Gentoo Linux x86 mit Software-Raid und LVM2: Kurzleitfaden zur Installation
1.
Einleitung
Diese Anleitung enthält alle Kommandos, die man gebrauchen sollte, um eine
Stage3-Installation einschließlich LVM2 auf einer Software-RAID-Basis
abzuschließen. Man benötigt eine Internetverbindung, um das Stage3 und die
Portage-Snapshots zu laden.
Neue Benutzer sollten das Handbuch
lesen, da es eine bessere Übersicht über den Installationsprozess gibt.
Es werden Zeitangaben für alle Kommandos gemacht, welche mehr als ein paar
Sekunden zur Durchführung benötigen. Zeitmessungen erfolgten auf einem AMD 2000
PC mit 1.66 Ghz und 512Mb RAM sowie zwei SATA-Festplatten, die an einen
Hardware-Controller in JBOD-Konfiguration angeschlossen sind (d.h. Gentoo sieht
zwei separate Festplatten). Wenn Sie einen "Hardware"-RAID-Controller auf Ihrem
Motherboard haben, ist es höchstwarscheinlich kein Hardware-Controller.
Befehlsauflistung 1.1: Spezifikation der Testmaschine |
# grep bogo /proc/cpuinfo
bogomips : 3337.81
# hdparm -tT /dev/sda /dev/sdb
/dev/sda:
reads: 1048 MB in 2.00 seconds = 524.00 MB/sec
Timing buffered disk reads: 152 MB in 3.01 seconds = 50.50 MB/sec
/dev/sdb:
Timing cached reads: 1048 MB in 2.00 seconds = 524.00 MB/sec
Timing buffered disk reads: 152 MB in 3.01 seconds = 50.50 MB/sec
# grep MemTotal /proc/meminfo
MemTotal: 509248 kB
|
2.
Kurzleitfaden zur Installation
Installationsmedien
Laden Sie sich eine CD von einem unserer Mirror. Sie können das ISO-Abbild der
Minimal-CD unter releases/x86/current-iso/ finden.
Die Minimal-Installations-CD ist nur für Internet-basierte
Installationen sinnvoll. Dieser Leitfaden verwendet die Minimal-CD.
Brennen Sie die CD und booten Sie
damit.
Von der CD booten
Drücken Sie beim Boot-Bildschirm F2, um herauszufinden, welche
Boot-Optionen bestehen. Sie können entweder gentoo oder
gentoo-nofb starten; letztere schaltet Framebuffer ab. Wenn Sie von der
Live CD booten, vergessen Sie nicht, die nox Option anzugeben, um das
Starten der grafischen Umgebung (X) zu verhindern. Verschiedene Optionen
erlauben es, bestimmte Merkmale ein- oder auszuschalten. Wenn alles gut geht,
wird Ihre Hardware erkannt und alle Module geladen. Falls der Kernel nicht
ordentlich bootet oder Ihr Computer während des Bootvorgangs stehen bleibt,
werden Sie wohl mit verschiedenen Konfigurationen experimentieren müssen. Der
sicherste Weg ist wahrscheinlich, die nodetect Option zu verwenden und
dann benötigte Module explizit nachzuladen.
Befehlsauflistung 2.1: Booten mit der Minimal-CD |
Gentoo Linux Installation LiveCD http://www.gentoo.org
Enter to Boot; F1 for kernels F2 for options.
boot: gentoo-nofb
boot: gentoo-nofb nodetect
|
Optional: Module nachladen
Wenn Sie die nodetect Option beim Booten verwendet haben, laden Sie nun
die benötigten Module. Sie benötigen das Netzwerk und Zugriff auf die
Festplatten. Das Kommando lspci kann Ihnen helfen, Ihre Hardware zu
identifizieren.
Befehlsauflistung 2.2: Nachladen benötigter Module |
livecd root # lspci
livecd root # modprobe 3w-9xxx
livecd root # modprobe r8169
|
Netzwerk-Konfiguration
Wenn Ihr Netzwerk nicht bereits arbeitet, können Sie das Kommando
net-setup verwenden, um Ihr Netzwerk zu konfigurieren. Möglicherweise
müssen Sie vor der Konfiguration modprobe aufrufen, um das Modul zur
Unterstützung Ihrer Netzwerkkarte zu laden. Wenn Sie ADSL haben, verwenden Sie
pppoe-setup und pppoe-start. Wenn Sie einen ADSL-Router verwenden,
baut dieser die Verbindung für Sie auf und Sie brauchen diese Skripte nicht
ausführen. Für PPTP-Unterstützung editieren Sie zunächst
/etc/ppp/chap-secrets und /etc/ppp/options.pptpund
verwenden dann pptp<server ip>.
