Gentoo Linux: x86 Kurz-Leitfaden zur Installation
1.
Einleitung
Dieser Leitfaden beinhaltet alle Befehle, die Sie verwenden sollten, um eine
vollständige stage3-Installation Gentoo's durchzuführen. Sie benötigen eine
Verbindung ins Internet um das stage3 und den Portage-Snapshot herunterzuladen.
Wichtig:
Neue Benutzer sollten das Handbuch
lesen, da es eine bessere Übersicht über den Installationsprozess gibt. Der
Kurzleitfaden ist für erfahrene Benutzer, die nur eine zu befolgende Checkliste
benötigen, gedacht.
|
Die time-Ausgaben folgen auf alle Befehle, die mehr als ein paar Sekunden
brauchen. Die Befehle wurden auf einem AMD 2000 1,66 GHz PC mit 512 MB RAM und
einem Hardware-Controller mit 2 S-ATA-Festplatten gestoppt.
Befehlsauflistung 1.1: Gerätespezifikationen testen |
# grep bogo /proc/cpuinfo
bogomips : 3337.81
# hdparm -tT /dev/sda
/dev/sda:
Timing cached reads: 1100 MB in 2.00 seconds = 549.97 MB/sec
Timing buffered disk reads: 224 MB in 3.01 seconds = 74.36 MB/sec
# grep MemTotal /proc/meminfo
MemTotal: 509248 kB
|
2.
Kurzleitfaden zur Installation
Installationsmedien
Laden Sie sich eine CD von einem unserer Mirror. Sie können das ISO-Abbild der
Minimal-CD unter releases/x86/current-iso/ finden.
Die Minimal-Installations-CD ist nur für Internet-basierte
Installationen sinnvoll. Dieser Leitfaden verwendet die Minimal-CD.
Brennen Sie die CD und booten Sie
damit.
Von der CD booten
Drücken Sie beim Boot-Bildschirm F2, um herauszufinden, welche
Boot-Optionen bestehen. Sie können entweder gentoo oder
gentoo-nofb starten; letztere schaltet Framebuffer ab. Wenn Sie von der
Live CD booten, vergessen Sie nicht, die nox Option anzugeben, um das
Starten der grafischen Umgebung (X) zu verhindern. Verschiedene Optionen
erlauben es, bestimmte Merkmale ein- oder auszuschalten. Wenn alles gut geht,
wird Ihre Hardware erkannt und alle Module geladen. Falls der Kernel nicht
ordentlich bootet oder Ihr Computer während des Bootvorgangs stehen bleibt,
werden Sie wohl mit verschiedenen Konfigurationen experimentieren müssen. Der
sicherste Weg ist wahrscheinlich, die nodetect Option zu verwenden und
dann benötigte Module explizit nachzuladen.
Befehlsauflistung 2.1: Booten mit der Minimal-CD |
Gentoo Linux Installation LiveCD http://www.gentoo.org
Enter to Boot; F1 for kernels F2 for options.
boot: gentoo-nofb
boot: gentoo-nofb nodetect
|
Optional: Module nachladen
Wenn Sie die nodetect Option beim Booten verwendet haben, laden Sie nun
die benötigten Module. Sie benötigen das Netzwerk und Zugriff auf die
Festplatten. Das Kommando lspci kann Ihnen helfen, Ihre Hardware zu
identifizieren.
Befehlsauflistung 2.2: Nachladen benötigter Module |
livecd root # lspci
livecd root # modprobe 3w-9xxx
livecd root # modprobe r8169
|
Netzwerk-Konfiguration
Wenn Ihr Netzwerk nicht bereits arbeitet, können Sie das Kommando
net-setup verwenden, um Ihr Netzwerk zu konfigurieren. Möglicherweise
müssen Sie vor der Konfiguration modprobe aufrufen, um das Modul zur
Unterstützung Ihrer Netzwerkkarte zu laden. Wenn Sie ADSL haben, verwenden Sie
pppoe-setup und pppoe-start. Wenn Sie einen ADSL-Router verwenden,
baut dieser die Verbindung für Sie auf und Sie brauchen diese Skripte nicht
ausführen. Für PPTP-Unterstützung editieren Sie zunächst
/etc/ppp/chap-secrets und /etc/ppp/options.pptpund
verwenden dann pptp<server ip>.
