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Gentoo Linux 2006.0 x86 Handbuch

Inhalt:

  • Gentoo installieren
    In diesem Abschnitt lernen Sie, wie Sie Gentoo Linux auf Ihrem System installieren können.
    1. Über die Gentoo Linux Installation
      Wenn Sie mit Gentoo nicht sonderlich vertraut sind, kennen Sie vielleicht nicht alle Möglichkeiten, die Ihnen Gentoo bietet.
    2. Booten der Installer LiveCD
      Mit unserer Installer LiveCD können Sie Ihren Rechner in eine laufende Umgebung booten, die es Ihnen erlaubt Gentoo zu installieren.
    3. Verwenden des GTK+ basierenden Gentoo Linux Installers
      Sie haben nun die Möglichkeit einen grafischen Installer zu verwenden um Gentoo zu installieren. Konfigurieren Sie die Optionen, die Sie benötigen, mit einem leicht zu bedienenden GUI und Sie sind startfertig.
    4. Verwenden des Dialog basierenden Gentoo Linux Installers
      Sie haben außerdm die Möglichkeit einen textbasierenden Installer zu verwenden um Gentoo zu installieren. Konfigurieren Sie die Optionen, die Sie benötigen, mit einem einfach zu bedienenden Satz von Menüs und Sie sind startfertig.
    5. Wie geht es weiter?
      Sie haben nun ihr Gentoo System, aber was nun?
  • Arbeiten mit Gentoo
    Lernen Sie mit Gentoo zu arbeiten, wie Sie Software installieren, Variablen anpassen, das Verhalten von Portage ändern, etc.
    1. Eine Portage Einführung
      Dieses Kapitel erklärt die "einfachen" Schritte, die ein Benutzer defnitiv benötigt, um Software auf seinem System zu betreuen.
    2. USE Flags
      USE Flags sind ein sehr wichtiger Aspekt von Gentoo. In diesem Kapitel lernen Sie mit den USE Flags zu arbeiten und wie USE Flags mit dem System interagieren.
    3. Portage Features
      Gentoos Portage erlaubt verschiedene Features, die Portage bezogene Aspekte verbessern. Dieses Kapitel erläutert die existierenden Features.
    4. Initskripte
      Gentoo benutzt ein spezielles Initskript Format, welches neben weiteren Features abhängigkeitsbezogene Entscheidungen und virtuelle Initskripte mitbringt. Dieses Kapitel erklärt diese Aspekte und erklärt, wie Sie mit diesen Skripten umgehen.
    5. Umgebungsvariablen
      Mit Gentoo können Sie die Umgebungsvariablen Ihres Systems ganz einfach bearbeiten. Dieses Kapitel erklärt häufig gebrauchte Umgebungsvariablen und wie Sie mit diesen umgehen.
  • Arbeiten mit Portage
    "Arbeiten mit Portage" bietet eine tiefergehende Behandlung von Portage, Gentoos Software Management Tool.
    1. Dateien und Verzeichnisse
      Wenn Sie Portage ein wenig näher kennenlernen wollen sollten Sie wissen, wo welche Daten und Dateien abgelegt werden. files and data.
    2. Konfiguration durch Variablen
      Portage ist vollständig durch verscheidene Variablen in der Konfigurationsdatei oder Umgebungsvariablen konfigurierbar.
    3. Mischen von Software Zweigen
      Gentoo bietet Software in separierten Zweigen an, abhängig von der Architektur und Stabilität. "Mischen von Software Zweigen" informiert Sie über diese Zweige und wie Sie diese Zweige konfigurieren können.
    4. Zusätzliche Portage Tools
      Portage kommt einen zusätzlichen Tools, die Ihnen das Gentoo Erlebnis etwas vereinfachen sollen. Lesen Sie, wie sie disptach-conf und andere Tolls nutzen.
    5. Abweichen vom Offiziellen Tree
      "Abweichen vom Offiziellen Tree" gibt Ihnen einige Tipps und Tricks, wie Sie Ihren eigenen Portage Tree nutzen können, wie Sie nur Kategorien aktualisierne, die Sie möchten, "inject" von Paketen und mehr ...
  • Gentoo Netzwerk Konfiguration
    Eine verständliche Anleitung zur Netzwerknutzung in Gentoo.
    1. Der Beginn
      Eine Anleitung zur Einrichtung der Netzwerkschnittstellen in den gebräuchlichen Umgebungen.
    2. Fortgeschrittene Konfiguration
      Hier lernen Sie, wie die Konfiguration funktioniert - Sie benötigen dieses Wissen bevor wir über modulare Netzwerknutzung sprechen können.
    3. Modulare Vernetzung
      Gentoo bietet Ihnen eine flexible Vernetzung - Hier erfahren Sie wichtiges über verschiedene DHCP Clients sowie due Nutzung von Bonding, Bridging und VLANs.
    4. Drahtlose Netzwerkfunktionalität
      Die Nutzung drahtloser Netzwerke ist nicht grade selbsterklärend. Hoffentlich bekommen wir es zum Laufen!
    5. Funktionalität hinzufügen
      Wenn Sie auf ein Abenteuer aus sind, können Sie hier Ihre eigenen Funktionen hinzufügen.
    6. Netzwerkmanagement
      Für Benutzer von Notebooks und Personen, die sich mit Ihrem PC in verschiedenen Netzwerken bewegen.

A. Gentoo installieren

1. Über die Gentoo Linux Installation

1.a. Einleitung

Willkommen

Zuerst, Willkommen bei Gentoo. Sie sind dabei in die Welt der Anpassbarkeit und Performance einzusteigen. Bei der Installation von Gentoo, das wird Ihnen mehrfach klargemacht, können Sie auswählen, wie viel Sie selbst kompilieren möchten, wie Sie Gentoo installieren möchten, welche Systemlogger Sie benutzen möchten, usw.

Gentoo ist eine schnelle, moderne Metadistribution mit einem klaren und flexiblen Design. Gentoo ist rund um Freie Software gebaut und versteckt vor den Benutzern nicht, was unter der Haube steckt. Portage, das von Gentoo benutzte Paketmanagementsystem, ist in Python geschrieben, was bedeutet, dass Sie sich den Quellcode einfach anschauen und nach belieben verändern können. Gentoos Paketsystem benutzt Quellcode (auch wenn Unterstützung für vorkompilierte Pakete vorhanden ist) und die Konfiguration von Gentoo findet in normalen Textdateien statt. Mit anderen Worten: Offenheit überall.

Es ist sehr wichtig, das Sie verstehen, dass Erweiterung Ihres Handlungsspielraums das ist, was Gentoo ausmacht. Wir versuchen Sie nicht dazu zu zwingen irgendetwas bestimmtes zu tun, das Ihnen nicht gefällt. Wenn Sie der Meinung sind, dass wir das tun, dann füllen Sie bitte einen Bugreport darüber aus.

Wie gehe ich vor für die Installation von Gentoo?

Gentoo Linux kommt in zwei verschiedenen Versionen eines einfach zu bedienenden Installers. Einem GTK+ basierenden Installer (für die Arbeit zusammen mit einer X basierenden Umgebung) und einem Dialog basierenden Installer für die Arbeit an der Konsole. Kapitel 3 des Handbuchs behandelt den GTK+ basierenden Installer, wohingegen Kapitel 4 den Dialog basierenden bespricht.

Manchmal wird Ihnen eine bestimmte Wahl im Handbuch gegeben. Wir geben unser bestes, Ihnen die Vor- und Nachteile vorzustellen. Wir werden mit einer Standardauswahl fortfahren, gekennzeichnet durch "Standard: " im Titel. Die anderen Möglichkeiten werden als "Alternativ: " gekennzeichnet. Denken Sie nicht, dass der Standard ist, was wir empfehlen. Es ist der Weg, von dem wir denken, dass ihn die meisten Benutzer gehen werden.

Machmal können Sie optionalen Schritten folgen. Solche Schritte sind als "Optional: " gekennzeichnet und nich unbedingt notwendig um Gentoo zu installieren. Dennoch können optionale Schritte von vorherigen Entscheidungen abhängen. Wir informieren Sie, wenn das passiert. Sowohl wenn Sie die Entscheidung treffen, als auch wenn der optionale Schritt beschrieben wird.

Was sind meine Optionen?

Sie können Gentoo auf viele verschiedene Arten installieren. Sie können eine Installations-CD herunterladen und von dieser CD aus eine Installation durchführen, Sie können eine existierende Distribution nutzen, eine bootbare CD (wie Knoppix), eine aus dem Netz gestartete Umgebung, etc.

Dieses Dokument beschreibt die Installation mit einer Gentoo Linux Installations-CD, einer bootbaren CD, die alles beinhaltet um Gentoo Linux zu installieren. Es gibt zwei Arten von Installations-CD, die InstallCD und die Installer LiveCD. Die InstallCD ist eine minimale Umgebung, welche nur die Pakete enthält um Gentoo Linux zu installieren. Die LiveCD ist eine komplette Gentoo Linux Umgebung und kann für zahlreiche Aufgaben verwendet werden, einer davon ist die Installation von Gentoo Linux. Die LiveCD ist zu diesem Zeitpunkt nicht für alle Architekturen verfügbar. Wenn Ihre Architektur keine LiveCD hat, wird diese Dokument für Sie auf die Universal InstallCD verweisen.

Dieser Installationsansatz benutzt nicht zwangsläufig die aktuellsten Versionen aller Pakete. Wenn Sie dies tun möchten, sollten Sie die Installationsanweisungen in unseren Gentoo Linux Handbüchern befolgen.

Für Hilfe zu anderen Installationsmöglichkeiten lesen Sie bitte unseren Alternative Installationsmöglichkeiten Leitfaden. Wir bieten ebenfalls ein Gentoo Installation Tipps & Tricks Dokument, das weitere nützliche Informationen enthält. Wenn Sie das Gefühl haben, dass diese Installationsanleitung zu ausführlich ist nutzen Sie unsere Schnellinstallationsanleitung, verfügbar in unserer Dokumentationsübersicht. Nicht jede Architektur verfügt zur Zeit über eine Schnellinstallationsanleitung.

Probleme?

Wenn Sie ein Problem in der Installation (oder in der Dokumentation) entdecken, besuchen sie bitte die Errata des Gentoo Release Engineering Projekts und schauen Sie in unserer Fehlerdatenbank nach, ob der Fehler bekannt ist. Wenn nicht erstellen Sie bitte einen Fehlerbericht, damit wir uns der Sache annehmen können. Haben Sie keine Angst vor den Entwicklern, denen Ihr Fehlerbericht zugeteilt wird -- für gewöhnlich essen sie keine Menschen.

Beachten Sie aber, dass obwohl das Dokument welches Sie gerade lesen Architektur-spezifisch ist wird es auch Referenzen zu anderen Architekturen beinhalten. Dies liegt daran, dass große Teile des Gentoo Handbuchs Quellcode verwenden, welcher identisch ist für alle Architekturen (um doppelten Arbeitsaufwand und die Verschwendung von Entwicklungsressourcen zu verhindern). Wir werden versuchen dies auf ein Minimum zu beschränken um Missverständnisse zu vermeiden.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Problem ein Benutzerproblem ist (ein Fehler den Sie trotz sorgfältiger Lektüre dieser Dokumentation machen) oder ein Softwareproblem (ein Fehler, den wir trotz sorgfältigen Tests der Installation/Dokumentation begangen haben) sollten Sie #gentoo.de im irc.freenode.net Netz besuchen, ansonsten sind Sie natürlich auch so willkommen :)

Wenn Sie eine Frage betreffend Gentoo haben, werfen Sie zunächst einen Blick in die Häufig gestellten Fragen (FAQ), die Teil der Gentoo Dokumentation sind. Sie können auch die FAQs in unserem Forum lesen. Wenn Sie dort keine Antwort finden können, fragen Sie in #gentoo.de, unserem IRC Channel auf irc.freenode.net. Ja, viele von uns sind Freaks, die im IRC sitzen.

1.b. Schnelle Installation mit der Gentoo Referenzplattform

Was ist die Gentoo Referenzplattform?

Die Gentoo Referenzplattform, von jetzt an als GRP abgekürzt, ist ein Schnappschuss von vorkompilierten Paketen, die Benutzer (also Sie!) während der Installation benutzen können, um den Installationsverlauf zu beschleunigen. Die GRP besteht aus allen Paketen, die für eine vollständige Gentoo Installation notwendig sind. Sie werden nicht nur benötigt, um ein Basissystem in kürzester Zeit zu installieren; auch verbreitete Ebuilds (wie xorg-x11, GNOME, OpenOffice, Mozilla, ...) sind als GRP-Pakete verfügbar.

Jedoch werden diese vorkompilierten Pakete während der Lebensdauer einer Gentoo Distribution nicht betreut. Sie sind Schnappschüsse, die zusammen mit jedem Gentoo Release veröffentlicht werden und es ermöglichen in kürzester Zeit eine funktionsfähige Umgebung zu haben. Sie können dann das System im Hintergrund aktualisieren, während sie daran arbeiten.

Wie handhabt Portage GRP-Pakete?

Ihr Portagebaum - die Sammlung von ebuilds (Dateien die alle Informationen zu einem Paket enthalten, wie Beschreibung, Homepage, URL zum Quellcode, Kompilierungsinstruktionen, Abhängigkeiten, etc.) - müssen synchron zum GRP-Satz sein: Die Versionen der verfügbaren Ebuilds und begleitenden GRP-Pakete müssen stimmen.

Aus diesem Grund können Sie nur einen Nutzen aus GRP-Paketen, die Gentoo liefert, ziehen, solange Sie die momentane Installationsmethode verwenden. GRP ist nicht erhältlich für jene, die daran interessiert sind eine Installation mit den aktuellesten Versionen aller verfügbaren Pakete durchzuführen.

Sind GRP-Pakete verfügbar?

Nicht alle Architekturen bieten GRP-Pakete an. Das bedeuted nicht, dass GRP auf den anderen Architekturen nicht verfügbar ist, wir haben nur nicht die Ressourcen die GRP-Pakete für diese Architekturen zu bauen und zu testen.

Aktuell bieten wir GRP-Pakete für die folgenden Architekturen an:

  • Die amd64 Architektur (amd64)
  • Die sparc Architektur (sparc64)
  • Die ppc Architektur (ppc32,ppc64)
  • Die x86 Architektur (athlon, athlon-xp, athlon-mp, pentium-pro, pentium2, pentium3, pentium4 and pentium-m). Notiz: Die Pakete sind für i686 und sind über die Installer LiveCD verfügbar.

Wenn Ihre Architektur (oder Subarchitektur) nicht in dieser Liste enthalten ist besteht für diese keine optionale Möglichkeit der GRP-Installation.

Nach dieser kurzen Einleitung fahren wir nun mit dem Booten der Universal Installations-CD/Installer LiveCD fort.

2. Booten der Installer LiveCD

2.a. Hardware Anforderungen

Einleitung

Bevor wir loslegen, listen wir zuerst auf welche Hardware Anforderungen Sie erfüllen müssen, um Gentoo erfolgreich auf Ihrem System mit der Installer LiveCD installieren zu können.

Hardwareanforderungen

CPU i686 oder aktueller
Arbeitsspeicher 128 MB
Festplattenspeicher 1.5 GB (Swap Speicher exklusive)
Swap Speicher Mindestens 256 MB

2.b. Die Gentoo Installer LiveCD

Einleitung

Gentoo Linux kann mit einem stage3 Archiv installiert werden. Solch ein Tarball ist ein (komprimiertes) Tar-Archiv, dass eine Minimalumgebung enthält, von der aus Sie Gentoo Linux erfolgreich auf Ihrem System installieren können.

Installationen mit einer stage1 oder stage2 Archivdatei sind nicht im Gentoo Handbuch dokumentiert. Bitte lesen sie die Gentoo FAQ für diese Ansätze.

Die Gentoo Linux Installer LiveCD

Eine LiveCD ist ein bootfähiges Medium, dass eine eigenständige Gentoo-Umgebung enthält. Es erlaubt Ihnen, Linux von der CD zu booten. Während des Bootvorgangs wird Ihre Hardware erkannt und die entsprechenden Treiber werden geladen. Die Gentoo Installations-CDs werden von Gentoo Entwicklern betreut.

Zur Zeit sind zwei Installations-CDs verfügbar:

  • Die Installer LiveCD beinhaltet alles was Sie brauchen um Gentoo zu installieren. Sie liefert eine graphische Umgebung, einen graphischen wie auch einen konsolen-basierenden Installer, der die Installation automatisch für Sie durchführt und natürlich die Installationsanweisungen für Ihre Architektur.
  • Die Minimal Installations-CD beinhaltet nur eine minimale Umgebung die es Ihnen erlaubt Ihr System zu starten und das Netzwerk einzurichten damit Sie ins Internet kommen können. Es sind keine weiteren Dateien enthalten und Sie kann auch nicht für diesen Installationsansatz benutzt werden.

2.c. Downloaden, Brennen und Booten der Installer LiveCD

Downloaden und Brennen der Installer LiveCD

Sie können die Installer LiveCDs von einem unserer Spiegel herunterladen. Sie befinden sich im releases/x86/2006.0/livecd Verzeichnis.

In diesen Verzeichnissen finden Sie ISO-Dateien. Dies sind komplette CD-Images, die Sie auf CD-R schreiben können.

Nach dem Download der Datei, können Sie ihre Integrität überprüfen um festzustellen, ob sie beschädigt ist oder nicht:

  • Sie können die MD5 Prüfsumme mit der von uns bereitgestellten MD5 Prüfsumme vergleichen (z.B. unter Linux/Unix mit dem md5sum Tool oder md5sum für Windows.
  • Sie können die von uns bereitgestellte kryptografische Signatur verifizieren. Dafür müssen Sie sich allerdings unseren Public Key (17072058) besorgen:

Um den Public Key mittels GnuPG abzurufen, benutzen Sie folgenden Befehl:

Befehlsauflistung 3.1: Beziehen des Public Key

$ gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 17072058

Verifizieren Sie nun die Signatur:

Befehlsauflistung 3.2: Verifizieren der kryptografischen Signatur

$ gpg --verify <Signatur Datei> <heruntergeladenes ISO>

Um die heruntergeladenen ISO(s) zu brennen müssen Sie den RAW-Modus wählen. Wie das im einzelnen funktioniert hängt sehr stark vom verwendeten Programm ab. Wir werden hier cdrecord und K3B behandeln; weitere Informationen finden Sie in unserer Gentoo FAQ.

  • Mit cdrecord schreiben sie einfach cdrecord dev=/dev/hdc <heruntergeladenes ISO Image> (ersetzen Sie /dev/hdc mit dem Device Pfad Ihres CD-RW Laufwerk).
  • Mit K3B wählen Sie Tools > CD > Burn Image. Danach können Sie das ISO Image innerhalb des 'Image to Burn' Bereich auswählen. Schliesslich klicken Sie Start.

Booten der Install LiveCD

Wichtig: Lesen Sie diesen gesamten Abschnitt bevor Sie fortfahren, da Sie vermutlich nicht mehr die Möglichkeit zum Lesen bekommen, wenn später eine Aktion von Ihnen erwartet wird.

Wenn Sie Ihre LiveCD gebrannt haben, ist es Zeit diese zu booten. Entfernen Sie alle CDs aus den CD-Laufwerken, starten Sie Ihr System neu und gehen Sie ins BIOS. Im Normalfall gelangen Sie durch Drücken der ENTF, F1 oder ESC Taste dorthin. Im BIOS ändern Sie die Bootreihenfolge, so dass zuerst von der CD-ROM gebootet wird. Die Einstellung finden Sie normalerweise unter "CMOS Setup". Tun Sie dies nicht, bootet das System nach dem Reboot wieder von der Festplatte und ignoriert das CD-ROM.

Jetzt legen Sie die LiveCD in das CD-ROM Laufwerk und starten neu. Sie sollten einen Bootscreen zu sehen bekommen. In diesem Screen können Sie Enter drücken, um Gentoo mit den standardmäßigen Bootoptionen zu starten. Sie können auch einen anderen Kernel und angepasste Bootoptionen auswählen und erst dann Enter drücken.

Einen Kernel angeben? Ja, wir bieten verschiedene Kernel auf unserer LiveCD an. Der Standardkernel ist gentoo. Andere Kernel sind für spezifische Hardwareanforderungen und die -nofb Variante, die den Framebuffer deaktiviert.

Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick über die verfügbaren Kernel:

Kernel Beschreibung
gentoo Standard 2.6 Kernel mit Multiprozessor Unterstützung
gentoo-nofb Wie gentoo, allerdings ohne Framebuffer Unterstützung
memtest86 Testet Ihren RAM auf Fehler

Sie können auch Kernel Optionen mitgeben. Diese repräsentieren zusätzliche optionale Einstellungen, die Sie nach Belieben (de)aktivieren können. Die folgende Liste ist die gleiche, die Sie erhalten wenn sie im Bootscreen F2 bis F7 drücken.

Befehlsauflistung 3.3: Verfügbare Kerneloptionen, die Sie auswählen können

Hardware Optionen:

acpi=on         Dies lädt Unterstützung für ACPI und führt auch dazu, dass der
                acpid Dämon von der CD beim Boot gestartet wird. Dies wird nur
                benötigt, wenn Ihr System ACPI benötigt um korrekt zu
                funktionieren. Dies wird nicht für Hyperthreading-Unterstützung
                benötigt.

acpi=off        Deaktiviert ACPI komplett. Dies ist auf einigen älteren
                Systemen hilfreich und außerdem eine Anforderung für die
                Verwendung von APM. Dies wird jegliche
                Hyperthreading-Unterstützung für Ihren Prozessor deaktivieren.

console=X       Dies richtet den seriellen Konsolenzugriff für die CD ein. Die
                erste Option ist das Gerät, normalerweise ttyS0 auf x86,
                gefolgt von jeglichen Verbindungsoptionen, welche durch Komma
                getrennt sind. Die Standardoptionen sind 9600,8,n,1.

dmraid=X        Dies erlaubt die Übergabe von Optionen an das device-mapper
                RAID-Subsystem.  Optionen sollten von Anführungsstrichen
                umgeben sein.

doapm           Dies lädt APM-Treiberunterstützung. Dies verlangt auch, dass
                Sie außerdem acpi=off verwenden.

dobladecenter   Dies fügt einige zusätzliche Pausen zum Bootvorgang hinzu für
                das langsame USB-CDROM des IBM-BladeCenter.

dopcmcia        Dies lädt Unterstützung für PCMCIA und Cardbus-Hardware und
                sorgt außerdem dafür, dass der PCMCIA cardmgr von der CD beim
                Booten gestartet wird. Dies ist nur nötig, wenn von einem
                PCMCIA/Cardbus Gerät gebootet wird.

doscsi          Dies lädt Unterstützung für die meisten SCSI-Controller. Dies
                wird auch benötigt um die meisten USB-Geräte zu booten, da Sie
                das SCSI-Subsystem des Kernels verwenden.

hda=stroke      Dies erlaubt es Ihnen die gesamte Festplatte zu partitionieren
                selbst wenn das BIOS nicht in der Lage ist große Festplatten zu
                verwalten. Diese Option wird nur auf Rechnern mit einem älteren
                BIOS verwendet. Ersetzten Sie hda durch das Gerät, welches
                Option benötigt.

ide=nodma       Dies erzwingt die Deaktivierung von DMA im Kernel und wird von
                einigen IDE-Chipsätzen und auch einigen CDROM-Laufwerken
                benötigt. Wenn Ihr System Probleme hat mit den Lesen von Ihrem
                IDE-CDROM sollten Sie diese Option ausprobieren. Dies
                deaktiviert außerdem das Ausführen der Standardeinstellungen
                von hdparm.

noapic          Dies deaktiviert den Advanced Programmable Interrupt Controller
                der sich auf neueren Motherboards findet. Er ist bekannt dafür
                einige Probleme mit älterer Hardware zu verursachen.

nodetect        Dies deaktiviert jegliche Autoerkennung der CD, inklusive der
                Geräteautoerkennung und der DHCP-Suche. Dies kann hilfreich
                beim debuggen eines CD- oder Treiberfehlers sein.

nodhcp          Dies deaktiviert die DHCP-Suche auf den erkannten
                Netzwerkkarten. Dies ist hilfreich in Netzwerken mit nur
                statischen Adressen.

nodmraid        Deaktiviert Unterstützung für device-mapper RAID, wie das
                welches für on-board IDE/SATA RAID-Controller verwendet wird.

nofirewire      Dies deaktiviert das Laden der Firewire-Module. Dies sollte nur
                notwendig sein, wenn Ihre Firewire-Hardware Probleme beim
                booten der CD verursacht.

nogpm           Dies deaktiviert die gmp Konsolenmaus-Unterstützung.

nohotplug       Dies deaktiviert das Laden der hotplug und coldplug Initskripte
                beim Boot.  Dies kann hilfreich beim debuggen eines CD- oder
                Treiberfehlers sein.

nokeymap        Dies deaktiviert die Keymap-Auswahl, welche verwendet wird zur
                Auswahl von nicht-US Keyboardlayouts.

nolapic         Dies deaktiviert den lokalen APIC auf Uniprocessor-Kerneln.

nosata          Dies deaktiviert das Laden der Serial-ATA-Module. Dies ist
                hilfreich, wenn Ihr System Probleme mit dem SATA-Subsystem hat.

nosmp           Dies deaktiviert SMP, oder Symmetric Multiprocessing, auf
                SMP-aktiven Kerneln. Dies ist hilfreich beim debuggen von
                SMP-bezogenen Problemen mit bestimmten Treibern und
                Motherboards.

nosound         Dies deaktiviert Soundunterstützung und
                Lautstärkeeinstellungen. Dies ist hilfreich bei Systemen, auf
                denen die Soundunterstützung Probleme verursacht.

nousb           Dies deaktiviert das automatische Laden von USB-Modulen. Dies
                ist hilfreich beim debuggen von USB-Problemen.

Volume/Device Management:

dodevfs         Dies aktiviert das veraltete device filesystem auf 2.6
                Systemen. Sie werden außerdem noudev verwenden müssen, damit
                dies Wirkung zeigt. Seit devfs die einzige Wahl bei einem 2.4
                Kernel ist hat diese Option keine Wirkung, wenn ein 2.4 Kernel
                gebootet wird.

doevms2         Dies aktiviert Unterstützung für IBMs pluggable-EVMS, oder
                Enterprise Volume Management System. Die Verwendung mit lvm2
                zusammen ist gefährlich.

dolvm2          Dies aktiviert Unterstützung für das Logical Volume Management
                von Linux. Die Verwendung mit evms2 zusammen ist gefährlich.

noudev          Dies deaktiviert udev-Unterstützung bei 2.6 Kerneln. Diese
                Option benötigt die Verwendung von dodevfs. Da udev unter 2.4
                Kerneln keine Wahlmöglichkeit ist, hat diese Option keine
                Auswirkung beim Booten eines 2.4 Kernels.

unionfs         Aktiviert Unterstützung für Unionfs auf unterstützten
                CD-Images. Dies wird ein schreibbares Unionfs-Overlay in einem
                tmpfs erzeugen, was es Ihnen erlaubt jegliche Dateien auf der
                CD zu verändern.

unionfs=X       Aktiviert Unterstützung für Unionfs auf unterstützten
                CD-Images. Dies wird ein schreibbares Unionfs-Overlay auf dem
                Gerät erstellen, das Sie angeben. Dieses Gerät muss mit einem
                Dateisystem formatiert sein, dass vom Kernel erkannt wird und
                schreibbar ist.

