Gentoo Logo

Das Fluxbox Konfigurations-HOWTO

Inhalt:

1.  Einleitung

Einleitung zum Fluxbox Window-Manager

Für jene, die nicht mit dem Linux Desktop-Modell vertraut sind, Window-Manager (WMs) sind die Programme, die von X11 gestartet werden, um andere graphische Programme zu verwalten. WM kontrollieren wo jedes Fenster platziert ist, dessen Größe und welche(r) Desktop(s) auf dieses Zugriff haben. Das kann automatisch über eine Zusammenstellung von benutzerdefinierten Regeln erfolgen, oder während der Laufzeit über die Maus und möglicherweise über Tastaturkürzel, abhängig vom verwendeten WM.

Manche WM bieten mehr Funktionen als nur die Fensterverwaltung. Fluxbox bietet ebenfalls eine Plattform um Progamme zu starten, Tastaturkürzel beziehungsweise Hintergründe zu konfigurieren und Informationen getrennt anzuzeigen. GNOMEs Standard-WM Metacity beinhaltet diese Funktionen zwar nicht, stellt diese aber durch weitere GNOME Programme zur Verfügung. Somit kann man nicht unbedingt sagen, dass Fluxbox ein schlanker WM ist. Dadurch, dass Fluxbox alles für einen einfachen Desktop beinhaltet, benutzen ihn viele Leute anstatt einer umfangreicheren Desktopumgebung wie GNOME oder KDE.

Um das Ganze noch etwas komplizierter zu machen, kann Fluxbox den Standard-WM für GNOME oder KDE ersetzen. Als Beispiel finden manche Leute, dass Metacity, GNOMEs WM, einfach nicht die benötigte Flexibilität bietet, FLuxbox wiederum nicht alle integrierten Programme beinhaltet, die sie von einer kompletten Desktop-Umgebung erwarten. Daher kann jemand zum Verwalten der Fenster Fluxbox und GNOME für den Rest verwenden. Beachten Sie, dass es bei diesem Setup Probleme mit überlappenden Funktionen gibt.

Fluxbox kann mit Software Dritter erweitert werden. Das ist oft in Fällen limitierter Hardwareressourcen ideal, oder einfach nur eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Diese Anleitung zielt auf jene ab, die neu bei Fluxbox sind, oder einfach nur mehr aus ihrer Gentoo/Fluxbox Erfahrung herausholen möchten. Diese Anleitung beschreibt ebenfalls wie man mehr (optionale) Funktionen durch den Einsatz von Software Dritter, die mit Fluxbox gut zusammenarbeiten, erhält.

2.  Fluxbox installieren

Basisinstallation

Stellen Sie bitte zuerst sicher, dass Sie eine funktionierende X-Umgebung haben, wie im X-Server-Konfigurations-HOWTO gezeigt.

Bevor Sie Fluxbox installieren, sollten Sie einen Blick auf einige der verfügbaren USE-Flags werfen.

Obwohl die USE-Flags gnome und kde aus Kompatibilitätsgründen mit diesen Umgebungen bereitgestellt werden, hat die Erfahrung des Autors gezeigt, dass diese USE-Flags nicht notwendig sind. Wenn Sie sich dazu entscheiden, qt, gtk+ oder irgendein anderes KDE/GNOME-Hilfsprogramm zu verwenden, können Sie dieses einfach unabhängig vom Rest emergen und konfigurieren. Die Flags gnome und kde fügen einfach nur die Unterstützung für die entsprechenden Protokolle hinzu und hängen nicht von externen Bibliotheken ab. Jedoch erhöhen sie die Größe der Fluxbox-Binary.

Weiterhin gibt es ein Flag vim-syntax, um die Konfiguration später einfacher zu machen. Dieses Flag wird fluxbox-syntax, ein spezielles Fluxbox-Farbschema für vim installieren. Dieses ermöglicht es den Benutzern, die Inhalte ihrer keys- und init-Dateien für Fluxbox lesbarer anzuschauen. Es ist eine winzige Erweiterung für vim, daher wird sie sehr empfohlen.

Zum Schluss gibt es noch zwei Flags, die die Funktionalität von Flubox anpassen: slit und toolbar. Diese Flags werden angeboten, damit Benutzer, welche slit oder die toolbar nicht benötigen, Fluxbox auch ohne diese kompilieren können. Dies ist nützlich, wenn Sie eine extrem minimale Umgebung haben wollen oder falls Sie vorhaben, andere Anwendungen zu verwenden, die diese Features anbieten, z.B. eigenständige Panel oder Docks.