Für Wireless-Zugang verwenden Sie zunächst iwconfig, um die Parameter der
Wireless-Verbindung einzustellen, und dann entweder nochmal net-setup
oder manuell ifconfig, dhcpcd und/oder route.
Wenn Sie einen Proxy verwenden, vergessen Sie nicht, Ihr System mit export
http_proxy, ftp_proxy und RSYNC_PROXY zu initialisieren.
Befehlsauflistung 2.3: Automatische Konfiguration des Netzwerks |
livecd root # net-setup eth0
|
Sie können alternativ das Netzwerk auch manuell starten. Das folgende Beispiel
weist Ihrem PC die IP-Adresse 192.168.1.10 zu und definiert 192.168.1.1 als
Ihren Router und Namensserver.
Befehlsauflistung 2.4: Manuelle Konfiguration des Netzwerks |
livecd root # ifconfig eth0 192.168.1.10/24
livecd root # route add default gw 192.168.1.1
livecd root # echo nameserver 192.168.1.1 > /etc/resolv.conf
|
Die Installations-CD erlaubt es Ihnen, einen sshd-Dienst zu starten,
zusätzliche Benutzer anzulegen, irssi (ein Kommandzeilen-Chat-Client) zu
starten und mit links im Web zu surfen.
Optional: Verbindung zu Ihrem Rechner mittels ssh aufnehmen
Das interessanteste ist natürlich sshd. Sie können ihn starten und sich
dann von einer anderen Maschine verbinden und die Kommandos aus dieser Anleitung
mit Cut'n'Paste dort ausführen.
Befehlsauflistung 2.5: sshd starten |
livecd root # time /etc/init.d/sshd start
* Generating hostkey ...
* starting sshd ... [ok]
real 0m13.688s
user 0m9.420s
sys 0m0.090s
|
Nun setzen Sie das Passwort auf der Live CD, so dass Sie sich von einem anderen
Rechner aus anmelden können. Bitte beachten Sie, dass es unter normalen
Umständen nicht ratsam ist, root den Zugang über ssh zu erlauben. Wenn Sie Ihrem
lokalen Netzwerk nicht vertrauen können, wählen Sie ein langes, kompliziertes
Passwort; Sie werden es nur einmalig verwenden, da es nach dem ersten Neustart
verschwinden wird.
Befehlsauflistung 2.6: Das root-Passwort setzen |
livecd root # passwd
New UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully
|
Jetzt können Sie ein Terminal auf einem anderen Rechner starten und sich mit dem
neuen Rechner verbinden, der weiteren Anleitung in einem anderen Fenster folgen
und die Kommandos mit Cut'n'Paste im Terminal ausführen.
Befehlsauflistung 2.7: Von einem anderen Rechner Verbindung zum neuen Rechner aufbauen |
$ ssh root@192.168.1.10
The authenticity of host '192.168.1.10 (192.168.1.10)' can't be established.
RSA key fingerprint is 96:e7:2d:12:ac:9c:b0:94:90:9f:40:89:b0:45:26:8f.
Are you sure you want to continue connecting (yes/no)? yes
Warning: Permanently added '192.168.1.10' (RSA) to the list of known hosts.
Password:
|
Vorbereitung der Festplatten
Benutzen Sie fdisk oder cfdisk um Ihr Partitionslayout anzulegen.
Sie benötigen mindestens eine Swappartition (Typ 82) und eine Linuxpartition
(Typ 83). Das folgende Szenario erstellt eine /boot-, eine swap-
und eine Hauptpartition wie im Handbuch. Ersetzen Sie sda durch
Ihre Festplatte. Die meisten Systeme ignorieren das bootable Flag, aber einige
benötigen es. Setzen Sie dieses Flag auf Ihrer Bootpartition mit fdisks a
Befehl.
