Haftungsausschluss:
Dieses Handbuch wurde durch eine neuere Version ersetzt und wird nicht länger gepflegt.
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Gentoo Linux 2005.1 PPC64 Handbuch
Inhalt:
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Gentoo installieren
In diesem Abschnitt lernen Sie, wie Sie Gentoo Linux auf Ihrem System installieren können.
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Über die Gentoo Linux Installation
Wenn Sie mit Gentoo nicht sonderlich vertraut sind, kennen Sie vielleicht nicht alle
Möglichkeiten, die Ihnen Gentoo bietet.
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Booten der Universellen Installations CD
Mit unserer Universellen Installations CD können Sie Ihre Maschine in eine
laufende Umgebung booten, die es Ihnen erlaubt Gentoo zu installieren.
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Konfiguration des Netzwerks
Wenn Sie eine Netzwerkverbindung benötigen, erläutert Ihnen dieses Kapitel wie
Sie das Netzwerk und eine Verbindung ins Internet einrichten.
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Vorbereiten der Festplatte(n)
Um Gentoo installieren zu können, müssen Sie die benötigten Partitionen
erstellen. Dieses Kapitel beschreibt, wie Sie eine Festplatte für die zukünftige
Benutzung partitionieren.
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Installation der Gentoo Installations Dateien
In diesem Kapitel beschreiben wir, wie Sie ein Stage 3 Archiv entpacken und
Portage konfigurieren.
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Chroot in das Gentoo Basis System
Nachdem Sie das Stage 3 Archiv entpackt haben, wechseln Sie in das Neue System
und konfigurieren die USE Variable.
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Konfiguration des Kernels
Der Linux Kernel ist der Kern jeder Distribution. Dieses Kapitel erklärt, wie
Sie Ihren Kernel konfigurieren.
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Konfiguration des Systems
Sie müssen einige wichtige Konfigurationsdateien editieren. In diesem Kapitel
erhalten Sie einen Überblick über diese Dateien und eine Erklärung wie sie
fortfahren sollten.
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Installation der benötigten System Tools
Wie bereits gesagt, bei Gentoo geht es um die Auswahl. In diesem Kapitel helfen
wir Ihnen bei der Auswahl und Installation wichtiger Tools
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Konfiguration des Bootloaders
Es gibt verschiedene Bootloader. Jeder wird anders konfiguriert. In diesem
Kapitel führen wir Sie durch die Konfiguration eines Bootloader nach Ihren
Anforderungen.
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Abschließen Ihrer Gentoo Installation
Sie sind fast fertig. Wir werden nun noch einen (oder mehrere) Benutzer zu Ihrem
System hinzufügen und installieren (optional) vorkompilierte Pakete.
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Wie geht es weiter?
Sie haben nun ihr Gentoo System, aber was nun?
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Arbeiten mit Gentoo
Lernen Sie mit Gentoo zu arbeiten, wie Sie Software installieren, Variablen
anpassen, das Verhalten von Portage ändern, etc.
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Eine Portage Einführung
Dieses Kapitel erklärt die "einfachen" Schritte, die ein Benutzer defnitiv
benötigt, um Software auf seinem System zu betreuen.
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USE Flags
USE Flags sind ein sehr wichtiger Aspekt von Gentoo. In diesem Kapitel lernen
Sie mit den USE Flags zu arbeiten und wie USE Flags mit dem System interagieren.
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Portage Features
Gentoos Portage erlaubt verschiedene Features, die Portage bezogene Aspekte
verbessern. Dieses Kapitel erläutert die existierenden Features.
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Initskripte
Gentoo benutzt ein spezielles Initskript Format, welches neben weiteren Features
abhängigkeitsbezogene Entscheidungen und virtuelle Initskripte mitbringt. Dieses
Kapitel erklärt diese Aspekte und erklärt, wie Sie mit diesen Skripten umgehen.
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Umgebungsvariablen
Mit Gentoo können Sie die Umgebungsvariablen Ihres Systems ganz einfach
bearbeiten. Dieses Kapitel erklärt häufig gebrauchte Umgebungsvariablen und wie
Sie mit diesen umgehen.
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Arbeiten mit Portage
"Arbeiten mit Portage" bietet eine tiefergehende Behandlung von Portage, Gentoos
Software Management Tool.
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Dateien und Verzeichnisse
Wenn Sie Portage ein wenig näher kennenlernen wollen sollten Sie wissen, wo
welche Daten und Dateien abgelegt werden.
files and data.
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Konfiguration durch Variablen
Portage ist vollständig durch verscheidene Variablen in der Konfigurationsdatei
oder Umgebungsvariablen konfigurierbar.
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Mischen von Software Zweigen
Gentoo bietet Software in separierten Zweigen an, abhängig von der Architektur
und Stabilität. "Mischen von Software Zweigen" informiert Sie über diese Zweige
und wie Sie diese Zweige konfigurieren können.
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Zusätzliche Portage Tools
Portage kommt einen zusätzlichen Tools, die Ihnen das Gentoo Erlebnis etwas
vereinfachen sollen. Lesen Sie, wie sie disptach-conf und andere Tolls nutzen.
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Abweichen vom Offiziellen Tree
"Abweichen vom Offiziellen Tree" gibt Ihnen einige Tipps und Tricks, wie Sie
Ihren eigenen Portage Tree nutzen können, wie Sie nur Kategorien aktualisierne,
die Sie möchten, "inject" von Paketen und mehr ...
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Die ebuild Anwendung
In "Die ebuild Anwendung" werden Sie über die Schritte informiert, die Portage
beim Installieren von Software ausführt und wie Sie dies mit der ebuild
Anwendung selbst tun können.
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Gentoo Netzwerk Konfiguration
Eine verständliche Anleitung zur Netzwerknutzung in Gentoo.
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Der Beginn
Eine Anleitung zur Einrichtung der Netzwerkschnittstellen in den gebräuchlichen
Umgebungen.
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Fortgeschrittene Konfiguration
Hier lernen Sie, wie die Konfiguration funktioniert - Sie benötigen dieses
Wissen bevor wir über modulare Netzwerknutzung sprechen können.
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Modulare Vernetzung
Gentoo bietet Ihnen eine flexible Vernetzung - Hier erfahren Sie wichtiges über
verschiedene DHCP Clients sowie due Nutzung von Bonding, Bridging und VLANs.
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Drahtlose Netzwerkfunktionalität
Die Nutzung drahtloser Netzwerke ist nicht grade selbsterklärend. Hoffentlich
bekommen wir es zum Laufen!
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Funktionalität hinzufügen
Wenn Sie auf ein Abenteuer aus sind, können Sie hier Ihre eigenen Funktionen
hinzufügen.
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Netzwerkmanagement
Für Benutzer von Notebooks und Personen, die sich mit Ihrem PC in verschiedenen
Netzwerken bewegen.
A. Gentoo installieren
1. Über die Gentoo Linux Installation
1.a. Einleitung
Willkommen
Zuerst, Willkommen bei Gentoo. Sie sind dabei in die Welt der
Auswahl und Performance einzusteigen. Bei Gentoo dreht sich vieles um Auswahl.
Bei der Installation von Gentoo, das wird Ihnen mehrfach klargemacht, könnnen
Sie auswählen, ob Sie Gentoo selber kompilieren möchten, wie Sie Gentoo
installieren möchten, welche Systemlogger Sie benutzen möchten und so weiter ...
Gentoo ist eine schnelle, moderne Metadistribution mit einem klaren und
flexiblen Design. Gentoo ist rund um Freie Software gebaut und versteckt vor
den Benutzern nicht, was unter der Haube steckt. Portage, das von Gentoo
benutzte Paketmanagementsystem, ist in Python geschrieben, was bedeutet, dass
Sie sich den Quellcode einfach anschauen und nach belieben verändern können.
Gentoos Paketsystem benutzt Quellcode (auch wenn Unterstützung für
vorkompilierte Pakete vorhanden ist) und die Konfiguration von Gentoo findet in
normalen Textdateien statt. Mit anderen Worten: Offenheit überall.
Es ist sehr wichtig, das Sie verstehen, dass Auswahl das ist, was Gentoo
ausmacht. Wir fordern Sie nicht auf, irgendetwas zu tun, was Sie nicht möchten.
Wenn Sie der Meinung sind, dass wir das tun, dann füllen Sie bitte einen
Bugreport darüber aus.
Wie ist die Installation strukturiert?
Die Gentoo Installation kann als eine Prozedur von 10 Schritten gesehen werden,
die den Kapiteln 2 bis 11 entsprechen. Jeder Schritt führt zu einem bestimmten
Ergebnis.
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Nach Schritt 1 befinden Sie sich in einer funktionierenden Umgebung, aus der
Sie Gentoo installieren können
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Nach Schritt 2 haben Sie Ihre Internet Verbindung hergestellt (dies ist
optional)
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Nach Schritt 3 sind Ihre Festplatten für die Gentoo Installation vorbereitet
-
Nach Schritt 4 ist Ihre Installationsumgebung vorbereitet und Sie sind bereit
zum chroot in die neue Umgebung
-
Nach Schritt 5 sind die wichtigsten Pakete, die in allen Gentoo Installationen
gleich sind, installiert
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Nach Schritt 6 haben Sie Ihren Linux Kernel kompiliert
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Nach Schritt 7 haben Sie die meisten Ihrer Gentoo Konfigurationsdateien
geschrieben
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Nach Schritt 8 sind notwendige System Tools (die Sie aus einer netten Liste
auswählen können) installiert
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Nach Schritt 9 ist der Bootloader ihrer Wahl installiert und konfiguriert und
Sie haben sich in Ihre neue Gentoo Installation eingeloggt
-
Nach Schritt 10 ist Ihre neue Gentoo Linux Umgebung bereit dazu erforscht
zu werden
Wenn Ihnen verschiedene Auswahlmöglichkeiten vorgestellt werden, geben wir unser
bestes, Ihnen die Vor- und Nachteile vorzustellen. Wir werden mit einer
Standardauswahl fortfahren, gekennzeichnet durch "Standard: " im
Titel. Die anderen Möglichkeiten werden als "Alternativ: "
gekennzeichnet. Denken Sie nicht, dass der Standard ist, was wir
empfehlen. Es ist der Weg, von dem wir denken, dass ihn die meisten Benutzer
gehen werden.
Machmal können Sie optionalen Schritten folgen. Solche Schritte sind als
"Optional: " gekennzeichnet und nich unbedingt notwendig um Gentoo zu
installieren. Dennoch können optionale Schritte von vorherigen Entscheidungen
abhängen. Wir informieren Sie, wenn das passiert. Sowohl wenn Sie die
Entscheidung treffen, als auch wenn der optionale Schritt beschrieben wird.
Was sind meine Optionen?
Sie können Gentoo auf viele verschiedene Arten installieren. Sie können eine
Installations CD herunterladen und von dieser CD aus eine Installation durchführen,
Sie können eine existierende Distribution nutzen, eine bootbare CD (wie
Knoppix), eine aus dem Netz gestartete Umgebung, etc.
Dieses Dokument beschreibt die Installation mit einer Universellen Installations
CD, einer bootbaren CD, die alles beinhaltet um Gentoo Linux zu installieren.
Optional können Sie zusätzlich eine unseren Package CDs benutzen, um ein
vollständiges grafisches System binnen Minuten nach der Basisinstallation zur
Verfügung zu haben.
Diese Installationsasatz benutzt nicht zwangsläufig die aktuellsten
Versionen aller Pakete. Wenn Sie dies tun möchten, sollten Sie die
Installationsanweisungen in unseren Gentoo Linux Handbüchern befolgen.
Für Hilfe zu anderen Installationsmöglichkeiten lesen Sie bitte
unseren Alternative
Installationsmöglichkeiten Leitfaden. Wir bieten ebenfalls ein Gentoo Installation Tipps &
Tricks Dokument, das weitere nützliche Informationen enthält.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass diese Installationsanleitung zu ausführlich ist
nutzen Sie unsere Schnellinstallationsanleitung, verfügbar in unserer Dokumentationsübersicht. Nicht jede Architektur
verfügt zur Zeit über eine Schnellinstallationsanleitung.
Probleme?
Wenn Sie ein Problem in der Installation (oder in der Dokumentation) entdecken,
besuchen sie bitte die Errata des Gentoo
Release Engineering Projekts und schauen Sie in unserer Fehlerdatenbank nach, ob der Fehler bekannt
ist. Wenn nicht erstellen Sie bitte einen Fehlerbericht, damit wir uns der
Sache annehmen können. Haben Sie keine Angst vor den Entwicklern, denen Ihr
Fehlerbericht zugeteilt wird -- für gewöhnlich essen sie keine Menschen.
Beachten Sie aber, dass obwohl das Dokument welches Sie gerade lesen
Architektur-spezifisch ist wird es auch Referenzen zu anderen Architekturen
beinhalten. Dies liegt daran, dass große Teile des Gentoo Handbuchs Quellcode
verwenden, welcher identisch ist für alle Architekturen (um doppelten
Arbeitsaufwand und die Verschwendung von Entwicklungsressourcen zu
verhindern). Wir werden versuchen dies auf ein Minimum zu beschränken um
Missverständnisse zu vermeiden.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Problem ein Benutzerproblem ist (ein
Fehler den Sie trotz sorgfältiger Lektüre dieser Dokumentation machen) oder ein
Softwareproblem (ein Fehler, den wir trotz sorgfältigen Tests der
Installation/Dokumentation begangen haben) sollten Sie #gentoo.de im
irc.freenode.net Netz besuchen, ansonsten sind Sie natürlich auch so willkommen :)
Wenn Sie eine Frage betreffend Gentoo haben, werfen Sie zunächst einen Blick in
die Häufig gestellten Fragen (FAQ), die Teil
der Gentoo Dokumentation sind. Sie können auch die
FAQs in unserem
Forum lesen. Wenn Sie dort keine
Antwort finden können, fragen Sie in #gentoo.de, unserem IRC Channel auf
irc.freenode.net. Ja, viele von uns sind Freaks, die im IRC sitzen.
1.b. Schnelle Installation mit der Gentoo Referenzplattform
Was ist die Gentoo Referenzplattform?
Die Gentoo Referenzplattform, von jetzt an als GRP abgekürzt, ist ein
Schnappschuss von vorkompilierten Paketen, die Benutzer (also Sie!) während der
Installation benutzen können, um den Installationsverlauf zu beschleunigen. Die
GRP besteht aus allen Paketen, die für eine vollständige Gentoo Installation
notwendig sind. Sie werden nicht nur benötigt, um ein Basissystem in kürzester
Zeit zu installieren; auch verbreitete Ebuilds (wie KDE, xorg-x11, GNOME,
OpenOffice, Mozilla, ...) sind als GRP Pakete verfügbar.
Jedoch werden diese vorkompilierten Pakete während der Lebensdauer einer Gentoo
Distribution nicht betreut. Sie sind Schnappschüsse, die zusammen mit jedem
Gentoo Release veröffentlicht werden und es ermöglichen in kürzester Zeit eine
funktionsfähige Umgebung zu haben. Sie können dann das System im Hintergrund
aktualisieren, während sie daran arbeiten.
Wie handhabt Portage GRP Pakete?
Ihr Portage Tree - die Sammlung von ebuilds (Dateien die alle
Informationen zu einem Paket enthalten, wie Beschreibung, Homepage, URL zum
Quellcode, Kompilierungsinstruktionen, Abhängigkeiten, etc.) - müssen synchron
zum GRP Satz sein: Die Versionen der verfügbaren Ebuilds und begleitenden GRP
Pakete müssen stimmen.
Aus diesem Grund können Sie nur einen Nutzen aus GRP Paketen, die Gentoo
liefert, ziehen, solange Sie die momentane Installationsmethode verwenden. GRP
ist nicht erhältlich für jene, die daran interessiert sind eine Installation
mit den aktuellesten Versionen aller verfügbaren Pakete durchzuführen.
Sind GRP Pakete verfügbar?
Nicht alle Architekturen bieten GRP Pakete an. Das bedeuted nicht, dass GRP auf
den anderen Architekturen nicht verfügbar ist, wir haben nur nicht die
Ressourcen die GRP Pakete für diese Architekturen zu bauen und zu testen.
Aktuell bieten wir GRP Pakete für die folgenden Architekturen an:
-
Die x86 Architektur (x86, athlon-xp, pentium3, pentium4).
Achtung: Die x86 GRP Pakete (z.B. packages-x86-2005.1.iso)
sind auf unseren Mirrors verfügbar, während pentium3, pentium4 und
athlon-xp nur via Bittorrent verfügbar sind.
-
Die amd64 Architektur (amd64)
-
Die sparc Architektur (sparc32,sparc64)
-
Die ppc Architektur (ppc, G3, G4, G5)
-
Die alpha Architektur
Wenn Ihre Architektur (oder Subarchitektur) nicht in dieser Liste enthalten ist
besteht für diese keine optionale Möglichkeit der GRP Installation.
Nach dieser kurzen Einleitung fahren wir nun mit dem Booten der Universellen Installations CD fort.
2. Booten der Universellen Installations CD
2.a. Hardwareanforderungen
Einleitung
Bevor wir loslegen, führen wir zuerst die Hardwareanforderungen auf, die Sie
benötigen um Gentoo erfolgreich auf Ihrem System zu installieren.
Hardwareanforderungen
| CPU |
Jede PowerPC64 CPU |
| Systeme |
IBM RS/6000s, Power Macintosh G5, iMac G5, IBM pSeries und IBM OpenPower
|
| Arbeitsspeicher |
64 MB |
| Festplattenspeicher |
1.5 GB (ohne Swap Speicher) |
| Swap Speicher |
Mindestens 256 MB |
Für eine komplette Liste der unterstützten Systeme besuchen Sie bitte die Seite
http://www.linuxppc64.org/hardware.shtml.
2.b. Die Gentoo Universal Installations-CD
Einleitung
Gentoo Linux kann mit einem stage3 Archiv installiert werden. Solch ein
Tarball ist ein (komprimiertes) Tar-Archiv, dass eine Minimalumgebung
enthält, von der aus Sie Gentoo Linux erfolgreich auf Ihrem System installieren
können.
Installationen mit einer stage1 oder stage2 Archivdatei sind nicht im Gentoo
Handbuch dokumentiert. Bitte lesen sie die Gentoo FAQ für diese Ansätze.
Die Gentoo Universal Installations-CD
Eine Installations-CD ist ein bootfähiges Medium, dass eine eigenständige
Gentoo Umgebung enthält. Es erlaubt Ihnen, Linux von der CD zu booten. Während
des Bootvorgangs wird Ihre Hardware erkannt und die entsprechenden Treiber
werden geladen. Die Gentoo Installations-CDs werden von Gentoo Entwicklern
betreut.
Zur Zeit sind zwei Installations-CDs verfügbar:
-
Die Universal Installations-CD beinhaltet alles was Sie brauchen um Gentoo
zu installieren. Es stellt Stage 3 Archive für alle gebräuchlichen
Architekturen, Quellcode für extra Applikationen aus denen Sie auswählen
müssen und natürlich die Installationsanweisungen für Ihre Architektur zur
Verfügung.
-
Die Minimal Installations-CD beinhaltet nur eine minimale Umgebung die es
Ihnen erlaubt Ihr System zu starten und das Netzwerk einzurichten damit Sie
ins Internet kommen können. Es sind keine weiteren Dateien enthalten und Sie
kann auch nicht für diesen Installationsansatz benutzt werden.
Gentoo stellt auch eine Paket-CD zur Verfügung. Diese CD ist keine
Installations-CD, aber eine zusätzliche Quelle die bei netzwerklosen
Installationen genutzt werden kann. Sie beinhaltet vorkompilierte Pakete
(auch bekannt als GRP-Satz), mit denen Sie einfach und schnell zusätzliche
Anwendungen (wie OpenOffice.org, KDE, Gnome, ...) direkt nach der Gentoo
Installation und gerade vor dem Updaten des Portage-Baums installieren können.
Die Verwendung der Paket CD wird später in diesem Dokument behandelt.
2.c. Downloaden, Brennen und Booten einer Gentoo Installations-CD
Downloaden und Brennen der Installations-CD
Sie haben also entschieden, eine Gentoo Installations-CD zu benutzen. Zuerst
werden wir die Installations-CD herunterladen und brennen. Wir haben nun
einige Worte über die zahlreichen Installations-CDs verloren, vermutlich
interessiert Sie nun auch wo Sie diese herbekommen können?
Sie können jede der Installations-CDs (und Package CD auch, wenn Sie möchten)
von einem unserer Spiegel herunterladen.
Die Installations-CDs befinden sich im
releases/ppc64/2005.1-r1/installcd Verzeichnis, die Package-CDs
befinden sich im releases/ppc64/2005.1/packagecd Verzeichnis.
In diesen Verzeichnissen finden Sie ISO-Dateien. Dies sind komplette
CD-Images, die Sie auf CD-R schreiben können.
Nach dem herunterladen der Datei können Sie dessen Integrität überprüfen
um zu sehen ob sie in Ordnung ist, oder nicht:
-
Sie können die MD5 Checksumme überprüfen und mit der MD5 Checksumme
vergleichen, die wir bereitstellen (zum Biespiel mit dem md5sum
Tool unter Linux/Unix oder md5sum für Windows). Wie man
MD5 Checksummen mit Mac OS X überprüft ist in der Gentoo
PPC FAQ beschrieben.
-
Sie können die krypthographische Signatur, die wir mitliefern überprüfen.
Sie müssen sich aber den Public Key (0x17072058), den wir verwenden,
besorgen, bevor Sie fortfahren.
Um unseren Public Key mit der GnuPG Anwendung zu kriegen, führen Sie folgenden
Befehl aus:
Befehlsauflistung 3.1: Besorgen des Public Keys |
$ gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 0x17072058
|
Verifizieren Sie nun die Signatur:
Befehlsauflistung 3.2: Verifizieren der kryptografischen Signatur |
$ gpg --verify <Signaturdatei> <heruntergeladenes ISO>
|
Um die heruntergeladenen ISO(s) zu brennen müssen Sie den RAW-Modus wählen. Wie
das im einzelnen funktioniert hängt sehr stark vom verwendeten Programm ab. Wir
stellen cdrecord und K3B vor; weitere Informationen finden Sie
in der Gentoo FAQ.
-
Mit cdrecord schreiben sie einfach cdrecord dev=/dev/hdc
<heruntergeladenes ISO Image> (ersetzen Sie
/dev/hdc mit dem Gerätepfad Ihres CD-RW Laufwerk).
-
Mit K3B wählen Sie Tools > CD > Burn Image.
Danach können Sie das ISO Image innerhalb des 'Image to Burn' Dialogs
auswählen. Schliesslich klicken Sie Start.
Booten der Installations-CD auf einem Apple
Legen Sie die Installations-CD in das CD-ROM Laufwerk und starten das System
neu. Halten Sie während des Startvorgangs die Taste "C" gedrückt. Sie werden
mit einer freundlichen Willkommensnachricht und einem boot:
Prompt am unteren Ende des Bildschirm begrüßt.
Sie können an diesem Prompt außerdem noch einige Kernel Optionen anpassen. Die
folgende Tabelle listet die verfügbaren Bootoptionen auf, die Sie hinzufügen
können:
| Bootoption |
Beschreibung |
| video |
Diese Option benötigt einen der herstellerspezifischen Tags:
radeonfb, rivafb, atyfb, aty128 oder
ofonly. Sie können an diesen Tag außerdem noch die Auflösung und
Refreshrate anhängen, die Sie nutzen möchten, z.B.
video=radeonfb:1280x1024@75. Wenn Sie unsicher sind benutzen Sie
ofonly, diese Option wird meistens sicher funktionieren.
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| nol3 |
Deaktiviert den Level 3 Cache bei einigen PowerBooks (wird zumindest für den
17'' benötigt)
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| debug |
Aktiviert verboses Booten, öffnet eine initrd Shell, die genutzt werden kann
und die Installations-CD zu debuggen
|
| sleep=X |
Wartet X Sekunden bevor es weitergeht; Dass ist bei manchen sehr alten SCSI
CD-ROMs von nöten, die die CD nicht schnell genug anlaufen lassen
|
| bootfrom=X |
Bootet von einem anderen Laufwerk
|
An diesem Prompt drücken Sie Enter und eine komplette Gentoo Linux Umgebung
wird von der CD geladen. Fahren Sie mit Und wenn Sie
gestartet haben... fort.
Booten der Installations Cd auf einer IBM pSeries
Bei pSeries Geräten kann es vorkommen, dass die CDs nicht automatisch booten.
Sie müssen u.U. Ihr CD-ROM als ein bootbares Laufwerk im Multiboot Menü
einstellen (F1 beim Systemstart). Die andere Möglichkeit ist in die OF zu
springen und es von dort aus zu machen:
1) Booten Sie in die OF (8 von der seriellen Konsole aus oder F8 von einer
grafischen Konsole, fangen Sie an die Taste zu drücken, sobald Sie die Tastaur,
Maus, etc. etc. Meldungen sehen)
2) Führen Sie diesen Befehl aus 0> boot cdrom:1,yaboot
3) Zurücktreten und genießen!
Und wenn Sie gestartet haben...
Sie werden mit einen Root Prompt ("#") auf der aktuellen Konsole begrüßt. Mit
Alt-fn-F2, Alt-fn-F3 und Alt-fn-F4 können Sie auch auf weitere Konsolen
wechseln. Gehen Sie mit Alt-fn-F1 wieder auf die Ausgangskonsole zurück.
Wenn Sie Gentoo auf einem System mit einer nicht-US Tastatur installieren,
benutzen Sie loadkeys um eine zu Ihrer Tastatur passende Keymap zu
laden. Um die verfügbaren Keymaps aufzulisten führen Sie
ls /usr/share/keymaps/i386 aus.
Befehlsauflistung 3.3: Auflisten der verfügbaren Keymaps |
# ls /usr/share/keymaps/i386
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Laden Sie nun die Keymap Ihrer Wahl:
Befehlsauflistung 5.16: Laden einer Keymap |
# loadkeys be-latin1
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Fahren Sie nun mit der Konfiguration zusätzlicher Hardware fort.
Konfiguration zusätzlicher Hardware
Wenn Sie die Installations-CD starten, versucht diese alle Ihre Hardwaregeräte
zu erkennen und die entsprechenden Kernelmodule zu laden. In den allermeisten
Fällen funktioniert dies wunderbar. Dennoch kann es in einzelnen Fällen
passieren, dass nicht alle benötigten Module automatisch geladen werden. Wenn
die PCI Autoerkennung einen Teil Ihres Systems nicht erkennt, müssen Sie die
entsprechenden Kernelmodule manuell laden.
Im nächsten Beispiel versuchen wir das 8139too Modul zu laden
(Unterstützung für verschiedene Arten von Netzwerkkarten):
Befehlsauflistung 3.5: Laden von Kernelmodulen |
# modprobe 8139too
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Optional: Verbessern der Festplattenleistung
Wenn Sie ein fortgeschrittener Benutzer sind, möchten Sie möglicherweise die
Festplattenleistung mit hdparm verbessern. Mit den -tT
Optionen können Sie die Leistung Ihrer Festplatte testen (führen Sie diesen
Befehl mehrfach aus, um präzisere Werte zu erhalten):
Befehlsauflistung 3.6: Testen der Festplattenleistung |
# hdparm -tT /dev/hda
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Um die Leistung zu verbessern, können Sie eines der folgenden Beispiele
verwenden (oder selber experimentieren), /dev/hda wird als
Festplatte benutzt (ersetzen Sie es mit Ihrer Festplatte):
Befehlsauflistung 3.7: Verbessern der Festplattenleistung |
# hdparm -d 1 /dev/hda
# hdparm -d 1 -A 1 -m 16 -u 1 -a 64 /dev/hda
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Optional: Benutzeraccounts
Wenn Sie planen, anderen Leuten Zugriff auf Ihre Installation zu geben oder
mit irssi ohne root Rechte chatten möchten (aus Sicherheitsgründen),
müssen Sie die notwendigen Benutzer Accounts anlegen und das root Passwort
ändern.
Um das root Passwort zu ändern benutzen Sie das passwd Programm:
Befehlsauflistung 3.8: Ändern des root Passworts |
# passwd
New password:
Re-enter password:
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Um einen Benutzeraccount zu erstellen benötigen wir zunächst den Namen des
Accounts gefolgt von einem Passwort. Wir benutzen useradd und
passwd für diese Aufgaben. Im nächsten Beispiel erstellen wir einen
Benutzer namens "john".
Befehlsauflistung 3.9: Erstellen eines Benutzeraccounts |
# useradd -m -G users john
# passwd john
New password:
Re-enter password:
|
Sie können Ihre Benutzer ID von root zum neu erstellen Benutzer mit su
wechseln:
Befehlsauflistung 3.10: Wechseln der Benutzer ID |
# su - john
|
Optional: Lesen der Dokumentation während der Installation
Wenn Sie das Gentoo Handbuch während der Installation lesen möchten, stellen
Sie zunächst sicher, dass Sie einen Benutzeraccount (wie in Optional: Benutzeraccounts beschrieben) angelegt
haben. Drücken Sie nun Alt-F2 um sich an einem neuen Terminal anzumelden.
Wenn Sie die Dokumentation auf der CD lesen möchten können Sie direkt
links2 starten:
Befehlsauflistung 3.11: Lesen der Dokumentation auf der CD |
# links2 /mnt/cdrom/docs/handbook/html/index.html
|
Allerdings ist die Onlineversion des Gentoo Handbuchs vorzuziehen, da
diese aktueller als die auf der CD enthaltene ist.
Befehlsauflistung 3.12: Lesen der Online Dokumentation |
# links2 http://www.gentoo.org/doc/de/handbook/handbook-ppc64.xml
|
Sie können auf Ihr Ausgangsterminal mittels Alt-F1 wechseln.
Optional: Starten des SSH Daemons
Wenn Sie anderen Benutzern während der Installation Zugriff auf Ihren Rechner
geben wollen (vielleicht weil diese Benutzer Sie bei der Installation
unterstützen oder sie diese für Sie durchführen), müssen Sie einen Benutzer
Account für sie erstellen oder ihnen möglicherweise gar das root Passwort
geben (machen Sie das nur, wenn Sie diesem Benutzer
vollständig Vertrauen).
Um den SSH Daemon zu starten führen Sie folgenden Befehl aus:
Befehlsauflistung 3.13: Starten des SSH Daemons |
# /etc/init.d/sshd start
|
Um sshd nutzen zu können müssen Sie zuerst das Netzwerk einrichten. Fahren Sie
nun mit dem nächsten Kapitel Konfiguration des Netzwerks fort.
3. Konfiguration des Netzwerks
3.a. Benötigen Sie die Netzwerkfunktionalität?
Wer kann ohne?
Generell benötigen Sie keine Netzwerkverbindung, um Gentoo mit der Universellen
Installations CD zu installieren. Es gibt jedoch einige Situationen, in denen
Sie eine Netzwerkverbindung haben möchten:
-
Die Stage 3 Archive auf der Universellen Installations CD passen nicht zu
Ihrer Architektur und Sie wollen ein passenderes Stage 3 Archiv herunterladen
-
Sie müssen eine spezielle Applikation installieren, um eine Verbindung ins
Internet herzustellen die auf der Universellen Installations CD nicht vorhanden
ist (das heißt Sie können mit der Installations CD eine Internetverbindung
herstellen, die notwendigen Quellen befinden sich aber nicht auf der
Installations CD)
-
Sie wollen Remoteunterstützung während der Installation (mit SSH oder durch
direkte Unterhaltungen im IRC)
Brauche ich das Netzwerk?
Um herauszufinden, ob eine Stage 3 Archiv für Ihre Architektur verfügbar ist,
schauen Sie in /mnt/cdrom/stages und kontrollieren, ob eines der
verfügbaren Stage Archive zu Ihrer Architektur passt. Wenn nicht können Sie ein
Stage 3 Archiv einer kompatiblen Architektur wählen.
Wenn Sie jedoch ein für Ihre Architektur optimiertes Stage 3 Archiv verwenden
wollen, dieses jedoch nicht vorhanden ist, bleibt Ihnen nur die Einrichtung des
Netzwerks als Option.
Wenn Sie keine Netzwerkverbindung benötigen, können Sie den Rest dieses Kapitels
überspringen und mit Vorbereiten der
Festplatten fortfahren. Andernfalls folgen Sie den weiteren Abschnitten in
diesem Kapitel.
3.b. Automatische Netzwerk Erkennung
Vielleicht funktioniert es einfach?
Wenn sich Ihr System in einem Ethernet Netzwerk mit einem DHCP Server befindet,
ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihr Netz bereits konfiguriert ist. Sie können
nun die zahlreichen Netzwerktools auf der Installations CD wie zum Beispiel
ssh, scp, ping, irssi, wget und links
nutzen.
Wenn das Netzwerk bereits konfigurierrt wurde, zeigt Ihnen das
/sbin/ifconfig Kommando weitere Netzwerkschnittstellen neben lo an, wie
beispielsweise eth0:
Befehlsauflistung 2.1: /sbin/ifconfig for a working network configuration |
# /sbin/ifconfig
eth0 Link encap:Ethernet HWaddr 00:50:BA:8F:61:7A
inet addr:192.168.0.2 Bcast:192.168.0.255 Mask:255.255.255.0
inet6 addr: fe80::50:ba8f:617a/10 Scope:Link
UP BROADCAST RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric:1
RX packets:1498792 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:1284980 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:1984 txqueuelen:100
RX bytes:485691215 (463.1 Mb) TX bytes:123951388 (118.2 Mb)
Interrupt:11 Base address:0xe800
|
Optional: Einen beliebigen Proxy konfigurieren
Wenn Sie auf das Internet nur über einen Proxy-Server zugreifen können, müssen
Sie während der Installation das System für die Verwendung des Proxy-Servers
vorbereiten. Das ist aber recht einfach. Sie müssen dazu lediglich eine Variable
mit den Informationen über den Proxy-Server setzen.
In den meisten Fällen können Sie den Hostnamen des Proxy-Servers in die Variable
schreiben. Nehmen wir an, der Server sei proxy.gentoo.org und der Port
sei 8080.
Befehlsauflistung 2.2: Einrichten des Proxy-Servers |
# export http_proxy="http://proxy.gentoo.org:8080¨
# export ftp_proxy="ftp://proxy.gentoo.org:8080"
# export RSYNC_PROXY="proxy.gentoo.org:8080"
|
Wenn der Proxy-Server einen Benutzernamen und Passwort verlangt, sollten Sie die
folgende Syntax in der Variable verwenden:
Befehlsauflistung 2.3: Einen Benutzernamen/Passwort zu der Variable hinzufügen |
http://Benutzername:Passwort@proxy.gentoo.org:8080
|
Das Netzwerk testen
Dazu können Sie beispielsweise den DNS Server Ihres Internetanbieters
"anpingen". Die Adresse dieses Servers finden Sie in
/etc/resolv.conf. Außerdem sollten Sie eine Webseite Ihrer Wahl
"pingen". So stellen Sie sicher, dass sie sowohl mit dem Internet verbunden sind,
als auch, dass Ihre Namensauflösung auch korrekt arbeitet.
Befehlsauflistung 2.4: Der Netzwerktest |
# ping -c 3 www.yahoo.com
|
Wenn Sie nun in der Lage sind Ihr Netzwerk zu verwenden, können Sie den Rest
dieses Kapitels überspringen und mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren.
Wenn nicht, dann lesen weiter.
3.c. Automatische Netzwerk-Konfiguration
Wenn die Netzwerkverbindung nicht gleich zu stande kommt, beinhalten einige
Installationsmedien den Befehl net-setup (für normale und drahtlose
Verbindungen) oder adsl-setup (für ADSL Verbindungen) bzw.
pptp (für PPTP-Benutzer - nur für x86 verfügbar).
Wenn Ihr Installationsmedium das entsprechende Tool nicht enthält oder Ihre
Netzwerkverbindung noch nicht funktioniert, so fahren Sie bitte mit folgendem
Abschnitt fort: Manuelle Netzwerk Konfiguration.
Standard: Verwendung von net-setup
Der einfachste Weg die Netzwerkverbindung zu konfigurieren, falls die
automatische Konfiguration fehlgeschlagen sein sollte, ist das Script
net-setup eth0
Befehlsauflistung 3.1: Das net-setup Skript starten |
# net-setup eth0
|
net-setup wird Ihnen einige Fragen bezüglich Ihrer Netzwerkumgebung
stellen. Haben Sie alle Fragen beantwortet, sollten Sie eine funktionsfähige
Netzwerkverbindung haben. Testen Sie Ihr Netzwerk wieder, wie oben beschrieben.
Sollten die Tests funktionieren, so haben Sie es geschafft. Sie können nun mit
der Installation von Gentoo fortfahren. Überspringen Sie den Rest dieses Kapitels
und fahren Sie mit der Vorbereitung der
Festplatte(n) fort.
Sollte Ihr Netzwerk nun immer noch nicht funktionieren, fahren Sie bitte mit Manuelle Netzwerk Konfiguration fort.
Alternativ: Verwendung von RP-PPPoE
Für den Fall, dass Sie PPPoE benötigen, um eine Verbindung mit dem Internet
herzustellen, bringt die Installations CD (in jeder Version) das Tool rp-pppoe
mit. Verwenden Sie das Skript adsl-setup um Ihre Verbindung zu
konfigurieren. Sie werden nach der Netzwerkkarte gefragt, die mit Ihrem
DSL-Modem verbunden ist, dem Benutzernamen und nach Ihrem Kennwort. Ferner
geben Sie noch die IP-Adressen der DNS-Server des Providers ein, und ob Sie eine
Firewall benötigen oder nicht.
Befehlsauflistung 3.2: Verwendung von rp-pppoe |
# adsl-setup
# adsl-start
|
Wenn etwas schief gehen sollte, überprüfen Sie bitte, ob Sie Ihren Benutzernamen
und Ihr Passwort richtig eingegeben haben, indem Sie die Datei
/etc/ppp/pap-secrets bzw. /etc/ppp/chap-secrets
einsehen. Stellen Sie bitte auch sicher, dass Sie die richtige Netzwerkkarte
verwenden. Wenn Ihre Netzwerkkarte im System nicht erkannt wird, müssen Sie das
entsprechende Kernel-Modul laden. In diesem Fall müssen Sie mit der Manuellen Konfiguration des Netzwerks fortfahren. Dort
gehen wir näher auf das Laden der entsprechenden Kernelmodule ein.
Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem nächsten Kapitel, Vorbereiten der Festplatte(n) fort.
Alternativ: Verwendung von PPTP
Notiz:
PPTP Unterstützung ist nur für x86 verfügbar.
|
Wenn Sie PPTP Unterstüzung benötigen, können Sie das Programm pptpclient,
das Ihnen von der Installations CD bereitgestellt wird, verwenden. Allerdings müssen Sie
vorher sichergehen, dass Ihre Konfiguration korrekt ist. Dazu editieren Sie die
Datei /etc/ppp/pap-secrets oder /etc/ppp/chap-secrets,
so dass diese die korrekte Benutzername/Kennwort-Kombination beinhalten.
Befehlsauflistung 3.3: /etc/ppp/chap-secrets editieren |
# nano -w /etc/ppp/chap-secrets
|
Wenn nötig, sollten Sie nun noch /etc/ppp/options.pptp anpassen:
Befehlsauflistung 3.4: /etc/ppp/options.pptp editieren |
# nano -w /etc/ppp/options.pptp
|
Nun geben Sie den Befehl pptp (mit den Optionen, die Sie in
options.pptp setzen könnten) um mit dem Server zu verbinden.
Befehlsauflistung 3.5: Mit einem Dial-In-Server verbinden |
# pptp <server ip>
|
Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.
3.d. Manuelle Netzwerk Konfiguration
Die richtigen Kernel-Module laden
Wenn die Installations CD bootet, versucht sie alle Ihre Hardwaregeräte zu erkennen und
lädt automatisch die entsprechenden Kernelmodule (Treiber). In den allermeisten Fällen
funktioniert dies sehr gut. Allerdings kann es vorkommen, dass ein Kernelmodul
nicht automatisch geladen wird.
Wenn net-setup oder adsl-setup fehlschlagen, dann ist es möglich,
dass Ihre Netzwerkkarte nicht sofort gefunden wurde. Das bedeutet, dass Sie das
entsprechende Kernelmodul manuell laden müssen.