Sobald Sie sich für Ihre USE-Flags entschieden haben, fügen Sie sie zur /etc/portage/package.use hinzu:

Befehlsauflistung 2.1: Beispiel: Hinzufügen der USE-Flags

# echo "x11-wm/fluxbox -gnome -kde truetype vim-syntax" >> /etc/portage/package.use

Es ist ebenfalls nötig, ein Programm zu verwenden, das das X-Display sperrt und somit unautorisierten Zugriff verhindert. Daher sollten Sie auch xlockmore emergen. Die Mehrheit der Anwender möchte ebenfalls die Möglichkeit haben, Ihren eigenen Hintergrund zu setzen, daher werden wir auch eterm, ein nettes X11-Terminal, emergen.

Befehlsauflistung 2.2: Fluxbox emergen

# emerge fluxbox xlockmore eterm

Nun, das wars schon. Fluxbox ist jetzt installiert! Wie auch immer, Sie werden wahrscheinlich mit diesen Programmen allein noch nicht sehr effizient arbeiten können. Die folgenden Abschnitte werden Ihnen helfen weitere möglicherweise notwendige Pakete zu installieren und Fluxbox sowie die Programme Dritter für sich einzurichten. Vergessen Sie nicht, dass alle diese Schritte optional sind und Sie je nach belieben wählen können.

3.  Fluxbox konfigurieren

X11 vorbereiten

Fluxbox ist einfach ein weiters Programm, das unter X11 läuft. Falls gewünscht, können Sie zuerst startx eingeben und anschließend in einem xterm fluxbox. Dies wird auf die Dauer aber ganz schön lästig. Falls Sie sich dazu entscheiden nicht direkt ins GUI zu booten, allerdings X11 manuell zu starten, können Sie Fluxbox durch X11 automatisch laden. Geben Sie dazu als normaler Benutzer (nicht-root) folgenden Befehl ein:

Befehlsauflistung 3.1: Bearbeiten Ihrer xinit

$ echo "exec startfluxbox" > ~/.xinitrc

Das ist ebenfalls nicht für alle Benutzer ideal, da viele immer eine Desktopumgebung verwenden möchten; es ist lästig jedes Mal startx einzugeben, wenn es erwünscht ist, bei jedem Boot ein GUI zu verwenden. Für den Unwissenden stellt das ebenfalls ein Sicherheitsrisiko dar. Falls Sie Ihr X11-Display mit xlock sperren, aber von der Konsole aus gestartet haben, kann jemand mit physischem Zugang zum Computer zu dieser Konsole wechseln, X11 beenden und Ihren Account benutzen. Verhindern können Sie das nur, indem Sie entweder X11 in den Hintergrund schieben oder innerhalb von screen starten, detachen und sich ausloggen, im besten Fall immer noch eine lästige Prozedur. Wenn jemand einen graphischen Login-Manager verwendet, besteht dieses Problem nicht. Allerdings wird dabei X11 als root laufen, was eventuell nicht gut ist. Zum Zeitpunkt an dem der Autor dieses Dokument verfasst hat, waren ihm keine Exploits bekannt, sollte aber eines existieren, sollten Sie entweder X11 nicht verwenden, oder nur durch die oben genannte Variante mit screen. Beachten Sie, dass das kein Problem von Fluxbox ist, sondern X11 selbst betrifft.

Es gibt einige grafische Login-Manager aus denen Sie wählen können, wir verwenden hier SLiM. Sie möchten eventuell einen anderen Manager verwenden, aber SLiM funktioniert zusammen mit Fuxbox sehr gut, so wie mit jeder anderen Umgebung, die Sie vielleicht installiert haben, wie zum Beispiel GNOME, KDE oder Xfce.

Befehlsauflistung 3.2: Login-Manager

# emerge slim
# rc-update add xdm default

Wichtig: Stellen Sie sicher, dass Sie slim emergen und xdm zu ihren Bootskripten hinzufügen und nicht umgekehrt! Die Reihenfolge zu verwechseln wird Fehler verursachen. Wir müssen ebenfalls eine systemweite Konfigurationsdatei editieren:

Befehlsauflistung 3.3: /etc/conf.d/xdm editieren

DISPLAYMANAGER="slim"

Themen und Artwork

Diesen Abschnitt können Sie überspringen, wenn Sie wirklich eine minimale Umgebung haben möchten. Allerdings ist es nett, dem Benutzer zu erlauben, das Aussehen ihres WMs zu verändern. Themen speziell für Fluxbox, Gentoo Artwork für jeden WM und Themen die mit jedem *box WM verwendet werden können, werden installiert.