Befehlsauflistung 2.8: Die Partitionen erstellen |
livecd ~ # fdisk /dev/sda
livecd ~ # fdisk -l /dev/sda
Disk /dev/sda: 599.9 GB, 599978409984 bytes
255 heads, 63 sectors/track, 72943 cylinders
Units = cylinders of 16065 * 512 = 8225280 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 * 1 12 96358+ 83 Linux
/dev/sda2 13 110 787185 82 Linux swap / Solaris
/dev/sda3 111 72943 585031072+ 83 Linux
|
Nutzen Sie mkfs.ext2, mkfs.ext3, mkfs.ext4,
mkreiserfs, mkfs.xfs und mkfs.jfs um Dateisysteme auf den
Linux-Partitionen zu erstellen. Initialisieren Sie die Swap-Partition mit
mkswap und swapon.
Befehlsauflistung 2.9: Das Dateisystem erstellen und swap aktivieren |
livecd ~ # mkfs.ext2 /dev/sda1
livecd ~ # mkfs.ext3 /dev/sda3
livecd ~ # mkswap /dev/sda2 && swapon /dev/sda2
|
Mounten Sie das frisch angelegte Dateisystem nach /mnt/gentoo.
Legen Sie Verzeichnisse für die anderen Mountpunkte (wie
/mnt/gentoo/boot) an, falls Sie diese benötigen, und mounten Sie
auch diese.
Befehlsauflistung 2.10: Die Dateisysteme einhängen |
livecd ~ # mount /dev/sda3 /mnt/gentoo
livecd ~ # mkdir /mnt/gentoo/boot
livecd ~ # mount /dev/sda1 /mnt/gentoo/boot
livecd ~ # cd /mnt/gentoo
|
Einrichten des Stage
Zunächst stellen Sie mit date MMDDhhmmYYYY sicher, dass Datum und Uhrzeit
Ihres Rechners korrekt eingestellt sind. Verwenden Sie UTC-Zeit.
Befehlsauflistung 2.11: Setzen von Datum und UTC-Zeit |
livecd gentoo # date
Mon Mar 6 00:14:13 UTC 2006
livecd gentoo # date 030600162006
Mon Mar 6 00:16:00 UTC 2006
|
Als nächstes laden Sie ein Stage von einem unserer Mirror.
Befehlsauflistung 2.12: Laden eines Stage3 Archivs |
livecd gentoo # links http://www.gentoo.org/main/de/mirrors.xml
livecd gentoo # wget ftp://distfiles.gentoo.org/pub/gentoo/releases/x86/current-stage3/stage3-i686-*.tar.bz2
|
Gehen Sie nach /mnt/gentoo und entpacken Sie das Stage mit dem
Befehl tar xjpf <stage3 tarball>.
Befehlsauflistung 2.13: Entpacken des stage3-Archivs |
livecd gentoo # time tar xjpf stage3*
real 1m14.157s
user 1m2.920s
sys 0m7.530s
|
Chroot ausführen
Hängen Sie die Dateisysteme /proc, /dev und
/sys ein, kopieren Sie die Datei /etc/resolv.conf und
dann wechseln Sie mit chroot in Ihre Gentoo-Umgebung.
Befehlsauflistung 2.14: Chroot |
livecd usr # cd /
livecd / # mount -t proc proc /mnt/gentoo/proc
livecd / # mount --rbind /dev /mnt/gentoo/dev
livecd / # mount --rbind /sys /mnt/gentoo/sys
livecd / # cp -L /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/
livecd / # chroot /mnt/gentoo /bin/bash
livecd / # source /etc/profile
|
Beziehen Sie den neuesten Portage-Snapshot von den Mirrorn mit emerge-webrsync.
Befehlsauflistung 2.15: Ausführen von emerge-webrsync, um einen Portage-Snapshot zu installieren |
livecd / # mkdir /usr/portage
livecd / # emerge-webrsync
|
Setzen Sie Ihre Zeitzone
Setzen Sie Ihre Zeitzone, indem Sie die richtige Auflistung in
/usr/share/zoneinfo verwenden.