Für Wireless-Zugang verwenden Sie zunächst iwconfig, um die Parameter der
Wireless-Verbindung einzustellen, und dann entweder nochmal net-setup
oder manuell ifconfig, dhcpcd und/oder route.
Wenn Sie einen Proxy verwenden, vergessen Sie nicht, Ihr System mit export
http_proxy, ftp_proxy und RSYNC_PROXY zu initialisieren.
Befehlsauflistung 2.3: Automatische Konfiguration des Netzwerks |
livecd root # net-setup eth0
|
Sie können alternativ das Netzwerk auch manuell starten. Das folgende Beispiel
weist Ihrem PC die IP-Adresse 192.168.1.10 zu und definiert 192.168.1.1 als
Ihren Router und Namensserver.
Befehlsauflistung 2.4: Manuelle Konfiguration des Netzwerks |
livecd root # ifconfig eth0 192.168.1.10/24
livecd root # route add default gw 192.168.1.1
livecd root # echo nameserver 192.168.1.1 > /etc/resolv.conf
|
Die Installations-CD erlaubt es Ihnen, einen sshd-Dienst zu starten,
zusätzliche Benutzer anzulegen, irssi (ein Kommandzeilen-Chat-Client) zu
starten und mit links im Web zu surfen.
Optional: Verbindung zu Ihrem Rechner mittels ssh aufnehmen
Das interessanteste ist natürlich sshd. Sie können ihn starten und sich
dann von einer anderen Maschine verbinden und die Kommandos aus dieser Anleitung
mit Cut'n'Paste dort ausführen.
Befehlsauflistung 2.5: sshd starten |
livecd root # time /etc/init.d/sshd start
* Generating hostkey ...
* starting sshd ... [ok]
real 0m13.688s
user 0m9.420s
sys 0m0.090s
|
Nun setzen Sie das Passwort auf der Live CD, so dass Sie sich von einem anderen
Rechner aus anmelden können. Bitte beachten Sie, dass es unter normalen
Umständen nicht ratsam ist, root den Zugang über ssh zu erlauben. Wenn Sie Ihrem
lokalen Netzwerk nicht vertrauen können, wählen Sie ein langes, kompliziertes
Passwort; Sie werden es nur einmalig verwenden, da es nach dem ersten Neustart
verschwinden wird.
Befehlsauflistung 2.6: Das root-Passwort setzen |
livecd root # passwd
New UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully
|
Jetzt können Sie ein Terminal auf einem anderen Rechner starten und sich mit dem
neuen Rechner verbinden, der weiteren Anleitung in einem anderen Fenster folgen
und die Kommandos mit Cut'n'Paste im Terminal ausführen.
Befehlsauflistung 2.7: Von einem anderen Rechner Verbindung zum neuen Rechner aufbauen |
$ ssh root@192.168.1.10
The authenticity of host '192.168.1.10 (192.168.1.10)' can't be established.
RSA key fingerprint is 96:e7:2d:12:ac:9c:b0:94:90:9f:40:89:b0:45:26:8f.
Are you sure you want to continue connecting (yes/no)? yes
Warning: Permanently added '192.168.1.10' (RSA) to the list of known hosts.
Password:
|
Vorbereiten der Festplatten
Laden Sie die Module für Software-RAID und LVM2.
Befehlsauflistung 2.8: Laden der RAID- und LVM2-Module |
livecd ~ # modprobe raid0
livecd ~ # modprobe raid1
livecd ~ # modprobe dm-mod
|
Verwenden Sie fdisk oder cfdisk, um Ihr Partitions-Layout zu
erstellen. Die Gerätenamen sind höchstwarscheinlich /dev/sda und
/dev/sdb für SATA- oder SCSI-Festplatten, bzw.
/dev/hda und /dev/hdb für IDE-Festplatten. Das
folgende Layout wird in dieser Anleitung verwendet:
|
/dev/sda |
/dev/sdb |
Typ |
| /dev/md1 |
/boot |
/boot |
Raid-1 (gespiegelt) |
|
swap |
swap |
Normale Partitionen |
| /dev/md3 |
/ |
/ |
Raid-1 (gespiegelt) |
| /dev/md4 |
LVM2 Volumes |
Raid-0 (gestriped) |
Wichtig:
Ihre Boot-Partition darf nicht gestriped sein. Sie sollte auch kein RAID-5 oder
RAID-0 sein.