Verwenden Sie ls, um herauszufinden welche Netzwerk-Kernelmodule von
Gentoo bereitgestellt werden.
Befehlsauflistung 4.1: Nach bereitgestellten Kernelmodulen suchen |
# ls /lib/modules/`uname -r`/kernel/drivers/net
|
Wenn Sie einen Treiber für Ihre Netzwerkkarte gefunden haben, laden Sie diesen
mit modprobe.
Befehlsauflistung 4.2: modprobe zum Laden eines Kernelmoduls |
# modprobe pcnet32
|
Benutzen Sie ifconfig zum Prüfen, ob das Modul geladen wurde. Eine
erkannte Netzwerkkarte würde in etwa diese Ausgabe ergeben:
Befehlsauflistung 4.3: Testen der Verfügbarkeit der Netzwerkkarte, erfolgreich |
# ifconfig eth0
eth0 Link encap:Ethernet HWaddr FE:FD:00:00:00:00
BROADCAST NOARP MULTICAST MTU:1500 Metric:1
RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 txqueuelen:0
RX bytes:0 (0.0 b) TX bytes:0 (0.0 b)
|
Wenn Sie stattdessen diesen Fehler erhalten, dann wurde Ihre Karte nicht erkannt.
Befehlsauflistung 4.4: Testen der Verfügbarkeit der Netzwerkkarte, fehlgeschlagen |
# ifconfig eth0
eth0: error fetching interface information: Device not found
|
Wenn Sie in Ihrem System mehrere Netzwerkkarten haben, so sind diese
eth0, eth1 usw. benannt. Stellen Sie sicher, dass die
Netzwerkkarte, die Sie nutzen möchten, funktioniert, und denken Sie daran, den
richtgen Namen während der Installation zu benutzen. Wir gehen von nun an davon
aus, dass die Netzwerkkarte eth0 benutzt wird.
Wurde Ihre Netzwerkkarte erkannt, so können Sie nun erneut net-setup oder
adsl-setup ausprobieren (diese sollten nun funktionieren). Den richtigen
Freaks unter Ihnen werden wir auch noch erklären, wie man das Netzwerk manuell
einrichtet.
Wählen Sie je nach Netzwerksetup einen der folgenden Abschnitte:
DHCP Verwenden
DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) ermöglich es die gesamte
Netzwerkkonfiguration (IP-Adresse, Netzwerkmaske, Broadcast Adresse, Gateway,
DNS Server etc.) dynamisch von einem Server zu beziehen. Das funktioniert
logischerweise nur, wenn Sie einen DHCP-Server in Ihrem LAN haben, oder Ihr
Provider einen solchen Dienst anbietet. Benutzen Sie dhcpcd:
Befehlsauflistung 4.5: Verwendung von dhcpcd |
# dhcpcd eth0
# dhcpcd -HD eth0
|
Wenn das funktioniert (Versuchen Sie einen Internet-Server zu pingen), dann sind
Sie fertig mit der Konfiguration des Netzwerks und können mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren.
Vorbereitung für drahtlosen Zugriff
Notiz:
Nur die Installations CDs der x86, amd64 und ppc Architekturen unterstützen das
iwconfig Kommando. Wenn Ihre das Kommando nicht enthält, können Sie den
Anleitungen des
linux-wlan-ng Projekt folgen.
|
Wenn Sie eine WLan Karte (802.11) benutzen, müssen Sie Einstellungen zur
Nutzung der Karte vornehmen bevor es weiter gehen kann. Um sich die aktuellen
Einstellungen der Karte anzuschauen, benutzen Sie iwconfig.
iwconfig zeigt Ihnen möglicherweise etwas wie dies:
Befehlsauflistung 4.6: Anzeigen der aktuellen Einstellungen für drahtlose Verbindungen |
# iwconfig eth0
eth0 IEEE 802.11-DS ESSID:"GentooNode"
Mode:Managed Frequency:2.442GHz Access Point: 00:09:5B:11:CC:F2
Bit Rate:11Mb/s Tx-Power=20 dBm Sensitivity=0/65535
Retry limit:16 RTS thr:off Fragment thr:off
Power Management:off
Link Quality:25/10 Signal level:-51 dBm Noise level:-102 dBm
Rx invalid nwid:5901 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0 Tx
excessive retries:237 Invalid misc:350282 Missed beacon:84
|
Notiz:
Einige drahtlose Netzwerkkarten benutzen einen Gerätenamen wie wlan0
oder ra0 anstelle von eth0. Führen Sie iwconfig ohne
irgendwelche Kommandozeilenparamater aus um den korrekten Gerätenamen zu
bestimmen.
|
Für die meisten Benutzer sollte es hinreichend sein 2 Einstellungen anzupassen.
Die ESSID (der Name des drahtlosen Netz) oder den WEP Key. Wenn die ESSID und
die Adresse des Access Point bereits gelistet sind und Sie kein WEP benutzen,
funktioniert Ihr Netzwerk bereits. Wenn Sie Ihre ESSID ändern oder einen WEP Key
hinzufügen möchten, können Sie folgende Kommandos ausführen:
Befehlsauflistung 4.7: Ändern der ESSID und/oder Hinzufügen eines WEP Key |
# iwconfig eth0 essid GentooNode
# iwconfig eth0 key 1234123412341234abcd
# iwconfig eth0 key s:some-password
|
Sie können Ihre Einstellungen nun nochmal mit iwconfig überprüfen. Wenn
Sie Ihr WLan nun eingerichtet haben, können Sie mit der Konfiguration der IP
Level Optionen wie im nächsten Abschnitt Die
Netzwerkterminologie verstehen fortfahren oder net-setup benutzen, wie
vorhin beschrieben.
Die Netzwerkterminologie verstehen
Notiz:
Wenn Sie Ihre IP-Adresse, Broadcast-Adresse, Netzmaske und DNS-Server kennen,
dann können Sie diesen Teil beruhigt überspringen. Fahren Sie in diesem Fall mit
Benutzen von ifconfig und route fort.
|
Wenn Sie DCHP nicht einsetzen können, müssen Sie Ihr Netzwerk manuell
einrichten. Dies ist überhaupt nicht schwierig.Jedoch müssen Sie mit einiger
Netzwerkterminologie vertraut sein, denn Sie werden diese benötigen um Ihr
Netzwerk zu Ihrer Zufriedenheit konfigurieren zu können.Nachdem Sie den
folgenden Abschnitt durchgearbeitet haben, werden Sie wissen was ein
Gateway ist, wozu eine Netmask dient, wie eine Broadcast
Adresse aussieht und wofür man einen Nameserver braucht.
In einem Netzwerk werden die Computer über Ihre IP-Adresse (Internet
Protocol Address) identifiziert. Diese Adresse ist eine Kombination aus vier
Nummern zwischen 0 und 255. Jedenfalls nehmen wir das so wahr. In Wirklichkeit
ist eine IP-Adresse eine 32 Bit-Folge (Nullen und Einsen). Hier ein Beispiel:
Befehlsauflistung 4.8: Beispiel einer IP-Adresse |
IP Adresse (Nummern): 192.168.0.2
IP Adresse (Bits): 11000000 10101000 00000000 00000010
-------- -------- -------- --------
192 168 0 2
|
Solch eine IP-Adresse ist einmalig für einen Host (Computer) in allen
angrenzenden Netzwerken (d.h. jeder Host, den Sie erreichen können, muss eine
einzigartige IP-Adresse besitzen). Um zwischen Hosts innerhalb eines
Netzwerkes und außerhalb eines Netzwerkes unterscheiden zu können, ist die
IP-Adresse in zwei Teile eingeteilt: Einen Network Abschnitt und einen
Host Abschnitt.
Diese Unterteilung wird mittels der netmask (dt. soviel wie Netzmaske)
beschrieben. Die netmask ist eine Reihe von Einsen gefolgt von einer Reihe
von Nullen. Der Teil der IP-Adresse der den Einsen entspricht, ist der
Netzwerkteil, der andere Teil mit Nullen entspricht dem Hostteil. Die Netzmaske
kann wie eine IP-Adresse aufgeschrieben werden.
Befehlsauflistung 4.9: Beispiel einer Netzwerk/Host Teilung |
IP-address: 192 168 0 2
11000000 10101000 00000000 00000010
Netmask: 11111111 11111111 11111111 00000000
255 255 255 0
+--------------------------+--------+
Network Host
|
In anderen Worten ist 192.168.0.14 ein Host in unserem Teilnetz, während
192.168.1.2 dies nicht ist.
Die Broadcast Adresse ist eine IP-Adresse, die den gleichen Netzwerkteil
wie unser Netzwerk hat, allerdings nur Einsen im Hostteil hat. Alle Computer in
dem Teilnetz hören auf diese IP-Adresse. Diese Adresse ist zum Broadcasting
eines Paketes an alle Computer gedacht. D.h. ein Paket wird an alle Computer im
Netzwerk gleichzeitig geschickt.
Befehlsauflistung 4.10: Broadcast address |
IP-address: 192 168 0 2
11000000 10101000 00000000 00000010
Broadcast: 11000000 10101000 00000000 11111111
192 168 0 255
+--------------------------+--------+
Network Host
|
Um im Internet surfen zu können, müssen Sie wissen welcher Host die
Internetverbindung herstellt. Dieser Host wird Gateway genannt. Da dieser
ein normaler Host ist, besitzt auch das Gateway eine normale IP-Adresse (z.B.
192.168.0.1).
Zuvor haben wir schon erwähnt, dass jeder Host eine eigene IP-Adresse besitzt.
Um diesen Host aber mit einem Namen ansprechen zu können (anstatt einer
IP-Adresse) benötigen Sie einen Dienst, der Namen (wie dev.gentoo.org)
in IP-Adressen (wie 64.5.62.82) umwandelt. Dieser Dienst wird
nameservice genannt. Um diesen Dienst nutzen zu können, müssen Sie
die entsprechenden Nameserver kennen. Diese werden in der Datei
/etc/resolv.conf festgehalten.
In manchen Fällen trägt das Gateway ebenfalls die Rolle des Nameservers. Sonst
müssen Sie den Nameserver des Providers angeben.
In der Zusammenfassung benötigen Sie also folgende Daten bevor Sie fortfahren:
| Netzwerk Begriff |
Beispiel |
| Ihre IP-Adresse |
192.168.0.2 |
| Netzmaske |
255.255.255.0 |
| Broadcast-Adresse |
192.168.0.255 |
| Gateway |
192.168.0.1 |
| Nameserver |
195.130.130.5, 195.130.130.133 |
Verwendung von ifconfig und route
Das Einrichten des Netzwerks besteht aus drei Schritten. Zunächst teilen wir uns
mittels ifconfig selbst eine IP-Adresse zu. Dann richten wir das sog.
"routing" ein. D.h. Daten die nicht für das lokale Netzwerk bestimmt sind,
werden an das Gateway geschickt. Dies wird mit dem route Befehl erreicht.
Schließlich halten wir die Nameserver in der Datei /etc/resolv.conf
fest.
Um eine IP-Adresse zuzuteilen, wird die IP-Adresse, die Broadcast-Adresse sowie
die Netzmaske benötigt. Der folgende Befehl muss ausgeführt werden, wobei die Variablen
${IP_ADDR} durch die IP-Adresse, ${BROADCAST} durch die
Broadcast-Adresse und ${NETMASK} durch die Netzmaske ersetzt werden
sollten.
Befehlsauflistung 4.11: Verwendung von ifconfig |
# ifconfig eth0 ${IP_ADDR} broadcast ${BROADCAST} netmask ${NETMASK} up
|
Nun wird das "routing" eingerichtet. Hier muss ${GATEWAY} durch die IP-Adresse
des Gateway ersetzt werden.
Befehlsauflistung 4.12: Verwendung von route |
# route add default gw ${GATEWAY}
|
Nun öffnen Sie die Datei /etc/resolv.conf mit Ihrem bevorzugten
Editor (in unserem Fall verwenden wir nano):
Befehlsauflistung 4.13: Erstellen von /etc/resolv.conf |
# nano -w /etc/resolv.conf
|
Nun tragen Sie hier den Nameserver (oder mehrere) dem Beispiel folgend ein.
Dabei sollten Sie natürlich wieder ${NAMESERVER} durch die entsprechende
IP-Adresse ersetzen.
Befehlsauflistung 4.14: /etc/resolv.conf Template |
nameserver ${NAMESERVER1}
nameserver ${NAMESERVER2}
|
Das wars schon. Nun sollten Sie Ihre Internetverbindung testen. Dazu "pingen"
Sie einfach einen Internetserver (wie Google). Funktioniert es, sind Sie nun
endlich bereit, Gentoo zu installieren. Fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.
4. Vorbereiten der Festplatte(n)
4.a. Einführung in Block Devices
Block Devices
Wir werden einen guten Einblick in die festplattenbezogenen Aspekte von Gentoo
Linux und Linux im Allgemeinen erhalten, inklusive Linux Dateisysteme,
Partitionen und Block Devices. Dann, sobald Sie mit den Vor- und Nachteilen
von Festplatten und Dateisystemen vertraut sind, werden Sie durch den Prozess
des Partitionierens und der Dateisystemerstellung für Ihre Gentoo Linux
Installation geführt.
Zu Beginn werden wir Ihnen Block Devices vorstellen. Das berühmteste
Block Device ist wahrscheinlich das, welches das erste IDE Laufwerk in einem
Linux System repräsentiert, namentlich /dev/hda. Wenn Ihr System
SCSI Laufwerke verwendet, dann wäre Ihre erste Festplatte /dev/sda.
Serial ATA Laufwerke sind ebenso /dev/sda, auch wenn es IDE
Laufwerke sind.
Die obigen Block Devices repräsentieren ein abstraktes Interface zur
Festplatte. Benutzerprogramme können diese Block Devices benutzen um Ihre
Festplatte anzusprechen, ohne sich darum zu kümmern zu müssen, ob Ihre
Festplatten IDE, SCSI oder irgendwas anderes sind. Das Programm kann den
Speicherplatz auf der Festplatte einfach als eine Anhäufung von
zusammenhängenden, beliebig zugreifbaren 512-Byte Blöcken ansprechen.
Partitionen und Slices
Obwohl es theoretisch möglich ist eine ganze Festplatte zu nutzen, um Ihr Linux
System zu beherbergen, wird dies in der Praxis so gut wie nie gemacht.
Stattdessen werden komplette Festplatten Block Devices in kleinere, besser
verwaltbare Block Devices unterteilt. Auf den meisten Systemen werden sie
Partitionen genant. Andere Architekturen benutzen eine ähnliche Technik,
genannt Slices.
4.b. Erstellung eines Partitionsschemas
Standard Partitionsschema
Wenn Sie nicht daran interessiert sind sich ein Partitionsschema für Ihr System
auszudenken, können Sie das Partitionsschema verwenden, welches wir in diesem
Handbuch benutzen:
| Partition |
Dateisystem |
Größe |
Beschreibung |
| /dev/sda1 |
Partition map |
31.5k |
Partition map |
| /dev/sda2 |
(bootstrap) |
800k |
Apple_Bootstrap |
| /dev/sda3 |
(swap) |
512M |
Swap Partition |
| /dev/sda4 |
ext3 |
Rest der Festplatte |
Root Partition |
Notiz:
Es gibt einige Partionen mit Namen wie: Apple_Driver43, Apple_Driver_ATA,
Apple_FWDriver, Apple_Driver_IOKit, Apple_Patches. Wenn Sie nicht planen
MacOS 9 einzusetzen können Sie diese löschen, da Mac OS X und Linux diese nicht
benötigen. Sie müssen parted benutzen um diese zu löschen, da mac-fdisk sie noch
nicht löschen kann.
|
Wenn Sie daran interessiert sind zu erfahren, wie groß eine Partition sein
sollte, oder auch wieviele Partitionen Sie benötigen, lesen Sie weiter.
Anderenfalls fahren Sie nun mit dem Apple G5: Benutzen
von mac-fidsk zur Partitionierung Ihrer Festplatte oder IBM pSeries: Benutzen von fdisk zur Partitionierung Ihrer
Festplatte.
Wie viele und wie groß?
Die Anzahl an Partitionen hängt stark von Ihrer Umgebung ab. Wenn Sie z.B. eine
Menge User haben, wollen Sie höchstwahrscheinlich Ihr /home separat
halten, da es die Sicherheit erhöht und Backups einfacher macht. Wenn Sie Gentoo
installieren um als Mailserver zu fungieren, sollten Sie /var
separat halten, da alle Mails in /var gespeichert werden. Eine gute
Wahl des Dateisystems maximiert dann die Performance. Gameserver sollten ein
separates /opt haben, da die meisten Game Server dort installiert
werden. Der Grund ist ähnlich wie bei /home: Sicherheit und
Backups. Es liegt definitiv in Ihrem Interesse /usr groß zu
behalten: es wird nicht nur den Großteil der Programme enthalten; der Portage
Baum alleine belegt etwa 500MB, ohne die verschiedensten Quellen die darin
gespeichert sind mitzurechnen.
Wie Sie sehen können, hängt es sehr stark davon ab, was Sie erreichen wollen.
Separate Partitionen oder Volumes haben folgende Vorteile:
-
Sie können das Dateisystem mit der höchsten Performance für jede Partition
oder jedes Volume auswählen
-
Ihr System behält noch freien Speicherplatz, selbst wenn ein defektes Tool
ununterbrochen Dateien auf eine Partition oder ein Volume schreibt
-
Falls nötig können Dateisystem-Checks zeitlich verkürzt werden, in dem
mehrere Checks parallel durchgeführt werden können (obwohl dieser Vorteil
eher mit mehreren Festplatten als mit mehreren Partitionen zum Tragen kommt)
-
Die Sicherheit kann erhöht werden, indem Sie einige Partitionen oder Volumes
read-only, nosuid (setuid Bits werden ignoriert), noexec (executable Bits
werden ignoriert) etc. mounten
Wie dem auch sei, mehrere Partitionen haben einen großen Nachteil: Wenn sie
nicht richtig konfiguriert werden, könnte das Resultat ein System sein,
welches viel Speicherplatz auf der einen Partition und keinen auf einer anderen
frei hat. Es gibt weiterhin ein 15 Partitionen Limit für SCSI und SATA.
4.c. Standard: Benutzen von mac-fdisk (Apple G5) zur Paritionierung Ihrer Festplatte
An dieser Stelle erstellen Sie Ihre Partitionen mit mac-fdisk:
Befehlsauflistung 3.1: Starten von mac-fdisk |
# mac-fdisk /dev/sda
|
Löschen Sie zunächst die Partitionen, die Sie vorher geleert haben, um Platz
für Ihre Linux Partitionen zu schaffen. Benutzen Sie d in
mac-fdisk um diese Partition(en) zu löschen. Es wird Sie nach der
Partitionsnummer fragen, die gelöscht werden soll.
Zweitens erstellten Sie eine Apple_Bootstrap Partition mit b. Sie
werden nach einem Block gefragt mit dem Sie starten wollen. Geben Sie die Nummer
Ihrer ersten freien Partition, gefolgt von einem p ein. Zum Beispiel ist
dass 2p.
Notiz:
Diese Partition ist keine "boot" Partition. Sie wird gar nicht von Linux
benutzt; Sie müssen darauf kein Dateisystem anlegen und sollten sie niemals
mounten. PPC Benutzer benötigen keine extra /boot Partition.
|
Erstellen Sie nun eine Swap Partition indem Sie c drücken.
mac-fdisk wird Sie wieder nach dem Block fragen mit dem Sie diese
Partition beginnen lassen wollen. Nachdem wir 2 vorher für die
Apple_Bootstrap Partition gewählt haben, müssen Sie nun 3p eingeben.
Wenn Sie nach der Größe gefragt werden, geben Sie 512M ein (oder welche
Größe Sie auch immer möchten). Wenn Sie nach einem Namen gefragt werden, geben
Sie swap ein (zwingend).
Um die Root Partition zu erstellen, geben Sie c gefolgt von 4p ein
um auszuwählen mit welchem Block die Root Partition beginnen soll. Wenn Sie nach
der Größe gefragt werden, geben Sie wieder 4p ein. mac-fdisk
interpretiert dies als "Benutze den ganzen verfügbaren Platz". Wenn Sie nach
einem Namen gefragt werden, geben Sie root ein (zwingend).
Abschließend schreiben Sie die Partitionen mit w auf die Festplatte und
beenden mac-fdisk mit q.
Notiz:
Um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist, sollten Sie mac-fdisk noch
einmal ausführen und prüfen ob alle Partitionen vorhanden sind. Wenn Sie keine
der von Ihnen angelegten Partitionen oder von Ihnen durchgeführten Änderungen
sehen können, sollten Sie die Partitionen mit "i" in mac-fdisk
reinitialisieren. Beachten Sie, dass dies die Partitionstabelle neu erstellt
und so all Ihre Partitionen entfernt.
|
Jetzt da Ihre Partitionen angelegt sind, können Sie nun mit dem
Erstellen der Dateisysteme fortfahren.
4.d. IBM pSeries, iSeries und OpenPower: Benutzen von fdisk zur Partitionierung Ihrer Festplatte
Notiz:
Wenn Sie vorhaben ein RAID Festplattenarray für Ihre Gentoo Installation zu
nutzen und Sie POWER5-basierte Hardware benutzen, sollten Sie jetzt
iprutils ausführen, um die Festplatten mit dem Advanced Function Format
zu formatieren und das Festplattenarray anzulegen. Sie sollten auch in Betracht
ziehen, dieses Paket mit emerge zu installieren, wenn Ihre Installation
vollständig ist.
|
Die folgenden Teile erklären, wie man das oben erwähnte Beispiel
Partitionslayout erstellt und zwar:
| Partition |
Beschreibung |
| /dev/sda1 |
PPC PReP Boot Partition |
| /dev/sda2 |
Swap Partition |
| /dev/sda3 |
Root Partition |
Verändern Sie Ihr Partitionslayout nach Ihren eigenen Vorlieben.
Das aktuelle Partitionslayout anzeigen
fdisk ist ein beliebtes und mächtiges Werkzeug um Ihre Festplatte in
Partitionen zu unterteilen. Starten Sie fdisk auf Ihrer Festplatte (in
unserem Beispiel benutzen wir /dev/sda):
Befehlsauflistung 4.1: fdisk starten |
# fdisk /dev/sda
|
Sobald Sie in fdisk sind, werden Sie mit einem Prompt wie diesem begrüßt:
Befehlsauflistung 4.2: fdisk Prompt |
Command (m for help):
|
Drücken Sie p um Ihre aktuelle Partitionskonfiguration anzeigen zu
lassen:
Befehlsauflistung 4.3: Eine Beispiel Partitionstabelle |
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 30.7 GB, 30750031872 bytes
141 heads, 63 sectors/track, 6761 cylinders
Units = cylinders of 8883 * 512 = 4548096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 1 12 53266+ 83 Linux
/dev/sda2 13 233 981571+ 82 Linux swap
/dev/sda3 234 674 1958701+ 83 Linux
/dev/sda4 675 6761 27035410+ 5 Extended
/dev/sda5 675 2874 9771268+ 83 Linux
/dev/sda6 2875 2919 199836 83 Linux
/dev/sda7 2920 3008 395262 83 Linux
/dev/sda8 3009 6761 16668918 83 Linux
Command (m for help):
|
Diese bestimmte Festplatte ist konfiguriert sechs Linux Dateisysteme zu
beherbergen (jedes mit einer dazugehörigen Partition, gelistet als "Linux") und
auch eine Swap Partition (gelistet als "Linux swap").
Entfernen aller Partitionen
Zuerst entfernen wir alle existierenden Partitionen von der Festplatte. Drücken
Sie d um eine Partition zu löschen. Zum Beispiel um ein bestehendes
/dev/sda1 zu löschen:
Notiz:
Wenn Sie nicht alle Partitionen löschen möchten, löschen Sie nur diejenigen, die
Sie auch löschen wollen. An dieser Stelle empfiehlt der Autor eine Sicherung
Ihrer Daten anzulegen, um einen Verlust zu vermeiden.
|
Befehlsauflistung 4.4: Löschen einer Partition |
Command (m for help): d
Partition number (1-4): 1
|
Die Partition wurde zum Löschen vorgesehen. Sie wird nicht mehr angezeigt, wenn
Sie p drücken, sie wird aber nicht gelöscht, bis Ihre Änderungen
gespeichert wurden. Wenn Sie einen Fehler gemacht haben und ohne Speichern Ihrer
Änderungen abbrechen wollen, drücken Sie umgehend q und Enter und Ihre
Partition wird nicht gelöscht werden.
Angenommen, dass Sie wirklich alle Partitionen auf Ihrer Festplatte löschen
wollen, drücken Sie wiederholt p um die Partitionstabelle anzuzeigen und
dann d und die Nummer der Partition die Sie löschen wollen. Schließlich
werden Sie eine leere Partitionstabelle haben:
Befehlsauflistung 4.5: Eine leere Partitionstabelle |
Disk /dev/sda: 30.7 GB, 30750031872 bytes
141 heads, 63 sectors/track, 6761 cylinders
Units = cylinders of 8883 * 512 = 4548096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
Command (m for help):
|
Jetzt, da die Partitionstabelle im Speicher leer ist, sind wir bereit die
Partitionen zu erstellen. Wir werden ein Standard Partitionsschema benutzen,
wie wir es zuvor angesprochen haben. Natürlich sollten Sie den Instruktionen
nicht auf das Wort folgen, wenn Sie nicht dasselbe Partitionsschema verwenden
wollen!
Erstellen der PPC PReP Boot Partition
Zuerst erstellen wir eine kleine PReP Boot Partition. Drücken Sie n, um
eine neue Partition zu erstellen, dann p um eine primäre Partition zu
wählen, gefolgt von 1 um die erste primäre Partition zu wählen. Wenn Sie
nach dem ersten Zylinder gefragt werden, drücken Sie Enter. Werden Sie nach dem
letzten Zylinder gefragt, geben Sie +7M ein um eine 7 Mbyte große
Partition zu erstellen. Wenn Sie dass getan haben, drücken Sie t um den
Partitionstyp zu setzen, 1 um die Partiton, die Sie gerade angelegt haben
auszuwählen und dann 41 un den Partitionstyp auf "PPC PReP Boot" zu
setzen. Schließlich müssen Sie die PReP Partition als bootbar markieren.
Notiz:
Die PReP Partition muss kleiner als 8 MByte sein!
|
Befehlsauflistung 4.6: Erstellen der PReP Boot Partition |
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 30.7 GB, 30750031872 bytes
141 heads, 63 sectors/track, 6761 cylinders
Units = cylinders of 8883 * 512 = 4548096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
Command (m for help): n
Command action
e extended
p primary partition (1-4)
p
Partition number (1-4): 1
First cylinder (1-6761, default 1):
Using default value 1
Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (1-6761, default 6761): +8M
Command (m for help): t
Selected partition 1
Hex code (type L to list codes): 41
Changed system type of partition 1 to 41 (PPC PReP Boot)
Command (m for help): a
Partition number (1-4): 1
Command (m for help):
|
Wenn Sie jetzt p drücken, sollten Sie die folgende Partitionstabelle
sehen:
Befehlsauflistung 4.7: Erstellte Boot Partition |
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 30.7 GB, 30750031872 bytes
141 heads, 63 sectors/track, 6761 cylinders
Units = cylinders of 8883 * 512 = 4548096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 * 1 3 13293 41 PPC PReP Boot
Command (m for help):
|
Erstellen der Swap Partition
Nun erstellen Sie die Swap Partition. Dazu drücken Sie n, um
eine neue Partition zu erstellen, dann p, um fdisk mitzuteilen, dass Sie
eine primäre Partition anlegen möchten. Dann drücken Sie 2, um die
zweite primäre Partition, in unserem Fall /dev/sda2, anzulegen.
Wenn Sie nach dem ersten Zylinder gefragt werden, drücken Sie Enter. Wenn Sie
nach dem letzten Zylinder gefragt werden, tippen Sie +512M ein, um eine
Partition mit einer Größe von 512 MB zu erstellen. Nachdem Sie dies getan
haben, müssen Sie mit t den Partitionstyp festlegen, 2, um die
gerade angelegte Partition auszuwählen und dann 82, um den Partitionstyp
als "Linux Swap" festzulegen. Nachdem Sie diese Schritte abgeschlossen haben,
drücken Sie p und Sie erhalten eine Paritionstabelle, die etwa so wie
diese aussieht:
Befehlsauflistung 4.8: Partitionstabelle nach Erstellen einer Swap Partition |
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 30.7 GB, 30750031872 bytes
141 heads, 63 sectors/track, 6761 cylinders
Units = cylinders of 8883 * 512 = 4548096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 1 3 13293 41 PPC PReP Boot
/dev/sda2 4 117 506331 82 Linux swap
Command (m for help):
|
Erstellen der Root Partition
Zum Schluss müssen Sie noch die Root Partition erstellen. Dazu drücken Sie
n, um eine neue Partition zu erstellen, dann p um fdisk
mitzuteilen, dass Sie eine primäre Partition anlegen möchten. Dann drücken Sie
3, um die dritte primäre Partition, /dev/sda3 in unserem
Fall, anzulegen. Wenn Sie nach dem ersten Zylinder gefragt werden, drücken Sie
Enter. Wenn Sie nach dem letzten Zylinder gefragt werden, tippen Sie Enter, um
eine Partition zu erstellen, die den restlichen freien Platz belegt. Nachdem Sie
diese Schritte abgeschlossen haben, sollte durch Drücken von p eine
Paritionstabelle angezeigt werden, die etwa so wie diese aussieht:
Befehlsauflistung 4.9: Partitionstabelle nach Erstellen der Root Partition |
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 30.7 GB, 30750031872 bytes
141 heads, 63 sectors/track, 6761 cylinders
Units = cylinders of 8883 * 512 = 4548096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 1 3 13293 41 PPC PReP Boot
/dev/sda2 4 117 506331 82 Linux swap
/dev/sda3 118 6761 29509326 83 Linux
Command (m for help):
|
Speichern des Partitionslayouts
Um das Partitionslayout zu speichern und fdisk zu verlassen, drücken Sie
w.
Befehlsauflistung 4.10: Speichern und verlassen von fdisk |
Command (m for help): w
|
Jetzt da Ihre Partitionen erstellt sind, können Sie mit dem
Erstellen der Dateisysteme fortfahren.
4.e. Erstellen der Dateisysteme
Einleitung
Jetzt, da Ihre Partitionen erstellt sind, ist es an der Zeit Dateisysteme auf
ihnen anzulegen. Wenn es Ihnen egal ist welche Dateisysteme ausgewählt werden
und mit dem zufrieden sind, was wir als Standard in diesem Handbuch benutzen,
fahren Sie mit Dateisystem auf einer Partition anlegen fort.
Wenn nicht, lesen Sie weiter um die verfügbaren Dateisysteme kennen zu lernen...
Dateisysteme?
Notiz:
Verschiedene Dateisysteme sind verfügbar.
|
ext2 ist das erprobte und wahre Linux Dateisystem, unterstützt aber kein
Metadata Journaling, was bedeutet, dass routinemäßige Dateisystem Checks beim
Booten ziemlich zeitaufwändig sein können. Es gibt mittlerweile eine Auswahl an
journalisierenden Dateisystemen neuerer Generation, die die Konsistenzchecks
sehr schnell erledigen und dadurch im Vergleich mit den nicht-journalisierenden
Gegenstücken vorzuziehen sind. Jounalisierende Dateisysteme verhindern lange
Verzögerungen beim Booten, wenn sich das Dateisystem in einem inkonsistenten
Zustand befindet.
ext3 ist die journalisierende Version des ext2 Dateisystems, die
Metadata Journaling für schnelle Wiederherstellung sowie andere verbesserte
Journaling Modi wie "full data" und "ordered data" Jornaling unterstützt. ext3
ist ein sehr gutes und verlässliches Dateisystem. Es hat eine zusätzliche
hashed b-tree Indexing Option die in fast allen Situationen hohe Performance
ermöglicht. Sie können diese Indexierung aktivieren indem Sie
-O dir_index zum mke2fs Befehl hinzufügen. Kurz gesagt: ext3 ist
ein exzellentes Dateisystem.
ReiserFS ist ein B*-tree basierendes Dateisystem mit einer sehr guten
allgemeinen Performance und überholt sowohl ext2 und ext3 im Umgang mit kleinen
Dateien (Dateien kleiner als 4k) oftmals mit einem Faktor von 10x-15x. ReiserFS
skaliert ausserdem extrem gut und hat Metadata Journaling. Seit Kernel 2.4.18+
ist ReiserFS solide und sowohl als Dateisystem für generelle Anwendungen, als
auch für extreme Fälle wie große Dateisysteme, den Gebrauch mit vielen kleinen
Dateien, den Gebrauch mit sehr großen Dateien und Verzeichnissen mit tausenden
von Dateien brauchbar.
XFS ist ein Dateisystem mit Metadaten Journaling, dass unter dem Gentoo
Linux xfs-sources Kernel voll unterstüzt wird. Es beinhaltet ein robustes
Feature-Set und ist auf Skalierbarkeit optimiert. Wir empfehlen den Einsatz
dieses Dateisystems nur auf Linux Systemen mit High-End SCSI und/oder Fibre
Channel Storage und einer unterbrechungsfreien Stromversorgung. Da XFS agressiv
in-transit Daten im RAM puffert, können unsachgemäß designte Programme (solche
die keine Vorsichtsmaßnahmen treffen, wenn Sie auf die Festplatte schreiben und
davon gibt es einige) dazu führen, dass eine ganze Menge Daten verloren gehen,
wenn das System unerwartet ausfällt.
JFS ist IBMs hochgeschwindigkeits journalisierendes Dateisystem. Es ist
kürzlich bereit für den Produktionseinsatz geworden.
Dateisystem auf einer Partition anlegen
Um ein Dateisystem auf einer Partition oder einem Volume zu erstellen, gibt es
für jedes mögliche Dateisystem entsprechende Programme:
| Dateisystem |
Befehl zur Erstellung |
| ext2 |
mke2fs |
| ext3 |
mke2fs -j |
| reiserfs |
mkreiserfs |
| xfs |
mkfs.xfs |
| jfs |
mkfs.jfs |
Zum Beispiel, um die Root Partition (/dev/sda4 in unserem Beispiel)
als ext3 (wie in unserem Beispiel) zu formatieren, würden Sie folgendes
benutzen:
Befehlsauflistung 5.1: Dateisystem auf einer Partition anlegen |
# mke2fs -j /dev/sda4
|
Erstellen Sie nun die Dateisysteme auf Ihren neu erstellten Partionen (oder
logischen Volumes).
Aktivieren der Swap Partition
mkswap ist der Befehl, der benutzt wird um Swap Partitionen zu
initialisieren:
Befehlsauflistung 5.2: Erstellen einer Swap Signatur |
# mkswap /dev/sda3
|
Um die Swap Partition zu aktivieren, benutzen Sie swapon:
Befehlsauflistung 5.3: Aktivieren der Swap Partition |
# swapon /dev/sda3
|
Erstellen und aktivieren Sie jetzt den Swap mit den oben erwähnten Befehlen.
4.f. Mounten
Nachdem Ihre Partitionen nun initialisiert sind und ein Dateisystem beinhalten,
ist es an der Zeit diese Partitionen zu mounten. Benutzen Sie den mount
Befehl. Vergessen Sie nicht die notwendigen Mount Verzeichnisse für jede
erstellte Partition anzulegen. Als Beispiel erstellen wir einen Mountpunkt und
mounten die Root und Boot Partition:
Befehlsauflistung 6.1: Mounten von Partitionen |
# mkdir /mnt/gentoo
# mount /dev/sda4 /mnt/gentoo
|
Notiz:
Wenn Sie Ihr /tmp auf eine separate Partition legen möchten,
stellen Sie sicher, dass Sie die Berechtigungen nach dem Mounten ändern:
chmod 1777 /mnt/gentoo/tmp. Dies gilt auch für /var/tmp.
|
Fahren Sie mit der Installation der Gentoo
Installationsdateien fort.
5. Installation der Gentoo Installations Dateien
5.a. Ein Stage-Archiv installieren
Setzen von Zeit/Datum
Bevor Sie fortfahren, sollten Sie Ihre Zeit/Datum Einstellung überprüfen und
gegebenenfalls anpassen. Eine falsch eingestellte Uhr kann zu merkwürdigen
Resultaten in der Zukunft führen.
Um Zeit und Datum zu überprüfen, führen Sie date aus:
Befehlsauflistung 1.1: Zeit/Datum überprüfen |
# date
Fri Mar 29 16:21:18 CEST 2005
|
Wenn Zeit oder Datum falsch angezeigt wird, passen Sie die Einstellung mit der
date MMDDhhmmYYYY Syntax (Month, Day, hour,
minute und Year) an. Um die Zeiteinstellung auf den 29. März
2005, 16 Uhr 21 zu setzen, führen Sie zum Beispiel folgenden Befehl aus:
Befehlsauflistung 1.2: Setzen von Zeit/Datum |
# date 032916212005
|
Das Stage 3 Archiv finden
Wenn Sie das Netzwerk eingerichtet haben, da Sie ein Stage3-Archiv
herunterladen wollen, fahren Sie mit Alternativ:
Herunterladen eines Stage3-Archiv fort. Andernfalls lesen Sie
Standard: Stage-Archiv von der Installations-CD
benutzen
5.b. Standard: Stage-Archiv von der Installations-CD benutzen
Enpacken des Stage-Archiv
Die Stage-Archive liegen auf der CD im Verzeichnis
/mnt/cdrom/stages. Um eine Auflistung zu erhalten, benutzen Sie
ls:
Befehlsauflistung 2.1: Liste aller verfügbarer Stage-Archive |
# ls /mnt/cdrom/stages
|
Falls das System mit einem Fehler wie unten antwortet, müssen Sie die
CD-ROM mounten:
Befehlsauflistung 2.2: Mounten der CD-ROM |
# ls /mnt/cdrom/stages
ls: /mnt/cdrom/stages: No such file or directory
# mount /dev/cdroms/cdrom0 /mnt/cdrom
# ls /mnt/cdrom/stages
|
Nun gehen Sie zu Ihrem Gentoo Mountpunkt (gewöhnlich /mnt/gentoo):
Befehlsauflistung 2.3: Wechseln des Verzeichnisses zu /mnt/gentoo |
# cd /mnt/gentoo
|
Wir werden nun das von Ihnen gewählte Stage-Archiv entpacken. Dies erledigt
tar. Benutzen Sie die gleichen Schalter (xvjpf)! Das x
steht für Entpacken, das v für Verbose, was detailiertere
Informationen über den Entpackungsvorgang ausgibt (optional), das j gibt
das Dekomprimieren mit bzip2 an, p fordert Erhalten der
Dateirechte und f gibt an, dass der Input eine Datei ist und nicht
vom Standardinput gelesen werden soll. Beispielhaft entpacken wir das
Stage-Archiv stage3-<Subarchitektur>-2005.1-r1.tar.bz2.
Ersetzen Sie den Dateinamen durch den Ihres Stage-Archivs!
Befehlsauflistung 2.4: Entpacken des Stage-Archivs |
# tar xvjpf /mnt/cdrom/stages/stage3-<Subarchitektur>-2005.1-r1.tar.bz2
|
Wenn das Stage-Archiv installiert ist, fahren Sie nun mit der
Installation von Portage fort.
5.c. Alternativ: Ein Stage3-Archiv herunterladen
Herunterladen des Stage-Archivs
Wechseln Sie nun zum Gentoo Mountpunkt, jenes Verzeichnis unter dem
Sie vorhin Ihre zukünftige Gentoo Partition eingebunden haben
(wahrscheinlich /mnt/gentoo):
Befehlsauflistung 3.1: Wechseln zum Gentoo Mountpunkt |
# cd /mnt/gentoo
|
Abhängig vom Installationsmedium finden Sie verschiedene Programme, um das
Stage-Archiv herunter zu laden. Falls links2 verfügbar ist, können Sie
sofort die Gentoo
Mirrorliste ansteuern und einen Mirror in Ihrer Nähe auswählen.
Wenn links2 nicht verfügbar ist, sollte Ihnen lynx bereit stehen.