Andere Optionen:

debug           Aktivieren des Debugging-Codes. Dies kann etwas unübersichtlich
                werden, da eine Menge Daten auf dem Bildschirm ausgegeben wird.

docache         Dies lädt den gesamten Runtime-Bereich der CD in RAM. Das
                ermöglicht Ihnen umount /mnt/cdrom zu verwenden und eine andere
                CDROM zu mounten. Diese Optionen benötigt, dass Sie mindestens
                doppelt soviel RAM verfügbar haben, wie die Größe der CD.

doload=X        Dies zwingt die initiale Ramdisk dazu jegliche aufgelisteten
                Module zu laden, wie auch deren Abhängigkeiten. Ersetzen Sie X
                durch den Modulnamen. Mehere Module können mit einer durch
                Kommas separierten Liste spezifiziert werden.

noload=X        Dies zwingt die initiale Ramdisk dazu den Ladevorgang eines
                bestimmten Moduls zu überspringen, welches Probleme verursachen
                könnte. Der Syntax ist derselbe wie für doload.

nox             Dies zwingt die X-aktivierte LiveCD dazu X nicht automatisch zu
                starten sondern stattdessen auf die Kommandozeile
                zurückzufallen.

scandelay       Dies zwing die CD dazu für 10 Sekunden während bestimmter
                Abschnitte des Bootvorgangs zu warten um bestimmten Geräten,
                die langsamer sind, Zeit zu geben sich zu initiliasieren um
                verwendet zu werden.

scandelay=X     Dies erlaubt es Ihnen eine beliebige Verzögerung, in Sekunden,
                zu bestimmten Abschnitten des Bootvorgangs hinzuzufügen um
                langsameren Geräten die Möglichkeit zu geben sich zu
                initilasieren, damit sie verwendet werden können. Ersetzen Sie
                X durch die Anzahl von Sekunden die pausiert werden soll.

Nun booten Sie Ihre CD, wählen einen Kernel (wenn Sie mit dem standard gentoo Kernel nicht zufrieden sind) und die Boot Optionen. Wir zeigen Ihnen als Beispiel, wie Sie den gentoo Kernel mit dopcmcia als Kernel Parameter booten:

Befehlsauflistung 3.4: Booten einer Installations-CD

boot: gentoo dopcmcia

Sie werden dann von einem Boot Screen und einem Fortschrittsbalken begrüßt. Wenn Sie Gentoo nicht an einem System mit einer US Tastatur installieren drücken Sie sofort ALT-F1 um in den Verbose Mode zu wechseln und folgen Sie den Anweisungen. Wenn binnen 10 Sekunden keine Auswahl getroffen wurde, wird das Standard Tastaturlayout (US) geladen und der Bootvorgang fortgesetzt. Nachdem der Bootprozess abgeschlossen ist, werden Sie automatisch als Superuser "root" in das "Live" Gentoo Linux eingeloggt. Sie sollten einen root-Prompt ("#") auf der aktuellen Konsole sehen und durch das Drücken von Alt-F2, Alt-F3 und Alt-F4 auf andere Konsolen wechseln können. Um wieder zu Ausgangskonsole zu wechseln drücken Sie Alt-F1.

Befehlsauflistung 3.5: Using sudo to run applications

(Example only)
(Editing the group file)
# sudo vi /etc/group
(Becoming root for a session)
# sudo su -

Konfiguration zusätzlicher Hardware

Wenn die LiveCD startet, versucht diese alle Ihre Hardware Geräte zu erkennen und die entsprechenden Kernelmodule zu laden um die Ihre Hardware unterstützen. In den allermeisten Fällen funktioniert dies wunderbar. Dennoch kann es in einzelnen Fällen passieren, dass nicht alle benötigten Module automatisch geladen werden. Wenn die PCI-Autoerkennung einen Teil Ihres Systems nicht erkennt, müssen Sie die entsprechenden Kernelmodule manuell laden. Diese Vorgänge benötigen root-Zugriff.

Im nächsten Beispiel versuchen wir das 8139too Modul (Unterstützung für verschiedene Netzwerkkarten) zu laden:

Befehlsauflistung 3.6: Laden von Kernelmodulen

# modprobe 8139too

Wenn Sie PCMCIA Unterstützung benötigen sollten Sie das pcmcia Initskript starten:

Befehlsauflistung 3.7: Starten des PCMCIA Initskript

# /etc/init.d/pcmcia start

Optional: Optimieren der Festplattenleistung

Wenn Sie ein fortgeschrittener Benutzer sind, möchten Sie die IDE Festplattenleistung möglicherweise mit hdparm optimieren. Sie benötigen root-Zugriff um hdparm zu verwenden. Mit den -tT Optionen können Sie die Leistung Ihrer Festplatte testen (führen Sie dieses Kommando mehrfach aus, um präzisere Werte zu erhalten).

Befehlsauflistung 3.8: Testen der Festplattenleistung

# hdparm -tT /dev/hda

Für die Optimierung können Sie eines der folgenden Beispiele verwenden (oder selber experimentieren) welches /dev/hda als Festplatte nutzt (ersetzen Sie dass mit Ihrer Festplatte).

Befehlsauflistung 3.9: Optimieren der Festplattenleistung

DMA aktivieren:                                   # hdparm -d 1 /dev/hda
Aktivieren von sicheren Leistungsverbesserungen:  # hdparm -d 1 -A 1 -m 16 -u 1 -a 64 /dev/hda

Optional: Benutzeraccounts

Wenn Sie planen, anderen Leuten Zugriff auf Ihre Installationsunmgebung zu geben oder mit irssi ohne root-Rechte chatten möchten (aus Sicherheitsgründen), müssen Sie die notwendigen Benutzeraccounts anlegen und das root-Passwort ändern. Sie benötigen root-Zugriff um das root-Passwort zu ändern und neue Benutzer hinzuzufügen.

Um das root-Passwort zu ändern benutzen Sie das passwd Programm:

Befehlsauflistung 3.10: Ändern des root-Passwort

$ sudo su -
# passwd
New password: (Geben Sie Ihr neues Passwort ein)
Re-enter password: (Wiederholen Sie Ihr Passwort)

Um einen Benutzeraccount zu erstellen geben wir zunächst den Namen des Accounts ein, gefolgt von einem Passwort. Wir benutzen useradd und passwd für diese Aufgaben. Im nächsten Beispiel erstellen wir den Benutzer "john".

Befehlsauflistung 3.11: Erstellen eines Benutzer Accounts

# useradd -m -G users john
# passwd john
New password: (Geben Sie Johns Passwort ein)
Re-enter password: (Wiederholen Sie Johns Passwort)

Sie können die Benutzerkennung von root zum neu erstellen Benutzer mit su wechseln:

Befehlsauflistung 3.12: Wechseln der Benutzerkennung

# su - john

Sie können außerdem das Passwort für den "gentoo" Benutzer in der grafischen Umgebung ändern. Dieser Account ist bereits geeignet für die Benutzung des Internets.

Befehlsauflistung 3.13: Ändern des gentoo-Passworts

$ passwd
New password: (Geben Sie Ihr neues Passwort ein)
Re-enter password: (Wiederholen Sie Ihr Passwort)

Optional: Lesen der Dokumentation während der Installation

Wenn Sie das Gentoo Handbuch (entweder von der CD oder Online) während der Installation lesen möchten stellen Sie zunächst sicher, dass Sie einen Benutzer Account (wie in Optional: Benutzer Accounts beschrieben) angelegt haben. Drücken Sie nun Alt-F2 um sich an einem neuen Terminal anzumelden.

Wenn Sie die Dokumentation auf der CD lesen möchten können Sie direkt links starten:

Befehlsauflistung 3.14: Lesen der Dokumentation auf der CD

# links /mnt/cdrom/docs/html/index.html

Nichtsdestotrotz ist die Online Version des Gentoo Handbuch vorzuziehen, da diese aktueller sein wird als die auf der CD enthaltene. Sie können diese auch mit links durchblättern, allerdings erst, nachdem Sie das Kapitel Konfiguration des Netzwerk durchgearbeitet haben (andernfalls haben Sie keine Verbindung ins Internet um das Dokument anzuschauen):

Befehlsauflistung 3.15: Lesen der Online Dokumentation

# links http://www.gentoo.org/doc/de/handbook/handbook-x86.xml

Mit Alt-F7 kommen Sie zurück auf Ihr ursprüngliches Fenster zurück.

Sie können nun entscheiden ob sie mit dem GTK+ basierenden Installer (welcher X benötigt) oder dem Dialog-basierenden Installer, der auf einer Konsole ausgeführt werden kann, fortfahren.

3. Verwenden des GTK+ basierenden Gentoo Linux Installers

3.a. Willkommen

Bevor Sie anfangen

Sobald der Gentoo Linux Installer (GLI) fertig geladen wurde, werden Sie vom Willkommensbildschirm begrüßt. Er bietet eine angenehme Einleitung zum Ablauf der Installation von Gentoo auf Ihrem Computer. Denken Sie daran jede Option aufmerksam zu lesen. Es ist eine detaillierte Hilfe für jeden einzelnen Schritt der Installation verfügbar. Drücken Sie einfach Help links unten in der Ecke des Installers. Wir empfehlen, dass Sie immer die Hilfeseiten lesen bevor Sie Ihre Entscheidungen treffen. Beachten Sie, dass Sie jederzeit während der Installation den Konfigurationsprozess speichern können falls Sie Ihre Installation zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen müssen.

3.b. Konfiguration vor der Installation

Optional: Manuelle Netzwerkkonfiguration

In dem nächsten Abschnitt müssen Sie Ihr Netzwerk konfigurieren. Der Installer sollte bereits Ihr Netzwerk erkannt und eingerichtet haben. Falls er dies aber nicht getan hat können Sie Ihr Netzwerk manuell konfigurieren. Unter dem Misc. Tab können Sie ein Ziel definieren oder die Standardeinstellung /var/log/installer.log behalten, der Installer wird dort seine Protokolle ablegen.

Optional: Remote-Installation

Wenn Sie den Zugang zu der Maschine per SSH ermöglichen wollen, können Sie sshd starten und ein root Passwort vergeben.

Optional: Laden zusätzlicher Kernelmodule

Wenn es nötig ist weitere Kernelmodule laden um Ihre Hardware zu unterstützen, tragen Sie diese in die entsprechende Zeile ein, jedes mit Leerzeichen voneinander getrennt

Warnung: Änderen Sie nicht die Auswahl Install mode zu etwas anderem als Normal. Dieses Feature ist noch experimentell und es zu verändern wird Sie mit einem nicht bootbaren System zurücklassen!

3.c. Partitionierung

Vorbereiten der Festplatten

Um Gentoo auf Ihrem Computer zu installieren, müssen Sie Ihre Festplatten vorbereiten. Der Partitioning Bildschirm wird Ihnen eine Liste der erkannten Festplatten anzeigen und Ihnen erlauben die Dateisysteme zu bestimmen, die Sie auf Ihren Partitionen haben wollen. Die Auswahl Clear partitions wird alle vorhandenen Partitionen auf Ihrer Festplatte entfernen, also seien Sie vorsichtig mit dieser Option! Es ist außerdem möglich die Größe bestimmter Partitionstypen zu verändern.

Wenn Sie sich dafür entscheiden mit dem Recommended layout weiterzumachen, wird der Installer drei Partitionen erstellen: 100MB für /boot, eine bis zu 512MB große /swap Partition und den restlichen verfügbaren Platz auf der Festplatte wird für /, die Rootpartition verwendet. Wenn mehr als 4GB unpartitioniert sind, werden die Partitionen bei Benutzung des "Recommended layout" automatisch so konfiguriert, dass keine Daten auf den existierenden Partitionen zerstört werden.

3.d. Netzwerkmounts

Optional: Netzwerkmounts festlegen

Dieser Bildschirm lässt Sie jedes bestehende Netzwerkmount während und nach der Installation einrichten und benutzen. Wählen Sie New um die Konfiguration zu starten. Momentan wird nur NFS unterstützt.

3.e. Auswahl der Stage

Dynamische Erzeugung der Stage

Da Sie eine Installation ohne Internetverbindung durchführen müssen Sie GRP Install sowie Dynamic aus den vorhandenen Optionen auswählen. Alles was Sie benötigen um Ihr System zu erstellen wird dann aus den Dateien auf der LiveCD generiert.

Warnung: Wählen Sie keine anderen Optionen, als die oben angeführten, wenn Sie ohne Internetverbindung installieren.

3.f. Portagebaum

Einen Portagebaum beziehen

In diesem Bildschirm müssen Sie Snapshot auswählen. Der Installer wird automatisch einen Portagebaum von der LiveCD installieren sobald Sie Snapshot auswählen. Eine Snapshot-URI müssen Sie nich angeben.

3.g. make.conf

USE-Flags

Da Sie eine GRP/netzwerklose Installation durchführen, dürfen Sie vor der Installation keine USE-Flags auswählen. Es steht Ihnen jedoch frei Ihre eigenen USE-Flags in /etc/make.conf zu setzen, nachdem Sie in Ihr fertiges System gebootet haben.

CFLAGS

Sie sollten dennoch Ihren Prozessortyp in den CFLAGS Abschnitt eintragen, zusammen mit allen angepassten Optimierungen die Sie vielleicht wünschen, wie -O2 und -pipe.

Anderes

Jede andere Option, die Sie für den zukünftigen Gebrauch setzen wollen, sollten Sie jetzt auswählen. Use unstable (~arch) erlaubt es Ihnen Pakete aus dem instabilen Zweig des Portagebaums zu benutzen. Build binary packages erzeugt zur Installation fertige Tarbälle aller Pakete die Sie auf Ihrem System kompilieren. DistCC erlaubt Ihnen die Last des Kompilierens mit anderen Computern über Ihre Netzwerkverbindung aufzuteilen. ccache speichert kompilierten Code um ihn später wieder zu verwenden und kann so die Kompilationszeit drastisch verkürzen wenn man das selbe Paket erneut installiert.

Ihnen wird nicht ermöglicht Ihren CHOST zu ändern, weil dass Ihre Installation ernsthaft beschädigen kann. Mit MAKEOPTS definieren Sie, wie viele Kompilierungen parallel laufen wenn Sie ein Paket installieren. Eine gute Wahl ist die Anzahl der im System vorhandenen CPUs plus eins aber dieser Richtwert ist nicht immer perfekt. Auf einem Einprozessorsystem könnte -j2 benutzt werden.

3.h. Kernelquellen

Den LiveCD-Kernel benutzen

Für die GRP/netzwerklose Installation müssen Sie den auf der LiveCD verfügbaren Kernel benutzen. Dies ist lediglich ein gentoo-sources Kernel kompliliert von genkernel, Gentoos automatischen Kompilationswerkzeug, der beim Systemstart Ihre Hardware automatisch erkennt und konfiguriert.

Wenn Sie ein schickes Hintergrundbild während des Systemstarts haben wollen, wählen Sie die Option Enable Bootsplash.

3.i. Bootloader

Treffen Sie Ihre Wahl

Dieser Bildschirm erlaubt es Ihnen Ihren Bootloader auszusuchen und optional zusätzliche Kernelparameter festzulegen, die beim Booten benutzt werden,

Sie können festlegen von welcher Festplatte gebootet wird indem Sie die entsprechende Option für Boot Drive auswählen. Unter Linux wird die erste IDE-Festplatte in Ihrem System hda genannt, die zweite IDE-Festplatte ist hdb und so weiter. Falls Sie SATA- oder SCSI-Festplatten haben würden diese sda, sdb, etc. heißen. Bitte treffen Sie die passende Wahl für Ihr System.

Wenn Sie dem Kernel zusätzliche Optionen übergeben müssen, wie Angaben zu Video oder VGA, fügen Sie diese einfach zum Abschnitt "Extra kernel parameters" hinzu.

Wenn Sie Ihre Festplatte gejumpert haben weil Ihr BIOS nicht mit großen Festplatten umgehen kann, müssen Sie hdx=stroke anhängen. Falls Sie SCSI Geräte haben, sollten Sie doscsi als Kerneloption hinzufügen.

3.j. Zeitzone

Wählen Sie Ihre Zeitzone

Schauen Sie sich die Karte an und wählen Sie die Region aus, die Ihrem tatsächlichen Standort am nächsten ist. Später werden Sie gefragt ob Sie Ihre Uhr auf UTC oder lokale Zeit stellen wollen.

3.k. Netzwerk

Geräteinformationen

In diesem Bildschirm haben Sie die Möglichkeit die verschiedenen Netzwerkschnittstellen in Ihrem PC zu konfigurieren. Lesen Sie die verfügbaren Optionen sorgfältig.

Unter dem Tab Hostname/Proxy Information/Other müssen Sie einen Hostnamen für Ihr System vergeben. Falls benötigt können Sie auch Proxyserver und DNS-Einstellungen festlegen.

3.l. Daemonen

Crondaemon

Crondaemonen sind hilfreiche Programme die Aufgaben zu geplanten Zeiten ausführen. Auch wenn Sie keinen installieren müssen, können sie trotzdem recht hilfreich sein.

Systemlogger

Ein Systemlogger ist eine Notwendigkeit für jedes Linuxbetriebssystem. Treffen Sie Ihre Wahl aus den vorhandenen Möglichkeiten.

3.m. Extrapakete

Optional: Installation von Extrapaketen

Die LiveCD beinhaltet eine Reihe verfügbarer vorkompilierter Pakete. Wenn Sie einige davon installieren wollen, markieren Sie das passende Kästchen.

Wichtig: Da Sie Gentoo ohne Internetverbindung installieren, können Sie keine zusätzlichen Pakete außer den im Installer angezeigten installieren.

3.n. Startupdienste

Dieser Bildschirm erlaubt es Ihnen verschiedene Dienste zu wählen die beim Systemstart geladen werden sollen. Gehen Sie die verfügbaren Optionen und deren Abhängigkeiten genau durch und wählen dann die gewünschten Dienste aus. Wenn Sie z.B. xorg-x11 zur Installation ausgewählt haben und direkt in eine grafische Oberfläche booten wollen, dann würden Sie "xdm" von der Liste wählen.

3.o. Andere Einstellungen

Verschiedene Optionen

Jetzt haben Sie die Möglichkeit unterschiedliche Einstellungen zu ändern, einschließlich Tastaturbelegung, grafischer Anzeigemanager, der Standardeditor und ob Sie Ihre Hardwareuhr auf UTC oder lokale Zeit stellen wollen.

3.p. Benutzer

Benutzer und Gruppen hinzufügen

Setzen Sie zuerst das root-Passwort für den Systemadministrator (der root Benutzer).

Wir empfehlen nachdrücklich dass Sie einen normalen Benutzer für den täglichen Gebrauch anlegen. Die ganze Zeit als root zu arbeiten ist gefährlich und soll vermieden werden! Legen Sie Ihre Benutzer an, setzen Sie deren Passwörter und fügen Sie sie zu den entsprechenden Gruppen hinzu. Sie können wahlweise die home-Verzeichnisse verändern, die Loginshell aussuchen und hilfreiche Kommentare eintragen.

3.q. Überprüfung

Abschließen

Bitte nehmen Sie sich Zeit jeden Schritt des Installationsprozesses genau zu prüfen, um sicherzustellen dass Ihr System richtig konfiguriert ist. Wenn Sie die Überprüfung beendet haben, können Sie den Fortschritt speichern und beenden oder Install auswählen um die automatische Installation voon Gentoo zu starten.

Es steht Ihnen frei sich auf der LiveCD umzuschauen, während die Installation voranschreitet. Das Installerfenster wird Sie benachrichtigen sobald sie beendet ist. Zu diesem Zeitpunkt können Sie das Fenster durch Drücken des x in der oberen rechten Ecke beenden. Wenn Sie fertig sind, können Sie sich ausloggen und rebooten. Stellen Sie sicher, dass Sie die LiveCD während des Reboot entfernen.

Gratulation, Ihr System ist nun vollständig ausgerüstet! Faren Sie mit Wie geht es von hier aus weiter? fort, um mehr über Gentoo zu erfahren.

4. Verwenden des Dialog basierenden Gentoo Linux Installers

4.a. Willkommen

Bevor Sie anfangen

Nachdem Sie die Gentoo Linux Installer LiveCD gebootet haben, wird versucht eine grafische Oberfäche zu starten. Falls dies nicht möglich ist, wird stattdessen ein Kommandozeilen-Prompt angezeigt. Um den Installer zu starten geben Sie einfach folgendes ein:

Befehlsauflistung 1.1: Starten des Installers

# installer

Sobald der Installer vollständig geladen wurde, werden Sie mit einem Willkommensbildschirm begrüßt. Er bietet eine angenehme Einleitung zum Ablauf der Installation von Gentoo auf Ihrem Computer. Denken Sie daran jede Option aufmerksam zu lesen. Am oberen Bildschirmrand ist eine detaillierte Hilfe für jeden einzelnen Schritt verfügbar. Wir empfehlen, dass Sie immer die angebotene Hilfe lesen bevor Sie Ihre Entscheidungen treffen. Beachten Sie, dass Sie jederzeit während der Installation den Konfigurationsfortgang speichern können, falls Sie Ihre Installation zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen müssen. Benutzen Sie die Tab Taste (auf Ihrer Tastatur) um sich in den Menüs zu bewegen und die Enter Taste um eine Aktion zu bestätigen.

4.b. Partitionierung

Vorbereiten der Festplatten

Um Gentoo auf Ihrem Computer zu installieren müssen Sie Ihre Festplatten vorbereiten. Der Partitioning Bildschirm wird Ihnen eine Liste der erkannten Festplatten anzeigen und Ihnen erlauben die Dateisysteme zu bestimmen, die Sie auf Ihren Partitionen haben wollen. Die Auswahl Clear Partitions wird alle vorhandenen Partitionen auf Ihrer Festplatte entfernen, also seien Sie vorsichtig mit dieser Option! Es ist außerdem möglich die Größe bestimmter Partitionstypen zu verändern.

Wenn Sie sich dafür entscheiden mit dem Recommended layout weiterzumachen, wird der Installer drei Partitionen erstellen: 100MB für /boot, eine bis zu 512MB große /swap Partition und den restlichen verfügbaren Platz auf der Festplatte wird für /, die Rootpartition, verwendet. Wenn mehr als 4GB unpartitioniert sind, werden die Partitionen bei Benutzung des "Recommended layout" automatisch so konfiguriert, dass keine Daten auf den existierenden Partitionen zerstört werden.

4.c. Netzwerkmounts

Optional: Netzwerkmounts festlegen

Dieser Bildschirm lässt Sie jedes bestehende Netzwerkmount während und nach der Installation einrichten und benutzen. Wählen Sie New um die Konfiguration zu starten. Momentan wird nur NFS unterstützt.

4.d. Auswahl der Stage

Dynamische Erzeugung der Stage

Da Sie eine Installation ohne Internetverbindung durchführen müssen Sie GRP aus den vorhandenen Stageoptionen auswählen. Im nächsten Bildschirm wählen Sie dann Create from CD. Alles was Sie benötigen um Ihr System zu erstellen wird dann aus den Dateien auf der LiveCD generiert.

Warnung: Wählen Sie keine anderen Optionen, als die oben angeführten, wenn Sie ohne Internetverbindung installieren.

4.e. Kernelquellen

Den LiveCD-Kernel benutzen

Für die GRP/netzwerklose Installation müssen Sie den auf der LiveCD verfügbaren Kernel benutzen. Dies ist lediglich ein gentoo-sources Kernel kompiliert von genkernel, Gentoos automatischen Kompilationswerkzeug, der beim Systemstart Ihre Hardware automatisch erkennt und konfiguriert.

Wählen Sie LiveCD kernel und machen Sie mit dem nächsten Bildschirm weiter.

4.f. Bootloader

Treffen Sie Ihre Wahl

Dieser Bildschirm erlaubt es Ihnen Ihren Bootloader auszusuchen. Der Installer wird Ihre Auswahl automatisch konfigurieren.

4.g. Zeitzone

Wählen Sie Ihre Zeitzone

Gehen Sie die Liste durch und wählen Sie die Region aus, die Ihrem tatsächlichen Standort am nächsten ist.

4.h. Netzwerk

Hinzufügen einer Netzwerkkarte

In diesem Bildschirm haben Sie die Möglichkeit die verschiedenen, in Ihrem PC erkannten Netzwerkschnittstellen zu konfigurieren. Lesen Sie die verfügbaren Optionen sorgfältig.

Der nächste Bildschirm lässt Ihnen die Wahl zwischen DHCP und manueller IP-Adressenkonfiguration. Sobald die Netzwerkschnittstelle richtig eingerichtet ist müssen Sie einen Hostnamen für Ihr System vergeben. Wahlweise können Sie einen Domainnamen und alle benötigten DNS-Server Informationen festlegen.

4.i. Extrapakete

Optional: Installation von Extrapaketen

Die LiveCD beinhaltet eine Reihe verfügbarer vorkompilierter Pakete. Wenn Sie einige davon installieren wollen, makieren Sie das passende Kästchen.

Wichtig: Da Sie Gentoo ohne Internetverbindung installieren, können Sie keine zusätzlichen Pakete außer den im Installer angezeigten installieren.

4.j. Benutzer

Benutzer und Gruppen hinzufügen

Setzen Sie zuerst das root-Passwort für den Systemadministrator (der root Benutzer).

Wir empfehlen nachdrücklich dass Sie einen normalen Benutzer für den täglichen Gebrauch anlegen. Die ganze Zeit als root zu arbeiten ist gefährlich und sollte vermieden werden! Legen Sie Ihre Benutzer an, setzen Sie deren Passwörter und fügen Sie sie zu den entsprechenden Gruppen hinzu. Sie können wahlweise die home-Verzeichnisse verändern, die Loginshell aussuchen und hilfreiche Kommentare eintragen.

4.k. Überprüfung

Abschließen

Bitte nehmen Sie sich Zeit um jeden Schritt des Installationsprozesses genau zu prüfen, um sicherzustellen dass Ihr System richtig konfiguriert ist. Wenn Sie die Überprüfung beendet haben, können Sie den Fortschritt speichern und beenden oder Install auswählen um die automatische Installation von Gentoo zu starten.

Der Installer wird Sie benachrichtigen sobald er fertig ist. Dann wird er Sie wieder zum Kommandozeilen-Prompt zurückkehren lassen. Um zu rebooten müssen Sie nur folgendes eingeben:

Befehlsauflistung 11.1: Rebooten

# shutdown -r now

Gratulation, Ihr System ist nun vollständig ausgerüstet! Faren Sie mit Wie geht es von hier aus weiter? fort um mehr über Gentoo zu erfahren.

5. Wie geht es weiter?

5.a. Dokumentation

Gratulation! Sie haben jetzt ein funktionierendes Gentoo System. Aber wie geht es nun weiter? Welche Möglichkeiten bieten sich? Gentoo bietet seinen Nutzern viele Optionen und daher auch viele dokumentierte (und weniger gut dokumentierte) Eigenschaften.