Befehlsauflistung 2.16: Setzen der Zeitzone |
livecd / # ls /usr/share/zoneinfo
livecd / # cp /usr/share/zoneinfo/Europe/Berlin /etc/localtime
livecd / # echo "Europe/Brussels" > /etc/timezone
livecd / # date
Wed Mar 8 00:46:05 CET 2006
|
Wählen des Profils
Wählen Sie Ihr Profil mit eselect. Die Ausgabe kann wie folgt aussehen:
Befehlsauflistung 2.17: Verifizieren des System-Profils |
livecd / # eselect profile list
Available profile symlink targets:
[1] default/linux/x86/13.0 *
[2] default/linux/x86/13.0/desktop
[3] default/linux/x86/13.0/desktop/gnome
[4] default/linux/x86/13.0/desktop/kde
[5] default/linux/x86/13.0/server
|
Wählen Sie das passende Profil. Denken Sie daran, dass die Standard-USE-Flags
anhand des gewählten Profils gesetzt werden.
Befehlsauflistung 2.18: Wechseln des Profils |
livecd / # eselect profile set 2
|
Setzen Sie Ihren Hostnamen und Domain-Namen
Sie setzen Ihren Hostnamen in /etc/conf.d/hostname und
/etc/hosts. Im folgenden Beispiel benutzen wir mybox als
Hostnamen und at.myplace als Domainnamen. Sie können entweder die
Konfigurationsdateien mit nano editieren oder die folgenden Kommandos
benutzen:
Befehlsauflistung 2.19: Host- und Domainnamen setzen |
livecd / # cd /etc
livecd etc # echo "127.0.0.1 mybox.at.myplace mybox localhost" > hosts
livecd etc # sed -i -e 's/hostname.*/hostname="mybox"/' conf.d/hostname
livecd etc # hostname mybox
livecd etc # hostname -f
mybox.at.myplace
|
Kernel-Konfiguration
Installieren Sie eine Kernel-Quelle (normalerweise gentoo-sources),
konfigurieren Sie sie und kopieren Sie die Datei
arch/i386/boot/bzImage nach /boot.
Befehlsauflistung 2.20: Kernel-Quelle installieren, kompilieren und einrichten |
livecd etc # time emerge gentoo-sources
real 2m51.435s
user 0m58.220s
sys 0m29.890s
livecd etc # cd /usr/src/linux
livecd linux # make menuconfig
livecd linux # time make -j2
real 3m51.962s
user 3m27.060s
sys 0m24.310s
livecd linux # make modules_install
livecd linux # cp arch/i386/boot/bzImage /boot/kernel
|
Optional bauen Sie noch ein initramfs, von dem Sie booten können:
Befehlsauflistung 2.21: Bauen eines initramfs |
# emerge genkernel
# genkernel --install --no-ramdisk-modules initramfs
|
Konfiguration des Systems
Editieren Sie Ihre Datei /etc/fstab und ersetzen Sie BOOT,
ROOT und SWAP mit den tatsächlichen Partitionsnamen. Vergessen Sie
nicht zu überprüfen, ob die angegebenen Dateisysteme mit Ihrer Installation
übereinstimmen.
Befehlsauflistung 2.22: fstab-Beispiel |
livecd linux # cd /etc
livecd etc # nano -w fstab
/dev/sda1 /boot ext2 noauto,noatime 1 2
/dev/sda3 / ext3 noatime 0 1
/dev/sda2 none swap sw 0 0
|
Konfigurieren Sie Ihr Netzwerk in /etc/conf.d/net. Fügen Sie das
Init-Skript net.eth0 in den Runlevel default ein. Falls Sie mehrere NICs
haben, symlinken Sie diese zum Init-Skript net.lo und fügen Sie sie
ebenfalls zum Runlevel default hinzu. Vergessen Sie auch nicht, Ihren Hostnamen
zu setzen. Editieren Sie entweder /etc/conf.d/net mit nano
oder verwenden Sie folgende Kommandos:
Befehlsauflistung 2.23: Netzwerk-Konfiguration |
livecd etc # cd init.d
livecd init.d # ln -s net.lo net.eth0
livecd init.d # cd ../conf.d
livecd conf.d # echo 'config_eth0="192.168.1.10 netmask 255.255.255.0 brd 192.168.1.255"' >> net
livecd conf.d # echo 'routes_eth0="default via 192.168.1.1"' >> net
livecd conf.d # echo 'hostname="myhostname"' > hostname
livecd conf.d # rc-update add net.eth0 default
livecd conf.d # echo 'modules="r8169"' >> /etc/conf.d/modules
livecd conf.d # rc-update add sshd default
|
Notiz:
Falls Sie Unterstützung für PCMCIA-Karten benötigen, emergen Sie
pcmciautils.
|
Setzen Sie das root-Passwort mit passwd.
