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Zu Gentoo Linux/MIPS Häufig gestellte Fragen

Inhalt:

1.  Über dieses Dokument

Einleitung

Dieses FAQ beabsichtigt Ihnen häufig gestellte Fragen bezüglich Gentoo/MIPS und Linux/MIPS, die wir von verschiedenen Usern erhalten, zu beantworten. Es ist sowohl auf neue, als auch auf erfahrene Benutzer ausgerichtet. Um die Navigation zu vereinfachen wurde es in eine Reihe von Kategorien aufgeteilt.

Wenn Sie dem FAQ etwas hinzufügen möchten, oder sich Ihnen auch nach dem Lesen noch Fragen stellen, können Sie sich gerne an uns wenden.

Über das Gentoo/MIPS Projekt

MIPS Hardware FAQs

MIPS Software FAQs

Silicon Graphics spezifische FAQs

Cobalt spezifische FAQs

2.  Über das Gentoo/MIPS Projekt

Was ist Gentoo/MIPS?

Gentoo/MIPS ist ein kleines Projekt innerhalb der Gentoo Foundation, verantwortlich für den MIPS-Port von Gentoo-Linux. Im Moment kümmern wir uns um zwei Subarchitekturen der MIPS-Familie: Silicon Graphics System und MIPS-basierte Cobalt Server.

Warum Gentoo Linux auf MIPS installieren?

Okay, sicherlich sind einige MIPS-Systeme heutzutage nicht die schnellsten. Abgesehen von ihrem Alter können sie jedoch immer noch zu sehr effektiven Maschinen werden. Ein Cobalt Qube 2 könnte einen netten Breitband-Internet-Router abgeben - fähig Webseiten, E-Mails, IRC und anderes bereitzustellen. Es gibt eine Reihe von Gründen Linux auf dieser Art von Hardware zu installieren.

  • Es vermittelt Ihnen einiges über Computer-Hardware, da es Ihnen einen anderen Bezugsrahmen bietet.
  • Es erlaubt Ihnen ansonsten nutzlosen Plunder in funktionierende Systeme zu verwandeln.
  • Statussymbol: Linux auf einem x86-System ist so gängig, dass es keinen Spaß mehr macht. Linux auf MIPS ist weitaus seltener bietet und ein gutes Gesprächsthema.

Warum portiert ihr Gentoo nicht auf NetBSD/MIPS, oder IRIX?

Hey, gute Idee. Unglücklicherweise sind bereits eine Menge Leute des Gentoo/MIPS Teams mit Linux/MIPS beschäftigt, oder anderweitig verpflichtet. Dennoch sind Sie herzlich eingeladen es auszuprobieren. Dazu empfehle ich Ihnen dies in den Gentoo Foren anzusprechen um ein Feedback bezüglich des Interesses zu bekommen. Betrachten Sie außerdem einige andere Threads zum Portieren von Gentoo auf andere Architekturen, wie z.B. Solaris/SPARC, IBM OS/2 und Microsoft Services For Unix für Hinweise zum weiteren Vorgehen. Wenn Sie nach einigem Hacken etwas brauchbares erhalten... besteht die Chance, dass ein paar Entwickler Ihr Projekt aufgreifen und Ihnen bei den nächsten Schritten helfen.

3.  MIPS Hardware FAQs

Was ist MIPS?

MIPS Technologies ist ein Unternehmen, dass eine Reihe von RISC CPU-Kernen produziert, die die MIPS Instruction Set Architektur implementieren. Diese Prozessoren kommen in allerlei Hardware vor, von eingebetteten Laufwerken, bis hin zu großen Servern.

Es kommt außerdem auch als Akronym vor: Millions of Instructions Per Second.

Welche Art von Hardware verwendet MIPS-Prozessoren?

Gute Frage. Kurz... Heaps. MIPS-Prozessoren finden in allen möglichen Maschinen Anwendung, vom kleinen PDA (wie die frühen Casio PDAs mit Windows CE), über X Terminals (z.B. Tektronix TekXPress XP330 series), Workstations, wie Silicon Graphics Indy und O2, bis hin zu High-End-Servern, wie Silicon Graphics Origin 2000.