Sie sollten definitiv einen Blick in den nächsten Teil des Gentoo Handbuch (Arbeiten mit Gentoo) werfen. Dieser erklärt, wie Sie Ihre Software aktuell halten und weitere Software installieren können, was USE Flags sind, wie das Gentoo Init System funktioniert, etc.

Zur Optimierung Ihres Systems für einen Endbenutzer oder wenn Sie wissen wollen, wie ein vollständiges Desktop-System eingerichtet wird, sollte die sehr ausführliche Übersicht zur Desktop-Konfiguration weiterhelfen. Weiterhin möchten Sie vielleicht unsere Anleitung zur Lokalisierung betrachten um sich Ihr System angenehmer einzurichten.

Wir haben auch ein Gentoo Sicherheits-Handbuch, welches es sich lohnt zu lesen.

Für eine komplette Liste aller für Gentoo Linux verfügbaren Dokumentationen verweisen wir auf die Dokumentationsübersicht.

5.b. Gentoo Online

Sie sind natürlich in unseren Gentoo Foren oder in einem unserer vielen Gentoo IRC-Kanälen jederzeit willkommen.

Auch haben wir verschiedene Mailinglisten, die allen Benutzern offen stehen. Weitere Informationen hierzu befinden sich auf der Seite.

Wir halten jetzt unseren Mund und lassen Sie die Gentoo Linux Installation genießen :)

5.c. Veränderungen in Gentoo seit 2006.0

Veränderungen?

Gentoo ist ein schnelllebiges Projekt. Die folgenden Abschnitte beschreiben wichtige Veränderungen, welche die Gentoo Installation beeinflussen. Wir führen nur solche auf die etwas gemeinsam haben mit der Installation, nicht mit Veränderungen von Paketen, die nicht während der Installation vorkommen.

Bis jetzt gab es keinen nennenswerten Änderungen.

B. Arbeiten mit Gentoo

1. Eine Portage Einführung

1.a. Willkommen zu Portage

Portage ist vermutlich Gentoos bemerkenswerteste Innovation in Sachen Software Management. Mit seiner großen Flexibilität und enormen Menge an Optionen wird es vielfach als bestes Software Management Tool für Linux gesehen.

Portage ist vollständig in Python und Bash geschrieben und somit für seine Benutzer vollständig sichtbar, da dieses beides Skriptsprachen sind.

Die meisten Benutzer werden Portage durch das emerge Programm benutzen. Dieses Kapitel soll nicht die Informationen aus der emerge Manpage duplizieren, für eine vollständige Auflistung aller emerge Optionen konsultieren Sie die Manpage:

Befehlsauflistung 1.1: Lesen der emerge Manpage

$ man emerge

1.b. Der Portage-Tree

Ebuilds

Wenn wir über Pakete reden, meinen wir oft Programme, die für Gentoo-Benutzer durch den Portage-Tree verfügbar sind. Der Portage-Tree ist eine Sammlung von Ebuilds -- Dateien, die alle Informationen enthalten, die Portage benötigt, um Anwendungen zu betreuen (installieren, suchen, abfragen, ...). Diese Ebuilds liegen standardmäßig in /usr/portage.

Wann immer Sie Portage bitten, eine Aktion betreffend irgendwelcher Anwendungen durchzuführen, wird es die Ebuilds auf Ihrem System als Basis benutzen. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie die Ebuilds auf Ihrem System regelmäßig aktualisieren, so dass Portage über neue Anwendungen, Sicherheitsaktualisierungen usw. informiert ist.

Aktualisieren des Portage-Tree

Der Portage-Tree wird für gewöhnlich mit rsync aktualisiert, ein schnelles und inkrementelles Dateiübertragungsprogramm. Das Aktualisieren ist ziemlich einfach, da das emerge Kommando ein Frontend für rsync beinhaltet:

Befehlsauflistung 2.1: Aktualisieren des Portage-Tree

# emerge --sync

Wenn Sie aufgrund von Restriktionen einer Firewall das rsync-Protokoll nicht benutzen können, können Sie immer noch unsere täglich aktualisierten Portage-Snapshots benutzen. Das emerge-webrsync Tool lädt diesen automatisch und installiert den aktuellsten Snapshot in Ihrem System:

Befehlsauflistung 2.2: Running emerge-webrsync

# emerge-webrsync

Ein weiterer Vorteil von emerge-webrsync ist, dass es erlaubt, nur Portage-Tree-Schnappschüsse herunterzuladen, die mit dem Gentoo-Release-Engineering-GPG-Schlüssel signiert sind. Weitere Informationen dazu finden Sie im Abschnitt Portage Features unter Laden validierter Portage-Tree-Schnappschüsse.

1.c. Software installieren und aktuell halten

Nach Software suchen

Um den Portage-Tree nach Anwendungen zu durchsuchen können Sie die in emerge eingebauten Suchfunktionen nutzen. Standardmäßig liefert emerge --search Paketnamen, die mit dem Suchbegriff teilweise oder vollständig übereinstimmen.

Um zum Beispiel nach allen Paketen zu suchen, in deren Name "pdf" vorkommt:

Befehlsauflistung 3.1: Suche nach Paketen mit pdf im Namen

$ emerge --search pdf

Wenn Sie ebenfalls durch die Beschreibungen suchen möchten, können Sie die --searchdesc (oder -S) Option nutzen:

Befehlsauflistung 3.2: Suche nach Paketen im Zusammenhang mit pdf

$ emerge --searchdesc pdf

Wenn Sie einen Blick auf die Ausgabe werfen werden Sie feststellen, dass Ihnen diese zahlreiche Informationen gibt. Die Felder sind klar beschriftet, so dass wir dies nicht näher erläutern wollen.

Befehlsauflistung 3.3: Beispiel Ausgabe von 'emerge --search'

*  net-print/cups-pdf
      Latest version available: 1.5.2
      Latest version installed: [ Not Installed ]
      Size of downloaded files: 15 kB
      Homepage:    http://cip.physik.uni-wuerzburg.de/~vrbehr/cups-pdf/
      Description: Provides a virtual printer for CUPS to produce PDF files.
      License:     GPL-2

Software installieren

Nachdem Sie eine Anwendung gefunden haben, die Sie installieren möchten, können Sie dies mit emerge ganz einfach durchführen, zum Beispiel für gnumeric:

Befehlsauflistung 3.4: Installation von gnumeric

# emerge gnumeric

Da viele Anwendungen untereinander Abhängigkeiten haben, kann jeder Versuch ein bestimmtes Paket zu installieren in der Installation von verschiedenen Abhängigkeiten resultieren. Aber keine Angst, Portage kümmert sich ebenfalls um diese Abhängigkeiten. Wenn Sie herausfinden wollen, welche Pakete Portage als Abhängigkeiten mitinstallieren würde benutzen Sie die --pretend Option. Zum Beispiel:

Befehlsauflistung 3.5: Installation von gnumeric simulieren

# emerge --pretend gnumeric

Wenn Sie Portage anweisen ein Paket zu installieren werden alle notwendigen Quellen (sofern notwendig) aus dem Internet heruntergeladen und standardmäßig in /usr/portage/distfiles abgelegt. Anschließend werden die Quellen entpackt, kompiliert und das Paket installiert. Wenn Sie Portage anweisen möchten zwar die Quellen herunterzuladen, das Paket aber nicht zu kompilieren und installieren hängen Sie die --fetchonly Option an das emerge Kommando an:

Befehlsauflistung 3.6: Herunterladen der Quellen für gnumeric

# emerge --fetchonly gnumeric

Auffinden von Dokumentationen zu installierten Pakete

Viele Pakete liefern Ihre eigene Dokumentation. Manchmal bestimmt das doc USE-Flag ob die Dokumentation des Paketes installiert werden soll oder nicht. Sie können die Existenz eines doc USE-Flag mit dem emerge -vp <Paketname> Befehl überprüfen

Befehlsauflistung 3.7: Die Existenz eines doc USE-Flag überprüfen

(alsa-lib ist natürlich nur ein Beispiel)
# emerge -vp alsa-lib
[ebuild  N    ] media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1  -debug +doc 698 kB

Die beste Art das USE-Flag doc zu aktivieren ist für jedes Paket einzeln mit der Hilfe von /etc/portage/package.use. So werden Sie nur Dokumentation für Pakete erhalten bei denen Sie daran interessiert sind. Global diese Variable zu aktivieren ist bekannt dafür Probleme durch zirkuläre Abhängigkeiten zu verursachen. Das Kapitel USE-Flags bespricht diese Aspekte in größerem Detail.

Sowie das Paket installiert ist findet sich die Dokumentation generell in einem Unterverzeichnis mit dem Paketnamen unter dem Verzeichnis /usr/share/doc. Mit equery Tool können Sie auch alle installierten Dateien auflisten, es ist Teil des app-portage/gentoolkit Pakets.

Befehlsauflistung 3.8: Auffinden einer Paketdokumentation

# ls -l /usr/share/doc/alsa-lib-1.0.14_rc1
total 28
-rw-r--r--  1 root root  669 May 17 21:54 ChangeLog.gz
-rw-r--r--  1 root root 9373 May 17 21:54 COPYING.gz
drwxr-xr-x  2 root root 8560 May 17 21:54 html
-rw-r--r--  1 root root  196 May 17 21:54 TODO.gz

(Alternativ, können Sie equery verwenden um interessante Dateien zu finden:)
# equery files alsa-lib | less
media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1
* Contents of media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1:
/usr
/usr/bin
/usr/bin/alsalisp
(Ausgabe verkürzt)

Software deinstallieren

Um Anwendungen aus Ihrem System zu entfernen benutzen Sie emerge --unmerge. Dies weist Portage an, alle Dateien die zu diesem Paket gehören (mit der Ausnahme von Konfigurationsdateien, die Sie nach der Installation geändert haben) zu entfernen. Das Beibehalten der Konfigurationsdateien ermöglicht Ihnen die eventuelle Weiterarbeit mit diesem Paket zu einem späteren Zeitpunkt.

Jedoch, eine ausdrückliche Warnung: Portage wird nicht kontrollieren, ob ein Paket, welches Sie deinstallieren möchten, noch Abhängigkeit eines anderen ist. Sie werden jedoch beim Versuch ein wichtiges Paket zu entfernen gewarnt, wenn es dazu führen würde, dass Ihr System danach nicht länger funktionieren würde.

Befehlsauflistung 3.9: Entfernung von gnumeric aus dem System

# emerge --unmerge gnumeric

Wenn Sie ein Paket deinstalliert haben, so sind die Abhängigkeiten dieses speziellen Paketes weiterhin installiert. Um Portage anzuweisen nach Paketen zu suchen, die keinerlei Abhängigkeit sind und nun entfernt werden können, nutzen Sie von emerge die --depclean Funktionalität. Wir werden dies später ausführlicher behandeln.

Aktualisieren Ihres Systems

Um Ihr System auf dem Laufenden zu halten (von Sicherheitsaktualisierungen gar nicht gesprochen) müssen Sie Ihr System regelmäßig aktualisieren. Da Portage nur die Ebuilds in Ihrem lokalen Portage-Tree kennt, müssen Sie zunächst den Portage-Tree aktualisieren. Wenn Sie dies getan haben, können Sie das System mittels emerge --update world aktualisieren. Im folgenden Beispiel verwenden wir auch die --ask Option, wodurch Portage eine Liste der Pakete, die es aktualisieren will aufzeigt und fragt ob Sie fortfahren wollen:

Befehlsauflistung 3.10: Aktualisierung des Systems

# emerge --update --ask world

Portage wird nun nach neueren Versionen von Anwendungen suchen, die Sie installiert haben. Es werden jedoch nur Versionen von Anwendungen überprüft, die Sie explizit installiert haben (die Anwendungen aufgelistet in /var/lib/portage/world); Abhängigkeiten werden nicht ausführlich geprüft. Wenn Sie die Abhängigkeiten dieser Pakete ebenfalls aktualisieren möchten, fügen sie das --deep Argument hinzu:

Befehlsauflistung 3.11: Aktualisierung Ihres Systems inkl. Abhängigkeiten

# emerge --update --deep world

Dies betrifft jedoch nicht alle Pakete: Einige Pakete auf Ihrem System werden während des Kompilierungsprozesses von Paketen benötigt, aber sobald diese Pakete installiert sind, werden diese Abhängigkeiten nicht mehr benötigt. Portage nennt diese Build-Abhängigkeiten. Um auch diese in einem Aktualisierungs-Zyklus einzuschließen, fügen Sie --with-bdeps=y hinzu:

Befehlsauflistung 3.12: Aktualisierung Ihres gesamten Systems

# emerge --update --deep --with-bdeps=y world

Da auch Sicherheitsupdates in Paketen vorkommen, die Sie nicht explizit installiert haben (die aber als Abhängigkeiten anderer Programme auch mitinstalliert wurden), empfiehlt es sich diesen Befehl ab und zu auszuführen.

Wenn Sie zuvor ein USE-Flag geändert haben möchten Sie vermutlich --newuse hinzufügen. Portage wird nun feststellen, ob die Änderung eine Installation von weiteren Paketen erfordert oder eine Neuinstallation der existierenden hinreichend ist:

Befehlsauflistung 3.13: Durchführen einer vollen Aktualisierung

# emerge --update --deep --with-bdeps=y --newuse world

Metapakete

Einige Pakete im Portage-Tree haben keinen realen Inhalt, sondern dienen als Sammlung von Paketen. Zum Beispiel wird das Paket kde-meta eine komplette KDE-Umgebung auf Ihrem System installieren, indem es sämtliche Komponenten eines KDE-Desktops als Abhängigkeiten einbezieht.

Wenn Sie jemals ein solches Paket entfernen wollen, wird Ihnen emerge --unmerge nicht viel weiterhelfen, da dies keinerlei Einfluss auf die installierten Abhängigkeiten hat.

Portage hat die Funktionalität um verwaiste Abhängigkeiten zu entfernen, da die Verfügbarkeit von Anwendungen und Abhängigkeiten dynamisch aufgelöst wird müssen Sie zunächst Ihr System vollständig aktualisieren, inklusive der Änderungen die Sie durch Änderungen an USE-Flags herbeigeführt haben. Im Anschluss daran können Sie emerge --depclean ausführen, um die verwaisten Abhängigkeiten zu entfernen. Wenn dies geschehen ist müssen Sie die Anwendungen die dynamisch auf die nun deinstallierten Anwendungen gelinkt sind neu kompilieren.

All dies wird durch die folgenden 3 Kommandos erledigt:

Befehlsauflistung 3.14: Entfernen von verwaisten Paketen

# emerge --update --deep --newuse world
# emerge --depclean
# revdep-rebuild

revdep-rebuild ist im gentoolkit Paket enthalten, vergessen Sie nicht, es zuvor zu installieren:

Befehlsauflistung 3.15: Installieren des gentoolkit Paket

# emerge gentoolkit

1.d. Lizenzen

Seit Portage-Version 2.1.7 können Sie eine Softwareinstallation basierend auf der Lizenz akzeptieren oder ablehnen. Alle Pakete im Baum enthalten einen Eintrag LICENSE in ihren Ebuilds. emerge --search paketname verrät Ihnen die Lizenz eines Pakets.

Standardmäßig erlaubt Portage alle Lizenzen außer Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen (EULAs), die das Lesen und Akzeptieren einer Akzeptanzerklärung erfordern.

Die Variable, die die erlaubten Lizenzen kontrolliert, heißt ACCEPT_LICENSE und kann in /etc/portage/make.conf gesetzt werden:

Befehlsauflistung 4.1: Standardmäßige ACCEPT_LICENSE in /etc/portage/make.conf

ACCEPT_LICENSE="* -@EULA"

Mit dieser Konfiguration werden keine Pakete installiert, die während der Installation eine Interaktion, der EULA zuzustimmen, erfordern. Pakete ohne eine EULA werden installiert.

Sie können ACCEPT_LICENSE global in /etc/portage/make.conf oder pro Paket in /etc/portage/package.license setzen.

Wenn Sie beispielsweise die Lizenz truecrypt-2.7 für app-crypt/truecrypt erlauben wollen, fügen Sie Folgendes zur /etc/portage/package.license hinzu:

Befehlsauflistung 4.2: Angeben einer Truecrypt-Lizenz in package.license

app-crypt/truecrypt truecrypt-2.7

Dies erlaubt die Installation von Truecrypt-Versionen, die die truecrypt-2.7 Lizenz haben, hingegen aber keine Versionen, die truecrypt-2.8 haben.

Wichtig: Lizenzen werden in /usr/portage/licenses gespeichert und Lizenzgruppen finden sich in /usr/portage/profiles/license_groups. Der erste Eintrag jeder Zeile in Großbuchstaben ist der Name der Lizenzgruppe und jeder folgende Eintrag ist eine einzelne Lizenz.

Lizenzgruppen, die in ACCEPT_LICENSE definiert werden, haben ein vorangestelltes @ Zeichen. Es folgt ein Beispiel eines Systems, das global die GPL-kompatible Lizenzgruppe erlaut, sowie einige weitere Gruppen und einzelne Lizenzen:

Befehlsauflistung 4.3: ACCEPT_LICENSE in /etc/portage/make.conf

ACCEPT_LICENSE="@GPL-COMPATIBLE @OSI-APPROVED @EULA atheros-hal BitstreamVera"

Wenn Sie nur freie Software und Dokumentation auf Ihrem System haben wollen, können Sie die folgende Einstellung verwenden:

Befehlsauflistung 4.4: Nur freie Lizenzen verwenden

ACCEPT_LICENSE="-* @FREE"

Unter "frei" ist in diesem Zusammenhang die Definition der FSF und der OSI zu verstehen. Jegliche Pakete, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden, werden nicht auf Ihrem System installiert.

1.e. Wenn Portage sich beschwert ...

Über SLOTs, Virtuals, Zweige, Architekturen und Profile

Wie bereits zuvor erwähnt bietet Portage extrem viele Möglichkeiten und unterstützt zahlreiche Features, die in anderen Softwaremanagement-Tools fehlen. Um dies zu verstehen erläutern wir einige Aspekte von Portage, ohne jedoch ganz ins Detail zu gehen.

Mit Portage können mehrere Versionen eines Pakets auf dem System koexistieren. Während andere Distributionen in diesen Fällen dazu tendieren Teile der Versionsnummer mit in den Paketnamen aufzunehmen, (wie freetype und freetype2) beherrscht Portage eine Technik namens SLOTs. Eine Ebuildversion deklariert dabei ein bestimmtes SLOT. Ebuilds eines Pakets mit unterschiedlichen SLOTs können gleichzeitig auf einem System installiert sein. Zum Beispiel hat das freetype Paket Ebuilds mit SLOT="1" und SLOT="2".

Es gibt weiterhin einige Pakete, welche die gleiche Funktionalität anbieten, aber anders implementiert sind. Zum Beispiel sind metalogd, sysklogd und syslog-ng alle System-Protokollierdienste. Anwendungen die einen System-Protokollierdienst benötigen, können zum Beispiel nicht auf metalogd bestehen, da die anderen System-Protokollierdienste auch eine gute Wahl sind. Portage erlaubt daher virtuals: Jeder System-Logger ist als "exklusive" Abhängigkeit des Logging-Dienstes im virtuellen Paket logger der Kategorie virtual aufgelistet, so dass Applikationen einfach vom Paket virtual/logger abhängen können. Wenn dieses installiert wird, zieht das Paket einfach das erste Logging-Paket, das im Paket erwähnt wird, hinein, sofern vorher nicht schon ein Logging-Paket installiert war (in welchem Falle die virtuelle Abhängigkeit schon erfüllt ist).

Anwendungen im Portage-Tree können sich in verschiedenen Zweigen befinden. Standardmäßig akzeptiert Ihr System nur Pakete, die Gentoo als stabil betrachtet. Die meisten neuen Anwendungen werden nach der Veröffentlichung zum Test-Zweig hinzugefügt, da Tests erforderlich sind um festzustellen, ob die spezifische Anwendung als stabil gekennzeichnet werden kann. Obwohl Sie diese Ebuilds auch im Portage-Tree sehen, wird Portage sie erst aktualisieren wenn diese in den stabilen Zweig verschoben werden.

Einige Anwendungen sind nur für bestimmte Architekturen verfügbar. Andere Anwendungen funktionieren nicht auf allen Architekturen oder es sind intensivere Test für diese Anwendung erforderlich. Manchmal ist es dem Entwickler der die Anwendung in den Portage-Tree eingebracht hat nicht möglich, zu prüfen ob die Anwendung auf den unterschiedlichen Architekturen korrekt funktioniert.

Jede Gentoo Installation gehört zu einem bestimmtes Profil, welches neben anderen Informationen auch alle Pakete auflistet, die für ein funktionierendes System erforderlich sind.

Blockierte Pakete

Befehlsauflistung 5.1: Portage warnt vor blockierten Paketen (mit --pretend)

[blocks B     ] mail-mta/ssmtp (is blocking mail-mta/postfix-2.2.2-r1)

Befehlsauflistung 5.2: Portage warnt vor blockierten Paketen (ohne --pretend)

!!! Error: the mail-mta/postfix package conflicts with another package.
!!!        both can't be installed on the same system together.
!!!        Please use 'emerge --pretend' to determine blockers.

Ebuilds enthalten spezifische Felder, die Portage über die Abhängigkeiten informieren. Es gibt zwei mögliche Formen von Abhängigkeiten: Build Abhängigkeiten, deklariert in DEPEND und Abhängigkeiten zur Laufzeit, deklariert in RDEPEND. Wenn eine dieser Abhängigkeiten ein Paket oder eine Virtual als explizit nicht kompatibel kennzeichnet, wird ein Blocker ausgelöst.

Auch wenn neuere Portage-Versionen schlau genug sind, kleinere Blocker ohne Benutzereingriffe zu umgehen, müssen Sie ab und zu selbst Hand anlegen, wie folgt beschrieben.

Um einen solchen Blocker zu umgehen können Sie entweder auf das Installieren des Pakets verzichten, oder das den Blocker auslösende Paket zuerst deinstallieren. Im gerade angebrachten Beispiel sind Ihre Optionen der Verzicht auf die Installation von postfix oder die vorherige Deinstallation von ssmtp.

Sie werden unter Umständen auch blockierende Pakete mit spezifischen Atoms wie <media-video/mplayer-1.0_rc1-r2 sehen. In diesem Fall wird das Aktualisieren auf eine neuere Version des blockierenden Paketes die Blockierung aufheben.

Es ist auch möglich, dass sich zwei zu installierende Pakete gegenseitig blockieren. In diesem seltenen Fall sollten Sie herausfinden, warum Sie beide installieren müssen. In den meisten Fällen ist eines der Pakete ausreichend. Wenn nicht, erstellen Sie bitte einen Bug in Gentoos Bugtracking System.

Maskierte Pakete

Befehlsauflistung 5.3: Portage Warnung zu maskierten Paketen

!!! all ebuilds that could satisfy "bootsplash" have been masked.

Befehlsauflistung 5.4: Portage Warnung zu maskierten Paketen - Gründe

!!! possible candidates are:

- gnome-base/gnome-2.8.0_pre1 (masked by: ~x86 keyword)
- lm-sensors/lm-sensors-2.8.7 (masked by: -sparc keyword)
- sys-libs/glibc-2.3.4.20040808 (masked by: -* keyword)
- dev-util/cvsd-1.0.2 (masked by: missing keyword)
- games-fps/unreal-tournament-451 (masked by: package.mask)
- sys-libs/glibc-2.3.2-r11 (masked by: profile)
- net-im/skype-2.1.0.81 (masked by: skype-eula license(s))

Wenn Sie ein Paket installieren wollen, welches für Ihr System nicht verfügbar ist, erhalten Sie eine solche Fehlermeldung. Sie sollten versuchen eine andere Anwendung, welche für Ihr System verfügbar ist, zu installieren oder warten bis das gewünschte Paket verfügbar ist. Es gibt immer einen Grund warum ein Paket maskiert ist:

  • ~arch Keyword bedeutet, dass diese Anwendung noch nicht hinreichend getestet ist, um diese in den stabilen Zweig zu schieben. Warten Sie ein paar Tage oder Wochen und versuchen Sie es erneut.
  • -arch Keyword oder -* Keyword bedeutet, dass diese Anwendung auf Ihrer Architektur nicht funktioniert. Wenn Sie glauben, dass das Paket funktioniert erstellen Sie einen Bugreport über unsere Bugzilla Webseite.
  • Fehlendes Keyword bedeutet, dass diese Anwendung auf Ihrer Architektur noch nicht getestet wurde. Bitten Sie das Portierungs Team Ihrer Architektur dieses Paket zu testen, oder testen Sie es selbst und melden Sie Ihre Ergebnisse über unsere Bugzilla Webseite.
  • package.mask bedeutet, dass dieses Paket korrupt, instabil oder schlecht ist und als "nicht-benutzen" gekennzeichnet wurde.
  • profile bedeutet, dass dieses Paket als nicht zutreffend für Ihr Profil gekennzeichnet ist. Die Applikation kann Ihr System in einen korrupten Zustand versetzen wenn Sie diese Anwendung installieren. Oder die Anwendung ist mit dem Profil dass Sie verwenden nicht kompatibel.
  • license bedeutet, dass die Lizenz des Paketes nicht mit Ihrer ACCEPT_LICENSE Einstellung kompatibel ist. Sie müssen die entsprechende Lizenz oder Lizenzgruppe explizit erlauben, indem Sie sie in /etc/portage/make.conf oder in /etc/portage/package.license angeben. Sehen Sie sich Lizenzen genauer an, um herauszufinden, wie jegliche funktionieren.

Erforderliche USE-Flag-Änderungen

Befehlsauflistung 5.5: Portage-Warnung über erforderliche USE-Flag-Änderung

The following USE changes are necessary to proceed:
#required by app-text/happypackage-2.0, required by happypackage (argument)
>=app-text/feelings-1.0.0 test

Diese Fehlermeldung kann auch wie folgt angezeigt werden, sofern --autounmask nicht gesetzt ist:

Befehlsauflistung 5.6: Portage-Fehler über erforderliche USE-Flag-Änderung

emerge: there are no ebuilds built with USE flags to satisfy "app-text/feelings[test]".
!!! One of the following packages is required to complete your request:
- app-text/feelings-1.0.0 (Change USE: +test)
(dependency required by "app-text/happypackage-2.0" [ebuild])
(dependency required by "happypackage" [argument])

Solche Warnungen oder Fehler treten auf, wenn Sie ein Paket installieren wollen, das nicht nur von einem anderen Paket abhängig ist, sondern es auch erforderlich ist, dass dieses Paket mit einem bestimmten USE-Flag (oder einer Menge von USE-Flags) gebaut wurde. In dem gegebenen Beispiel muss das Paket app-text/feelings mit USE="test" gebaut worden sein, aber dieses USE-Flag ist auf dem System nicht gesetzt.

Um dieses Problem zu lösen, fügen Sie entweder das erforderliche USE-Flag zu Ihren globalen USE-Flags in der /etc/portage/make.conf hinzu, oder setzen Sie es für das spezifische Paket in der /etc/portage/package.use.

