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6. Chroot in das Gentoo Basis System
Inhalt:
6.a. Chroot
Mounten des /proc und /dev Dateisystems
Mounten Sie das /proc Dateisystem nach
/mnt/gentoo/proc, um für die Installation vom Kernel angebotene
Informationen innerhalb der chroot Umgebung nutzbar zu machen. Mounten Sie
außerdem mit Bind das /dev Dateisystem.
Befehlsauflistung 1.1: Mounten von /proc und /dev |
# mount -t proc none /mnt/gentoo/proc
# mount -o bind /dev /mnt/gentoo/dev
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Optional: Kopieren der DNS Informationen
Wenn Sie das Netzwerk eingerichtet haben, um ein Stage Archiv herunterzuladen
müssen Sie die DNS Informationen aus der
/etc/resolv.conf in die Chroot Umgebung kopieren. Sie müssen diesen Schritt
ausführen, um sicherzustellen, dass Ihr Netzwerk nach dem Betreten der Chroot
Umgebung noch funktioniert. /etc/resolv.conf enthält die Nameserver
für Ihr Netzwerk.
Befehlsauflistung 1.2: Kopieren der DNS Informationen |
# cp -L /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/resolv.conf
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Betreten der neuen Umgebung
Nachdem nun alle Partitionen initialisiert und das Basis System installiert
ist, können Sie nun Ihre neue Installationsumgebung zu betreten, indem Sie
in die Umgebung chrooten. Das bedeutet, dass Sie von der aktuellen
Installationsumgebung (die Installations CD oder ein anderes Installationsmedium) in Ihr
zu installierendes System (nämlich das der initialisierten Partitionen) wechseln.
Das chrooting erfolgt in 3 Schritten. Als erstes werden wir das root von
/ (auf dem Installationsmedium) nach /mnt/gentoo (auf Ihren
Partitionen) mittels chroot wechseln. Sie müssen nun eine neue Umgebung
anlegen, indem Sie env-update benutzen, was hauptsächlich neue
Umgebungsvariablen anlegt. Zu guter Letzt laden Sie diese Variablen durch
den Befehl source in den Speicher.
Befehlsauflistung 1.3: Chroot in die neue Umgebung |
# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# env-update
>>> Regenerating /etc/ld.so.cache...
# source /etc/profile
# export PS1="(chroot) $PS1"
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Glückwunsch! Sie sind nun in Ihrer neuen Gentoo Linux Umgebung. Natürlich sind
wir noch nicht fertig, darum gibt es auch noch einige Abschnitte in der Anleitung
denen Sie folgen müssen.
Erstellen des Cache für Portage
Sie haben bereits den Portage-Baum installiert, jedoch sollten Sie nun den
Cache für Portage erstellen, um zukünftige emerge Operationen zu beschleunigen.
emerge --metadata erledigt das für Sie.
Befehlsauflistung 1.4: Erstellen des Cache für Portage |
# emerge --metadata
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6.b. Konfiguration der USE-Variable
Was ist die USE-Variable?
USE heißt eine der mächtigsten Variablen, die Gentoo seinen Benutzern
anbietet. Viele Programme können mit oder ohne optionale Unterstützung für
bestimmte Dinge übersetzt werden. Beispielsweise können einige Programme mit
gtk Unterstützung oder mit qt Unterstützung übersetzt werden oder mit keiner
der beiden. Einige Programme können mit oder ohne SSL Unterstützung übersetzt
werden. Einige Programme können sogar mit Framebuffer Support (svgalib)
anstelle von X11 Support (X-server) übersetzt werden.
Die meisten Distributionen kompilieren ihre Pakete mit eingeschalteter
Unterstützung für alles, was möglich ist. Dies vergrößert die Programme,
verlängert die Startzeit und, nicht zu vergessen, erhöht die Abhängigkeiten.
Mit Gentoo können Sie selbst bestimmen, mit welchen Optionen ein Paket übersetzt
werden soll. Hier kommen die USE Variable ins Spiel.
Mit der USE Variable definieren Sie Schlagworte, die dann auf
Optionen beim Übersetzen abgebildet werden. Zum Beispiel wird ssl
zu SSL Unterstützung führen, wenn das Programm dies unterstützt.
-X entfernt die X-Server Unterstützung (beachten Sie das
Minuszeichen). gnome gtk -kde -qt führt zu übersetzten
Programmen mit Gnome (und gtk) Unterstützung aber ohne KDE (und QT)
Unterstützung, also zu einem ganz auf Gnome ausgerichteten System.
Anpassen USE-Variable
Warnung:
Nehmen Sie keinerlei Anpassungen an der USE-Variable vor, wenn Sie planen GRP
Pakete zu installieren. Sie können die USE-Variable nach der Installation der
GRP Pakete anpassen. Sollten Sie diese Warnung ignorieren, werden Gremlins Ihr
System angreifen!
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Die Standardeinstellungen für USE sind in der
/etc/make.profile/make.defaults Datei in Ihrem Profil definiert.
Sie finden make.defaults Dateien in dem Verzeichnis, auf welches
/etc/make.profile zeigt und übergeordneten Verzeichnissen. Die
Gesamtheite aller aktivierten USE-Flags ergibt sich, aus allen USE
Angaben in allen make.defaults Dateien.
Was Sie in /etc/make.conf plazieren, wird zu den Standardeinstellungen
addiert. Wenn Sie der USE Einstellung etwas hinzufügen, werden die
Standardvorgaben damit erweitert. Wenn Sie von der USE Einstellung
etwas entfernen (mit einem Minuszeichen davor), so wird dies
aus der Standardeinstellung entfernt (falls es überhaupt in dieser
vorhanden war). Niemals sollten Sie irgendwas in
/etc/make.profile modifizieren; dies wird beim nächsten Portage
Update überschrieben!
Eine vollständige Beschreibung zu USE können Sie im zweiten Teil des
Gentoo Handbuch, USE-Flags,
lesen. Eine vollständige Beschreibung der USE-Flags finden Sie in Ihrem System
in /usr/portage/profiles/use.desc.
Befehlsauflistung 2.1: Verfügbare USE-Flags anschauen |
# less /usr/portage/profiles/use.desc
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Als Beispiel nun die USE Einstellung für ein
KDE-basiertes System mit Überstützung für DVD, ALSA und
CD-Brenner.
Befehlsauflistung 2.2: /etc/make.conf Öffnen |
# nano -w /etc/make.conf
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Befehlsauflistung 2.3: USE-Einstellung |
USE="-gtk -gnome qt kde dvd alsa cdr"
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