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Gentoo Linux Kernel Guide

Inhalt:

1.  Einleitung

So wie bei Allem in Gentoo-Linux ist es auch das Ziel des Gentoo-Kernel-Teams Ihnen, dem Anwender, so viele Wahlmöglichkeiten wie möglich zu geben. Wenn man sich die Ausgabe von emerge -s sources ansieht, wird deutlich, wie viele Kernel bei Gentoo zur Auswahl stehen. In diesem Dokument möchten wir einen kurzen Überblick über die Ziele der einzelnen Patchsätze geben die wir entwerfen und außerdem die anderen Kernelquellen erklären, die wir anbieten.

Linux 2.4 wird von Willy Tarreau gepflegt. Linus Torvalds, der ursprüngliche Erfinder von Linux, hat die Instandhaltung des Linux 2.4-Zweiges an Marcelo Tosatti übergeben, als Linus übertrat, um mit dem Entwickeln des 2.6-Kernelbaums zu beginnen. Marcelo hat einen guten Job erledigt, den 2.4-Zweig stabil und sicher zu halten, und hat seitdem die Instandhaltung an Willy übergeben. Beachten Sie, dass nur noch Sicherheits- und Fehlerkorrekturen für den 2.4 Kernelbaum akzeptiert werden. Die eigentliche Entwicklung findet im Linux 2.6-Kernelbaum statt.

Linux 2.6 wird von Andrew Morton, welcher eng mit Linus Torvalds zusammen arbeitet, um einen schnellen, leistungsfähigen und mit Funktionen vollgepackten Linux-Kernel auszuliefern. Die Entwicklung findet mit einem unglaublichen Tempo statt und dieser Kernel ist mittlerweile sehr ausgereift.

Einige der nicht so gebräuchlichen Systemarchitekturen sind nicht ganz mit Linux 2.6 kompatibel, und einige Benutzer bevorzugen den versucht-und-getesteten Linux 2.4 Kernel. Wie auch immer, bitte beachten Sie, dass Linux 2.4 momentan nicht mehr weiterentwickelt wird - nur Fehler- und Sicherheitsbehebungen werden in neue Veröffentlichungen einbezogen. Wenn es Ihnen möglich ist, empfehlen wir Ihnen ein Upgrade zu Linux 2.6 durchzuführen. Möglicherweise hilft Ihnen die Migrationsdokumentation weiter.

2.  Unterstützte Kernelpakete

genkernel

Genkernel ist ein Kernel Toolset das zur Autoerkennung Ihrer Hardware und automatischen Konfiguration Ihres Kernels verwendet werden kann. Dies empfiehlt sich generell für Benutzer, welche sich nicht sicher fühlen mit der manuellen Kompilierung eines Kernels.

Für weitere Informationen lesen Sie bitte den Gentoo Linux Genkernel Leitfaden.

Nicht spezialisiert: gentoo-sources

Für die meisten Anwender, empfehlen wir einen gentoo-sources Kernel. gentoo-sources ist ein Kernel basierend auf Linux 2.6, etwas gepatcht um Sicherheitsprobleme und Kernelfehler zu beheben, sowie die Kompatibilität mit etwas selteneren Systemarchitekturen zu erhöhen.

Das Paket gentoo-sources nimmt die meisten Ressourcen des Gentoo Kernelteams ein. Es wird Ihnen von einer Gruppe talentierter Entwickler geliefert, die sich auf die Expertise des beliebten Kernelhackers Greg Kroah-Hartman, Verwalter von udev und verantwortlich für die USB und PCI Subsysteme des offiziellen Linux Kernels, verlassen können.

Für Server: hardened-sources

hardened-sources basiert auf dem offiziellen Linux-Kernel und zielt auf die Benutzer ab, welche Gentoo auf Serversystemen verwenden. Es liefert Patches für verschiedene Unterprojekte von Gentoo-Hardened (wie Unterstützung für LSM/SELinux und grsecurity), zusammen mit Stabilitäts/Sicherheitsverbesserungen. Siehe auch http://www.gentoo.org/proj/en/hardened/ für weitere Informationen.

Wichtig: Dieser Kernel liefert leistungstarke Patches für verbesserte Sicherheit. Bitte lesen Sie die Dokumentation bevor Sie ihn verwenden.

Architektur-spezifische Kernel

cell-sources, mips-sources, sparc-sources und xbox-sources sind - wie die Namen vermuten lassen - für die bestmögliche Lauffähigkeit auf den entsprechenden Plattformen angepasst. Sie enthalten außerdem einige der oben und unten genannten Hardware- und Feature-Patchsätze.