Fehlende Abhängigkeiten

Befehlsauflistung 5.7: Portage Warnung zu fehlenden Abhängigkeiten

emerge: there are no ebuilds to satisfy ">=sys-devel/gcc-3.4.2-r4".

!!! Problem with ebuild sys-devel/gcc-3.4.2-r2
!!! Possibly a DEPEND/*DEPEND problem.

Die Anwendung welche Sie installieren möchten benötigt ein anderes Paket, welches für Ihr System nicht verfügbar ist. Schauen Sie im Bugzilla nach, ob das Problem bekannt ist und wenn nicht, erstellen Sie zu diesem Problem einen neuen Bugreport. Solange Sie nicht verschiedene Zweige mischen sollte eine solche Fehlermeldung eigentlich nicht auftauchen und ist somit ein Bug.

Doppeldeutige Ebuild-Namen

Befehlsauflistung 5.8: Portage Warnung über doppeldeutige Ebuild-Namen

[ Results for search key : listen ]
[ Applications found : 2 ]

*  dev-tinyos/listen [ Masked ]
      Latest version available: 1.1.15
      Latest version installed: [ Not Installed ]
      Size of files: 10,032 kB
      Homepage:      http://www.tinyos.net/
      Description:   Raw listen for TinyOS
      License:       BSD

*  media-sound/listen [ Masked ]
      Latest version available: 0.6.3
      Latest version installed: [ Not Installed ]
      Size of files: 859 kB
      Homepage:      http://www.listen-project.org
      Description:   A Music player and management for GNOME
      License:       GPL-2

!!! The short ebuild name "listen" is ambiguous. Please specify
!!! one of the above fully-qualified ebuild names instead.

Die Anwendung, die Sie installieren möchten, hat einen Namen, der auf mehr als ein Paket zutrifft. Sie müssen ebenfalls die Kategorie des Paketes angeben. Portage informiert Sie über mögliche Treffer, aus denen Sie auswählen können.

Zyklische Abhängigkeiten

Befehlsauflistung 5.9: Warnung von Portage zu zyklischen Abhängigkeiten

!!! Error: circular dependencies:

ebuild / net-print/cups-1.1.15-r2 depends on ebuild / app-text/ghostscript-7.05.3-r1
ebuild / app-text/ghostscript-7.05.3-r1 depends on ebuild / net-print/cups-1.1.15-r2

Zwei (oder mehr) Pakete, die Sie installieren möchten hängen gegenseitig voneinander ab und können daher nicht installiert werden. Dies ist in den meisten Fällen ein Bug im Portage-Tree. Bitte warten Sie eine Weile, aktualisieren den Portage-Tree und versuchen Sie es erneut. Schauen Sie ebenfalls im Bugzilla, ob dies ein bekanntes Problem ist und erstellen einen Bugreport sofern noch keiner existiert.

Herunterladen der Quellen schlägt fehl

Befehlsauflistung 5.10: Portage Warnung zu Fehlern beim herunterladen der Quellen

!!! Fetch failed for sys-libs/ncurses-5.4-r5, continuing...
(...)
!!! Some fetch errors were encountered.  Please see above for details.

Portage konnte die Quellen für eine bestimmte Anwendung nicht herunterladen und wird mit dem Installieren der anderen Anwendungen (sofern zutreffend) fortfahren. Dieser Fehler kann durch einen noch nicht aktualisierten Mirror oder einen falsche Angabe im Ebuild hervorgerufen werden. Zudem kann es sein, dass der Server von dem Sie die Quellen herunterladen möchten aus einem unbekannten Grund nicht erreichbar ist.

Versuchen Sie es eine Stunde später nochmals um zu prüfen, ob das Problem noch besteht.

Schutz des Systemprofils

Befehlsauflistung 5.11: Portage Warnung über durch das Profil geschützte Pakete

!!! Trying to unmerge package(s) in system profile. 'sys-apps/portage'
!!! This could be damaging to your system.

Sie wollen ein Paket deinstallieren, welches zu den Kernbestandteilen Ihres Systems zählt. Es ist in Ihrem Profil als notwendig aufgeführt und sollte daher nicht deinstalliert werden.

Fehler in der Überprüfung des Digests

Manchmal kann das installieren eines Pakets mittels emerge mit folgender Nachricht abbrechen:

Befehlsauflistung 5.12: Fehler in der Überprüfung des Digest

>>> checking ebuild checksums
!!! Digest verification failed:

Dies ist ein Zeichen dafür dass etwas mit dem Portage-Tree nicht in Ordnung ist. Oft liegt es daran, dass ein Entwickler beim einbringen eines Pakets in den Tree einen Fehler gemacht hat.

Wenn die Überprüfung des Digest fehlschlägt versuchen Sie nicht das Paket selber neu zu indizieren. Das Ausführen von ebuild foo manifest wird das Problem nicht beheben. Es wird das Problem mit ziemlicher Sicherheit nur noch verschärfen!

Warten Sie stattdessen ein bis zwei Stunden, bevor der Tree sich etwas normalisiert hat. Es ist wahrscheinlich ein Fehler, der direkt danach bemerkt wurde, aber es kann eine Weile dauern bis die Korrektur im Portage-Tree verbreitet wurde. Während Sie warten können Sie im Bugzilla nachsehen ob jemand das Problem bereits gemeldet hat. Wenn nicht, melden Sie einfach einen Bug für das kaputte Paket.

Sobald Sie sehen, dass der Fehler behoben wurde, können Sie erneut synchronisieren um das korrigierte Digest zu erhalten.

Wichtig: Dies bedeutet nicht, dass Sie Ihren Tree mehrere Male synchronisieren sollten! Wie in der Rsync-Richtlinie aufgeführt (wenn Sie emerge --sync ausführen) werden Benutzer, die zu oft synchronisieren gesperrt! Es ist besser bis zu Ihrem nächsten geplanten Sync zu warten, damit die Rsync-Server nicht überlastet werden.

2. USE Flags

2.a. Was sind USE-Flags?

Die Idee welche hinter USE-Flags steckt

Wenn Sie Gentoo installieren (oder irgendeine andere Distribution, oder sogar ein anderes Betriebssystem) treffen Sie Entscheidungen abhängig von der Umgebung in der Sie arbeiten. Die Einrichtung eines Server unterscheidet sich von der Einrichtung einer Workstation. Eine Spiele-Workstation unterscheidet sich von einer Workstation für 3D-Rendering.

Dies trifft nicht nur bei der Auswahl der Pakete die Sie installieren wollen zu, sondern auch welche Funktionen ein Paket unterstützen soll. Wenn Sie OpenGL nicht benötigen, warum sollten Sie sich die Mühe machen OpenGL zu installieren und OpenGL-Unterstützung in die meisten Ihrer Pakete einzubauen? Wenn Sie KDE nicht benutzen wollen, warum sollten Sie sich die Mühe machen Pakete mit KDE-Unterstützung zu kompilieren, wenn diese Pakete auch ohne einwandfrei funktionieren?

Um den Benutzern bei der Entscheidung zu helfen, was installiert/aktiviert werden soll und was nicht, wollen wir, dass der Benutzer seine Umgebung auf eine einfache Weise spezifiziert. Dies zwingt den Benutzer dazu zu entscheiden, was er wirklich will und vereinfachtt den Prozess für Portage, unser Paketmanagementsystem, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Definition eines USE-Flag

Geben Sie die USE-Flags ein. Solch ein Flag ist ein Schlüsselwort das Unterstützungs- und Abhängigkeitsinformationen für ein bestimmtes Konzept beinhaltet. Wenn Sie ein bestimmtes USE-Flag definieren wird Portage wissen, dass Sie Unterstützung für das gewählte Schlüsselwort wollen. Natürlich verändert dies auch die Abhängigkeitsinformationen für ein Paket.

Schauen wir uns ein spezifisches Beispiel an: das kde Schlüsselwort. Wenn Sie dieses Schlüsselwort nicht in Ihrer USE Variable haben, werden alle Pakte die optionale KDE Unterstützung haben ohne KDE Unterstützung kompiliert. Alle Pakete die eine optionale KDE Abhängigkeit haben werden installiert, ohne dass die KDE Bibliotheken (als Abhängigkeit) installiert werden. Wenn Sie das kde Schlüsselwort verwendet haben, dann werden diese Pakete mit KDE Unterstützung kompiliert und die KDE Bibliotheken werden als Abhängigkeit installiert.

Dadurch, dass Sie das Schlüsselwort korrekt definieren, erhalten Sie ein System spezifisch an Ihre Bedürfnisse angepasst.

Welche USE-Flags gibt es?

Es gibt zwei Arten von USE-Flags: globale und lokale USE-Flags.

  • Ein globales USE-Flag wird von vielen Paketen systemweit benutzt. Dies ist was die meisten Menschen als ein USE-Flag ansehen.
  • Ein lokales USE-Flag wird von einem einzelnen Paket verwendet um Entscheidungen spezifisch für ein Paket zu treffen.

Eine Liste von allen verfügbaren globalen USE-Flags findet man Online oder lokal in /usr/portage/profiles/use.desc.

Eine Liste verfügbarer lokaler USE-Flags finden Sie lokal in /usr/portage/profiles/use.local.desc.

2.b. Benutzung von USE-Flags

Deklarieren von ständigen USE-Flags

In der Hoffnung, dass Sie überzeugt sind von der Wichtigkeit von USE-Flags, werden wir Sie nun informieren wie man USE-Flags deklariert.

Wie vorher erwähnt, werden alle USE-Flags innerhalb der USE Variable deklariert. Um es für die Benutzer einfach zu machen USE-Flags zu suchen und auszuwählen, geben wir schon eine Standardeinstellung für USE vor. Diese Einstellung ist eine Sammlung von USE-Flags, von denen wir glauben, dass sie häufig von Gentoo Benutzern verwendet werden. Diese Standardeinstellung ist deklariert in der make.defaults Dateien die Teil Ihres Profils sind.

Das Profil, auf das Ihr System hört, wird ausgewiesen vom /etc/portage/make.profile Symlink. Jedes Profil funktioniert aufbauend auf einem anderen, größeren Profil. Das Endergebnis ist daher die Summe aller Profile. Das Hauptprofil ist das base Profil (/usr/portage/profiles/base).

Lassen Sie uns einen Blick auf die Standardeinstellung für das 13.0 Profil werfen:

Befehlsauflistung 2.1: Kulmulative make.defaults USE-Variable für das 13.0 Profil

(Dieses Beispiel ist die Summe der Einstellungen in base,
 default/linux, default/linux/x86 und default/linux/x86/13.0/)
USE="a52 aac acpi alsa branding cairo cdr dbus dts dvd dvdr emboss encode exif
fam firefox flac gif gpm gtk hal jpeg lcms ldap libnotify mad mikmod mng mp3
mp4 mpeg ogg opengl pango pdf png ppds qt3support qt4 sdl spell
startup-notification svg tiff truetype vorbis unicode usb X xcb x264 xml xv
xvid"

Wie Sie sehen können, enthält diese Variable schon eine ziemlich große Anzahl von Schlüsselwörtern. Verändern Sie jegliche make.defaults Dateien nicht um die USE Variable an Ihre Bedürfnisse anzupassen: Veränderungen in dieser Datei werden überschrieben wenn Sie ein Update von Portage durchführen!

Sie ändern diese Standardeinstellung durch Hinzufügen oder Entfernen von Schlüsselwörtern zur USE-Variable. Dies geschieht global durch die Definierung der USE Variable in /etc/portage/make.conf. In dieser Variable fügen Sie die zusätzlichen USE-Flags hinzu, die Sie benötigen oder entfernen die USE-Flags, die Sie nicht wollen. Das Letztere geschieht durch das Vorsetzen eines Minuszeichens ("-") vor das Schlüsselwort.

Zum Beispiel wenn Unterstützung für KDE und QT entfernt werden soll aber Unterstützung für ldap hinzugefügt werden soll, kann USE wie folgt in /etc/portage/make.conf definiert werden:

Befehlsauflistung 2.2: Eine Beispielseinstellung für USE in /etc/portage/make.conf

USE="-kde -qt4 ldap"

Deklarieren von USE-Flags für einzelne Pakete

Machmal möchten Sie ein bestimmtes USE-Flag für ein (oder einige) Anwendungen deklarieren, aber nicht systemweit. Um dies zu ermöglichen müssen Sie zunächst das /etc/portage Verzeichnis erstellen (sofern es noch nicht existiert) und die Datei /etc/portage/package.use editieren. Dies ist normalerweise nur eine Datei, kann aber auch ein Verzeichnis sein. Weitere Informationen finden Sie in man portage. Das folgende Beispiel setzt voraus dass package.use nur eine Datei ist.

Wenn Sie zum Beispiel berkdb Unterstützung nicht global, aber für mysql möchten fügen Sie folgendes ein:

Befehlsauflistung 2.3: /etc/portage/package.use Beispiel 1

dev-db/mysql berkdb

Sie können natürlich ein USE-Flag für ein Ebuild explizit deaktivieren. Wenn Sie zum Beispiel keine java Unterstützung in PHP benötigen:

Befehlsauflistung 2.4: /etc/portage/package.use Beispiel 2

dev-php/php -java

Deklarieren von temporären USE-Flags

Manchmal wollen Sie eine bestimmte USE-Einstellung nur einmal benutzen. Anstatt das /etc/portage/make.conf zweimal editiert wird (um die Veränderungen in USE anzuwenden und wieder zu entfernen) können Sie einfach die USE-Variable als Umgebungsvariable definieren. Behalten Sie im Gedächtnis, dass wenn Sie die jeweilige Anwendung re-kompilieren oder aktualisieren (entweder explizit oder als Teil eines Systemupdate) diese Änderung verloren geht.

Als ein Beispiel werden wir, während der Installation von Seamonkey, temporär Java von den USE-Einstellungen entfernen.

Befehlsauflistung 2.5: USE als Umgebungsvariable verwenden

# USE="-java" emerge seamonkey

Reihenfolge

Natürlich gibt es eine gewisse Präzedenz darüber welche Einstellung Priorität hat über die USE-Einstellungen. Sie wollen schließlich nicht USE="-java" deklarieren nur um zu sehen, dass java weiterhin verwendet wird wegen einer Einstellung, die eine höhere Priorität hat. Präferenz für die USE-Einstellung ist nach Priorität geordnet (die Erste hat die niedrigste Priorität):

  1. Standardeinstellung für USE deklariert in den make.defaults Dateien, die Teil Ihres Profils sind.
  2. Benutzerdefinierte USE-Einstellungen in /etc/portage/make.conf
  3. Benutzerdefinierte USE-Einstellungen in /etc/portage/package.use
  4. Benutzerdefinierte USE-Einstellungen definiert als Umgebungsvariable

Um die endgültige USE Einstellungen zu sehen, so wie sie von Portage gesehen wird, führen Sie emerge --info aus. Dies listet alle relevanten Variablen (inklusive der USE Variable) mit dem von Portage verwendeten Inhalt auf.

Befehlsauflistung 2.6: Ausführen von emerge --info

# emerge --info

Das gesamte System an neue USE-Flags anpassen

Wenn Sie Ihre USE-Flags geändert haben und nun Ihr gesamtes System dazu bringen möchten die neuen USE-Flags zu nutzen, benutzen Sie die --newuse Option von emerge:

Befehlsauflistung 2.7: Neuerstellung Ihres gesamten System

# emerge --update --newuse world

Führen Sie nun Portages depclean aus, um Abhängigkeiten aus Ihrem alten System, die nun durch andere USE-Flags ersetzt wurden, zu löschen.

Warnung: Das Ausführen von emerge depclean ist eine gefährliche Operation und sollte mit dementsprechender Vorsicht vorgenommen werden. Kontrollieren Sie die angezeigte Liste mit zu löschenden Paketen lieber zweimal um so sicherzustellen, dass keine notwendigen Pakete gelöscht werden. Im folgenden Beispiel fügen wir den -p Switch hinzu, um nur eine Liste unbenötigter Pakete angezeigt zu bekommen, ohne diese jedoch gleichzeitig auch zu entfernen.

Befehlsauflistung 2.8: Entfernen unbenötigter Pakete

# emerge -p --depclean

Wenn depclean beendet ist, führen Sie revdep-rebuild aus, um die Anwendungen, die dynamisch gegen "Shared Objects" der deinstallierten Pakete gelinkt sind, neu zu kompilieren. revdev-rebuild ist Teil des Pakets gentoolkit; vergessen Sie nicht dieses zuvor zu installieren.

Befehlsauflistung 2.9: Ausführen von revdep-rebuild

# revdep-rebuild

Nachdem Sie dies alles ausgeführt haben, benutzt Ihr System die neuen USE-Flag Einstellungen.

2.c. Paket spezifische USE-Flags

Betrachten vorhandener USE-Flags

Nehmen wir als Beispiel seamonkey: Auf welche USE-Flags hört es? Um dies herauszufinden benutzen wir emerge mit der --pretend und der --verbose Option:

Befehlsauflistung 3.1: Betrachten der benutzten USE-Flags

# emerge --pretend --verbose seamonkey
These are the packages that I would merge, in order:

Calculating dependencies ...done!
[ebuild   R   ] www-client/seamonkey-1.0.7  USE="crypt gnome java -debug -ipv6
-ldap -mozcalendar -mozdevelop -moznocompose -moznoirc -moznomail -moznopango
-moznoroaming -postgres -xinerama -xprint" 0 kB

emerge ist nicht das einzige Hifsmittel für diesen Job. In der Tat haben wir ein Werkzeug, ausgelegt auf Paketinformationen, genannt equery, welches im gentoolkit Paket enthalten ist. Installieren Sie zunächst gentoolkit:

Befehlsauflistung 3.2: Installieren von gentoolkit

# emerge gentoolkit

Führen Sie nun equery mit dem uses Argument aus um die USE-Flags eines bestimmten Paketes zu betrachten. Zum Beispiel für das gnumeric Paket:

Befehlsauflistung 3.3: Benutzung von equery zur Betrachtung verwendeter USE-Flags

# equery --nocolor uses =gnumeric-1.6.3 -a
[ Searching for packages matching =gnumeric-1.6.3... ]
[ Colour Code : set unset ]
[ Legend : Left column  (U) - USE flags from make.conf              ]
[        : Right column (I) - USE flags packages was installed with ]
[ Found these USE variables for app-office/gnumeric-1.6.3 ]
 U I
 - - debug  : Enable extra debug codepaths, like asserts and extra output.
              If you want to get meaningful backtraces see
              http://www.gentoo.org/proj/en/qa/backtraces.xml .
 + + gnome  : Adds GNOME support
 + + python : Adds support/bindings for the Python language
 - - static : !!do not set this during bootstrap!! Causes binaries to be
              statically linked instead of dynamically

3. Portage Features

3.a. Portage Features

Portage hat einige zusätzliche Features, die das Gentoo Erlebnis noch ein wenig besser machen. Viele dieser Features beruhen auf Software Tools um die Performance, Funktionssicherheit, Sicherheit, etc. zu verbessern.

Um diese Portage Features zu aktivieren oder deaktivieren müssen Sie die FEATURES Variable in /etc/portage/make.conf anpassen. Diese Variable enthält verschiedene Feature Keywords, welche durch Leerzeichen getrennt werden.In vielen Fällen müssen Sie ebenfalls zusätzliche Software installieren.

Nicht alle Features, die Portage anbietet werden hier aufgelistet. Für einen vollständigen Überblick schauen Sie in die make.conf Manpage:

Befehlsauflistung 1.1: Lesen der make.conf Manpage

$ man make.conf

Um herauszufinden, welche FEATURES per default aktiviert sind führen Sie emerge --info aus und suchen Sie nach der FEATURES Variable, oder filtern diese aus:

Befehlsauflistung 1.2: Herausfinden welche FEATURES bereits aktiv sind

$ emerge --info | grep FEATURES

3.b. Distributed Compiling

Benutzung von distcc

distcc ist ein Programm das "Kompilierungen" über mehrere, nicht notwendigerweise identische Computer, über ein Netzwerk verteilt. Der distcc - Client sendet alle notwendigen Informationen zu den erreichbaren distcc - Servern (die den distccd laufen haben), so dass diese Teile des Quellcodes vom Client kompilieren können. Als Resultat wird Zeit beim Kompilieren eingespart.

Sie finden tiefer gehende Informationen über distcc (und wie Sie es bei Gentoo zum Laufen bringen) in unserer Gentoo distcc Dokumentation.

distcc installieren

Distcc bringt einen grafischen Monitor mit, der Sie über alle Aufgaben informiert, die der Computer zum Kompilieren wegsendet. Falls Sie Gnome benutzen, setzen Sie 'gnome' in Ihrer USE-Variable. Wenn Sie nicht Gnome nutzen, den Monitor aber trotzdem haben wollen, sollten Sie 'gtk' in Ihrer USE-Variable setzen.

Befehlsauflistung 2.1: distcc installieren

# emerge distcc

Unterstützung für Portage aktivieren

Fügen Sie distcc der FEATURES Variable in /etc/portage/make.conf hinzu. Anschließen editieren Sie die MAKEOPTS Variable entsprechend Ihren Wünschen. In den meisten Fällen ist es hinreichend "-jX" anzugeben, wobei X der Nummer der CPUs die den distccd ausführen entsprechen (inklusive dem aktuellen Host) plus eins, möglicherweise haben Sie mit anderen Werten bessere Ergebnisse.

Nun rufen Sie distcc-config auf und tragen eine Liste der verfügbaren Server ein. Als einfaches Beispiel nehmen wir einmal an, dass die verfügbaren distcc Server 192.168.1.102 (der momentane Host), 192.168.1.103 und 192.168.1.104 (zwei "entfernte" Hosts) sind:

Befehlsauflistung 2.2: distcc für die Nutzung dreier verfügbarer distcc Server konfigurieren

# distcc-config --set-hosts "192.168.1.102 192.168.1.103 192.168.1.104"

Vergessen Sie bitte nicht, auch den distccd - Dämonen zu starten:

Befehlsauflistung 2.3: distcc Dämonen starten

# rc-update add distccd default
# /etc/init.d/distccd start

3.c. Caching Compilation

Über ccache

ccache ist ein schneller Compiler - Cache. Wenn Sie ein Programm kompilieren, werden Zwischenresultate gecacht, so dass bei einer Rekompilierung des Programms die Zeit zum Kompilieren viel kürzer ist. Wenn Sie ccache zum ersten Mal verwenden, wird es viel langsamer sein als eine normale Kompilierung. Darauffolgende Rekompilierungen sollten schneller sein. ccache ist nur hilfreich, wenn Sie die gleiche Applikation sehr oft rekompilieren müssen; es ist daher hauptsächlich nur für Softwareentwickler nützlich.

Falls Sie an den Vor- und Nachteilen von ccache interessiert sind, besuchen Sie bitte die ccache Homepage.

Warnung: ccache ist bekannt dafür, zahlreiche Kompilierungsfehler zu verursachen. Ab und zu behält ccache veraltete Codeobjekte oder korrupte Dateien bei, was dazu führt, dass Pakete sich nicht emergen lassen. Falls das passiert (wenn Sie Fehler wie z.B. "File not recognized: File truncated" erhalten), versuchen Sie die Applikation mit deaktiviertem ccache (FEATURES="-ccache" in der /etc/portage/make.conf) zu rekompilieren bevor Sie einen Bug eröffnen. Falls Sie keine Softwareentwicklung betreiben, aktivieren Sie ccache nicht.

ccache installieren

Zur Installation von ccache führen Sie emerge ccache aus:

Befehlsauflistung 3.1: ccache installieren

# emerge ccache

Unterstützung für Portage aktivieren

Öffnen Sie /etc/portage/make.conf und fügen Sie ccache zu FEATURES hinzu. Anschließend erstellen Sie eine neue Variable namens CCACHE_SIZE und setzen diese auf "2G":

Befehlsauflistung 3.2: CCACHE_SIZE in /etc/portage/make.conf editieren

CCACHE_SIZE="2G"

Um zu schauen ob ccache funktioniert, fragen Sie ccache nach seinen Statistiken. Weil Portage ein anderes Home-Verzeichnis verwendet, müssen Sie auch die CCACHE_DIR Variable setzen:

Befehlsauflistung 3.3: Ccache - Statistiken anschauen

# CCACHE_DIR="/var/tmp/ccache" ccache -s

Der /var/tmp/ccache Pfad ist das Standard ccache Home-Verzeichnis von Portage. Wenn Sie diese Einstellungen ändern möchten, können Sie die CCACHE_DIR Variable in /etc/portage/make.conf setzen.

Wenn Sie aber ccache ausführen würden, würde es den Standardpfad ${HOME}/.ccache verwenden. Deswegen mussten Sie auch die CCACHE_DIR Variable setzen, als Sie nach den (Portage) ccache-Statistiken fragten.

Nutzung von ccache außerhalb von Portage

Wenn Sie ccache für Kompilierungen außerhalb von Portage nutzen möchten fügen Sie /usr/lib/ccache/bin dem Beginn der PATH Variable hinzu (vor /usr/bin). Dies kann durch Editieren von .bash_profile in Ihrem Home-Verzeichnis erreicht werden. Die Verwendung von .bash_profile ist eine Möglichkeit Ihre PATH-Variable zu definieren.

Befehlsauflistung 3.4: Editieren von .bash_profile

PATH="/usr/lib/ccache/bin:/opt/bin:${PATH}"

3.d. Binäre Pakete

Binärpakete erstellen

Portage unterstützt die Installation von vorkompilierten Paketen. Obwohl Gentoo keine vorkompilierten Pakete anbietet (mit Ausnahme der GRP Schnappschüsse) ist die Funktion vollständig implementiert.

Um ein vorkompiliertes Paket zu erstellen können Sie quickpg benutzen, sofern das Programm bereits in Ihrem System installiert ist oder Sie benutzen die --buildpkg oder --buildpkgonly Optionen.

Falls Sie wollen, dass Portage dies standardmäßig macht, sollten Sie das Schlüsselword buildpkg in der FEATURES Variablen setzen.

Erweiterte Unterstützung zum Erstellen von vorkompilierten Paketen finden Sie in catalyst. Für weitere Informationen zu catalyst lesen Sie bitte die Catalyst FAQ.

Vorkompilierte Pakete Installieren

Auch wenn Gentoo keine anbietet, Sie können ein zentrales Repository anlegen, in dem Sie vorkompilierte Pakete ablegen. Wenn Sie dieses Repository nutzen möchten müssen Sie Portage mit der PORTAGE_BINHOST Variable den Ort des Repository bekannt machen. Wenn sich die Pakete zum Beispiel auf ftp://buildhost/gentoo befinden:

Befehlsauflistung 4.1: Setzen der PORTAGE_BINHOST Variable in /etc/portage/make.conf

PORTAGE_BINHOST="ftp://buildhost/gentoo"

Wenn Sie vorkompilierte Pakete installieren wollen fügen Sie --getbinpkg Option an das entsprechende emerge Kommando (welches ebenfalls --usepkg enthalten muss) an. Die erste Option weist Portage an ein Binärpaket herunterzuladen, die zweite zuerst zu versuchen ein Binärpaket zu installieren, bevor Sourcen heruntergeladen und kompiliert werden.

