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Gentoo/x86 Installation Tips & Tricks

Inhalt:

1.  Einleitung

Vorwort

Dieses Dokument enthält verschiedenste Tipps und Tricks für die Gentoo/x86 Installation. Die meisten von ihnen werden detailliert diskutiert - sie sind als Zusatz zu den Installationsanweisungen und nicht als Ersatz gedacht.

Inhalt

Erweiterte Installationen

Vereinfachen der Installation

Beheben von Fehlern/Problemen

2.  Erweiterte Installationen

Software RAID

Notiz: Wenn Sie nicht vertraut sind mit Software RAID, dann lesen Sie bitte das Software-RAID-HOWTO.

Notiz: Eine detaillierte Beschreibung findet sich in unserem Software Raid und LVM2 x86 Quick Install Guide.

Sowie Sie von der Installations-CD gebootet haben laden Sie die passenden RAID-Module. Zum Beispiel, wenn Sie planen RAID-1 zu verwenden:

Befehlsauflistung 2.1: Laden des RAID-1 Moduls

# modprobe raid1

Während Sie Ihre Festplatten partitionieren, müssen Sie sicherstellen, dass Ihre Partitionen fd (Linux raid autodetect) benutzen als Partitionstyp anstatt von 83 (Linux native). Sie können den Partitionstyp verändern indem Sie den t Befehl in fdisk verwenden.

Vor den RAID Arrays müssen Sie die Metageräte-Nodes erstellen:

Befehlsauflistung 2.2: Erstellen von Metageräte-Nodes

  # mknod /dev/md1 b 9 1
  # mknod /dev/md2 b 9 2
  # mknod /dev/md3 b 9 3

Nach dem Partitionieren sollten Sie die /etc/mdadm.conf Datei erstellen (ja in der Tat, in der Umgebung der Installations-CD) mit mdadm einem fortgeschrittenen Hilfsprogramm für RAID Management. Zum Beispiel um Boot-, Swap- und Root-Partition gespiegelt zu haben (RAID-1), was /dev/sda und /dev/sdb umfasst, können sie folgendes verwenden:

Befehlsauflistung 2.3: Erstellen der Raid-Geräte mit dem mdadm Befehl

# mdadm --create --verbose /dev/md1 --level=1 --raid-devices=2 /dev/sda1 /dev/sdb1
# mdadm --create --verbose /dev/md2 --level=1 --raid-devices=2 /dev/sda2 /dev/sdb2
# mdadm --create --verbose /dev/md3 --level=1 --raid-devices=2 /dev/sda3 /dev/sdb3

Wichtig: Sie sollten keine Art von Striping, wie RAID-0 oder RAID-5, auf der Partition von der Sie booten verwenden.

Der Linux Software-RAID-Treiber wird beginnen die Metageräte zu erstellen. Sie können den Fortschritt in /proc/mdstat betrachten. Warten Sie bis die Metageräte vollständig beendet wurden bevor Sie fortfahren.

Befehlsauflistung 2.4: Informationen über die erstellten Geräte abspeichern

# mdadm --detail --scan > /etc/mdadm.conf

Verwenden Sie von nun an /dev/md1 für die Boot-Partition, /dev/md2 für die Swap-Partition und /dev/md3 für die Root-Partition.

Direkt vor dem chrooten sollten Sie nicht vergessen /etc/mdadm.conf nach /mnt/gentoo/etc zu kopieren.

Wenn Sie Ihren Kernel konfigurieren, stellen Sie sicher, dass Sie die passende RAID-Unterstützung in Ihrem Kernel haben und nicht als Modul.

Wenn Sie weitere extra Tools installieren, dann führen Sie auch emerge mdadm aus. Beachten Sie, dass dieses nicht auf allen Installations-CDs vorhanden ist, so dass Sie möglicherweise nicht die Möglichkeit haben werden Gentoo auf einem Software RAID zu installieren, wenn sie keine Netzwerkanbindung haben.

Wenn Sie Ihren Bootloader konfigurieren, stellen Sie sicher, dass er im MBR von beiden Festplatten installiert wird, wenn Sie Spiegelung verwenden.