Wenn Sie über einen Proxy in das Internet gehen, exportieren Sie die
http_proxy und ftp_proxy Variablen:
Befehlsauflistung 3.2: Konfiguration der Proxy Informationen für lynx |
# export http_proxy="http://proxy.server.com:port"
# export ftp_proxy="http://proxy.server.com:port"
|
Wir gehen nun davon aus, dass Ihnen links2 zur Verfügung steht.
Wechseln Sie dann in das Verzeichnis releases/, gefolgt von Ihrer
Rechnerarchitektur (zum Beispiel x86/) und der Gentoo Version
(2005.1 oder 2005.1-r1, wenn verfügbar). In dem
Verzeichnis stages/ finden Sie die für Ihren Rechnertypen
verfügbaren Stage-Archive (sie sind möglichweise in individuellen
Unterverzeichnissen abgelegt). Wählen Sie eins und starten den Download mit der
Taste D! Danach können Sie den Browser mit der Taste Q schließen.
Befehlsauflistung 3.3: Mirrorliste mit links2 anschauen |
# links2 http://www.gentoo.org/main/en/mirrors.xml
# links2 -http-proxy proxy.server.com:8080 http://www.gentoo.org/main/en/mirrors.xml
|
Stellen Sie sicher, dass Sie ein stage3 Archiv herunterladen. Installationen
mit einem stage1 oder stage2 Archiv werden nicht länger unterstützt.
Wenn Sie die Integrität des heruntergeladenen Stage-Archivs prüfen wollen,
benutzen Sie md5sum und vergleichen Sie die Ausgabe mit den
MD5-Prüfsummen auf dem Mirror. Kontrollieren Sie zum Beispiel die Integrität
eines x86-Stage-Archivs:
Befehlsauflistung 3.4: Integrität eines Stage-Archives prüfen |
# md5sum -c stage3-x86-2005.1-r1.tar.bz2.md5
stage3-x86-2005.1-r1.tar.bz2: OK
|
Entpacken des Stage-Archiv
Nun entpacken Sie das heruntergeladene Stage-Archiv auf Ihrem System.
Wir benutzen tar dafür, weil es der direkte Weg ist:
Befehlsauflistung 3.5: Entpacken des Stage-Archivs |
# tar xvjpf stage3-*.tar.bz2
|
Stellen Sie sicher, dass Sie die gleichen Optionen benutzen (xvjpf).
Das x steht für Entpacken, das v für Verbose um zu
sehen was geschieht (dies ist optional), das p für Erhalten der
Dateirechte und das f besagt, dass Sie eine Datei entpacken möchten.
Wenn das Stage Archiv installiert ist, fahren Sie nun mit der
Installation von Portage fort.
5.d. Installation von Portage
Einen Portage Snapshot entpacken
Sie müssen einen Snapshot des Portage Tree installieren, eine Sammlung von
Dateien, die Portage informieren, welche Porgramme installiert werden können,
welche Profile es gibt, etc.
Entpacken des Portage Snapshot von der Installations CD
Um den Snapshot zu entpacken, schauen Sie in /mnd/cdrom/snapshots
nach, welcher Snapshot verfügbar ist:
Befehlsauflistung 4.1: Kontrollieren des Inhalts von /mnt/cdrom/snapshots |
# ls /mnt/cdrom/snapshots
|
Entpacken Sie nun den Snapshot mit dem folgenden Konstrukt. Stellen Sie erneut
sicher, dass Sie die exakt gleichen tar Optionen benutzen. Das -C
ist weiterhin ein großes C, kein c. Im nächsten Beispiel
benutzen wir portage-<date>.tar.bz2 als Dateinamen. Passen
Sie den Namen mit dem Namen des Snapshots von der Installations CD an.
Befehlsauflistung 4.2: Einen Portage Snapshot entpacken |
# tar xvjf /mnt/cdrom/snapshots/portage-<date>.tar.bz2 -C /mnt/gentoo/usr
|
Kopieren der Quelltext Archive
Sie müssen ebenfalls noch alle Quelltext Archive von der Universellen
Installations CD kopieren.
Befehlsauflistung 4.3: Quelltext Archive kopieren |
# mkdir /mnt/gentoo/usr/portage/distfiles
# cp /mnt/cdrom/distfiles/* /mnt/gentoo/usr/portage/distfiles/
|
5.e. Konfiguration der Compiler-Optionen
Einführung
Um Gentoo zu optimieren, können Sie einige Variablen setzen, die Einfluss
auf das Verhalten von Portage nehmen. Alle diese Variablen können als
Umgebungsvariablen gesetzt werden (mit export), dies ist aber keine
dauerhafte Lösung. Um Ihre Einstellungen zu behalten, bietet Portage Ihnen
/etc/make.conf, eine Konfigurationsdatei für Portage. Diese Datei
werden wir nun bearbeiten.
Notiz:
Eine kommentierte Auflistung aller verfügbaren Variablen finden Sie in
/mnt/gentoo/etc/make.conf.example. Für eine erfolgreiche Gentoo
Installation müssen Sie aber nur die im folgenden beschriebenen Variablen
setzen.
|
Starten Sie Ihren Lieblingseditor (in diesem Leitfaden nutzen wir nano)
um die im Folgenden vorgestellten Optimierungsvariablen zu ändern.
Befehlsauflistung 5.1: Öffnen von /etc/make.conf |
# nano -w /mnt/gentoo/etc/make.conf
|
Wie Sie sicher sofort bemerkt haben, schaut die Datei
make.conf.example wie eine typische Konfigurationsdatei aus:
auskommentierte Zeilen beginnen mit einem "#", andere Zeilen definieren
Variablen mittels einer VARIABLE="content" Syntax. Die
make.conf Datei nutzt die gleiche Syntax. Einige dieser Variablen
werden nun vorgestellt.
Warnung:
Wenn Sie eine Stage3-Installation mit GRP durchführen, nehmen Sie keine
Änderungen an der USE Variable vor. Sie können die USE Variable nach der
Installation der GRP Pakete anpassen. Sollten Sie diese Warnung ignorieren
werden Gremlins Ihr System angreifen!
|
CHOST
Die CHOST Variable deklariert den Zielerstellungs-Host für Ihr System.
Diese Variable sollte schon auf den korrekten Wert gesetzt sein.
Verändern Sie diese nicht, denn es kann Ihr System immens
beschädigen. Wenn die CHOST Variable Ihnen falsch zu sein scheint,
verwenden Sie unter Umständen ein falsches stage3 Archiv.
CFLAGS und CXXFLAGS
Die CFLAGS und CXXFLAGS Variablen definieren die Optimierungen
beispielsweise für den gcc C und C++ Compiler. Obgleich wir diese hier
nur allgemein definieren, erhalten Sie die maximale Leistung nur, wenn Sie die
Flags für jedes Programm einzeln optimieren. Als Begründung sei genannt: Jedes
Programm verhält sich anders.
In make.conf sollten Sie die Optimierungs-Flags definieren, von
denen Sie erwarten, dass Ihr System allgemein am anspechbarsten ist.
Machen Sie keine Experimente bei dieser Variable; zu forsche
Optimierung kann dazu führen, dass Programme sich böswillig verhalten
(Abstürze, oder noch viel schlimmer: Fehlfunktionen).
Wir werden nicht alle möglichen Optimierungsoptionen erklären. Wenn Sie
diese gerne komplett kennenlernen möchten, schauen Sie sich das
GNU Online Manual
oder die gcc Info-Seite (info gcc -- geht erst auf einem
installierten System) an. Die make.conf.example Datei selbst
enthält weitere Beispiele und Informationen; vergessen Sie nicht, diese zu
lesen.
Die erste Einstellung ist das -march= Flag, dieses spezifiziert den
Namen der Zielarchitektur. Mögliche Optionen werden in make.conf.example
(als Kommentare) beschrieben. Als Beispiel die Einstellung für eine x86 Athlon
XP Architektur:
Befehlsauflistung 5.2: Die GCC march Einstellung |
-march=athlon-xp
|
Die zweite ist das -O Flag (das ist ein großes O, keine Null), welches
für eine gcc Optimierungsklasse steht.
Mögliche Klassen sind s (schlankes Kompilat, engl. size-optimized),
0 (eine Null für keine Optimierung), 1, 2 oder 3
für auf höhere Geschwindigkeit optimierte Flags (jede Klasse erbt die Flags
der kleineren, zuzüglich ein paar Extras). Zum Beispiel eine Klasse-2
Optimierung:
Befehlsauflistung 5.3: Die GCC O Einstellung |
-O2
|
Weitere gerne benutzte Optimierungsflags sind -pipe (benutzt Pipes
statt temporärer Dateien für die Kommunikation zwischen den verschiedenen
Stufen des Übersetzungsvorganges)
Beachten Sie, dass die Nutzung von -fomit-frame-pointer (dadurch
werden die Frame Pointer für Funktionen, die diese nicht brauchen, nicht mehr
in einem Register gehalten) erhebliche Auswirkungen auf das Debuggen von
Anwendungen hat!
In CFLAGS und CXXFLAGS können Sie mehrere Optimierungsflags
kombinieren, wie das folgende Beispiel zeigt:
Befehlsauflistung 5.4: Setzen der CFLAGS und CXXFLAGS Variablen |
CFLAGS="-march=athlon-xp -pipe -O2"
CXXFLAGS="${CFLAGS}"
|
MAKEOPTS
Mit MAKEOPTS können Sie festlegen, wieviele Kompilerprozesse parallel
gestartet werden, wenn Sie ein Paket installieren. Eine gute Wahl ist die
Anzahl der CPUs in Ihrem System erhöht um Eins, jedoch ist diese Richtlinie
nicht immer passend.
Befehlsauflistung 5.5: MAKEOPTS eines gewöhnlichen 1-CPU Systems |
MAKEOPTS="-j2"
|
Auf die Plätze, fertig, los!
Aktualisieren Sie /mnt/gentoo/etc/make.conf nach Ihren
Bedürfnissen und speichern Sie die Datei (nano Benutzer drücken
Strg-X). Nun sind Sie bereit um mit der
Chroot in das Gentoo Basis System
fort zu fahren.
6. Chroot in das Gentoo Basis System
2.a. Chroot
Mounten des /proc und /dev Dateisystems
Mounten Sie das /proc Dateisystem nach
/mnt/gentoo/proc, um für die Installation vom Kernel angebotene
Informationen innerhalb der chroot Umgebung nutzbar zu machen. Mounten Sie
außerdem mit Bind das /dev Dateisystem.
Befehlsauflistung 1.1: Mounten von /proc und /dev |
# mount -t proc none /mnt/gentoo/proc
# mount -o bind /dev /mnt/gentoo/dev
|
Optional: Kopieren der DNS Informationen
Wenn Sie das Netzwerk eingerichtet haben, um ein Stage Archiv herunterzuladen
müssen Sie die DNS Informationen aus der
/etc/resolv.conf in die Chroot Umgebung kopieren. Sie müssen diesen Schritt
ausführen, um sicherzustellen, dass Ihr Netzwerk nach dem Betreten der Chroot
Umgebung noch funktioniert. /etc/resolv.conf enthält die Nameserver
für Ihr Netzwerk.
Befehlsauflistung 1.2: Kopieren der DNS Informationen |
# cp -L /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/resolv.conf
|
Betreten der neuen Umgebung
Nachdem nun alle Partitionen initialisiert und das Basis System installiert
ist, können Sie nun Ihre neue Installationsumgebung zu betreten, indem Sie
in die Umgebung chrooten. Das bedeutet, dass Sie von der aktuellen
Installationsumgebung (die Installations CD oder ein anderes Installationsmedium) in Ihr
zu installierendes System (nämlich das der initialisierten Partitionen) wechseln.
Das chrooting erfolgt in 3 Schritten. Als erstes werden wir das root von
/ (auf dem Installationsmedium) nach /mnt/gentoo (auf Ihren
Partitionen) mittels chroot wechseln. Sie müssen nun eine neue Umgebung
anlegen, indem Sie env-update benutzen, was hauptsächlich neue
Umgebungsvariablen anlegt. Zu guter Letzt laden Sie diese Variablen durch
den Befehl source in den Speicher.
Befehlsauflistung 1.3: Chroot in die neue Umgebung |
# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# env-update
>>> Regenerating /etc/ld.so.cache...
# source /etc/profile
# export PS1="(chroot) $PS1"
|
Glückwunsch! Sie sind nun in Ihrer neuen Gentoo Linux Umgebung. Natürlich sind
wir noch nicht fertig, darum gibt es auch noch einige Abschnitte in der Anleitung
denen Sie folgen müssen.
Erstellen des Cache für Portage
Sie haben bereits den Portage-Baum installiert, jedoch sollten Sie nun den
Cache für Portage erstellen, um zukünftige emerge Operationen zu beschleunigen.
emerge --metadata erledigt das für Sie.
Befehlsauflistung 1.4: Erstellen des Cache für Portage |
# emerge --metadata
|
6.b. Konfiguration der USE Variable
Was ist die USE Variable?
USE heißt eine der mächtigsten Variablen, die Gentoo seinen Benutzern
anbietet. Viele Programme können mit oder ohne optionale Unterstützung für
bestimmte Dinge übersetzt werden. Beispielsweise können einige Programme mit
gtk Unterstützung oder mit qt Unterstützung übersetzt werden oder mit keiner
der beiden. Einige Programme können mit oder ohne SSL Unterstützung übersetzt
werden. Einige Programme können sogar mit Framebuffer Support (svgalib)
anstelle von X11 Support (X-server) übersetzt werden.
Die meisten Distributionen kompilieren ihre Pakete mit eingeschalteter
Unterstützung für alles, was möglich ist. Dies vergrößert die Programme,
verlängert die Startzeit und, nicht zu vergessen, erhöht die Abhängigkeiten.
Mit Gentoo können Sie selbst bestimmen, mit welchen Optionen ein Paket übersetzt
werden soll. Hier kommen die USE Variable ins Spiel.
Mit der USE Variable definieren Sie Schlagworte, die dann auf
Optionen beim Übersetzen abgebildet werden. Zum Beispiel wird ssl
zu SSL Unterstützung führen, wenn das Programm dies unterstützt.
-X entfernt die X-Server Unterstützung (beachten Sie das
Minuszeichen). gnome gtk -kde -qt führt zu übersetzten
Programmen mit Gnome (und gtk) Unterstützung aber ohne KDE (und QT)
Unterstützung, also zu einem ganz auf Gnome ausgerichteten System.
Anpassen USE Variable
Warnung:
Nehmen Sie keinerlei Anpassungen an der USE Variable vor, wenn Sie planen GRP
Pakete zu installieren. Sie können die USE Variable nach der Installation der
GRP Pakete anpassen. Sollten Sie diese Warnung ignorieren, werden Gremlins Ihr
System angreifen!
|
Die Standardeinstellungen für USE sind in der
/etc/make.profile/make.defaults Datei in Ihrem Profil definiert.
Sie finden make.defaults Dateien in dem Verzeichnis, auf welches
/etc/make.profile zeigt und übergeordneten Verzeichnissen. Die
Gesamtheite aller aktivierten USE Falgs ergibt sich, aus allen USE
Angaben in allen make.defaults Dateien.
Was Sie in /etc/make.conf plazieren, wird zu den Standardeinstellungen
addiert. Wenn Sie der USE Einstellung etwas hinzufügen, werden die
Standardvorgaben damit erweitert. Wenn Sie von der USE Einstellung
etwas entfernen (mit einem Minuszeichen davor), so wird dies
aus der Standardeinstellung entfernt (falls es überhaupt in dieser
vorhanden war). Niemals sollten Sie irgendwas in
/etc/make.profile modifizieren; dies wird beim nächsten Portage
Update überschrieben!
Eine vollständige Beschreibung zu USE können Sie im zweiten Teil des
Gentoo Handbuch, USE Flags,
lesen. Eine vollständige Beschreibung der USE Flags finden Sie in Ihrem System
in /usr/portage/profiles/use.desc.
Befehlsauflistung 2.1: Verfügbare USE Flags anschauen |
# less /usr/portage/profiles/use.desc
|
Als Beispiel nun die USE Einstellung für ein
KDE-basiertes System mit Überstützung für DVD, ALSA und
CD-Brenner.
Befehlsauflistung 2.2: /etc/make.conf Öffnen |
# nano -w /etc/make.conf
|
Befehlsauflistung 2.3: USE Einstellung |
USE="-gtk -gnome qt kde dvd alsa cdr"
|
7. Konfiguration des Kernels
7.a. Zeitzone
Zuerst müssen Sie Ihre Zeitzone auswählen, damit das System weiss wo es sich
befindet. Suchen Sie Ihre Zeitzone in /usr/share/zoneinfo und
kopieren Sie diese dann nach /etc/localtime. Bitte vermeiden Sie
die /usr/share/zoneinfo/Etc/GMT* Zeitzonen, denn deren Namen
verweisen nicht auf die erwarteten Zonen. Zum Beispiel ist GMT-8
in Wirklichkeit GMT+8.
Befehlsauflistung 1.1: Setzen der Zeitzonen Information |
# ls /usr/share/zoneinfo
# cp /usr/share/zoneinfo/GMT /etc/localtime
|
7.b. Installieren der Quellen
Auswählen eines Kernels
Der Kern um den herum alle Distributionen gebaut sind, ist der Linux Kernel. Es
ist die Ebene zwischen den Benutzerprogrammen und der Systemhardware. Gentoo
bietet seinen Benutzern verschiedene mögliche Kernelquellen. Eine komplette
Auflistung mit Beschreibungen finden Sie im Gentoo Kernel Guide.
Für PPC64 sollten Sie die gentoo-sources verwenden. Fahren wir also mit
dem emergen der Kernelquellen fort. Das USE="-doc" ist notwendig
um zu verhindern, dass xorg-x11 oder andere Abhängigkeiten zu diesem Zeitpunkt
installiert werden. USE="symlink" ist nicht zwingend bei einer
Neuinstallation, stellt aber sicher, dass der /usr/src/linux
Symlink korrekt erstellt wird.
Befehlsauflistung 2.1: Installieren einer Kernelquelle |
# USE="-doc symlink" emerge gentoo-sources
|
Wenn Sie einen Blick in /usr/src werfen, sollten Sie einen Symlink
namens linux sehen, der auf Ihre Kernelquelle verweist. In diesem
Fall verweisen die installierten Kernelquellen auf
gentoo-sources-2.6.12-r10. Denken Sie daran, dass Ihre Version eine
andere sein kann.
Befehlsauflistung 2.2: Anzeigen des Kernelquellen Symlinks |
# ls -l /usr/src/linux
lrwxrwxrwx 1 root root 12 Oct 13 11:04 /usr/src/linux -> linux-2.6.12-gentoo-r10
|
Nun ist es Zeit Ihre Kernelquelle zu konfigurieren und zu kompilieren. Es gibt
die Möglichkeit "genkernel" zu verwenden, welches einen generischen Kernel
erstellt wie er auf den Installations-CDs verwendet wird, aber dieser ist im
Moment für PPC64 nicht voll funktionstüchtig.
Fahren Sie nun mit Manuelle Konfiguration fort.
7.c. Manuelle Konfiguration
Einleitung
Einen Kernel manuell zu konfigurieren wird oft als der schwierigste Teil
gesehen, den ein Linux Benutzer meistern muss. Nichts ist weiter von der
Wahrheit entfernt -- Nach der Konfiguration von ein paar Kerneln werden Sie
sich gar nicht daran erinnern, dass es schwer war ;)
Wie auch immer, eine Sache ist wahr: Sie müssen Ihr System kennen wenn
Sie einen Kernel manuell konfigurieren. Die meisten Informationen können
gesammelt werden indem Sie pciutils installieren (emerge pciutils),
welches lspci enthält. Sie haben nun die Möglichkeit lspci
innerhalb der chroot Umgebung zu verwenden. Sie können ohne Sorge jegliche
pcilib Warnungen (wie pcilib: cannot open /sys/bus/pci/devices), die
lspci auswirft, ignorieren. Alternativ können Sie lspci in einer
nicht-chroot Umgebung ausführen. Die Resultate sind dieselben. Sie
können auch lsmod ausführen um zu sehen welche Kernelmodule die
Installations-CD verwendet (es kann ihnen einen guten Hinweis darauf geben was
zu aktivieren ist).
Gehen Sie nun in Ihr Kernelquellverzeichnis und führen Sie
make menuconfig aus. Dies startet ein ncurses-basiertes
Konfigurationsmenü.
Wenn Sie den Kernel auf einem 32Bit Userland System kompilieren, müssen Sie
folgende Zeile am Ende von /etc/profile hinzufügen:
Befehlsauflistung 3.1: 32Bit Userland Alias für make |
# echo 'alias ppc64make="make ARCH=ppc64 CROSS_COMPILE=powerpc64-unknown-linux-gnu-"' >> /etc/profile
# source /etc/profile
|
Befehlsauflistung 3.2: menuconfig aufrufen |
# cd /usr/src/linux
(64Bit Userland) # make menuconfig
(32Bit Userland) # ppc64make menuconfig
|
Ihnen werden verschiedene Konfigurationssektionen präsentiert. Wir listen
zunächst einige Optionen auf, die sie aktivieren müssen (ansonsten wird Gentoo
nicht funktionieren oder ohne zusätzliche Veränderungen nicht richtig
funktionieren).
Aktivieren der benötigten Optionen
Zunächst aktivieren Sie die Benutzung von Entwicklungs- und Experiementellem/n
Code/Treibern. Sie brauchen dies, denn ansonsten werden einige wichtige
Codeabschnitte/Treiber nicht erscheinen:
Befehlsauflistung 3.3: Selektieren experimentellem/n Code/Treibern; generelle Einstellungen |
Code maturity level options --->
[*] Prompt for development and/or incomplete code/drivers
General setup --->
[*] Support for hot-pluggable devices
|
Gehen Sie nun in File Systems und selektieren Sie Unterstützung für die
Dateisysteme die Sie benutzen. Kompilieren Sie diese nicht als Module,
ansonsten wird ihr Gentoo System nicht fähig sein Ihre Partitionen zu mounten.
Selektieren Sie auch Virtual memory, /proc file system, /dev
file system + Automatically mount at boot und /dev/pts file system
for Unix98 PTYs:
Befehlsauflistung 3.4: Selektieren notwendiger Dateisysteme |
File systems --->
[*] Virtual memory file system support (former shm fs)
[*] /proc file system support
[*] /dev/pts file system for Unix98 PTYs
<*> Reiserfs support
<*> Ext3 journalling file system support
<*> JFS filesystem support
<*> Second extended fs support
<*> XFS filesystem support
|
Notiz:
Sie werden einige der erwähnten Optionen unter Pseudo filesystems finden,
welches ein Unterpunkt von File systems ist.
|
Wenn Sie PPPoE benutzen um sich ins Internet einzuwählen oder Sie ein
Einwahlmodem benutzen, brauchen Sie folgende Optionen im Kernel (Sie werden die
erwähnten Optionen unter Networking support finden, welches ein Unterpunkt von
Device Drivers ist):
Befehlsauflistung 3.5: Auswählen der für PPPoE notwendigen Treiber |
Network device support --->
<*> PPP (point-to-point protocol) support
<*> PPP support for async serial ports
<*> PPP support for sync tty ports
|
Die zwei Komprimierungsoptionen werden nicht schaden, aber werden auch nicht
unbedingt gebraucht, ebensowenig wie die PPP over Ethernet Option, die
wohl nur von rp-pppoe verwendet wird, wenn es konfiguriert ist den PPPoE
Kernelmodus zu benutzen.
Wenn Sie es benötigen, vergessen Sie nicht die Unterstützung für Ihre
Ethernetkarte in den Kernel einzubinden.
Deaktivieren Sie die ADB raw keycodes:
Befehlsauflistung 3.6: ADB raw keycodes deaktivieren |
Macintosh Device Drivers --->
[ ] Support for ADB raw keycodes
|
Wenn Sie mit der Konfiguration des Kernels fertig sind, fahren Sie mit dem Kompilieren und Installieren fort.
Kompilieren und Installieren
Nun da Ihr Kernel konfiguriert ist, ist es Zeit ihn zu kompilieren und zu
installieren. Verlassen Sie die Konfiguration und starten Sie den
Kompilationsprozess:
Befehlsauflistung 3.7: Kompilieren des Kernels |
(64Bit Userland) # make && make modules_install
(32Bit Userland) # ppc64make && ppc64make modules_install
|
Wenn der Kernel fertig ist mit der Kompilierung, kopieren Sie das Kernelimage
nach /boot. Denken Sie daran <Kernelversion>
durch den Namen und die Version Ihres Kernels zu ersetzten.
Befehlsauflistung 3.8: Installieren des Kernels |
# cp vmlinux /boot/<Kernelversion<
|
Fahren Sie nun mit der Konfiguration der Module fort.
7.d. Konfiguration der Module
Sie sollten alle Module, die automatisch geladen werden sollen, in
/etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 aufführen.
Sie können den Modulen weitere Optionen mitgeben, wenn Sie wollen.
Um alle verfügbaren Module anzuzeigen, führen Sie folgenden find Befehl
aus. Vergessen Sie nicht "<kernel version>" mit der Version des Kernels zu
ersetzen, den Sie gerade kompiliert haben:
Befehlsauflistung 4.1: Anzeigen aller verfügbarer Module |
# find /lib/modules/<kernel version>/ -type f -iname '*.o' -or -iname '*.ko'
|
Um zum Beispiel das 3c59x.o Modul automatisch zu laden editieren Sie die
kernel-2.6 Datei und tragen den Modulnamen ein.
Befehlsauflistung 4.2: /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 bearbeiten |
# nano -w /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6
|
Befehlsauflistung 4.3: /etc/modules.autoload.d/kernel-2.6 |
3c59x
|
Setzten Sie die Installation mit der Konfiguration des Systems fort.
8. Konfiguration des Systems
8.a. Dateisystem-Informationen
Was ist die fstab?
Unter Linux müssen alle für das System notwendigen Partitionen in der Datei
/etc/fstab aufgelistet sein. Die Datei beinhaltet Informationen
darüber, an welcher Stelle jede Partition im Verzeichnisbaum eingehängt
(gemountet) werden soll, um welches Dateisystem es sich handelt und weitere
Optionen (automatisches Mounten beim Systemstart oder nicht, mounten durch User
erlauben für z.B. CD-Rom, Floppy, USB-Sticks usw.).
Erstellen der /etc/fstab
/etc/fstab verwendet eine spezielle Syntax. Jede Zeile besteht aus
sechs Feldern, die durch Leerzeichen oder Tabs getrennt sind. Jedes Feld hat
eine bestimmte Bedeutung:
-
Das erste Feld beschreibt die einzuhängende Partition (also den Pfad
zur Geräte-Datei)
-
Das zweite Feld gibt den Mountpoint im Verzeichnisbaum für die
Partition an.
-
Das dritte Feld gibt den Typ des Dateisystems der Partition an.
-
Das vierte Feld gibt die Mount-Optionen an, die beim Ausführen von
mount benutzt werden. Da es für jedes Dateisystem verschiedene
Mountoptionen gibt, ist es empfehlenswert die Liste der Optionen in der
man-page (man mount) nachzulesen. Mehrere Optionen werden durch
Kommata getrennt.
-
Das fünfte Feld wird von dump benutzt um festzustellen, ob die
Partition gesichert werden soll oder nicht. Normalerweise lässt man diesen
Wert auf 0 (Null).
-
Das sechste Feld wird von fsck ausgelesen um Reihenfolge
festzustellen, in der das Dateisystem auf Inkonsistenz zu prüfen ist,
wenn das System nicht ordentlich heruntergefahren wurde. Das Root-Dateisystem
sollte in diesem Feld eine 1 haben; alle anderen Dateisysteme eine
2 (Dateisysteme, bei denen keine Prüfung notwendig ist eine 0).
Die von Gentoo mitgelieferte Datei /etc/fstab ist
keine valide fstab-Datei. Starten Sie nano (oder den Editor
Ihrer Wahl) um die Datei /etc/fstab zu editieren:
Befehlsauflistung 1.1: Öffnen von /etc/fstab |
# nano -w /etc/fstab
|
Schauen wir uns einmal die Optionen für die /boot Partition an.
Das ist nur ein Beispiel, falls Ihr System keine /boot Partition
benötigt (wie z.B. PPC), übernehmen Sie den Eintrag einfach nicht.
In diesem Beispiel ist die /boot Partion auf
/dev/hda1 mit dem ext2 Dateisystem formatiert.
Die Partition soll beim Systemstart geprüft werden. Also muss der Eintrag
folgendermaßen aussehen:
Befehlsauflistung 1.2: Beispiel: /boot-Partition in /etc/fstab |
/dev/hda1 /boot ext2 defaults 1 2
|
Einige Benutzer möchten nicht, dass ihre /boot Partition
automatisch gemounted wird, um die Sicherheit des Systems zu erhöhen. In diesem
Fall sollten Sie defaults durch noauto ersetzen. Dies bedeutet,
dass Sie die Partition jedesmal händisch mounten müssen, wenn Sie sie benutzen
möchten.
Um die Geschwindigkeit zu erhöhen, fügen manche Benutzer noatime als
Mountoption hinzu. Das Ergebnis ist ein schnelleres System, da die
Zugriffszeiten (die Sie normalerweise sowieso nicht benötigen) nicht
registriert werden:
Befehlsauflistung 1.3: Eine verbesserte /boot-Zeile für /etc/fstab |
/dev/hda1 /boot ext2 defaults,noatime 1 2
|
Wenn wir das Beispiel auf die Partitionen /boot, /
und die Swap-Partiton übertragen, erhalten wir folgende 3 Zeilen in der fstab:
Befehlsauflistung 1.4: 3 Zeilen in /etc/fstab |
/dev/hda1 /boot ext2 defaults,noatime 1 2
/dev/hda2 none swap sw 0 0
/dev/hda3 / ext3 noatime 0 1
|
Zur Vervollständigung fehlen noch Einträge für /proc, tmpfs
(notwendig) und für Ihr CD-ROM-Laufwerk. Falls Sie weitere Partitionen oder ein
Diskettenlaufwerk haben, sollten Sie diese natürlich auch eintragen:
Befehlsauflistung 1.5: Beispiel: Vollständige /etc/fstab |
/dev/hda1 /boot ext2 defaults,noatime 1 2
/dev/hda2 none swap sw 0 0
/dev/hda3 / ext3 noatime 0 1
none /proc proc defaults 0 0
none /dev/shm tmpfs nodev,nosuid,noexec 0 0
/dev/cdroms/cdrom0 /mnt/cdrom auto noauto,user 0 0
|
Die Option auto veranlasst mount dazu, das Dateisystem
automatisch zu erkennen (empfehlenswert für austauschbare Medien, da diese
verschiedene Dateisysteme enthalten können, z.B. CD-ROM). Die Option
user erlaubt es normalen Benutzern, das CD-ROM zu mounten.
Erstellen Sie nun anhand des Beispiels Ihre /etc/fstab. Falls Sie
Gentoo auf einer SPARC-Architektur installieren, sollten Sie noch
folgende Zeile hinzufügen:
Befehlsauflistung 1.6: openprom-Dateisystem in /etc/fstab |
none /proc/openprom openpromfs defaults 0 0
|
Überprüfen Sie nochmal jeden Eintrag, da bei Tippfehlern Ihr System
möglicherweise nicht bootet. Speichern Sie dann Ihre /etc/fstab
und beenden Sie den Editor.
8.b. Netzwerk-Informationen
Hostname, Domainname usw.
Jetzt müssen Sie Ihrem Computer einen Namen geben, den sogenannten Hostnamen.
Das ist eigentlich keine Kunst, aber einige Benutzer haben
Schwierigkeiten einen angemessenen Namen für Ihr System zu finden. Sie sollten
jetzt keine großen Gedanken damit verschwenden, da Sie den Namen später noch
ändern können. Im folgenden Beispiel nennen wir unser System tux und die
Domain homenetwork.
Zuerst tragen Sie den Hostnamen in die Datei /etc/hostname ein:
Befehlsauflistung 2.1: Setzen des Hostnamens |
# nano -w /etc/conf.d/hostname
HOSTNAME="tux"
|
Danach wird der Domainname in /etc/dnsdomainname eingetragen:
Befehlsauflistung 2.2: Setzen des Domainnamens |
# nano -w /etc/conf.d/domainname
DNSDOMAIN="heimnetzwerk"
|
Falls Ihr Rechner Mitglied einer NIS-Domain ist, müssen Sie diesen in
/etc/nisdomainname eintragen (Falls Sie nicht wissen, was NIS ist,
benötigen Sie diesen Eintrag sehr wahrscheinlich nicht):
Befehlsauflistung 2.3: Setzen des NIS-Domainnamens |
# nano -w /etc/conf.d/domainname
NISDOMAIN="meine-nisdomain"
|
Fügen Sie das domainname Skript nun in den default-Runlevel ein:
Befehlsauflistung 2.4: domainname in das default-Runlevel einfügen |
# rc-update add domainname default
|
Konfiguration des Netzwerks
Bevor Sie jetzt denken: "Hey, das habe ich doch schon gemacht!", sollten Sie
sich daran erinnern, dass wir am Anfang der Gentoo-Installation das Netzwerk nur
manuell konfiguriert haben und diese Einstellungen beim nächsten Reboot nicht
mehr gültig sind. Deswegen konfigurieren wir jetzt das Netzwerk, so dass es beim
Systemstart automatisch vorhanden ist.
Notiz:
Detaillierte Informationen über Netzwerke, inklusive Themen für
Fortgeschrittene wie Bonding, Bridging, 802.11Q VLANs oder Wireless Netzwerke
werden im Abschnitt Gentoo Netzwerkkonfiguration
erläutert.
|
Die Netzwerk-Konfiguration wird bei einem Gentoo-System unter
/etc/conf.d/net abgespeichert. Die Syntax der Datei ist nicht
unbedingt intuitiv, wenn Sie so etwas noch nie manuell konfiguriert haben, aber
keine Panik, es wird in folgendem Abschnitt genau erklärt. Ein vollständig
kommentiertes Beispiel, welches viele verschiedene Konfigurationne behandelt,
findet sich in /etc/conf.d/net.example.
Standardmäßig wird DHCP verwendet und es benötigt keine weitere Konfiguration.
Wenn Sie Ihre Netzwerkverbindung konfigurieren müssen, entweder weil Sie
spezifische DHCP Optionen benötigen oder DHCP überhaupt nicht verwenden wollen,
öffnen Sie /etc/conf.d/net mit dem Editor Ihrer Wahl (in diesem
Beispiel benutzen wir nano):
Befehlsauflistung 2.5: Öffnen der Datei /etc/conf.d/net |
# nano -w /etc/conf.d/net
|
Sie werden folgendes sehen:
Befehlsauflistung 2.6: Standard /etc/conf.d/net |
# This blank configuration will automatically use DHCP for any net.*
# scripts in /etc/init.d. To create a more complete configuration,
# please review /etc/conf.d/net.example and save your configuration
# in /etc/conf.d/net (this file :]!).
|
Um Ihre eigene IP Adresse, Netzmaske und Gateway zu setzen müssen Sie
sowohl config_eth0, als auch routes_eth0, setzen:
Befehlsauflistung 2.7: Manuelle IP Konfiguration für eth0 |
config_eth0=( "192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 brd 192.168.0.255" )
routes_eth0=( "default gw 192.168.0.1" )
|
Spezifizieren Sie config_eth0 und dhcp_eth0 um DHCP zu verwenden
und spezifische DHCP Optionen zu setzen:
Befehlsauflistung 2.8: Automatisch eine IP Adresse für eth0 erhalten |
config_eth0=( "dhcp" )
dhcp_eth0="nodns nontp nonis"
|
Lesen Sie bitte /etc/conf.d/net.example für eine Liste aller
verfügbaren Optionen.
Wenn Sie mehrere Netzwerkschnittstellen haben, wiederholen Sie die obigen
Schritte für config_eth1, config_eth2 und so fort.
Speichern Sie nun die Konfiguration um fortzufahren.
Netzwerk beim Systemstart aktivieren
Wenn Sie Ihre Netzwerkinterfaces beim Systemstart aktivieren wollen, müssen Sie
diese zum default-Runlevel hinzufügen. Falls Sie eine PCMCIA-Netzwerkkarte
haben, sollten Sie diese Sektion überspringen, weil diese durch das
PCMCIA-Initscript gestartet werden.
Befehlsauflistung 2.9: net.eth0 dem default-Runlevel hinzufügen |
# rc-update add net.eth0 default
|
Wenn Sie mehrere Netzwerk-Interfaces haben, müssen Sie für jedes ein
entsprechendes Initscript anlegen. Sie können einen Link mit ln auf das
Script für eth0 setzen:
Befehlsauflistung 2.10: Anlegen von weiteren Initscripts |
# cd /etc/init.d
# ln -s net.eth0 net.eth1
# rc-update add net.eth1 default
|
Einträge in /etc/hosts
Sie müssen jetzt noch Ihrem System Informationen über Ihr Netzwerk geben. Dazu
müssen Sie die Datei /etc/hosts anpassen, damit Hostnamen zu
IP-Adressen aufgelöst werden, wenn Sie keinen Nameserver haben. Wenn Ihr
lokales Netzwerk aus 3 Rechnern jenny (192.168.0.5), benny
(192.168.0.6) und tux (192.168.0.7 - dieses System) besteht, müssen
Sie in /etc/hosts folgendes eintragen:
Befehlsauflistung 2.11: Öffnen von /etc/hosts |
# nano -w /etc/hosts
|
Befehlsauflistung 2.12: Eintragen von Netzwerkinformationen |
127.0.0.1 localhost
192.168.0.5 jenny.homenetwork jenny
192.168.0.6 benny.homenetwork benny
192.168.0.7 tux.homenetwork tux
|
Wenn Sie nur einen Rechner haben, oder alle Rechnernamen von einem
Nameserver aufgelöst werden können, genügt der folgende Eintrag. Wenn Sie Ihr
System beispielsweise tux nennen wollen:
Befehlsauflistung 2.13: /etc/hosts für einzelne oder komplett integrierte PCs |
127.0.0.1 localhost tux
|
Speichern Sie die Datei ab, um fortzufahren.
Falls Sie keine PCMCIA-Netzwerkkarte haben können Sie diesen Abschnitt
überspringen und mit dem Kapitel System-Informationen
fortfahren. PCMCIA-Benutzer sollten sich folgenden Abschnitt durchlesen.
Optional: PCMCIA zum Laufen bekommen
Notiz:
pcmcia-cs ist nur für die Plattformen x86, amd64 und ppc verfügbar.
|
Zuerst muss das pcmcia-cs Paket installiert werden. Dies gilt auch für
Anwender eines 2.6er Kernel (obwohl sie nicht die PCMCIA-Treiber aus diesem Paket
nutzen werden). Es ist notwendig USE="-X" zu verwenden um zu verhindern,
dass xorg-x11 zu diesem Zeitpunkt installiert wird:
Befehlsauflistung 2.14: Installation von pcmcia-cs |
# USE="-X" emerge pcmcia-cs
|
Fügen Sie, nachdem pcmcia-cs installiert ist, pcmcia zu dem
default-Runlevel hinzu:
Befehlsauflistung 2.15: pcmcia zum default-Runlevel hinzufügen: |
# rc-update add pcmcia default
|
8.c. System-Informationen
Root-Passwort
Zuerst setzen wir das root-Passwort:
Befehlsauflistung 3.1: Setzen des root-Passwort |
# passwd
|
Wenn Sie root-Logins durch die serielle Konsole aktivieren möchten, fügen Sie
tts/0 zu /etc/securetty hinzu:
Befehlsauflistung 3.2: tts/0 zu /etc/securetty hinzufügen |
# echo "tts/0" >> /etc/securetty
|
System-Informationen
Gentoo benutzt die Datei /etc/rc.conf für systemweite
Konfiguration. Öffnen Sie die Datei und lesen Sie sich vor dem Editieren
die Kommentare durch.
Befehlsauflistung 3.3: Öffnen der Datei /etc/rc.conf |
# nano -w /etc/rc.conf
|
Wenn Sie fertig sind mit der Bearbeitung von /etc/rc.conf,
speichern Sie ab und verlassen Sie den Editor.
Wie Sie sehen können ist die Datei gut kommentiert um Ihnen bei der
Einrichtung der Konfigurationsvariablen behilflich zu sein. Sie können Ihr
System so konfigurieren, dass es Unicode verwendet und Ihren Standardeditor
sowie Ihren Displaymanager (wie gdm oder kdm) definieren.