Befehlsauflistung 2.24: Setzen des root-Passworts |
livecd conf.d # passwd
New UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully
|
Editieren Sie /etc/timezone, um die Zeitzone, die Sie zuvor
verwendet haben, zu definieren.
Befehlsauflistung 2.25: /etc/timezone editieren |
Europe/Brussels
|
Überprüfen Sie die Systemkonfiguration in /etc/rc.conf und
/etc/conf.d/keymaps und passen Sie sie bei Bedarf an.
Befehlsauflistung 2.26: Optional: Einige Konfigurationsdateien anpassen |
livecd conf.d # nano -w /etc/rc.conf
livecd conf.d # nano -w /etc/conf.d/keymaps
|
Installieren von Systemwerkzeugen
Installieren Sie einen Systemlogger wie syslog-ng und einen cron-Daemon
wie vixie-cron, und fügen Sie sie zum Runlevel default hinzu.
Notiz:
Cron-Daemons benötigen einen MTA. mail-mta/ssmtp wird als eine
Abhängigkeit angezogen. Wenn Sie einen fortschrittlicheren MTA wünschen, können
Sie ihn jetzt installieren. Wenn Sie es eilig haben, lassen Sie ssmtp
installieren und entfernen Sie ihn später, wenn Sie den MTA Ihrer Wahl
installieren.
|
Befehlsauflistung 2.27: Einen Syslogger und einen Cron-Daemon installieren |
livecd conf.d # time emerge syslog-ng vixie-cron
real 1m54.099s
user 1m2.630s
sys 0m34.620s
livecd conf.d # rc-update add syslog-ng default
livecd conf.d # rc-update add vixie-cron default
|
Installieren Sie die notwendigen Systemwerkzeuge (xfsprogs,
reiserfsprogs oder jfsutils) und Netzwerk-Werkzeuge (dhcpcd
oder ppp), falls Sie sie benötigen.
Befehlsauflistung 2.28: Zusätzliche Werkzeuge nach Bedarf installieren |
livecd conf.d # emerge xfsprogs
livecd conf.d # emerge jfsutils
livecd conf.d # emerge reiserfsprogs
livecd conf.d # emerge dhcpcd
livecd conf.d # emerge ppp
|
Konfiguration des Bootloaders
Emergen Sie grub und konfigurieren Sie es. Vergessen Sie nicht, die
erforderlichen Boot-Parameter zu aktualisieren, wenn Sie ein initramfs
verwenden.
Befehlsauflistung 2.29: Grub emergen und seine Konfigurationsdatei editieren |
livecd conf.d # time emerge grub
real 1m4.634s
user 0m39.460s
sys 0m15.280s
livecd conf.d # nano -w /boot/grub/grub.conf
|
Befehlsauflistung 2.30: grub.conf-Beispiel |
default 0
timeout 10
title Gentoo
root (hd0,0)
kernel /boot/kernel root=/dev/sda3
initrd /boot/initramfs
|
Befehlsauflistung 2.31: Installation von grub auf beiden Festplatten |
livecd conf.d # grub
Probing devices to guess BIOS drives. This may take a long time.
grub> root (hd0,0)
Filesystem type is ext2fs, partition type 0xfd
grub> setup (hd0)
Checking if "/boot/grub/stage1" exists... yes
Checking if "/boot/grub/stage2" exists... yes
Checking if "/boot/grub/e2fs_stage1_5" exists... yes
Running "embed /boot/grub/e2fs_stage1_5 (hd0)"... 16 sectors are embedded.