Hier ist eine Liste der populäreren gebräuchlichen MIPS-basierten Systeme. Eine umfangreichere Liste kann hier gefunden werden: Linux/MIPS-Webseite

Sony Spielekonsolen PlayStation
PlayStation 2
PlayStation Pocket
Nintendo Spielekonsolen Nintendo 64
Silicon Graphics Maschinen Iris Indigo
Challenge
Onyx
Indy
Indigo 2
Challenge S
Origin 200
Origin 2000
Onyx 2
Octane
Octane 2
O2
Fuel
Origin 3000
Origin 300
Origin 350
Tezro
DECStations rPC44
Tyne
Cobalt Microservers Qube 2700
Qube 2800
RaQ
RaQ 2
Broadcom-based 802.11g
Broadband Internet Routers
Linksys WRT54G

... und das ist nur die Spitze des Eisbergs. Diese Maschinen sind vielfältig und verschieden. Viele von ihnen arbeiten nicht richtig mit Linux. Von denen, die es tun, unterstützen wir nur eine Hand voll, wobei Sie eingeladen sind Gentoo/MIPS auf jede MIPS-Maschine ihrer Wahl zu portieren. Manche dieser Systeme liegen außerdem im Fokus des Embedded Gentoo Projektes, wie z.B. Linksys WRT54G.

Wird meine Maschine unterstützt?

Diese Frage ist schwer zu beantworten. Ihre Maschine kann zu einer dieser drei Kategorien gehören:

  • Gentoo/MIPS unterstützt Ihre Maschine
  • Linux/MIPS unterstützt Ihre Maschine, Gentoo/MIPS (bisher) jedoch nicht
  • Linux/MIPS unterstützt Ihre Maschine nicht

Um hier einen Weg zu finden sollte man zunächst einen Blick auf die Seite Gentoo/MIPS Anforderungen werfen. Diese wird Ihnen verraten, ob Ihr System theoretisch in der Lage ist mit Gentoo/MIPS zu laufen. Stuart hat zudem eine Hardware-Support-Datenbank verfasst, in die Benutzer ihre Erfahrungen eintragen können. Das hilft abzuschätzen, wie gut Gentoo/MIPS auf einer bestimmten Maschine läuft.

Wenn Sie Ihre Maschine hier nicht vorfinden, möchten Sie vielleicht einen Blick auf die Linux/MIPS Webseite werfen. Die Installation wird dennoch nicht unkompliziert verlaufen, da die Erstellung des Kernels und auch die Einrichtung der Bootmedien bei Ihnen liegt. Aber natürlich versuchen wir zu helfen, wo wir können.

Warum wird meine Maschine X nicht unterstützt?

Wenn Sie auf die Gentoo/MIPS Hardware Voraussetzungen-Seite geschaut haben, werden Sie vielleicht bemerkt haben, dass wir eine ganze Menge an Maschinen nicht unterstützen. Im Falle der SGI-Hardware, fehlt es zu sehr an Informationen, um einen Port für Linux zu erstellen.

Wenn Sie es geschafft haben Linux auf einer Box einzurichten, die bisher unter unsupported gelistet ist, teilen Sie uns dies bitte mit. Wir sind daran interessiert.

4.  MIPS Software FAQs

Welchen stage-Tarball soll ich benutzen?

Das wird vom CPU-Typ Ihres Systems abhängen. Der stage-Dateiname setzt sich wie folgt zusammen:

Befehlsauflistung 4.1: Stage-Tarball-Namensschema

  stage3-mipsel4-2005.0.tar.bz2
  \____/ \_____/ \____/
     |      |       |
     |      |       `--- Gentoo Release (e.g. 1.4, 2004.3, 2005.0)
     |      |
     |      `----------- Endianness and ISA Level
     |                     mips   ==> Big Endian
     |                     mipsel ==> Little Endian
     |
     |                     R3xxx and earlier: ISA Level 1
     |                     R4xxx series:      ISA Level 3
     |                     R5000 and above:   ISA Level 4
     |
     `------------------ Stage Tarball type: 1, 2 or 3.

Diejenigen, die eine R4000er CPU betreiben, könnten also einen mips3, oder mipsel3 stage-Tarball versuchen.