ATA RAID mit 2.4 Kerneln

Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Installations-CD mit der doataraid Option booten. Einmal gebootet, überprüfen Sie den Inhalt von /dev/ataraid. Es sollte verschiedene disc* Verzeichnisse für jede vorhandene Festplatte vorhanden im ATA RAID anzeigen. Eine gesamte Festplatte wird angezeigt als disc wobei Partitionen part* sind.

Schreiben Sie die verschiedenen /dev/ataraid/disc*/* Gerätedateien auf, die Sie verwenden wollen um Gentoo zu installieren. Sie werden die /dev/hda Beispiele der Installation mit diesem Pfad substituieren müssen.

Bevor Sie chrooten, sollten Sie das Bind-mount der /dev Struktur in der neuen Umgebung durchführen:

Befehlsauflistung 2.5: Bind-mounten von /dev

# mount -o bind /dev /mnt/gentoo/dev

Wenn Sie Ihren Kernel konfigurieren, stellen Sie sicher, dass Sie Unterstützung für Ihren ATA RAID Chipsatz aktivieren sowie Optionen. Zum Beispiel ist ein populäres ATA RAID System der Promise FastTrack built-in RAID in welchem Fall Sie definitiv Promise FastTrack Options in Ihrem Kernel benötigen.

Wenn Sie GRUB konfigurieren, müssen Sie zuerst eine GRUB Bootdiskette erstellen. Dies ist nicht so schwer wie Sie denken. Installieren Sie zunächst GRUB wie Sie es gewohnt sind, doch wenn Sie zu dem Punkt kommen an dem GRUB im MBR installiert wird, führen Sie folgende Befehle aus:

Befehlsauflistung 2.6: Erstellen einer GRUB Bootdiskette

# cd /boot/grub
# dd if=stage1 of=/dev/fd0 bs=512 count=1
# dd if=stage2 of=/dev/fd0 bs=512 seek=1

Sie werden trotzdem noch Ihre grub.conf Datei schreiben müssen. Dies unterscheidet sich nicht von den Installationsanleitungen, stellen Sie einfach sicher, dass Ihr root= auf das ATA RAID-Gerät verweist.

Nach Beendigung der Installation starten Sie mit Ihrer GRUB Bootdiskette. Sie werden begrüsst von der GRUB Kommandozeile. Konfigurieren Sie GRUB nun dazu vom ATA RAID-Geräte zu booten:

Befehlsauflistung 2.7: Installieren von GRUB auf dem ATA RAID

grub> root (hd0,x)
grub> setup (hd0)
grub> quit

Starten Sie nun neu (mit der GRUB Bootdiskette entfernt).

LILO Benutzer können ohne Angst die Anweisungen verwenden die in den Installationsanleitungen erwähnt werden.

Verwendung des Installations-CD Kernels

Wenn Sie nicht selber einen Kernel kompilieren wollen, dann können Sie den Kernel der Installations-CD verwenden und ihn auf Ihr System kopieren. Wenn Sie an den Punkt gelangen an dem Sie aufgefordert werden einen Kernel zu kompilieren, gehen Sie in ein anderes Terminal (Alt+F2) und melden sich mit dem root Passwort, welches Sie zu Beginn der Installation geliefert haben, an.

Kopieren Sie den Kernel und die Module auf Ihr Gentoo-System:

Befehlsauflistung 2.8: Hinüberkopieren des Installations-CD Kernels

(${KN} ist der Kernelname, normalerweise etwas sie 'gentoo' oder 'smp')
cdimage ~# cp /mnt/cdrom/isolinux/${KN} /mnt/cdrom/isolinux/${KN}.igz /mnt/gentoo/boot
cdimage ~# mkdir -p /mnt/gentoo/lib/modules
cdiamge ~# cp -Rp /lib/modules/`uname -r` /mnt/gentoo/lib/modules

Um alle Module, welche momentan (von der Installations-CD) verwendet werden, während des Starts Ihres Gentoo-Systems zu laden, führen Sie folgenden Befehl innerhalb der chrooteten Umgebung aus:

Befehlsauflistung 2.9: Hinzufügen aller laufenden Module zur modules.conf Datei

# cat /proc/modules | cut -d ' ' -f 1 >> \
  /etc/modules.autoload.d/kernel-`uname -r | cut -d . -f -2`
# update-modules

3.  Vereinfachen der Installation

Verlassen des Terminals

Viele Menschen wollen Ihr System alleine lassen, wenn es kompiliert. In bestimmten Fällen ist dies eher schwierig, da die Installation in einer offenen Umgebung geschieht, in der Sie niemandem trauen können. Wenn dies der Fall ist, wollen Sie die Möglichkeit haben die Kompilierung im Hintergrund durchzuführen und sich von allen Terminals abzumelden.