|
Notiz:
Einerseits sollten Sie, falls Sie mehr Stabilität wünschen, darüber nachdenken
RAID-1 (oder sogar RAID-5) für Ihre Swap-Partition(en) zu verwenden, damit ein
Festplattenausfall nicht Ihren Swap-Bereich korrumpiert und die Anwendungen
abstürzen lässt, die Sie gerade benutzen. Andererseits sollten Sie, falls Sie
mehr Leistung wünschen, einfach den Kernel getrennte Swap-Partitionen nutzen
lassen, da er Striping standardmäßig nutzt.
|
Befehlsauflistung 2.9: Partitionen erzeugen |
livecd ~ # fdisk /dev/sda
livecd ~ # fdisk -l /dev/sda
Disk /dev/sda: 299.9 GB, 299989204992 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 36471 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 * 1 11 88326 fd Linux raid autodetect
/dev/sda2 12 61 401625 82 Linux swap / Solaris
/dev/sda3 62 311 2008125 fd Linux raid autodetect
/dev/sda4 312 36471 290455200 fd Linux raid autodetect
livecd ~ # fdisk /dev/sdb
|
Dann erstellen Sie die RAID-Geräteknoten und Geräte:
Befehlsauflistung 2.10: Erstellen der Geräteknoten und Geräte |
livecd ~ # mknod /dev/md1 b 9 1
livecd ~ # mknod /dev/md3 b 9 3
livecd ~ # mknod /dev/md4 b 9 4
livecd ~ # mdadm --create /dev/md1 --level=1 --raid-devices=2 /dev/sda1 /dev/sdb1
mdadm: array /dev/md1 started.
livecd ~ # mdadm --create /dev/md3 --level=1 --raid-devices=2 /dev/sda3 /dev/sdb3
mdadm: array /dev/md3 started.
livecd ~ # mdadm --create /dev/md4 --level=0 --raid-devices=2 /dev/sda4 /dev/sdb4
mdadm: array /dev/md4 started.
livecd ~ # cat /proc/mdstat
Personalities : [raid0] [raid1]
md4 : active raid0 sdb4[1] sda4[0]
581006592 blocks 64k chunks
md3 : active raid1 sdb3[1] sda3[0]
1959808 blocks [2/2] [UU]
md1 : active raid1 sdb1[1] sda1[0]
88256 blocks [2/2] [UU]
|
Dann erstellen Sie die LVM2-Volumes in /dev/md4. Das folgende
Schema wird als Beispiel benutzt:
| Verzeichnis |
Größe |
Dateisystem |
| /usr |
8 GB |
ext3 |
| /usr/portage |
2 GB |
ext2, kleine Blockgröße, viele INodes |
| /usr/portage/distfiles |
4 GB |
ext2, große Blockgröße, weniger INodes |
| /home |
10 GB |
ext3 |
| /opt |
4 GB |
ext3 |
| /var |
4 GB |
ext3 |
| /var/tmp |
6 GB |
ext2 |
| /tmp |
2 GB |
ext2 |
Befehlsauflistung 2.11: Erstellen der LVM2-Volumes |
livecd ~ # vgscan
Reading all physical volumes. This may take a while...
No volume groups found
livecd ~ # vgchange -a y
No volume groups found
livecd ~ # pvcreate /dev/md4
Physical volume "/dev/md4" successfully created
livecd ~ # vgcreate vg /dev/md4
Volume group "vg" successfully created
livecd ~ # lvcreate -L8G -nusr vg
/dev/cdrom: open failed: Read-only file system
Logical volume "usr" created
livecd ~ # lvcreate -L2G -nportage vg
livecd ~ # lvcreate -L4G -ndistfiles vg
livecd ~ # lvcreate -L10G -nhome vg
livecd ~ # lvcreate -L4G -nopt vg
livecd ~ # lvcreate -L4G -nvar vg
livecd ~ # lvcreate -L6G -nvartmp vg
livecd ~ # lvcreate -L2G -ntmp vg
livecd ~ # vgs
VG #PV #LV #SN Attr VSize VFree
vg 1 8 0 wz--n 554.09G 514.09G
livecd ~ # lvs
LV VG Attr LSize Origin Snap% Move Copy%
distfiles vg -wi-a- 4.00G
home vg -wi-a- 10.00G
opt vg -wi-a- 4.00G
portage vg -wi-a- 2.00G
tmp vg -wi-a- 2.00G
usr vg -wi-a- 8.00G
var vg -wi-a- 4.00G
vartmp vg -wi-a- 6.00G
|
Verwenden Sie mke2fs, mke2fs -j, mkreiserfs,
mkfs.xfs und mkfs.jfs, um die Dateisysteme zu erstellen.
