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7. Konfiguration des Kernels
Inhalt:
7.a. Setzen der Zeitzone des Systems
Zuerst müssen Sie dem System sagen, in welcher Zeitzone es sich befindet. Dazu
suchen Sie sich unter /usr/share/zoneinfo die entsprechende
Zeitzone aus und verlinken sie mit ln nach /etc/localtime:
Befehlsauflistung 1.1: Setzen der Zeitzone |
# ls /usr/share/zoneinfo
# ln -sf /usr/share/zoneinfo/GMT /etc/localtime
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7.b. Installieren der Quellen
Auswählen eines Kernels
Der Kern, um den herum alle Distributionen gebaut sind, ist der Linux Kernel. Es
ist die Ebene zwischen den Benutzerprogrammen und der Systemhardware. Gentoo
bietet seinen Benutzern verschiedene mögliche Kernelquellen. Eine komplette
Liste mit Beschreibungen finden Sie im
Gentoo Kernel Guide.
Für AMD64-basierende Systeme haben wir gentoo-sources
(ein 2.6er Kernel mit amd64-spezifischen Patches für Stabilität, Performance
und Hardware-Unterstützung).
Wählen Sie Ihre Kernelquelle aus und installieren Sie diese mit emerge.
Notiz:
emerge gentoo-sources wird aufgrund eines Fehlers in der Universellen
Installations-CD fehlschlagen. Führen Sie anstelle dessen bitte emerge
=gentoo-sources-2.6.11-r1 aus. Dies hat keinerlei weitere Auswirkungen auf
Ihr System, da Portage bei einer späteren Aktualisierung automatisch aktuellere
Kernelquellen herunterlanden wird.
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Befehlsauflistung 2.1: Installieren einer Kernelquelle |
# echo "=sys-kernel/gentoo-sources-2.6.11-r1 ~amd64" >> /etc/portage/package.keywords
# emerge =gentoo-sources-2.6.11-r1
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Wenn Sie einen Blick in /usr/src werfen, sollten Sie einen Symlink
sehen, genannt linux, der auf Ihre Kernelquelle verweist:
Befehlsauflistung 2.2: Anzeigen des Kernelquellen-Symlinks |
# ls -l /usr/src/linux
lrwxrwxrwx 1 root root 12 Oct 13 11:04 /usr/src/linux -> linux-2.6.11-gentoo-r1
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Wenn das nicht der Fall ist (also der Symlink auf eine andere Kernelquelle
verweist) ändern Sie den Symlink bevor sie weitermachen:
Befehlsauflistung 2.3: Ändern des Kernelquellen-Symlinks |
# rm /usr/src/linux
# cd /usr/src
# ln -s linux-2.6.11-gentoo-r1 linux
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Nun ist es Zeit Ihre Kernelquelle zu konfigurieren und zu kompilieren. Alle
Architekturen können genkernel verwenden, welches einen generischen
Kernel erstellt, wie er von der Installations-CD verwendet wird. Wir erklären die
"manuelle" Konfiguration jedoch zuerst, denn es ist der beste Weg Ihre Umgebung
zu optimieren.
Wenn Sie Ihren Kernel manuell konfigurieren wollen fahren Sie nun mit Standard: Manuelle Konfiguration fort. Wenn
Sie genkernel benutzen wollen, sollten Sie stattdessen
Alternativ: Benutzung von Genkernel lesen.
7.c. Standard: Manuelle Konfiguration
Einführung
Einen Kernel manuell zu konfigurieren wird oft als der schwierigste Teil
gesehen, den jeder Linux Benutzer insgesamt meistern muss. Nichts ist weiter von
der Wahrheit entfernt -- nach der Konfiguration von einigen Kerneln werden Sie
sich gar nicht daran erinnern, dass es schwer war ;-)
Jedoch eine Sache ist wahr: Sie müssen Ihr System kennen, wenn Sie
beginnen einen Kernel manuell zu konfigurieren. Die meisten Informationen
können gesammelt werden, indem Sie sich pciutils installieren (emerge
pciutils), welches lspci enthält. Sie haben nun die Möglichkeit
lspci innerhalb der chroot Umgebung zu verwenden. Sie können ohne Sorge
jegliche pcilib Warnungen (wie pcilib: cannot open
/sys/bus/pci/devices), die lspci auswirft, ignorieren. Alternativ
können Sie lspci aus einer nicht-chroot Umgebung ausführen. Das
Resultat ist dasselbe. Sie können auch lsmod ausführen um zu sehen
welche Kernelmodule die Installations-CD verwendet (es kann Ihnen einen netten
Hinweis darauf geben was zu aktivieren ist).
