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OpenBoot PROM (OBP) Referenz

Inhalt:

1.  Über dieses Dokument

Dieses Dokument bietet eine Liste von nützlichen OBP-Befehlen an, die beim Booten, Konfigurieren und Durchführen von Diagnosen von Sun SPARC Hardware und Klonen hilfreich sein können.

Beachten Sie, dass nicht alle Befehle unter allen PROM-Versionen verfügbar sind. Besonders sun4c-Systeme haben einen unterschiedlichen Eingabemodus und einigen JavaStation-Modellen fehlt viel der OBP-Funktionalität.

OBP ist ein wenig uneinheitlich, wenn es um Befehlsnamen geht. Manchmal werden Bindestriche dazu benutzt, Wörter zu trennen, manchmal nicht. Manche Befehle, die Informationen anzeigen, starten mit einem Punkt oder enthalten einen solchen.

Die Begriffe "OBP", "OpenBoot PROM" und "PROM" werden in diesem Dokument synonym benutzt.

2.  OBP Betreten

Systeme mit Sun-Tastaturen

Auf normalen Sun-Systemen (und Kopien, die Sun-Tastaturen benutzen), drücke Stop+A, wenn das System bootet, um die OBP zu öffnen. Die Taste Stop ist die Taste oben links auf dem Tastenzusatzblock auf der linken Seite der Tastatur (Auf wirklich alten Systemen ist es möglicherweise als L1 markiert).

Die Tastenkombination Stop+N beim Booten wird viele Systeme auf die Standard-PROM-Einstellungen zurücksetzen. Stop+D aktiviert auf einigen die Diagnose

Über die serielle Konsole

Um die OBP über eine serielle Konsole zu öffnen, senden Sie eine Pause. In minicom erreichen Sie dies durch Drücken von ctrl+A F. In xc benutzen Sie ctrl+A B.

Systeme mit Nicht-Sun (PC-Stil) Tastaturen

Unter Systemen mit PC-Stil-Tastaturen (beispielswise JavaStations und einige Ultra-Klone) wird generell ctrl+break oder alt+ctrl+break benutzt.

Beachten Sie, dass auf der JavaStation JK ctrl+break den Rechner neustarten wird, anstatt die PROM zu öffnen. Um in die OBP zu kommen, müssen Sie die Jumper J13000 Pins 7-8 auf dem Mainboard setzen.

3.  Grundlegende Systembefehle

Stoppen und Neustarten

Der Befehl power-off wird den Rechner anhalten und den Strom abstellen. Dieser Befehl ist auf Ultra5/10 Systemen manchmal verrückt.

Der Befehl reset wird ein Softreset ausführen. Wenn Diagnosen aktiviert sind, werden diese nicht noch erneut ausgeführt. In einigen Dokumenten ist dieser Befehl als reset-all bekannt.

Der Befehl boot bootet das System. Ein Parameter kann übergeben werden, um das Standardbootgerät zu überschreiben -- Das kann ein kompletter Gerätename oder ein Gerätealias wie disk , cdrom oder net sein. Jegliche zusätzliche Parameter werden an den Bootloader oder das Betriebsystem übergeben.

PROM und Systeminformation

Der Befehl .version zeigt die OBP-Version an.

Befehlsauflistung 3.1: Ausgabe von .version

{0} ok .version
Release 3.7 Version 0 created 1997/01/09 13:06
OBP 3.7.0 1997/01/09 13:06
POST 3.2.1 1996/12/20 03:01

Der Befehl banner zeigt das Systeminformationsbanner an.

Befehlsauflistung 3.2: Ausgabe von banner

{0} ok banner
Sun Ultra 2 UPA/SBus (2 X UltraSPARC-II 296MHz), No Keyboard
OpenBoot 3.7, 704 MB memory installed, Serial #9705521.
Ethernet address 8:0:20:94:18:31, Host ID: 80941831

Der Befehl .speed zeigt die Bus-Geschwindgkeiten an.

Befehlsauflistung 3.3: Ausgabe von .speed

{0} ok .speed
CPU  Speed : 296.00 MHz
UPA  Speed : 098.66 MHz
SBus Speed : 025.00 MHz

Geräteinformation

Der Befehl show-devs zeigt eine Liste verfügbaren Geräte unter dem System an.

Der Befehl probe-scsi zeigt die unter dem System verfügbaren internen SCSI-Geräte an. Der Befehl probe-scsi-all zeigt sowohl interne als auch externen Geräte an der SCSI-Schnittstelle an. Nach der Benutzung einer dieser beiden Befehle, muss ein reset-all ausgeführt werden, bevor man versucht, ein Betriebsystem zu booten.