Initialisieren Sie die Swap-Partition mit mkswap und swapon.
Befehlsauflistung 2.12: Erstellen der Dateisysteme und Swap aktivieren |
livecd ~ # mke2fs /dev/md1
livecd ~ # mke2fs -j /dev/md3
livecd ~ # mke2fs -b 4096 -T largefile /dev/vg/distfiles
livecd ~ # mke2fs -j /dev/vg/home
livecd ~ # mke2fs -j /dev/vg/opt
livecd ~ # mke2fs -b 1024 -N 200000 /dev/vg/portage
livecd ~ # mke2fs /dev/vg/tmp
livecd ~ # mke2fs -j /dev/vg/usr
livecd ~ # mke2fs -j /dev/vg/var
livecd ~ # mke2fs /dev/vg/vartmp
livecd ~ # mkswap /dev/sda2 && mkswap /dev/sdb2
livecd ~ # swapon -p 1 /dev/sda2 && swapon -p 1 /dev/sdb2
livecd ~ # swapon -v -s
Filename Type Size Used Priority
/dev/sda2 partition 401616 0 1
/dev/sdb2 partition 401616 0 1
|
Hängen Sie das frisch erzeugte Dateisystem bei /mnt/gentoo ein.
Erstellen Sie die Verzeichnisse der anderen Mount-Punkte und hängen Sie sie auch
ein.
Befehlsauflistung 2.13: Einhängen der Dateisysteme |
livecd ~ # mount /dev/md3 /mnt/gentoo
livecd ~ # cd /mnt/gentoo
livecd gentoo # mkdir boot home usr opt var tmp
livecd gentoo # mount /dev/md1 /mnt/gentoo/boot
livecd gentoo # mount /dev/vg/usr /mnt/gentoo/usr
livecd gentoo # mount /dev/vg/home /mnt/gentoo/home
livecd gentoo # mount /dev/vg/opt /mnt/gentoo/opt
livecd gentoo # mount /dev/vg/tmp /mnt/gentoo/tmp
livecd gentoo # mount /dev/vg/var /mnt/gentoo/var
livecd gentoo # mkdir usr/portage var/tmp
livecd gentoo # mount /dev/vg/vartmp /mnt/gentoo/var/tmp
livecd gentoo # mount /dev/vg/portage /mnt/gentoo/usr/portage
livecd gentoo # mkdir usr/portage/distfiles
livecd gentoo # mount /dev/vg/distfiles /mnt/gentoo/usr/portage/distfiles
livecd gentoo # chmod 1777 /mnt/gentoo/tmp /mnt/gentoo/var/tmp
|
Einrichten des Stage
Zunächst stellen Sie mit date MMDDhhmmYYYY sicher, dass Datum und Uhrzeit
Ihres Rechners korrekt eingestellt sind. Verwenden Sie UTC-Zeit.
Befehlsauflistung 2.14: Setzen von Datum und UTC-Zeit |
livecd gentoo # date
Mon Mar 6 00:14:13 UTC 2006
livecd gentoo # date 030600162006
Mon Mar 6 00:16:00 UTC 2006
|
Als nächstes laden Sie ein Stage von einem unserer Mirror.
Befehlsauflistung 2.15: Laden eines Stage3 Archivs |
livecd gentoo # links http://www.gentoo.org/main/en/mirrors.xml
livecd gentoo # wget ftp://distfiles.gentoo.org/pub/gentoo/releases/x86/current-stage3/stage3-i686-*.tar.bz2
|
Gehen Sie nach /mnt/gentoo und entpacken Sie das Stage mit dem
Befehl tar xjpf <stage3 tarball>.
Befehlsauflistung 2.16: Entpacken des stage3-Archivs |
livecd gentoo # time tar xjpf stage3*
real 1m14.157s
user 1m2.920s
sys 0m7.530s
|
Installieren Sie den neuesten Portage-Snapshot. Gehen Sie wie beim stage3-Archiv
vor: wählen Sie einen nahegelegenen Mirror aus unserer Liste, laden Sie den neuesten Snapshot und
entpacken Sie ihn.