Es gibt verschiedene mögliche Lösungen. Die erste ist die Verwendung von screen. Nach dem booten der Installations-CD, setzen Sie Ihre Root Passwort und starten Sie eine screen Sitzung:

Notiz: Nicht alle Installations-CDs enthalten screen. Wenn dies der Fall ist, dann müssen Sie eine der anderen Methoden, beschrieben in diesem Abschnitt, verwenden.

Befehlsauflistung 3.1: Starten einer screen Sitzung

# screen -S gentoo

Einmal in der screen Sitzung angekommen, können Sie die gesamte Installation von dort aus ausführen. Wenn Sie Ihr Terminal verlassen wollen, drücken Sie Strg-a, d (das ist Steuerung und a zur gleichen Zeit, darauf gefolgt von einem d) um Ihre screen Sitzung abzutrennen. Sie können sich nun sicher aus Ihrem System abmelden.

Um Zugang zu Ihrem Terminal wiederzuerlangen, melden Sie sich wieder als Root an und heften sich an die laufende screen Sitzung an:

Befehlsauflistung 3.2: Anhängen an eine screen Sitzung

# screen -x gentoo

Wenn Sie screen nicht verwenden können, dann gibt es trotzdem noch einen Weg Ihr Terminal zu verlassen. Folgen Sie den Installationsanweisungen, aber wenn Sie an den Punkt kommen wo eine langanhaltende Kompilierung begonnen werden würde (zum Beispiel der ./scripts/bootstrap.sh Schritt), dann verwenden Sie nohup welches erlaubt, dass ein Prozess weiterläuft selbst wenn Sie sich ausloggen. Vergessen Sie nicht das angehängte "&", ansonsten wird der Prozess nicht in den Hintergrund verschoben! Vergewissern Sie sich, wo Sie sich befinden (der pwd Befehl wird Ihnen das zeigen), da Sie dies später noch benötigen werden.

Befehlsauflistung 3.3: Benutzen von nohup

# pwd
/usr/portage
# nohup ./scripts/bootstrap.sh &

Verlassen Sie nun die chrootete Umgebung (exit) und die Installations-CD Sitzung. Ihre Kompilierung wird im Hintergrund fortgesetzt.

Wenn Sie die Kompilierung überprüfen wollen, loggen Sie sich als root ein (auf der Installations-CD) und chrooten Sie zurück in Ihre Umgebung und gehen Sie in das Verzeichnis in dem Sie sich zuletzt befanden:

Befehlsauflistung 3.4: Zurück chrooten

# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# env-update && source /etc/profile
# cd /usr/portage

Benutzen Sie nun den less Befehl mit der nohup.out Datei die in dem Verzeichnis platziert wurde. Die Kompilierung wird Ihre Ausgabe an diese Datei anhängen, so wenn Sie dem Kompilierungsprozess folgen wollen, dann führen Sie less nohup.out aus und drücken Sie F um den Veränderungen zu folgen. Wenn die Kompilierung fertiggestellt ist, können Sie fortfahren mit dem nächsten Schritt der Installationsanleitung.

Sollte Ihnen langweilig werden beim betrachten der Veränderungen, dann drücken Sie Strg-C gefolgt von einem q. Dies wird den Kompilierungsprozess nicht beenden, nur den less Prozess.

4.  Beheben von Fehlern/Problemen

Ausgedehntes Testen Ihrer Festplatten

Wenn Sie denken, dass die Beständigkeit (Bad Sectors und ähnliches) Ihrer Festplatte gründlich überprüft werden müsste, dann können Sie die -c Option verwenden, während Sie das ext2- oder ext3-Dateisystem darauf platzieren. Dies wird formatieren, einen Lesetest durchführen und Bad Blocks als solche markieren. Wenn Sie extrem paranoid sind, verwenden Sie -c -c um Ihre Festplatte zu formatieren und einen ausgedehnten Lese-/Schreibtest durchzuführen.

