stellen Sie sicher,
dass Sie die Änderungen entsprechend an Ihrer Konfiguration vornehmen.
Befehlsauflistung 2.3: Kerneloptionen für ALSA |
Device Drivers --->
Sound --->
<M> Sound card support
Open Sound System --->
< > Open Sound System (DEPRECATED)
Advanced Linux Sound Architecture --->
<M> Advanced Linux Sound Architecture
<M> Sequencer support
<M> OSS Mixer API
<M> OSS PCM (digital audio) API
Generic devices --->
ISA devices --->
<M> Gravis UltraSound Extreme
PCI devices --->
<M> Emu10k1 (SB Live!, Audigy, E-mu APS)
<M> Intel/SiS/nVidia/AMD/ALi AC97 Controller
<M> VIA 82C686A/B, 8233/8235 AC97 Controller
USB Devices --->
|
Jetzt da Sie Ihre Optionen eingestellt haben, können Sie den Kernel
(re)kompilieren, und die ALSA-Unterstützung sollte verfügbar sein, sobald
Sie den Kernel rebootet haben. Vergessen Sie nicht Ihre GRUB Konfiguration
zu aktualisieren, so dass der neu erstellte Kernel verwendet wird. Sie können
jetzt mit den ALSA-Utilities weitermachen,
um zu schauen, ob alles so funktioniert, wie es sollte.
3.
Konfiguration/Ausprobieren von ALSA
ALSA-Utilities
Die alsa-utils bilden einen wesentlichen Bestandteil von ALSA,
da sie eine Wagenladung von Programmen beinhalten, die hochgradig
nützlich sind, was auch die ALSA Initskripte einschließt. Daher empfehlen
wir wärmstens die Installation von alsa-utils.
Befehlsauflistung 3.1: Installation von alsa-utils |
# emerge alsa-utils
|
Notiz:
Wenn Sie ALSA nicht als Module kompiliert haben, fahren Sie bitte mit dem
Kapitel ALSA Initskript fort. Die anderen müssen
ALSA konfigurieren. Das wird durch die Existenz des Tools alsaconf aus
den alsa-utils recht leicht gemacht.
|
Konfiguration
Die neuesten Versionen von udev (>=udev-103) stellen ein Maß an
Autokonfiguration Ihrer Soundkarte auf Kernelebene bereit. Falls möglich,
stützen Sie sich einfach darauf, dass der Kernel automatisch Ihre Soundkarte
für Sie konfiguriert. Nutzen Sie ansonsten, wie folgt gezeigt, alsaconf
um Ihre Soundkarte zu konfigurieren.
Notiz:
Bitte beenden Sie Programme, die während des Ausführens von alsaconf
auf die Soundkarte zugreifen könnten.
|
Um Ihre Soundkarte zu konfigurieren, geben Sie einfach alsaconf in einer
Shell als root ein.
Befehlsauflistung 3.2: Aufrufen von alsaconf |
# alsaconf
|
Sie werden jetzt ein schickes menügesteuertes Interface sehen, das automatisch
Ihre Geräte abfragen wird und Ihre Soundkarte herausfinden wird. Sie werden
gebeten, Ihre Soundkarte aus einer Liste auszuwählen. Sobald das erledigt ist,
wird es Sie um die Berechtigung bitten, automatisch die notwendigen Änderungen
an /etc/modprobe.d/alsa.conf vornehmen zu dürfen. Dann wird es Ihre
Lautstärke optimal einstellen, update-modules ausführen und den Dienst
/etc/init.d/alsasound starten. Sobald alsaconf beendet ist,
können Sie mit dem ALSA-Initskript fortfahren.
ALSA-Initskript
Wir sind fast fertig. Für welche Methode Sie sich auch für die Installation
von ALSA entschieden haben, Sie brauchen etwas, um Ihre Module zu laden oder
ALSA zu initialisieren und Ihre Lautstärkeeinstellungen zu setzen, wenn
Ihr System hochfährt. Das ALSA-Initskript kümmert sich um all das für Sie
und heißt alsasound. Fügen Sie es zum Runlevel boot hinzu.