Befehlsauflistung 2.17: Laden des neuesten Portage-Snapshots |
livecd gentoo # cd /mnt/gentoo/usr
livecd usr # links http://www.gentoo.org/main/en/mirrors.xml
livecd gentoo # cd /mnt/gentoo/usr
livecd usr # wget http://distfiles.gentoo.org/snapshots/portage-latest.tar.bz2
|
Befehlsauflistung 2.18: Entpacken des Portage-Snapshots |
livecd usr # time tar xjf portage-lat*
real 0m40.523s
user 0m28.280s
sys 0m8.240s
|
Chroot ausführen
Hängen Sie die Dateisysteme /proc & /dev ein,
kopieren Sie die Datei /etc/resolv.conf und dann wechseln Sie mit
chroot in Ihre Gentoo-Umgebung.
Befehlsauflistung 2.19: Chroot |
livecd usr # cd /
livecd / # mount -t proc proc /mnt/gentoo/proc
livecd / # mount -o bind /dev /mnt/gentoo/dev
livecd / # cp -L /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/
livecd / # chroot /mnt/gentoo /bin/bash
livecd / # env-update && source /etc/profile
>>> Regenerating /etc/ld.so.cache...
|
Setzen Sie Ihre Zeitzone
Setzen Sie Ihre Zeitzone, indem Sie die richtige Auflistung in
/usr/share/zoneinfo verwenden.
Befehlsauflistung 2.20: Setzen der Zeitzone |
livecd / # ls /usr/share/zoneinfo
livecd / # cp /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime
livecd / # date
Wed Mar 8 00:46:05 CET 2006
|
Setzen Sie Ihren Hostnamen und Domain-Namen
Sie setzen Ihren Hostnamen in /etc/conf.d/hostname und
/etc/hosts. Im folgenden Beispiel benutzen wir mybox als
Hostnamen und at.myplace als Domainnamen. Sie können entweder die
Konfigurationsdateien mit nano editieren oder die folgenden Kommandos
benutzen:
Befehlsauflistung 2.21: Host- und Domainnamen setzen |
livecd / # cd /etc
livecd etc # echo "127.0.0.1 mybox.at.myplace mybox localhost" > hosts
livecd etc # sed -i -e 's/HOSTNAME.*/HOSTNAME="mybox"/' conf.d/hostname
livecd etc # hostname mybox
livecd etc # hostname -f
mybox.at.myplace
|
Kernel-Konfiguration
Installieren Sie einen Kernel-Quellcode (üblicherweise gentoo-sources),
konfigurieren und kompilieren Sie ihn und kopieren Sie dann die Datei
arch/i386/boot/bzImage nach /boot.
Befehlsauflistung 2.22: Installieren und Kompilieren des Kernel-Quellcodes und Installieren des Kernels |
livecd etc # time emerge gentoo-sources
real 3m3.110s
user 1m2.320s
sys 0m34.990s
livecd etc # cd /usr/src/linux
livecd linux # make menuconfig
Multi-device support (RAID and LVM) --->
[*] Multiple devices driver support (RAID and LVM)
<*> RAID support
< > Linear (append) mode (NEW)
<*> RAID-0 (striping) mode
<*> RAID-1 (mirroring) mode
< > RAID-10 (mirrored striping) mode (EXPERIMENTAL) (NEW)
< > RAID-4/RAID-5 mode (NEW)
< > RAID-6 mode (NEW)
< > Multipath I/O support (NEW)
< > Faulty test module for MD (NEW)
<*> Device mapper support
< > Crypt target support (NEW)
< > Snapshot target (EXPERIMENTAL) (NEW)
< > Mirror target (EXPERIMENTAL) (NEW)
< > Zero target (EXPERIMENTAL) (NEW)
< > Multipath target (EXPERIMENTAL) (NEW)
< > Bad Block Relocation Device Target (EXPERIMENTAL) (NEW)
livecd linux # time make -j2
real 5m5.869s
user 4m32.320s
sys 0m32.930s
livecd linux # make modules_install
livecd linux # cp arch/i386/boot/bzImage /boot/kernel
|
Konfiguration des Systems
Editieren Sie Ihre Datei /etc/fstab und ersetzen Sie BOOT,
ROOT und SWAP mit den tatsächlichen Partitionsnamen und fügen Sie
Ihre logischen Volumes hinzu. Vergessen Sie nicht zu überprüfen, ob die
angegebenen Dateisysteme mit Ihrer Installation übereinstimmen.