Befehlsauflistung 3.4: Stile und Artwork installieren

# emerge commonbox-styles commonbox-styles-extra \
  fluxbox-styles-fluxmod gentoo-artwork

Fluxbox zum ersten Mal benutzen

Nun sind Sie bereit, Fluxbox zum ersten Mal zu benutzen. Es wird dann ein Verzeichnis ~/.fluxbox/ in Ihrem Heimatverzeichnis angelegt, in dem Fluxbox alle Einstellungen speichert, und setzt einige Standardeinstellungen.

Befehlsauflistung 3.5: Starten von Fluxbox von der Konsole aus

$ startx

Wenn Sie SLiM oder einen anderen Display-Manager installiert haben, starten Sie diesen, indem Sie root werden und folgendes ausführen:

Befehlsauflistung 3.6: Starten des Display-Managers

# /etc/init.d/xdm start

Wählen Sie dann Fluxbox als Session aus und loggen Sie sich mit Ihrem gewöhnlichen Benutzer ein.

Sobald Fluxbox läuft, wird es ziemlich schlicht aussehen. Sie sollten einen leeren Desktop mit einer Toolbar am unteren Rand sehen. Sie können dann irgendwo auf dem Desktop rechtsklicken, um das Menü aufzurufen. Mit dessen Hilfe sollten Sie dann in der Lage sein, jede X-Anwendung zu starten, die Sie wollen, oder ein Terminal zu öffnen, von dem aus Sie alles ausführen können, was Sie wollen.

Fluxbox Tasten

Fluxbox kommt mit einem sehr schmalen Standardtastensatz. Dieser ermöglicht dem Benutzer nur zwischen Fenstern und Desktops zu wechseln. Bevor Sie diese ändern, ist es nötig einige Dinge zu wissen. In der Fluxbox Keys-Datei gibt es einige ungewöhnliche Modifikatoren. Mod1 ist generell als "Alt" Taste bekannt, Mod4 ist die unaussprechliche (Windows) Taste. Strg und Shift sind Ctrl und Shift. Es ist normalerweise das Beste Alt/Windows-Tasten zu benutzen, da andere X11-Programme dazu tendieren, Strg und Shift für ihre eigenen Tastenkürzel zu verwenden.

All diese Tastenkürzel sind eigenständig, daher sollten Sie jene auslassen die nicht erwünscht sind, oder passen Sie sie an Ihre eigenen Bedürfnisse an. Diese Anleitung verwendet die Programme, die nach Meinung des Autors am häufigsten verwendet werden. Daher sollten Sie auch die Namen der verwendeten Pakete ersetzen, die von den hier genannten abweichen. Für mehr Informationen lesen Sie bitte die Fluxbox Manpage.

So, nachdem das geklärt wurde, starten Sie einen Texteditor (nicht-root Benutzer), öffnen ~/.fluxbox/keys und erweitern diese Tastenkürzel.

Befehlsauflistung 3.7: Tastenkürzel anpassen

# sperrt das X11-Display des aktuellen Benutzers
Mod4 l   :ExecCommand xlock

# öffnet einige Programme durch Tastenkürzel. Dies sind nur Beispiele,
# aber ich bin sicher, Sie wissen worauf ich hinaus will...
Mod1 f   :ExecCommand firefox
Mod1 t   :ExecCommand thunderbird
Mod1 o   :ExecCommand oowriter
Mod1 v   :ExecCommand gvim

# Fluxbox hat keine Soundsteuerung, daher müssen wir einen Hack
# machen, um eine zu bekommen. (Wir gehen davon aus, dass Sie ALSA verwenden.
# Wenn Sie OSS verwenden, sind Sie auf sich selbst gestellt)
Mod1 e   :ExecCommand Eterm -name alsa -e alsamixer