Gehen Sie nun in Ihr Kernelquellverzeichnis und führen Sie make menuconfig
aus. Dies startet ein ncurses-basierendes Konfigurationsmenü.
Befehlsauflistung 3.1: Menuconfig starten |
# cd /usr/src/linux
# make menuconfig
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Ihnen werden verschiedene Konfigurationssektionen präsentiert. Wir listen
zunächst einige Optionen auf, die Sie aktivieren müssen (ansonsten wird Gentoo
nicht funktionieren, oder ohne zusätzliche Veränderungen nicht richtig
funktionieren).
Aktivieren der benötigten Optionen
Zunächst aktivieren Sie die Benutzung von Entwicklungs- und Experiementellem/n
Code/Treiber(n). Sie brauchen dies, denn ansonsten werden einige wichtige
Codeabschnitte/Treiber nicht erscheinen:
Befehlsauflistung 3.2: Selektieren experimenteller/n Codes/Treiber; generelle Einstellungen |
Code maturity level options --->
[*] Prompt for development and/or incomplete code/drivers
General setup --->
[*] Support for hot-pluggable devices
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Gehen Sie nun in File Systems und selektieren Sie die Unterstützung für die
Dateisysteme, die Sie benutzen. Kompilieren Sie diese nicht als Module,
ansonsten wird Ihr Gentoo-System nicht fähig sein, Ihre Partitionen zu mounten.
Selektieren Sie auch Virtual memory und /proc file system.
Aktivieren Sie nicht /dev file system, da 2005.0/AMD64 nun
standardmäßig udev verwendet.
Befehlsauflistung 3.3: Selektieren notwendiger Dateisysteme |
File systems --->
Pseudo Filesystems --->
<*> /proc file system support
< > /dev file system support (OBSOLETE)
<*> Virtual memory file system support (former shm fs)
<*> Reiserfs support
<*> Ext3 journalling file system support
<*> JFS filesystem support
<*> Second extended fs support
<*> XFS filesystem support
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Wenn Sie PPPoE benutzen um sich ins Internet einzuwählen, oder Sie benutzen
ein Einwahl-Modem, brauchen Sie folgende Optionen im Kernel:
Befehlsauflistung 3.4: Auswählen der für PPPoE notwendigen Treiber |
Device Drivers --->
Networking Support --->
<*> PPP (point-to-point protocol) support
<*> PPP support for async serial ports
<*> PPP support for sync tty ports
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Die zwei Komprimierungsoptionen werden nicht schaden, aber werden auch nicht
definitiv gebraucht, ebenso die Option PPP over Ethernet, die vielleicht
nur von rp-pppoe verwendet wird, wenn Kernelmodus-PPPoE benutzt wird.
Wenn Sie es benötigen, vergessen Sie nicht die Ünterstützung für Ihre Netzwerkkarte
in Ihren Kernel einzubinden.
Wenn Sie ein Multi-CPU Opteron-System haben sollten Sie "Symmetric
multi-processing support" aktivieren:
Befehlsauflistung 3.5: Aktivieren der SMP-Unterstützung |
Processor type and features --->
[*] Symmetric multi-processing support
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Wenn Sie USB-Eingabegeräte (wie z.B. Tastatur oder Maus) nutzen möchten,
vergessen Sie nicht die Unterstützung für diese zu aktivieren:
Befehlsauflistung 3.6: Aktivieren der USB-Unterstützung für Eingabegeräte |
Device Drivers --->
USB Support --->
<*> USB Human Interface Device (full HID) support
[*] HID input layer support
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Wenn Sie die Konfiguration des Kernel beendet haben fahren Sie mit Kompilieren und Installieren fort.
Kompilieren und Installieren
Nun da Ihr Kernel konfiguriert ist, ist es Zeit ihn zu kompilieren und zu
installieren. Verlassen Sie die Konfiguration und starten Sie den
Kompilierungsvorgang:
Befehlsauflistung 3.7: Kompilieren des Kernels |
# make && make modules_install
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Wenn der Kernel fertig ist mit der Kompilierung, kopieren Sie das Kernel-Image
nach /boot:
Befehlsauflistung 3.8: Installieren des Kernels |
# cp arch/x86_64/boot/bzImage /boot/kernel-2.6.11-gentoo-r1
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Es ist auch Weise Ihre Kernelkonfiguration nach /boot zu kopieren,
nur für alle Fälle :)
Befehlsauflistung 3.9: Erstellen eines Backups der Kernelkonfiguration |
# cp .config /boot/config-2.6.11-gentoo-r1
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Fahren Sie nun mit dem Installieren separater
Kernelmodule fort.