Befehlsauflistung 3.3: ALSA zum Runlevel boot hinzufügen |
# rc-update add alsasound boot
* alsasound added to runlevel boot
* rc-update complete.
|
Als nächstes überprüfen Sie die Datei /etc/conf.d/alsasound und
stellen Sie sicher, dass die Umgebungsvariable SAVE_ON_STOP auf yes gesetzt
ist. Das speichert Ihre Sound-Einstellungen, wenn sie das System herunterfahren.
Die Gruppe Audio
Bevor wir zum Ausprobieren weitergehen, gibt es noch eine letzte
wichtige Sache, die eingerichtet werden muss. Daumenregel in einem
*nix Betriebssystem: Arbeite nicht als root, es sei denn, es ist nötig.
Das gilt auch hier ;) Wie? Tja, die meiste Zeit sollten Sie sich als ein User
einloggen, wenn Sie gerne Musik hören oder auf Ihre Soundkarte zugreifen wollen.
Damit das möglich ist, müssen Sie sich in der "audio"-Gruppe befinden. Hier
werden wir Benutzer in die Audio Group hinzufügen, so dass Ihnen keine Probleme
widerfahren, wenn Sie auf Sound-Geräte zugreifen. Wir werden hier gpasswd
verwenden und dafür müssen Sie als root eingeloggt sein.
Befehlsauflistung 3.4: User zur Gruppe Audio hinzufügen |
# gpasswd -a <username> audio
Adding user <username> to group audio
|
Volume Check!
Wir sind jetzt mit allem fertig, also bringen wir ALSA hoch. Falls Sie
alsaconf laufen gelassen haben, können Sie diesen Schritt überspringen,
da alsaconf das bereits für Sie gemacht hat.
Befehlsauflistung 3.5: Starten des Dienstes |
# /etc/init.d/alsasound start
|
Jetzt, da wir uns um die erforderlichen Dinge gekümmert haben, müssen wir
die Lautstärke überprüfen, da sie in bestimmten Fällen auf stumm geschaltet ist.
Dafür verwenden wir alsamixer.
Befehlsauflistung 3.6: Starten von alsamixer |
# alsamixer
|
So könnte sich der ALSA Mixer beim ersten Start zeigen. Achten Sie
auf die Master- und PCM-Kanäle, die ein MM unter sich stehen haben.
Das bedeutet, dass sie stummgeschaltet sind. Falls Sie versuchen, etwas
abzuspielen, während alsamixer in diesem Zustand ist, werden Sie
überhaupt nichts über Ihre Lautsprecher hören.
Abbildung 3.1: The Alsa Mixer Main Window, Muted |
 |
Jetzt werden wir die Kanäle stumm schalten und die Lautstärkeregler nach
unseren Bedürfnissen einstellen.
Warnung:
Sowohl Master als auch PCM müssen zunächst auf stumm geschaltet und
dann auf Werte im hörbaren Bereich geschaltet sein, wenn Sie auf Ihren
Lautsprechern etwas hören wollen.
|
-
Um zwischen den Kanälen zu wechseln, verwenden Sie die Pfeiltasten für
rechts und links. (<- & ->)
-
Um stumm zu schalten, gehen Sie zu dem gewünschten Kanal, z. B. Master
und drücken Sie die m-Taste.
-
Um die Lautstärke zu verstärken oder zu verringern, verwenden Sie die
Pfeiltasten für hoch und runter.
Notiz:
Seien Sie vorsichtig beim Einstellen des Bass und des Trebles. 50 ist für
gewöhnlich für beides ein guter Wert. Extrem hohe Werte für den Bass können
bei Lautsprechern, die nicht dafür ausgelegt sind, zu Misstönen führen.
|
Wenn Sie fertig sind, sollte Ihr ALSA-Mixer ähnlich wie der unten abgebildete
aussehen. Für optimale Einstellungen, beachten Sie die 00 statt der MM sowie
die Lautstärken.