Befehlsauflistung 2.23: fstab-Beispiel |
livecd linux # cd /etc
livecd etc # nano -w fstab
/dev/md1 /boot ext2 noauto,noatime 1 2
/dev/md3 / ext3 noatime 0 1
/dev/sda2 none swap sw,pri=1 0 0
/dev/sdb2 none swap sw,pri=1 0 0
/dev/vg/usr /usr ext3 noatime 1 2
/dev/vg/portage /usr/portage ext2 noatime 1 2
/dev/vg/distfiles /usr/portage/distfiles ext2 noatime 1 2
/dev/vg/home /home ext3 noatime 1 2
/dev/vg/opt /opt ext3 noatime 1 2
/dev/vg/tmp /tmp ext2 noatime 1 2
/dev/vg/var /var ext3 noatime 1 2
/dev/vg/vartmp /var/tmp ext2 noatime 1 2
|
Konfigurieren Sie Ihr Netzwerk in /etc/conf.d/net. Fügen Sie das
init-Script net.eth0 in den Runlevel default ein. Falls Sie mehrere NICs
haben, erstellen Sie Symlinks für diese und fügen Sie sie ebenfalls zum Runlevel
default hinzu. Entweder editieren Sie /etc/conf.d/net mit
nano oder Sie verwenden folgende Kommandos:
Befehlsauflistung 2.24: Netzwerk-Konfiguration |
livecd etc # cd conf.d
livecd conf.d # echo 'config_eth0=( "192.168.1.10/24" )' >> net
livecd conf.d # echo 'routes_eth0=( "default via 192.168.1.1" )' >> net
livecd conf.d # rc-update add net.eth0 default
livecd conf.d # echo r8169 >> /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
livecd conf.d # rc-update add sshd default
|
Notiz:
Falls Sie Unterstützung für PCMCIA-Karten benötigen, emergen Sie
pcmciautils.
|
Setzen Sie das root-Passwort mit passwd.
Befehlsauflistung 2.25: Setzen des root-Passworts |
livecd conf.d # passwd
New UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully
|
Editieren Sie /etc/conf.d/clock, um die Zeitzone zu bestimmen, die
Sie zuvor verwendet haben.
Befehlsauflistung 2.26: /etc/conf.d/clock editieren |
livecd conf.d # nano -w /etc/conf.d/clock
TIMEZONE="Europe/Berlin"
|
Überprüfen Sie die Systemkonfiguration in /etc/rc.conf,
/etc/conf.d/rc und /etc/conf.d/keymaps und passen Sie
sie bei Bedarf an.
Befehlsauflistung 2.27: Optional: Einige Konfigurationsdateien anpassen |
livecd conf.d # nano -w /etc/rc.conf
livecd conf.d # nano -w /etc/conf.d/rc
livecd conf.d # nano -w /etc/conf.d/keymaps
|
Installieren von Systemwerkzeugen
Installieren der RAID- und LVM2-Werkzeuge.
Befehlsauflistung 2.28: Installieren der RAID- & LVM2-Werkzeuge |
livecd conf.d # emerge mdadm lvm2
|
Installieren Sie einen Systemlogger wie syslog-ng und einen cron-Daemon
wie vixie-cron, und fügen Sie sie zum Runlevel default hinzu.
Notiz:
Cron-Daemons benötigen einen MTA. mail-mta/ssmtp wird als eine
Abhängigkeit angezogen. Wenn Sie einen fortschrittlicheren MTA wünschen, können
Sie ihn jetzt installieren. Wenn Sie es eilig haben, lassen Sie ssmtp
installieren und entfernen Sie ihn später, wenn Sie den MTA Ihrer Wahl
installieren.
|
Befehlsauflistung 2.29: Einen Syslogger und einen Cron-Daemon installieren |
livecd conf.d # time emerge syslog-ng vixie-cron
real 1m54.099s
user 1m2.630s
sys 0m34.620s
livecd conf.d # rc-update add syslog-ng default
livecd conf.d # rc-update add vixie-cron default
|
Installieren Sie die notwendigen Systemwerkzeuge (xfsprogs,
reiserfsprogs oder jfsutils) und Netzwerk-Werkzeuge (dhcpcd
oder ppp), falls Sie sie benötigen.
Befehlsauflistung 2.30: Zusätzliche Werkzeuge nach Bedarf installieren |
livecd conf.d # emerge xfsprogs
livecd conf.d # emerge jfsutils
livecd conf.d # emerge reiserfsprogs
livecd conf.d # emerge dhcpcd
livecd conf.d # emerge ppp
|
Konfiguration des Bootloaders
Emergen Sie grub und konfigurieren Sie es.