succeeded
Running "install /boot/grub/stage1 (hd0) (hd0)1+16 p (hd0,0)/boot/grub/stage2 /boot/
grub/menu.lst"... succeeded
Done.
grub> root (hd1,0)
Filesystem type is ext2fs, partition type 0x83
grub> setup (hd1)
grub> quit
|
Neustart
Verlassen Sie die chroot-Umgebung, hängen Sie alle Dateisysteme aus und starten
Sie neu:
Befehlsauflistung 2.32: Neustart |
livecd conf.d # exit
livecd / # umount -l /mnt/gentoo/dev{/shm,/pts,}
livecd / # umount -l /mnt/gentoo{/proc,/boot,/sys,}
livecd / # reboot
|
Die Installation abschließen
Notiz:
Die absolute Zeit zwischen dem Anzeigen des Boot-Prompts der Minimal-CD
und des Login-Prompts auf unserem Test-System war 00:42:31.
Ja, weniger als eine Stunde! Beachten Sie, dass diese Zeit auch das stage3, den
Portage-Snapshot und das Herunterladen verschiedener anderer Pakete, sowie das
Konfigurieren des Kernels, beinhaltet.
|
Loggen Sie sich als root ein und fügen Sie dann einen, oder mehrere
Benutzer für den täglichen Gebrauch mit useradd hinzu.
Befehlsauflistung 2.33: Von einem anderen PC zu Ihrem neuen System verbinden |
$ nano -w ~/.ssh/known_hosts
$ ssh root@192.168.1.10
The authenticity of host '192.168.1.10 (192.168.1.10)' can't be established.
RSA key fingerprint is 96:e7:2d:12:ac:9c:b0:94:90:9f:40:89:b0:45:26:8f.
Are you sure you want to continue connecting (yes/no)? yes
Warning: Permanently added '192.168.1.10' (RSA) to the list of known hosts.
Password:
|
Befehlsauflistung 2.34: Einen neuen Benutzer hinzufügen |
mybox ~ # adduser -g users -G lp,wheel,audio,cdrom,portage,cron -m john
mybox ~ # passwd john
New UNIX password:
Retype new UNIX password:
passwd: password updated successfully
|
Letzte Konfigurationen
Beginnen Sie mit dem Auswählen nahegelegener Mirros durch Definition von
SYNC und GENTOO_MIRROS in der
/etc/portage/make.conf, oder mittels mirrorselect. An
dieser Stelle können Sie außerdem die Anzahl gleichzeitig auszuführender
Kompilations-Prozesse definieren.
Befehlsauflistung 2.35: mirrorselect verwenden und MAKEOPTS setzen |
mybox ~ # emerge mirrorselect
mybox ~ # mirrorselect -i -o >> /etc/portage/make.conf
mybox ~ # mirrorselect -i -r -o >> /etc/portage/make.conf
mybox ~ # echo 'MAKEOPTS="-j2"' >> /etc/portage/make.conf
|
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt um ein paar USE-Flags zu de-/aktivieren. Führen
Sie emerge -vpe world aus, um alle aktuell installierten Pakete und deren
de-/aktivierte USE-Flags aufzulisten. Editieren Sie /etc/make.conf,
oder verwenden Sie die folgenden Befehle um die USE-Variable zu definieren:
Befehlsauflistung 2.36: Aktive USE-Flags anzeigen und manche de-/aktivieren |
mybox ~ # emerge -vpe world
mybox ~ # echo 'USE="nptl nptlonly -ipv6 -fortran unicode"' >> /etc/portage/make.conf
|
Neuere Versionen von glibc benutzen /etc/locale.gen, um
Einstellungen bezüglich der Locales zu definieren.
Befehlsauflistung 2.37: Locales definieren |
mybox ~ # cd /etc
mybox etc # nano -w locale.gen
mybox etc # locale-gen
|
Last, not least, können Sie die CFLAGS-Variable in Ihrer
/etc/portage/make.conf modifizieren, um den Code für Ihre
speziellen Bedürfnisse zu optimieren. Beachten Sie bitte, dass eine lange
Liste an Flags selten gebraucht wird und sogar zu einem defekten System führen
kann. Es wird empfohlen, den Prozessor-Typ mit der march-Option zu
spezifizieren und es bei -O2 -pipe zu belassen.