Abbildung 3.2: Alsa Mixer ready to roll |
 |
Sound Check!
Endlich. Musik. Wenn alles oben perfekt war, sollten Sie jetzt gute Musik
hören. Ein schneller Weg, um das auszuprobieren, ist die Verwendung eines
Kommandozeilentools wie media-sound/madplay. Sie können auch etwas
Bekannteres wie mpg123. Falls Sie ein Ogg-Fan sind können Sie
ogg123 aus media-sound/vorbis-tools benutzen. Sie können jeden
Player verwenden, mit dem Sie sich auskennen. Verwenden Sie emerge für
alles, was Sie brauchen.
Befehlsauflistung 3.7: Die Software holen |
# emerge madplay mpg123
# emerge vorbis-tools
|
Und dann spielen Sie Ihren Lieblingstitel...
Befehlsauflistung 3.8: Musik abspielen |
# madplay -v /mnt/shyam/Music/Paul\ Oakenfold\ -\ Dread\ Rock.mp3
MPEG Audio Decoder 0.15.2 (beta) - Copyright (C) 2000-2004 Robert Leslie et al.
Title: Dread Rock
Artist: Paul Oakenfold
Album: Matrix Reloaded
Year: 2003
Genre: Soundtrack
Soundtrack
00:04:19 Layer III, 160 kbps, 44100 Hz, joint stereo (MS), no CRC
# ogg123 Paul\ Oakenfold\ -\ Dread\ Rock.ogg
Audio Device: Advanced Linux Sound Architecture (ALSA) output
Playing: Paul Oakenfold - Dread Rock.ogg
Ogg Vorbis stream: 2 channel, 44100 Hz
Genre: Soundtrack
Transcoded: mp3;160
Title: Dread Rock
Artist: Paul Oakenfold
Date: 2003
Album: Matrix Reloaded
Time: 00:11.31 [04:28.75] of 04:40.06 (200.6 kbps) Output Buffer 96.9%
|
ALSA und USE
Sie können jetzt das alsa USE-Flag in der /etc/make.conf
hinzufügen, um sicherzustellen, dass Ihre Programme mit ALSA-Unterstützung
kompiliert werden. Bei einigen Architekturen wie x86 und amd64 ist das Flag
standardmäßig gesetzt.
Probleme?
Falls Sie aus irgend einem Grund keinen Ton hören sollten, sollten Sie als
erstes Ihre alsamixer - Einstellungen
überprüfen. 80% der Probleme gehen auf stummgeschaltete Kanäle oder zu
geringe Lautstärke zurück. Überprüfen Sie ebenso das Sound-Applet in Ihrem
Window Manager und stellen Sie sicher, dass die Lautstärkeregler im hörbaren
Bereich stehen.
/proc ist Ihr Freund. Und in diesem Fall ist
/proc/asound Ihr bester Freund. Wir werden einen kurzen Blick
darauf werfen, wie viel Information uns hier geboten wird.
Befehlsauflistung 3.9: Spaß mit /proc/asound |
# cat /proc/asound/cards
0 [Live ]: EMU10K1 - Sound Blaster Live!
Sound Blaster Live! (rev.6, serial:0x80271102) at 0xb800, irq 11
# cat /proc/asound/version
Advanced Linux Sound Architecture Driver Version 1.0.8 (Thu Jan 13 09:39:32 2005 UTC).