# Das startet fbrun, was wiederum andere Programme startet
Mod1 r   :ExecCommand fbrun

# Anwendungskontrolle. Das macht das Leben einfacher...
Mod1 4   :Close
Mod1 m   :Minimize

# Falls Sie aterm (emerge x11-terms/aterm) verwenden, öffnet dies ein
# wirklich nettes transparentes aterm, ohne Ränder, welches sehr gut in die
# 1024x786 Auflösung passt und noch immer Platz für conky lässt. Nochmal,
# passen Sie das an ihre eigenen Bedürfnisse an.
Mod1 a   :ExecCommand aterm -name aterm -sl 3000 -tr +sb -sr -sk -bg black -fg \
white -fade 90 -bl -tn xterm -fn \
-misc-fixed-medium-r-normal-*-*-120-*-*-c-*-iso8859-15 -g 116x57

# ähnlich wie oben, öffnet aber ein transparentes root-Terminal. Um
# das zu benutzen, müssen Sie natürlich das root-Passwort kennen.
Mod1 s   :ExecCommand aterm -name aterm -sl 3000 -tr +sb -sr -sk -bg black -fg \
white -fade 90 -bl -tn xterm -fn \
-misc-fixed-medium-r-normal-*-*-120-*-*-c-*-iso8859-15 -g 116x57 -e su -

System Monitor

Es ist eine weit verbreitete Entscheidung, einen System Monitor für X11 Desktop Systeme zu verwenden. Gkrellm ist ein geläufiger Überwacher, aber im Sinne vom Fluxbox Minimalismus werden wir einen einfacheren Überwacher verwenden: conky. Falls erwünscht, verwenden Sie einen anderen Überwacher; es gibt genügend HowTos woanders.

Befehlsauflistung 3.8: Installation von conky

# emerge conky

Die Standardkonfigurationsdatei von conky ist relativ begrenzt, mehr Informationen können Sie in der Manpage oder im Gentoo Linux conky Howto finden.

Symbole

Fluxbox kommt nicht mit einem Werkzeug oder Programm, um Symbole am Desktop darzustellen; alles wird über Tastenkürzel oder das Rechts-Klick Menü gehandhabt. iDesk ist ein Programm um genau das zu bewerkstelligen. Dieses Programm ist für Benutzer von minimalen WMs, so wie wir es sind, die Symbole im root-Fenster anzeigen möchten. Außerdem unterstützt es weitere tolle Grafikeffekte wie zum Beispiel Transparenz! Trotz seines Namens gehört iDesk nicht zu Apple oder Mac (so weit das dem Autor bekannt ist). Um iDesk zu installieren, geben Sie einfach nur folgendes ein:

Befehlsauflistung 3.9: iDesk installieren

# emerge idesk

Damit iDesk die von uns gewünschten Symbole anzeigt, muss nach der Installation noch die Konfiguration angepasst werden. Die dafür nötige Konfigurationsdatei finden Sie unter: ~/.ideskrc. Das ist eigentlich eine eher langwierige Angelegenheit und kann daher in dieser Anleitung nicht detailliert besprochen werden. Die folgenden Ressourcen werden Ihnen helfen iDesk zu konfigurieren: man idesk, iDesks Gebrauchsanweisung und dieser Thread in den Gentoo Foren.

Grafische Dateimanager

Es ist wichtig zu erwähnen, dass Gentoo keinen Dateimanager benötigt. Es ist tadellos möglich, und auch einfacher (nach Meinung des Autors), Dateimanipulation über die Kommandozeile durchzuführen. Allerdings ist nicht Jeder dieser Meinung...

Viele Benutzer die neu bei Gentoo/Fluxbox sind, werden durch das Fehlen eines graphischen Dateimanagers wie zum Beispiel nautilus in Gnome abgeschreckt. Fluxbox selbst bietet kein derartiges Programm, aber wie üblich ist es einfach sich eines dieser Art zu beschaffen. Es gibt viele die zur Auswahl stehen, allerdings behandelt diese Anleitung nur drei davon. Einen für die Minimalisten die nur-Text mögen und zwei für jene, die es mögen auf Symbole zu klicken. Es ist natürlich auch möglich alle drei zu installieren und diese auszuprobieren.

Gentoo Dateimanager - minimalistisch

Gentoo ist ein Dateimanager, der versucht, alle Vorteile einer GUI-Oberfläche ohne das Übliche aufgeblasene Drumherum bereitzustellen.

Befehlsauflistung 3.10: Installieren des Gentoo-Dateimanagers

# emerge gentoo

Notiz: Der Gentoo-Dateimanager ist ein von der Gentoo Linux Distribution unabhängiges Projekt. Für mehr Informationen darüber sehen Sie sich bitte die Name and Logo Usage Guidelines an.