Gentoo verwendet /etc/conf.d/keymaps um die Tastaturkonfiguration
zu verwalten. Editieren Sie diese Datei um Ihre Tastatur zu konfigurieren.
Befehlsauflistung 3.4: Öffnen der Datei /etc/conf.d/keymaps |
# nano -w /etc/conf.d/keymaps
|
Sein Sie vorsichtig mit der KEYMAP Variable. Wenn Sie das falsche
KEYMAP wählen, erhalten Sie sonderbare Ergebnisse wenn Sie auf der
Tastatur tippen.
Notiz:
Benutzer von USB-basierten SPARC-Systemen und SPARC-Clones sollten eine
i386-Keymap (wie "us") anstelle von "sunkeymap" auswählen. PPC
verwendet auf den meisten Systemen x86-Keymaps. Benutzer, die ADB-Keymaps beim
Booten zur Verfügung haben möchten, müssen ADB-Keycode in ihrem Kernel
aktivieren und eine Mac/PPC-Keymap in /etc/conf.d/keymaps
konfigurieren.
|
Wenn Sie fertig sind mit der Konfiguration von
/etc/conf.d/keymaps, speichern Sie diese und schließen Sie den
Editor.
Gentoo verwendet /etc/conf.d/clock um die Optionen der Uhr zu
setzen. Editieren Sie diese enstprechend Ihren Bedürfnissen.
Befehlsauflistung 3.5: Öffnen der Datei /etc/conf.d/clock |
# nano -w /etc/conf.d/clock
|
Wenn Ihre Hardware Uhr nicht UTC verwendet, dann müssen Sie
CLOCK="local" zur Datei hinzufügen. Ansonsten werden Sie einige
Abweichungen der Uhr bemerken.
Nachdem Sie die Datei /etc/conf.d/clock editiert haben, speichern
Sie diese und schließen Sie den Editor.
Wenn Sie Gentoo nicht auf IBM PPC64 Hardware installieren, fahren Sie mit der
Installation notwendiger System Tools
fort.
Konfiguration der Konsole
Notiz:
Der folgende Abschnitt gilt nur für IBM PPC64 Hardware Plattformen.
|
Wenn Sie Gentoo auf IBM PPC64 Hardware laufen lassen und eine virtuelle
Konsole verwendenden, müssen Sie die passenden Zeilen in
/etc/inittab entkommentieren, damit die virtuelle Konsole am
Login-Prompt erzeugt werden kann.
Befehlsauflistung 3.6: Aktivieren von hvc oder hvsi Unterstützung in /etc/inittab |
hvc0:12345:respawn:/sbin/agetty -L 9600 hvc0
hvsi:12345:respawn:/sbin/agetty -L 19200 hvsi0
|
Sie sollte sich auch die Zeit nehmen und sicherstellen, dass die passende
Konsole unter /etc/securetty aufgeführt ist.
Sie können nun mit der Installation notwendiger
System-Tools fortfahren.
9. Installation der benötigten System Tools
9.a. System Logger
Einige Tools fehlen im stage3 Archiv, da mehrere Pakete dieselbe
Funktionalität mitbringen. Es liegt nun an Ihnen auszuwählen, welche Sie
installieren wollen.
Bei dem ersten Tool, bei dem wir die freie Auswahl haben, geht es um
Protokollierung von Systemaktivitäten. Unix und Linux haben eine gewisse
Berühmtheit in den Fähigkeiten ihrer Systemprotokolle erlangt -- wenn Sie es
wünschen, können Sie alles, was auf Ihrem System passiert protokollieren
lassen. Dies erfolgt durch den System Logger.
Gentoo bietet die Wahl zwischen verschiedenen Systemloggern. Diese sind
sysklogd, welches einen bekannten Satz an System Logger Daemons
anbietet, syslog-ng, ein fortschrittlicher System Logger und
metalog, ein außerordentlich variabel konfigurierbarer System Logger.
Es können weitere in Portage verfügbar sein - die Anzahl verfügbarer Pakete
erhöht sich täglich.
Wenn Sie sysklogd oder syslog-ng nutzen, möchten Sie vermutlich
auch logrotate installieren, da diese beiden Logger keinen
Rotationsmechanismus für Log Dateien unterstützen.
Um den System Logger Ihrer Wahl zu installieren, genügt ein emerge und
das Hinzufügen zum automatischen Start mittels rc-update. Im folgenden
Beispiel installieren wir syslog-ng. Natürlich kann dies durch den Namen
des gewünschten System Loggers ersetzt werden:
Befehlsauflistung 1.1: Installation eines System Loggers |
# emerge syslog-ng
# rc-update add syslog-ng default
|
9.b. Optional: Der Cron Daemon
Als nächstes ist der Cron Daemon an der Reihe. Obwohl die Installation optional
ist, und für Ihr System nicht zwingend erforderlich ist, empfiehlt sich die
Installation eines solchen. Aber was ist überhaupt ein Cron Daemon? Ein Cron
Daemon kann vorgegebene Befehle zu einer bestimmten Uhrzeit ausführen. Dies ist
besonders praktisch, wenn bestimmte Routinebefehle regelmäßig ausgeführt werden
müssen (z.B. täglich, wöchentlich, monatlich).
Für netzwerklose Installationen bieten wir nur vixie-cron an. Wenn Sie
einen anderen Cron Daemon möchten können Sie warten und diesen später
installieren.
Befehlsauflistung 2.1: Installation eines Cron Daemons |
# emerge vixie-cron
# rc-update add vixie-cron default
|
9.c. Optional: Dateiindizierung
Wenn Sie die Dateien in Ihrem System indizieren wollen, um Sie schnell
mit dem locate Tool aufzufinden, müssen Sie sys-apps/slocate
installieren.
Befehlsauflistung 3.1: Installation von slocate |
# emerge slocate
|
9.d. File System Tools
Je nachdem, welche Dateisysteme Sie verwenden, müssen Sie noch die jeweiligen
Utilities (zur Überprüfung der Dateisystem-Integrität, Anlegen neuer
Dateisysteme etc..) installieren.
Die folgende Tabelle listet alle Tools auf, die für ein bestimmtes Dateisystem
benötigt werden. Nicht alle Dateisysteme sind auf allen Architekturen
verfügbar.
| Dateisystem |
Tool |
Installationsbefehl |
| XFS |
xfsprogs |
emerge xfsprogs |
| ReiserFS |
reiserfsprogs |
emerge reiserfsprogs |
| JFS |
jfsutils |
emerge jfsutils |
Wenn Sie ein EVMS Benutzer sind, müssen sie emvs installieren:
Befehlsauflistung 4.1: Installation der EVMS Programme |
# USE="-gtk" emerge evms
|
Das USE="-gtk" verhindert die Installation von Abhängigkeiten. Wenn Sie
die graphischen Tools von evms aktivieren wollen, können Sie evms
einfach später erneut kompilieren.
Sollten Sie zur Verbindung mit dem Internet keine weiteren Tools (wie rp-pppoe
oder einen dhcp Client) benötigen, dann können Sie mit dem Kapitel
Konfiguration des Bootloader fortfahren.
9.e. Netzwerk Tools
Optional: Installation eines DHCP Client
Wenn Sie möchten, dass Gentoo automatisch eine IP Adresse für Ihre Netzwerkarte
bezieht müssen Sie dhcpcd (oder einen anderen DHCP Clienten) auf Ihren
System installieren. Wenn Sie dies nicht tun sind Sie möglichweise nicht in der
Lage nach der Installation auf das Internet zugreifen zu können.
Befehlsauflistung 5.1: dhcpcd Installieren |
# emerge dhcpcd
|
Optional: Installation eines PPPoE Client
Um mit rp-pppoe eine Verbindung mit dem Internet herstellen zu können,
muss es vorher installiert werden.
Befehlsauflistung 5.2: Installation von rp-pppoe für alle anderen Benutzer |
# USE="-X" emerge rp-pppoe
|
Das vorangestellte USE="-X" verhindert, daß xorg-x11 als Abhängigkeit
mit installiert wird ( das rp-pppoe Paket enthält auch grafische Tools;
sollten Sie diese verwenden wollen, können Sie rp-pppoe später noch
einmal ohne USE="-X" neukompilieren, oder Sie installieren gleich
xorg-x11 mit -- was allerdings recht lange dauern kann ).
Nun fahren Sie mit der Konfiguration des
Bootloaders fort.
10. Konfiguration des Bootloaders
10.a. Treffen Sie Ihre Wahl
Einleitung
Nun, da Ihr Kernel konfiguriert und kompiliert ist und die notwendigen System
Konfigurationsdateien korrekt befüllt sind, ist es an der Zeit ein Programm zu
installieren, dass den Kernel läd wenn Sie Ihr System starten. Solch ein
Programm nennt man Bootloader.
Bis grub2 fertiggestellt ist, haben wir auf Linux/PPC64 nur yaBoot als
Bootloader
10.b. yaBoot benutzen
Einleitung
Wichtig:
Für ein 64Bit Userland verwenden Sie yaboot-static anstatt yaboot, denn yaboot
kompiliert nicht auf 64Bit Userland Systemen. Für ein 32Bit Userland verwenden
Sie yaboot wie gewöhnlich.
|
Es gibt zwei Wege yaBoot auf Ihrem System zu konfigurieren. Sie können das neue
und verbesserte yabootconfig verwenden um damit automatisch yaboot zu
konfigurieren. Es ist in yaboot-1.3.8-r1 und später beinhaltet.
Wenn Sie aus irgendeinem Grund yabootconfig nicht ausführen wollen um es
/etc/yaboot.conf automatisch einrichten zu lassen oder Sie Gentoo
auf einem G5 installieren (wo yabootconfig nicht immer funktioniert),
können Sie einfach die bereits auf Ihrem System installierte Beispieldatei
manuell bearbeiten.
Wichtig:
Wenn Sie eine Online Installation auf einem G5 durchführen und nicht die
für den G5 optimierten Stages verwenden, müssen Sie das Profil auf das Sie
momentan verlinkt sind wechseln. Wenn Sie dies nicht tun, erhalten Sie einige
Abhängigkeiten, die yaboot benötigt um auf Apple Hardware zu funktionieren,
nicht. Ersetzen Sie im untenstehenden Befehl (userland) mit dem
Userland Bitlevel, das Sie gewählt haben. Wenn Sie auf einem G5 eine Offline
Installation durchführen, müssen Sie folgende Pakete per Hand installieren.
|
Befehlsauflistung 2.1: (ONLINE INSTALLATION NUR FÜR G5 BENUTZER) Wechseln Ihres Profils |
# rm /etc/make.profile
# ln -sf /usr/portage/profiles/default-linux/ppc/2005.1/ppc64/(userland)/970/pmac /etc/make.profile
|
Befehlsauflistung 2.2: (OFFLINE INSTALLATION NUR FÜR G5 BENUTZER) Installation notwendiger Dateisystem-Tools |
# emerge hfsutils hfsplusutils
|
Befehlsauflistung 2.3: Installieren des Bootloaders |
# emerge --update yaboot-static
# emerge --update yaboot
|
Wichtig:
yabootconfig/ybin wird auf IBM nicht funktionieren. Sie müssen yaboot auf einem
anderen Weg installieren: yaboot auf IBM Hardware
benutzen
|
Notiz:
Falls Ihr root Dateisystem das JFS Dateisystem verwendet, stellen Sie sicher,
dass Sie ro als Kernelparameter hinzufügen. JFS muss es ermöglicht werden
sein Log im read-only Modus wiederzugeben bevor es read-write gemounted wird.
|
Standard: Benutzen von yabootconfig
yabootconfig wird die Partitionen auf Ihrem System automatisch erkennen
und wird Dual- und Dreifachbootkombinationen mit Linux, Mac OS und Mac OS X
einrichten.
Um yabootconfig benutzen zu können, muss Ihr Laufwerk eine Bootstrap
Partition haben und /etc/fstab muss mit Ihren Linuxpartitionen
konfiguriert sein. Beides sollte durch die vorangegangen Schritte schon
geschehen sein. Um zu starten stellen Sie sicher, dass Sie die neueste Version
von yaboot installiert haben, indem Sie emerge --update yaboot-static
ausführen. Das ist nötig weil die neuste Version per Portage verfügbar ist, sie
es aber nicht in die Stage Archive geschafft haben könnte.
Nun starten Sie yabootconfig. Das Programm wird starten und die Position
der Bootstrap Partition bestätigen. Geben Sie Y ein, wenn dies korrekt
ist. Falls nicht, überprüfen Sie erneut /etc/fstab. yabootconfig
wird danach Ihre Systemkonfiguration überprüfen, /etc/yaboot.conf
erstellen und mkofboot für Sie ausführen. mkofboot wird gebraucht,
um die Bootstrap Partition zu formatieren und dorthinein die yaboot
Konfigurationsdatei zu installieren.
Sie sollten den Inhalt von /etc/yaboot.conf überprüfen. Wenn Sie
Veränderungen an /etc/yaboot.conf vornehmen (wie die
Standard-/Boot OS Einstellung zu setzen) stellen Sie sicher, dass Sie
ybin -v erneut ausführen um die Veränderungen auf die Bootstrap Partition
anzuwenden.
Fahren Sie nun mit dem Rebooten des Systems fort.
Alternativ: yaboot manuell konfigurieren
Unten finden Sie eine vervollständigte yaboot.conf Datei. Passen
Sie diese nach Belieben an.
Befehlsauflistung 2.4: /etc/yaboot.conf |
boot=/dev/hda2
ofboot=hd:2
device=hd:
delay=5
defaultos=macosx
timeout=30
install=/usr/lib/yaboot/yaboot
magicboot=/usr/lib/yaboot/ofboot
image=/boot/kernel-2.6.12-gentoo-r10
label=Linux
root=/dev/hda3
partition=3
read-only
macos=hd:13
macosx=hd:12
enablecdboot
enableofboot
|
Sobald yaboot.conf wie gewünscht eingerichtet ist, führen Sie
mkofboot -v aus um die Einstellungen in die Bootstrap Partition zu
installieren. Vergessen Sie dass nicht! Bestätigen Sie wenn
mkofboot Sie fragt ob ein neues Dateisystem angelegt werden soll.
Wenn alles gut geht und Sie die selben Einstellungen wie im Beispiel oben
verwendet haben, werden Sie beim nächsten Neustart ein einfaches Bootmenü mit
fünf Einträgen erhalten. Wenn Sie Ihre yaboot Konfiguration später verändern
möchten, müssen Sie nur noch ybin -v ausführen um die Bootstrap Partition
zu aktualisieren - mkofboot ist nur für das anfängliche Setup.
Für weitere Informationen über yaboot werfen Sie einen Blick auf das yaboot Projekt. Setzen Sie
nun die Installation mit dem Rebooten des Systems
fort.
10.c. yaboot auf IBM Hardware benutzen
Auf IBM Hardware können Sie yabootconfig und ybin nicht ausführen. Sie müssen
mit folgenden Schritten fortfahren:
- Install yaboot-static
- Führen Sie 'dd if=/usr/lib/yaboot/yaboot.chrp of=/dev/sdXX' aus (ersetzten
Sie XX mit Ihrem Laufwerk und Partition der PReP Partition; in unserem
Beispiel war dass /dev/sda1)
- Als nächstes erstellen Sie Ihre eigene yaboot.conf Datei and plazieren
diese in /etc.
(Werfen Sie einen Blick auf die oben angegeben Konfiguration, schauen Sie sich
die Manpages oder die Konfiguration unten an)
- Angenommen Ihre Bootpartition in OF zeigt auf das Laufwerk, dass Ihre prep
Bootpartition beinhaltet, dann wird es so funktionieren. Wenn nicht, gehen Sie
zum IPL Zeitpunkt in das Multibootmenü und setzten die Bootpartiton auf dass
mit Ihrer prep Bootpartition.
- Das war es!
Befehlsauflistung 3.1: yaboot.conf für IBM Hardware |
device=disk:
partition=2
root=/dev/sda2
default=2.6.12-gentoo-r10
timeout=50
image=/boot/vmlinux-2.6.12-gentoo-r10
label=Linux
append="console=ttyS0,9600"
read-only
|
Für POWER4, POWER5 und bladebasierte Hardware auf denen die PReP Partition und
die Partition die den Kernel beinhaltet physikalisch auf dem selben Laufwerk
sind, können Sie eine vereinfachte yaboot.conf benutzen. Das Folgende sollte
ausreichen:
Befehlsauflistung 3.2: yaboot.conf für PReP Hardware |
default = linux
timeout = 100
image=/boot/kernel-2.6.12-gentoo-r10
label=linux
read-only
root = /dev/sda2
append="root=/dev/sda2"
|
Um zu überprüfen ob yaboot auf die PReP Partition kopiert wurde:
Befehlsauflistung 3.3: Überprüfung der yaboot Installation auf PReP |
# dd if=/dev/sda1 count=10 | grep ELF
Binary file (standard input) matches
10+0 records in
10+0 records out
|
Eine Übereinstimmung bedeutet, dass yaboot korrekt installiert wurde.
10.d. Rebooten des Systems
Verlassen Sie die chroot Umgebung und unmounten Sie alle gemounteten
Partitionen. Danach geben Sie den magischen Befehl ein, auf den Sie schon
gewartet haben: reboot.
Befehlsauflistung 4.1: Verlassen des chroot, Unmounten aller Partitionen und Rebooten |
# exit
~# cd
~# umount /mnt/gentoo/boot /mnt/gentoo/dev /mnt/gentoo/proc /mnt/gentoo
~# reboot
|
Natürlich dürfen Sie nicht vergessen die bootbare CD zu entfernen, anderenfalls
wird die CD wieder gebootet anstatt Ihres neuen Gentoo Systems.
Nachdem Ihre neue Gentoo Installation gebootet hat, schließen Sie mit
Abschließen der Gentoo Installation ab.
11. Abschließen Ihrer Gentoo Installation
2.a. Benutzerverwaltung
Hinzufügen eines Benutzers für den täglichen Gebrauch
Arbeiten als root in einem Unix/Linux-System ist gefährlich und sollte,
wann immer möglich, vermieden werden. Wir empfehlen daher nachdrücklich
das Einrichten eines Benutzers für die täglichen Aufgaben.
Die Gruppen denen ein Benutzer angehört definieren, welche Aktivitäten der User
ausführen kann. Die folgende Tabelle listet die wichtigsten Gruppen auf, die Sie
vermutlich benutzen wollen:
| Gruppe |
Beschreibung |
| audio |
Benutzer kann Audiogeräte benutzen |
| cdrom |
Benutzer kann optische Laufwerke direkt benutzen |
| floppy |
Benutzer kann Diskettenlaufwerke direkt benutzen |
| games |
Benutzer darf Spiele ausführen |
| portage |
Benutzer kann emerge --pretend verwenden |
| usb |
Benutzer darf USB-Geräte benutzen |
| plugdev |
Benutzer kann anschließbare Geräte wie Kameras und USB-Sticks mounten
|
| video |
Benutzer darf Geräte zur Video-Aufnahme und Hardware-Beschleunigung nutzen
|
| wheel |
Benutzer darf su benutzen |
In unserem Beispiel erstellen wir einen Benutzer john, welcher Mitglied
der Gruppen wheel, users, sowie audio ist. Loggen Sie sich
zunächst als root ein (nur root kann Benutzer erstellen) und führen
useradd aus:
Befehlsauflistung 1.1: Hinzufügen eines Benutzers für den täglichen Gebrauch |
Login: root
Password:
# useradd -m -G users,wheel,audio -s /bin/bash john
# passwd john
Password:
Re-enter password:
|
Sollte dieser Benutzer eine bestimmte Aufgabe als root durchführen müssen, kann
er den Befehl su - verwenden, um temporär Rechte als root zu erhalten.
Alternativ kann das sudo Paket verwendet werden, welches mit richtiger
Konfiguration sehr sicher ist.
11.b. Optional: Installation von GRP-Paketen
Wichtig:
Dieser Unterabschnitt ist nur für GRP-Benutzer. Alle anderen sollten diesen
Abschnitt überspringen und direkt zum Punkt
Wie geht es weiter? übergehen.
|
Nach dem Booten des Systems melden Sie sich mit Ihrem neu angelegten Benutzernamen
(hier in unserem Beispiel john) an und benutzen su - um root-Rechte zu
erhalten:
Befehlsauflistung 2.1: root-Rechte erhalten |
$ su -
Password:
|
Nun müssen wir die Portage-Konfiguration ändern, wo nach den vorkompilierten
Paketen der zweiten CD (Gentoo Packages CD) geschaut werden soll. Zunächst
mounten Sie die CD:
Befehlsauflistung 2.2: Mounten der Packages-CD |
# mount /mnt/cdrom
|
Nun konfigurieren Sie Portage so, dass /mnt/cdrom für
vorkompilierte Pakete genutzt wird:
Befehlsauflistung 2.3: Portage für /mnt/cdrom Konfigurieren |
# ls /mnt/cdrom
# export PKGDIR="/mnt/cdrom/packages"
# export PKGDIR="/mnt/cdrom"
|
Nun können Sie die gewünschten Pakete installieren. Die Packages-CD enthält
zum Beispiel ein vorkompiliertes KDE und GNOME:
Befehlsauflistung 2.4: Installation von GNOME |
# emerge --usepkg gnome
|
Um herauszufinden, welche vorkompilierten Pakete verfügbar sind, erstellen
Sie eine Liste der Dateien in /mnt/cdrom/All. Wenn Sie zum
Beispiel herausfinden möchten ob KDE installierbar ist:
Befehlsauflistung 2.5: Herausfinden ob KDE isntallierbar ist |
# ls /mnt/cdrom/All/kde*
|
Installieren Sie die Binärpakete zu diesem Zeitpunkt. Wenn Sie ein
emerge --sync ausführen, um Portage auf den aktuellsten Stand zu bringen
(wir gehen später noch genauer darauf ein), können die vorkompilierten
Binärpakete schon wieder älter sein, als die neuesten ebuilds in Portage. Um
dieses Problem zu umgehen, können Sie alternativ emerge --usepkgonly statt
emerge --usepkg ausgeführen.
Gratulation! Ihr System ist nun vollständig installiert. Im Kapitel
Wie geht es weiter? erfahren Sie mehr
über Gentoo.
12. Wie geht es weiter?
12.a. Dokumentation
Gratulation! Sie haben jetzt ein funktionierendes Gentoo System. Aber wie
geht es nun weiter? Welche Möglichkeiten bieten sich? Gentoo bietet
seinen Nutzern viele Optionen und daher auch viele dokumentierte
(und weniger gut dokumentierte) Eigenschaften.
Sie sollten definitiv einen Blick in den nächsten Teil des Gentoo Handbuch
(Arbeiten mit Gentoo) werfen. Dieser erklärt, wie Sie
Ihre Software aktuell halten und weitere Software installieren können, was USE
Flags sind, wie das Gentoo Init System funktioniert, etc.
Zur Optimierung Ihres Systems für einen Endbenutzer oder wenn Sie wissen wollen,
wie ein vollständiges Desktop-System eingerichtet wird, sollte die sehr
ausführliche Übersicht zur
Desktop-Konfiguration weiterhelfen. Weiterhin möchten Sie vielleicht
unsere Anleitung zur
Lokalisierung betrachten um sich Ihr System angenehmer einzurichten.
Wir haben auch ein Gentoo Sicherheits-Handbuch,
welches es sich lohnt zu lesen.
Für eine komplette Liste aller für Gentoo Linux verfügbaren Dokumentationen
verweisen wir auf die Dokumentationsübersicht.
12.b. Gentoo Online
Sie sind natürlich in unseren
Gentoo Foren oder in einem unserer vielen
Gentoo IRC-Kanälen
jederzeit willkommen.
Auch haben wir verschiedene
Mailinglisten,
die allen Benutzern offen stehen. Weitere Informationen hierzu befinden
sich auf der Seite.
Wir halten jetzt unseren Mund und lassen Sie die Gentoo Linux Installation
genießen :)
12.c. Veränderungen in Gentoo seit 2005.1
Veränderungen?
Gentoo ist ein schnelllebiges Projekt. Die folgenden Abschnitte
beschreiben wichtige Veränderungen, welche die Gentoo Installation
beeinflussen. Wir führen nur solche auf die etwas gemeinsam haben mit der
Installation, nicht mit Veränderungen von Paketen, die nicht während der
Installation vorkommen.
Bis jetzt gab es keinen nennenswerten Änderungen.
B. Arbeiten mit Gentoo
1. Eine Portage Einführung
1.a. Willkommen zu Portage
Portage ist vermutlich Gentoos bemerkenswerteste Innovation in Sachen Software
Management. Mit seiner großen Flexibilität und enormen Menge an Optionen wird
es vielfach als bestes Software Management Tool für Linux gesehen.
Portage ist vollständig in Python
und Bash geschrieben und
somit für seine Benutzer vollständig sichtbar, da dieses beides Skriptsprachen
sind.
Die meisten Benutzer werden Portage durch das emerge Programm benutzen.
Dieses Kapitel soll nicht die Informationen aus der emerge Manpage duplizieren,
für eine vollständige Auflistung aller emerge Optionen konsultieren Sie die
Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der emerge Manpage |
$ man emerge
|
1.b. Der Portage-Tree
Ebuilds
Wenn wir über Pakete reden, meinen wir oft Programme, die für Gentoo-Benutzer
durch den Portage-Tree verfügbar sind. Der Portage-Tree ist eine Sammlung von
Ebuilds -- Dateien, die alle Informationen enthalten, die Portage
benötigt, um Anwendungen zu betreuen (installieren, suchen, abfragen, ...).
Diese Ebuilds liegen standardmäßig in /usr/portage.
Wann immer Sie Portage bitten, eine Aktion betreffend irgendwelcher Anwendungen
durchzuführen, wird es die Ebuilds auf Ihrem System als Basis benutzen. Es ist
daher sehr wichtig, dass Sie die Ebuilds auf Ihrem System regelmäßig
aktualisieren, so dass Portage über neue Anwendungen,
Sicherheitsaktualisierungen usw. informiert ist.
Aktualisieren des Portage-Tree
Der Portage-Tree wird für gewöhnlich mit rsync aktualisiert, ein schnelles und
inkrementelles Dateiübertragungsprogramm. Das Aktualisieren ist ziemlich
einfach, da das emerge Kommando ein Frontend für rsync beinhaltet:
Befehlsauflistung 2.1: Aktualisieren des Portage-Tree |
# emerge --sync
|
Wenn Sie aufgrund von Restriktionen einer Firewall das rsync-Protokoll nicht
benutzen können, können Sie immer noch unsere täglich aktualisierten
Portage-Snapshots benutzen. Das emerge-webrsync Tool lädt diesen
automatisch und installiert den aktuellsten Snapshot in Ihrem System:
Befehlsauflistung 2.2: Running emerge-webrsync |
# emerge-webrsync
|
Ein weiterer Vorteil von emerge-webrsync ist, dass es erlaubt, nur
Portage-Tree-Schnappschüsse herunterzuladen, die mit dem
Gentoo-Release-Engineering-GPG-Schlüssel signiert sind. Weitere Informationen
dazu finden Sie im Abschnitt Portage
Features unter Laden
validierter Portage-Tree-Schnappschüsse.
1.c. Software installieren und aktuell halten
Nach Software suchen
Um den Portage-Tree nach Anwendungen zu durchsuchen können Sie die in
emerge eingebauten Suchfunktionen nutzen. Standardmäßig liefert
emerge --search Paketnamen, die mit dem Suchbegriff teilweise oder
vollständig übereinstimmen.
Um zum Beispiel nach allen Paketen zu suchen, in deren Name "pdf" vorkommt:
Befehlsauflistung 3.1: Suche nach Paketen mit pdf im Namen |
$ emerge --search pdf
|
Wenn Sie ebenfalls durch die Beschreibungen suchen möchten, können Sie die
--searchdesc (oder -S) Option nutzen:
Befehlsauflistung 3.2: Suche nach Paketen im Zusammenhang mit pdf |
$ emerge --searchdesc pdf
|
Wenn Sie einen Blick auf die Ausgabe werfen werden Sie feststellen, dass Ihnen
diese zahlreiche Informationen gibt. Die Felder sind klar beschriftet, so dass
wir dies nicht näher erläutern wollen.
Befehlsauflistung 3.3: Beispiel Ausgabe von 'emerge --search' |
* net-print/cups-pdf
Latest version available: 1.5.2
Latest version installed: [ Not Installed ]
Size of downloaded files: 15 kB
Homepage: http://cip.physik.uni-wuerzburg.de/~vrbehr/cups-pdf/
Description: Provides a virtual printer for CUPS to produce PDF files.
License: GPL-2
|
Software installieren
Nachdem Sie eine Anwendung gefunden haben, die Sie installieren möchten, können
Sie dies mit emerge ganz einfach durchführen, zum Beispiel für
gnumeric:
Befehlsauflistung 3.4: Installation von gnumeric |
# emerge gnumeric
|
Da viele Anwendungen untereinander Abhängigkeiten haben, kann jeder Versuch ein
bestimmtes Paket zu installieren in der Installation von verschiedenen
Abhängigkeiten resultieren. Aber keine Angst, Portage kümmert sich ebenfalls um
diese Abhängigkeiten. Wenn Sie herausfinden wollen, welche Pakete Portage als
Abhängigkeiten mitinstallieren würde benutzen Sie die --pretend
Option. Zum Beispiel:
Befehlsauflistung 3.5: Installation von gnumeric simulieren |
# emerge --pretend gnumeric
|
Wenn Sie Portage anweisen ein Paket zu installieren werden alle notwendigen
Quellen (sofern notwendig) aus dem Internet heruntergeladen und standardmäßig
in /usr/portage/distfiles abgelegt. Anschließend werden die
Quellen entpackt, kompiliert und das Paket installiert. Wenn Sie
Portage anweisen möchten zwar die Quellen herunterzuladen, das Paket aber nicht
zu kompilieren und installieren hängen Sie die --fetchonly Option an das
emerge Kommando an:
Befehlsauflistung 3.6: Herunterladen der Quellen für gnumeric |
# emerge --fetchonly gnumeric
|
Auffinden von Dokumentationen zu installierten Pakete
Viele Pakete liefern Ihre eigene Dokumentation. Manchmal bestimmt das
doc USE-Flag ob die Dokumentation des Paketes installiert werden soll
oder nicht. Sie können die Existenz eines doc USE-Flag mit dem
emerge -vp <Paketname> Befehl überprüfen
Befehlsauflistung 3.7: Die Existenz eines doc USE-Flag überprüfen |
# emerge -vp alsa-lib
[ebuild N ] media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1 -debug +doc 698 kB
|
Die beste Art das USE-Flag doc zu aktivieren ist für jedes Paket einzeln
mit der Hilfe von /etc/portage/package.use. So werden Sie nur
Dokumentation für Pakete erhalten bei denen Sie daran interessiert sind. Global
diese Variable zu aktivieren ist bekannt dafür Probleme durch zirkuläre
Abhängigkeiten zu verursachen. Das Kapitel USE-Flags bespricht diese Aspekte in größerem
Detail.
Sowie das Paket installiert ist findet sich die Dokumentation generell in einem
Unterverzeichnis mit dem Paketnamen unter dem Verzeichnis
/usr/share/doc. Mit equery Tool können Sie auch alle
installierten Dateien auflisten, es ist Teil des app-portage/gentoolkit
Pakets.
Befehlsauflistung 3.8: Auffinden einer Paketdokumentation |
# ls -l /usr/share/doc/alsa-lib-1.0.14_rc1
total 28
-rw-r--r-- 1 root root 669 May 17 21:54 ChangeLog.gz
-rw-r--r-- 1 root root 9373 May 17 21:54 COPYING.gz
drwxr-xr-x 2 root root 8560 May 17 21:54 html
-rw-r--r-- 1 root root 196 May 17 21:54 TODO.gz
# equery files alsa-lib | less
media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1
* Contents of media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1:
/usr
/usr/bin
/usr/bin/alsalisp
|
Software deinstallieren
Um Anwendungen aus Ihrem System zu entfernen benutzen Sie emerge
--unmerge. Dies weist Portage an, alle Dateien die zu diesem Paket gehören
(mit der Ausnahme von Konfigurationsdateien, die Sie nach der
Installation geändert haben) zu entfernen. Das Beibehalten der
Konfigurationsdateien ermöglicht Ihnen die eventuelle Weiterarbeit mit diesem
Paket zu einem späteren Zeitpunkt.
Jedoch, eine ausdrückliche Warnung: Portage wird nicht
kontrollieren, ob ein Paket, welches Sie deinstallieren möchten, noch
Abhängigkeit eines anderen ist. Sie werden jedoch beim Versuch ein wichtiges
Paket zu entfernen gewarnt, wenn es dazu führen würde, dass Ihr System danach
nicht länger funktionieren würde.
Befehlsauflistung 3.9: Entfernung von gnumeric aus dem System |
# emerge --unmerge gnumeric
|
Wenn Sie ein Paket deinstalliert haben, so sind die Abhängigkeiten dieses
speziellen Paketes weiterhin installiert. Um Portage anzuweisen nach Paketen zu
suchen, die keinerlei Abhängigkeit sind und nun entfernt werden können, nutzen
Sie von emerge die --depclean Funktionalität. Wir werden dies
später ausführlicher behandeln.
Aktualisieren Ihres Systems
Um Ihr System auf dem Laufenden zu halten (von Sicherheitsaktualisierungen gar
nicht gesprochen) müssen Sie Ihr System regelmäßig aktualisieren. Da Portage
nur die Ebuilds in Ihrem lokalen Portage-Tree kennt, müssen Sie zunächst den
Portage-Tree aktualisieren. Wenn Sie dies getan haben, können Sie das System
mittels emerge --update world aktualisieren. Im folgenden Beispiel
verwenden wir auch die --ask Option, wodurch Portage eine Liste der
Pakete, die es aktualisieren will aufzeigt und fragt ob Sie fortfahren wollen:
Befehlsauflistung 3.10: Aktualisierung des Systems |
# emerge --update --ask world
|
Portage wird nun nach neueren Versionen von Anwendungen suchen, die Sie
installiert haben. Es werden jedoch nur Versionen von Anwendungen überprüft, die
Sie explizit installiert haben (die Anwendungen aufgelistet in
/var/lib/portage/world); Abhängigkeiten werden nicht ausführlich
geprüft. Wenn Sie die Abhängigkeiten dieser Pakete ebenfalls aktualisieren
möchten, fügen sie das --deep Argument hinzu:
Befehlsauflistung 3.11: Aktualisierung Ihres Systems inkl. Abhängigkeiten |
# emerge --update --deep world
|
Dies betrifft jedoch nicht alle Pakete: Einige Pakete auf Ihrem System
werden während des Kompilierungsprozesses von Paketen benötigt, aber sobald
diese Pakete installiert sind, werden diese Abhängigkeiten nicht mehr benötigt.
Portage nennt diese Build-Abhängigkeiten. Um auch diese in einem
Aktualisierungs-Zyklus einzuschließen, fügen Sie --with-bdeps=y hinzu:
Befehlsauflistung 3.12: Aktualisierung Ihres gesamten Systems |
# emerge --update --deep --with-bdeps=y world
|
Da auch Sicherheitsupdates in Paketen vorkommen, die Sie nicht explizit
installiert haben (die aber als Abhängigkeiten anderer Programme auch
mitinstalliert wurden), empfiehlt es sich diesen Befehl ab und zu auszuführen.
Wenn Sie zuvor ein USE-Flag geändert haben
möchten Sie vermutlich --newuse hinzufügen. Portage wird nun feststellen,
ob die Änderung eine Installation von weiteren Paketen erfordert oder eine
Neuinstallation der existierenden hinreichend ist:
Befehlsauflistung 3.13: Durchführen einer vollen Aktualisierung |
# emerge --update --deep --with-bdeps=y --newuse world
|
Metapakete
Einige Pakete im Portage-Tree haben keinen realen Inhalt, sondern dienen als
Sammlung von Paketen. Zum Beispiel wird das Paket kde-meta eine komplette
KDE-Umgebung auf Ihrem System installieren, indem es sämtliche Komponenten eines
KDE-Desktops als Abhängigkeiten einbezieht.
Wenn Sie jemals ein solches Paket entfernen wollen, wird Ihnen emerge
--unmerge nicht viel weiterhelfen, da dies keinerlei Einfluss auf die
installierten Abhängigkeiten hat.
Portage hat die Funktionalität um verwaiste Abhängigkeiten zu entfernen, da die
Verfügbarkeit von Anwendungen und Abhängigkeiten dynamisch aufgelöst wird müssen
Sie zunächst Ihr System vollständig aktualisieren, inklusive der Änderungen die
Sie durch Änderungen an USE-Flags herbeigeführt haben. Im Anschluss daran können
Sie emerge --depclean ausführen, um die verwaisten Abhängigkeiten zu
entfernen. Wenn dies geschehen ist müssen Sie die Anwendungen die dynamisch auf
die nun deinstallierten Anwendungen gelinkt sind neu kompilieren.
All dies wird durch die folgenden 3 Kommandos erledigt:
Befehlsauflistung 3.14: Entfernen von verwaisten Paketen |
# emerge --update --deep --newuse world
# emerge --depclean
# revdep-rebuild
|
revdep-rebuild ist im gentoolkit Paket enthalten, vergessen Sie
nicht, es zuvor zu installieren:
Befehlsauflistung 3.15: Installieren des gentoolkit Paket |
# emerge gentoolkit
|
1.d. Lizenzen
Seit Portage-Version 2.1.7 können Sie eine Softwareinstallation basierend auf
der Lizenz akzeptieren oder ablehnen. Alle Pakete im Baum enthalten einen
Eintrag LICENSE in ihren Ebuilds. emerge --search paketname verrät
Ihnen die Lizenz eines Pakets.
Standardmäßig erlaubt Portage alle Lizenzen außer
Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen (EULAs), die das Lesen und Akzeptieren einer
Akzeptanzerklärung erfordern.
Die Variable, die die erlaubten Lizenzen kontrolliert, heißt
ACCEPT_LICENSE und kann in /etc/portage/make.conf gesetzt
werden:
Befehlsauflistung 4.1: Standardmäßige ACCEPT_LICENSE in /etc/portage/make.conf |
ACCEPT_LICENSE="* -@EULA"
|
Mit dieser Konfiguration werden keine Pakete installiert, die während der
Installation eine Interaktion, der EULA zuzustimmen, erfordern. Pakete ohne eine
EULA werden installiert.
Sie können ACCEPT_LICENSE global in /etc/portage/make.conf
oder pro Paket in /etc/portage/package.license setzen.
Wenn Sie beispielsweise die Lizenz truecrypt-2.7 für
app-crypt/truecrypt erlauben wollen, fügen Sie Folgendes zur
/etc/portage/package.license hinzu:
Befehlsauflistung 4.2: Angeben einer Truecrypt-Lizenz in package.license |
app-crypt/truecrypt truecrypt-2.7
|
Dies erlaubt die Installation von Truecrypt-Versionen, die die
truecrypt-2.7 Lizenz haben, hingegen aber keine Versionen, die
truecrypt-2.8 haben.
Wichtig:
Lizenzen werden in /usr/portage/licenses gespeichert und
Lizenzgruppen finden sich in /usr/portage/profiles/license_groups.
Der erste Eintrag jeder Zeile in Großbuchstaben ist der Name der Lizenzgruppe
und jeder folgende Eintrag ist eine einzelne Lizenz.
|
Lizenzgruppen, die in ACCEPT_LICENSE definiert werden, haben ein
vorangestelltes @ Zeichen. Es folgt ein Beispiel eines Systems, das
global die GPL-kompatible Lizenzgruppe erlaut, sowie einige weitere Gruppen und
einzelne Lizenzen:
Befehlsauflistung 4.3: ACCEPT_LICENSE in /etc/portage/make.conf |
ACCEPT_LICENSE="@GPL-COMPATIBLE @OSI-APPROVED @EULA atheros-hal BitstreamVera"
|
Wenn Sie nur freie Software und Dokumentation auf Ihrem System haben wollen,
können Sie die folgende Einstellung verwenden:
Befehlsauflistung 4.4: Nur freie Lizenzen verwenden |
ACCEPT_LICENSE="-* @FREE"
|
Unter "frei" ist in diesem Zusammenhang die Definition der FSF und der OSI zu verstehen. Jegliche
Pakete, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden, werden nicht auf Ihrem
System installiert.