# cat /proc/asound/oss/sndstat
Sound Driver:3.8.1a-980706 (ALSA v1.0.8 emulation code)
Kernel: Linux airwolf.zion 2.6.11ac1 #2 Wed May 4 00:35:08 IST 2005 i686
Config options: 0
Installed drivers:
Type 10: ALSA emulation
Card config:
Sound Blaster Live! (rev.6, serial:0x80271102) at 0xb800, irq 11
Audio devices:
0: EMU10K1 (DUPLEX)
Synth devices: NOT ENABLED IN CONFIG
Midi devices:
0: EMU10K1 MPU-401 (UART)
Timers:
7: system timer
Mixers:
0: SigmaTel STAC9721/23
|
Die zweithäufigste Problemquelle für Benutzer ist der gefürchtete "Unknown
symbol in module" Fehler. Dies ist ein Beispiel von diesem Fehler:
Befehlsauflistung 3.10: Fehler: Unknown Symbol in module |
# /etc/init.d/alsasound start
* Loading ALSA modules ...
* Loading: snd-card-0 ... [ ok ]
* Loading: snd-pcm-oss ...
WARNING: Error inserting snd_mixer_oss
(/lib/modules/2.6.12-gentoo-r6/kernel/sound/core/oss/snd-mixer-oss.ko): Unknown
symbol in module, or unknown parameter (see dmesg) FATAL: Error inserting
snd_pcm_oss
(/lib/modules/2.6.12-gentoo-r6/kernel/sound/core/oss/snd-pcm-oss.ko): Unknown
symbol in module, or unknown parameter (see dmesg)
[ !! ]
* Loading: snd-mixer-oss ...
FATAL: Error inserting snd_mixer_oss
(/lib/modules/2.6.12-gentoo-r6/kernel/sound/core/oss/snd-mixer-oss.ko): Unknown
symbol in module, or unknown parameter (see dmesg)
[ !! ]
* Loading: snd-seq ... [ ok ]
* Loading: snd-emu10k1-synth ... [ ok ]
* Loading: snd-seq-midi ... [ ok ]
* Restoring Mixer Levels ... [ ok ]
|
Wenn Sie, wie empfohlen, einen Blick auf dmesg werfen, werden Sie sehr
wahrscheinlich folgendes sehen:
Befehlsauflistung 3.11: dmesg Ausgabe |
# dmesg | less
ACPI: PCI Interrupt 0000:02:06.0[A] -> Link [APC3] -> GSI 18 (level, low) -> IRQ 209
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_unregister_oss_device
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_register_oss_device
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_mixer_oss_notify_callback
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_oss_info_register
snd_pcm_oss: Unknown symbol snd_unregister_oss_device
snd_pcm_oss: Unknown symbol snd_register_oss_device
snd_pcm_oss: Unknown symbol snd_mixer_oss_ioctl_card
snd_pcm_oss: Unknown symbol snd_oss_info_register
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_unregister_oss_device
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_register_oss_device
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_mixer_oss_notify_callback
snd_mixer_oss: Unknown symbol snd_oss_info_register
|
Die obige Problematik wird durch einen Wechsel von alsa-driver zu
im-Kernel-ALSA verursacht, da, wenn Sie alsa-driver mit emerge
deinstallieren, die Moduldateien wegen Konfigurationsschutz nicht entfernt
werden. Wenn Sie also auf im-Kernel Treiber wechseln, gibt Ihnen
modprobe einen Mix von alsa-driver und im-Kernel Modulen und
löst daher den obigen Fehler aus.
Die Lösung ist ziemlich einfach: Wir müssen nur das Probleme verursachende
Verzeichnis manuell löschen, nachdem Sie alsa-driver mit emerge
deinstalliert haben. Achten Sie darauf, dass Sie die korrekte Kernelversion
und nicht die momentane verwenden!
Befehlsauflistung 3.12: Entfernen der alsa-driver Module |
# rm -rf /lib/modules/$(uname -r)/alsa-driver
|
Ein weiterer Grund für Fehlermeldung ähnlich der obigen könnte eine Datei in
/etc/modprobe.d sein, die einen device_mode Parameter
liefert, wenn dieser nicht benötigt wird. Finden Sie heraus, dass dies in der
Tat der Fall ist, finden Sie die schuldige Datei.