Der Gentoo-Dateimanager zielt darauf ab, völlig über das GUI konfigurierbar zu sein, passen Sie ihn also Ihren Wünschen entsprechend an.

Rox Dateimanager - beinhaltet Symbole

Rox ist ein Dateimanager der Symbole und Text benutzt und ähnelt daher dem Windows Explorer.

Befehlsauflistung 3.11: Installieren des Rox Dateimanagers

# emerge rox

Rox verhält sich meist wie "traditionelle" Dateimanager, daher sollte seine Oberfläche sehr intuitiv sein. Falls nicht, gibt es immer noch die Manpages.

Der Dateimanager Thunar

Thunar ist ein leichtgewichtiger, schneller Dateimanager, der sich, wie Rox, wie "traditionelle" Dateimanager verhält. Er beinhaltet Symbole und Text und ist einfach zu benutzen. Auch wenn er ursprünglich für Xfce entwickelt wurde, ist er eine nette Ergänzung für ein Fluxbox-basiertes System.

Befehlsauflistung 3.12: Installieren von Thunar

# emerge -avt thunar

Bildbetrachter

Viele WM kommen mit Werkzeugen um Bilder innerhalb eines Verzeichnisses zu betrachten. Diese Anwendungen sind recht klein, erlauben aber kein Editieren (es wird davon ausgegangen, dass das mit gimp oder ähnlichem erledigt wird). Das ist nötig, wenn sie die Kommandozeile, gentoo oder Rox als Dateimanager verwenden. Obwohl thunar auch Thumbnails von Grafiken darstellen kann, ist ein separater leichtgewichtiger Bildbetrachter weiterhin eine gute Idee.

Befehlsauflistung 3.13: Installation von gqview

# emerge gqview

gqview kann in jedem Verzeichnis gestartet werden und kann durch alle unterstützen Bildformate blättern.

Setzen eines Themas, Hintergrunds und eines Startup-Skripts

Fluxbox hat einige Themen die durch das Rechts-Klick Menü, danach "Fluxbox Menu" und "System Styles" erreicht werden können. Diese Themen setzen normalerweise ihren eigenen Hintergrund, der entweder eine einzige Farbe oder ein ähnlicher Farbverlauf ist. Die meisten Leute ziehen es vor, unabhängig vom Thema ihren eigenen Hintergrund zu setzen. Um das zu tun, müssen wir eine weitere Fluxbox Konfigurationsdatei, die das Startup-Verhalten festlegt, editieren. Starten Sie wieder ihren Texteditor und öffnen Sie: ~/.fluxbox/startup.

Falls diese Datei existiert, löschen Sie sie. Fügen Sie die folgenden Zeilen in die neu erstellte Datei ein, entkommentieren Sie was Sie brauchen und tragen Sie die entsprechenden Werte ein.

Befehlsauflistung 3.14: Startup-Skripte für Fluxbox editieren

# Gentoos Fluxbox Startup-Skript

# Programme die immer laufen müssen, benötigen im Gegensatz zu einer einmaligen
# Ausführung, ein "&" am Ende des Befehls.

# Zeige den FLuxbox Splash-Screen
#fbsetbg -C /usr/share/fluxbox/splash.jpg

# Das setzt einen Hintergrund. Sie benötigen ein konfiguriertes Programm um das
# zu erledigen. (x11-terms/eterm wird empfohlen)
#fbsetbg -f PFAD_ZUM_BILD

# eigenes Schriftarten-Verzeichnis
#xset +fp PFAD_ZUM_SCHRIFTARTEN_VERZEICHNIS

# Startet das Symbolprogramm
#idesk &

# Das MUSS der letzte Befehl sein! 
exec /usr/bin/fluxbox -log ~/.fluxbox/log

Menü generieren

Der Autor benutzt einen Texteditor um Menüs zu erstellen. Sollte das für Sie interessant klingen, überspringen Sie diesen Teil und fahren mit Menüs von Hand editieren fort.

Es ist möglich, ~/.fluxbox/menu nach dem automatischen Erstellen von Hand zu editieren (nächster Abschnitt), um entweder Pakete hinzuzufügen, oder um jene, die nicht verwendet werden, zu löschen. Beachten Sie, dass das Löschen eines Pakets aus dem Menü, es nicht vom System, sonder nur aus dem Menü des jeweiligen Benutzers löscht. Dieses Programm kann nach wie vor über die Kommandozeile gestartet werden.