Diejenigen mit einer R5000er (oder späteren) CPU könnten einen mips4, oder mipsel4 stage-Tarball versuchen.

Manchmal wird zudem n32, oder n64 im Dateinamen vorkommen. Diese referieren auf 64-Bit-Umgebungen. Im Moment ist der Support für 64-Bit-Umgebungen noch sehr sporadisch und eine Menge an Paketen sind defekt. Ich würde vorschlagen, dass Sie diesen keine Beachtung schenken, so lange Sie nicht besonders mutig sind und keine Angst vor zusätzlichen Schwierigkeiten haben.

Ich erhalte "Illegal Instruction" oder "Cannot Execute Binary File" beim chrooten. Was habe ich falsch gemacht?

Im Normalfall resultiert dies aus der Benutzung eines falschen stage-Tarballs. Wenn Sie versuchen mips4 auf einer mips3-CPU zu verwenden, bekommen Sie eine Illegal Instruction-Fehlermeldung. Gleichermaßen, wenn Sie eine Big Endian CPU haben und versuchen Little Endian Code auszuführen. Sie werden Cannot execute Binary File gesagt bekommen.

Abhilfe ist einfach... Säubern Sie ihre Partition, entpacken Sie den korrekten Tarball. Welcher das ist? Schauen Sie in die vorige Frage.

5.  Silicon Graphics spezifische FAQs

Warum bootet meine SGI-Maschine nicht aus dem Netzwerk heraus?

Dies könnte eine Reihe von Gründen haben. Von Abhängigkeitsfehlern bis hin zu Fehlern beim Server. Der beste Weg um alle Probleme auszumerzen ist eine stückweise Annäherung.

  1. Haben Sie die SGI-Maschine (und den Server) in die richtigen Netzwerk-Ports eingesteckt?
    Stellen Sie sicher, dass das Netzwerk korrekt verkabelt ist. Beachten Sie auch, dass manche Maschinen spezielle Erfordernisse haben. Beispielsweise kann der Challenge S unter Linux keine Netzwerkverbindung über den UTP-Port bekommen, Sie müssen den AUI-Port über einen Transceiver verwenden.
  2. Sind irgendwelche Firewalls in Betrieb?
    Stellen Sie sicher, dass Ihre Firewall DHCP/BOOTP-Requests (Port 67 und 68 mit UDP), oder TFTP (Port 69 mit UDP), blockt.
    iptables -I INPUT 1 -p udp --dport 67:69 -j ACCEPT sollte die Dinge an's Laufen bekommen.
  3. Haben Sie Packet MTU Discovery deaktiviert und den Port-Raum eingestellt?
    SGI Boxen benötigen /proc/sys/net/ipv4/ip_no_pmtu_disc = 1 und /proc/sys/net/ipv4/ip_local_port_range = "2048 32767". Betrachten Sie dazu das Gentoo/MIPS Handbuch.
  4. Gibt der Server die korrekten Details via BOOTP aus?
    Kontrollieren Sie ihre /etc/dhcp/dhcpd.conf zweimal. ISCs dhcpd wird über BOOTP keine Adressinformationen ausgeben, es sei denn, die Maschine wurde mit einer statischen Adresse definiert.
  5. Welchen TFTP-Server betreiben Sie?
    tftp-hpa und netkit-tftp funktionieren bekanntermaßen gut. atftp ist um einiges umfangreicher, dies kann zu Problemen führen. Im Zweifelsfall installieren Sie tftp-hpa und gucken, ob sich die Probleme gelöst haben.
  6. Laufen die Dämonen?
    Wenn Sie ps ax eingeben sollte dhcpd erscheinen. Was TFTP betrifft, so sollte es weitestgehend davon abhängen, ob es ein alleinstehender Server ist, oder, ob er über (x)inetd betrieben wird. tftp-hpa läuft mit einem Prozess namens in.tftpd. Halten Sie in der ps ax-Ausgabe danach Ausschau und starten Sie alle bisher nicht laufenden Dienste.
  7. Ist der Kernel in /tftpboot?
    Stellen Sie sicher, dass Sie das Kernel-Image, welches gebootet wird, in diesem Verzeichnis haben und dass es für alle lesbar ist. (chmod 644 /tftpboot/foo) Beachten sie außerdem, dass der Pfad zum Kernel in /etc/dhcp/dhcpd.conf relativ zum /tftpboot-Verzeichnis ist, wenn Sie tftp-hpa verwenden.
  8. Haben Sie die netaddr und dlserver PROM Variablen unsetted?
    Versuchen Sie unsetenv netaddr und unsetenv dlserver.