Befehlsauflistung 3.13: Überprüfen und Suchen nach device_mode |
# dmesg | grep device_mode
snd: Unknown parameter `device_mode'
# grep device_mode /etc/modprobe.d/*
|
Häufig ist es eine Datei mit dem Namen alsa mit einer Zeile
options snd device_mode=0666. Entfernen Sie diese Zeile und starten Sie
den Dienst alsasound neu und das Problem sollte gelöst sein.
4.
Andere Dinge unter ALSA
Einrichten der MIDI-Unterstützung
Zuerst prüfen Sie bitte um sicher zu sein, dass Sie das midi USE-Flag in
/etc/make.conf aktiviert haben. Falls nicht, tun Sie dies jetzt.
Sie werden auch alle anderen ALSA-Pakete, die das midi Flag benutzen
(wie zum Beispiel alsa-lib und alsa-utils), erneut emergen müssen.
Wenn Ihre Soundkarte zu denen gehört, die mit einem Onboard-MIDI-Synthesizer
ausgeliefert werden und Sie sich gerne .mid-Dateien anhören wollen, müssen Sie
awesfx installieren. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um eine
Reihe von Dienstprogrammen für die Kontrolle des AWE32-Treiber. Als erstes
müssen wir es installieren. Falls Sie keinen Hardware-Synthesizer haben,
können Sie einen virtuellen verwenden. Bitte schlagen Sie im Kapitel über
Virtuelle Synthesizer für mehr Informationen nach.
Befehlsauflistung 4.1: Installation von awesfx |
# emerge awesfx
|
Notiz:
Sie werden SoundFont (SF2)-Dateien von der Treiber-CD Ihrer Soundkarte oder
einer Windows-Installation nach /usr/share/sounds/sf2/
herüberkopieren müssen. Zum Beispiel wäre eine Soundfond-Datei für die
Creative SBLive! 8MBGMSFX.SF2.
|
Nachdem Sie die Soundfont-Datein herüberkopiert haben, können wir wie unten
gezeigt eine MIDI-Datei abspielen. Sie können auch den asfxload Befehl
zu /etc/conf.d/local.start hinzufügen, so dass der Soundfont bei
jedem Systemstart geladen wird.
Notiz:
Der /mnt-Pfad, der im Code-Listing unten verwendet wird, wird auf
Ihrer Maschine nicht der gleiche sein. Es ist nur ein Beispiel. Geben Sie
bitte darauf Acht, den Pfad an Ihre Maschine anzupassen.
|
Befehlsauflistung 4.2: Laden von Soundfonts |
# cp /mnt/win2k/Program\ Files/CreativeSBLive2k/SFBank/8MBGMSFX.SF2 /usr/share/sounds/sf2/
# cp /mnt/cdrom/AUDIO/ENGLISH/SFBANK/8MBGMSFX.SF2 /usr/share/sounds/sf2/
# asfxload /usr/share/sounds/sf2/8MBGMSFX.SF2
|
Sie können jetzt MIDI-Dateien spielen, indem Sie ein Programm wie
aplaymidi verwenden. Starten Sie aplaymidi -l, um eine Liste der
verfügbaren Ports zu erhalten und wählen Sie einen aus, auf dem Sie die Datei
abspielen.
Befehlsauflistung 4.3: MIDI-Dateien abspielen |
# aplaymidi -l
Port Client name Port name
64:0 EMU10K1 MPU-401 (UART) EMU10K1 MPU-401 (UART)
65:0 Emu10k1 WaveTable Emu10k1 Port 0
65:1 Emu10k1 WaveTable Emu10k1 Port 1
65:2 Emu10k1 WaveTable Emu10k1 Port 2
65:3 Emu10k1 WaveTable Emu10k1 Port 3
# aplaymidi --port=65:0 /mnt/shyam/music/midi/mi2.mid
|
Virtuelle Synthesizer
Falls Ihre Soundkarte keinen Hardware-Synthesizer hat, können Sie einen
virtuellen wie timidity++ verwenden. Die Installation ist ein
Kinderspiel.