Es gibt auf Ihrem System bereits ein Programm, genannt fluxbox-generate_menu, welches zum Erstellen von Menüs verwendet werden kann. Um es (als nicht root-Benutzer) zu starten:

Befehlsauflistung 3.15: Menüs generieren

$ fluxbox-generate_menu -is -ds

Es wird empfohlen, dass Sie fluxbox-generate_menu -is -ds statt eines anderen Programms verwenden, welches die Verzeichnisstruktur von Gentoo nicht versteht.

Dies kann auch vom Fluxbox-Menü selbst ausgeführt werden. Normalerweise findet sich ein Eintrag im "Fluxbox"-Menü namens "Regen Menu", welches dieses Skript erneut ausführt und nach neuen Anwendungen sucht, die installiert worden sind seit Sie es zum letzten Mal ausgeführt haben.

Notiz: Es ist möglich, diese Methode zu verwenden, um Menüs automatisch zu erstellen und noch immer eine manuelle Kontrolle über diese zu haben. Manuelles Erzeugen und Editieren von ~/.fluxbox/usermenu (nächster Abschnitt) gibt dem Benutzer ein personalisiertes Menü, welches beim nächsten Aufruf des Skripts nicht gelöscht wird.

Editieren der Menüs von Hand

Fluxboxs Menü ist eine Textdatei die einer sehr einfachen Syntax folgt, die in diesem Abschnitt beschrieben wird. Die Standard-Menüdefinition finden Sie in der ~/.fluxbox/menu Datei.

Menüeinträge um Anwendung zu starten sind durch das [exec] Element definiert. Sie können einen Eintrag entweder unter der [begin] Definition (das Hauptmenü), oder zwischen einem [submenu] und der dazugehörigen [end] Zeile (Untermenü Definition) definieren. Als Beispiel:

Befehlsauflistung 3.16: Definieren neuer Menüeinträge

# angepasstes Fluxbox Menü
[begin] (Fluxbox)
  (...)
  [exec] (XTerm Weiß auf Schwarz) {xterm -ls -fg white -bg black}
  (...)
  [submenu] (weitere Terminals)
    [exec] (Aterm Standard) {aterm}
    [exec] (Rxvt Standard) {rxvt}
  [end]
  (...)
[end]

Das Hauptmenü beginnt mit der [begin] Definition, gefolgt von seinem Namen in runden Klammern und endet mit dem dazugehörigen [end]. Alle Menü-Befehle (hier genannt Definitionen) sind von eckigen Klammern umschlossen, Menü-Namen von runden, und der eigentliche Befehl von geschwungenen Klammern. Kommentare in dieser Datei müssen mit # am Zeilenanfang beginnen.

Im oben gezeigten Beispiel definiert die erste [exec] Zeile einen neuen Eintrag, genannt "XTerm Weiß auf Schwarz", welcher den Befehl xterm -ls -fg white-bg black wie von einer Kommandozeile aus aufruft. Das Nächste ist ein Untermenü welches durch die [submenu] Definition erstellt wird und danach ein Abschnitt genannt "weitere Terminals", mit zwei weiteren [exec] Befehlen. Jede Submenü-Definition muss eine dazugehörige [end] Definition haben.

Es gibt weiter Menü-Befehle die Sie in Ihrer ~/.fluxbox/menu Datei verwenden können. Bitte lesen Sie für weitere Informationen die online verfügbare offizielle Dokumentation.

Ressourcen

  • Das Fluxbox-Wiki
  • Fluxbox Entwickler und Anwender in #fluxbox auf irc.freenode.net

Zusammenfassung

Gratulation! Fluxbox ist jetzt installiert, konfiguriert und bereit verwendet zu werden. Falls irgendwelche Fragen oder Anregungen auftauchen, schreiben Sie bitte dem Autor und/oder erstellen sie einen Bugreport unter Gentoos Bugzilla.



Drucken

Seite aktualisiert 1. August 2009

Die Originalversion dieser Übersetzung wird nicht länger gepflegt

Zusammenfassung: Dieses Howto beschreibt, wie Sie den Fluxbox Window-Manager für X11 installieren und konfigurieren.

Jonathan Smith
Autor

Alin Dobre
Bearbeiter

Joshua Saddler
Bearbeiter

Jim Ramsay
Mitarbeiter

Stefan Kienzl
Übersetzer

Tobias Heinlein
Übersetzer

Donate to support our development efforts.

Copyright 2001-2014 Gentoo Foundation, Inc. Questions, Comments? Contact us.