Um zum Beispiel gnumeric mit vorkompilierten Paketen zu installieren:

Befehlsauflistung 4.2: Installation des vorkompilierten gnumeric Pakets

# emerge --usepkg --getbinpkg gnumeric

Weitere Informationen zur Binärpaket Funktionalität von emerge finden Sie in der emerge Manpage:

Befehlsauflistung 4.3: Lesen der emerge Manpage

$ man emerge

3.e. Dateien abrufen

Paralleler Abruf

Wenn Sie eine Serie von Paketen mit emerge isntallieren kann Portage die Quelldateien für das nächste Paket in der Liste schon herunterladen, während es noch ein anderes Paket kompiliert, und dadurch die Kompilierzeit reduzieren. Um von dieser Fähigkeit Gebrauch zu machen, fügen Sie "parallel-fetch" zu Ihren FEATURES hinzu. Beachten Sie, dass diese mittlerweile standardmäßig aktiv ist und Sie sie nicht ausdrücklich aktivieren müssen.

Userfetch

Wenn Portage als root ausgeführt wird, erlaubt FEATURES="userfetch" Portage das Senken der root-Privilegien während es Paketquellen abruft. Dies verbessert die Sicherheit ein wenig.

3.f. Beziehen von validierten Portage-Tree-Snapshots

Als Administrator können Sie sich dafür entscheiden, Ihren lokalen Portage-Tree nur mit einem vom Gentoo Infrastruktur-Team veröffentlichten, kryptographisch validierten Snapshot des Portage-Trees zu aktualisieren. Das stellt sicher, dass kein böswilliger rsync-Mirror ungewollten Code oder ungewollte Pakete zu dem Tree hinzufügt, den Sie herunterladen.

Um Portage zu konfigurieren, erstellen Sie zunächst einen Trust-Store, in den Sie die Schlüssel der Gentoo-Infrastruktur, die für das Signieren des Portage-Trees verantwortlich sind, herunterladen und akzeptieren. Wenn Sie möchten, können Sie diesen GPG-Schlüssel mit den entsprechenden Richtlinien validieren (z.B. durch Überprüfen des Schlüssel-Fingerabdrucks). Sie finden die Liste der vom Release-Engineering-Team verwendetn GPG-Schlüssel auf ihrer Projektseite.

Befehlsauflistung 6.1: Erstellen eines Trust-Stores für Portage

# mkdir -p /etc/portage/gpg
# chmod 0700 /etc/portage/gpg
(... Ersetzen Sie die Schlüssel mit denen von der Release-Engineering-Seite ...)
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 0x239C75C4 0x96D8BF6D
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --edit-key 0x239C75C4 trust
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --edit-key 0x96D8BF6D trust

Bearbeiten Sie nun /etc/portage/make.conf und aktivieren Sie die Unterstützung für das Validieren der signierten Snapshots des Portage-Trees (durch Verwendung von FEATURES="webrsync-gpg") und schalten Sie das Aktualisieren des Portage-Trees mit der regulären emerge --sync Methode ab.

Befehlsauflistung 6.2: Aktualisieren von Portage für Validierung signierter Trees

FEATURES="webrsync-gpg"
PORTAGE_GPG_DIR="/etc/portage/gpg"
SYNC=""

Das wär's. Das nächste Mal, wenn Sie emerge-webrsync verwenden, werden nur die Snapshots mit einer gültigen Signatur auf Ihrem Dateisystem extrahiert.

4. Initskripte

4.a. Runlevel

Der Startvorgang

Wenn Sie Ihr System booten, werden Sie sehr viel Text auf dem Bildschirm vorbeifließen sehen. Genauer betrachtet, ist es immer derselbe Text nach einem Neustart. Diese Auflistung aller Aktionen beim Startvorgang wird Bootsequenz genannt und ist (mehr oder weniger) fest vorgeschrieben.

Zuerst lädt Ihr Bootloader das Kernel-Image, welches Sie in der Konfigurationsdatei Ihres Bootloaders angegeben haben, in den Arbeitsspeicher. Dann teilt er der CPU mit, den Kernel zu starten. Wenn dieser geladen ist und läuft, initialisiert er alle kernel-spezifischen Strukturen und Aufgaben. Dann wird der init Prozess gestartet.

Dieser Prozess stellt sicher, dass auch alle Dateisysteme (die in /etc/fstab angegeben wurden) gemounted und benutzt werden können. Dann führt er mehrere Skripte in /etc/init.d aus, welche die verschiedenen Dienste starten, die Sie für einen erfolgreichen Bootvorgang benötigen.

Schließlich, wenn alle Skripte ausgeführt wurden, aktiviert init die Terminals (in den meisten Fällen virtuelle Konsolen, die hinter Alt-F1, Alt-F2, etc. versteckt sind) mit einem speziellen Prozess namens getty. Dieser Prozess stellt dann sicher, dass Sie sich über diese Terminals mit dem Befehl login einloggen können.

Initskripte

init führt die Skripte in /etc/init.d aber nicht willkürlich aus. Nur die Skripte aus /etc/init.d, die es ausführen soll, werden auch ausgeführt. Welche das sind, steht in /etc/runlevels.

Zuerst werden alle Skripte aus /etc/init.d, die einen symbolischen Link in /etc/runlevels/boot besitzen, von init gestartet. Normalerweise geschieht dies in alphabetischer Reihenfolge, aber einige Skripte müssen zunächst Abhängigkeiten auflösen, so dass erst andere Skripte gestaret sein müssen, bevor es selbst ausgeführt werden kann.

Wenn alle Skripte aus /etc/runlevels/boot ausgeführt wurden, startet init diejenigen Skripte, die einen symbolischen Link in /etc/runlevels/default besitzen. Auch hier wird zunächst die alphabetische Reihenfolge beachtet, es sei denn, dass auch hier wieder Abhängigkeiten aufgelöst werden müssen, damit eine erfolgreiche Startsequenz gewährleistet ist.

Wie Init arbeitet

Natürlich entscheidet init das alles nicht alleine. Es benötigt eine Konfigurationsdatei, die enthält, welche Aktion ausgeführt werden soll. Diese Datei heißt /etc/inittab.

Wenn Sie sich an die Bootsequenz erinnern, die wir Ihnen eben erklärt hatten, werden Sie sich daran erinnern, dass die erste Aktion von init das Mounten aller Dateisysteme war. Dies ist in der folgenden Zeile aus /etc/inittab ersichtlich:

Befehlsauflistung 1.1: Zeile zur Systeminitialisierung in /etc/inittab

si::sysinit:/sbin/rc sysinit

Diese Zeile teilt init mit, dass es /sbin/rc sysinit ausführen muss, um das System zu initialisieren. Das /sbin/rc Skript stellt dann die Initialisierung sicher. Sie könnten nun sagen, dass init ja eigentlich nicht viel macht -- es delegiert die Aufgabe der Systeminitialisierung an einen anderen Prozess.

Dann führt init alle Skripte, die einen symbolischen Link in /etc/runlevels/boot haben aus. Dies wird in folgender Zeile ersichtlich:

Befehlsauflistung 1.2: Systeminitialisierung, Fortsetzung

rc::bootwait:/sbin/rc boot

Wieder übernimmt das rc Skript die notwendigen Aufgaben. Beachten Sie, dass die Option, die rc (boot) übergeben wird, denselben Namen besitzt, wie das verwendete Unterverzeichnis in /etc/runlevels.

Nun überprüft init seine Konfigurationsdatei, um zu sehen, welchen Runlevel es ausführen sollte. Um dies zu entscheiden, ließt es die folgende Zeile aus /etc/inittab:

Befehlsauflistung 1.3: Die initdefault Zeile

id:3:initdefault:

In diesem Fall (welchen die meisten Gentoo-User nutzen werden) ist die runlevel ID 3. Mit Hilfe dieser Information überprüft init, was alles zum Start von Runlevel 3 ausgeführt werden muss:

Befehlsauflistung 1.4: Runlevel Definitionen

l0:0:wait:/sbin/rc shutdown
l1:S1:wait:/sbin/rc single
l2:2:wait:/sbin/rc nonetwork
l3:3:wait:/sbin/rc default
l4:4:wait:/sbin/rc default
l5:5:wait:/sbin/rc default
l6:6:wait:/sbin/rc reboot

Die Zeilen, die den Level 3 definieren, werden wiederum vom rc Skript verwendet, um die Dienste (nun mit dem Argument default) zu starten. Beachten Sie auch hier, dass das Argument von rc wieder denselben Namen wie das verwendete Unterverzeichnis von /etc/runlevels hat.

Wenn rc fertig ist, entscheidet init, welche Konsole es aktivieren sollte und welche Befehle auf jeder Konsole benutzt werden müssen:

Befehlsauflistung 1.5: Die Definition der virtuellen Konsolen

c1:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty1 linux
c2:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty2 linux
c3:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty3 linux
c4:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty4 linux
c5:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty5 linux
c6:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty6 linux

Was ist ein Runlevel?

Sie haben gesehen, dass init ein Nummernschema benutzt, um zu entscheiden, welchen Runlevel es aktivieren soll. Ein Runlevel ist ein bestimmter Zustand, in dem sich Ihr System befindet und der eine Ansammlung von Skripten (Runlevel-Skripte oder Initskripte) besitzt, die beim Betreten oder Verlassen eines Runlevels ausgeführt werden müssen.

In Gentoo sind sieben Runlevel definiert: drei interne Runlevel und vier, die der Benutzer definieren kann. Die internen Runlevel sind sysinit, shutdown und reboot und machen genau das, was die Namen vermuten lassen: initialisieren das System, fahren es herunter und führen einen Reboot durch.

Die benutzerdefinierten Runlevel sind diejenigen, mit einem Unterverzeichnis in /etc/runlevels: boot, default, nonetwork und single. Der boot Runlevel startet alle notwendigen Dienste, die die anderen Runlevel benötigen. Die verbleibenden drei Runlevel unterscheiden sich in den Diensten, die sie starten: default wird genutzt, um die täglichen Operationen zu erledigen, nonetwork nur im Falle, das keine Netzwerkverbindung gebraucht wird und single, wenn das System repariert werden muss.

Mit den Initskripten arbeiten

Die Skripte, die den rc Prozess starten, werden Initskripte genannt. Jedes Skript in /etc/init.d kann mit den Argumenten start, stop, restart, pause, zap, status, ineed, iuse, needsme, usesme oder broken ausgeführt werden.

Um einen Dienst zu starten oder zu stoppen (und die davon abhängigen Dienste), sollte start, stop und restart benutzt werden:

Befehlsauflistung 1.6: Postfix starten

# /etc/init.d/postfix start

Notiz: Nur Dienste, die den gegebenen Dienst benötigen werden gestoppt oder neu gestartet. Alle anderen abhängigen Dienste (die den Dienst nutzen, aber nicht benötigen) werden nicht berührt.

Falls Sie einen Dienst stoppen wollen, aber nicht die davon abhängigen Dienste, können Sie das pause Argument nutzen:

Befehlsauflistung 1.7: Postfix stoppen, ohne die davon abhängigen Dienste zu berühren

# /etc/init.d/postfix pause

Falls Sie den Status eines Dienstes (started, stopped, paused, ...) sehen möchten, können Sie das status Argument nutzen:

Befehlsauflistung 1.8: Statusinformationen über Postfix

# /etc/init.d/postfix status

Falls die Statusinformation Ihnen mitteilt, dass der Dienst gestartet wurde, Sie aber wissen, dass dies nicht der Fall ist, können Sie die Statusinformation mit dem zap Argument zu "stopped" zurücksetzen:

Befehlsauflistung 1.9: Statusinformation von Postfix zurücksetzen

# /etc/init.d/postfix zap

Um auch nachzufragen, was von dem Dienst alles abhängt, können sie die Argumente iuse oder ineed nutzen. Mit ineed wird alles angezeigt, was zum ordnungsgemäßen Funktionieren des Dienstes nötig ist. iuse andererseits zeigt alle Dienste an, die von diesem Dienst benutzt werden können, aber nicht notwendig zur ordnungsgemäßen Funktion des Dienstes sind.

Befehlsauflistung 1.10: Anforderung einer Liste der notwendigen Dienste, von denen Postfix abhängt

# /etc/init.d/postfix ineed

Ähnlich ist die Vorgehensweise, wenn Sie nach allen Diensten fragen wollen, die einen bestimmten Dienst benötigen (needsme) oder ihn benutzen (usesme):

Befehlsauflistung 1.11: Anforderung einer Liste aller Dienste, die Postfix benötigen

# /etc/init.d/postfix needsme

Schließlich können Sie noch nachfragen, welche Abhängigkeiten der Dienst benötigt, die aber noch fehlen:

Befehlsauflistung 1.12: Anforderung einer Liste aller fehlenden Abhängigkeiten für Postfix

# /etc/init.d/postfix broken

4.b. Mit rc-update arbeiten

Was ist rc-update?

Das Init-System von Gentoo benutzt einen Abhängigkeitsbaum um zu entscheiden, welcher Dienst zuerst gestartet werden muss. Da dies eine ermüdende Aufgabe ist, die wir unseren Usern nicht unbedingt zumuten wollten "von Hand" auszuführen, haben wir einige Tools erstellt, die die Administration der Runlevel und Initskripte erleichtert.

Mit rc-update können Sie Initskripte zu einem Runlevel hinzufügen und wieder entfernen. Das rc-update Tool wird dann das depscan.sh Skript automatisch dazu veranlassen, den Abhängigkeitsbaum anzupassen.

Hinzufügen und Entfernen von Diensten

Sie haben bereits während der Installation von Gentoo Initskripte zum "default" Runlevel hinzugefügt. Zu diesem Zeitpunkt hatten Sie aber wahrscheinlich noch keine Ahnung, für was "default" steht, nun sollten Sie es aber wissen. Das rc-update Skript benötigt ein zweites Argument, welches eine "Aktion" definiert: add, del oder show.

Um ein Initskript hinzuzufügen oder zu entfernen, übergeben Sie rc-update einfach add oder del als Argument, gefolgt von dem Initskript und dem Runlevel. Zum Beispiel:

Befehlsauflistung 2.1: Entfernen von Postfix aus dem Runlevel default

# rc-update del postfix default

Der Befehl rc-update -v show wird Ihnen alle verfügbaren Initskripte und Runlevel, in denen diese ausgeführt werden, zeigen:

Befehlsauflistung 2.2: Informationen über Initskripte erhalten

# rc-update -v show

Sie können auch rc-update show ausführen (ohne -v) um nur die aktivierten Initskripte und ihre Runlevel anzuzeigen.

4.c. Dienste konfigurieren

Warum zusätzliche Konfigurationen?

Initskripte können recht komplex sein. Es ist daher nicht unbedingt von Vorteil, wenn User Initskripte direkt bearbeiten könnten, da es die Sache nur fehleranfälliger machen würde. Es ist aber auch wichtig, dass Konfigurationen gemacht werden können. Zum Beispiel, wenn Sie einem Dienst mehrere Optionen mitgeben wollten:

Ein zweiter Grund, diese Konfiguration außerhalb der Initskripte zu haben ist, ein Update eines Initskriptes durchführen zu können, ohne zu befürchten, die Konfigurationen dabei rückgängig zu machen.

Das /etc/conf.d Verzeichnis

Gentoo stellt einen einfachen Weg zur Konfiguration eines solchen Services zur Verfügung: Jedes Initskript, das konfiguriert werden kann, hat eine Datei in /etc/conf.d. Zum Beispiel hat das Apache2 Initskript (/etc/init.d/apache2 genannt) eine Konfigurationsdatei namens /etc/conf.d/apache2, die die Optionen enthalten kann, die Sie dem Apache 2 Server beim Start mitgeben wollen:

Befehlsauflistung 3.1: Variablen, definiert in /etc/conf.d/apache2

APACHE2_OPTS="-D PHP5"

Solch eine Konfigurationsdatei enthält nur Variablen (genau wie in /etc/portage/make.conf), was die Konfiguration eines Dienstes sehr vereinfacht. Es erlaubt uns auch, mehr Informationen (als Kommentare) über die Variablen zu geben.

4.d. Initskripte schreiben

Muss ich das?

Nein. Ein Initskript zu schreiben ist normalerweise nicht notwendig, da Gentoo fertige Initskripte für alle bereitgestellten Dienste liefert. Wie dem auch sei, haben Sie vielleicht einen Dienst, ohne Portage zu nutzen installiert. In diesem Fall müssen sie wahrscheinlich ein eigenes Initskript schreiben.

Benutzen Sie das von einem Dienst bereitgestellte Initskript nicht, es sei denn, es ist ausdrücklich für Gentoo geschrieben: Die Initskripte von Gentoo sind nicht mit den Initskripten anderer Distributionen kompatibel!

Layout

Das grundlegende Layout eines Initskriptes ist wie folgt beschrieben.

Befehlsauflistung 4.1: Grundlegendes Layout eines Initskriptes

#!/sbin/runscript

depend() {
  (Informationen zu Abhängigkeiten)
}

start() {
  (Befehle, notwendig zum Starten eines Dienstes)
}

stop() {
  (Befehle, notwendig zum Stoppen eines Dienstes)
}

Jedes Initskript muss eine start Funktion definieren. Alle anderen Abschnitte sind optional.

Abhängigkeiten

Es gibt zwei Abhängigkeits-artige Einstellungen, die Sie definieren können, die das Starten und die Reihenfolge der Init-Skripte beeinflussen: use und need. Von diesen abgesehen gibt es noch zwei Methoden, die die Reihenfolge beeinflussen: before und after. Diese letzten beiden sind keine eigentlichen Abhängigkeiten - durch sie schlägt das Init-Skript nicht fehl, falls das angegebene Init-Skript nicht zum Starten vorgesehen ist (oder es Probleme mit dem Starten gibt).

  • Die Angabe use informiert das Init-System, dass das Init-Skript Funktionalität des angegebenen Skripts nutzt, aber nicht direkt davon abhängt. Gute Beispiele sind use logger und use dns. Wenn diese Dienste verfügbar sind, können sie für einen guten Zweck verwendet werden, aber auch wenn Sie keinen Logger oder DNS-Server haben, wird der Dienst trotzdem funktionieren. Falls die angegebenen Dienste existieren, werden sie vor dem Skript, das sie benutzt, gestartet.
  • Die Angabe need ist eine harte Abhängigkeit. Sie bedeutet, dass das Skript, das ein anderes Skript benötigt, nicht startet, bevor das andere Skript erfolgreich gestartet hat. Ferner wird dieses Skript neu gestartet, wenn das andere Skript neu gestartet wird.
  • Wenn before genutzt wird, wird das Skript vor dem angegebenen Skript gestartet, falls das angegebene Teil des Init-Levels ist. Beispielsweise wird ein Init-Skript namens xdm, das before alsasound definiert, vor dem Skript alsasound starten, aber nur, wenn alsasound auch im gleichen Init-Level zum Starten vorgemerkt ist. Falls alsasound nicht zum Starten vorgemerkt ist, dann hat diese Einstellung keine Auswirkungen und xdm wird gestartet, wann auch immer das Init-System es für am sinnvollsten hält.
  • Genauso informiert after das Init-System darüber, dass das gegebene Skript nach dem angegebenen Skript gestartet werden soll, falls das angegebene Skript Teil des Init-Levels ist. Falls nicht, hat die Einstellung keine Auswirkungen und das Skript wird gestartet, wann auch immer das Init-System es für am sinnvollsten hält.

Aus diesen Erklärungen sollte hervorgehen, dass need die einzige "wahre" Abhängigkeitseinstellung ist, da sie bestimmt, ob das Skript gestartet wird oder nicht. Alle anderen sind lediglich Hinweise für das Init-System, in welcher Reihenfolge die Skripte gestartet werden können bzw. sollen.

Wenn Sie sich nun einige von Gentoos vielen Init-Skripten anschauen, werden Sie merken, dass einige Abhängigkeiten auf Dinge haben, die keine Init-Skripte sind. Diese "Dinge" nennen wir Virtuals.

Eine virtual Abhängigkeit stellt eine Abhängigkeit dar, die nicht nur von diesem Dienst zur Verfügung gestellt wird. Ihr Initskript kann von einem System-Protokollierdienst abhängen, aber es gibt ja bekanntlich mehrere davon (metalogd, syslog-ng, sysklogd, ...). Da Sie ja nicht jeden einzelnen von diesen brauchen (ein vernünftige System hat nicht jeden dieser Protokollierer installiert und gestartet), stellen wir sicher, dass all diese Dienste eine virtuelle Abhängigkeit bereitstellen.

Lassen Sie uns einen Blick auf die Abhängigkeitsinformationen des Postfix-Dienstes werfen.

Befehlsauflistung 4.2: Abhängigkeitsinformationen zu Postfix

depend() {
  need net
  use logger dns
  provide mta
}

Wie Sie sehen können, der Postfix-Dienst:

  • benötigt die (virtual) net Abhängigkeit (die z.B. von /etc/init.d/net.eth0 bereitgestellt wird)
  • nutzt die (virtual) logger Abhängigkeit (die z.B. von /etc/init.d/syslog-ng bereitgestellt wird)
  • nutzt die (virtual) dns Abhängigkeit (die z.B. von /etc/init.d/named bereitgestellt wird)
  • stellt die (virtual) mta Abhängigkeit (die allen Mail-Servern gemein ist) zur Verfügung

Reihenfolge kontrollieren

Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, können Sie dem Init-System sagen, in welcher Reihenfolge die Skripte gestartet (oder gestoppt) werden sollen. Diese Reihenfolge wird durch die Abhängigkeitsangaben use und need beeinflusst, aber auch durch die Reihenfolgenangaben before und after. Da wir diese Angaben bereits erklärt haben, schauen wir uns beispielhaft das Init-Skript des Dienstes Portmap an.

Befehlsauflistung 4.3: Die depend() Funktion im Portmap-Dienst

depend() {
  need net
  before inetd
  before xinetd
}

Sie können auch den "*" Ausdruck benutzen, um alle Dienste im selben Runlevel zu erwischen, obwohl das nicht sehr ratsam ist.

Befehlsauflistung 4.4: Ein Initskript als erstes in einem Runlevel starten

depend() {
  before *
}

Wenn Ihr Dienst auf lokale Festplatten schreiben muss, wird er wahrscheinlich localmount benötigen. Wenn er etwas in /var/run platziert, wie ein Pidfile, dann sollte er nach bootmisc gestartet werden.

Befehlsauflistung 4.5: Beispiel der depend() Funktion

depend() {
  need localmount
  after bootmisc
}

Standardfunktionen

Neben der depend() Funktionalität benötigen Sie vielleicht auch die start Funktion. Diese enthält alle Befehle, die zum Starten Ihres Dienstes notwendig sind. Es ist ratsam, die ebegin und eend Funktionen zu nutzen, um dem User mitzuteilen, was passiert:

Befehlsauflistung 4.6: Beispiel der start() Funktion

start() {
  if [ "${RC_CMD}" = "restart" ];
  then
    # Befehle, falls ein Restart mehr erfordert als stop, start
  fi

  ebegin "Starten meines Dienstes"
  start-stop-daemon --start --exec /pfad/zu/meinem_dienst \
   --pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile
  eend $?
}

Sowohl --exec als auch --pidfile sollten in den Start- und Stopp-Funktionen verwendet werden. Falls der der Dienst kein Pidfile erstellt sollten Sie, wenn möglich, --make-pidfile verwenden. Sie sollten dies aber testen um sicher zu sein. Verwenden Sie ansonsten kein Pidfile. Sie können zudem --quiet zu den start-stop-daemon Optionen hinzufügen; dies wird aber nicht empfohlen, solange der Dienst nicht extrem detailliert berichtet. Die Verwendung von --quiet kann die Fehlersuche behindern, wenn der Dienst nicht erfolgreich gestartet werden kann.

Eine weitere zu bemerkende Einstellung in obigem Beispiel ist das Prüfen des Inhalts der Variable RC_CMD. Im Gegensatz zum alten Init-System unterstützt das neuere System openrc keine Skript-spezifische Restart-Funktionalität. Stattdessen muss das Skript den Inhalt der Variable RC_CMD prüfen, um zu sehen, ob eine Funktion (sei es start() oder stop()) als Teil eines Restarts aufgerufen wird oder nicht.

Notiz: Stellen Sie sicher, dass --exec wirklich einen Dienst aufruft und nicht nur ein Shell-Skript, welches den Dienst startet und dann beendet. Das ist die Aufgabe des Initskripts.

Wenn Sie weitere Beispiele der start() Funktion benötigen, lesen Sie bitte den Quellcode der verfügbaren Initskripte in Ihrem /etc/init.d Verzeichnis.

Eine weitere Funktion, die Sie definieren können, ist stop(). Sie sind nicht verpflichtet, diese Funktion zu erstellen! Unser Init-System ist intelligent genug, diese selbst auszufüllen, sofern Sie den start-stop-daemon nutzen.

Hier ist ein Beispiel einer stop() Funktion:

Befehlsauflistung 4.7: Beispiel der stop() Funktion

stop() {
  ebegin "Stoppen meines Dienstes"
  start-stop-daemon --stop --exec /pfad/zu/meinem_dienst \
    --pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile
  eend $?
}

Wenn Ihr Dienst ein anderes Skript ausführt (zum Beipsiel Bash, Python oder Perl) und das Script später den Namen ändert (zum Beispiel von foo.py auf foo) werden Sie --name zum start-stop-daemon hinzufügen müssen. Sie müssen den Namen angeben, auf den Ihr Skript geändert wird. In diesem Beispiel startet ein Dienst foo.py, welches seinen Namen auf foo ändert:

Befehlsauflistung 4.8: Ein Dienst, der das Skript foo startet

start() {
  ebegin "Starten meines Skripts"
  start-stop-daemon --start --exec /pfad/zu/meinem_skript \
    --pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile --name foo
  eend $?
}

Für den start-stop-daemon existiert auch eine exzellente man-Seite, falls Sie weitere Informationen benötigen.

Befehlsauflistung 4.9: Aufrufen der man-Seite des start-stop-daemon

$ man start-stop-daemon

Die Syntax für Gentoos Initskripte basiert auf der POSIX-Shell; es steht Ihnen also frei, sh-kompatible Konstrukte innerhalb Ihrer Initskripte zu verwenden. Verwenden Sie keine anderen Konstrukte, z.B. bash-spezifische, um sicherzustellen, dass die Skripte auch dann noch funktionieren, wenn Gentoo Änderungen am Init-System vornimmt.

Eigene Optionen hinzufügen

Falls Sie wollen, dass Ihr Initskript mehr Optionen besitzt, als wir bisher aufgeführt haben, sollten Sie Ihre Option zur extra_commands Variable hinzufügen und eine Funktion mit demselben Namen wie die Option erstellen. Zum Beispiel, um eine Funktion namens restartdelay zu unterstützen:

Befehlsauflistung 4.10: Unterstützung der restartdelay Option

extra_commands="restartdelay"

restartdelay() {
  stop
  sleep 3    # Warte 3 Sekunden vor dem Neustart
  start
}

Wichtig: Die Funktion restart() kann in openrc nicht überschrieben werden!