Befehlsauflistung 2.31: Grub emergen und seine Konfigurationsdatei editieren |
livecd conf.d # time emerge grub
real 1m4.634s
user 0m39.460s
sys 0m15.280s
livecd conf.d # nano -w /boot/grub/grub.conf
|
Befehlsauflistung 2.32: grub.conf-Beispiel |
default 0
timeout 10
title Gentoo
root (hd0,0)
kernel /boot/kernel root=/dev/md3
|
Befehlsauflistung 2.33: Installation von grub |
livecd conf.d # grub
Probing devices to guess BIOS drives. This may take a long time.
grub> root (hd0,0)
Filesystem type is ext2fs, partition type 0xfd
grub> setup (hd0)
Checking if "/boot/grub/stage1" exists... yes
Checking if "/boot/grub/stage2" exists... yes
Checking if "/boot/grub/e2fs_stage1_5" exists... yes
Running "embed /boot/grub/e2fs_stage1_5 (hd0)"... 16 sectors are embedded.
succeeded
Running "install /boot/grub/stage1 (hd0) (hd0)1+16 p (hd0,0)/boot/grub/stage2 /boot/
grub/menu.lst"... succeeded
Done.
grub> quit
|
Neustart
Verlassen Sie die Chroot-Umgebung, hängen Sie alle Dateisysteme aus und booten
Sie neu:
Befehlsauflistung 2.34: Neustart |
livecd conf.d # exit
livecd / # umount /mnt/gentoo/usr/portage/distfiles /mnt/gentoo/usr/portage \
/mnt/gentoo/usr /mnt/gentoo/var/tmp /mnt/gentoo/tmp /mnt/gentoo/var \
/mnt/gentoo/opt /mnt/gentoo/dev /mnt/gentoo/proc /mnt/gentoo/home \
/mnt/gentoo/boot /mnt/gentoo
livecd / # reboot
|
Die Installation abschließen
Notiz:
Die absolute Zeit zwischen dem Anzeigen des Boot-Prompts der Minimal-CD
und des Login-Prompts auf unserem Test-System war 00:42:31.
Ja, weniger als eine Stunde! Beachten Sie, dass diese Zeit auch das stage3, den
Portage-Snapshot und das Herunterladen verschiedener anderer Pakete, sowie das
Konfigurieren des Kernels, beinhaltet.
|
Loggen Sie sich als root ein und fügen Sie dann einen, oder mehrere
Benutzer für den täglichen Gebrauch mit useradd hinzu.
Befehlsauflistung 2.35: Von einem anderen PC zu Ihrem neuen System verbinden |
$ nano -w ~/.ssh/known_hosts
$ ssh root@192.168.1.10
The authenticity of host '192.168.1.10 (192.168.1.10)' can't be established.
RSA key fingerprint is 96:e7:2d:12:ac:9c:b0:94:90:9f:40:89:b0:45:26:8f.
Are you sure you want to continue connecting (yes/no)? yes
Warning: Permanently added '192.168.1.10' (RSA) to the list of known hosts.
Password:
|
Befehlsauflistung 2.36: Einen neuen Benutzer hinzufügen |
mybox ~ # adduser -g users -G lp,wheel,audio,cdrom,portage,cron -m john
mybox ~ # passwd john
New UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully
|
Letzte Konfigurationen
Beginnen Sie mit dem Auswählen nahegelegener Mirros durch Definition von
SYNC und GENTOO_MIRROS in der /etc/make.conf, oder
mittels mirrorselect. An dieser Stelle können Sie außerdem die Anzahl
gleichzeitig auszuführender Kompilations-Prozesse definieren.
Befehlsauflistung 2.37: mirrorselect verwenden und MAKEOPTS setzen |
mybox ~ # emerge mirrorselect
mybox ~ # mirrorselect -i -o >> /etc/make.conf
mybox ~ # mirrorselect -i -r -o >> /etc/make.conf
mybox ~ # echo 'MAKEOPTS="-j2"' >> /etc/make.conf
|
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt um ein paar USE-Flags zu de-/aktivieren. Führen
Sie emerge -vpe world aus, um alle aktuell installierten Pakete und deren
de-/aktivierte USE-Flags aufzulisten. Editieren Sie /etc/make.conf,
oder verwenden Sie die folgenden Befehle um die USE-Variable zu definieren:
Befehlsauflistung 2.38: Aktive USE-Flags anzeigen und manche de-/aktivieren |
mybox ~ # emerge -vpe world
mybox ~ # echo 'USE="nptl nptlonly -ipv6 -fortran unicode"' >> /etc/make.conf
|
Neuere Versionen von glibc benutzen /etc/locale.gen, um
Einstellungen bezüglich der Locales zu definieren.