Das System lädt den Kenerl runter, aber dann "hängt" es (bei der Verwendung eines Keyboards und Monitors -- nicht bei einer seriellen Konsole)

Unglücklicher Weise werden bisher nicht alle grafischen Frame-Buffer unter Linux unterstützt. Das bedeutet nicht, dass Sie die Maschine nicht benutzten können... Es bedeutet lediglich, dass Sie ein Null-Modem-Kabel benötigen, um mit ihr zu interagieren. Es ist eventuell möglich, dass die Maschine tatsächlich läuft, die Ausgabe jedoch auf die serielle Konsole, nicht auf den Bildschirm, erfolgt.

6.  Cobalt spezifische FAQs

Warum bootet meine Cobalt-Maschine nicht?

Dies könnte eine Reihe von Gründen haben. Am besten Sie haken eine Checkliste ab, um sicherzustellen, dass alles korrekt ist.

  1. Haben Sie die SGI-Maschine (und den Server) in die richtigen Netzwerk-Ports eingesteckt?
    Stellen Sie sicher, dass das Netzwerk korrekt verkabelt ist. Beachten Sie auch, dass die Cobald-Firmware nur mittels primären Netzwerk-Ports booten wird.
  2. Sind irgendwelche Firewalls in Betrieb?
    Stellen Sie sicher, dass Ihre Firewall DHCP/BOOTP-Requests (Port 67 und 68 mit UDP), oder RPC/Portmap (Port 111 mit UDP und TCP), blockt.
    iptables -I INPUT 1 -p udp --dport 67:68 -j ACCEPT
    iptables -I INPUT 1 -p udp --dport 111 -j ACCEPT
    iptables -I INPUT 1 -p tcp --dport 111 -j ACCEPT sollte die Dinge an's Laufen bringen.
  3. Gibt der Server die korrekten Details via BOOTP aus?
    Kontrollieren Sie ihre /etc/dhcp/dhcpd.conf zweimal. ISC's dhcpd wird über BOOTP keine Adressinformationen ausgeben, es sei denn, die Maschine wurde mit einer statischen Adresse definiert.
  4. Exportieren Sie /nfsroot in Ihrer /etc/exports?
    Stellen sie auch sicher, dass Sie zur Cobalt-Maschine exportieren. Sie benötigt nur read-only Zugriff. Vergessen Sie nicht exportfs -av nach dem Editieren dieser Datei auszuführen.
  5. Laufen die Dämonen?
    Wenn Sie ps ax eingeben sollte dhcpd erscheinen. Ebenso portmap und die anderen RPC Dämonen. Die folgenen Befehle sollten dies für Sie erledigen:
    /etc/init.d/dhcp start
    /etc/init.d/nfs start
  6. Ist der Kernel in /nfsroot?
    Stellen Sie sicher, dass Sie das Kernel-Image, welches gebootet wird, in diesem Verzeichnis haben und dass es für alle lesbar ist. (chmod 644 /nfsroot/foo)

Warum wird Qube 2700 nicht unterstützt?

Qube 2700 war der erste der Cobalt-Server. Obwohl sie sehr nette Maschinen sind, fehlt ihnen leider ein serieller Port. In anderen Worten, jede Interaktion mit diesen Maschinen muss über das Netzwerk geschehen. Im Moment unterstützen unsere Netboot-Images dies nicht, aber Pläne, dies zu ermöglichen, sind in Arbeit.



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Seite aktualisiert 8. September 2005

Die Originalversion dieser Übersetzung wird nicht länger gepflegt

Zusammenfassung: Dieses FAQ hat die Absicht Ihnen die am häufigsten gestellten Fragen bezüglich Gentoo/MIPS und Linux/MIPS allgemein zu beantworten.

Stuart Longland
Autor

Stefan Gasten
Übersetzer

Jan Hendrik Grahl
Korrektor

Tobias Heinlein
Korrektor

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