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3. Mischen von Software Zweigen
Inhalt:
3.a. Einen Zweig benutzen
Der stabile Zweig
Die ACCEPT_KEYWORDS Variable definiert welchen Softwarezweig Sie auf Ihrem
System benutzen wollen. Standardmäßig wird der stabile Zweig, also zum Beispiel
x86, benutzt.
Wir empfehlen Ihnen nur den stabilen Zweig zu benutzen. Wenn jedoch Stabilität
für Sie nicht sonderlich wichtig ist und Sie Gentoo mit dem Einbringen von
Fehlermeldungen in http://bugs.gentoo.org Gentoo unterstützen
möchten, lesen Sie weiter.
Der Test Zweig
Wenn Sie mehr aktuelle Software benutzen möchten macht es Sinn, über die Nutzung
des Test Zweiges nachzudenken. Um diesen Testzweig zu nutzen fügen Sie ein ~
vor Ihrer Architektur ein.
Der Testzweig beinhaltet genau das was der Name verspricht - Tests.
Wenn ein Paket sich in Test befindet, dann bedeutet es dass die Entwickler der
Meinung sind, dass es funktionsfähig ist aber noch nicht ausgiebig getestet
worden ist. Es könnte sehr gut sein, dass Sie die erste Person wären, welche
einen Bug in einem bestimmten Paket entdeckt. In diesem Fall könnten Sie
einen Bugreport erstellen und die
Entwickler so davon in Kenntnis setzen.
Wappnen Sie sich aber dafür, dass Probleme mit der Stabilität auftreten, die
Handhabung von Paketen nicht perfekt funktioniert (wie z.B. falsche/fehlende
Abhängigkeiten) oder Pakete kaputt sind. Wenn Sie nicht wissen, wie Gentoo
funktioniert und wie man solche Probleme löst, empfehlen wir Ihnen, dass Sie
beim stabilen und getesteten Zweig bleiben.
Um zum Beispiel den Testzweig der x86 Architektur zu nutzen editieren Sie
/etc/portage/make.conf wie folgt:
Befehlsauflistung 1.1: Setzen der ACCEPT_KEYWORDS Variable |
ACCEPT_KEYWORDS="~x86"
|
Wenn Sie nun Ihr System aktualisieren wollen werden Sie feststellen, dass
viele Pakete aktualisiert werden. Bedenken Sie jedoch: Wenn Sie einmal
in den Testzweig gewechselt sind, gibt es für gewöhnlich keinen einfachen Weg
zurück zum stabilen, offiziellen Zweig (außer mit Backups, natürlich).
3.b. Den stabilen mit dem Testzweig vermischen
Die Datei package.accept_keywords
Sie können Portage anweisen, bei bestimmten Paketen den Testzweig zu benutzen,
für den Rest des Systems jedoch den stabilen Zweig. Um dies zu erreichen fügen
Sie die Paketkategorie und den Paketnamen in
/etc/portage/package.accept_keywords ein. Sie können auch ein
Verzeichnis (mit demselben Namen) erstellen und das Paket in Dateien innerhalb
dieses Verzeichnisses auflisten. Um zum Beispiel für gnumeric den
Testzweig zu benutzen:
Befehlsauflistung 2.1: /etc/portage/package.accept_keywords Konfiguration für gnumeric |
app-office/gnumeric
|
Testen von bestimmten Versionen
Wenn Sie eine bestimmte Version aus dem Testzweig nutzen wollen, aber nicht
generell die Version aus dem Testzweig installieren möchten, können Sie dies
ebenfalls in package.accept_keywords angeben. In diesem Fall
müssen Sie den = Operator nutzen. Sie können dank der
<=, <, > or >= Operatoren auch eine Reihe von Versionen eines
Pakets freischalten.
In jedem Fall: Wenn Sie Versionsinformationen hinzufügen müssen Sie
einen Operator angeben. Wenn Sie keine Versionsinformationen hinzufügen können
Sie keinen Operator nutzen.
Im folgenden Beispiel geben wir gnumeric-1.2.13 frei:
Befehlsauflistung 2.2: Nutzen einer speziellen gnumeric Version |
=app-office/gnumeric-1.2.13
|
3.c. Nutzung maskierter Pakete
Die Datei package.unmask
Wichtig:
Die Gentoo-Entwickler unterstützen die Verwendung dieses Features nicht.
Bitte gehen Sie mit entsprechender Vorsicht vor, wenn Sie dieses verwenden.
Anfragen zu Support, welche in Verbindung mit package.unmask und/oder
package.mask stehen, werden nicht beantwortet. Sie sind gewarnt worden.
|
Wenn ein Paket von Gentoo-Entwicklern maskiert wird und Sie dennoch (Sie werden
sicherlich einen guten Grund haben) dieses Paket nutzen möchten (trotz der
Gründe, die in package.mask (standardmäßig in
/usr/portage/profiles) genannt sind), fügen Sie die gewünschte
Version (normalerweise ist dies die exakt gleiche Zeile aus
profiles) in der Datei /etc/portage/package.unmask
(oder in einer Datei in dem Verzeichnis, wenn es ein Verzeichnis ist) ein.
Wenn zum Beispiel =net-mail/hotwayd-0.8 maskiert ist, können Sie es durch
ein Hinzufügen der exakt gleichen Zeile zur package.unmask
demaskieren:
Befehlsauflistung 3.1: /etc/portage/package.unmask |
=net-mail/hotwayd-0.8
|
Notiz:
Falls ein Eintrag in /usr/portage/profiles/package.mask einen
Bereich an Paketversionen enthält, müssen Sie nur die Version(en) unmasken, die
Sie wirklich verwenden wollen. Bitte lesen Sie den vorherigen Abschnitt, in dem erklärt wird, wie
Versionen in der package.unmask spezifiziert werden.
|
Die Datei package.mask
Wenn Sie nicht wollen, dass Portage bestimmt Pakete oder bestimmt Versionen von
Paketen installiert, bzw. grundsätzlich installieren kann, können Sie dieses
Paket (oder die Version) durch das Hinzufügen einer entsprechenden Zeile zur
/etc/portage/package.mask (entweder in der Datei oder in
einer Datei in dem Verzeichnis) maskieren.
Wenn Sie zum Beispiel nicht wollen, dass Portage neuere Kernelquellen als
gentoo-sources-2.6.8.1 installiert, fügen Sie die folgende Zeile zur
package.mask hinzu:
Befehlsauflistung 3.2: /etc/portage/package.mask Beispiel |
>sys-kernel/gentoo-sources-2.6.8.1
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