1.e. Wenn Portage sich beschwert ...
Über SLOTs, Virtuals, Zweige, Architekturen und Profile
Wie bereits zuvor erwähnt bietet Portage extrem viele Möglichkeiten und
unterstützt zahlreiche Features, die in anderen Softwaremanagement-Tools
fehlen. Um dies zu verstehen erläutern wir einige Aspekte von Portage, ohne
jedoch ganz ins Detail zu gehen.
Mit Portage können mehrere Versionen eines Pakets auf dem System koexistieren.
Während andere Distributionen in diesen Fällen dazu tendieren Teile der
Versionsnummer mit in den Paketnamen aufzunehmen, (wie freetype und
freetype2) beherrscht Portage eine Technik namens SLOTs. Eine
Ebuildversion deklariert dabei ein bestimmtes SLOT. Ebuilds eines
Pakets mit unterschiedlichen SLOTs können gleichzeitig auf einem System
installiert sein. Zum Beispiel hat das freetype Paket Ebuilds mit
SLOT="1" und SLOT="2".
Es gibt weiterhin einige Pakete, welche die gleiche Funktionalität anbieten,
aber anders implementiert sind. Zum Beispiel sind metalogd,
sysklogd und syslog-ng alle System-Protokollierdienste.
Anwendungen die einen System-Protokollierdienst benötigen, können zum Beispiel
nicht auf metalogd bestehen, da die anderen System-Protokollierdienste
auch eine gute Wahl sind. Portage erlaubt daher virtuals: Jeder
System-Logger ist als "exklusive" Abhängigkeit des Logging-Dienstes im
virtuellen Paket logger der Kategorie virtual aufgelistet, so
dass Applikationen einfach vom Paket virtual/logger abhängen können.
Wenn dieses installiert wird, zieht das Paket einfach das erste Logging-Paket,
das im Paket erwähnt wird, hinein, sofern vorher nicht schon ein
Logging-Paket installiert war (in welchem Falle die virtuelle Abhängigkeit
schon erfüllt ist).
Anwendungen im Portage-Tree können sich in verschiedenen Zweigen befinden.
Standardmäßig akzeptiert Ihr System nur Pakete, die Gentoo als stabil
betrachtet. Die meisten neuen Anwendungen werden nach der Veröffentlichung
zum Test-Zweig hinzugefügt, da Tests erforderlich sind um festzustellen, ob
die spezifische Anwendung als stabil gekennzeichnet werden kann. Obwohl Sie
diese Ebuilds auch im Portage-Tree sehen, wird Portage sie erst aktualisieren
wenn diese in den stabilen Zweig verschoben werden.
Einige Anwendungen sind nur für bestimmte Architekturen verfügbar. Andere
Anwendungen funktionieren nicht auf allen Architekturen oder es sind
intensivere Test für diese Anwendung erforderlich. Manchmal ist es dem
Entwickler der die Anwendung in den Portage-Tree eingebracht hat nicht
möglich, zu prüfen ob die Anwendung auf den unterschiedlichen Architekturen
korrekt funktioniert.
Jede Gentoo Installation gehört zu einem bestimmtes Profil, welches
neben anderen Informationen auch alle Pakete auflistet, die für ein
funktionierendes System erforderlich sind.
Blockierte Pakete
Befehlsauflistung 5.1: Portage warnt vor blockierten Paketen (mit --pretend) |
[blocks B ] mail-mta/ssmtp (is blocking mail-mta/postfix-2.2.2-r1)
|
Befehlsauflistung 5.2: Portage warnt vor blockierten Paketen (ohne --pretend) |
!!! Error: the mail-mta/postfix package conflicts with another package.
!!! both can't be installed on the same system together.
!!! Please use 'emerge --pretend' to determine blockers.
|
Ebuilds enthalten spezifische Felder, die Portage über die Abhängigkeiten
informieren. Es gibt zwei mögliche Formen von Abhängigkeiten: Build
Abhängigkeiten, deklariert in DEPEND und Abhängigkeiten zur Laufzeit,
deklariert in RDEPEND. Wenn eine dieser Abhängigkeiten ein Paket oder
eine Virtual als explizit nicht kompatibel kennzeichnet, wird ein Blocker
ausgelöst.
Auch wenn neuere Portage-Versionen schlau genug sind, kleinere Blocker ohne
Benutzereingriffe zu umgehen, müssen Sie ab und zu selbst Hand anlegen, wie
folgt beschrieben.
Um einen solchen Blocker zu umgehen können Sie entweder auf das Installieren des
Pakets verzichten, oder das den Blocker auslösende Paket zuerst deinstallieren.
Im gerade angebrachten Beispiel sind Ihre Optionen der Verzicht auf die
Installation von postfix oder die vorherige Deinstallation von
ssmtp.
Sie werden unter Umständen auch blockierende Pakete mit spezifischen Atoms wie
<media-video/mplayer-1.0_rc1-r2 sehen. In diesem Fall wird das
Aktualisieren auf eine neuere Version des blockierenden Paketes die
Blockierung aufheben.
Es ist auch möglich, dass sich zwei zu installierende Pakete gegenseitig
blockieren. In diesem seltenen Fall sollten Sie herausfinden, warum Sie beide
installieren müssen. In den meisten Fällen ist eines der Pakete ausreichend.
Wenn nicht, erstellen Sie bitte einen Bug in
Gentoos Bugtracking System.
Maskierte Pakete
Befehlsauflistung 5.3: Portage Warnung zu maskierten Paketen |
!!! all ebuilds that could satisfy "bootsplash" have been masked.
|
Befehlsauflistung 5.4: Portage Warnung zu maskierten Paketen - Gründe |
!!! possible candidates are:
- gnome-base/gnome-2.8.0_pre1 (masked by: ~x86 keyword)
- lm-sensors/lm-sensors-2.8.7 (masked by: -sparc keyword)
- sys-libs/glibc-2.3.4.20040808 (masked by: -* keyword)
- dev-util/cvsd-1.0.2 (masked by: missing keyword)
- games-fps/unreal-tournament-451 (masked by: package.mask)
- sys-libs/glibc-2.3.2-r11 (masked by: profile)
- net-im/skype-2.1.0.81 (masked by: skype-eula license(s))
|
Wenn Sie ein Paket installieren wollen, welches für Ihr System nicht verfügbar
ist, erhalten Sie eine solche Fehlermeldung. Sie sollten versuchen eine andere
Anwendung, welche für Ihr System verfügbar ist, zu installieren oder warten bis
das gewünschte Paket verfügbar ist. Es gibt immer einen Grund warum ein Paket
maskiert ist:
-
~arch Keyword bedeutet, dass diese Anwendung noch nicht hinreichend
getestet ist, um diese in den stabilen Zweig zu schieben. Warten Sie ein
paar Tage oder Wochen und versuchen Sie es erneut.
-
-arch Keyword oder -* Keyword bedeutet, dass diese Anwendung
auf Ihrer Architektur nicht funktioniert. Wenn Sie glauben, dass das Paket
funktioniert erstellen Sie einen Bugreport über unsere
Bugzilla Webseite.
-
Fehlendes Keyword bedeutet, dass diese Anwendung auf Ihrer
Architektur noch nicht getestet wurde. Bitten Sie das Portierungs Team
Ihrer Architektur dieses Paket zu testen, oder testen Sie es selbst
und melden Sie Ihre Ergebnisse über unsere
Bugzilla Webseite.
-
package.mask bedeutet, dass dieses Paket korrupt, instabil oder
schlecht ist und als "nicht-benutzen" gekennzeichnet wurde.
-
profile bedeutet, dass dieses Paket als nicht zutreffend für Ihr
Profil gekennzeichnet ist. Die Applikation kann Ihr System in einen
korrupten Zustand versetzen wenn Sie diese Anwendung installieren.
Oder die Anwendung ist mit dem Profil dass Sie verwenden nicht kompatibel.
-
license bedeutet, dass die Lizenz des Paketes nicht mit Ihrer
ACCEPT_LICENSE Einstellung kompatibel ist. Sie müssen die
entsprechende Lizenz oder Lizenzgruppe explizit erlauben, indem Sie sie in
/etc/portage/make.conf oder in
/etc/portage/package.license angeben. Sehen Sie sich Lizenzen genauer an, um herauszufinden, wie jegliche
funktionieren.
Erforderliche USE-Flag-Änderungen
Befehlsauflistung 5.5: Portage-Warnung über erforderliche USE-Flag-Änderung |
The following USE changes are necessary to proceed:
#required by app-text/happypackage-2.0, required by happypackage (argument)
>=app-text/feelings-1.0.0 test
|
Diese Fehlermeldung kann auch wie folgt angezeigt werden, sofern
--autounmask nicht gesetzt ist:
Befehlsauflistung 5.6: Portage-Fehler über erforderliche USE-Flag-Änderung |
emerge: there are no ebuilds built with USE flags to satisfy "app-text/feelings[test]".
!!! One of the following packages is required to complete your request:
- app-text/feelings-1.0.0 (Change USE: +test)
(dependency required by "app-text/happypackage-2.0" [ebuild])
(dependency required by "happypackage" [argument])
|
Solche Warnungen oder Fehler treten auf, wenn Sie ein Paket installieren wollen,
das nicht nur von einem anderen Paket abhängig ist, sondern es auch erforderlich
ist, dass dieses Paket mit einem bestimmten USE-Flag (oder einer Menge von
USE-Flags) gebaut wurde. In dem gegebenen Beispiel muss das Paket
app-text/feelings mit USE="test" gebaut worden sein, aber dieses
USE-Flag ist auf dem System nicht gesetzt.
Um dieses Problem zu lösen, fügen Sie entweder das erforderliche USE-Flag zu
Ihren globalen USE-Flags in der /etc/portage/make.conf hinzu, oder
setzen Sie es für das spezifische Paket in der
/etc/portage/package.use.
Fehlende Abhängigkeiten
Befehlsauflistung 5.7: Portage Warnung zu fehlenden Abhängigkeiten |
emerge: there are no ebuilds to satisfy ">=sys-devel/gcc-3.4.2-r4".
!!! Problem with ebuild sys-devel/gcc-3.4.2-r2
!!! Possibly a DEPEND/*DEPEND problem.
|
Die Anwendung welche Sie installieren möchten benötigt ein anderes Paket,
welches für Ihr System nicht verfügbar ist. Schauen Sie im
Bugzilla nach, ob das Problem bekannt
ist und wenn nicht, erstellen Sie zu diesem Problem einen neuen Bugreport.
Solange Sie nicht verschiedene Zweige mischen sollte eine solche Fehlermeldung
eigentlich nicht auftauchen und ist somit ein Bug.
Doppeldeutige Ebuild-Namen
Befehlsauflistung 5.8: Portage Warnung über doppeldeutige Ebuild-Namen |
[ Results for search key : listen ]
[ Applications found : 2 ]
* dev-tinyos/listen [ Masked ]
Latest version available: 1.1.15
Latest version installed: [ Not Installed ]
Size of files: 10,032 kB
Homepage: http://www.tinyos.net/
Description: Raw listen for TinyOS
License: BSD
* media-sound/listen [ Masked ]
Latest version available: 0.6.3
Latest version installed: [ Not Installed ]
Size of files: 859 kB
Homepage: http://www.listen-project.org
Description: A Music player and management for GNOME
License: GPL-2
!!! The short ebuild name "listen" is ambiguous. Please specify
!!! one of the above fully-qualified ebuild names instead.
|
Die Anwendung, die Sie installieren möchten, hat einen Namen, der auf mehr als
ein Paket zutrifft. Sie müssen ebenfalls die Kategorie des Paketes angeben.
Portage informiert Sie über mögliche Treffer, aus denen Sie auswählen können.
Zyklische Abhängigkeiten
Befehlsauflistung 5.9: Warnung von Portage zu zyklischen Abhängigkeiten |
!!! Error: circular dependencies:
ebuild / net-print/cups-1.1.15-r2 depends on ebuild / app-text/ghostscript-7.05.3-r1
ebuild / app-text/ghostscript-7.05.3-r1 depends on ebuild / net-print/cups-1.1.15-r2
|
Zwei (oder mehr) Pakete, die Sie installieren möchten hängen gegenseitig
voneinander ab und können daher nicht installiert werden. Dies ist in den
meisten Fällen ein Bug im Portage-Tree. Bitte warten Sie eine Weile,
aktualisieren den Portage-Tree und versuchen Sie es erneut. Schauen Sie
ebenfalls im Bugzilla, ob dies ein
bekanntes Problem ist und erstellen einen Bugreport sofern noch keiner
existiert.
Herunterladen der Quellen schlägt fehl
Befehlsauflistung 5.10: Portage Warnung zu Fehlern beim herunterladen der Quellen |
!!! Fetch failed for sys-libs/ncurses-5.4-r5, continuing...
!!! Some fetch errors were encountered. Please see above for details.
|
Portage konnte die Quellen für eine bestimmte Anwendung nicht herunterladen und
wird mit dem Installieren der anderen Anwendungen (sofern zutreffend)
fortfahren. Dieser Fehler kann durch einen noch nicht aktualisierten Mirror
oder einen falsche Angabe im Ebuild hervorgerufen werden. Zudem kann es sein,
dass der Server von dem Sie die Quellen herunterladen möchten aus einem
unbekannten Grund nicht erreichbar ist.
Versuchen Sie es eine Stunde später nochmals um zu prüfen, ob das Problem noch
besteht.
Schutz des Systemprofils
Befehlsauflistung 5.11: Portage Warnung über durch das Profil geschützte Pakete |
!!! Trying to unmerge package(s) in system profile. 'sys-apps/portage'
!!! This could be damaging to your system.
|
Sie wollen ein Paket deinstallieren, welches zu den Kernbestandteilen
Ihres Systems zählt. Es ist in Ihrem Profil als notwendig aufgeführt
und sollte daher nicht deinstalliert werden.
Fehler in der Überprüfung des Digests
Manchmal kann das installieren eines Pakets mittels emerge mit folgender
Nachricht abbrechen:
Befehlsauflistung 5.12: Fehler in der Überprüfung des Digest |
>>> checking ebuild checksums
!!! Digest verification failed:
|
Dies ist ein Zeichen dafür dass etwas mit dem Portage-Tree nicht in Ordnung
ist. Oft liegt es daran, dass ein Entwickler beim einbringen eines Pakets
in den Tree einen Fehler gemacht hat.
Wenn die Überprüfung des Digest fehlschlägt versuchen Sie nicht das
Paket selber neu zu indizieren. Das Ausführen von ebuild foo manifest
wird das Problem nicht beheben. Es wird das Problem mit ziemlicher Sicherheit
nur noch verschärfen!
Warten Sie stattdessen ein bis zwei Stunden, bevor der Tree sich etwas
normalisiert hat. Es ist wahrscheinlich ein Fehler, der direkt danach bemerkt
wurde, aber es kann eine Weile dauern bis die Korrektur im Portage-Tree
verbreitet wurde. Während Sie warten können Sie im Bugzilla nachsehen ob jemand das Problem
bereits gemeldet hat. Wenn nicht, melden Sie einfach einen Bug für das kaputte
Paket.
Sobald Sie sehen, dass der Fehler behoben wurde, können Sie erneut
synchronisieren um das korrigierte Digest zu erhalten.
Wichtig:
Dies bedeutet nicht, dass Sie Ihren Tree mehrere Male synchronisieren
sollten! Wie in der Rsync-Richtlinie aufgeführt (wenn Sie emerge --sync
ausführen) werden Benutzer, die zu oft synchronisieren gesperrt! Es ist besser
bis zu Ihrem nächsten geplanten Sync zu warten, damit die Rsync-Server nicht
überlastet werden.
|
2. USE Flags
2.a. Was sind USE-Flags?
Die Idee welche hinter USE-Flags steckt
Wenn Sie Gentoo installieren (oder irgendeine andere Distribution, oder sogar
ein anderes Betriebssystem) treffen Sie Entscheidungen abhängig von der Umgebung
in der Sie arbeiten. Die Einrichtung eines Server unterscheidet sich von der
Einrichtung einer Workstation. Eine Spiele-Workstation unterscheidet sich von
einer Workstation für 3D-Rendering.
Dies trifft nicht nur bei der Auswahl der Pakete die Sie installieren wollen zu,
sondern auch welche Funktionen ein Paket unterstützen soll. Wenn Sie OpenGL
nicht benötigen, warum sollten Sie sich die Mühe machen OpenGL zu installieren
und OpenGL-Unterstützung in die meisten Ihrer Pakete einzubauen? Wenn Sie KDE
nicht benutzen wollen, warum sollten Sie sich die Mühe machen Pakete mit
KDE-Unterstützung zu kompilieren, wenn diese Pakete auch ohne einwandfrei
funktionieren?
Um den Benutzern bei der Entscheidung zu helfen, was installiert/aktiviert
werden soll und was nicht, wollen wir, dass der Benutzer seine Umgebung auf
eine einfache Weise spezifiziert. Dies zwingt den Benutzer dazu zu entscheiden,
was er wirklich will und vereinfachtt den Prozess für Portage, unser
Paketmanagementsystem, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.
Definition eines USE-Flag
Geben Sie die USE-Flags ein. Solch ein Flag ist ein Schlüsselwort das
Unterstützungs- und Abhängigkeitsinformationen für ein bestimmtes Konzept
beinhaltet. Wenn Sie ein bestimmtes USE-Flag definieren wird Portage wissen,
dass Sie Unterstützung für das gewählte Schlüsselwort wollen. Natürlich
verändert dies auch die Abhängigkeitsinformationen für ein Paket.
Schauen wir uns ein spezifisches Beispiel an: das kde Schlüsselwort.
Wenn Sie dieses Schlüsselwort nicht in Ihrer USE Variable haben, werden
alle Pakte die optionale KDE Unterstützung haben ohne KDE
Unterstützung kompiliert. Alle Pakete die eine optionale KDE Abhängigkeit
haben werden installiert, ohne dass die KDE Bibliotheken (als
Abhängigkeit) installiert werden. Wenn Sie das kde Schlüsselwort
verwendet haben, dann werden diese Pakete mit KDE Unterstützung
kompiliert und die KDE Bibliotheken werden als Abhängigkeit installiert.
Dadurch, dass Sie das Schlüsselwort korrekt definieren, erhalten Sie ein System
spezifisch an Ihre Bedürfnisse angepasst.
Welche USE-Flags gibt es?
Es gibt zwei Arten von USE-Flags: globale und lokale USE-Flags.
-
Ein globales USE-Flag wird von vielen Paketen systemweit benutzt.
Dies ist was die meisten Menschen als ein USE-Flag ansehen.
-
Ein lokales USE-Flag wird von einem einzelnen Paket verwendet um
Entscheidungen spezifisch für ein Paket zu treffen.
Eine Liste von allen verfügbaren globalen USE-Flags findet man Online oder lokal in
/usr/portage/profiles/use.desc.
Eine Liste verfügbarer lokaler USE-Flags finden Sie lokal in
/usr/portage/profiles/use.local.desc.
2.b. Benutzung von USE-Flags
Deklarieren von ständigen USE-Flags
In der Hoffnung, dass Sie überzeugt sind von der Wichtigkeit von USE-Flags,
werden wir Sie nun informieren wie man USE-Flags deklariert.
Wie vorher erwähnt, werden alle USE-Flags innerhalb der USE Variable
deklariert. Um es für die Benutzer einfach zu machen USE-Flags zu suchen und
auszuwählen, geben wir schon eine Standardeinstellung für USE vor. Diese
Einstellung ist eine Sammlung von USE-Flags, von denen wir glauben, dass sie
häufig von Gentoo Benutzern verwendet werden. Diese Standardeinstellung ist
deklariert in der make.defaults Dateien die Teil Ihres Profils
sind.
Das Profil, auf das Ihr System hört, wird ausgewiesen vom
/etc/portage/make.profile Symlink. Jedes Profil funktioniert
aufbauend auf einem anderen, größeren Profil. Das Endergebnis ist daher die
Summe aller Profile. Das Hauptprofil ist das base Profil
(/usr/portage/profiles/base).
Lassen Sie uns einen Blick auf die Standardeinstellung für das 13.0 Profil
werfen:
Befehlsauflistung 2.1: Kulmulative make.defaults USE-Variable für das 13.0 Profil |
USE="a52 aac acpi alsa branding cairo cdr dbus dts dvd dvdr emboss encode exif
fam firefox flac gif gpm gtk hal jpeg lcms ldap libnotify mad mikmod mng mp3
mp4 mpeg ogg opengl pango pdf png ppds qt3support qt4 sdl spell
startup-notification svg tiff truetype vorbis unicode usb X xcb x264 xml xv
xvid"
|
Wie Sie sehen können, enthält diese Variable schon eine ziemlich große Anzahl
von Schlüsselwörtern. Verändern Sie jegliche make.defaults Dateien
nicht um die USE Variable an Ihre Bedürfnisse anzupassen:
Veränderungen in dieser Datei werden überschrieben wenn Sie ein Update von
Portage durchführen!
Sie ändern diese Standardeinstellung durch Hinzufügen oder Entfernen von
Schlüsselwörtern zur USE-Variable. Dies geschieht global durch die Definierung
der USE Variable in /etc/portage/make.conf. In dieser
Variable fügen Sie die zusätzlichen USE-Flags hinzu, die Sie benötigen oder
entfernen die USE-Flags, die Sie nicht wollen. Das Letztere geschieht durch das
Vorsetzen eines Minuszeichens ("-") vor das Schlüsselwort.
Zum Beispiel wenn Unterstützung für KDE und QT entfernt werden soll aber
Unterstützung für ldap hinzugefügt werden soll, kann USE wie folgt in
/etc/portage/make.conf definiert werden:
Befehlsauflistung 2.2: Eine Beispielseinstellung für USE in /etc/portage/make.conf |
USE="-kde -qt4 ldap"
|
Deklarieren von USE-Flags für einzelne Pakete
Machmal möchten Sie ein bestimmtes USE-Flag für ein (oder einige) Anwendungen
deklarieren, aber nicht systemweit. Um dies zu ermöglichen müssen Sie zunächst
das /etc/portage Verzeichnis erstellen (sofern es noch nicht
existiert) und die Datei /etc/portage/package.use editieren. Dies
ist normalerweise nur eine Datei, kann aber auch ein Verzeichnis sein. Weitere
Informationen finden Sie in man portage. Das folgende Beispiel setzt
voraus dass package.use nur eine Datei ist.
Wenn Sie zum Beispiel berkdb Unterstützung nicht global, aber für
mysql möchten fügen Sie folgendes ein:
Befehlsauflistung 2.3: /etc/portage/package.use Beispiel 1 |
dev-db/mysql berkdb
|
Sie können natürlich ein USE-Flag für ein Ebuild explizit deaktivieren.
Wenn Sie zum Beispiel keine java Unterstützung in PHP benötigen:
Befehlsauflistung 2.4: /etc/portage/package.use Beispiel 2 |
dev-php/php -java
|
Deklarieren von temporären USE-Flags
Manchmal wollen Sie eine bestimmte USE-Einstellung nur einmal benutzen. Anstatt
das /etc/portage/make.conf zweimal editiert wird (um die
Veränderungen in USE anzuwenden und wieder zu entfernen) können Sie einfach die
USE-Variable als Umgebungsvariable definieren. Behalten Sie im Gedächtnis, dass
wenn Sie die jeweilige Anwendung re-kompilieren oder aktualisieren (entweder
explizit oder als Teil eines Systemupdate) diese Änderung verloren geht.
Als ein Beispiel werden wir, während der Installation von Seamonkey, temporär
Java von den USE-Einstellungen entfernen.
Befehlsauflistung 2.5: USE als Umgebungsvariable verwenden |
# USE="-java" emerge seamonkey
|
Reihenfolge
Natürlich gibt es eine gewisse Präzedenz darüber welche Einstellung Priorität
hat über die USE-Einstellungen. Sie wollen schließlich nicht
USE="-java" deklarieren nur um zu sehen, dass java weiterhin
verwendet wird wegen einer Einstellung, die eine höhere Priorität hat.
Präferenz für die USE-Einstellung ist nach Priorität geordnet (die Erste hat
die niedrigste Priorität):
-
Standardeinstellung für USE deklariert in den make.defaults
Dateien, die Teil Ihres Profils sind.
-
Benutzerdefinierte USE-Einstellungen in /etc/portage/make.conf
-
Benutzerdefinierte USE-Einstellungen in
/etc/portage/package.use
-
Benutzerdefinierte USE-Einstellungen definiert als Umgebungsvariable
Um die endgültige USE Einstellungen zu sehen, so wie sie von Portage
gesehen wird, führen Sie emerge --info aus. Dies listet alle relevanten
Variablen (inklusive der USE Variable) mit dem von Portage verwendeten
Inhalt auf.
Befehlsauflistung 2.6: Ausführen von emerge --info |
# emerge --info
|
Das gesamte System an neue USE-Flags anpassen
Wenn Sie Ihre USE-Flags geändert haben und nun Ihr gesamtes System dazu bringen
möchten die neuen USE-Flags zu nutzen, benutzen Sie die --newuse Option
von emerge:
Befehlsauflistung 2.7: Neuerstellung Ihres gesamten System |
# emerge --update --newuse world
|
Führen Sie nun Portages depclean aus, um Abhängigkeiten aus Ihrem alten System,
die nun durch andere USE-Flags ersetzt wurden, zu löschen.
Warnung:
Das Ausführen von emerge depclean ist eine gefährliche Operation und
sollte mit dementsprechender Vorsicht vorgenommen werden. Kontrollieren Sie die
angezeigte Liste mit zu löschenden Paketen lieber zweimal um so sicherzustellen,
dass keine notwendigen Pakete gelöscht werden. Im folgenden Beispiel fügen wir
den -p Switch hinzu, um nur eine Liste unbenötigter Pakete angezeigt zu
bekommen, ohne diese jedoch gleichzeitig auch zu entfernen.
|
Befehlsauflistung 2.8: Entfernen unbenötigter Pakete |
# emerge -p --depclean
|
Wenn depclean beendet ist, führen Sie revdep-rebuild aus, um die
Anwendungen, die dynamisch gegen "Shared Objects" der deinstallierten
Pakete gelinkt sind, neu zu kompilieren. revdev-rebuild ist Teil des
Pakets gentoolkit; vergessen Sie nicht dieses zuvor zu installieren.
Befehlsauflistung 2.9: Ausführen von revdep-rebuild |
# revdep-rebuild
|
Nachdem Sie dies alles ausgeführt haben, benutzt Ihr System die neuen USE-Flag
Einstellungen.
2.c. Paket spezifische USE-Flags
Betrachten vorhandener USE-Flags
Nehmen wir als Beispiel seamonkey: Auf welche USE-Flags hört es? Um dies
herauszufinden benutzen wir emerge mit der --pretend und der
--verbose Option:
Befehlsauflistung 3.1: Betrachten der benutzten USE-Flags |
# emerge --pretend --verbose seamonkey
These are the packages that I would merge, in order:
Calculating dependencies ...done!
[ebuild R ] www-client/seamonkey-1.0.7 USE="crypt gnome java -debug -ipv6
-ldap -mozcalendar -mozdevelop -moznocompose -moznoirc -moznomail -moznopango
-moznoroaming -postgres -xinerama -xprint" 0 kB
|
emerge ist nicht das einzige Hifsmittel für diesen Job. In der Tat haben
wir ein Werkzeug, ausgelegt auf Paketinformationen, genannt equery,
welches im gentoolkit Paket enthalten ist. Installieren Sie zunächst
gentoolkit:
Befehlsauflistung 3.2: Installieren von gentoolkit |
# emerge gentoolkit
|
Führen Sie nun equery mit dem uses Argument aus um die USE-Flags
eines bestimmten Paketes zu betrachten. Zum Beispiel für das gnumeric
Paket:
Befehlsauflistung 3.3: Benutzung von equery zur Betrachtung verwendeter USE-Flags |
# equery --nocolor uses =gnumeric-1.6.3 -a
[ Searching for packages matching =gnumeric-1.6.3... ]
[ Colour Code : set unset ]
[ Legend : Left column (U) - USE flags from make.conf ]
[ : Right column (I) - USE flags packages was installed with ]
[ Found these USE variables for app-office/gnumeric-1.6.3 ]
U I
- - debug : Enable extra debug codepaths, like asserts and extra output.
If you want to get meaningful backtraces see
http://www.gentoo.org/proj/en/qa/backtraces.xml .
+ + gnome : Adds GNOME support
+ + python : Adds support/bindings for the Python language
- - static : !!do not set this during bootstrap!! Causes binaries to be
statically linked instead of dynamically
|
3. Portage Features
5.a. Portage Features
Portage hat einige zusätzliche Features, die das Gentoo Erlebnis noch ein wenig
besser machen. Viele dieser Features beruhen auf Software Tools um die
Performance, Funktionssicherheit, Sicherheit, etc. zu verbessern.
Um diese Portage Features zu aktivieren oder deaktivieren müssen Sie die
FEATURES Variable in /etc/portage/make.conf anpassen. Diese
Variable enthält verschiedene Feature Keywords, welche durch Leerzeichen
getrennt werden.In vielen Fällen müssen Sie ebenfalls zusätzliche Software
installieren.
Nicht alle Features, die Portage anbietet werden hier aufgelistet. Für einen
vollständigen Überblick schauen Sie in die make.conf Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der make.conf Manpage |
$ man make.conf
|
Um herauszufinden, welche FEATURES per default aktiviert sind führen Sie
emerge --info aus und suchen Sie nach der FEATURES Variable, oder filtern
diese aus:
Befehlsauflistung 1.2: Herausfinden welche FEATURES bereits aktiv sind |
$ emerge --info | grep FEATURES
|
3.b. Distributed Compiling
Benutzung von distcc
distcc ist ein Programm das "Kompilierungen" über mehrere, nicht
notwendigerweise identische Computer, über ein Netzwerk verteilt. Der
distcc - Client sendet alle notwendigen Informationen zu den
erreichbaren distcc - Servern (die den distccd laufen haben), so
dass diese Teile des Quellcodes vom Client kompilieren können. Als Resultat
wird Zeit beim Kompilieren eingespart.
Sie finden tiefer gehende Informationen über distcc (und wie Sie es bei
Gentoo zum Laufen bringen) in unserer Gentoo
distcc Dokumentation.
distcc installieren
Distcc bringt einen grafischen Monitor mit, der Sie über alle Aufgaben
informiert, die der Computer zum Kompilieren wegsendet. Falls Sie
Gnome benutzen, setzen Sie 'gnome' in Ihrer USE-Variable.
Wenn Sie nicht Gnome nutzen, den Monitor aber trotzdem haben
wollen, sollten Sie 'gtk' in Ihrer USE-Variable setzen.
Befehlsauflistung 2.1: distcc installieren |
# emerge distcc
|
Unterstützung für Portage aktivieren
Fügen Sie distcc der FEATURES Variable in
/etc/portage/make.conf hinzu. Anschließen editieren Sie die
MAKEOPTS Variable entsprechend Ihren Wünschen. In den meisten Fällen ist es
hinreichend "-jX" anzugeben, wobei X der Nummer der CPUs die den distccd
ausführen entsprechen (inklusive dem aktuellen Host) plus eins, möglicherweise
haben Sie mit anderen Werten bessere Ergebnisse.
Nun rufen Sie distcc-config auf und tragen eine Liste der verfügbaren
Server ein. Als einfaches Beispiel nehmen wir einmal an, dass die verfügbaren
distcc Server 192.168.1.102 (der momentane Host),
192.168.1.103 und 192.168.1.104 (zwei "entfernte" Hosts) sind:
Befehlsauflistung 2.2: distcc für die Nutzung dreier verfügbarer distcc Server konfigurieren |
# distcc-config --set-hosts "192.168.1.102 192.168.1.103 192.168.1.104"
|
Vergessen Sie bitte nicht, auch den distccd - Dämonen zu starten:
Befehlsauflistung 2.3: distcc Dämonen starten |
# rc-update add distccd default
# /etc/init.d/distccd start
|
3.c. Caching Compilation
Über ccache
ccache ist ein schneller Compiler - Cache. Wenn Sie ein Programm
kompilieren, werden Zwischenresultate gecacht, so dass bei einer Rekompilierung
des Programms die Zeit zum Kompilieren viel kürzer ist. Wenn Sie ccache zum
ersten Mal verwenden, wird es viel langsamer sein als eine normale Kompilierung.
Darauffolgende Rekompilierungen sollten schneller sein. ccache ist nur
hilfreich, wenn Sie die gleiche Applikation sehr oft rekompilieren müssen; es
ist daher hauptsächlich nur für Softwareentwickler nützlich.
Falls Sie an den Vor- und Nachteilen von ccache interessiert sind,
besuchen Sie bitte die ccache
Homepage.
Warnung:
ccache ist bekannt dafür, zahlreiche Kompilierungsfehler zu verursachen.
Ab und zu behält ccache veraltete Codeobjekte oder korrupte Dateien bei, was
dazu führt, dass Pakete sich nicht emergen lassen. Falls das passiert (wenn Sie
Fehler wie z.B. "File not recognized: File truncated" erhalten), versuchen Sie
die Applikation mit deaktiviertem ccache (FEATURES="-ccache" in der
/etc/portage/make.conf) zu rekompilieren bevor Sie einen Bug
eröffnen. Falls Sie keine Softwareentwicklung betreiben, aktivieren Sie
ccache nicht.
|
ccache installieren
Zur Installation von ccache führen Sie emerge ccache aus:
Befehlsauflistung 3.1: ccache installieren |
# emerge ccache
|
Unterstützung für Portage aktivieren
Öffnen Sie /etc/portage/make.conf und fügen Sie ccache zu
FEATURES hinzu. Anschließend erstellen Sie eine neue Variable namens
CCACHE_SIZE und setzen diese auf "2G":
Befehlsauflistung 3.2: CCACHE_SIZE in /etc/portage/make.conf editieren |
CCACHE_SIZE="2G"
|
Um zu schauen ob ccache funktioniert, fragen Sie ccache nach seinen
Statistiken. Weil Portage ein anderes Home-Verzeichnis verwendet, müssen Sie
auch die CCACHE_DIR Variable setzen:
Befehlsauflistung 3.3: Ccache - Statistiken anschauen |
# CCACHE_DIR="/var/tmp/ccache" ccache -s
|
Der /var/tmp/ccache Pfad ist das Standard ccache Home-Verzeichnis
von Portage. Wenn Sie diese Einstellungen ändern möchten, können Sie die
CCACHE_DIR Variable in /etc/portage/make.conf setzen.
Wenn Sie aber ccache ausführen würden, würde es den Standardpfad
${HOME}/.ccache verwenden. Deswegen mussten Sie auch die
CCACHE_DIR Variable setzen, als Sie nach den (Portage)
ccache-Statistiken fragten.
Nutzung von ccache außerhalb von Portage
Wenn Sie ccache für Kompilierungen außerhalb von Portage nutzen möchten fügen
Sie /usr/lib/ccache/bin dem Beginn der PATH Variable hinzu (vor
/usr/bin). Dies kann durch Editieren von
.bash_profile in Ihrem Home-Verzeichnis erreicht werden. Die
Verwendung von .bash_profile ist eine Möglichkeit Ihre
PATH-Variable zu definieren.
Befehlsauflistung 3.4: Editieren von .bash_profile |
PATH="/usr/lib/ccache/bin:/opt/bin:${PATH}"
|
3.d. Binäre Pakete
Binärpakete erstellen
Portage unterstützt die Installation von vorkompilierten Paketen. Obwohl Gentoo
keine vorkompilierten Pakete anbietet (mit Ausnahme der GRP Schnappschüsse) ist
die Funktion vollständig implementiert.
Um ein vorkompiliertes Paket zu erstellen können Sie quickpg benutzen,
sofern das Programm bereits in Ihrem System installiert ist oder Sie benutzen
die --buildpkg oder --buildpkgonly Optionen.
Falls Sie wollen, dass Portage dies standardmäßig macht, sollten Sie das
Schlüsselword buildpkg in der FEATURES Variablen setzen.
Erweiterte Unterstützung zum Erstellen von vorkompilierten Paketen finden Sie in
catalyst. Für weitere Informationen zu catalyst lesen Sie bitte
die Catalyst
FAQ.
Vorkompilierte Pakete Installieren
Auch wenn Gentoo keine anbietet, Sie können ein zentrales Repository anlegen, in
dem Sie vorkompilierte Pakete ablegen. Wenn Sie dieses Repository nutzen möchten
müssen Sie Portage mit der PORTAGE_BINHOST Variable den Ort des Repository
bekannt machen. Wenn sich die Pakete zum Beispiel auf ftp://buildhost/gentoo
befinden:
Befehlsauflistung 4.1: Setzen der PORTAGE_BINHOST Variable in /etc/portage/make.conf |
PORTAGE_BINHOST="ftp://buildhost/gentoo"
|
Wenn Sie vorkompilierte Pakete installieren wollen fügen Sie --getbinpkg
Option an das entsprechende emerge Kommando (welches ebenfalls --usepkg
enthalten muss) an. Die erste Option weist Portage an ein Binärpaket
herunterzuladen, die zweite zuerst zu versuchen ein Binärpaket zu installieren,
bevor Sourcen heruntergeladen und kompiliert werden.
Um zum Beispiel gnumeric mit vorkompilierten Paketen zu installieren:
Befehlsauflistung 4.2: Installation des vorkompilierten gnumeric Pakets |
# emerge --usepkg --getbinpkg gnumeric
|
Weitere Informationen zur Binärpaket Funktionalität von emerge finden Sie
in der emerge Manpage:
Befehlsauflistung 4.3: Lesen der emerge Manpage |
$ man emerge
|
3.e. Dateien abrufen
Paralleler Abruf
Wenn Sie eine Serie von Paketen mit emerge isntallieren kann Portage die
Quelldateien für das nächste Paket in der Liste schon herunterladen, während es
noch ein anderes Paket kompiliert, und dadurch die Kompilierzeit reduzieren. Um
von dieser Fähigkeit Gebrauch zu machen, fügen Sie "parallel-fetch" zu Ihren
FEATURES hinzu. Beachten Sie, dass diese mittlerweile standardmäßig aktiv ist
und Sie sie nicht ausdrücklich aktivieren müssen.
Userfetch
Wenn Portage als root ausgeführt wird, erlaubt FEATURES="userfetch" Portage das
Senken der root-Privilegien während es Paketquellen abruft. Dies verbessert die
Sicherheit ein wenig.
3.f. Beziehen von validierten Portage-Tree-Snapshots
Als Administrator können Sie sich dafür entscheiden, Ihren lokalen Portage-Tree
nur mit einem vom Gentoo Infrastruktur-Team veröffentlichten, kryptographisch
validierten Snapshot des Portage-Trees zu aktualisieren. Das stellt sicher, dass
kein böswilliger rsync-Mirror ungewollten Code oder ungewollte Pakete zu dem
Tree hinzufügt, den Sie herunterladen.
Um Portage zu konfigurieren, erstellen Sie zunächst einen Trust-Store, in den
Sie die Schlüssel der Gentoo-Infrastruktur, die für das Signieren des
Portage-Trees verantwortlich sind, herunterladen und akzeptieren. Wenn Sie
möchten, können Sie diesen GPG-Schlüssel mit den entsprechenden Richtlinien
validieren (z.B. durch Überprüfen des Schlüssel-Fingerabdrucks). Sie finden die
Liste der vom Release-Engineering-Team verwendetn GPG-Schlüssel auf ihrer Projektseite.
Befehlsauflistung 6.1: Erstellen eines Trust-Stores für Portage |
# mkdir -p /etc/portage/gpg
# chmod 0700 /etc/portage/gpg
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 0x239C75C4 0x96D8BF6D
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --edit-key 0x239C75C4 trust
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --edit-key 0x96D8BF6D trust
|
Bearbeiten Sie nun /etc/portage/make.conf und aktivieren Sie die
Unterstützung für das Validieren der signierten Snapshots des Portage-Trees
(durch Verwendung von FEATURES="webrsync-gpg") und schalten Sie das
Aktualisieren des Portage-Trees mit der regulären emerge --sync Methode
ab.
Befehlsauflistung 6.2: Aktualisieren von Portage für Validierung signierter Trees |
FEATURES="webrsync-gpg"
PORTAGE_GPG_DIR="/etc/portage/gpg"
SYNC=""
|
Das wär's. Das nächste Mal, wenn Sie emerge-webrsync verwenden, werden
nur die Snapshots mit einer gültigen Signatur auf Ihrem Dateisystem extrahiert.