Befehlsauflistung 4.1: Überprüfen der Beständigkeit der Festplatte

# mke2fs -j -c /dev/hda3

Wiederherstellung von einer fehlerhaften Installation

Wenn aus welchem Grund auch immer Ihre Gentoo-Installation fehlschlägt, dann müssen Sie nicht die gesamte Installation von vorne beginnen. Stattdessen können Sie sicher zu dem Punkt "gehen" an dem Sie denken, dass Sie einen Fehler begangen haben (oder wo Sie denken, dass die Anweisungen fehlerhaft sind) und einen anderen Ansatz probieren.

Zunächst müssen Sie zurück in Ihre Gentoo-Linux-Umgebung wechseln mit chroot. Folgen Sie den Anweisungen abermals, aber ignorieren Sie den Partitionierungsschritt, da Ihre Partition schon erstellt sind und auch beschrieben sind. Sie können daher sofort diese Partitionen mit mount unter /mnt/gentoo einbinden. Sie sollten auch die Abschnitte für die Extrahierung der Stage-Datei und die Modifizierung von make.conf ignorieren, denn schließlich wollen Sie nicht Ihre Dateien überschreiben.

Gehen Sie, sowie Sie mit chroot in Ihre Gentoo-Linux-Umgebung gewechselt sind, direkt zu den Schritten wo Sie denken, dass Sie einen anderen Ansatz probieren sollten. Wiederholen Sie nicht alle Abschnitte wie Bootstrapping und solche, außer wenn dies der Abschnitt ist wo Sie denken, dass etwas schiefgelaufen ist.

Zum Beispiel wenn Sie denken, dass Sie grub.conf falsch konfiguriert haben, dann können Sie direkt Ihren Texteditor aufrufen um /boot/grub/grub.conf zu erneuern.

Sobald Sie einen anderen Ansatz für Ihre Situation versucht haben, sollten Sie beachten welche darauffolgenden Schritte notwendigerweise nochmals ausgeführt werden müssen. Wenn die nachfolgenden Schritte von Ihren Änderungen abhängig sind, dann müssen Sie diese wiederholen.

Zum Beispiel:

  • Wenn Sie eine Variable innerhalb von make.conf verändert haben, dann werden Sie alle nachfolgenden Kompilierungen durchführen müssen, da diese abhängig sind von den Einstellungen in make.conf.
  • Wenn Sie /boot/grub/grub.conf verändert haben, dann können Sie die chroot Umgebung sofort verlassen und neustarten, da keine folgenden Schritte abhängig sind von grub.conf.
  • Wenn Sie Ihren Kernel neu kompiliert haben, dann müssen Sie nur sicherstellen, dass Ihre Bootloader Konfiguration auf das korrekte Kernel-Image verweist (überprüfen Sie nochmals, dass /boot eingebunden ist!). Dann können Sie die chroot Umgebung verlassen und neustarten.
  • Wenn Sie /etc/fstab verändert haben, dann können sie die chroot Umgebung verlassen und neustarten.

Wie Sie sehen, können Sie für die meisten Wiederherstellungsabläufe sofort neustarten. Nur in bestimmten Fällen werden Sie nachfolgende Installationsabschnitte wiederholen müssen.



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Seite aktualisiert 18. September 2007

Die Originalversion dieser Übersetzung wird nicht länger gepflegt

Zusammenfassung: Die Gentoo-Installation erlaubt sehr flexible Ansätze zu den verschiedenen Installationsmethoden. Da es so gut wie unmöglich ist jeden einzelnen Tipp oder Trick in den Installationsanleitungen einzubringen versucht dieses Dokument mit allen eingereichten Tipps und Tricks eine Referenz zu liefern.

Sven Vermeulen
Autor

Xavier Neys
Bearbeiter

Jan Hendrik Grahl
Übersetzer

Tobias Heinlein
Übersetzer

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