Befehlsauflistung 2.39: Locales definieren |
mybox ~ # cd /etc
mybox etc # nano -w locale.gen
mybox etc # locale-gen
|
Last, not least, können Sie die CFLAGS-Variable in Ihrer
/etc/make.conf modifizieren, um den Code für Ihre speziellen
Bedürfnisse zu optimieren. Beachten Sie bitte, dass eine lange Liste an Flags
selten gebraucht wird und sogar zu einem defekten System führen kann. Es wird
empfohlen, den Prozessor-Typ mit der march-Option zu spezifizieren und es
bei -O2 -pipe zu belassen.
Sie werden außerdem vielleicht zu ~x86 wechseln wollen. Sie sollten dies
nur tun, wenn Sie mit seltsam defekten Ebuilds und Paketen klarkommen. Wenn Sie
Ihr System lieber stabil halten, fügen Sie nicht die
ACCEPT_KEYWORDS-Variable hinzu. FEATURES="ccache" hinzuzufügen ist
ebenfalls eine gute Idee.
Befehlsauflistung 2.40: Letzte Arbeiten an der make.conf |
mybox etc # nano -w make.conf
CFLAGS="-O2 -march=athlon-xp -pipe"
FEATURES="ccache"
ACCEPT_KEYWORDS="~x86"
|
Sie werden Ihr System vielleicht zweifach re-kompilieren wollen, um sicher zu
stellen, dass die letzten Konfigurations-Änderungen vollen Effekt zeigen. Es
würde einiges an Zeit in Anspruch nehmen und nur wenig Gewinn bringen. Sie
können Ihr System sich mit den nach und nach erscheinenden neuen
Versionen von Paketen selbst optimieren lassen. Jedoch ist das Neukompilieren
weiterhin eine gute Idee, wenn man vom Standpunkt der Erhaltung der
Systemkonsistenz ausgeht. Bitte lesen Sie den
Gentoo GCC Upgrade Leitfaden,
welcher eine Diskussion über die Leistungen eines solchen gebauten Systems
enthält.
Es wird genug Zeit in Anspruch nehmen die Pakete zu re-kompilieren, die seit der
Veröffentlichung ein Update erfahren haben, oder von neuen USE-Flags betroffen
sind. Unter Umständen werden Sie außerdem einige Pakete mit emerge -C
entfernen müssen, die ein Upgrade blockieren. Betrachten Sie dazu die Ausgabe
von emerge -vpuD --newuse world auf das Auftreten von "[blocks
B ]" hin.
Befehlsauflistung 2.41: Ihre Pakete aktualisieren |
mybox etc # emerge ccache
mybox etc # emerge -vpuD --newuse world
mybox etc # time emerge -vuD --newuse world
real 180m13.276s
user 121m22.905s
sys 36m31.472s
mybox etc # emerge --oneshot libtool
mybox etc # dispatch-conf
mybox etc # time perl-cleaner all
real 1m6.495s
user 0m42.699s
sys 0m10.641s
mybox etc # python-updater
|
Was noch kommt
Abhängig vom Einsatzgebiet Ihrer neuen Gentoo-Maschine, werden Sie vielleicht
Server-Anwendungen, oder ein Desktop-System installieren wollen. Nur als
Beispiel, emerge gnome und emerge kde wurden auf einem
~x86-System, aufgesetzt, wie oben beschrieben, gestoppt. Beide wurden vom selben
Ausgangspunkt aus installiert.
Sie sollten unseren Dokumentations-Index betrachten,
um zu erfahren, wie Sie die Applikationen Ihrer Wahl installieren und
konfigurieren.
Wichtig:
Das Folgende ist nur ein Beispiel. Es ist keineswegs als empfohlenes Setup
gemeint.
|
Befehlsauflistung 2.42: Emerge GNOME |
mybox etc # emerge -vp gnome
mybox etc # nano -w /etc/make.conf
USE="nptl nptlonly -ipv6 -fortran unicode svg hal dbus \
-kde -qt3 -qt4 -arts -eds -esd gnome gstreamer gtk firefox"
mybox etc # time emerge gnome
real 520m44.532s
user 339m21.144s
sys 146m22.337s
|
Befehlsauflistung 2.43: Emerge KDE |
mybox etc # emerge -vp kde-meta
mybox etc # nano -w /etc/make.conf
USE="nptl nptlonly -ipv6 -fortran unicode svg hal dbus \
kde qt3 qt4 -arts -eds -esd -gnome -gstreamer -gtk -firefox"
mybox etc # time emerge kde-meta
real 1171m25.318s
user 851m26.393s
sys 281m45.629s
|
Die Inhalte dieses Dokuments sind unter der Creative Commons -
Namensnennung / Weitergabe Lizenz lizenziert.
|