4. Initskripte
4.a. Runlevel
Der Startvorgang
Wenn Sie Ihr System booten, werden Sie sehr viel Text auf dem Bildschirm
vorbeifließen sehen. Genauer betrachtet, ist es immer derselbe Text nach einem
Neustart. Diese Auflistung aller Aktionen beim Startvorgang wird
Bootsequenz genannt und ist (mehr oder weniger) fest vorgeschrieben.
Zuerst lädt Ihr Bootloader das Kernel-Image, welches Sie in der
Konfigurationsdatei Ihres Bootloaders angegeben haben, in den Arbeitsspeicher.
Dann teilt er der CPU mit, den Kernel zu starten. Wenn dieser geladen ist und
läuft, initialisiert er alle kernel-spezifischen Strukturen und Aufgaben. Dann
wird der init Prozess gestartet.
Dieser Prozess stellt sicher, dass auch alle Dateisysteme (die in
/etc/fstab angegeben wurden) gemounted und benutzt
werden können. Dann führt er mehrere Skripte in /etc/init.d
aus, welche die verschiedenen Dienste starten, die Sie für einen
erfolgreichen Bootvorgang benötigen.
Schließlich, wenn alle Skripte ausgeführt wurden, aktiviert init die
Terminals (in den meisten Fällen virtuelle Konsolen, die hinter Alt-F1,
Alt-F2, etc. versteckt sind) mit einem speziellen Prozess namens
getty. Dieser Prozess stellt dann sicher, dass Sie sich über diese
Terminals mit dem Befehl login einloggen können.
Initskripte
init führt die Skripte in /etc/init.d aber nicht willkürlich
aus. Nur die Skripte aus /etc/init.d, die es ausführen soll,
werden auch ausgeführt. Welche das sind, steht in
/etc/runlevels.
Zuerst werden alle Skripte aus /etc/init.d, die einen symbolischen
Link in /etc/runlevels/boot besitzen, von init gestartet.
Normalerweise geschieht dies in alphabetischer Reihenfolge, aber einige
Skripte müssen zunächst Abhängigkeiten auflösen, so dass erst andere
Skripte gestaret sein müssen, bevor es selbst ausgeführt werden kann.
Wenn alle Skripte aus /etc/runlevels/boot ausgeführt wurden,
startet init diejenigen Skripte, die einen symbolischen Link in
/etc/runlevels/default besitzen. Auch hier wird zunächst die
alphabetische Reihenfolge beachtet, es sei denn, dass auch hier wieder
Abhängigkeiten aufgelöst werden müssen, damit eine erfolgreiche Startsequenz
gewährleistet ist.
Wie Init arbeitet
Natürlich entscheidet init das alles nicht alleine. Es benötigt eine
Konfigurationsdatei, die enthält, welche Aktion ausgeführt werden soll. Diese
Datei heißt /etc/inittab.
Wenn Sie sich an die Bootsequenz erinnern, die wir Ihnen eben erklärt
hatten, werden Sie sich daran erinnern, dass die erste Aktion von init
das Mounten aller Dateisysteme war. Dies ist in der folgenden Zeile aus
/etc/inittab ersichtlich:
Befehlsauflistung 1.1: Zeile zur Systeminitialisierung in /etc/inittab |
si::sysinit:/sbin/rc sysinit
|
Diese Zeile teilt init mit, dass es /sbin/rc sysinit ausführen
muss, um das System zu initialisieren. Das /sbin/rc Skript stellt
dann die Initialisierung sicher. Sie könnten nun sagen, dass init ja
eigentlich nicht viel macht -- es delegiert die Aufgabe der
Systeminitialisierung an einen anderen Prozess.
Dann führt init alle Skripte, die einen symbolischen Link in
/etc/runlevels/boot haben aus. Dies wird in folgender Zeile
ersichtlich:
Befehlsauflistung 1.2: Systeminitialisierung, Fortsetzung |
rc::bootwait:/sbin/rc boot
|
Wieder übernimmt das rc Skript die notwendigen Aufgaben. Beachten Sie,
dass die Option, die rc (boot) übergeben wird, denselben Namen
besitzt, wie das verwendete Unterverzeichnis in /etc/runlevels.
Nun überprüft init seine Konfigurationsdatei, um zu sehen, welchen
Runlevel es ausführen sollte. Um dies zu entscheiden, ließt es die
folgende Zeile aus /etc/inittab:
Befehlsauflistung 1.3: Die initdefault Zeile |
id:3:initdefault:
|
In diesem Fall (welchen die meisten Gentoo-User nutzen werden) ist die
runlevel ID 3. Mit Hilfe dieser Information überprüft init, was
alles zum Start von Runlevel 3 ausgeführt werden muss:
Befehlsauflistung 1.4: Runlevel Definitionen |
l0:0:wait:/sbin/rc shutdown
l1:S1:wait:/sbin/rc single
l2:2:wait:/sbin/rc nonetwork
l3:3:wait:/sbin/rc default
l4:4:wait:/sbin/rc default
l5:5:wait:/sbin/rc default
l6:6:wait:/sbin/rc reboot
|
Die Zeilen, die den Level 3 definieren, werden wiederum vom rc Skript
verwendet, um die Dienste (nun mit dem Argument default) zu starten.
Beachten Sie auch hier, dass das Argument von rc wieder denselben
Namen wie das verwendete Unterverzeichnis von /etc/runlevels
hat.
Wenn rc fertig ist, entscheidet init, welche Konsole es
aktivieren sollte und welche Befehle auf jeder Konsole benutzt werden
müssen:
Befehlsauflistung 1.5: Die Definition der virtuellen Konsolen |
c1:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty1 linux
c2:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty2 linux
c3:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty3 linux
c4:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty4 linux
c5:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty5 linux
c6:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty6 linux
|
Was ist ein Runlevel?
Sie haben gesehen, dass init ein Nummernschema benutzt, um zu
entscheiden, welchen Runlevel es aktivieren soll. Ein Runlevel
ist ein bestimmter Zustand, in dem sich Ihr System befindet und der eine
Ansammlung von Skripten (Runlevel-Skripte oder Initskripte)
besitzt, die beim Betreten oder Verlassen eines Runlevels ausgeführt
werden müssen.
In Gentoo sind sieben Runlevel definiert: drei interne Runlevel und vier, die
der Benutzer definieren kann. Die internen Runlevel sind sysinit,
shutdown und reboot und machen genau das, was die
Namen vermuten lassen: initialisieren das System, fahren es herunter und
führen einen Reboot durch.
Die benutzerdefinierten Runlevel sind diejenigen, mit einem Unterverzeichnis
in /etc/runlevels: boot, default,
nonetwork und single. Der boot
Runlevel startet alle notwendigen Dienste, die die anderen Runlevel benötigen.
Die verbleibenden drei Runlevel unterscheiden sich in den Diensten, die sie
starten: default wird genutzt, um die täglichen Operationen zu
erledigen, nonetwork nur im Falle, das keine Netzwerkverbindung
gebraucht wird und single, wenn das System repariert werden
muss.
Mit den Initskripten arbeiten
Die Skripte, die den rc Prozess starten, werden Initskripte
genannt. Jedes Skript in /etc/init.d kann mit den Argumenten
start, stop, restart, pause, zap,
status, ineed, iuse, needsme, usesme
oder broken ausgeführt werden.
Um einen Dienst zu starten oder zu stoppen (und die davon abhängigen Dienste),
sollte start, stop und restart benutzt werden:
Befehlsauflistung 1.6: Postfix starten |
# /etc/init.d/postfix start
|
Notiz:
Nur Dienste, die den gegebenen Dienst benötigen werden gestoppt oder
neu gestartet. Alle anderen abhängigen Dienste (die den Dienst nutzen,
aber nicht benötigen) werden nicht berührt.
|
Falls Sie einen Dienst stoppen wollen, aber nicht die davon abhängigen Dienste,
können Sie das pause Argument nutzen:
Befehlsauflistung 1.7: Postfix stoppen, ohne die davon abhängigen Dienste zu berühren |
# /etc/init.d/postfix pause
|
Falls Sie den Status eines Dienstes (started, stopped, paused, ...) sehen
möchten, können Sie das status Argument nutzen:
Befehlsauflistung 1.8: Statusinformationen über Postfix |
# /etc/init.d/postfix status
|
Falls die Statusinformation Ihnen mitteilt, dass der Dienst gestartet wurde,
Sie aber wissen, dass dies nicht der Fall ist, können Sie die Statusinformation
mit dem zap Argument zu "stopped" zurücksetzen:
Befehlsauflistung 1.9: Statusinformation von Postfix zurücksetzen |
# /etc/init.d/postfix zap
|
Um auch nachzufragen, was von dem Dienst alles abhängt, können sie die
Argumente iuse oder ineed nutzen. Mit ineed wird alles
angezeigt, was zum ordnungsgemäßen Funktionieren des Dienstes nötig ist.
iuse andererseits zeigt alle Dienste an, die von diesem Dienst benutzt
werden können, aber nicht notwendig zur ordnungsgemäßen Funktion des
Dienstes sind.
Befehlsauflistung 1.10: Anforderung einer Liste der notwendigen Dienste, von denen Postfix abhängt |
# /etc/init.d/postfix ineed
|
Ähnlich ist die Vorgehensweise, wenn Sie nach allen Diensten fragen wollen, die
einen bestimmten Dienst benötigen (needsme) oder ihn benutzen
(usesme):
Befehlsauflistung 1.11: Anforderung einer Liste aller Dienste, die Postfix benötigen |
# /etc/init.d/postfix needsme
|
Schließlich können Sie noch nachfragen, welche Abhängigkeiten der Dienst
benötigt, die aber noch fehlen:
Befehlsauflistung 1.12: Anforderung einer Liste aller fehlenden Abhängigkeiten für Postfix |
# /etc/init.d/postfix broken
|
4.b. Mit rc-update arbeiten
Was ist rc-update?
Das Init-System von Gentoo benutzt einen Abhängigkeitsbaum um zu
entscheiden, welcher Dienst zuerst gestartet werden muss. Da dies eine
ermüdende Aufgabe ist, die wir unseren Usern nicht unbedingt zumuten wollten
"von Hand" auszuführen, haben wir einige Tools erstellt, die die Administration
der Runlevel und Initskripte erleichtert.
Mit rc-update können Sie Initskripte zu einem Runlevel hinzufügen
und wieder entfernen. Das rc-update Tool wird dann das depscan.sh
Skript automatisch dazu veranlassen, den Abhängigkeitsbaum anzupassen.
Hinzufügen und Entfernen von Diensten
Sie haben bereits während der Installation von Gentoo Initskripte zum
"default" Runlevel hinzugefügt. Zu diesem Zeitpunkt hatten Sie aber
wahrscheinlich noch keine Ahnung, für was "default" steht, nun sollten Sie
es aber wissen. Das rc-update Skript benötigt ein zweites Argument,
welches eine "Aktion" definiert: add, del oder show.
Um ein Initskript hinzuzufügen oder zu entfernen, übergeben Sie
rc-update einfach add oder del als Argument,
gefolgt von dem Initskript und dem Runlevel. Zum Beispiel:
Befehlsauflistung 2.1: Entfernen von Postfix aus dem Runlevel default |
# rc-update del postfix default
|
Der Befehl rc-update -v show wird Ihnen alle verfügbaren
Initskripte und Runlevel, in denen diese ausgeführt werden, zeigen:
Befehlsauflistung 2.2: Informationen über Initskripte erhalten |
# rc-update -v show
|
Sie können auch rc-update show ausführen (ohne -v) um nur die
aktivierten Initskripte und ihre Runlevel anzuzeigen.
4.c. Dienste konfigurieren
Warum zusätzliche Konfigurationen?
Initskripte können recht komplex sein. Es ist daher nicht unbedingt von
Vorteil, wenn User Initskripte direkt bearbeiten könnten, da es die Sache
nur fehleranfälliger machen würde. Es ist aber auch wichtig, dass
Konfigurationen gemacht werden können. Zum Beispiel, wenn Sie einem
Dienst mehrere Optionen mitgeben wollten:
Ein zweiter Grund, diese Konfiguration außerhalb der Initskripte zu haben
ist, ein Update eines Initskriptes durchführen zu können, ohne zu
befürchten, die Konfigurationen dabei rückgängig zu machen.
Das /etc/conf.d Verzeichnis
Gentoo stellt einen einfachen Weg zur Konfiguration eines solchen
Services zur Verfügung: Jedes Initskript, das konfiguriert werden kann, hat
eine Datei in /etc/conf.d. Zum Beispiel hat das Apache2
Initskript (/etc/init.d/apache2 genannt) eine Konfigurationsdatei
namens /etc/conf.d/apache2, die die Optionen enthalten kann,
die Sie dem Apache 2 Server beim Start mitgeben wollen:
Befehlsauflistung 3.1: Variablen, definiert in /etc/conf.d/apache2 |
APACHE2_OPTS="-D PHP5"
|
Solch eine Konfigurationsdatei enthält nur Variablen (genau wie in
/etc/portage/make.conf), was die Konfiguration eines Dienstes
sehr vereinfacht. Es erlaubt uns auch, mehr Informationen (als Kommentare)
über die Variablen zu geben.
4.d. Initskripte schreiben
Muss ich das?
Nein. Ein Initskript zu schreiben ist normalerweise nicht notwendig, da
Gentoo fertige Initskripte für alle bereitgestellten Dienste liefert. Wie dem
auch sei, haben Sie vielleicht einen Dienst, ohne Portage zu nutzen
installiert. In diesem Fall müssen sie wahrscheinlich ein eigenes Initskript
schreiben.
Benutzen Sie das von einem Dienst bereitgestellte Initskript nicht, es sei
denn, es ist ausdrücklich für Gentoo geschrieben: Die Initskripte von
Gentoo sind nicht mit den Initskripten anderer Distributionen kompatibel!
Layout
Das grundlegende Layout eines Initskriptes ist wie folgt beschrieben.
Befehlsauflistung 4.1: Grundlegendes Layout eines Initskriptes |
#!/sbin/runscript
depend() {
}
start() {
}
stop() {
}
|
Jedes Initskript muss eine start Funktion definieren. Alle
anderen Abschnitte sind optional.
Abhängigkeiten
Es gibt zwei Abhängigkeits-artige Einstellungen, die Sie definieren können, die
das Starten und die Reihenfolge der Init-Skripte beeinflussen: use und
need. Von diesen abgesehen gibt es noch zwei Methoden, die die
Reihenfolge beeinflussen: before und after. Diese letzten beiden
sind keine eigentlichen Abhängigkeiten - durch sie schlägt das Init-Skript nicht
fehl, falls das angegebene Init-Skript nicht zum Starten vorgesehen ist (oder es
Probleme mit dem Starten gibt).
-
Die Angabe use informiert das Init-System, dass das Init-Skript
Funktionalität des angegebenen Skripts nutzt, aber nicht direkt davon
abhängt. Gute Beispiele sind use logger und use dns. Wenn
diese Dienste verfügbar sind, können sie für einen guten Zweck verwendet
werden, aber auch wenn Sie keinen Logger oder DNS-Server haben, wird der
Dienst trotzdem funktionieren. Falls die angegebenen Dienste existieren,
werden sie vor dem Skript, das sie benutzt, gestartet.
-
Die Angabe need ist eine harte Abhängigkeit. Sie bedeutet, dass das
Skript, das ein anderes Skript benötigt, nicht startet, bevor das
andere Skript erfolgreich gestartet hat. Ferner wird dieses Skript
neu gestartet, wenn das andere Skript neu gestartet wird.
-
Wenn before genutzt wird, wird das Skript vor dem angegebenen Skript
gestartet, falls das angegebene Teil des Init-Levels ist.
Beispielsweise wird ein Init-Skript namens xdm, das before
alsasound definiert, vor dem Skript alsasound starten,
aber nur, wenn alsasound auch im gleichen Init-Level zum
Starten vorgemerkt ist. Falls alsasound nicht zum Starten
vorgemerkt ist, dann hat diese Einstellung keine Auswirkungen und
xdm wird gestartet, wann auch immer das Init-System es für am
sinnvollsten hält.
-
Genauso informiert after das Init-System darüber, dass das gegebene
Skript nach dem angegebenen Skript gestartet werden soll, falls das
angegebene Skript Teil des Init-Levels ist. Falls nicht, hat die Einstellung
keine Auswirkungen und das Skript wird gestartet, wann auch immer das
Init-System es für am sinnvollsten hält.
Aus diesen Erklärungen sollte hervorgehen, dass need die einzige "wahre"
Abhängigkeitseinstellung ist, da sie bestimmt, ob das Skript gestartet wird oder
nicht. Alle anderen sind lediglich Hinweise für das Init-System, in welcher
Reihenfolge die Skripte gestartet werden können bzw. sollen.
Wenn Sie sich nun einige von Gentoos vielen Init-Skripten anschauen, werden Sie
merken, dass einige Abhängigkeiten auf Dinge haben, die keine Init-Skripte sind.
Diese "Dinge" nennen wir Virtuals.
Eine virtual Abhängigkeit stellt eine Abhängigkeit dar, die nicht nur
von diesem Dienst zur Verfügung gestellt wird. Ihr Initskript kann von einem
System-Protokollierdienst abhängen, aber es gibt ja bekanntlich mehrere davon
(metalogd, syslog-ng, sysklogd, ...). Da Sie ja nicht jeden einzelnen von
diesen brauchen (ein vernünftige System hat nicht jeden dieser
Protokollierer installiert und gestartet), stellen wir sicher, dass all diese
Dienste eine virtuelle Abhängigkeit bereitstellen.
Lassen Sie uns einen Blick auf die Abhängigkeitsinformationen des
Postfix-Dienstes werfen.
Befehlsauflistung 4.2: Abhängigkeitsinformationen zu Postfix |
depend() {
need net
use logger dns
provide mta
}
|
Wie Sie sehen können, der Postfix-Dienst:
-
benötigt die (virtual) net Abhängigkeit (die z.B. von
/etc/init.d/net.eth0 bereitgestellt wird)
-
nutzt die (virtual) logger Abhängigkeit (die z.B. von
/etc/init.d/syslog-ng bereitgestellt wird)
-
nutzt die (virtual) dns Abhängigkeit (die z.B. von
/etc/init.d/named bereitgestellt wird)
-
stellt die (virtual) mta Abhängigkeit (die allen Mail-Servern
gemein ist) zur Verfügung
Reihenfolge kontrollieren
Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, können Sie dem Init-System sagen, in
welcher Reihenfolge die Skripte gestartet (oder gestoppt) werden sollen. Diese
Reihenfolge wird durch die Abhängigkeitsangaben use und need
beeinflusst, aber auch durch die Reihenfolgenangaben before und
after. Da wir diese Angaben bereits erklärt haben, schauen wir uns
beispielhaft das Init-Skript des Dienstes Portmap an.
Befehlsauflistung 4.3: Die depend() Funktion im Portmap-Dienst |
depend() {
need net
before inetd
before xinetd
}
|
Sie können auch den "*" Ausdruck benutzen, um alle Dienste im selben Runlevel
zu erwischen, obwohl das nicht sehr ratsam ist.
Befehlsauflistung 4.4: Ein Initskript als erstes in einem Runlevel starten |
depend() {
before *
}
|
Wenn Ihr Dienst auf lokale Festplatten schreiben muss, wird er wahrscheinlich
localmount benötigen. Wenn er etwas in /var/run platziert,
wie ein Pidfile, dann sollte er nach bootmisc gestartet werden.
Befehlsauflistung 4.5: Beispiel der depend() Funktion |
depend() {
need localmount
after bootmisc
}
|
Standardfunktionen
Neben der depend() Funktionalität benötigen Sie vielleicht auch
die start Funktion. Diese enthält alle Befehle, die zum Starten Ihres
Dienstes notwendig sind. Es ist ratsam, die ebegin und eend
Funktionen zu nutzen, um dem User mitzuteilen, was passiert:
Befehlsauflistung 4.6: Beispiel der start() Funktion |
start() {
if [ "${RC_CMD}" = "restart" ];
then
fi
ebegin "Starten meines Dienstes"
start-stop-daemon --start --exec /pfad/zu/meinem_dienst \
--pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile
eend $?
}
|
Sowohl --exec als auch --pidfile sollten in den Start- und
Stopp-Funktionen verwendet werden. Falls der der Dienst kein Pidfile erstellt
sollten Sie, wenn möglich, --make-pidfile verwenden. Sie sollten dies
aber testen um sicher zu sein. Verwenden Sie ansonsten kein Pidfile. Sie können
zudem --quiet zu den start-stop-daemon Optionen hinzufügen; dies
wird aber nicht empfohlen, solange der Dienst nicht extrem detailliert
berichtet. Die Verwendung von --quiet kann die Fehlersuche behindern,
wenn der Dienst nicht erfolgreich gestartet werden kann.
Eine weitere zu bemerkende Einstellung in obigem Beispiel ist das Prüfen des
Inhalts der Variable RC_CMD. Im Gegensatz zum alten Init-System
unterstützt das neuere System openrc keine Skript-spezifische
Restart-Funktionalität. Stattdessen muss das Skript den Inhalt der Variable
RC_CMD prüfen, um zu sehen, ob eine Funktion (sei es start() oder
stop()) als Teil eines Restarts aufgerufen wird oder nicht.
Notiz:
Stellen Sie sicher, dass --exec wirklich einen Dienst aufruft und nicht
nur ein Shell-Skript, welches den Dienst startet und dann beendet. Das ist die
Aufgabe des Initskripts.
|
Wenn Sie weitere Beispiele der start() Funktion benötigen, lesen Sie
bitte den Quellcode der verfügbaren Initskripte in Ihrem
/etc/init.d Verzeichnis.
Eine weitere Funktion, die Sie definieren können, ist stop(). Sie sind
nicht verpflichtet, diese Funktion zu erstellen! Unser Init-System ist
intelligent genug, diese selbst auszufüllen, sofern Sie den
start-stop-daemon nutzen.
Hier ist ein Beispiel einer stop() Funktion:
Befehlsauflistung 4.7: Beispiel der stop() Funktion |
stop() {
ebegin "Stoppen meines Dienstes"
start-stop-daemon --stop --exec /pfad/zu/meinem_dienst \
--pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile
eend $?
}
|
Wenn Ihr Dienst ein anderes Skript ausführt (zum Beipsiel Bash, Python oder
Perl) und das Script später den Namen ändert (zum Beispiel von foo.py auf
foo) werden Sie --name zum start-stop-daemon hinzufügen
müssen. Sie müssen den Namen angeben, auf den Ihr Skript geändert wird. In
diesem Beispiel startet ein Dienst foo.py, welches seinen Namen auf
foo ändert:
Befehlsauflistung 4.8: Ein Dienst, der das Skript foo startet |
start() {
ebegin "Starten meines Skripts"
start-stop-daemon --start --exec /pfad/zu/meinem_skript \
--pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile --name foo
eend $?
}
|
Für den start-stop-daemon existiert auch eine exzellente
man-Seite, falls Sie weitere Informationen benötigen.
Befehlsauflistung 4.9: Aufrufen der man-Seite des start-stop-daemon |
$ man start-stop-daemon
|
Die Syntax für Gentoos Initskripte basiert auf der POSIX-Shell; es steht Ihnen
also frei, sh-kompatible Konstrukte innerhalb Ihrer Initskripte zu verwenden.
Verwenden Sie keine anderen Konstrukte, z.B. bash-spezifische, um
sicherzustellen, dass die Skripte auch dann noch funktionieren, wenn Gentoo
Änderungen am Init-System vornimmt.
Eigene Optionen hinzufügen
Falls Sie wollen, dass Ihr Initskript mehr Optionen besitzt, als wir bisher
aufgeführt haben, sollten Sie Ihre Option zur extra_commands Variable
hinzufügen und eine Funktion mit demselben Namen wie die Option erstellen.
Zum Beispiel, um eine Funktion namens restartdelay zu unterstützen:
Befehlsauflistung 4.10: Unterstützung der restartdelay Option |
extra_commands="restartdelay"
restartdelay() {
stop
sleep 3
start
}
|
Wichtig:
Die Funktion restart() kann in openrc nicht überschrieben werden!
|
Variablen zur Dienstkonfiguration
Sie müssen nichts machen, um eine Konfigurationsdatei in
/etc/conf.d zu unterstützen: Wenn Ihr Initskript ausgeführt
wird, wird folgendes automatisch zu Grunde gelegt (d.h. diese Variablen
können benutzt werden):
- /etc/conf.d/<Ihr Initskript>
- /etc/conf.d/basic
- /etc/rc.conf
Falls Ihr Initskript eine virtuelle Abhängigkeit (wie net) bereitstellt,
wird dazu die Datei, die mit dieser Abhängigkeit in Verbindung gebracht wird
(wie /etc/conf.d/net), auch zu Grunde gelegt.
4.e. Ändern des standardmäßigen Runlevel-Verhaltens
Wer kann hiervon profitieren?
Viele Laptop-Benutzer kennen die Situation: Daheim müssen Sie net.eth0
starten, wenn Sie unterwegs sind möchten sie net.eth0 nicht starten (weil
grade kein Netzwerk verfügbar ist). Mit Gentoo können Sie das Runlevel Verhalten
nach Ihren eigenen Vorstellungen anpassen.
Zum Beispiel können Sie ein zweites Runlevel "default" anlegen, dass Sie booten
können mit anderen Initskripten die diesem Runlevel zugeordnet sind. Sie können
während des Booten wählen, welches default Runlevel Sie benutzen möchten.
softlevel benutzen
Zunächst erstellen Sie das Runlevel Verzeichnis für Ihr zweites "default"
Runlevel. Als Beispiel werden wir das offline Runlevel erstellen:
Befehlsauflistung 5.1: Erstellen eines Runlevel-Verzeichnisses |
# mkdir /etc/runlevels/offline
|
Fügen Sie die notwendigen Initskripte in das neu erstelle Runlevel. Wenn Sie
zum Bespiel eine exakte Kopie Ihres aktuellen default Runlevels anlegen
möchten, lediglich ohne net.eth0:
Befehlsauflistung 5.2: Hinzufügen der notwendigen Initskripte |
# cd /etc/runlevels/default
# for service in *; do rc-update add $service offline; done
# rc-update del net.eth0 offline
# rc-update show offline
acpid | offline
domainname | offline
local | offline
net.eth0 |
|
Obwohl net.eth0 aus dem Runlevel offline entfernt wurde, könnte
udev trotzdem versuchen jegliche Geräte, die es findet, zu starten und
die passenden Dienste aufzurufen. Diese Funktionalität nennt sich
Hotplugging. Standardmäßig verwendet Gentoo kein Hotplugging.
Falls Sie Hotplugging verwenden wollen, aber nur für eine ausgewählte Menge an
Skripten, verwenden Sie die rc_hotplug Variable in
/etc/rc.conf:
Befehlsauflistung 5.3: Deaktivierung der von Geräten gestarteten Dienste in /etc/rc.conf |
rc_hotplug="net.wlan !net.*"
|
Notiz:
Für weitere Informationen zu Diensten, die von Geräten gestartet werden, schauen
Sie sich bitte die Kommentare in /etc/rc.conf an.
|
Editieren Sie nun die Bootloader-Konfiguration und fügen einen neuen Eintrag für
das Runlevel offline hinzu. Zum Beispiel in
/boot/grub/grub.conf:
Befehlsauflistung 5.4: Einen zusätzlichen Eintrag für das Runlevel offline hinzufügen |
title Gentoo Linux Offline Usage
root (hd0,0)
kernel (hd0,0)/kernel-2.4.25 root=/dev/hda3 softlevel=offline
|
Voilà, Sie sind soweit. Wenn Sie Ihr System booten und die neu hinzugefügte
Option auswählen wird das System das Runlevel offline anstelle des
Runlevels default starten.
Bootlevel benutzen
Die Nutzung von bootlevel ist komplett analog zu softlevel. Der
einzige Unterschied ist, dass Sie hier ein zweites "boot" Runlevel anstelle
eines zweiten "default" Runlevel definieren können.
5. Umgebungsvariablen
5.a. Umgebungsvariablen
Was sind Umgebungsvariablen?
Eine Umgebungsvariable ist ein Objekt mit vorgegebenem Namen, welches
Informationen für eine oder mehrere Anwendungen bereitstellt. Viele
Benutzer (speziell diejenigen, die neu in Linux sind) finden dies etwas
seltsam oder schlecht handhabbar. Diese Annahme ist ein Fehler: Durch
Verwendung von Umgebungsvariablen kann die Konfigurationseinstellung
von einem oder mehreren Programmen sehr einfach geändert werden.
Wichtige Beispiele
Die folgende Tabelle enthält einige Variablen, die in einem Linux-System
verwendet werden und beschreibt deren Bedeutung. Einige Beispiele werden
im Anschluss an die Tabelle dargestellt.
| Variable |
Beschreibung |
| PATH |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen Ihr System nach ausführbaren Dateien schaut.
Wenn Sie den Namen einer ausführbaren Datei, wie zum Beispiel ls,
rc-update oder emerge eingeben und sich diese Datei nicht
in einem der Verzeichnisse dieser Liste befindet, wird sie nicht
ausgeführt, es sei denn, Sie geben den vollständigen Pfad an
(z.B. /bin/ls).
|
| ROOTPATH |
Diese Variable hat die gleiche Funktion wie PATH, aber hier werden
die Verzeichnisse aufgelistet, die durchsucht werden, wenn man als root
einen Befehl eingibt.
|
| LDPATH |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen Ihr dynamischer Linker nach System-Bibliotheken
sucht.
|
| MANPATH |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen der man Befehl nach der entsprechenden
man-page sucht.
|
| INFODIR |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen der info Befehl nach der entsprechenden
info Seite sucht.
|
| PAGER |
Diese Variable enthält den Pfad zu dem Standard-Programm, welches zur
Anzeige von Dateiinhalten verwendet wird (z.B. less oder
more).
|
| EDITOR |
Diese Variable enthält den Pfad zu dem Standard-Programm, welches zur
Bearbeitung von Dateien verwendet wird (z.B. nano oder vi).
|
| KDEDIRS |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen KDE-spezifisches Material enthalten ist.
|
| CONFIG_PROTECT |
Diese Variable enthält eine durch Leerzeichen getrennte Liste von
Anwendungen, die bei Aktualisierungen durch Portage nicht angetastet
werden.
|
| CONFIG_PROTECT_MASK |
Diese Variable enthält eine durch Leerzeichen getrennte Liste von
Anwendungen, die durch Aktualisierungen von Portage nicht geschützt sind.
|
Hier finden Sie eine Beispieldefinition der oben vorgestellten Variablen:
Befehlsauflistung 1.1: Beispielsdefinition |
PATH="/bin:/usr/bin:/usr/local/bin:/opt/bin:/usr/games/bin"
ROOTPATH="/sbin:/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/usr/local/sbin:/usr/local/bin"
LDPATH="/lib:/usr/lib:/usr/local/lib:/usr/lib/gcc-lib/i686-pc-linux-gnu/3.2.3"
MANPATH="/usr/share/man:/usr/local/share/man"
INFODIR="/usr/share/info:/usr/local/share/info"
PAGER="/usr/bin/less"
EDITOR="/usr/bin/vim"
KDEDIRS="/usr"
CONFIG_PROTECT="/usr/X11R6/lib/X11/xkb /opt/tomcat/conf \
/usr/kde/3.1/share/config /usr/share/texmf/tex/generic/config/ \
/usr/share/texmf/tex/platex/config/ /usr/share/config"
CONFIG_PROTECT_MASK="/etc/gconf"
|
5.b. Variablen global definieren
Das /etc/env.d Verzeichnis
Um die einzelnen Definitionen der Variablen zentralisieren zu können,
wurde in Gentoo das /etc/env.d Verzeichnis angelegt.
Innerhalb dieses Verzeichnisses finden Sie einige Dateien, wie zum
Beispiel 00basic, 05gcc, etc. welche
die Variablen der einzelnen Applikationen enthalten.
In unserem Beispiel wird, wenn Sie gcc installieren,
die Datei 05gcc von dem ebuild angelegt und enthält
die Definition folgender Variablen:
Befehlsauflistung 2.1: /etc/env.d/05gcc |
PATH="/usr/i686-pc-linux-gnu/gcc-bin/3.2"
ROOTPATH="/usr/i686-pc-linux-gnu/gcc-bin/3.2"
MANPATH="/usr/share/gcc-data/i686-pc-linux-gnu/3.2/man"
INFOPATH="/usr/share/gcc-data/i686-pc-linux-gnu/3.2/info"
CC="gcc"
CXX="g++"
LDPATH="/usr/lib/gcc-lib/i686-pc-linux-gnu/3.2.3"
|
In anderen Linux Distributionen werden solche Variablen in
/etc/profile geändert oder hinzugefügt. Gentoo hingegen macht es
so für Sie (und für Portage) deutlich einfacher die Umgebungsvariablen zu
verwalten, ohne auf die vielen verschiedenen Dateien, welche
Umgebungsvariablen enthalten können, eingehen zu müssen.
In unserem Fall wird, wenn ein Update von gcc durchgeführt wird, die
Datei /etc/env.d/05gcc automatisch aktualisiert, ohne den Benutzer
unnötig damit konfrontieren zu müssen.
Von dieser Methode profitiert nicht nur Portage sondern auch Sie als Benutzer.
Gelegentlich werden Sie gefragt, ob Sie eine bestimmte Umgebungsvariable
systemweit setzen wollen. Zum Beispiel bei der Variable http_proxy.
Anstatt sich mit /etc/profile auseinander zu setzen müssen, legen
Sie einfach eine entsprechende Datei (/etc/env.d/99local) an
und tragen darin die gewünschten Definitionen ein:
Befehlsauflistung 2.2: /etc/env.d/99local |
http_proxy="proxy.server.com:8080"
|
Indem Sie dieselbe Datei für alle Variablen verwenden, haben Sie einen
schnellen Überblick über alle Variablen, die Sie selbst gesetzt haben.
Das env-update Skript
Einige Dateien in /etc/env.d definieren die Variable PATH.
Dies ist kein Fehler: Wenn Sie env-update ausführen, wird es die
ganzen zusätzlichen Definitionen anhängen, bevor es die Umgebungsvariablen
aktualisert. Somit wird es den Benutzern (oder Entwicklern) sehr einfach
gemacht, eigene Umgebungsvariablen hinzuzufügen, ohne sich mit den bestehenden
Werten herumschlagen zu müssen.
Das env-update Skript wird diese Werte in alphabetischer Reihenfolge der
/etc/env.d Dateien hinzufügen. Die Dateinamen müssen mit einer
zweistelligen Dezimalzahl beginnen.
Befehlsauflistung 2.3: Update-Reihenfolge von env-update |
00basic 99kde-env 99local
+-------------+----------------+-------------+
PATH="/bin:/usr/bin:/usr/kde/3.2/bin:/usr/local/bin"
|
Die Verkettung von Variablen geschieht nicht bei allen, sondern nur bei
folgenden Variablen:
ADA_INCLUDE_PATH, ADA_OBJECTS_PATH, CLASSPATH,
KDEDIRS, PATH, LDPATH, MANPATH,
INFODIR, INFOPATH, ROOTPATH, CONFIG_PROTECT,
CONFIG_PROTECT_MASK, PRELINK_PATH, PRELINK_PATH_MASK,
PKG_CONFIG_PATH und PYTHONPATH.
Für alle anderen Variablen wird der zuletzt definierte Wert (in alphabetischer
Reihenfolge der Dateien in /etc/env.d) verwendet.
Sie können dieser Liste weitere Variablen hinzufügen indem Sie den
Variablennamen zu einer der Variablen COLON_SEPARATED und
SPACE_SEPARATED (ebenfalls in einer env.d Datei) hinzufügen.
Wenn Sie env-update ausführen, wird das Skript alle Umgebungsvariablen
erstellen und sie in /etc/profile.env ablegen (welches von
/etc/profile verwendet wird). Zusätzlich wird es die Informationen
aus der LDPATH Variable verwenden, um /etc/ld.so.conf
anzulegen. Anschließend wird es ldconfig ausführen, um für
den dynamischen Linker die Datei /etc/ld.so.cache neu
zu erstellen.
Um sofort von den Änderungen in env-update profitieren zu können, ohne
das System neu zu booten, müssen Sie nur folgenden Befehl ausführen. Den
meisten Benutzern wird er noch von der Installationsanleitung her bekannt sein:
Befehlsauflistung 2.4: Umgebungsvariablen aktualisieren |
# env-update && source /etc/profile
|
Notiz:
Der obige Befehl aktualisiert nur die Variablen im aktuellen Terminal,
in neuen Konsolen und in deren Nachfolgern. Daher müssen Sie, wenn Sie
mit X11 arbeiten, entweder source /etc/profile in jedem neuen Terminal,
dass Sie öffnen, eintippen oder X neustarten, damit alle Terminals per source
die neuen Variablen erhalten. Wenn Sie einen Loginmanager verwenden, müssen
Sie root werden und /etc/init.d/xdm restart eintippen. Wenn nicht, dann
müssen Sie sich ausloggen und wieder einloggen damit X Nachfolger mit den
neuen Variablenwerten erzeugt.
|
Wichtig:
Sie können Shell-Variablen nicht verwenden, wenn Sie andere Variablen
definieren. Das bedeutet, dass Dinge wie FOO="$BAR" (wo $BAR eine
weitere Variable ist) nicht erlaubt sind.
|
5.c. Variablen lokal definieren
Benutzerspezifisch
Nicht immer wollen Sie eine Umgebungsvariable global definieren. Wenn Sie zum
Beispiel /home/mein_benutzer/bin und das momentane
Arbeitsverzeichnis (das Verzeichnis in dem Sie sich befinden) zu der
PATH Variable hinzufügen wollen, es aber nicht allen anderen Benutzern
ebenfalls in ihre PATH Variable schreiben wollen, dann sollten Sie die
Variable in ~/.bashrc oder ~/.bash_profile lokal
definieren:
Befehlsauflistung 3.1: Erweitern des PATH für lokale Verwendung in ~/.bashrc |
PATH="${PATH}:/home/my_user/bin:"
|
Wenn Sie sich nun erneut anmelden, werden Ihre PATH Variablen
aktualisiert.
Sitzungsspezifisch
Mannchmal müssen die einzelnen Definitionen noch strikter gehandhabt werden.
Wenn Sie zum Beispiel Binärdateien von einem temporär angelegtem Verzeichnis
verwenden wollen, ohne den Pfad zu den entsprechenden Daten anzulegen, oder
~/.bashrc für diesen Verwendungszweck extra abändern zu müssen.
In diesem Fall können Sie PATH für Ihre aktuelle Sitzung mit dem
export Befehl setzen. Diese Einstellungen bleiben Ihnen bis zum nächsten
Logout erhalten.
Befehlsauflistung 3.2: Setzen einer sitzungsspezifischen Variable |
# export PATH="${PATH}:/home/my_user/tmp/usr/bin"
|
C. Arbeiten mit Portage
1. Dateien und Verzeichnisse
1.a. Portage Dateien
Konfigurationsrichtlinien
Portage kommt mit einer Standardkonfiguration gespeichert in
/etc/make.globals daher. Wenn Sie einen Blick auf die Datei werfen,
werden Sie feststellen, dass sämtliche Portage Konfiguration durch Variablen
durchgeführt wird. Welche Variablen Portage kennt und was diese bedeuten
beschreiben wir später.
Da viele Konfigurationsanweisungen sich zwischen verschiedenen Architekturen
unterscheiden hat Portage auch Standardkonfigurationsdateien welche Teile
Ihres Profils sind. Durch den symbolischen Link
/etc/portage/make.profile wird auf Ihr Profil verwiesen. Die
Einstellungen von Portage werden durch die make.defaults Dateien
Ihres Profils und aller übergeordneten Profile gesetzt. Wir erklären später mehr
zu den Profilen und zum /etc/make.profile Verzeichnis.
Wenn Sie planen Änderungen an Konfigurationsvariablen vorzunehmen verändern Sie
nicht /etc/make.globals oder make.defaults.