Befehlsauflistung 3.4: Ausgabe von probe-scsi-all

{0} ok probe-scsi-all
This command may hang the system if a Stop-A or halt command
has been executed.  Please type reset-all to reset the system
before executing this command.
Do you wish to continue? (y/n) y
/sbus@1f,0/SUNW,fas@e,8800000
Target 1
  Unit 0  Disk    SEAGATE ST34371W SUN4.2G74629710B00491
                    Copyright (c) 1997 Seagate
                    All rights reserved

Der Befehl probe-ide ist auch auf IDE-basierten Systemen verfügbar.

Befehlsauflistung 3.5: Ausgabe von probe-ide

ok probe-ide
  Device 0  ( Primary Master )
          ATA Model: ST320420A

  Device 1  ( Primary Slave )
          ATA Model: Maxtor 6E040L0

  Device 2  ( Secondary Master )
        Not Present

  Device 3  ( Secondary Slave )
        Not Present

4.  Umgebungsvariablen und Gerätealiase

Ausgeben und Setzen der Umgebungsvariablen

Verwenden Sie printenv, um eine Liste der Umgebungsvariablen zu erhalten. Um den Wert einer bestimmten Variablen zu sehen, benutzen Sie printenv fnord.

Um eine Variable zu setzen, benutzen Sie setenv myvar the new value.

Um den Standardwert einer Variablen wiederherzustellen, benutzen Sie set-default blah. Um alle Variablen zurückzusetzen, können Sie set-defaults verwenden.

Beachten Sie, dass boolsche Variablen normalerweise mit einem ? enden und dass sie von anderen Variablen mit dem selben Namen ohne Fragezeichen unterschieden werden. Für boolsche Variablen werden die Werte true und false genutzt.

Nützliche Umgebungsvariablen

Einige nützliche Umgebungsvariablen:

Variable Bedeutung
ttya-mode Setzt die baud-Rate und verwandte Einstellungen, die von einer seriellen Konsole genutzt werden. Standardmäßig wird 9600,8,n,1,- benutzt, dies bedeutet 9600 baud, 8 bits, keine Parität, ein Stopbit, keine Flusskontrolle.
auto-boot? Standardmäßig bootet OBP automatisch beim Starten. Setzen Sie dies auf false, wenn Sie den boot-Befehl lieber selbst senden möchten.
boot-device Falls auto-booting eingeschaltet ist und boot ohne Parameter angegeben wird, wird diese Variable genutzt, um das Boot-Gerät zu bestimmen. Mehrere Werte können benutzt werden (durch Leerzeichen getrennt), wobei diese der Reihe nach ausprobiert werden. Jeder Wert kann ein vollständiger Gerätepfad oder ein Gerätealias sein.
diag-device Wie boot-device, wird aber benutzt, wenn diag-switch? eingeschaltet ist.
local-mac-address? Falls gesetzt, werden vorhandene Netzwerkschnittstellen ihre eigene MAC anstelle der systemweiten MAC verwenden. Dies ist einheitlich mit dem Verhalten der PCs und ein Verstoß der Ethernet-Spezifikation.
diag-switch? Falls gesetzt, werden zusätzliche Diagnosen beim Einschalten durchgeführt. Beachten Sie, dass dies eine sehr lange Zeit auf SMP- und/oder HyperSparc-Systemen benötigen kann. Außerdem wird die Variable diag-device, auch benutzt, um das Bootgerät zu bestimmen, anstelle von boot-device. Einige Systeme verfügen über einen Mainboard-Jumper oder einen Schalter vorne an der Maschine, welcher erzwingt, dass diese Einstellung eingeschaltet ist.

Abfragen und Setzen von Gerätealiasen

Gerätealiase können benutzt werden, um die Argumente an viele Befehle zu vereinfachen. Anstelle boot /sbus/SUNW,hme@e,8c00000 einzutippen, benutzt man beispielsweise boot net. Eine Anzahl von Gerät-Aliasen ist auf allen Geräten standardmäßig schon definiert.

Um alle Gerät-Aliase zu sehen, benutzen Sie den Befehl devalias. Um ein bestimmtes Alias zu sehen, benutzen Sie devalias whatever. Um ein Alias zu setzen, benutzen Sie devalias whatever newvalue.