Variablen zur Dienstkonfiguration

Sie müssen nichts machen, um eine Konfigurationsdatei in /etc/conf.d zu unterstützen: Wenn Ihr Initskript ausgeführt wird, wird folgendes automatisch zu Grunde gelegt (d.h. diese Variablen können benutzt werden):

  • /etc/conf.d/<Ihr Initskript>
  • /etc/conf.d/basic
  • /etc/rc.conf

Falls Ihr Initskript eine virtuelle Abhängigkeit (wie net) bereitstellt, wird dazu die Datei, die mit dieser Abhängigkeit in Verbindung gebracht wird (wie /etc/conf.d/net), auch zu Grunde gelegt.

4.e. Ändern des standardmäßigen Runlevel-Verhaltens

Wer kann hiervon profitieren?

Viele Laptop-Benutzer kennen die Situation: Daheim müssen Sie net.eth0 starten, wenn Sie unterwegs sind möchten sie net.eth0 nicht starten (weil grade kein Netzwerk verfügbar ist). Mit Gentoo können Sie das Runlevel Verhalten nach Ihren eigenen Vorstellungen anpassen.

Zum Beispiel können Sie ein zweites Runlevel "default" anlegen, dass Sie booten können mit anderen Initskripten die diesem Runlevel zugeordnet sind. Sie können während des Booten wählen, welches default Runlevel Sie benutzen möchten.

softlevel benutzen

Zunächst erstellen Sie das Runlevel Verzeichnis für Ihr zweites "default" Runlevel. Als Beispiel werden wir das offline Runlevel erstellen:

Befehlsauflistung 5.1: Erstellen eines Runlevel-Verzeichnisses

# mkdir /etc/runlevels/offline

Fügen Sie die notwendigen Initskripte in das neu erstelle Runlevel. Wenn Sie zum Bespiel eine exakte Kopie Ihres aktuellen default Runlevels anlegen möchten, lediglich ohne net.eth0:

Befehlsauflistung 5.2: Hinzufügen der notwendigen Initskripte

(Kopieren Sie alle Dienste vom default zum offline Runlevel)
# cd /etc/runlevels/default
# for service in *; do rc-update add $service offline; done
(Entfernen unerwünschter Dienste vom offline Runlevel)
# rc-update del net.eth0 offline
(Anzeigen aktivierter Dienste für das offline Runlevel)
# rc-update show offline
(Verkürzte Beispielsausgabe)
               acpid | offline
          domainname | offline
               local | offline
            net.eth0 |

Obwohl net.eth0 aus dem Runlevel offline entfernt wurde, könnte udev trotzdem versuchen jegliche Geräte, die es findet, zu starten und die passenden Dienste aufzurufen. Diese Funktionalität nennt sich Hotplugging. Standardmäßig verwendet Gentoo kein Hotplugging.

Falls Sie Hotplugging verwenden wollen, aber nur für eine ausgewählte Menge an Skripten, verwenden Sie die rc_hotplug Variable in /etc/rc.conf:

Befehlsauflistung 5.3: Deaktivierung der von Geräten gestarteten Dienste in /etc/rc.conf

# Hotplugging erlauben für net.wlan sowie alle anderen Dienste, die nicht auf net.* matchen

rc_hotplug="net.wlan !net.*"

Notiz: Für weitere Informationen zu Diensten, die von Geräten gestartet werden, schauen Sie sich bitte die Kommentare in /etc/rc.conf an.

Editieren Sie nun die Bootloader-Konfiguration und fügen einen neuen Eintrag für das Runlevel offline hinzu. Zum Beispiel in /boot/grub/grub.conf:

Befehlsauflistung 5.4: Einen zusätzlichen Eintrag für das Runlevel offline hinzufügen

title Gentoo Linux Offline Usage
  root (hd0,0)
  kernel (hd0,0)/kernel-2.4.25 root=/dev/hda3 softlevel=offline

Voilà, Sie sind soweit. Wenn Sie Ihr System booten und die neu hinzugefügte Option auswählen wird das System das Runlevel offline anstelle des Runlevels default starten.

Bootlevel benutzen

Die Nutzung von bootlevel ist komplett analog zu softlevel. Der einzige Unterschied ist, dass Sie hier ein zweites "boot" Runlevel anstelle eines zweiten "default" Runlevel definieren können.

5. Umgebungsvariablen

5.a. Umgebungsvariablen

Was sind Umgebungsvariablen?

Eine Umgebungsvariable ist ein Objekt mit vorgegebenem Namen, welches Informationen für eine oder mehrere Anwendungen bereitstellt. Viele Benutzer (speziell diejenigen, die neu in Linux sind) finden dies etwas seltsam oder schlecht handhabbar. Diese Annahme ist ein Fehler: Durch Verwendung von Umgebungsvariablen kann die Konfigurationseinstellung von einem oder mehreren Programmen sehr einfach geändert werden.

Wichtige Beispiele

Die folgende Tabelle enthält einige Variablen, die in einem Linux-System verwendet werden und beschreibt deren Bedeutung. Einige Beispiele werden im Anschluss an die Tabelle dargestellt.

Variable Beschreibung
PATH Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von Verzeichnissen, in denen Ihr System nach ausführbaren Dateien schaut. Wenn Sie den Namen einer ausführbaren Datei, wie zum Beispiel ls, rc-update oder emerge eingeben und sich diese Datei nicht in einem der Verzeichnisse dieser Liste befindet, wird sie nicht ausgeführt, es sei denn, Sie geben den vollständigen Pfad an (z.B. /bin/ls).
ROOTPATH Diese Variable hat die gleiche Funktion wie PATH, aber hier werden die Verzeichnisse aufgelistet, die durchsucht werden, wenn man als root einen Befehl eingibt.
LDPATH Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von Verzeichnissen, in denen Ihr dynamischer Linker nach System-Bibliotheken sucht.
MANPATH Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von Verzeichnissen, in denen der man Befehl nach der entsprechenden man-page sucht.
INFODIR Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von Verzeichnissen, in denen der info Befehl nach der entsprechenden info Seite sucht.
PAGER Diese Variable enthält den Pfad zu dem Standard-Programm, welches zur Anzeige von Dateiinhalten verwendet wird (z.B. less oder more).
EDITOR Diese Variable enthält den Pfad zu dem Standard-Programm, welches zur Bearbeitung von Dateien verwendet wird (z.B. nano oder vi).
KDEDIRS Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von Verzeichnissen, in denen KDE-spezifisches Material enthalten ist.
CONFIG_PROTECT Diese Variable enthält eine durch Leerzeichen getrennte Liste von Anwendungen, die bei Aktualisierungen durch Portage nicht angetastet werden.
CONFIG_PROTECT_MASK Diese Variable enthält eine durch Leerzeichen getrennte Liste von Anwendungen, die durch Aktualisierungen von Portage nicht geschützt sind.

Hier finden Sie eine Beispieldefinition der oben vorgestellten Variablen:

Befehlsauflistung 1.1: Beispielsdefinition

PATH="/bin:/usr/bin:/usr/local/bin:/opt/bin:/usr/games/bin"
ROOTPATH="/sbin:/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/usr/local/sbin:/usr/local/bin"
LDPATH="/lib:/usr/lib:/usr/local/lib:/usr/lib/gcc-lib/i686-pc-linux-gnu/3.2.3"
MANPATH="/usr/share/man:/usr/local/share/man"
INFODIR="/usr/share/info:/usr/local/share/info"
PAGER="/usr/bin/less"
EDITOR="/usr/bin/vim"
KDEDIRS="/usr"
CONFIG_PROTECT="/usr/X11R6/lib/X11/xkb /opt/tomcat/conf \
                /usr/kde/3.1/share/config /usr/share/texmf/tex/generic/config/ \
                /usr/share/texmf/tex/platex/config/ /usr/share/config"
CONFIG_PROTECT_MASK="/etc/gconf"

5.b. Variablen global definieren

Das /etc/env.d Verzeichnis

Um die einzelnen Definitionen der Variablen zentralisieren zu können, wurde in Gentoo das /etc/env.d Verzeichnis angelegt. Innerhalb dieses Verzeichnisses finden Sie einige Dateien, wie zum Beispiel 00basic, 05gcc, etc. welche die Variablen der einzelnen Applikationen enthalten.

In unserem Beispiel wird, wenn Sie gcc installieren, die Datei 05gcc von dem ebuild angelegt und enthält die Definition folgender Variablen:

Befehlsauflistung 2.1: /etc/env.d/05gcc

PATH="/usr/i686-pc-linux-gnu/gcc-bin/3.2"
ROOTPATH="/usr/i686-pc-linux-gnu/gcc-bin/3.2"
MANPATH="/usr/share/gcc-data/i686-pc-linux-gnu/3.2/man"
INFOPATH="/usr/share/gcc-data/i686-pc-linux-gnu/3.2/info"
CC="gcc"
CXX="g++"
LDPATH="/usr/lib/gcc-lib/i686-pc-linux-gnu/3.2.3"

In anderen Linux Distributionen werden solche Variablen in /etc/profile geändert oder hinzugefügt. Gentoo hingegen macht es so für Sie (und für Portage) deutlich einfacher die Umgebungsvariablen zu verwalten, ohne auf die vielen verschiedenen Dateien, welche Umgebungsvariablen enthalten können, eingehen zu müssen.

In unserem Fall wird, wenn ein Update von gcc durchgeführt wird, die Datei /etc/env.d/05gcc automatisch aktualisiert, ohne den Benutzer unnötig damit konfrontieren zu müssen.

Von dieser Methode profitiert nicht nur Portage sondern auch Sie als Benutzer. Gelegentlich werden Sie gefragt, ob Sie eine bestimmte Umgebungsvariable systemweit setzen wollen. Zum Beispiel bei der Variable http_proxy. Anstatt sich mit /etc/profile auseinander zu setzen müssen, legen Sie einfach eine entsprechende Datei (/etc/env.d/99local) an und tragen darin die gewünschten Definitionen ein:

Befehlsauflistung 2.2: /etc/env.d/99local

http_proxy="proxy.server.com:8080"

Indem Sie dieselbe Datei für alle Variablen verwenden, haben Sie einen schnellen Überblick über alle Variablen, die Sie selbst gesetzt haben.

Das env-update Skript

Einige Dateien in /etc/env.d definieren die Variable PATH. Dies ist kein Fehler: Wenn Sie env-update ausführen, wird es die ganzen zusätzlichen Definitionen anhängen, bevor es die Umgebungsvariablen aktualisert. Somit wird es den Benutzern (oder Entwicklern) sehr einfach gemacht, eigene Umgebungsvariablen hinzuzufügen, ohne sich mit den bestehenden Werten herumschlagen zu müssen.

Das env-update Skript wird diese Werte in alphabetischer Reihenfolge der /etc/env.d Dateien hinzufügen. Die Dateinamen müssen mit einer zweistelligen Dezimalzahl beginnen.

Befehlsauflistung 2.3: Update-Reihenfolge von env-update

         00basic        99kde-env       99local
     +-------------+----------------+-------------+
PATH="/bin:/usr/bin:/usr/kde/3.2/bin:/usr/local/bin"

Die Verkettung von Variablen geschieht nicht bei allen, sondern nur bei folgenden Variablen: ADA_INCLUDE_PATH, ADA_OBJECTS_PATH, CLASSPATH, KDEDIRS, PATH, LDPATH, MANPATH, INFODIR, INFOPATH, ROOTPATH, CONFIG_PROTECT, CONFIG_PROTECT_MASK, PRELINK_PATH, PRELINK_PATH_MASK, PKG_CONFIG_PATH und PYTHONPATH. Für alle anderen Variablen wird der zuletzt definierte Wert (in alphabetischer Reihenfolge der Dateien in /etc/env.d) verwendet.

Sie können dieser Liste weitere Variablen hinzufügen indem Sie den Variablennamen zu einer der Variablen COLON_SEPARATED und SPACE_SEPARATED (ebenfalls in einer env.d Datei) hinzufügen.

Wenn Sie env-update ausführen, wird das Skript alle Umgebungsvariablen erstellen und sie in /etc/profile.env ablegen (welches von /etc/profile verwendet wird). Zusätzlich wird es die Informationen aus der LDPATH Variable verwenden, um /etc/ld.so.conf anzulegen. Anschließend wird es ldconfig ausführen, um für den dynamischen Linker die Datei /etc/ld.so.cache neu zu erstellen.

Um sofort von den Änderungen in env-update profitieren zu können, ohne das System neu zu booten, müssen Sie nur folgenden Befehl ausführen. Den meisten Benutzern wird er noch von der Installationsanleitung her bekannt sein:

Befehlsauflistung 2.4: Umgebungsvariablen aktualisieren

# env-update && source /etc/profile

Notiz: Der obige Befehl aktualisiert nur die Variablen im aktuellen Terminal, in neuen Konsolen und in deren Nachfolgern. Daher müssen Sie, wenn Sie mit X11 arbeiten, entweder source /etc/profile in jedem neuen Terminal, dass Sie öffnen, eintippen oder X neustarten, damit alle Terminals per source die neuen Variablen erhalten. Wenn Sie einen Loginmanager verwenden, müssen Sie root werden und /etc/init.d/xdm restart eintippen. Wenn nicht, dann müssen Sie sich ausloggen und wieder einloggen damit X Nachfolger mit den neuen Variablenwerten erzeugt.

Wichtig: Sie können Shell-Variablen nicht verwenden, wenn Sie andere Variablen definieren. Das bedeutet, dass Dinge wie FOO="$BAR" (wo $BAR eine weitere Variable ist) nicht erlaubt sind.

5.c. Variablen lokal definieren

Benutzerspezifisch

Nicht immer wollen Sie eine Umgebungsvariable global definieren. Wenn Sie zum Beispiel /home/mein_benutzer/bin und das momentane Arbeitsverzeichnis (das Verzeichnis in dem Sie sich befinden) zu der PATH Variable hinzufügen wollen, es aber nicht allen anderen Benutzern ebenfalls in ihre PATH Variable schreiben wollen, dann sollten Sie die Variable in ~/.bashrc oder ~/.bash_profile lokal definieren:

Befehlsauflistung 3.1: Erweitern des PATH für lokale Verwendung in ~/.bashrc

(Ein Doppelpunkt gefolgt von keinem Verzeichnis wird als das momentane Arbeitsverzeichnis angesehen)
PATH="${PATH}:/home/my_user/bin:"

Wenn Sie sich nun erneut anmelden, werden Ihre PATH Variablen aktualisiert.

Sitzungsspezifisch

Mannchmal müssen die einzelnen Definitionen noch strikter gehandhabt werden. Wenn Sie zum Beispiel Binärdateien von einem temporär angelegtem Verzeichnis verwenden wollen, ohne den Pfad zu den entsprechenden Daten anzulegen, oder ~/.bashrc für diesen Verwendungszweck extra abändern zu müssen.

In diesem Fall können Sie PATH für Ihre aktuelle Sitzung mit dem export Befehl setzen. Diese Einstellungen bleiben Ihnen bis zum nächsten Logout erhalten.

Befehlsauflistung 3.2: Setzen einer sitzungsspezifischen Variable

# export PATH="${PATH}:/home/my_user/tmp/usr/bin"

C. Arbeiten mit Portage

1. Dateien und Verzeichnisse

1.a. Portage Dateien

Konfigurationsrichtlinien

Portage kommt mit einer Standardkonfiguration gespeichert in /etc/make.globals daher. Wenn Sie einen Blick auf die Datei werfen, werden Sie feststellen, dass sämtliche Portage Konfiguration durch Variablen durchgeführt wird. Welche Variablen Portage kennt und was diese bedeuten beschreiben wir später.

Da viele Konfigurationsanweisungen sich zwischen verschiedenen Architekturen unterscheiden hat Portage auch Standardkonfigurationsdateien welche Teile Ihres Profils sind. Durch den symbolischen Link /etc/portage/make.profile wird auf Ihr Profil verwiesen. Die Einstellungen von Portage werden durch die make.defaults Dateien Ihres Profils und aller übergeordneten Profile gesetzt. Wir erklären später mehr zu den Profilen und zum /etc/make.profile Verzeichnis.

Wenn Sie planen Änderungen an Konfigurationsvariablen vorzunehmen verändern Sie nicht /etc/make.globals oder make.defaults. Anstelle dessen benutzen Sie /etc/portage/make.conf, welche eine Vorrangstellung gegenüber den vorher genannten Dateien hat. Sie finden ebenfalls eine /usr/share/portage/config/make.conf.example. Wie der Name impliziert ist dies eine Beispieldatei, Portage greift nicht auf diese Datei zu.

Sie können eine Portage Konfigurationsvariable auch als Umgebungsvariable deklarieren, wir empfehlen dies jedoch nicht.

Profile spezifische Informationen

Wir sind bereits einem /etc/portage/make.profile Verzeichnis über den Weg gelaufen. Gut, dies ist nicht wirklich ein Verzeichnis, aber ein symbolischer Link zu einem Profil, standardmäßig eines innerhalb von von /usr/portage/profiles. Sie können Profile selbst erstellen und diese auch ablegen wo Sie mögen, Sie müssen lediglich den Symlink anpassen.

Ein Profile beinhaltet Architektur-spezifische Informationen für Portage, wie eine Liste aller Pakete die zum System gehören, eine Liste von Paketen die in diesem Profil nicht funktionieren (oder maskiert sind).

Benutzerspezifische Konfiguration

Wenn Sie das Verhalten von Portage bezüglich der Installation von Software beeinflussen wollen, führt kein Weg am Editieren von Dateien in /etc/portage vorbei. Es wird Ihnen wärmstens empfohlen die Dateien in /etc/portage zu benutzen und es ist wärmstens empfohlen das Verhalten von Portage nicht durch Umgebungsvariablen zu beeinflussen!

Innerhalb von /etc/portage können Sie die folgenden Dateien erstellen:

  • package.mask listet alle Pakete auf, die Sie niemals installieren wollen
  • package.unmask listet alle Pakete, die Sie installieren wollen, obwohl Gentoo Entwickler aus guten Gründen davon abraten
  • package.accept_keywords listet alle Pakete, die Sie installieren möchten, obwohl dieses Paket (noch) nicht für Ihre Architektur freigegeben wurde
  • package.use listet alle USE Flags, die Sie für ein bestimmtes Paket und nur für dieses eine Paket verwenden möchten

Dies müssen nicht Dateien sein, es können auch Verzeichnisse sein die eine Datei per Paket enthalten. Weitere Informationen über das /etc/portage Verzeichnis und eine vollständige Liste von möglichen Dateien, die Sie erstellen können finden Sie in der Portage Manpage:

Befehlsauflistung 1.1: Lesen der Portage Manpage

$ man portage

Ändern von Portage Datei- & Verzeichnisorten

Die zuvor erwähnten Konfigurationsdateien können nicht irgendwo anders abgelegt werden, Portage wird nach diesen Dateien immer an diesen genauen Stellen suchen. Portage benutzt jedoch zahlreiche weitere Orte für zahlreiche verschiedene Zwecke: Build-Verzeichnis, Quellcode Ablage, Portage Tree, ...

Alle diese Zwecke haben bekannte Standardorte, diese können jedoch nach Ihrem persönlichen Geschmack in /etc/portage/make.conf verändert werden. Der Rest dieses Kapitels erklärt Ihnen welche speziellen Orte Portage benutzt und wie Sie den Ort abändern können.

Dieses Dokument ist dennoch nicht als Referenz gedacht. Wenn Sie eine Datei suchen, die alles umfasst konsultieren Sie die make.conf Manpages:

Befehlsauflistung 1.2: Lesen der portage und make.conf Manpages

$ man portage
$ man make.conf

1.b. Ablegen von Dateien

Der Portage-Tree

Der Portage Tree befindet sich standardmäßig in /usr/portage. Dies wird durch die PORTDIR Variable definiert. Wenn Sie den Portage Tree irgendwo anders (durch Anpassen der PORTDIR Variable) ablegen, vergessen Sie nicht den /etc/portage/make.profile Symlink anzupassen.

Wenn Sie die PORTDIR Variable anpassen, möchten Sie vermutlich auch die folgenden Variablen (PKGDIR, DISTDIR, RPMDIR) anpassen, da diese den PORTDIR Wechsel nicht beachten.

Vorkompilierte Pakete

Auch wenn Portage vorkompilierte Binärpakete nicht per default nutzt gibt es eine hervorragende Unterstützung für diese. Wenn Sie Portage anweisen Binärpakete zu erstellen werden diese in /usr/portage/packages abgelegt. Dieser Ort wird durch die PKGDIR Variable definiert.

Quellcode

Quellcode von Anwendungen wird in /usr/portage/distfiles abgelegt. Dieser Ort wird durch die DISTDIR Variable festgeelgt.

Portage-Datenbank

Portage speichert den Stand Ihres Systems (welche Pakete installiert sind, welche Dateien zu welchem Paket gehören, ...) in /var/db/pkg. Editieren Sie diese Dateien nicht per Hand! Es könnte Portages Wissen über Ihr System verwüsten.

Portage-Cache

Der Portage-Cache (mit Modifikationszeitpunkt, virtuals, Informationen zum Abhängigkeitsbaum, ...) wird in /var/cache/edb gespeichert. Dieser Ort ist wirklich ein Cache: Sie können ihn ausleeren, wenn keine Portage-basierenden Anwendungen momentan laufen.

1.c. Software übersetzen

Temporäre Portage-Dateien

Portage lagert seine temporären Dateien in /var/tmp. Dies wird durch die PORTAGE_TMPDIR Variable deklariert.

Wenn Sie die Variable PORTAGE_TMPDIR ändern, möchten Sie vermutlich auch die folgenden Variablen ändern, da diese die Änderung an der PORTAGE_TMPDIR Variable nicht übernehmen: BUILD_PREFIX.

Build-Verzeichnis

Portage erstellt spezifische Build-Verzeichnisse für jedes Paket, das installiert wird, in /var/tmp/portage. Dieser Ort wird durch die Variable BUILD_PREFIX definiert.

Live-Dateisystem Ort

Standardmäßig installiert Portage alle Dateien in das aktuelle Dateisystem (/), Sie können dies jedoch durch setzen der ROOT-Umgebungsvariable ändern. Dies ist nützlich, wenn Sie neue Build-Images erstellen wollen.

1.d. Protokollierungsfunktionen

Protokollierung von Ebuilds

Portage kann für jedes Ebuild ein Protokolldatei anlegen, falls die Variable auf ein PORT_LOGDIR-Verzeichnis zeigt, in dem der Benutzer portage Schreibrechte hat. Standardmäßig ist diese Variable nicht gesetzt. Wenn Sie PORT_LOGDIR nicht setzen, werden Sie keine Erstellungsprotokolle mit dem aktuellen Protokollsystem erhalten, jedoch könnten Sie einige Nachrichten des neuen elog erhalten. Wenn Sie PORT_LOGDIR gesetzt haben und elog verwernden, werden Sie Erstellungsprotokolle und jegliche Protokolle, die von elog gespeichert werden (wie folgt erklärt), erhalten

Portage bietet eine fein abgestimmte Kontrolle über die Protokollierung durch die Verwendung von elog:

  • PORTAGE_ELOG_CLASSES: Hier legen Sie fest welche Art von Nachrichten protokolliert werden sollen. Sie können jegliche, durch Leerzeichen getrennte, Kombination von info, warn, error, log und qa verwenden.
    • info: Protokolliert "einfo" Meldungen, die von einem Ebuild ausgegeben werden.
    • warn: Protokolliert "ewarn" Meldungen, die von einem Ebuild ausgegeben werden.
    • error: Protokolliert "eerror" Meldungen, die von einem Ebuild ausgegeben werden.
    • log: Protokolliert die "elog" Meldungen, welche sich in einigen Ebuilds finden.
    • qa: Protokolliert "QA Notice" Meldungen, die von einem Ebuild ausgegeben werden.
  • PORTAGE_ELOG_SYSTEM: Dies wählt das/die Modul(e) um die Protokollmeldungen zu bearbeiten. Wenn es leer bleibt wird Protokollierung deaktiviert. Sie können jegliche, durch Leerzeichen getrennte, Kombination von save, custom, syslog, mail, save_summary und mail_summary verwenden. Sie müssen wenigstens ein Modul auswählen um elog zu verwenden.
    • save: Dies speichert ein Protokoll pro Paket in $PORT_LOGDIR/elog, oder /var/log/portage/elog, wenn $PORT_LOGDIR nicht gesetzt ist.
    • custom: Übergibt alle Nachrichten an einen, vom Benutzer in $PORTAGE_ELOG_COMMAND spezifizierten, Befehl. Dies wird später erläutert.
    • syslog: Sendet alle Nachrichten an den installierten System-Protokollierer.
    • mail: Übergibt alle Nachrichten an einen, vom Benutzer in $PORTAGE_ELOG_MAILURI spezifizierten, Mailserver. Dies wird später erläutert. Die Mail-Funktionen von elog benötigen >=portage-2.1.1.
    • save_summary: Ähnlich wie save, aber es vereint alle Nachrichten in $PORT_LOGDIR/elog/summary.log oder /var/log/portage/elog/summary.log, wenn $PORT_LOGDIR nicht gesetzt ist.
    • mail_summary: Ähnlich wie mail, sendet aber alle Nachrichten in einer einzigen Mail wenn emerge beendet.
  • PORTAGE_ELOG_COMMAND: Dies wird nur verwendet, wenn das Modul custom aktiviert ist. Hier geben Sie einen bestimmten Befehl an, der die Protokollmeldungen bearbeitet. Beachten Sie, dass Sie von zwei Variablen Gebrauch machen können: ${PACKAGE} ist der Paketname und die Version, während ${LOGFILE} der absolute Pfad zur Protokolldatei ist. Hier ist eine mögliche Anwendung:
    • PORTAGE_ELOG_COMMAND="/pfad/zum/protokollierer -p '\${PACKAGE}' -f '\${LOGFILE}'"
  • PORTAGE_ELOG_MAILURI: Dies enthält Einstellungen für das Modul mail, wie zum Beispiel Addresse, Benutzer, Passwort, Mailserver und Portnummer. Die Standardeinstellung ist "root@localhost localhost".
  • Hier ist ein Beispiel für einen SMTP-Server, der eine Authentifizierung basierend auf Benutzername und Passwort an einem bestimmten Port benötigt (der Standardport ist 25):
    • PORTAGE_ELOG_MAILURI="benutzer@eine.domain benutzername:passwort@smtp.eine.domain:995"
  • PORTAGE_ELOG_MAILFROM: Erlaubt es Ihnen die "Von" Adresse der Protokollmails zu setzen. Der Standard ist Portage, wenn nicht gesetzt.
  • PORTAGE_ELOG_MAILSUBJECT: Erlaubt es Ihnen eine Betreffzeile für die Protokollmails zu setzen. Beachten Sie, dass Sie zwei Variablen verwenden können: ${PACKAGE} wird den Namen des Pakets und die Version anzeigen, während ${HOST} der Fully Qualified Domain-Name des Hosts ist, auf dem Portage ausgeführt wird.
  • Hier ist eine mögliche Anwendung:
    • PORTAGE_ELOG_MAILSUBJECT="Paket \${PACKAGE} wurde auf \${HOST} mit mit emerge installiert und produzierte einige Meldungen

Wichtig: Wenn Sie enotice mit Portage-2.0.* verwendet haben, müssen Sie enotice komplett entfernen, da es nicht mit elog kompatibel ist.