Anstelle dessen benutzen Sie /etc/portage/make.conf, welche eine
Vorrangstellung gegenüber den vorher genannten Dateien hat. Sie finden ebenfalls
eine /usr/share/portage/config/make.conf.example. Wie der Name
impliziert ist dies eine Beispieldatei, Portage greift nicht auf diese Datei zu.
Sie können eine Portage Konfigurationsvariable auch als Umgebungsvariable
deklarieren, wir empfehlen dies jedoch nicht.
Profile spezifische Informationen
Wir sind bereits einem /etc/portage/make.profile Verzeichnis über
den Weg gelaufen. Gut, dies ist nicht wirklich ein Verzeichnis, aber ein
symbolischer Link zu einem Profil, standardmäßig eines innerhalb von von
/usr/portage/profiles. Sie können Profile selbst erstellen und
diese auch ablegen wo Sie mögen, Sie müssen lediglich den Symlink anpassen.
Ein Profile beinhaltet Architektur-spezifische Informationen für Portage, wie
eine Liste aller Pakete die zum System gehören, eine Liste von Paketen die in
diesem Profil nicht funktionieren (oder maskiert sind).
Benutzerspezifische Konfiguration
Wenn Sie das Verhalten von Portage bezüglich der Installation von Software
beeinflussen wollen, führt kein Weg am Editieren von Dateien in
/etc/portage vorbei. Es wird Ihnen wärmstens empfohlen die
Dateien in /etc/portage zu benutzen und es ist wärmstens
empfohlen das Verhalten von Portage nicht durch Umgebungsvariablen zu
beeinflussen!
Innerhalb von /etc/portage können Sie die folgenden Dateien
erstellen:
-
package.mask listet alle Pakete auf, die Sie niemals
installieren wollen
-
package.unmask listet alle Pakete, die Sie installieren wollen,
obwohl Gentoo Entwickler aus guten Gründen davon abraten
-
package.accept_keywords listet alle Pakete, die Sie
installieren möchten, obwohl dieses Paket (noch) nicht für Ihre Architektur
freigegeben wurde
-
package.use listet alle USE Flags, die Sie für ein bestimmtes
Paket und nur für dieses eine Paket verwenden möchten
Dies müssen nicht Dateien sein, es können auch Verzeichnisse sein die eine
Datei per Paket enthalten. Weitere Informationen über das
/etc/portage Verzeichnis und eine vollständige Liste von
möglichen Dateien, die Sie erstellen können finden Sie in der Portage Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der Portage Manpage |
$ man portage
|
Ändern von Portage Datei- & Verzeichnisorten
Die zuvor erwähnten Konfigurationsdateien können nicht irgendwo anders abgelegt
werden, Portage wird nach diesen Dateien immer an diesen genauen Stellen
suchen. Portage benutzt jedoch zahlreiche weitere Orte für zahlreiche
verschiedene Zwecke: Build-Verzeichnis, Quellcode Ablage, Portage Tree, ...
Alle diese Zwecke haben bekannte Standardorte, diese können jedoch nach Ihrem
persönlichen Geschmack in /etc/portage/make.conf verändert werden.
Der Rest dieses Kapitels erklärt Ihnen welche speziellen Orte Portage benutzt
und wie Sie den Ort abändern können.
Dieses Dokument ist dennoch nicht als Referenz gedacht. Wenn Sie eine Datei
suchen, die alles umfasst konsultieren Sie die make.conf Manpages:
Befehlsauflistung 1.2: Lesen der portage und make.conf Manpages |
$ man portage
$ man make.conf
|
1.b. Ablegen von Dateien
Der Portage-Tree
Der Portage Tree befindet sich standardmäßig in /usr/portage. Dies
wird durch die PORTDIR Variable definiert. Wenn Sie den Portage Tree irgendwo
anders (durch Anpassen der PORTDIR Variable) ablegen, vergessen Sie nicht den
/etc/portage/make.profile Symlink anzupassen.
Wenn Sie die PORTDIR Variable anpassen, möchten Sie vermutlich auch die
folgenden Variablen (PKGDIR, DISTDIR, RPMDIR) anpassen, da diese den PORTDIR
Wechsel nicht beachten.
Vorkompilierte Pakete
Auch wenn Portage vorkompilierte Binärpakete nicht per default nutzt gibt es
eine hervorragende Unterstützung für diese. Wenn Sie Portage anweisen
Binärpakete zu erstellen werden diese in /usr/portage/packages
abgelegt. Dieser Ort wird durch die PKGDIR Variable definiert.
Quellcode
Quellcode von Anwendungen wird in /usr/portage/distfiles abgelegt.
Dieser Ort wird durch die DISTDIR Variable festgeelgt.
Portage-Datenbank
Portage speichert den Stand Ihres Systems (welche Pakete installiert sind,
welche Dateien zu welchem Paket gehören, ...) in /var/db/pkg.
Editieren Sie diese Dateien nicht per Hand! Es könnte Portages Wissen
über Ihr System verwüsten.
Portage-Cache
Der Portage-Cache (mit Modifikationszeitpunkt, virtuals, Informationen zum
Abhängigkeitsbaum, ...) wird in /var/cache/edb gespeichert.
Dieser Ort ist wirklich ein Cache: Sie können ihn ausleeren, wenn keine
Portage-basierenden Anwendungen momentan laufen.
1.c. Software übersetzen
Temporäre Portage-Dateien
Portage lagert seine temporären Dateien in /var/tmp. Dies wird
durch die PORTAGE_TMPDIR Variable deklariert.
Wenn Sie die Variable PORTAGE_TMPDIR ändern, möchten Sie vermutlich auch die
folgenden Variablen ändern, da diese die Änderung an der PORTAGE_TMPDIR
Variable nicht übernehmen: BUILD_PREFIX.
Build-Verzeichnis
Portage erstellt spezifische Build-Verzeichnisse für jedes Paket, das
installiert wird, in /var/tmp/portage. Dieser Ort wird durch die
Variable BUILD_PREFIX definiert.
Live-Dateisystem Ort
Standardmäßig installiert Portage alle Dateien in das aktuelle Dateisystem
(/), Sie können dies jedoch durch setzen der
ROOT-Umgebungsvariable ändern. Dies ist nützlich, wenn Sie neue Build-Images
erstellen wollen.
1.d. Protokollierungsfunktionen
Protokollierung von Ebuilds
Portage kann für jedes Ebuild ein Protokolldatei anlegen, falls die Variable auf
ein PORT_LOGDIR-Verzeichnis zeigt, in dem der Benutzer portage Schreibrechte
hat. Standardmäßig ist diese Variable nicht gesetzt. Wenn Sie PORT_LOGDIR nicht
setzen, werden Sie keine Erstellungsprotokolle mit dem aktuellen Protokollsystem
erhalten, jedoch könnten Sie einige Nachrichten des neuen elog erhalten.
Wenn Sie PORT_LOGDIR gesetzt haben und elog verwernden, werden Sie
Erstellungsprotokolle und jegliche Protokolle, die von elog gespeichert werden
(wie folgt erklärt), erhalten
Portage bietet eine fein abgestimmte Kontrolle über die Protokollierung durch
die Verwendung von elog:
-
PORTAGE_ELOG_CLASSES: Hier legen Sie fest welche Art von Nachrichten
protokolliert werden sollen. Sie können jegliche, durch Leerzeichen
getrennte, Kombination von info, warn, error,
log und qa verwenden.
-
info: Protokolliert "einfo" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
warn: Protokolliert "ewarn" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
error: Protokolliert "eerror" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
log: Protokolliert die "elog" Meldungen, welche sich in einigen
Ebuilds finden.
-
qa: Protokolliert "QA Notice" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
PORTAGE_ELOG_SYSTEM: Dies wählt das/die Modul(e) um die Protokollmeldungen
zu bearbeiten. Wenn es leer bleibt wird Protokollierung deaktiviert. Sie
können jegliche, durch Leerzeichen getrennte, Kombination von save,
custom, syslog, mail, save_summary und
mail_summary verwenden. Sie müssen wenigstens ein Modul auswählen um
elog zu verwenden.
-
save: Dies speichert ein Protokoll pro Paket in
$PORT_LOGDIR/elog, oder /var/log/portage/elog,
wenn $PORT_LOGDIR nicht gesetzt ist.
-
custom: Übergibt alle Nachrichten an einen, vom Benutzer in
$PORTAGE_ELOG_COMMAND spezifizierten, Befehl. Dies wird später
erläutert.
-
syslog: Sendet alle Nachrichten an den installierten
System-Protokollierer.
-
mail: Übergibt alle Nachrichten an einen, vom Benutzer in
$PORTAGE_ELOG_MAILURI spezifizierten, Mailserver. Dies wird später
erläutert. Die Mail-Funktionen von elog benötigen
>=portage-2.1.1.
-
save_summary: Ähnlich wie save, aber es vereint alle
Nachrichten in $PORT_LOGDIR/elog/summary.log oder
/var/log/portage/elog/summary.log, wenn $PORT_LOGDIR nicht
gesetzt ist.
-
mail_summary: Ähnlich wie mail, sendet aber alle
Nachrichten in einer einzigen Mail wenn emerge beendet.
-
PORTAGE_ELOG_COMMAND: Dies wird nur verwendet, wenn das Modul custom
aktiviert ist. Hier geben Sie einen bestimmten Befehl an, der die
Protokollmeldungen bearbeitet. Beachten Sie, dass Sie von zwei Variablen
Gebrauch machen können: ${PACKAGE} ist der Paketname und die Version,
während ${LOGFILE} der absolute Pfad zur Protokolldatei ist. Hier ist
eine mögliche Anwendung:
-
PORTAGE_ELOG_COMMAND="/pfad/zum/protokollierer -p '\${PACKAGE}' -f '\${LOGFILE}'"
-
PORTAGE_ELOG_MAILURI: Dies enthält Einstellungen für das Modul mail,
wie zum Beispiel Addresse, Benutzer, Passwort, Mailserver und Portnummer.
Die Standardeinstellung ist "root@localhost localhost".
-
Hier ist ein Beispiel für einen SMTP-Server, der eine Authentifizierung
basierend auf Benutzername und Passwort an einem bestimmten Port benötigt
(der Standardport ist 25):
-
PORTAGE_ELOG_MAILURI="benutzer@eine.domain
benutzername:passwort@smtp.eine.domain:995"
-
PORTAGE_ELOG_MAILFROM: Erlaubt es Ihnen die "Von" Adresse der Protokollmails
zu setzen. Der Standard ist Portage, wenn nicht gesetzt.
-
PORTAGE_ELOG_MAILSUBJECT: Erlaubt es Ihnen eine Betreffzeile für die
Protokollmails zu setzen. Beachten Sie, dass Sie zwei Variablen verwenden
können: ${PACKAGE} wird den Namen des Pakets und die Version anzeigen,
während ${HOST} der Fully Qualified Domain-Name des Hosts ist, auf dem
Portage ausgeführt wird.
-
Hier ist eine mögliche Anwendung:
-
PORTAGE_ELOG_MAILSUBJECT="Paket \${PACKAGE} wurde auf \${HOST} mit
mit emerge installiert und produzierte einige Meldungen
Wichtig:
Wenn Sie enotice mit Portage-2.0.* verwendet haben, müssen Sie enotice
komplett entfernen, da es nicht mit elog kompatibel ist.
|
2. Konfiguration durch Variablen
2.a. Konfiguration von Portage
Wie bereits erwähnt können Sie Portage durch zahlreiche Variablen, die Sie in
/etc/portage/make.conf definieren, an Ihre persönlichen
Bedürfnisse anpassen. Lesen Sie als weitere und vollständige Referenz die
make.conf Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der make.conf Manpage |
$ man make.conf
|
2.b. Build-spezifische Optionen
Configure und Compiler Optionen
Wenn Portage Anwendungen übersetzt wendet es die folgenden Variablen auf den
Compiler, bzw. das Configure-Skript an:
-
CFLAGS & CXXFLAGS definieren die gewünschten Flags für C and C++
Kompilierung.
-
CHOST definiert die Build Host Information für das Configure-Skript der
Anwendung
-
MAKEOPTS wird an das make Kommando weitergegeben und ist für
gewöhnlich gesetzt, um die Menge der Parallelität während der Kompilierung
zu bestimmen. Weitere Informationen zu Optionen von make finden Sie in der
make Manpage.
Die USE Variable wird ebenfalls während der Configure- und Kompilierungsschritte
benutzt, diese Variable wurde jedoch schon ausführlich in vorgehenden Kapitel
behandelt.
Merge Optionen
Wenn Portage eine neuere Version einer bestimmten Anwendung installiert hat,
wird es die nicht mehr benötigten Dateien der alten Version von Ihrem System
entfernen. Portage gibt dem Benutzer eine 5 Sekunden lange Pause, bevor das
Deinstallieren der alten Version begonnen wird. Diese 5 Sekunden sind in der
CLEAN_DELAY Variable definiert.
Sie können emerge sagen, dass es bestimmte Optionen, jedes Mal wenn es
ausgeführt wird, verwenden soll, indem Sie EMERGE_DEFAULT_OPTS setzen. Einige
nützliche wären --ask, --verbose, --tree, usw.
2.c. Schutz von Konfigurationsdateien
Abgesicherte Pfade
Portage überschreibt Dateien einer alten Version bei der Installation einer
neuen Version, sofern diese sich nicht in einem geschützten Verzeichnis
befinden. Diese geschützten Verzeichnisse sind durch die CONFIG_PROTECT Variable
definiert und sind im Normalfall Verzeichnisse, die Konfigurationsdateien
enthalten. Es können getrennt durch ein Leerzeichen beliebig viele Pfade
angegeben werden.
Eine Datei, die in ein solches geschütztes Verzeichnis geschrieben werden soll,
wird umbenannt und der Anwender darüber informiert, dass eine neue Version einer
(wahrscheinlich) Konfigurationsdatei vorliegt.
Die aktuellen CONFIG_PROTECT Einstellungen können Sie sich mittels emerge
--info anzeigen lassen:
Befehlsauflistung 3.1: Anzeigen der CONFIG_PROTECT Einstellungen |
$ emerge --info | grep 'CONFIG_PROTECT='
|
Weitere Informationen über den Schutz von Konfigurationsdateien sind im
Abschnitt CONFIGURATION FILES der man Seite von emerge verfügbar:
Befehlsauflistung 3.2: Weitere Informationen über den Schutz von Konfigurationsdateien |
$ man emerge
|
Verzeichnisse ausschließen
Um den Schutz von einzelnen Unterverzeichnissen aufzuheben können Sie die
CONFIG_PROTECT_MASK Variable nutzen.
2.d. Download Optionen
Server Auswahl
Wenn angeforderte Informationen oder Daten auf Ihrem System nicht verfügbar sind
versucht Portage diese aus dem Internet zu beziehen. Die Server für die
verschiedenen Informationen und Daten werden durch die folgenden Variablen
deklariert:
-
GENTOO_MIRRORS definiert eine Liste von Servern die Quellcode (Distfiles)
enthalten
-
PORTAGE_BINHOST definiert einen bestimmten Server der vorkompilierte Pakete
für Ihr System bereit hält
Eine dritte Konfiguration beinhaltet den Rsync Server, den Sie zum aktualisieren
Ihres Portage Tree nutzen möchten:
-
SYNC definiert einen bestimmten Server von dem Sie den Portage Tree beziehen
wollen
Die GENTOO_MIRRORS und SYNC Variablen können automatisch durch die
mirrorselect Anwendung gesetzt werden. Dazu müssen Sie zunächst
mirrorselect installieren. Für weitere Informationen schauen Sie in die
Hilfe von mirrorselect:
Befehlsauflistung 4.1: Weitere Informationen über mirrorselect |
# mirrorselect --help
|
Wenn Ihre Umgebung vorschreibt einen Proxy-Server zu nutzen können Sie die
http_proxy, ftp_proxy und RSYNC_PROXY Variablen nutzen um einen Proxy-Server zu
deklarieren.
Download Kommandos
Wenn Portage Quellcode beziehen muss wird standardmäßig wget benutzt.
Sie können dies durch die FETCHCOMMAND Variable anpassen.
Portage kann halbfertige Downloads fortsetzen. Es benutzt standardmäßig
wget, Sie können dies durch die RESUMECOMMAND Variable anpassen.
Stellen Sie sicher, dass Ihre FETCHCOMMAND und RESUMECOMMAND Variablen den
Quellcode im richtigen Verzeichnis ablegen. Innerhalb der Variablen sollten Sie
\${URI} und \${DISTDIR} benutzen, um die Quellcode URI und das Distfiles
Verzeichnis anzugeben.
Sie können weiterhin mit FETCHCOMMAND_HTTP, FETCHCOMMAND_FTP,
RESUMECOMMAND_HTTP, RESUMECOMMAND_FTP und so weiter protokollspezifische Handler
erstellen.
Rsync-Einstellungen
Sie können den von Portage ausgeführten Rsync-Befehl zur Aktualisierung des
Portage-Tree nicht ändern. Sie können jedoch einige Variablen, die in Verbindung
zu diesem Rsync-Vorgang stehen, anpassen:
-
PORTAGE_RSYNC_OPTS setzt zahlreiche Standardvariablen, jede durch
Leerzeichen getrennt, die während des Sync-Vorgangs verwendet werden. Diese
sollten nicht geändert werden, wenn Sie nicht exakt wissen, was Sie
tun. Beachten Sie bitte, dass bestimmte Optionen, die absolut zwingend
benötigt werden, immer verwendet werden, auch wenn PORTAGE_RSYNC_OPTS leer
ist.
-
PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS kann verwendet werden um zusätzliche Optionen für
den Sync-Vorgang zu setzen. Alle Optionen sollten durch ein Leerzeichen
getrennt sein.
-
--timeout=<zahl>: Dies definiert die Anzahl von Sekunden, welche
die Verbindung idle sein kann, bevor rsync für die Verbindung einen
Zeitüberlauf feststellt. Diese Variable hat den Standardwert 180.
Modembenutzer und Personen mit langsamen Rechnern werden jedoch unter
Umständen den Wert auf 300 oder höher setzen wollen.
-
--exclude-from=/etc/portage/rsync_excludes: Dies verweist auf eine Datei
mit Liste von Paketen und/oder Kategorien, die rsync während des
Aktualisierungsvorgangs ignorieren soll. In diesem Fall verweist es auf
/etc/portage/rsync_excludes. Bitte lesen Einen Teil des Portage-Tree verwenden
für die Syntax in dieser Datei.
- --quiet: Reduziert die Ausgabe für den Bildschirm
- --verbose: Gibt eine komplette Dateiliste aus
- --progress: Gibt einen Fortschrittsbalken für jede Datei aus
-
PORTAGE_RSYNC_RETRIES definiert wie oft rsync versuchen soll mit einem
Mirror zu verbinden, auf den in der SYNC-Variable verwiesen wird, bevor es
aufgibt. Diese Variable hat den Standardwert 3.
Für weitere Informationen über diese und andere Optionen, lesen Sie bitte man
rsync.
2.e. Gentoo Konfiguration
Zweigauswahl
Sie können den standardmäßigen Zweig mit der ACCEPT_KEYWORDS Variable
auswählen. Per default wird der stabile Zeig Ihrer Architektur genutzt. Weitere
Informationen zu Software Zweigen innerhalb von Gentoo entnehmen Sie dem
nächsten Kapitel.
Portage Features
Sie können zahlreiche Portage Optionen durch die FEATURES Variable aktivieren.
Die Portage Optionen wurden in vorhergehenden Kapiteln behandelt, wie z.B. in
Portage Features.
2.f. Portage Verhalten
Ressourcenmanagement
Mit der PORTAGE_NICENESS Variable können Sie den Nice Wert anpassen, mit dem
Portage ausgeführt wird. Der Wert der PORTAGE_NICENESS Variable wird zum
aktuellen Nice Wert hinzugefügt.
Für weitere Informationen über Nice Werte schauen Sie in die nice Manpage:
Befehlsauflistung 6.1: Weitere Informationen über nice |
$ man nice
|
Ausgabeverhalten
Mit der NOCOLOR Variable können Sie die Ausgabe von farbigen Meldungen durch
Portage deaktivieren. Der Standardwert ist false.
3. Mischen von Software Zweigen
3.a. Einen Zweig benutzen
Der stabile Zweig
Die ACCEPT_KEYWORDS Variable definiert welchen Softwarezweig Sie auf Ihrem
System benutzen wollen. Standardmäßig wird der stabile Zweig, also zum Beispiel
x86, benutzt.
Wir empfehlen Ihnen nur den stabilen Zweig zu benutzen. Wenn jedoch Stabilität
für Sie nicht sonderlich wichtig ist und Sie Gentoo mit dem Einbringen von
Fehlermeldungen in http://bugs.gentoo.org Gentoo unterstützen
möchten, lesen Sie weiter.
Der Test Zweig
Wenn Sie mehr aktuelle Software benutzen möchten macht es Sinn, über die Nutzung
des Test Zweiges nachzudenken. Um diesen Testzweig zu nutzen fügen Sie ein ~
vor Ihrer Architektur ein.
Der Testzweig beinhaltet genau das was der Name verspricht - Tests.
Wenn ein Paket sich in Test befindet, dann bedeutet es dass die Entwickler der
Meinung sind, dass es funktionsfähig ist aber noch nicht ausgiebig getestet
worden ist. Es könnte sehr gut sein, dass Sie die erste Person wären, welche
einen Bug in einem bestimmten Paket entdeckt. In diesem Fall könnten Sie
einen Bugreport erstellen und die
Entwickler so davon in Kenntnis setzen.
Wappnen Sie sich aber dafür, dass Probleme mit der Stabilität auftreten, die
Handhabung von Paketen nicht perfekt funktioniert (wie z.B. falsche/fehlende
Abhängigkeiten) oder Pakete kaputt sind. Wenn Sie nicht wissen, wie Gentoo
funktioniert und wie man solche Probleme löst, empfehlen wir Ihnen, dass Sie
beim stabilen und getesteten Zweig bleiben.
Um zum Beispiel den Testzweig der x86 Architektur zu nutzen editieren Sie
/etc/portage/make.conf wie folgt:
Befehlsauflistung 1.1: Setzen der ACCEPT_KEYWORDS Variable |
ACCEPT_KEYWORDS="~x86"
|
Wenn Sie nun Ihr System aktualisieren wollen werden Sie feststellen, dass
viele Pakete aktualisiert werden. Bedenken Sie jedoch: Wenn Sie einmal
in den Testzweig gewechselt sind, gibt es für gewöhnlich keinen einfachen Weg
zurück zum stabilen, offiziellen Zweig (außer mit Backups, natürlich).
3.b. Den stabilen mit dem Testzweig vermischen
Die Datei package.accept_keywords
Sie können Portage anweisen, bei bestimmten Paketen den Testzweig zu benutzen,
für den Rest des Systems jedoch den stabilen Zweig. Um dies zu erreichen fügen
Sie die Paketkategorie und den Paketnamen in
/etc/portage/package.accept_keywords ein. Sie können auch ein
Verzeichnis (mit demselben Namen) erstellen und das Paket in Dateien innerhalb
dieses Verzeichnisses auflisten. Um zum Beispiel für gnumeric den
Testzweig zu benutzen:
Befehlsauflistung 2.1: /etc/portage/package.accept_keywords Konfiguration für gnumeric |
app-office/gnumeric
|
Testen von bestimmten Versionen
Wenn Sie eine bestimmte Version aus dem Testzweig nutzen wollen, aber nicht
generell die Version aus dem Testzweig installieren möchten, können Sie dies
ebenfalls in package.accept_keywords angeben. In diesem Fall
müssen Sie den = Operator nutzen. Sie können dank der
<=, <, > or >= Operatoren auch eine Reihe von Versionen eines
Pakets freischalten.
In jedem Fall: Wenn Sie Versionsinformationen hinzufügen müssen Sie
einen Operator angeben. Wenn Sie keine Versionsinformationen hinzufügen können
Sie keinen Operator nutzen.
Im folgenden Beispiel geben wir gnumeric-1.2.13 frei:
Befehlsauflistung 2.2: Nutzen einer speziellen gnumeric Version |
=app-office/gnumeric-1.2.13
|
3.c. Nutzung maskierter Pakete
Die Datei package.unmask
Wichtig:
Die Gentoo-Entwickler unterstützen die Verwendung dieses Features nicht.
Bitte gehen Sie mit entsprechender Vorsicht vor, wenn Sie dieses verwenden.
Anfragen zu Support, welche in Verbindung mit package.unmask und/oder
package.mask stehen, werden nicht beantwortet. Sie sind gewarnt worden.
|
Wenn ein Paket von Gentoo-Entwicklern maskiert wird und Sie dennoch (Sie werden
sicherlich einen guten Grund haben) dieses Paket nutzen möchten (trotz der
Gründe, die in package.mask (standardmäßig in
/usr/portage/profiles) genannt sind), fügen Sie die gewünschte
Version (normalerweise ist dies die exakt gleiche Zeile aus
profiles) in der Datei /etc/portage/package.unmask
(oder in einer Datei in dem Verzeichnis, wenn es ein Verzeichnis ist) ein.
Wenn zum Beispiel =net-mail/hotwayd-0.8 maskiert ist, können Sie es durch
ein Hinzufügen der exakt gleichen Zeile zur package.unmask
demaskieren:
Befehlsauflistung 3.1: /etc/portage/package.unmask |
=net-mail/hotwayd-0.8
|
Notiz:
Falls ein Eintrag in /usr/portage/profiles/package.mask einen
Bereich an Paketversionen enthält, müssen Sie nur die Version(en) unmasken, die
Sie wirklich verwenden wollen. Bitte lesen Sie den vorherigen Abschnitt, in dem erklärt wird, wie
Versionen in der package.unmask spezifiziert werden.
|
Die Datei package.mask
Wenn Sie nicht wollen, dass Portage bestimmt Pakete oder bestimmt Versionen von
Paketen installiert, bzw. grundsätzlich installieren kann, können Sie dieses
Paket (oder die Version) durch das Hinzufügen einer entsprechenden Zeile zur
/etc/portage/package.mask (entweder in der Datei oder in
einer Datei in dem Verzeichnis) maskieren.
Wenn Sie zum Beispiel nicht wollen, dass Portage neuere Kernelquellen als
gentoo-sources-2.6.8.1 installiert, fügen Sie die folgende Zeile zur
package.mask hinzu:
Befehlsauflistung 3.2: /etc/portage/package.mask Beispiel |
>sys-kernel/gentoo-sources-2.6.8.1
|
4. Zusätzliche Portage Tools
4.a. dispatch-conf
Das Programm dispatch-conf hilft Ihnen bei der Einbindung der
._cfg0000_<name> Dateien. Diese
._cfg0000_<name> Dateien werden von Portage angelegt, wenn
eine Datei die innerhalb einem durch die CONFIG_PROTECT Variable abgedecktem
Pfad überschrieben werden soll.
Mit dispatch-conf können Sie Aktualisierungen an Ihren
Konfigurationsdateien einbringen und alle Änderungen nachvollziehen.
dispatch-conf legt alle Änderungen zwischen Konfigurationsdateien als
Patches oder in einem RCS Revisionssystem ab. Das bedeutet, dass wenn Sie einen
Fehler begehen bei der Aktualisierung einer Konfigurationsdatei Sie zu jedem
Zeitpunkt zur vorherigen Version Ihrer Konfigurationsdatei zurückkehren können.
Wenn Sie dispatch-conf verwenden können Sie Konfigurationsdateien so
belassen wie sie sind, die neue Konfigurationsdatei verwenden, die aktuelle
bearbeiten, oder die Änderungen interaktiv einpflegen. dispatch-conf hat
zudem noch einige weitere hilfreiche Funktionen:
-
Automatisches mergen von Konfigurationsaktualisierungen, wenn Änderungen nur
in kommentierten Bereichen stattgefunden haben
-
Automatisches mergen von Konfigurationsdateien, wenn die Änderungen nur in
der Menge von Leerzeichen bestehen
Editieren Sie zuerst /etc/dispatch-conf.conf und erstellen Sie das
Verzeichnis, welches in der Variable archive-dir genannt wird.
Befehlsauflistung 1.1: dispatch-conf ausführen |
# dispatch-conf
|
Wenn Sie dispatch-conf ausführen werden Sie durch jede veränderte
Konfigurationsdatei, eine nach der anderen, geführt. Drücken Sie u zur
Aktualisierung (ersetzen) der aktuellen Konfigurationsdatei durch die neuere und
um mit der nächsten Datei fortzufahren. Drücken Sie z um die neue
Konfigurationsdatei zu löschen und um mit der nächsten Datei fortzufahren. Wenn
alle Konfigurationsdateien abgearbeitet wurden wird dispatch-conf
beendet. Sie können es auch jeder Zeit durch drücken von q beenden.
Ziehen Sie für weitere Informationen die Manpage von dispatch-conf zu
Rate. Diese zeigt Ihnen wie man interaktiv aktuelle und neue
Konfigurationsdateien einpflegt, neue Konfigurationsdateien editiert, die
Unterschiede zwischen Dateien betrachtet, und mehr.
Befehlsauflistung 1.2: Lesen der dispatch-conf Manpage |
$ man dispatch-conf
|
4.b. etc-update
Sie können auch etc-update benuzten um Konfigurationsdateien
zusammenzuführen. Es ist nicht so einfach zu benuzten wie dispatch-conf,
noch hat es alle seine Funktionen, bietet aber ein interaktiven Modus für die
Zusammenführung und kann außerdem triviale Änderungen automatisch einbinden.
Jedoch, anders als bei dispatch-conf, wird etc-update alte
Versionen Ihrer Konfigurationsdateien nicht erhalten. Sowie sie eine
Datei aktualisieren ist die alte Version für immer verloren! Sein Sie also
vorsichtig, die Benutzung von etc-update ist erheblich unsicherer
als die Verwendung von dispatch-conf.
Befehlsauflistung 2.1: etc-update ausführen |
# etc-update
|
Nach dem Mischen der einfachen Änderungen wird Ihnen eine Liste mit allen
geschützten Dateien, die auf eine Aktualisierung warten, angezeigt. Zum Schluss
wird Ihnen eine Liste mit den möglichen Optionen angezeigt:
Befehlsauflistung 2.2: etc-update Optionen |
Please select a file to edit by entering the corresponding number.
(-1 to exit) (-3 to auto merge all remaining files)
(-5 to auto-merge AND not use 'mv -i'):
|
Wenn Sie -1 eingeben wird etc-update beendet und es werden keine
weiteren Änderungen durchgeführt. Wenn Sie -3 oder -5 eingeben
werden alle gelisteten Konfigurationsdateien mit den neuen Versionen
überschrieben. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie zunächst alle
Konfigurationsdateien auswählen, die nicht automatisch aktualisiert werden
sollen. Dies geschieht durch das Eingeben der Zahl links neben der
Konfigurationsdatei.
Als Beispiel wählen wir /etc/pear.conf aus:
Befehlsauflistung 2.3: Aktualisieren einer spezifischen Konfigurationsdatei |
Beginning of differences between /etc/pear.conf and /etc/._cfg0000_pear.conf
End of differences between /etc/pear.conf and /etc/._cfg0000_pear.conf
1) Replace original with update
2) Delete update, keeping original as is
3) Interactively merge original with update
4) Show differences again
|
Sie sehen nun die Änderungen zwischen diesen beiden Dateien. Wenn Sie glauben,
dass die aktualisierte Datei ohne Probleme benutzt werden kann, so geben Sie
1 ein. Wenn Sie glauben, dass eine Aktualisierung der
Konfigurationsdatei nicht notwendig ist geben Sie 2 ein. Wenn Sie die
Konfigurationsdatei interaktiv aktualisieren wollen geben sie 3 ein.
Es gibt keine Grund das interaktive mergen (Zusammenführen) hier näher
auszuführen. Um eine gewisse Vollständigkeit zu gewährleisten listen wir hier
alle möglichen Kommandos, die während des mergen der beiden
Konfigurationsdateien benutzt werden können. Ihnen werden zwei Zeilen (eine
originale, eine vorgeschlagene neue) angezeigt sowie ein Prompt an welchem Sie
eines der folgenden Kommandos eingeben können:
Befehlsauflistung 2.4: Verfügbare Kommandos bei interaktivem mergen |
ed: Edit then use both versions, each decorated with a header.
eb: Edit then use both versions.
el: Edit then use the left version.
er: Edit then use the right version.
e: Edit a new version.
l: Use the left version.
r: Use the right version.
s: Silently include common lines.
v: Verbosely include common lines.
q: Quit.
|
Wenn Sie das Aktualisieren der wichtigen Konfigurationsdateien abgeschlossen
haben können Sie nun die restlichen Dateien automatisch überschreiben.
etc-update wird beendet, wenn es keine aktualisierbaren
Konfigurationsdateien mehr findet.
4.c. quickpkg
Mit quickpkg können Sie Archive von bereits installierten Paketen
erstellen. Diese Archive können genauso wie vorkompilierte Pakete (GRP)
verwender werden. Die Nutzung von quickpkg ist recht simpel: Fügen Sie
einfach den Namen des Pakets an das Kommando an:
Um beispielsweise Archive für curl, orage und procps zu
erstellen:
Befehlsauflistung 3.1: quickpkg Nutzung |
# quickpkg curl orage procps
|
Die vorkompilierten Pakete werden in $PKGDIR (standardmäßig
/usr/portage/packages/) abgelegt. Diese Pakete werden in
$PKGDIR/<category> abgelegt.
5. Abweichen vom Offiziellen Tree
5.a. Nur einen Teil des Portage Tree nutzen
Pakete/Kategorien ausschließen
Sie können eine Auswahl von Kategorien/Paketen aktualisieren und andere
Kategorien/Pakete ignorieren. Wir erreichen dies durch das Ausschließen von
bestimmten Kategorien/Paketen während des emerge --sync Vorgangs mittels
rysnc.
Sie müssen den Namen der Datei, welche die Ausschlussmuster enthält, in der
PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS Variable in Ihrer
/etc/portage/make.conf spezifizieren.
Befehlsauflistung 1.1: Spezifizieren der Exclude-Datei in /etc/portage/make.conf |
PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS="--exclude-from=/etc/portage/rsync_excludes"
|
Befehlsauflistung 1.2: Ausschluss aller Spiele in /etc/portage/rsync_excludes |
games-*/*
|
Beachten Sie, dass dies zu Abhängigkeitsproblemen führen kann, wenn ein
gewünschtes Paket von einem neuen, aber ausgeschlossenem Paket abhängt.
3.b. Inoffizielle Ebuilds hinzufügen
Definieren eines Portage Overlay Verzeichnis
Sie können Portage mitteilen, auch nicht offizielle Ebuilds zu nutzen, welche
nicht durch den Portage Tree verfügbar sind. Erstellen Sie ein neues Verzeichnis
(zum Beispiel /usr/local/portage), in welchem Sie Ebuilds von
anderen Anbietern ablegen können. Benutzen Sie die gleich Struktur wie im
offiziellen Portage Tree!
Definieren Sie nun die PORTDIR_OVERLAY Variable in
/etc/portage/make.conf und lassen Sie sie auf das zuvor definierte
Verzeichnis zeigen. Wenn Sie nun Portage benutzen wird es diese Ebuilds mit
einbeziehen und diese beim nächsten emerge --sync nicht
löschen/überschreiben.
Mit mehreren Overlays arbeiten
Für die Poweruser, welche mit verschiedenen Overlays entwickeln, Pakete testen
bevor sie in den Portage-Baum übernommen werden oder einfach inoffizielle
Ebuilds von unterschiedlichen Quellen verwenden wollen, bietet das Paket
app-portage/layman Ihnen layman an. Es ist ein Tool, das Ihnen
hilft, die Overlay-Repositories aktuell zu halten.
Installieren und konfigurieren Sie zuerst layman wie im Overlays Users' Guide erklärt und
fügen Sie Ihre gewünschten Repositories mit layman -a
<overlay-name> hinzu.
Nehmen wir an, dass Sie zwei Repositories, genannt java (für
die Java-Ebuilds, die momentan in Arbeit sind) und entapps (für die
Anwendungen, die firmenintern für Ihren Betrieb entwickelt werden), haben.
Diese Repositories können mit folgendem Befehl aktualisiert werden:
Befehlsauflistung 2.1: layman verwenden um alle Repositories zu aktualisieren |
# layman -S
|
Für weitere Informationen zum Arbeiten mit Overlays, lesen Sie bitte man
layman und den layman/overlay
Benutzerleitfaden.
5.c. Software ohne Portage installieren
Nutzung von Portage mit selbst installierter Software
In einigen Fällen wollen Sie die Konfiguration, Installation und Betreuung von
Software selbst vornehmen, ohne das Portage unterstützend eingreift; auch wenn
Portage die in Frage kommenden Pakete ebenfalls installieren könnte. Bekannte
Gründe können Kernelquellen oder Nvidia Treiber sein. Sie können Portage so
konfigurieren, dass es weiß, dass bestimmte Pakete manuell auf Ihrem System
installiert sind. Dieser Schritt wird als Injecting bezeichnet und wird
durch die Datei /etc/portage/profile/package.provided durchgeführt.
Portage wird die dort aufgelisteten Pakete nicht installieren.
Wenn Sie zum Beispiel Portage informieren wollen, dass Sie
gentoo-sources-2.6.11.6 manuell installiert haben, fügen Sie die
folgende Zeile in /etc/portage/profile/package.provided hinzu:
Befehlsauflistung 3.1: Beispiel für package.provided |
sys-kernel/gentoo-sources-2.6.11.6
|
6. Die ebuild Anwendung
D. Gentoo Netzwerk Konfiguration
1. Der Beginn
1.a. Einführung
Notiz:
Diese Anleitung geht davon aus, das Sie ihren Kernel richtig konfiguriert
haben, die Module für ihre Hardware eingebunden haben und Ihnen die Namen
der Schnittstellen bekannt sind. Des Weiteren nehmen wir an, das sie die
Schnittstelle eth0 konfigurieren, es könnte gleichwohl aber auch
eth1, wlan0 etc. sein.
|
Um mit der Konfiguration Ihrer Netzwerkkarte zu beginnen, müssen Sie Gentoos
RC-System über diese informieren. Das machen Sie, indem Sie einen symbolischen
Link von net.lo zu net.eth0 in
/etc/init.d erstellen.
Befehlsauflistung 1.1: Einen symlink von net.eth0 zu net.lo einrichten |
# cd /etc/init.d
# ln -s net.lo net.eth0
|
Das RC-System von Gentoo kennt nun die Schnittstelle. Es muss aber auch wissen,
wie die neue Schnittstelle konfiguriert werden soll. Alle Netzwerkschnittstellen
werden in /etc/conf.d/net konfiguriert. Es folgt eine
Beispielkonfiguration für DHCP und statische Adressen.
Befehlsauflistung 1.2: Beispiele für /etc/conf.d/net |
config_eth0="dhcp"
config_eth0="192.168.0.7/24"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
dns_servers_eth0="192.168.0.1 8.8.8.8"
config_eth0="192.168.0.7 netmask 255.255.255.0"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
dns_servers_eth0="192.168.0.1 8.8.8.8"
|
Notiz:
Wenn Sie keine Konfiguration für ihr Interface angeben, wird DHCP benutzt.
|
Notiz:
CIDR steht für Classless InterDomain Routing. Ursprünglich wurden IPv4-Adressen
in Klassen A, B und C unterteilt. Diese frühe Einteilung wurde der großen
Popularität des Internets nicht gerecht und es bestand Gefahr, das der Vorrat an
einzigartigen Adressen ausgeschöpft würde. CIDR ist ein Adressierungsschema, das
die Zuordnung von mehreren IP-Adressen zu einer erlaubt. Eine CIDR IP-Adresse
sieht aus wie eine normale IP-Adresse, mit dem Unterschied, das sie mit einem
Schrägstrich endet gefolgt von einer Zahl, beispielsweise 192.168.0.0/16.
Weitere Informationen zu CIDR gibt es im RFC 1519.
|
Nachdem wir die Schnittstelle konfiguriert haben, können wir sie mit
untenstehenden Befehlen starten und stoppen:
Befehlsauflistung 1.3: Starten and Stoppen von Netzwerkskripten |
# /etc/init.d/net.eth0 start
# /etc/init.d/net.eth0 stop
|
Wichtig:
Um Fehlern bei der Konfiguration des Netzwerks auf die Schliche zu kommen,
werfen Sie einen Blick in /var/log/rc.log. Sofern Sie nicht
rc_logger="NO" in /etc/rc.conf gesetzt haben, werden dort
Informationen zur Boot-Aktivität abgelegt.
|
Haben Sie ihre Netzwerkschnittstelle erst einmal erfolgreich gestartet und
wieder angehalten, möchten Sie vielleicht einen automatischen Start beim Booten
von Gentoo. Das erreichen Sie durch untenstehende Kommandos. Der letzte "rc"
Befehl weist Gentoo an, all jene Skripte zu starten, die im derzeitigen
Runlevel noch nicht gestartet wurden.