7.d. Alternativ: Benutzung von Genkernel
Wenn Sie diesen Abschnitt lesen, haben Sie sich entschieden unser Skript
genkernel zu benutzen, um sich Ihren Kernel konfigurieren zu
lassen.
Nun da Ihr Kernelquellbaum installiert ist, ist es an der Zeit Ihren Kernel
automatisch durch das Skript genkernel erstellen zu lassen. genkernel
arbeitet so, dass es einen Kernel konfiguriert, der fast identisch zu denen
auf unser Installations-CD ist. Dies bedeutet, dass wenn Sie genkernel benutzen um
Ihren Kernel zu erstellen, Ihr System generell alle Hardware beim Booten erkennt,
genau wie es unsere Installations-CD tut. Weil genkernel keine manuelle
Kernelkonfiguration erfordert ist es eine ideale Lösung für die Benutzer, denen
unwohl bei der Kompilierung eines eigenen Kernel ist.
Nun lassen Sie uns sehen wie man genkernel benutzt. Zuerst installieren Sie
genkernel:
Befehlsauflistung 4.1: Genkernel emergen |
# emerge genkernel
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Kompilieren Sie nun Ihre Kernelquellen durch genkernel all.
Seien Sie sich aber bewusst, dass genkernel einen Kernel kompiliert,
der fast alle Hardware unterstützt, was bedeutet, dass das Kompilieren durchaus
eine ganze Weile dauern kann!
Beachten Sie, dass, wenn Ihre Boot-Partition weder ext2 noch ext3 als Dateisystem
benutzt, Sie Ihren Kernel selber mit genkernel --menuconfig all
konfigurieren und die Unterstützung für Ihr Dateisystem im Kernel aktivieren
müssen (nicht als Modul).
Befehlsauflistung 4.2: Ausführen von Genkernel |
# genkernel all
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Sobald genkernel beendet ist werden ein Kernel, ein voller Satz Module
und eine initial root disk (initrd) erstellt sein. Wir werden den Kernel
und initrd benutzen wenn wir später in diesem Handbuch einen Bootloader
konfigurieren. Schreiben Sie den Namen des Kernels und den Ihrer initrd auf, da
Sie diese brauchen werden, wenn Sie den Bootloader konfigurieren.
Die initrd wird direkt nach dem Booten gestartet um die Hardware-Autoerkennung
zu starten (genau wie auf der Installations-CD) bevor ihr "wahres" System
startet.
Befehlsauflistung 4.3: Kontrollieren des Kernelimage-Namen und der initrd |
# ls /boot/kernel* /boot/initrd*
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Nun lassen Sie uns einen weiteren Schritt tun, der unser System dazu bringt mehr
wie die Installations-CD zu sein -- lassen Sie uns coldplug emergen. Während das
initrd die Hardware automatisch erkennt, die nötig ist um Ihr System zu starten,
wird coldplug automatisch alles andere erkennen. Um coldplug zu
installieren und zu aktivieren tippen sie folgendes:
Befehlsauflistung 4.4: Emergen und aktivieren von coldplug |
# emerge coldplug
# rc-update add coldplug boot
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7.e. Konfiguration von Kernel-Modulen
Konfiguration der Module
Sie sollten alle Module, die automatisch geladen werden sollen, in
/etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
eintragen. Wenn Sie möchten können Sie auch zusätzliche Optionen anhängen.
Um alle verfügbaren Module anzuzeigen führen Sie das folgende find
Kommando aus. Vergessen Sie nicht, "<Kernelversion>" mit der Version
Ihres Kernel zu ersetzen, den Sie gerade kompiliert haben:
Befehlsauflistung 5.1: Listen aller verfügbarer Module |
# find /lib/modules/<Kernelversion>/ -type f -iname '*.o' -or -iname '*.ko'
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Um zum Beispiel das Modul 3c59x.o automatisch zu laden, editieren Sie die
Datei kernel-2.6 und tragen das Modul ein.
Befehlsauflistung 5.2: Bearbeiten von /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 |
# nano -w /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
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Befehlsauflistung 5.3: /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 |
3c59x
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Fahren Sie nun mit der Konfiguration des
System fort.
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