Sie werden außerdem vielleicht zu ~x86 wechseln wollen. Sie sollten dies
nur tun, wenn Sie mit seltsam defekten Ebuilds und Paketen klarkommen. Wenn Sie
Ihr System lieber stabil halten, fügen Sie nicht die
ACCEPT_KEYWORDS-Variable hinzu. FEATURES="ccache" hinzuzufügen ist
ebenfalls eine gute Idee.
Befehlsauflistung 2.38: Letzte Arbeiten an der make.conf |
mybox etc # cd portage
mybox portage # nano -w make.conf
CFLAGS="-O2 -march=athlon-xp -pipe"
ACCEPT_KEYWORDS="~x86"
|
Sie werden Ihr System vielleicht zweifach re-kompilieren wollen, um sicher zu
stellen, dass die letzten Konfigurations-Änderungen vollen Effekt zeigen. Es
würde einiges an Zeit in Anspruch nehmen und nur wenig Gewinn bringen. Sie
können Ihr System sich mit den nach und nach erscheinenden neuen
Versionen von Paketen selbst optimieren lassen. Jedoch ist das Neukompilieren
weiterhin eine gute Idee, wenn man vom Standpunkt der Erhaltung der
Systemkonsistenz ausgeht. Bitte lesen Sie den
Gentoo GCC Upgrade Leitfaden,
welcher eine Diskussion über die Leistungen eines solchen gebauten Systems
enthält.
Es wird genug Zeit in Anspruch nehmen die Pakete zu re-kompilieren, die seit der
Veröffentlichung ein Update erfahren haben, oder von neuen USE-Flags betroffen
sind. Unter Umständen werden Sie außerdem einige Pakete mit emerge -C
entfernen müssen, die ein Upgrade blockieren. Betrachten Sie dazu die Ausgabe
von emerge -vpuD --newuse world auf das Auftreten von "[blocks
B ]" hin.
Befehlsauflistung 2.39: Ihre Pakete aktualisieren |
mybox etc # emerge -vpuD --newuse world
mybox etc # time emerge -vuD --newuse world
real 180m13.276s
user 121m22.905s
sys 36m31.472s
mybox etc # emerge --oneshot libtool
mybox etc # dispatch-conf
mybox etc # time perl-cleaner all
real 1m6.495s
user 0m42.699s
sys 0m10.641s
mybox etc # python-updater
|
Was noch kommt
Abhängig vom Einsatzgebiet Ihrer neuen Gentoo-Maschine, werden Sie vielleicht
Server-Anwendungen, oder ein Desktop-System installieren wollen. Nur als
Beispiel, emerge gnome und emerge kde wurden auf einem
~x86-System, aufgesetzt, wie oben beschrieben, gestoppt. Beide wurden vom selben
Ausgangspunkt aus installiert.
Sie sollten unseren Dokumentations-Index betrachten,
um zu erfahren, wie Sie die Applikationen Ihrer Wahl installieren und
konfigurieren.
Wichtig:
Das Folgende ist nur ein Beispiel. Es ist keineswegs als empfohlenes Setup
gemeint.
|
Befehlsauflistung 2.40: Emerge GNOME |
mybox etc # emerge -vp gnome
mybox etc # nano -w /etc/portage/make.conf
USE="-fortran dbus -kde -qt4 -eds "
mybox etc # time emerge gnome
real 520m44.532s
user 339m21.144s
sys 146m22.337s
|
Befehlsauflistung 2.41: Emerge KDE |
mybox etc # emerge -vp kde-meta
mybox etc # nano -w /etc/portage/make.conf
USE="-fortran -eds -gnome -gstreamer -gtk -firefox"
mybox etc # time emerge kde-meta
real 1171m25.318s
user 851m26.393s
sys 281m45.629s
|
Die Inhalte dieses Dokuments sind, sofern nicht explizit
anders genannt, unter der Creative Commons -
Namensnennung / Weitergabe Lizenz lizenziert. Die Gentoo Name and Logo
Usage Guidelines treffen zu.
|