Befehlsauflistung 1.4: Konfiguration der Netzwerkschnittstelle zum automatischen Start während des Bootvorgangs |
# rc-update add net.eth0 default
# rc
|
2. Fortgeschrittene Konfiguration
2.a. Erweiterte Konfiguration
Das Herz der Konfiguration der Schnittstellen ist die Variable
config_eth0. Es ist eine hochsprachliche Anweisungsliste zur
Konfiguration der Schnittstelle (in diesem Fall eth0). Die Anweisungen
in der Liste werden der Reihe nach abgearbeitet. Wenn mindestens eine Anweisung
korrekt ausgeführt wird, wird von einer erfolgreichen Konfiguration der
Schnittstelle ausgegangen.
Hier ist eine Liste der eingebauten Anweisungen.
| Anweisung |
Beschreibung |
| null |
Nichts machen |
| noop |
Wenn die Schnittstelle aktiviert ist und eine Adresse vorhanden ist,
beende die Konfiguration erfolgreich.
|
| eine IPv4 oder IPv6 Adresse |
Die angegebene Adresse zur Schnittstelle hinzufügen |
|
dhcp, adsl or apipa (oder ein spezielles Kommando
von einem externen Modul)
|
Das Modul ausführen, das das Kommando bereitstellt. Beispielsweise ruft
dhcp ein Modul auf, das DHCP bereitstellt - das kann entweder
dhcpcd, dhclient oder pump sein.
|
Schlägt eine Anweisung fehl, können sie eine andere Anweisung als
Ausweichlösung angeben. Dieses muss der Konfigurationsstruktur genau folgen.
Sie können die verschiedenen Anweisungen aneinanderhängen. Es folgen einige
Beispiele aus der Praxis.
Befehlsauflistung 1.1: Konfigurationsbeispiel |
config_eth0="192.168.0.2/24
192.168.0.3/24
192.168.0.4/24"
config_eth0="192.168.0.2/24
4321:0:1:2:3:4:567:89ab
4321:0:1:2:3:4:567:89ac"
config_eth0="noop
dhcp"
fallback_eth0="null
apipa"
|
Notiz:
Wenn Sie das ifconfig Modul benutzen und mehr als eine Adresse
hinzufügen, wird für jede neue Adresse ein Alias erstellt. Mit obigem Beispiel
erhalten Sie zum Beispiel die Schnittstellen eth0, eth0:1 und
eth0:2. Sie können damit nichts weiter anfangen, da der Kernel und
andere Programme eth0:1 und eth0:2 einfach als eth0
behandeln werden.
|
Wichtig:
Die Reihenfolge in den Anweisungen der Ausweichlösung ist wichtig! Würden wir
nicht die null Option hinzufügen, würde apipa nur ausgeführt,
wenn noop fehlschlagen würde.
|
Notiz:
APIPA und DHCP werden später im Detail behandelt.
|
2.b. Netzwerk-Abhängigkeiten
Initskripte in /etc/init.d können von einer speziellen
Netzwerkschnittstelle abhängen oder einfach von net. Alle
Netzwerkschnittstellen in Gentoos Init-System stellen net bereit.
Falls in /etc/rc.conf rc_depend_strict="YES" gesetzt ist,
müssen alle Netzwerkschnittstellen, die net bereitstellen, aktiv sein, bevor
eine Abhängigkeit auf "net" als gegeben angenommen wird. In anderen Worten,
falls Sie ein net.eth0 und net.eth1 sowie ein
Init-Skript haben, das von "net" abhängt, müssen beide Schnittstellen
aktiviert sein.
Andernfalls, wenn Sie rc_depend_strict="NO" gesetzt haben, dann wird die
"net"-Abhängigkeit als gegeben angenommen, sobald mindestens eine
Netzwerkschnittstelle aktiv ist.
Was aber, wenn net.br0 von net.eth0 und
net.eth1 abhängt? net.eth1 könnte eine drahtlose oder
Wählverbindung sein, die vor dem Hinzufügen zur Bridge konfiguriert werden
muss. Das kann nicht in /etc/init.d/net.br0 erfolgen, da es sich
um einen symbolischen Link auf net.lo handelt.
Die Antwort darauf lautet, dass Sie eine rc_need_ Einstellung in
/etc/conf.d/net definieren.
Befehlsauflistung 2.1: net.br0 Abhängigkeit in /etc/conf.d/net |
rc_need_br0="net.eth0 net.eth1"
|
Das allein reicht aber nicht aus. Gentoos Init-Skripte verwenden eine
virtuelle Abhängigkeit namens net, die dem System mitteilt, wann
Netzwerkfunktionalität vorhanden ist. In obigem Beispiel sollte die
Netzwerkfunktionalität aber offensichtlich erst als vorhanden gesehen werden,
wenn net.br0 gestartet wurde, nicht wenn die anderen gestartet
wurden. Wir müssen dies ebenfalls in /etc/conf.d/net angeben:
Befehlsauflistung 2.2: Aktualisieren der virtuellen Abhängigkeiten und Voraussetzungen für Netzwerkfunktionalität |
rc_net_lo_provide="!net"
rc_net_eth0_provide="!net"
rc_net_eth1_provide="!net"
|
Weitere Details zu Abhängigkeiten gibt es im Kapitel Schreiben von Initskripten des Gentoo
Handbuchs. Weitere Informationen zur /etc/rc.conf finden Sie als
Kommentare innerhalb der Datei.
2.c. Variablennamen und ihre Werte
Variablennamen sind dynamisch. Normalerweise gehorchen sie der Struktur
variable_${interface|mac|essid|apmac}. Zum Beispiel verwaltet die
Variable dhcpcd_eth0 die Werte für dhcpcd Optionen für eth0 und
dhcpcd_essid verwaltet die Werte der dhcpcd Optionen, wann immer sich
eine Schnittstelle zur ESSID "essid" verbindet.
Nichtsdestotrotz gibt es keine harte Regel, die angibt, das Schnittstellen dem
Schema ethx folgen müssen. In der Tat besitzen viele drahtlose Schnittstellen
die Namen wlanx, rax oder auch ethx. Einige benutzerdefinierte Schnittstellen
wie Bridges können frei wählbare Namen gegeben werden, etwa foo. Um das ganze
noch etwas interessanter zu gestalten, können drahtlose Zugangspunkte Namen mit
nicht alphanumerischen Zeichen haben - das ist wichtig, da Netzwerkparameter
per ESSID eingestellt werden können.
Der Nachteil dessen ist aber, das dadurch Konflikte auftreten, denn Gentoo
benutzt bash Variablen - die dürfen allerdings nur englische alphanumerische
Zeichen enthalten. Um diese Beschränkung zu umgehen, ersetzen wir alle Zeichen,
die keine englischen alphanumerischen Zeichen sind, durch ein _ Zeichen.
Ein weiterer Nachteil der bash ist der Variableninhalt - einige Zeichen müssen
escaped (durch umgekehrten Schrägstrich geschützt) werden. Dazu setzt man ein
\ Zeichen vor das Zeichen, das escaped werden muss. Die folgende Liste
von Zeichen muss auf diese Weise escaped werden: ", ' und
\.
In diesem Beispiel benutzen wir eine drahtlose ESSID, da diese den größten
Bereich an Zeichen zulässt. Gehen wir davon aus, dass wir die ESSID
My "\ NET verwenden:
Befehlsauflistung 3.1: Beispiel für Variablennamen |
dns_domain_My____NET="My \"\\ NET"
|
3. Modulare Vernetzung
3.a. Netzwerkmodule
Wir unterstützen nun auch modulare Netzwerk-Skripte, sodass wir leicht
Unterstützung für neue Schnittstellen-Typen und Konfigurations-Module
hinzufügen können, während die Kompatibilität mit bereits vorhandenen erhalten
bleibt.
Module werden standardmäßig geladen, wenn das Paket, das sie benötigen,
installiert ist. Wenn Sie hier ein Modul angeben, dessen Paket nicht
installiert ist, erhalten Sie eine Fehler, der Ihnen mitteilt, welche Pakete
installiert werden müssen. Im besten Fall verwenden Sie nur die
Modul-Einstellungen, wenn Sie zwei oder mehr Pakete installiert haben, die den
gleichen Dienst zur Verfügung stellen, und geben so einem Paket den Vorzug.
Notiz:
Alle besprochenen Einstellungen werden in /etc/conf.d/net
gespeichert, sofern nicht anders angegeben.
|
Befehlsauflistung 1.1: Modul-Präferenz |
modules="ifconfig"
modules_eth0="pump"
modules="!iwconfig"
|
3.b. Schnittstellen-Handler
Wir liefern aktuell zwei Schnittstellen: ifconfig und iproute2.
Sie benötigen eine von diesen, um irgendeine Netzwerk-Konfiguration machen zu
können.
ifconfig ist standardmäßig installiert (das Paket net-tools ist
Bestandteil des Systemprofils). iproute2 ist mächtiger und flexibler,
aber nicht standardmäßig enthalten.
Befehlsauflistung 2.1: Installation von iproute2 |
# emerge sys-apps/iproute2
modules="ifconfig"
|
Da ifonfig und iproute2 beide sehr ähnlich funktionieren,
erlauben wir eine Zusammenarbeit beider Basis-Konfigurationen. Zum Beispiel
funktionieren die folgenden beiden Code-Abschnitte unabhängig vom verwendeten
Modul.
Befehlsauflistung 2.2: Beispiele für ifconfig und iproute2 |
config_eth0="192.168.0.2/24"
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0"
config_eth0="192.168.0.2/24 brd 192.168.0.255"
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.0.255"
|
3.c. DHCP
DHCP ist eine Möglichkeit, Netzwerk-Informationen (IP-Adresse, DNS-Server,
Gateways, etc.) von einem DHCP-Server zu erhalten. Wenn es in Ihrem Netzwerk
einen DHCP-Server gibt, bedeutet dies, dass die Clients nur DHCP verwenden
müssen und der DHCP-Server für das richtige Setup sorgt. Natürlich müssen Sie
andere Dinge, wie Drahtlosnetzwerke, PPP, und so weiter, wenn nötig, selbst
konfigurieren, bevor Sie DHCP verwenden können.
DHCP kann durch dhclient, dhcpcd oder pump zur Verfügung
gestellt werden. Jedes DHCP-Modul hat seine Vor- und Nachteile - hier ein kurzer
Überblick.
| DHCP-Modul |
Paket |
Vorteile |
Nachteile |
| dhclient |
net-misc/dhcp |
Kommt von ISC, die gleichen Leute, aus deren Feder die BIND DNS-Software
stammt. In hohem Maße konfigurierbar.
|
Die Konfiguration ist allzu komplex, die Software ist ziemlich überladen,
kann keine NTP-Server über DHCP erhalten, sendet standardmäßig den Hostnamen
nicht.
|
| dhcpcd |
net-misc/dhcpcd |
Seit langem der Standard unter Gentoo, keine Abhängigkeiten zu anderen
Tools und wird aktiv von Gentoo weiterentwickelt.
|
Kann manchmal etwas langsam sein und funktioniert nicht als Daemon, wenn
das Lease unendlich ist.
|
| pump |
net-misc/pump |
Leichtgewicht, keine Abhängigkeiten von fremden Tools
|
Wird nicht mehr gepflegt, unzuverlässig, insbesondere über Modems, kann
keine NIS-Server über DHCP erhalten.
|
Wenn Sie mehr als einen DHCP-Client installiert haben, müssen Sie angeben,
welcher verwendet werden soll - anderenfalls verwenden wir, wenn verfügbar,
dhcpcd als Standard.
Verwenden Sie module_eth0="..." um dem Modul bestimmte Optionen zu
übergeben. (ändern Sie module zu dem DHCP-Modul, dass Sie verwenden -
z.B. dhcpcd_eth0).
Wir versuchen DHCP relativ unwissend zu machen - deswegen unterstützen wir die
folgenden Befehle mit Hilfe der dhcp_eth0 Variable. Der Normalfall ist,
keine davon zu setzen:
-
release - gibt die IP-Adresse für die Wiederverwendung frei
-
nodns - /etc/resolv.conf nicht überschreiben
-
nontp - /etc/ntp.conf nicht überschreiben
-
nonis - /etc/yp.conf nicht überschreiben
Befehlsauflistung 3.1: Beispiel-DHCP-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
modules="dhcpcd"
config_eth0="dhcp"
dhcpcd_eth0="-t 10"
dhcp_eth0="release nodns nontp nonis"
|
Notiz:
dhcpcd und pump senden im Normalfall den aktuellen Hostnamen zum
DHCP-Server, sodass Sie ihn nicht mehr angeben müssen.
|
3.d. ADSL mit PPPoE/PPPoA
Zunächst müssen wir die ADSL-Software installieren.
Befehlsauflistung 4.1: Das ppp-Paket installieren |
# emerge net-dialup/ppp
|
Zweitens, erzeugen Sie das PPP-Netzwerkskript und das Netzwerkskript für die
Ethernet-Schnittstelle, die von PPP verwendet werden soll:
Befehlsauflistung 4.2: Erzeugen des PPP Netzwerkskripts |
# ln -s /etc/init.d/net.lo /etc/init.d/net.ppp0
# ln -s /etc/init.d/net.lo /etc/init.d/net.eth0
|
Stellen Sie sicher, dass rc_depend_strict in /etc/rc.conf
auf "YES" gesetzt ist.
Nun müssen wir /etc/conf.d/net konfigurieren.
Befehlsauflistung 4.3: Eine grundlegende PPPoE-Konfiguration |
config_eth0=null
config_ppp0="ppp"
link_ppp0="eth0"
plugins_ppp0="pppoe"
username_ppp0='user'
password_ppp0='password'
pppd_ppp0="
noauth
defaultroute
usepeerdns
holdoff 3
child-timeout 60
lcp-echo-interval 15
lcp-echo-failure 3
noaccomp noccp nobsdcomp nodeflate nopcomp novj novjccomp"
rc_need_ppp0="net.eth0"
|
Ihr Kennwort können Sie auch in /etc/ppp/pap-secrets angeben.
Befehlsauflistung 4.4: Beispiel einer /etc/ppp/pap-secrets |
"username" * "password"
|
Wenn Sie PPPoE mit einem USB-Modem verwenden werden Sie br2684ctl emergen
müssen. Bitte lesen Sie hierzu
/usr/portage/net-dialup/speedtouch-usb/files/README für weitere
Informationen zur korrekten Konfiguration.
Wichtig:
Bitte lesen Sie den Abschnitt zu ADSL und PPP in
/usr/share/doc/openrc-0.8.3-r1/net.example.bz2 sorgfältig durch.
Dort sind viel detailliertere Erklärungen zu allen Einstellungen enthalten, die
Sie für Ihre spezielle PPP-Einrichtung wahrscheinlich nutzen können.
Natürlich müssen Sie 0.8.3-r1 durch Ihre OpenRC-Version ersetzen.
|
3.e. APIPA (Automatic Private IP Addressing)
APIPA versucht, freie Adressen im Bereich 169.254.0.0-169.254.255.255 durch
Ansprechen einer zufälligen Adresse aus diesem Bereich über die Schnittstelle
mit Hilfe von arping zu finden. Wenn darauf keine Antwort erfolgt, wird diese
Adresse der Schnittstelle zugewiesen.
Das ist nur für LANs sinnvoll, in dem sich kein DHCP-Server befindet, Sie sich
nicht direkt mit dem Internet verbinden und alle anderen Computer ebenfalls
APIPA verwenden.
Für APIPA-Unterstützung muss net-misc/iputils oder
net-analyzer/arping emerged werden.
Befehlsauflistung 5.1: APIPA-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
config_eth0="dhcp"
fallback_eth0="apipa"
config_eth0="apipa"
|
3.f. Bonding
Zum Bonding/Trunking von Links muss net-misc/ifenslave emerged werden.
Bonding wird zur Erhöhung der Netzwerk-Bandbreite verwendet. Wenn Sie zwei
Netzwerkkarten im gleichen Netzwerk verwenden, können Sie beide Karten
so verbinden, dass Ihre Anwendungen nur eine Schnittstelle sehen, aber
tatsächlich beide Karten nutzen.
Befehlsauflistung 6.1: Bonding-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
slaves_bond0="eth0 eth1 eth2"
config_bond0="null"
rc_need_bond0="net.eth0 net.eth1 net.eth2"
|
3.g. Bridging (802.1d-Unterstützung)
Für Bridging-Unterstützung muss net-misc/bridge-utils emerged werden.
Bridging wird verwendet, um Netzwerke zusammenzufügen. Zum Beispiel:
Sie haben einen Server, der sich über ein ADSL-Modem mit dem Internet
verbindet und eine drahtlose Netzwerkkarte, um andere Computer über das
ADSL-Modem mit dem Internet zu verbinden. Sie könnten nun mit Hilfe einer
Bridge beide Schnittstellen zusammenfügen.
Befehlsauflistung 7.1: Bridge-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
brctl_br0="setfd 0" "sethello 0" "stp off"
bridge_br0="eth0 eth1"
config_eth0="null"
config_eth1="null"
config_br0="192.168.0.1/24"
rc_need_br0="net.eth0 net.eth1"
|
Wichtig:
Um weitere Bridge-Setups zu verwenden, sollten Sie die Dokumentation zu Variablennamen lesen.
|
3.h. MAC-Adresse
Falls Bedarf besteht, können Sie die MAC-Adresse Ihres Interfaces mit Hilfe
der Netzwerk-Konfigurationsdatei ebenfalls ändern.
Befehlsauflistung 8.1: Beispiel zum Wechseln der MAC-Adresse |
mac_eth0="00:11:22:33:44:55"
mac_eth0="random-ending"
mac_eth0="random-samekind"
mac_eth0="random-anykind"
mac_eth0="random-full"
|
3.i. Tunnelling
Es muss nichts emerged werden, da der Schnittstellen-Handler alles erledigt.
Befehlsauflistung 9.1: Tunnelling-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
iptunnel_vpn0="mode gre remote 207.170.82.1 key 0xffffffff ttl 255"
iptunnel_vpn0="mode ipip remote 207.170.82.2 ttl 255"
config_vpn0="192.168.0.2 peer 192.168.1.1"
|
3.j. VLAN (802.1q-Unterstützung)
Für VLAN-Unterstützung muss net-misc/vconfig emerged werden.
Virtual LAN ist eine Gruppe von Netzwerk-Geräten, die sich verhalten, als wären
sie mit einem einzelnen Netzwerk-Segment verbunden, auch wenn dies nicht der
Fall ist. Mitglieder eines VLANs können nur Mitglieder des gleichen VLANs
sehen, auch wenn sie sich im gleichen physikalischen Netzwerk befinden.
Befehlsauflistung 10.1: VLAN-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
vlans_eth0="1 2"
vconfig_eth0="set_name_type VLAN_PLUS_VID_NO_PAD"
vconfig_vlan1="set_flag 1" "set_egress_map 2 6"
config_vlan1="172.16.3.1 netmask 255.255.254.0"
config_vlan2="172.16.2.1 netmask 255.255.254.0"
|
Wichtig:
Um VLAN-Setups zu verwenden, sollten Sie die Dokumentation Variablennamen lesen.
|
4. Drahtlose Netzwerkfunktionalität
4.a. Einleitung
Kabellose Netzwerkverbindungen sind unter Linux recht einfach einzurichten. Es
gibt zwei Möglichkeiten, Wifi zu konfigurieren: Mit grafischen Clients oder mit
der Kommandozeile.
Der einfachste Weg führt über die Verwendung von grafischen Clients,
sobald Sie eine Desktopumgebung
installiert haben. Die meisten grafischen Clients, wie z.B. wicd und NetworkManager, sind
ziemlich selbsterklärend. Sie bieten ein praktisches Interface an, mit dem Sie
innerhalb von ein paar Sekunden mit ein paar Mausklicks in ein Netzwerk
gelangen.
Notiz:
wicd bietet zusätzlich zum grafischen Interface ein
Kommandozeilen-Tool an. Sie erhalten dieses, indem Sie wicd mit
aktiviertem ncurses USE-Flag emergen. Das wicd-curses Tool ist
insbesondere für Leute nützlich, die keine gtk-basierte Desktopumgebung
verwenden, aber trotzdem ein einfaches Kommandozeilenwerkzeug haben wollen, das
keine manuelle Bearbeitung von Konfigurationsdateien erforderlich macht.
|
Wenn Sie jedoch keinen grafischen Client verwenden wollen, dann können Sie Wifi
auf der Kommandozeile durch Bearbeiten einiger Konfigurationsdateien
konfigurieren. Das dauert etwas länger, aber erfordert auch die wenigsten
heruntergeladenen und installierten Pakete. Da die grafischen Clients
größtenteils selbsterklärend sind (mit hilfreichen Screenshots auf deren
Homepages), werden wir uns hier auf die Kommandozeilenalternativen
konzentrieren.
Sie können kabellose Netzwerke auf der Kommandozeile aufsetzen, indem Sie
wireless-tools und wpa_supplicant installieren. Was Sie hier
beachten müssen, ist, dass Sie die kabellosen Netzwerke global konfigurieren,
und nicht pro Netzwerkkarte.
Die beste Wahl ist wpa_supplicant. Sie finden eine Auflistung der
unterstützten Treiber auf der wpa_supplicant Seite.
wireless-tools unterstützt fast alle Karten und Treiber, aber es kann
keine Verbindung zu Access-Points, die nur WPA unterstützen, aufbauen. Wenn
Ihre Netzwerke nur WEP-Verschlüsselung anbieten oder komplett ungeschützt sind,
dann werden Sie die Einfachheit der wireless-tools vorziehen.
Warnung:
Der Treiber linux-wlan-ng wird zu diesem Zeitpunkt nicht von baselayout
unterstützt. Dies liegt daran, dass linux-wlan-ng eine eigene Einrichtung
und Konfiguration hat, die sich von allen anderen unterscheidet. Es gibt
Gerüchte, dass die linux-wlan-ng Entwickler ihre Umgebung zu der von
wireless-tools wechseln wollen. Wenn dies geschieht steht es Ihnen frei
linux-wlan-ng mit baselayout zu verwenden.
|
2.b. WPA Supplicant
WPA Supplicant ist
ein Paket, welches es Ihnen erlaubt, sich mit einem Access-Point mit
aktiviertem WPA zu verbinden.
Befehlsauflistung 2.1: Installieren von wpa_supplicant |
# emerge net-wireless/wpa_supplicant
|
Wichtig:
Sie müssen CONFIG_PACKET in Ihrem Kernel aktiviert haben, damit
wpa_supplicant funktionieren kann. Führen Sie grep CONFIG_PACKET
/usr/src/linux/.config aus, um zu sehen, ob Sie es in Ihrem Kernel
aktiviert haben.
|
Notiz:
Abhängig von Ihren USE-Flags kann wpa_supplicant ein grafisches, in Qt4
geschriebenes Interface, das sich gut in KDE integriert, installieren. Um dieses
zu erhalten, führen Sie echo "net-wireless/wpa_supplicant qt4" >>
/etc/portage/package.use als root aus, bevor Sie wpa_supplicant
emergen.
|
Nun muss /etc/conf.d/net konfiguriert werden, so dass
wpa_supplicant gegenüber wireless-tools bevorzugt wird (wenn
beide installiert sind ist wireless-tools der Standard).
Befehlsauflistung 2.2: Konfiguration von /etc/conf.d/net für wpa_supplicant |
modules="wpa_supplicant"
wpa_supplicant_eth0="-Dmadwifi"
|
Notiz:
Wenn Sie den host-ap Treiber verwenden, müssen Sie Ihre Karte in den Managed
Modus versetzen, bevor diese mit wpa_supplicant korrekt verwendet
werden kann. Sie können dies mit iwconfig_eth0="mode managed" in
/etc/conf.d/net erreichen.
|
Das war einfach, oder? Trotzdem müssen wir noch wpa_supplicant selbst
konfigurieren. Dies ist einen Tick schwieriger und abhängig davon wie
abgesichert die Access-Points sind, mit denen Sie sich verbinden wollen. Das
folgende Beispiel ist vereinfacht worden und stammt aus
/usr/share/doc/wpa_supplicant-<version>/wpa_supplicant.conf.gz,
welches mit wpa_supplicant ausgeliefert wird.
Befehlsauflistung 2.3: Ein /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf Beispiel |
ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
ctrl_interface_group=0
ap_scan=1
network={
ssid="einfach"
psk="sehr geheime Passphrase"
priority=5
}
network={
ssid="zweite ssid"
scan_ssid=1
psk="sehr geheime Passphrase"
priority=2
}
network={
ssid="Beispiel"
proto=WPA
key_mgmt=WPA-PSK
pairwise=CCMP TKIP
group=CCMP TKIP WEP104 WEP40
psk=06b4be19da289f475aa46a33cb793029d4ab3db7a23ee92382eb0106c72ac7bb
priority=2
}
network={
ssid="klartext-test"
key_mgmt=NONE
}
network={
ssid="statischer-wep-test"
key_mgmt=NONE
wep_key0="abcde"
wep_key1=0102030405
wep_key2="1234567890123"
wep_tx_keyidx=0
priority=5
}
network={
ssid="statischer-wep-test2"
key_mgmt=NONE
wep_key0="abcde"
wep_key1=0102030405
wep_key2="1234567890123"
wep_tx_keyidx=0
priority=5
auth_alg=SHARED
}
network={
ssid="test adhoc"
mode=1
proto=WPA
key_mgmt=WPA-NONE
pairwise=NONE
group=TKIP
psk="geheime Passphrase"
}
|
4.c. Wireless-Tools
Erste Einrichtung und Managed Modus
Wireless
Tools liefert eine generische Art grundlegende Wireless-Schnittstellen zu
konfigurieren; bis zum WEP Sicherheitslevel. WEP ist zwar eine schwache
Sicherheitsmethode, aber auch die am meisten verbreitetste.
Die Konfiguration von Wireless-Tools wird von einer kleinen Anzahl von
Hauptvariablen kontrolliert. Die folgende Beispielskonfigurationsdatei sollte
allen Ihren Bedürfnissen entsprechen. Eins sollte jedoch beachtet werden:
bei keiner Konfiguration gilt die Regel "verbinde mit dem stärksten
unverschlüsselten Access-Point", wir versuchen unter allen Umständen eine
Verbindung mit irgendetwas aufzubauen.
Befehlsauflistung 3.1: Installieren von wireless-tools |
# emerge net-wireless/wireless-tools
|
Notiz:
Auch wenn Sie Ihre Wireless-Einstellungen in /etc/conf.d/wireless
speichern können, empfiehlt dieser Leitfaden dennoch dass Sie diese in
/etc/conf.d/net speichern.
|
Wichtig:
Sie werden die Dokumentation über
Variablennamen
konsultieren müssen.
|
Befehlsauflistung 3.2: Beispielseinrichtung von iwconfig in /etc/conf.d/net |
modules="iwconfig"
key_ESSID1="[1] s:yourkeyhere key [1] enc open"
key_ESSID2="[1] aaaa-bbbb-cccc-dd key [1] enc restricted"
preferred_aps="'ESSID1' 'ESSID2'"
|
Feinabstimmung der Auswahl von Access-Points
Sie können einige weitere Optionen hinzufügen um eine Feinabstimmung, der
Auswahl der Access-Points, zu erreichen. Normalerweise sind diese Einstellungen
nicht notwendig.
Sie können entschieden ob nur mit bevorzugten Access-Points verbunden werden
soll, oder nicht. Standardmäßig wird, wenn alles konfigurierte fehlschlug und
mit einem unverschlüsselten Access-Point verbunden werden kann, dies auch
erfolgen. Dies kann von der associate_order Variable kontrolliert
werden. Es folgt eine Tabelle mit den Werten und welche Funktion sie ausüben.
| Wert |
Beschreibung |
| any |
Standardverhalten |
| preferredonly |
Es wird nur mit sichtbaren APs in der bevorzugten Liste verbunden |
| forcepreferred |
Es wird zwinged mit APS in der bevorzugten Reihenfolge verbunden, wenn
Sie bei einem Scan nicht gefunden wurden.
|
| forcepreferredonly |
Es wird nicht nach APs gescannt, stattdessen wird versucht der
Reihenfolge nach mit jeden einzelnen eine Verbindung aufzubauen
|
| forceany |
Genau wie forcepreferred und es wird zudem mit jedem anderen
verfügbaren AP verbunden
|
Schließlich haben wir Auslese durch blacklist_aps und unique_ap.
blacklist_aps funktioniert in ähnlicher Weise wie preferred_aps.
unique_ap ist ein yes oder no Wert, der mitteilt ob eine
zweite Wireless-Schnittstelle sich mit demselben Access-Point verbinden kann
wie die erste Schnittstelle.
Befehlsauflistung 5.16: Beispiele von blacklist_aps und unique_ap |
blacklist_aps="'ESSID3' 'ESSID4'"
unique_ap="yes"
|
Ad-Hoc und Master Modi
Wenn Sie sich als einen Ad-Hoc Knoten einrichten wollen, weil die Verbinung
mit Access-Points im Managed-Modus fehlschlägt, dann können Sie folgendes tun.
Befehlsauflistung 3.4: Rückfall auf Ad-Hoc Modus |
adhoc_essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"
|
Was ist mit der Verbindung zu Ad-Hoc Netzwerken oder das Laufen im Master-Modus
um ein Access-Point zu werden? Hier ist eine Konfiguration für genau das! Sie
müssen unter Umständen, wie oben beschrieben, WEP Schlüssel angeben.
Befehlsauflistung 3.5: Beispiels ad-hoc/master Konfiguration |
mode_eth0="ad-hoc"
essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"
channel_eth0="9"
|
Wichtig:
Das folgende stammt wörtlich aus der BSD-Wavelan-Dokumentation, welche sich in
der NetBSD
Dokumentation findet. Es gibt 14 mögliche Kanäle. Es wurde berichtet,
dass Kanäle 1-11 legal sind in Nordamerika, Kanäle 1-13 für den größten Teil
von Europa, Kanäle 10-13 für Frankreich und nur Kanal 14 für Japan. Wenn im
Zweifel, wenden Sie sich bitte an die Dokumentation, die mit Ihrer Karte oder
Ihrem Access-Point ausgeliefert wurde. Stellen Sie sicher, dass der Kanal, den
Sie wählen auch derselbe ist, den Sie für Ihren Access-Point (oder die andere
Karte im Ad-Hoc Netzwerk) gewählt haben. Der Standard für Karten, die in den
Vereinigten Staaten und dem größten Teil von Europa verkauft werden ist 3. Der
Standard für Karten die in Frankreich verkauft werden ist 11 und der Standard
für Karten die in Japan verkauft werden ist 14.
|
Fehlerbehebung bei Wireless-Tools
Es gibt einige weitere Variablen die Sie verwenden können, die Ihnen helfen
Ihr Wireless zum Laufen zu kriegen, wegen Treiber- oder Umgebungsproblemen.
Hier ist eine Tabelle mit weiteren Dingen die Sie versuchen können:
| Variable |
Standardwert |
Beschreibung |
| iwconfig_eth0 |
|
Siehe die iwconfig man Seite für Details was iwconfig gesendet
werden soll
|
| iwpriv_eth0 |
|
Siehe die iwpriv man Seite für Details was iwpriv gesendet werden
soll
|
| sleep_scan_eth0 |
0 |
Die Anzahl der Sekunden die gewartet werden bevor ein Scan versucht wird.
Dies wird benötigt wenn der/das Treiber/Firmware mehr Zeit benötigt um
aktiv zu werden, bevor es verwendet werden kann.
|
| sleep_associate_eth0 |
5 |
Die Anzahl der Sekunden die die Schnittstelle warten soll um sich mit dem
Access-Point zu assoziieren, bevor es zum Nächsten übergeht
|
| associate_test_eth0 |
MAC |
Einige Treiber setzen die MAC Adresse assoziiert mit einer ungültigen
nicht zurück wenn sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu
assoziieren. Einige Treiber setzen das Qualitätslevel nicht zurück wenn
sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu assoziieren. Gültige
Einstellungen sind MAC, quality und all.
|
| scan_mode_eth0 |
|
Einige Treiber müssen im Ad-Hoc Modus scannen, also sollten Sie versuchen
hier ad-hoc zu setzen, wenn das Scannen fehlschlägt.
|
| iwpriv_scan_pre_eth0 |
|
Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle vor dem scannen.
Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details
|
| iwpriv_scan_post_eth0 |
|
Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle nach dem scannen.
Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details
|
4.d. Definieren von Netzwerkkonfigurationen nach ESSID
Manchmal kann es vorkommen, dass Sie bei ESSID1 eine statische IP
benötigen und bei der Verbindung mit ESSID2 benötigen Sie DHCP. Genauer
gesagt können die meisten der Modulvariablen per ESSID kontrolliert werden. So
funktioniert es:
Notiz:
Diese funktionieren, wenn Sie WPA Supplicant oder Wireless-Tools verwenden.
|
Wichtig:
Sie werden die Dokumentation über Variablennamen konsultieren
müssen.
|
Befehlsauflistung 4.1: Netzwerkeinstellungen nach ESSID gehen vor |
config_ESSID1="192.168.0.3/24 brd 192.168.0.255"
routes_ESSID1="default via 192.168.0.1"
config_ESSID2="dhcp"
fallback_ESSID2="192.168.3.4/24"
fallback_route_ESSID2="default via 192.168.3.1"
dns_servers_ESSID1="192.168.0.1 192.168.0.2"
dns_domain_ESSID1="some.domain"
dns_search_domains_ESSID1="suche.diese.Domäne suche.jene.Domäne"
config_001122334455="dhcp"
dhcpcd_001122334455="-t 10"
dns_servers_001122334455="192.168.0.1 192.168.0.2"
|
5. Funktionalität hinzufügen
5.a. Erweiterung der Standardfunktionen
Vier Funktionen können in /etc/conf.d/net definiert werden, die im
Zusammenhang mit den start/stop Funktionen aufgerufen werden. Die
Funktionen werden mit dem Namen der Schnittstelle zuerst aufgerufen, so dass
eine Funktion mehrere Adapter kontrollieren kann.
Der Rückgabewert der preup() und predown() Funktionen sollte 0
(Erfolg) sein um die erfolgreiche Konfiguration der Schnittstelle anzuzeigen.
Gibt preup() einen von Null verschiedenen Wert zurück, wird die
Konfiguration abgebrochen. Eine Dekonfiguration wird nicht durchgeführt,
falls predown() einen von Null verschiedenen Wert zurückgibt.
Die Rückgabewerte der postup() und postdown() Funktionen werden
ignoriert, da dort keine Reaktion auf Fehler vorgesehen ist.
${IFACE} wird auf die Schnittstelle gesetzt, die (de-)aktiviert werden
soll. ${IFVAR} ist ${IFACE} konvertiert zu einem Variablennamen,
den die Bash erlaubt.
Befehlsauflistung 1.1: Beispiele für pre/post up/down Funktionen in /etc/conf.d/net |
preup() {
if ethtool ${IFACE} | grep -q 'Link detected: no'; then
ewarn "No link on ${IFACE}, aborting configuration"
return 1
fi
return 0
}
predown() {
if is_net_fs /; then
eerror "root filesystem is network mounted -- can't stop ${IFACE}"
return 1
fi
return 0
}
postup() {
return 0
}
postdown() {
return 0
}
|
Notiz:
Für weitere Informationen, wie Sie Ihre eigenen Funktionen schreiben können,
siehe /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.
|
5.b. Funktionserweiterungen für die Wireless Tools
Notiz:
Funktioniert nicht mit WPA Supplicant - die ${ESSID} und
${ESSIDVAR} Variablen sind in der postup() Funktion
verfügbar.
|
Zwei Funktionen können in /etc/conf.d/net definiert werden, die im
Zusammenhang mit der associate Funktion aufgerufen werden. Die Funktionen werden
mit dem Namen der Schnittstelle zuerst aufgerufen, so das man mit einer Funktion
mehrere Adapter kontrollieren kann.
Der Rückgabewert der preassociate() Funktion sollte 0 sein, um
anzuzeigen, dass die (De-)Konfiguration der Schnittstelle fortgesetzt werden
kann. Wenn preassociate() einen von Null verschiedenen Wert zurückgibt,
wird die Konfiguration der Schnittstelle abgebrochen.
Der Rückgabewert der postassociate() Funktion wird ignoriert, da es im
Fehlerfall nichts zu tun gibt.
${ESSID} wird auf die exakte ESSID des Zugangspunktes gesetzt, zu dem
Sie sich verbinden.
${ESSIDVAR} ist ${ESSID} umgewandelt in einen Variablennamen, den
Bash erlaubt.
Befehlsauflistung 2.1: pre/post association Funktionen in /etc/conf.d/net |
preassociate() {
local user pass
eval user=\"\$\{leap_user_${ESSIDVAR}\}\"
eval pass=\"\$\{leap_pass_${ESSIDVAR}\}\"
if [[ -n ${user} && -n ${pass} ]]; then
if [[ ! -x /opt/cisco/bin/leapscript ]]; then
eend "For LEAP support, please emerge net-misc/cisco-aironet-client-utils"
return 1
fi
einfo "Waiting for LEAP Authentication on \"${ESSID//\\\\//}\""
if /opt/cisco/bin/leapscript ${user} ${pass} | grep -q 'Login incorrect'; then
ewarn "Login Failed for ${user}"
return 1
fi
fi
return 0
}
postassociate() {
return 0
}
|
Notiz:
Auf ${ESSID} und ${ESSIDVAR} kann in den predown() und
postdown() Funktionen nicht zugegriffen werden.
|
Notiz:
Für weitere Informationen, wie Sie Ihre eigenen Funktionen schreiben können,
siehe /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.
|
6. Netzwerkmanagement
6.a. Netzwerkmanagement
Wenn Sie und Ihr Computer ständig unterwegs sind, haben sie schätzungsweise
nicht immer ein Ethernet Kabel oder einen Zugangspunkt in Reichweite. Oder aber
Sie möchten das Netzwerk automatisch konfiguriert haben, wenn ein Netzwerkkabel
eingesteckt wird bzw ein Zugangspunkt gefunden wird.
An dieser Stelle finden Sie einige Tools, die Ihnen dabei behilflich sind.
Notiz:
Diese Anleitung stellt nur ifplugd vor, es gibt jedoch Alternativen wie
netplug. netplug ist eine schlanke Alternative zu ifplugd,
ist aber abhängig davon, dass Ihre Netzwertreiber im Kernel korrekt
funktionieren, was viele Treiber jedoch nicht tun.
|
4.b. ifplugd
ifplugd ist ein
Dämon, der Schnittstellen startet oder stoppt wenn ein Netzwerkkabel einsteckt
oder abgezogen wird. Es kann außerdem die Verbindung zu drahtlosen
Zugangspunkten erkennen, wenn diese in Reichweite kommen.
Befehlsauflistung 2.1: ifplugd installieren |
# emerge sys-apps/ifplugd
|
Die Konfiguration von ifplugd is relativ simpel. Die Konfigurationsdatei ist
/etc/conf.d/net. Führen Sie man ifplugd aus, für Details zu
den verfügbaren Variablen. Sehen Sie sich auch
/usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2 für weitere Beispiele an.
Befehlsauflistung 2.2: Beispielhafte Konfiguration für ifplug |
ifplugd_eth0="..."
ifplugd_eth0="--api-mode=wlan"
|
Zusätzlich zur Verwaltung von verschiedenen Netzwerkverbindungen, möchten Sie
unter Umständen ein Tool hinzufügen, dass es erleichtert mit verschiedenen
DNS-Servern und Konfigurationen zu arbeiten. Dies ist sehr hilfreich, wenn Sie
Ihre IP-Adresse über DHCP erhalten. Installieren Sie einfach mit emerge
openresolv.
Befehlsauflistung 2.3: Installation von openresolv |
# emerge openresolv
|
Sehen Sie sich man resolvconf an, um mehr über seine Funktionen zu
lernen.
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