2. Konfiguration durch Variablen

2.a. Konfiguration von Portage

Wie bereits erwähnt können Sie Portage durch zahlreiche Variablen, die Sie in /etc/portage/make.conf definieren, an Ihre persönlichen Bedürfnisse anpassen. Lesen Sie als weitere und vollständige Referenz die make.conf Manpage:

Befehlsauflistung 1.1: Lesen der make.conf Manpage

$ man make.conf

2.b. Build-spezifische Optionen

Configure und Compiler Optionen

Wenn Portage Anwendungen übersetzt wendet es die folgenden Variablen auf den Compiler, bzw. das Configure-Skript an:

  • CFLAGS & CXXFLAGS definieren die gewünschten Flags für C and C++ Kompilierung.
  • CHOST definiert die Build Host Information für das Configure-Skript der Anwendung
  • MAKEOPTS wird an das make Kommando weitergegeben und ist für gewöhnlich gesetzt, um die Menge der Parallelität während der Kompilierung zu bestimmen. Weitere Informationen zu Optionen von make finden Sie in der make Manpage.

Die USE Variable wird ebenfalls während der Configure- und Kompilierungsschritte benutzt, diese Variable wurde jedoch schon ausführlich in vorgehenden Kapitel behandelt.

Merge Optionen

Wenn Portage eine neuere Version einer bestimmten Anwendung installiert hat, wird es die nicht mehr benötigten Dateien der alten Version von Ihrem System entfernen. Portage gibt dem Benutzer eine 5 Sekunden lange Pause, bevor das Deinstallieren der alten Version begonnen wird. Diese 5 Sekunden sind in der CLEAN_DELAY Variable definiert.

Sie können emerge sagen, dass es bestimmte Optionen, jedes Mal wenn es ausgeführt wird, verwenden soll, indem Sie EMERGE_DEFAULT_OPTS setzen. Einige nützliche wären --ask, --verbose, --tree, usw.

2.c. Schutz von Konfigurationsdateien

Abgesicherte Pfade

Portage überschreibt Dateien einer alten Version bei der Installation einer neuen Version, sofern diese sich nicht in einem geschützten Verzeichnis befinden. Diese geschützten Verzeichnisse sind durch die CONFIG_PROTECT Variable definiert und sind im Normalfall Verzeichnisse, die Konfigurationsdateien enthalten. Es können getrennt durch ein Leerzeichen beliebig viele Pfade angegeben werden.

Eine Datei, die in ein solches geschütztes Verzeichnis geschrieben werden soll, wird umbenannt und der Anwender darüber informiert, dass eine neue Version einer (wahrscheinlich) Konfigurationsdatei vorliegt.

Die aktuellen CONFIG_PROTECT Einstellungen können Sie sich mittels emerge --info anzeigen lassen:

Befehlsauflistung 3.1: Anzeigen der CONFIG_PROTECT Einstellungen

$ emerge --info | grep 'CONFIG_PROTECT='

Weitere Informationen über den Schutz von Konfigurationsdateien sind im Abschnitt CONFIGURATION FILES der man Seite von emerge verfügbar:

Befehlsauflistung 3.2: Weitere Informationen über den Schutz von Konfigurationsdateien

$ man emerge

Verzeichnisse ausschließen

Um den Schutz von einzelnen Unterverzeichnissen aufzuheben können Sie die CONFIG_PROTECT_MASK Variable nutzen.

2.d. Download Optionen

Server Auswahl

Wenn angeforderte Informationen oder Daten auf Ihrem System nicht verfügbar sind versucht Portage diese aus dem Internet zu beziehen. Die Server für die verschiedenen Informationen und Daten werden durch die folgenden Variablen deklariert:

  • GENTOO_MIRRORS definiert eine Liste von Servern die Quellcode (Distfiles) enthalten
  • PORTAGE_BINHOST definiert einen bestimmten Server der vorkompilierte Pakete für Ihr System bereit hält

Eine dritte Konfiguration beinhaltet den Rsync Server, den Sie zum aktualisieren Ihres Portage Tree nutzen möchten:

  • SYNC definiert einen bestimmten Server von dem Sie den Portage Tree beziehen wollen

Die GENTOO_MIRRORS und SYNC Variablen können automatisch durch die mirrorselect Anwendung gesetzt werden. Dazu müssen Sie zunächst mirrorselect installieren. Für weitere Informationen schauen Sie in die Hilfe von mirrorselect:

Befehlsauflistung 4.1: Weitere Informationen über mirrorselect

# mirrorselect --help

Wenn Ihre Umgebung vorschreibt einen Proxy-Server zu nutzen können Sie die http_proxy, ftp_proxy und RSYNC_PROXY Variablen nutzen um einen Proxy-Server zu deklarieren.

Download Kommandos

Wenn Portage Quellcode beziehen muss wird standardmäßig wget benutzt. Sie können dies durch die FETCHCOMMAND Variable anpassen.

Portage kann halbfertige Downloads fortsetzen. Es benutzt standardmäßig wget, Sie können dies durch die RESUMECOMMAND Variable anpassen.

Stellen Sie sicher, dass Ihre FETCHCOMMAND und RESUMECOMMAND Variablen den Quellcode im richtigen Verzeichnis ablegen. Innerhalb der Variablen sollten Sie \${URI} und \${DISTDIR} benutzen, um die Quellcode URI und das Distfiles Verzeichnis anzugeben.

Sie können weiterhin mit FETCHCOMMAND_HTTP, FETCHCOMMAND_FTP, RESUMECOMMAND_HTTP, RESUMECOMMAND_FTP und so weiter protokollspezifische Handler erstellen.

Rsync-Einstellungen

Sie können den von Portage ausgeführten Rsync-Befehl zur Aktualisierung des Portage-Tree nicht ändern. Sie können jedoch einige Variablen, die in Verbindung zu diesem Rsync-Vorgang stehen, anpassen:

  • PORTAGE_RSYNC_OPTS setzt zahlreiche Standardvariablen, jede durch Leerzeichen getrennt, die während des Sync-Vorgangs verwendet werden. Diese sollten nicht geändert werden, wenn Sie nicht exakt wissen, was Sie tun. Beachten Sie bitte, dass bestimmte Optionen, die absolut zwingend benötigt werden, immer verwendet werden, auch wenn PORTAGE_RSYNC_OPTS leer ist.
  • PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS kann verwendet werden um zusätzliche Optionen für den Sync-Vorgang zu setzen. Alle Optionen sollten durch ein Leerzeichen getrennt sein.
    • --timeout=<zahl>: Dies definiert die Anzahl von Sekunden, welche die Verbindung idle sein kann, bevor rsync für die Verbindung einen Zeitüberlauf feststellt. Diese Variable hat den Standardwert 180. Modembenutzer und Personen mit langsamen Rechnern werden jedoch unter Umständen den Wert auf 300 oder höher setzen wollen.
    • --exclude-from=/etc/portage/rsync_excludes: Dies verweist auf eine Datei mit Liste von Paketen und/oder Kategorien, die rsync während des Aktualisierungsvorgangs ignorieren soll. In diesem Fall verweist es auf /etc/portage/rsync_excludes. Bitte lesen Einen Teil des Portage-Tree verwenden für die Syntax in dieser Datei.
    • --quiet: Reduziert die Ausgabe für den Bildschirm
    • --verbose: Gibt eine komplette Dateiliste aus
    • --progress: Gibt einen Fortschrittsbalken für jede Datei aus
  • PORTAGE_RSYNC_RETRIES definiert wie oft rsync versuchen soll mit einem Mirror zu verbinden, auf den in der SYNC-Variable verwiesen wird, bevor es aufgibt. Diese Variable hat den Standardwert 3.

Für weitere Informationen über diese und andere Optionen, lesen Sie bitte man rsync.

2.e. Gentoo Konfiguration

Zweigauswahl

Sie können den standardmäßigen Zweig mit der ACCEPT_KEYWORDS Variable auswählen. Per default wird der stabile Zeig Ihrer Architektur genutzt. Weitere Informationen zu Software Zweigen innerhalb von Gentoo entnehmen Sie dem nächsten Kapitel.

Portage Features

Sie können zahlreiche Portage Optionen durch die FEATURES Variable aktivieren. Die Portage Optionen wurden in vorhergehenden Kapiteln behandelt, wie z.B. in Portage Features.

2.f. Portage Verhalten

Ressourcenmanagement

Mit der PORTAGE_NICENESS Variable können Sie den Nice Wert anpassen, mit dem Portage ausgeführt wird. Der Wert der PORTAGE_NICENESS Variable wird zum aktuellen Nice Wert hinzugefügt.

Für weitere Informationen über Nice Werte schauen Sie in die nice Manpage:

Befehlsauflistung 6.1: Weitere Informationen über nice

$ man nice

Ausgabeverhalten

Mit der NOCOLOR Variable können Sie die Ausgabe von farbigen Meldungen durch Portage deaktivieren. Der Standardwert ist false.

3. Mischen von Software Zweigen

3.a. Einen Zweig benutzen

Der stabile Zweig

Die ACCEPT_KEYWORDS Variable definiert welchen Softwarezweig Sie auf Ihrem System benutzen wollen. Standardmäßig wird der stabile Zweig, also zum Beispiel x86, benutzt.

Wir empfehlen Ihnen nur den stabilen Zweig zu benutzen. Wenn jedoch Stabilität für Sie nicht sonderlich wichtig ist und Sie Gentoo mit dem Einbringen von Fehlermeldungen in http://bugs.gentoo.org Gentoo unterstützen möchten, lesen Sie weiter.

Der Test Zweig

Wenn Sie mehr aktuelle Software benutzen möchten macht es Sinn, über die Nutzung des Test Zweiges nachzudenken. Um diesen Testzweig zu nutzen fügen Sie ein ~ vor Ihrer Architektur ein.

Der Testzweig beinhaltet genau das was der Name verspricht - Tests. Wenn ein Paket sich in Test befindet, dann bedeutet es dass die Entwickler der Meinung sind, dass es funktionsfähig ist aber noch nicht ausgiebig getestet worden ist. Es könnte sehr gut sein, dass Sie die erste Person wären, welche einen Bug in einem bestimmten Paket entdeckt. In diesem Fall könnten Sie einen Bugreport erstellen und die Entwickler so davon in Kenntnis setzen.

Wappnen Sie sich aber dafür, dass Probleme mit der Stabilität auftreten, die Handhabung von Paketen nicht perfekt funktioniert (wie z.B. falsche/fehlende Abhängigkeiten) oder Pakete kaputt sind. Wenn Sie nicht wissen, wie Gentoo funktioniert und wie man solche Probleme löst, empfehlen wir Ihnen, dass Sie beim stabilen und getesteten Zweig bleiben.

Um zum Beispiel den Testzweig der x86 Architektur zu nutzen editieren Sie /etc/portage/make.conf wie folgt:

Befehlsauflistung 1.1: Setzen der ACCEPT_KEYWORDS Variable

ACCEPT_KEYWORDS="~x86"

Wenn Sie nun Ihr System aktualisieren wollen werden Sie feststellen, dass viele Pakete aktualisiert werden. Bedenken Sie jedoch: Wenn Sie einmal in den Testzweig gewechselt sind, gibt es für gewöhnlich keinen einfachen Weg zurück zum stabilen, offiziellen Zweig (außer mit Backups, natürlich).

3.b. Den stabilen mit dem Testzweig vermischen

Die Datei package.accept_keywords

Sie können Portage anweisen, bei bestimmten Paketen den Testzweig zu benutzen, für den Rest des Systems jedoch den stabilen Zweig. Um dies zu erreichen fügen Sie die Paketkategorie und den Paketnamen in /etc/portage/package.accept_keywords ein. Sie können auch ein Verzeichnis (mit demselben Namen) erstellen und das Paket in Dateien innerhalb dieses Verzeichnisses auflisten. Um zum Beispiel für gnumeric den Testzweig zu benutzen:

Befehlsauflistung 2.1: /etc/portage/package.accept_keywords Konfiguration für gnumeric

app-office/gnumeric

Testen von bestimmten Versionen

Wenn Sie eine bestimmte Version aus dem Testzweig nutzen wollen, aber nicht generell die Version aus dem Testzweig installieren möchten, können Sie dies ebenfalls in package.accept_keywords angeben. In diesem Fall müssen Sie den = Operator nutzen. Sie können dank der <=, <, > or >= Operatoren auch eine Reihe von Versionen eines Pakets freischalten.

In jedem Fall: Wenn Sie Versionsinformationen hinzufügen müssen Sie einen Operator angeben. Wenn Sie keine Versionsinformationen hinzufügen können Sie keinen Operator nutzen.

Im folgenden Beispiel geben wir gnumeric-1.2.13 frei:

Befehlsauflistung 2.2: Nutzen einer speziellen gnumeric Version

=app-office/gnumeric-1.2.13

3.c. Nutzung maskierter Pakete

Die Datei package.unmask

Wichtig: Die Gentoo-Entwickler unterstützen die Verwendung dieses Features nicht. Bitte gehen Sie mit entsprechender Vorsicht vor, wenn Sie dieses verwenden. Anfragen zu Support, welche in Verbindung mit package.unmask und/oder package.mask stehen, werden nicht beantwortet. Sie sind gewarnt worden.

Wenn ein Paket von Gentoo-Entwicklern maskiert wird und Sie dennoch (Sie werden sicherlich einen guten Grund haben) dieses Paket nutzen möchten (trotz der Gründe, die in package.mask (standardmäßig in /usr/portage/profiles) genannt sind), fügen Sie die gewünschte Version (normalerweise ist dies die exakt gleiche Zeile aus profiles) in der Datei /etc/portage/package.unmask (oder in einer Datei in dem Verzeichnis, wenn es ein Verzeichnis ist) ein.

Wenn zum Beispiel =net-mail/hotwayd-0.8 maskiert ist, können Sie es durch ein Hinzufügen der exakt gleichen Zeile zur package.unmask demaskieren:

Befehlsauflistung 3.1: /etc/portage/package.unmask

=net-mail/hotwayd-0.8

Notiz: Falls ein Eintrag in /usr/portage/profiles/package.mask einen Bereich an Paketversionen enthält, müssen Sie nur die Version(en) unmasken, die Sie wirklich verwenden wollen. Bitte lesen Sie den vorherigen Abschnitt, in dem erklärt wird, wie Versionen in der package.unmask spezifiziert werden.

Die Datei package.mask

Wenn Sie nicht wollen, dass Portage bestimmt Pakete oder bestimmt Versionen von Paketen installiert, bzw. grundsätzlich installieren kann, können Sie dieses Paket (oder die Version) durch das Hinzufügen einer entsprechenden Zeile zur /etc/portage/package.mask (entweder in der Datei oder in einer Datei in dem Verzeichnis) maskieren.

Wenn Sie zum Beispiel nicht wollen, dass Portage neuere Kernelquellen als gentoo-sources-2.6.8.1 installiert, fügen Sie die folgende Zeile zur package.mask hinzu:

Befehlsauflistung 3.2: /etc/portage/package.mask Beispiel

>sys-kernel/gentoo-sources-2.6.8.1

4. Zusätzliche Portage Tools

4.a. dispatch-conf

Das Programm dispatch-conf hilft Ihnen bei der Einbindung der ._cfg0000_<name> Dateien. Diese ._cfg0000_<name> Dateien werden von Portage angelegt, wenn eine Datei die innerhalb einem durch die CONFIG_PROTECT Variable abgedecktem Pfad überschrieben werden soll.

Mit dispatch-conf können Sie Aktualisierungen an Ihren Konfigurationsdateien einbringen und alle Änderungen nachvollziehen. dispatch-conf legt alle Änderungen zwischen Konfigurationsdateien als Patches oder in einem RCS Revisionssystem ab. Das bedeutet, dass wenn Sie einen Fehler begehen bei der Aktualisierung einer Konfigurationsdatei Sie zu jedem Zeitpunkt zur vorherigen Version Ihrer Konfigurationsdatei zurückkehren können.

Wenn Sie dispatch-conf verwenden können Sie Konfigurationsdateien so belassen wie sie sind, die neue Konfigurationsdatei verwenden, die aktuelle bearbeiten, oder die Änderungen interaktiv einpflegen. dispatch-conf hat zudem noch einige weitere hilfreiche Funktionen:

  • Automatisches mergen von Konfigurationsaktualisierungen, wenn Änderungen nur in kommentierten Bereichen stattgefunden haben
  • Automatisches mergen von Konfigurationsdateien, wenn die Änderungen nur in der Menge von Leerzeichen bestehen

Editieren Sie zuerst /etc/dispatch-conf.conf und erstellen Sie das Verzeichnis, welches in der Variable archive-dir genannt wird.

Befehlsauflistung 1.1: dispatch-conf ausführen

# dispatch-conf

Wenn Sie dispatch-conf ausführen werden Sie durch jede veränderte Konfigurationsdatei, eine nach der anderen, geführt. Drücken Sie u zur Aktualisierung (ersetzen) der aktuellen Konfigurationsdatei durch die neuere und um mit der nächsten Datei fortzufahren. Drücken Sie z um die neue Konfigurationsdatei zu löschen und um mit der nächsten Datei fortzufahren. Wenn alle Konfigurationsdateien abgearbeitet wurden wird dispatch-conf beendet. Sie können es auch jeder Zeit durch drücken von q beenden.

Ziehen Sie für weitere Informationen die Manpage von dispatch-conf zu Rate. Diese zeigt Ihnen wie man interaktiv aktuelle und neue Konfigurationsdateien einpflegt, neue Konfigurationsdateien editiert, die Unterschiede zwischen Dateien betrachtet, und mehr.

Befehlsauflistung 1.2: Lesen der dispatch-conf Manpage

$ man dispatch-conf

4.b. etc-update

Sie können auch etc-update benuzten um Konfigurationsdateien zusammenzuführen. Es ist nicht so einfach zu benuzten wie dispatch-conf, noch hat es alle seine Funktionen, bietet aber ein interaktiven Modus für die Zusammenführung und kann außerdem triviale Änderungen automatisch einbinden.

Jedoch, anders als bei dispatch-conf, wird etc-update alte Versionen Ihrer Konfigurationsdateien nicht erhalten. Sowie sie eine Datei aktualisieren ist die alte Version für immer verloren! Sein Sie also vorsichtig, die Benutzung von etc-update ist erheblich unsicherer als die Verwendung von dispatch-conf.

Befehlsauflistung 2.1: etc-update ausführen

# etc-update

Nach dem Mischen der einfachen Änderungen wird Ihnen eine Liste mit allen geschützten Dateien, die auf eine Aktualisierung warten, angezeigt. Zum Schluss wird Ihnen eine Liste mit den möglichen Optionen angezeigt:

Befehlsauflistung 2.2: etc-update Optionen

Please select a file to edit by entering the corresponding number.
              (-1 to exit) (-3 to auto merge all remaining files)
                           (-5 to auto-merge AND not use 'mv -i'):

Wenn Sie -1 eingeben wird etc-update beendet und es werden keine weiteren Änderungen durchgeführt. Wenn Sie -3 oder -5 eingeben werden alle gelisteten Konfigurationsdateien mit den neuen Versionen überschrieben. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie zunächst alle Konfigurationsdateien auswählen, die nicht automatisch aktualisiert werden sollen. Dies geschieht durch das Eingeben der Zahl links neben der Konfigurationsdatei.

Als Beispiel wählen wir /etc/pear.conf aus:

Befehlsauflistung 2.3: Aktualisieren einer spezifischen Konfigurationsdatei

Beginning of differences between /etc/pear.conf and /etc/._cfg0000_pear.conf
[...]
End of differences between /etc/pear.conf and /etc/._cfg0000_pear.conf
1) Replace original with update
2) Delete update, keeping original as is
3) Interactively merge original with update
4) Show differences again

Sie sehen nun die Änderungen zwischen diesen beiden Dateien. Wenn Sie glauben, dass die aktualisierte Datei ohne Probleme benutzt werden kann, so geben Sie 1 ein. Wenn Sie glauben, dass eine Aktualisierung der Konfigurationsdatei nicht notwendig ist geben Sie 2 ein. Wenn Sie die Konfigurationsdatei interaktiv aktualisieren wollen geben sie 3 ein.

Es gibt keine Grund das interaktive mergen (Zusammenführen) hier näher auszuführen. Um eine gewisse Vollständigkeit zu gewährleisten listen wir hier alle möglichen Kommandos, die während des mergen der beiden Konfigurationsdateien benutzt werden können. Ihnen werden zwei Zeilen (eine originale, eine vorgeschlagene neue) angezeigt sowie ein Prompt an welchem Sie eines der folgenden Kommandos eingeben können:

Befehlsauflistung 2.4: Verfügbare Kommandos bei interaktivem mergen

ed:     Edit then use both versions, each decorated with a header.
eb:     Edit then use both versions.
el:     Edit then use the left version.
er:     Edit then use the right version.
e:      Edit a new version.
l:      Use the left version.
r:      Use the right version.
s:      Silently include common lines.
v:      Verbosely include common lines.
q:      Quit.

Wenn Sie das Aktualisieren der wichtigen Konfigurationsdateien abgeschlossen haben können Sie nun die restlichen Dateien automatisch überschreiben. etc-update wird beendet, wenn es keine aktualisierbaren Konfigurationsdateien mehr findet.

4.c. quickpkg

Mit quickpkg können Sie Archive von bereits installierten Paketen erstellen. Diese Archive können genauso wie vorkompilierte Pakete (GRP) verwender werden. Die Nutzung von quickpkg ist recht simpel: Fügen Sie einfach den Namen des Pakets an das Kommando an:

Um beispielsweise Archive für curl, orage und procps zu erstellen:

Befehlsauflistung 3.1: quickpkg Nutzung

# quickpkg curl orage procps

Die vorkompilierten Pakete werden in $PKGDIR (standardmäßig /usr/portage/packages/) abgelegt. Diese Pakete werden in $PKGDIR/<category> abgelegt.

5. Abweichen vom Offiziellen Tree

5.a. Nur einen Teil des Portage Tree nutzen

Pakete/Kategorien ausschließen

Sie können eine Auswahl von Kategorien/Paketen aktualisieren und andere Kategorien/Pakete ignorieren. Wir erreichen dies durch das Ausschließen von bestimmten Kategorien/Paketen während des emerge --sync Vorgangs mittels rysnc.

Sie müssen den Namen der Datei, welche die Ausschlussmuster enthält, in der PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS Variable in Ihrer /etc/portage/make.conf spezifizieren.

Befehlsauflistung 1.1: Spezifizieren der Exclude-Datei in /etc/portage/make.conf

PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS="--exclude-from=/etc/portage/rsync_excludes"

Befehlsauflistung 1.2: Ausschluss aller Spiele in /etc/portage/rsync_excludes

games-*/*

Beachten Sie, dass dies zu Abhängigkeitsproblemen führen kann, wenn ein gewünschtes Paket von einem neuen, aber ausgeschlossenem Paket abhängt.

5.b. Inoffizielle Ebuilds hinzufügen

Definieren eines Portage Overlay Verzeichnis

Sie können Portage mitteilen, auch nicht offizielle Ebuilds zu nutzen, welche nicht durch den Portage Tree verfügbar sind. Erstellen Sie ein neues Verzeichnis (zum Beispiel /usr/local/portage), in welchem Sie Ebuilds von anderen Anbietern ablegen können. Benutzen Sie die gleich Struktur wie im offiziellen Portage Tree!

Definieren Sie nun die PORTDIR_OVERLAY Variable in /etc/portage/make.conf und lassen Sie sie auf das zuvor definierte Verzeichnis zeigen. Wenn Sie nun Portage benutzen wird es diese Ebuilds mit einbeziehen und diese beim nächsten emerge --sync nicht löschen/überschreiben.

Mit mehreren Overlays arbeiten

Für die Poweruser, welche mit verschiedenen Overlays entwickeln, Pakete testen bevor sie in den Portage-Baum übernommen werden oder einfach inoffizielle Ebuilds von unterschiedlichen Quellen verwenden wollen, bietet das Paket app-portage/layman Ihnen layman an. Es ist ein Tool, das Ihnen hilft, die Overlay-Repositories aktuell zu halten.

Installieren und konfigurieren Sie zuerst layman wie im Overlays Users' Guide erklärt und fügen Sie Ihre gewünschten Repositories mit layman -a <overlay-name> hinzu.

Nehmen wir an, dass Sie zwei Repositories, genannt java (für die Java-Ebuilds, die momentan in Arbeit sind) und entapps (für die Anwendungen, die firmenintern für Ihren Betrieb entwickelt werden), haben. Diese Repositories können mit folgendem Befehl aktualisiert werden:

Befehlsauflistung 2.1: layman verwenden um alle Repositories zu aktualisieren

# layman -S

Für weitere Informationen zum Arbeiten mit Overlays, lesen Sie bitte man layman und den layman/overlay Benutzerleitfaden.

5.c. Software ohne Portage installieren

Nutzung von Portage mit selbst installierter Software

In einigen Fällen wollen Sie die Konfiguration, Installation und Betreuung von Software selbst vornehmen, ohne das Portage unterstützend eingreift; auch wenn Portage die in Frage kommenden Pakete ebenfalls installieren könnte. Bekannte Gründe können Kernelquellen oder Nvidia Treiber sein. Sie können Portage so konfigurieren, dass es weiß, dass bestimmte Pakete manuell auf Ihrem System installiert sind. Dieser Schritt wird als Injecting bezeichnet und wird durch die Datei /etc/portage/profile/package.provided durchgeführt. Portage wird die dort aufgelisteten Pakete nicht installieren.

Wenn Sie zum Beispiel Portage informieren wollen, dass Sie gentoo-sources-2.6.11.6 manuell installiert haben, fügen Sie die folgende Zeile in /etc/portage/profile/package.provided hinzu:

Befehlsauflistung 3.1: Beispiel für package.provided

sys-kernel/gentoo-sources-2.6.11.6

D. Gentoo Netzwerk Konfiguration

1. Der Beginn

1.a. Einführung

Notiz: Diese Anleitung geht davon aus, das Sie ihren Kernel richtig konfiguriert haben, die Module für ihre Hardware eingebunden haben und Ihnen die Namen der Schnittstellen bekannt sind. Des Weiteren nehmen wir an, das sie die Schnittstelle eth0 konfigurieren, es könnte gleichwohl aber auch eth1, wlan0 etc. sein.

Um mit der Konfiguration Ihrer Netzwerkkarte zu beginnen, müssen Sie Gentoos RC-System über diese informieren. Das machen Sie, indem Sie einen symbolischen Link von net.lo zu net.eth0 in /etc/init.d erstellen.

Befehlsauflistung 1.1: Einen symlink von net.eth0 zu net.lo einrichten

# cd /etc/init.d
# ln -s net.lo net.eth0

Das RC-System von Gentoo kennt nun die Schnittstelle. Es muss aber auch wissen, wie die neue Schnittstelle konfiguriert werden soll. Alle Netzwerkschnittstellen werden in /etc/conf.d/net konfiguriert. Es folgt eine Beispielkonfiguration für DHCP und statische Adressen.