3.  Nicht unterstützte Kernelpakete

Nun werde ich versuchen, kurz einige der anderen in sys-kernel/*-sources befindlichen Kernelquellen, die Sie bei emerge -s sources vorbeihuschen gesehen haben, zu erklären. Lassen Sie sie uns in alphabetischer Reihenfolge durchgehen. Diese Kernel werden nur als Hilfestellung geliefert und die verschiedenen Patchsätze werden nicht vom Gentoo Team unterstützt.

git-sources

Die git-sources Kernelquellen verfolgen tägliche Snapshots der aktuellen Entwicklung des Kernelbaums. Wenn Sie an der Entwicklung oder dem Testen der Kernel interessiert sind, sollten Sie diese Kernel einsetzen. Bugreports senden Sie bitte an den Linux Kernel Bug Tracker oder die LKML (Linux Kernel Mailing List).

mm-sources

Die mm-sources basieren auf den vanilla-sources und enthalten Andrew Mortons Patchsatz. Sie enthalten experimentelle und brandneue Features die im offiziellen Kernel Verwendung finden werden (oder die zurückgewiesen werden, weil der Rechner Feuer fängt). Sie sind bekannt dafür, dass Sie mit einem schnellen Takt arbeiten und sich radikal von einer Woche auf die andere verändern können. Kernel Hacker verwenden Sie als Testbasis für neue Dinge.

Wenn Sie sich wirklich auf Messers Schneide bewegen wollen und der Meinung sind die vanilla-sources wären nur etwas für Memmen, dann versuchen Sie die mm-sources. Seien Sie gewarnt, dass dieser Kernel höchst experimentell ist und nicht immer so funktioniert wie er soll.

openvz-sources

OpenVZ ist eine Lösung zur Servervirtualisierung die auf Linux aufbaut. OpenVZ erzeugt isolierte, sichere 'Virtual Private Server' (VPS) oder virtuelle Umgebungen auf einem einzelnen physischen Server um so eine bessere Nutzung zu ermöglichen und sicher zu gehen, dass es keine Konflikte zwischen den Anwendungen gibt. Für weitere Informationen besuchen Sie http://www.openvz.org.

tuxonice-sources

Die tuxonice-sources (früher suspend2-sources) beinhalten sowohl die Genpatches, welche auch in den gentoo-sources enthalten sind, als auch die Patches von TuxOnIce welche eine neue und verbesserte Implementierung von Suspend-to-Disk, früher bekannt als suspend2 für den Linux-Kernel ist.

Dieser Kernel ist empfehlenswert für Laptop-Benutzer, welche häufig darauf angewiesen sind ihren Laptop in den Suspend-Modus zu schicken und ihre Arbeit zu einem anderen Zeitpunkt wieder aufnehmen zu können.

usermode-sources

Die usermode-sources sind die Quellen, die Sie für einen Usermode-Kernel brauchen. Dies ist ein spezieller Kernel, der dafür entwickelt wurde, um Linux innerhalb von Linux innerhalb von Linux innerhalb von Linux... auszuführen. User-Mode Linux ist für Testzwecke und zur Unterstützung von virtuellen Servern gedacht. Für weitere Informationen über diese phantastische Hommage an die Skalierbarkeit von Linux, besuchen Sie bitte http://user-mode-linux.sourceforge.net.

Für weitere Informationen über UML und Gentoo, lesen Sie bitte den Gentoo UML Guide.

Blanko-Kernel: vanilla-sources

Die nächsten Kernelquellen mit denen Sie als Linux-Anwender vielleicht vertraut sind, sind die vanilla-sources. Dies sind die offiziellen Kernelquellen von http://www.kernel.org/. Diese Quellen werden von uns in keinster Weise gepatcht - sie sind lediglich für Leute gedacht, die einen komplett unveränderten Linux-Kernel verwenden wollen. Wir empfehlen, dass Sie gentoo-sources verwenden.

Es finden sich zwei Versionen des Kernels in diesem Paket: 2.4 und 2.6.

zen-sources

zen-sources ist für Desktopsysteme gedacht. Es beinhaltet Code, der sich nicht im Mainline-Kernel wiederfindet. Der zen-Kernel hat Patche, die neue Features hinzufügen, zusätzliche Hardware unterstützen und verschiedene Anpassungen für Desktops beinhalten.

ck-sources

Die ck-sources sind Con Kolivas Satz von Kernelpatches. Dieser Satz von Patches wurde primär für die Verbesserung der Responsivität und Interaktivität entwickelt und ist für unterschiedliche Arbeitslasten konfigurierbar (vom Server bis zum Desktop). Diese Patches beinhalten einen anderen Scheduler, BFS, der darauf abzielt, das System auch unter schwerer Last reaktionsfähig und ruhig zu behalten. Support und Informationen finden sich auf http://kernel.kolivas.org und in #ck auf irc.oftc.net.