Befehlsauflistung 4.4: Installation von timidity++ |
# emerge timidity++
|
Damit timidity Sounds abspielen kann, braucht es einen Soundfont.
Glücklicherweise wird das Ebuild einige Soundfonts für Sie installieren. Es
sind auch noch einige andere Font-Pakete in Portage vorhanden, z.B.
timidity-freepats und timitidy-eawpatches. Sie können mehrere
Soundfont-Konfigurationen installiert haben, und Sie können Ihren eigenen in
/usr/share/timidity/ stellen. Um zwischen verschiedenen
Konfigurationen für timidity hin- und herzuwechseln, sollten Sie eselect
verwenden.
Befehlsauflistung 4.5: Konfigurationen ändern |
# eselect timidity list
# eselect timidity set eawpatches
|
Vergessen Sie nicht, timidity zum Default Runlevel hinzuzufügen.
Befehlsauflistung 4.6: timidity zum Runlevel default hinzufügen |
# rc-update add timidity default
# /etc/init.d/timidity start
|
Sie können jetzt versuchen, MIDI-Dateien
abzuspielen.
Tools und Firmware
Bestimmte Soundkarten können von Tools, die mit alsa-tools und den
alsa-firmware Paketen geliefert werden, profitieren. Sie können beide
mit einem simplen emerge installieren.
Befehlsauflistung 4.7: ALSA-Tools installieren |
# emerge alsa-tools
|
Mehrere Soundkarten
Sie können mehr als eine Soundkarte gleichzeitig in Ihrem System haben,
vorausgesetzt Sie haben ALSA in Ihrem Kernel als Module gebaut. Sie müssen
lediglich in /etc/modprobe.d/alsa.conf angeben, welche zuerst
gestartet werden soll. Ihre Karten werden in dieser Datei durch ihren
Treibernamen identifiziert. 0 ist die erste Karte, 1 ist die zweite, und so
weiter. Hier ist ein Beispiel für ein System mit zwei Soundkarten.
Befehlsauflistung 4.8: Zwei Soundkarten in /etc/modprobe.d/alsa.conf |
options snd-emu10k1 index=0
options snd-via82xx index=1
|
Oder, falls Sie zwei Karten haben, welche den gleichen Treiber benutzen,
spezifizieren Sie beide auf der gleichen Zeile mit durch Komma getrennten
Zahlen. Hier ein Beispiel für ein System mit drei Soundkarten, in dem zwei von
ihnen die gleiche Intel High Definition Audio Karte sind.
Befehlsauflistung 4.9: Mehrere Soundkarten in /etc/modprobe.d/alsa.conf |
options snd-ymfpci index=0
options snd-hda-intel index=1,2
|
Plugins
Möglicherweise wollen Sie einige Plugins für zusätzliche Funktionen
installieren. alsa-plugins ist eine Sammlung von nützlichen Plugins,
welche beinhaltet: PulseAudio-Ausgabe, einen Muster-Frequenz-Konverter, jack
(ein niedrig-Latenz Audio Server), und ein Encoder welcher 6-Kanal Audio durch
digitale S/PDIF Verbindungen (sowohl optisch als auch koaxial) ausgeben kann.
Sie können wählen, welches dieser Plugins Sie installiert haben wollen, indem
Sie Ihre USE-Flags zu /etc/portage/package.use hinzufügen.
Befehlsauflistung 4.10: alsa-plugins installieren |
# emerge -avt alsa-plugins
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Ein großes Dankeschön an...
...alle, die zu der bisherigen Version von Gentoos ALSA-Leitfaden beigetragen
haben: Vincent Verleye, Grant Goodyear, Arcady Genkin, Jeremy Huddleston,
John P. Davis, Sven Vermeulen, Benny Chuang, Tiemo Kieft und Erwin.
Literatur
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