Ändern der Monitorauflösung

Die Variable output-device kann genutzt werden, um zu kontrollieren, welcher Framebuffer benutzt wird und auf welcher Auflösung er für die PROM Konsole benutzt wird. Als Beispiel, zum Benutzen der Creator Karte auf einem Ultra 1c oder 2 bei einer Auflösung von 1024x768@76Hz:

Befehlsauflistung 4.1: Ändern der Monitoreinstellungen

{0} ok devalias screen /SUNW,ffb
{0} ok setenv output-device screen:r1024x768x76

Die Änderungen werden bis zum nächsten Reset keinen Effekt erzielen. Nicht alle Auflösungen und Erneuerungen sind auf allen Karten verfügbar.

5.  Diagnose

Den Diagnose-Modus betreten

Bevor Sie irgendeine Diagnose durchführen, ist es am besten, diag-switch? einzuschalten und einmal komplett herunterzufahren und neuzustarten (hard power off). Zusätzliche Diagnoseinformationen werder über die serielle Konsole bereitgestellt, wenn die Maschine bootet.

Grundlegende Tests

Wenn der Selbsttest beim Einschalten (Power On Self Test, POST) erfolgreich verläuft, können weitere Tests durchgeführt werden, indem die Befehle test, test-all, watch-net und watch-clock benutzt werden.

Der Befehl test somedevice führt Tests an einem spezifischen Gerät durch (das kann ein Gerätepfad oder ein Geräte-Alias sein).

Befehlsauflistung 5.1: Beispielstest

{0} ok test scsi
        CE DMA fill from address fff8e000 for 80 bytes  succeeded.
        Dma register test -- succeeded.
        Esp register test -- succeeded.
        Dma read test -- succeeded.
        Dma write test -- succeeded.
{0} ok test /sbus/SUNW,hme
Internal loopback test -- succeeded.
Transceiver check  -- Using Onboard Transceiver - Link Up.
passed
{0} ok test ttya
!"#$%&'()*+,-./0123456789:;<=>?@ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ[\]^_`abcdefghijklmn

Der Befehl test-all führt an jedem Gerät, das dazu in der Lage ist, Selbsttests durchzuführen, einen Test durch.

Der Befehl watch-net kann benutzt werden, um nach über das Netzwerk gesendete Broadcast-Paketen Ausschau zu halten.

Der Befehl watch-clock kann benutzt werden, um zu prüfen, ob die interne Uhr funktioniert. Es sollte immer wieder von 0 bis 59 mit einem Intervall von einer Sekunde zählen.

Erweiterte Diagnosen unter Benutzung von obdiag

Notiz: Die obdiag Routinen sind nur auf dem Ultra5/10 und neueren verfügbar.

Um den erweiterten Diagnosemodus zu aktivieren, benutzen Sie Folgendes:

Befehlsauflistung 5.2: obdiag betreten

ok setenv mfg-mode on
mfg-mode =            on
ok setenv diag-switch? true
diag-switch? =        true
ok setenv auto-boot? false
auto-boot? =          false
ok reset-all
ok obdiag

Dies sollte ein Menü anzeigen. Wählen Sie zuerst 16 aus, um ausführliche Nachrichten zu aktivieren.

Befehlsauflistung 5.3: obdiag-Menü

          OBDiag Menu

  0 ..... PCI/Cheerio
  1 ..... EBUS DMA/TCR Registers
  2 ..... Ethernet
  3 ..... Keyboard
  4 ..... Mouse
  5 ..... Floppy
  6 ..... Parallel Port
  7 ..... Serial Port A
  8 ..... Serial Port B
  9 ..... NVRAM
10 ..... Audio
11 ..... EIDE
12 ..... Video
13 ..... All Above
14 ..... Quit
15 ..... Display this Menu
16 ..... Toggle script-debug
17 ..... Enable External Loopback Tests
18 ..... Disable External Loopback Tests

Enter (0-13 tests, 14 -Quit, 15 -Menu) ===> 16
Enter (0-13 tests, 14 -Quit, 15 -Menu) ===>

Individuelle Tests können dann durch Auswählen der relevanten Nummer durchgeführt werden. Beachten Sie, dass manche Tests (beispielsweise serielle Ports) annehmen, dass ein externes Loopback-Gerät angeschlossen ist. Der Ethernet-Test nimmt an, dass ein Kabel mit einem Switch verbunden und angeschlossen ist.

Um zu verlassen, benutzen Sie 14.

6.  Referenzen



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Seite aktualisiert 27. August 2004

Die Originalversion dieser Übersetzung wird nicht länger gepflegt

Zusammenfassung: Die OpenBoot PROM (OBP) Referenz bietet eine Liste von nützlichen OBP-Befehlen an, die beim Booten, Konfigurieren und Durchführen von Diagnosen von Sun SPARC Hardware und Klonen helfen können.

Ciaran McCreesh
Autor

Tobias Heinlein
Übersetzer

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