4.  Veraltete unterstützte Kernel Pakete

aa-sources

aa-sources war ein extrem modifizierter Kernel mit verschiedensten Patches. Der Maintainer hat aufgehört neue Kernelpatchsätze zu veröffentlichen. Das Paket wurde entfernt als es veraltet war.

alpha-sources

alpha-sources war ein 2.4 Kernel mit Patches, die darauf ausgelegt waren, die Hardwarekompatiblität für die Alpha Architektur zu verbessern. Diese Patches wurden weiterentwickelt und in die Standardkernel integriert. Alpha Benutzer können nun jeden neueren Kernel ohne weitere extra Patches verwenden.

development-sources

development-sources, der offizielle 2.6 Kernel von kernel.org, befindet sich nun im Paket vanilla-sources.

gentoo-dev-sources

gentoo-dev-sources, ein 2.6 Kernel gepatcht mit Bug-, Sicherheits- und Stabilitätsverbessrungen, befindet sich nun im Paket gentoo-sources.

grsec-sources

Die grsec-sources Kernelquellen wurden mit den aktuellsten grsecurity-Updates gepatcht (grsecurity Version 2.0 und neuer) und enthielten, neben anderen sicherheitsrelevanten Patches, auch Unterstützung für PaX. Da grsecurity-Patches in hardened-sources vorhanden sind, ist dieses Paket nicht länger in Portage.

hardened-dev-sources

hardened-dev-sources finden sich nun im Paket hardened-sources wieder.

hppa-sources

hppa-sources war ein 2.6-Kernel inklusive Patches, die die Kompatibilität für die HPPA-Architektur verbessern. Diese Patches wurden weiterentwickelt und in den Standardkernel (engl.: "mainline kernel") aufgenommen. HPPA-Benutzer können nun aktuelle Kernel verwenden, ohne dass weitere Patches erforderlich sind.

rsbac-dev-sources

Die rsbac-dev-sources Kernel finden sich nun im Paket rsbac-sources wieder.

rsbac-sources

rsbac-sources war ein auf 2.6 basierender Kernel. Er enthielt Patches um Rule Set Based Access Controls (RSBAC) verwenden zu können. Er wurde aufgrund Mangels an Maintainern entfernt. Verwenden Sie hardened-sources, wenn Sie zusätzliche Sicherheitsfeatures benötigen.

selinux-sources

selinux-sources, ein 2.4-Kernel der viele Sicherheitsverbesserungen enthielt, welcher überflüssig wurde durch die Weiterentwicklung der Sicherheitsfeatures im 2.6-Kernelbaum. SELinux Funktionalität ist im Paket hardened-sources vorhanden.

sh-sources

sh-sources war ein 2.6-Kernel mit angewandten Patches zur Verbesserung der Hardwarekompatibilität für die SuperH-Architektur. Diese Patches wurden entwickelt und in den Standardkernel aufgenommen. SuperH-Anwender können nun neuere Kernel verwenden, ohne dass spezielle Patches erforderlich sind.

uclinux-sources

Die uclinux-sources Kernelquellen sind für CPUs ohne MMUs gedacht, aber auch für Embedded-Systeme. Für weitere Informationen besuchen Sie http://www.uclinux.org. Fehlende Sicherheitspatches, sowie fehlende Hardware auf der getestet werden konnte, waren die Gründe dafür, dass sie nicht länger im Tree vorhanden sind.

win4lin-sources

Die win4lin-sources waren zur Unterstützung der Userland Win4Lin Werkzeuge speziell angepasst. Diese erlauben Linux-Anwendern viele Microsoft Windows(TM) Anwendungen mit fast nativer Geschwindigkeit auszuführen. Dies wurde aus Sicherheitsgründen entfernt.



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Seite aktualisiert 17. April 2010

Die Originalversion dieser Übersetzung wird nicht länger gepflegt

Zusammenfassung: Dieses Dokument gibt Ihnen einen Überblick über die Kernelquellen die Gentoo mit Portage anbietet

Sven Vermeulen
Autor

Brandon Low
Bearbeiter

Daniel Drake
Bearbeiter

Carl Anderson
Bearbeiter

Jorge Paulo
Bearbeiter

Benny Chuang
Bearbeiter

Gregorio Guidi
Bearbeiter

Shyam Mani
Bearbeiter

Joshua Saddler
Bearbeiter

Stefan Knoblich
Übersetzer

Tobias Heinlein
Übersetzer

Lars Weiler
Korrektor

Jan Hendrik Grahl
Korrektor

Stefan Becker
Übersetzer

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