Befehlsauflistung 1.2: Beispiele für /etc/conf.d/net

# Für DHCP
config_eth0="dhcp"

# Für statische IP-Adresse mit CIDR Notation
config_eth0="192.168.0.7/24"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
dns_servers_eth0="192.168.0.1 8.8.8.8"

# Für statische IP-Adresse mit netmask Notation
config_eth0="192.168.0.7 netmask 255.255.255.0"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
dns_servers_eth0="192.168.0.1 8.8.8.8"

Notiz: Wenn Sie keine Konfiguration für ihr Interface angeben, wird DHCP benutzt.

Notiz: CIDR steht für Classless InterDomain Routing. Ursprünglich wurden IPv4-Adressen in Klassen A, B und C unterteilt. Diese frühe Einteilung wurde der großen Popularität des Internets nicht gerecht und es bestand Gefahr, das der Vorrat an einzigartigen Adressen ausgeschöpft würde. CIDR ist ein Adressierungsschema, das die Zuordnung von mehreren IP-Adressen zu einer erlaubt. Eine CIDR IP-Adresse sieht aus wie eine normale IP-Adresse, mit dem Unterschied, das sie mit einem Schrägstrich endet gefolgt von einer Zahl, beispielsweise 192.168.0.0/16. Weitere Informationen zu CIDR gibt es im RFC 1519.

Nachdem wir die Schnittstelle konfiguriert haben, können wir sie mit untenstehenden Befehlen starten und stoppen:

Befehlsauflistung 1.3: Starten and Stoppen von Netzwerkskripten

# /etc/init.d/net.eth0 start
# /etc/init.d/net.eth0 stop

Wichtig: Um Fehlern bei der Konfiguration des Netzwerks auf die Schliche zu kommen, werfen Sie einen Blick in /var/log/rc.log. Sofern Sie nicht rc_logger="NO" in /etc/rc.conf gesetzt haben, werden dort Informationen zur Boot-Aktivität abgelegt.

Haben Sie ihre Netzwerkschnittstelle erst einmal erfolgreich gestartet und wieder angehalten, möchten Sie vielleicht einen automatischen Start beim Booten von Gentoo. Das erreichen Sie durch untenstehende Kommandos. Der letzte "rc" Befehl weist Gentoo an, all jene Skripte zu starten, die im derzeitigen Runlevel noch nicht gestartet wurden.

Befehlsauflistung 1.4: Konfiguration der Netzwerkschnittstelle zum automatischen Start während des Bootvorgangs

# rc-update add net.eth0 default
# rc

2. Fortgeschrittene Konfiguration

2.a. Erweiterte Konfiguration

Das Herz der Konfiguration der Schnittstellen ist die Variable config_eth0. Es ist eine hochsprachliche Anweisungsliste zur Konfiguration der Schnittstelle (in diesem Fall eth0). Die Anweisungen in der Liste werden der Reihe nach abgearbeitet. Wenn mindestens eine Anweisung korrekt ausgeführt wird, wird von einer erfolgreichen Konfiguration der Schnittstelle ausgegangen.

Hier ist eine Liste der eingebauten Anweisungen.

Anweisung Beschreibung
null Nichts machen
noop Wenn die Schnittstelle aktiviert ist und eine Adresse vorhanden ist, beende die Konfiguration erfolgreich.
eine IPv4 oder IPv6 Adresse Die angegebene Adresse zur Schnittstelle hinzufügen
dhcp, adsl or apipa (oder ein spezielles Kommando von einem externen Modul) Das Modul ausführen, das das Kommando bereitstellt. Beispielsweise ruft dhcp ein Modul auf, das DHCP bereitstellt - das kann entweder dhcpcd, dhclient oder pump sein.

Schlägt eine Anweisung fehl, können sie eine andere Anweisung als Ausweichlösung angeben. Dieses muss der Konfigurationsstruktur genau folgen.

Sie können die verschiedenen Anweisungen aneinanderhängen. Es folgen einige Beispiele aus der Praxis.

Befehlsauflistung 1.1: Konfigurationsbeispiel

# Drei IPv4 Adressen hinzufügen
config_eth0="192.168.0.2/24
192.168.0.3/24
192.168.0.4/24"

# Eine IPv4 und zwei IPv6 Adressen hinzufügen
config_eth0="192.168.0.2/24
4321:0:1:2:3:4:567:89ab
4321:0:1:2:3:4:567:89ac"

# Die vom Kernel zugewiesene Adresse so lange behalten wie die Schnittstelle
# aktiviert ist. Danach wird eine neue per DHCP zugewiesen.
# Schlägt DHCP fehl, füge eine statische IP Adresse per APIPA hinzu.
config_eth0="noop
dhcp"

fallback_eth0="null
apipa"

Notiz: Wenn Sie das ifconfig Modul benutzen und mehr als eine Adresse hinzufügen, wird für jede neue Adresse ein Alias erstellt. Mit obigem Beispiel erhalten Sie zum Beispiel die Schnittstellen eth0, eth0:1 und eth0:2. Sie können damit nichts weiter anfangen, da der Kernel und andere Programme eth0:1 und eth0:2 einfach als eth0 behandeln werden.

Wichtig: Die Reihenfolge in den Anweisungen der Ausweichlösung ist wichtig! Würden wir nicht die null Option hinzufügen, würde apipa nur ausgeführt, wenn noop fehlschlagen würde.

Notiz: APIPA und DHCP werden später im Detail behandelt.

2.b. Netzwerk-Abhängigkeiten

Initskripte in /etc/init.d können von einer speziellen Netzwerkschnittstelle abhängen oder einfach von net. Alle Netzwerkschnittstellen in Gentoos Init-System stellen net bereit.

Falls in /etc/rc.conf rc_depend_strict="YES" gesetzt ist, müssen alle Netzwerkschnittstellen, die net bereitstellen, aktiv sein, bevor eine Abhängigkeit auf "net" als gegeben angenommen wird. In anderen Worten, falls Sie ein net.eth0 und net.eth1 sowie ein Init-Skript haben, das von "net" abhängt, müssen beide Schnittstellen aktiviert sein.

Andernfalls, wenn Sie rc_depend_strict="NO" gesetzt haben, dann wird die "net"-Abhängigkeit als gegeben angenommen, sobald mindestens eine Netzwerkschnittstelle aktiv ist.

Was aber, wenn net.br0 von net.eth0 und net.eth1 abhängt? net.eth1 könnte eine drahtlose oder Wählverbindung sein, die vor dem Hinzufügen zur Bridge konfiguriert werden muss. Das kann nicht in /etc/init.d/net.br0 erfolgen, da es sich um einen symbolischen Link auf net.lo handelt.

Die Antwort darauf lautet, dass Sie eine rc_need_ Einstellung in /etc/conf.d/net definieren.

Befehlsauflistung 2.1: net.br0 Abhängigkeit in /etc/conf.d/net

rc_need_br0="net.eth0 net.eth1"

Das allein reicht aber nicht aus. Gentoos Init-Skripte verwenden eine virtuelle Abhängigkeit namens net, die dem System mitteilt, wann Netzwerkfunktionalität vorhanden ist. In obigem Beispiel sollte die Netzwerkfunktionalität aber offensichtlich erst als vorhanden gesehen werden, wenn net.br0 gestartet wurde, nicht wenn die anderen gestartet wurden. Wir müssen dies ebenfalls in /etc/conf.d/net angeben:

Befehlsauflistung 2.2: Aktualisieren der virtuellen Abhängigkeiten und Voraussetzungen für Netzwerkfunktionalität

rc_net_lo_provide="!net"
rc_net_eth0_provide="!net"
rc_net_eth1_provide="!net"

Weitere Details zu Abhängigkeiten gibt es im Kapitel Schreiben von Initskripten des Gentoo Handbuchs. Weitere Informationen zur /etc/rc.conf finden Sie als Kommentare innerhalb der Datei.

2.c. Variablennamen und ihre Werte

Variablennamen sind dynamisch. Normalerweise gehorchen sie der Struktur variable_${interface|mac|essid|apmac}. Zum Beispiel verwaltet die Variable dhcpcd_eth0 die Werte für dhcpcd Optionen für eth0 und dhcpcd_essid verwaltet die Werte der dhcpcd Optionen, wann immer sich eine Schnittstelle zur ESSID "essid" verbindet.

Nichtsdestotrotz gibt es keine harte Regel, die angibt, das Schnittstellen dem Schema ethx folgen müssen. In der Tat besitzen viele drahtlose Schnittstellen die Namen wlanx, rax oder auch ethx. Einige benutzerdefinierte Schnittstellen wie Bridges können frei wählbare Namen gegeben werden, etwa foo. Um das ganze noch etwas interessanter zu gestalten, können drahtlose Zugangspunkte Namen mit nicht alphanumerischen Zeichen haben - das ist wichtig, da Netzwerkparameter per ESSID eingestellt werden können.

Der Nachteil dessen ist aber, das dadurch Konflikte auftreten, denn Gentoo benutzt bash Variablen - die dürfen allerdings nur englische alphanumerische Zeichen enthalten. Um diese Beschränkung zu umgehen, ersetzen wir alle Zeichen, die keine englischen alphanumerischen Zeichen sind, durch ein _ Zeichen.

Ein weiterer Nachteil der bash ist der Variableninhalt - einige Zeichen müssen escaped (durch umgekehrten Schrägstrich geschützt) werden. Dazu setzt man ein \ Zeichen vor das Zeichen, das escaped werden muss. Die folgende Liste von Zeichen muss auf diese Weise escaped werden: ", ' und \.

In diesem Beispiel benutzen wir eine drahtlose ESSID, da diese den größten Bereich an Zeichen zulässt. Gehen wir davon aus, dass wir die ESSID My "\ NET verwenden:

Befehlsauflistung 3.1: Beispiel für Variablennamen

(Dies funktioniert, aber die Domäne ist ungültig)
dns_domain_My____NET="My \"\\ NET"

(Obige Anweisung setzt die DNS-Domain auf My "\ NET, wenn eine drahtlose
Netzwerkkarte sich mit dem Zugangspunkt mit der ESSID My "\ NET verbindet.)

3. Modulare Vernetzung

3.a. Netzwerkmodule

Wir unterstützen nun auch modulare Netzwerk-Skripte, sodass wir leicht Unterstützung für neue Schnittstellen-Typen und Konfigurations-Module hinzufügen können, während die Kompatibilität mit bereits vorhandenen erhalten bleibt.

Module werden standardmäßig geladen, wenn das Paket, das sie benötigen, installiert ist. Wenn Sie hier ein Modul angeben, dessen Paket nicht installiert ist, erhalten Sie eine Fehler, der Ihnen mitteilt, welche Pakete installiert werden müssen. Im besten Fall verwenden Sie nur die Modul-Einstellungen, wenn Sie zwei oder mehr Pakete installiert haben, die den gleichen Dienst zur Verfügung stellen, und geben so einem Paket den Vorzug.

Notiz: Alle besprochenen Einstellungen werden in /etc/conf.d/net gespeichert, sofern nicht anders angegeben.

Befehlsauflistung 1.1: Modul-Präferenz

# Ziehen Sie ifconfig dem Modul iproute2 vor
modules="ifconfig"

# Sie können auch andere Module als Schnittstelle angeben
# Im folgenden Fall bevorzugen wir pump vor dhcpcd
modules_eth0="pump"

# Sie können auch angeben, welche Module nicht verwendet werden sollen
#- beispielsweise könnten Sie supplicant oder linux-wlan-ng verwenden um
#die Drahtlos-Konfiguration zu steuern, möchten aber die Netzwerk-Einstellungen
#trotzdem per verbundener ESSID konfigurieren.
modules="!iwconfig"

3.b. Schnittstellen-Handler

Wir liefern aktuell zwei Schnittstellen: ifconfig und iproute2. Sie benötigen eine von diesen, um irgendeine Netzwerk-Konfiguration machen zu können.

ifconfig ist standardmäßig installiert (das Paket net-tools ist Bestandteil des Systemprofils). iproute2 ist mächtiger und flexibler, aber nicht standardmäßig enthalten.

Befehlsauflistung 2.1: Installation von iproute2

# emerge sys-apps/iproute2

# Um ifconfig vor iproute2 den Vorzug zu geben, falls beide installiert sind, da openrc
# ansonsten iproute2 bevorzugt
modules="ifconfig"

Da ifonfig und iproute2 beide sehr ähnlich funktionieren, erlauben wir eine Zusammenarbeit beider Basis-Konfigurationen. Zum Beispiel funktionieren die folgenden beiden Code-Abschnitte unabhängig vom verwendeten Modul.

Befehlsauflistung 2.2: Beispiele für ifconfig und iproute2

config_eth0="192.168.0.2/24"
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0"

# Wir können auch Broadcast angeben
config_eth0="192.168.0.2/24 brd 192.168.0.255"
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.0.255"

3.c. DHCP

DHCP ist eine Möglichkeit, Netzwerk-Informationen (IP-Adresse, DNS-Server, Gateways, etc.) von einem DHCP-Server zu erhalten. Wenn es in Ihrem Netzwerk einen DHCP-Server gibt, bedeutet dies, dass die Clients nur DHCP verwenden müssen und der DHCP-Server für das richtige Setup sorgt. Natürlich müssen Sie andere Dinge, wie Drahtlosnetzwerke, PPP, und so weiter, wenn nötig, selbst konfigurieren, bevor Sie DHCP verwenden können.

DHCP kann durch dhclient, dhcpcd oder pump zur Verfügung gestellt werden. Jedes DHCP-Modul hat seine Vor- und Nachteile - hier ein kurzer Überblick.

DHCP-Modul Paket Vorteile Nachteile
dhclient net-misc/dhcp Kommt von ISC, die gleichen Leute, aus deren Feder die BIND DNS-Software stammt. In hohem Maße konfigurierbar. Die Konfiguration ist allzu komplex, die Software ist ziemlich überladen, kann keine NTP-Server über DHCP erhalten, sendet standardmäßig den Hostnamen nicht.
dhcpcd net-misc/dhcpcd Seit langem der Standard unter Gentoo, keine Abhängigkeiten zu anderen Tools und wird aktiv von Gentoo weiterentwickelt. Kann manchmal etwas langsam sein und funktioniert nicht als Daemon, wenn das Lease unendlich ist.
pump net-misc/pump Leichtgewicht, keine Abhängigkeiten von fremden Tools Wird nicht mehr gepflegt, unzuverlässig, insbesondere über Modems, kann keine NIS-Server über DHCP erhalten.

Wenn Sie mehr als einen DHCP-Client installiert haben, müssen Sie angeben, welcher verwendet werden soll - anderenfalls verwenden wir, wenn verfügbar, dhcpcd als Standard.

Verwenden Sie module_eth0="..." um dem Modul bestimmte Optionen zu übergeben. (ändern Sie module zu dem DHCP-Modul, dass Sie verwenden - z.B. dhcpcd_eth0).

Wir versuchen DHCP relativ unwissend zu machen - deswegen unterstützen wir die folgenden Befehle mit Hilfe der dhcp_eth0 Variable. Der Normalfall ist, keine davon zu setzen:

  • release - gibt die IP-Adresse für die Wiederverwendung frei
  • nodns - /etc/resolv.conf nicht überschreiben
  • nontp - /etc/ntp.conf nicht überschreiben
  • nonis - /etc/yp.conf nicht überschreiben

Befehlsauflistung 3.1: Beispiel-DHCP-Konfiguration in /etc/conf.d/net

# Wird nur benötigt, wenn mehr als ein DHCP-Module installiert ist.
modules="dhcpcd"

config_eth0="dhcp"
dhcpcd_eth0="-t 10" # Timeout nach 10 Sekunden
dhcp_eth0="release nodns nontp nonis" # Nur eine Adresse anfordern

Notiz: dhcpcd und pump senden im Normalfall den aktuellen Hostnamen zum DHCP-Server, sodass Sie ihn nicht mehr angeben müssen.

3.d. ADSL mit PPPoE/PPPoA

Zunächst müssen wir die ADSL-Software installieren.

Befehlsauflistung 4.1: Das ppp-Paket installieren

# emerge net-dialup/ppp

Zweitens, erzeugen Sie das PPP-Netzwerkskript und das Netzwerkskript für die Ethernet-Schnittstelle, die von PPP verwendet werden soll:

Befehlsauflistung 4.2: Erzeugen des PPP Netzwerkskripts

# ln -s /etc/init.d/net.lo /etc/init.d/net.ppp0
# ln -s /etc/init.d/net.lo /etc/init.d/net.eth0

Stellen Sie sicher, dass rc_depend_strict in /etc/rc.conf auf "YES" gesetzt ist.

Nun müssen wir /etc/conf.d/net konfigurieren.

Befehlsauflistung 4.3: Eine grundlegende PPPoE-Konfiguration

config_eth0=null (Geben Sie Ihre Ethernet-Schnittstelle an)
config_ppp0="ppp"
link_ppp0="eth0" (Geben Sie Ihre Ethernet-Schnittstelle an)
plugins_ppp0="pppoe"
username_ppp0='user'
password_ppp0='password'
pppd_ppp0="
noauth
defaultroute
usepeerdns
holdoff 3
child-timeout 60
lcp-echo-interval 15
lcp-echo-failure 3
noaccomp noccp nobsdcomp nodeflate nopcomp novj novjccomp"

rc_need_ppp0="net.eth0"

Ihr Kennwort können Sie auch in /etc/ppp/pap-secrets angeben.

Befehlsauflistung 4.4: Beispiel einer /etc/ppp/pap-secrets

# Der * ist wichtig
"username"  *  "password"

Wenn Sie PPPoE mit einem USB-Modem verwenden werden Sie br2684ctl emergen müssen. Bitte lesen Sie hierzu /usr/portage/net-dialup/speedtouch-usb/files/README für weitere Informationen zur korrekten Konfiguration.

Wichtig: Bitte lesen Sie den Abschnitt zu ADSL und PPP in /usr/share/doc/openrc-0.8.3-r1/net.example.bz2 sorgfältig durch. Dort sind viel detailliertere Erklärungen zu allen Einstellungen enthalten, die Sie für Ihre spezielle PPP-Einrichtung wahrscheinlich nutzen können. Natürlich müssen Sie 0.8.3-r1 durch Ihre OpenRC-Version ersetzen.

3.e. APIPA (Automatic Private IP Addressing)

APIPA versucht, freie Adressen im Bereich 169.254.0.0-169.254.255.255 durch Ansprechen einer zufälligen Adresse aus diesem Bereich über die Schnittstelle mit Hilfe von arping zu finden. Wenn darauf keine Antwort erfolgt, wird diese Adresse der Schnittstelle zugewiesen.

Das ist nur für LANs sinnvoll, in dem sich kein DHCP-Server befindet, Sie sich nicht direkt mit dem Internet verbinden und alle anderen Computer ebenfalls APIPA verwenden.

Für APIPA-Unterstützung muss net-misc/iputils oder net-analyzer/arping emerged werden.

Befehlsauflistung 5.1: APIPA-Konfiguration in /etc/conf.d/net

# Versuchen Sie zuerst DHCP - schlägt das fehl, greifen Sie auf APIPA zurück
config_eth0="dhcp"
fallback_eth0="apipa"

# Nur APIPA verwenden
config_eth0="apipa"

3.f. Bonding

Zum Bonding/Trunking von Links muss net-misc/ifenslave emerged werden.

Bonding wird zur Erhöhung der Netzwerk-Bandbreite verwendet. Wenn Sie zwei Netzwerkkarten im gleichen Netzwerk verwenden, können Sie beide Karten so verbinden, dass Ihre Anwendungen nur eine Schnittstelle sehen, aber tatsächlich beide Karten nutzen.

Befehlsauflistung 6.1: Bonding-Konfiguration in /etc/conf.d/net

# Um Schnittstellen zu verbinden
slaves_bond0="eth0 eth1 eth2"

# Weisen Sie einer verbundenen Schnittstelle keine IP-Adresse zu
config_bond0="null"

# Von eth0, eth1 and eth2 abhängen, da sie möglicherweise weitere Konfiguration benötigen
rc_need_bond0="net.eth0 net.eth1 net.eth2"

3.g. Bridging (802.1d-Unterstützung)

Für Bridging-Unterstützung muss net-misc/bridge-utils emerged werden.

Bridging wird verwendet, um Netzwerke zusammenzufügen. Zum Beispiel: Sie haben einen Server, der sich über ein ADSL-Modem mit dem Internet verbindet und eine drahtlose Netzwerkkarte, um andere Computer über das ADSL-Modem mit dem Internet zu verbinden. Sie könnten nun mit Hilfe einer Bridge beide Schnittstellen zusammenfügen.

Befehlsauflistung 7.1: Bridge-Konfiguration in /etc/conf.d/net

# Konfigurieren Sie die Bridge - weitere Details liefert "man brctl"
brctl_br0="setfd 0" "sethello 0" "stp off"

# Um Ports zur Bridge br0 hinzuzufügen
bridge_br0="eth0 eth1"

# Die Ports müssen mit Null-Werten konfiguriert werden, damit DHCP nicht gestartet wird.
config_eth0="null"
config_eth1="null"

# Letztendlich weisen Sie der Bridge eine Adresse zu - Sie könnten dazu auch DHCP verwenden
config_br0="192.168.0.1/24"

# Von eth0, eth1 and eth2 abhängen, da sie möglicherweise weitere Konfiguration benötigen
rc_need_br0="net.eth0 net.eth1"

Wichtig: Um weitere Bridge-Setups zu verwenden, sollten Sie die Dokumentation zu Variablennamen lesen.

3.h. MAC-Adresse

Falls Bedarf besteht, können Sie die MAC-Adresse Ihres Interfaces mit Hilfe der Netzwerk-Konfigurationsdatei ebenfalls ändern.

Befehlsauflistung 8.1: Beispiel zum Wechseln der MAC-Adresse

# Um die MAC-Adresse der Schnittstelle zu setzen
mac_eth0="00:11:22:33:44:55"

# Um nur die letzten 3 Bytes willkürlich auszuwählen
mac_eth0="random-ending"

# Um aus gleichen Typen physikalischer Verbindungen (z.B. fibre,
# copper, wireless) willkürlich auszuwählen, alle Hersteller
mac_eth0="random-samekind"

# Um aus allen Typen physikalischer Verbindungen (z.B. fibre, copper,
# wireless) willkürlich auszuwählen, alle Hersteller
mac_eth0="random-anykind"

# komplett willkürliche Auswahl - VORSICHT: manche auf diese Weise
# generierte MAC-Adressen verhalten sich nicht wie erwartet.
mac_eth0="random-full"

3.i. Tunnelling

Es muss nichts emerged werden, da der Schnittstellen-Handler alles erledigt.

Befehlsauflistung 9.1: Tunnelling-Konfiguration in /etc/conf.d/net

# Für GRE-Tunnel
iptunnel_vpn0="mode gre remote 207.170.82.1 key 0xffffffff ttl 255"

# Für IPIP-Tunnel
iptunnel_vpn0="mode ipip remote 207.170.82.2 ttl 255"

# Um die Schnittstelle zu konfigurieren
config_vpn0="192.168.0.2 peer 192.168.1.1"

3.j. VLAN (802.1q-Unterstützung)

Für VLAN-Unterstützung muss net-misc/vconfig emerged werden.

Virtual LAN ist eine Gruppe von Netzwerk-Geräten, die sich verhalten, als wären sie mit einem einzelnen Netzwerk-Segment verbunden, auch wenn dies nicht der Fall ist. Mitglieder eines VLANs können nur Mitglieder des gleichen VLANs sehen, auch wenn sie sich im gleichen physikalischen Netzwerk befinden.

Befehlsauflistung 10.1: VLAN-Konfiguration in /etc/conf.d/net

# VLAN-Nummer für die Schnittstelle wie folgt angeben
# Stellen Sie sicher, dass Ihre VLAN-IDs NICHT mit Nullen aufgefüllt sind
vlans_eth0="1 2"

# Sie können auch das VLAN konfigurieren
# Weitere Details liefert "man vconfig"
vconfig_eth0="set_name_type VLAN_PLUS_VID_NO_PAD"
vconfig_vlan1="set_flag 1" "set_egress_map 2 6"

# Die Schnittstellen wie gewohnt onfigurieren
config_vlan1="172.16.3.1 netmask 255.255.254.0"
config_vlan2="172.16.2.1 netmask 255.255.254.0"

Wichtig: Um VLAN-Setups zu verwenden, sollten Sie die Dokumentation Variablennamen lesen.

4. Drahtlose Netzwerkfunktionalität

4.a. Einleitung

Kabellose Netzwerkverbindungen sind unter Linux recht einfach einzurichten. Es gibt zwei Möglichkeiten, Wifi zu konfigurieren: Mit grafischen Clients oder mit der Kommandozeile.

Der einfachste Weg führt über die Verwendung von grafischen Clients, sobald Sie eine Desktopumgebung installiert haben. Die meisten grafischen Clients, wie z.B. wicd und NetworkManager, sind ziemlich selbsterklärend. Sie bieten ein praktisches Interface an, mit dem Sie innerhalb von ein paar Sekunden mit ein paar Mausklicks in ein Netzwerk gelangen.

Notiz: wicd bietet zusätzlich zum grafischen Interface ein Kommandozeilen-Tool an. Sie erhalten dieses, indem Sie wicd mit aktiviertem ncurses USE-Flag emergen. Das wicd-curses Tool ist insbesondere für Leute nützlich, die keine gtk-basierte Desktopumgebung verwenden, aber trotzdem ein einfaches Kommandozeilenwerkzeug haben wollen, das keine manuelle Bearbeitung von Konfigurationsdateien erforderlich macht.

Wenn Sie jedoch keinen grafischen Client verwenden wollen, dann können Sie Wifi auf der Kommandozeile durch Bearbeiten einiger Konfigurationsdateien konfigurieren. Das dauert etwas länger, aber erfordert auch die wenigsten heruntergeladenen und installierten Pakete. Da die grafischen Clients größtenteils selbsterklärend sind (mit hilfreichen Screenshots auf deren Homepages), werden wir uns hier auf die Kommandozeilenalternativen konzentrieren.

Sie können kabellose Netzwerke auf der Kommandozeile aufsetzen, indem Sie wireless-tools und wpa_supplicant installieren. Was Sie hier beachten müssen, ist, dass Sie die kabellosen Netzwerke global konfigurieren, und nicht pro Netzwerkkarte.

Die beste Wahl ist wpa_supplicant. Sie finden eine Auflistung der unterstützten Treiber auf der wpa_supplicant Seite.

wireless-tools unterstützt fast alle Karten und Treiber, aber es kann keine Verbindung zu Access-Points, die nur WPA unterstützen, aufbauen. Wenn Ihre Netzwerke nur WEP-Verschlüsselung anbieten oder komplett ungeschützt sind, dann werden Sie die Einfachheit der wireless-tools vorziehen.

Warnung: Der Treiber linux-wlan-ng wird zu diesem Zeitpunkt nicht von baselayout unterstützt. Dies liegt daran, dass linux-wlan-ng eine eigene Einrichtung und Konfiguration hat, die sich von allen anderen unterscheidet. Es gibt Gerüchte, dass die linux-wlan-ng Entwickler ihre Umgebung zu der von wireless-tools wechseln wollen. Wenn dies geschieht steht es Ihnen frei linux-wlan-ng mit baselayout zu verwenden.

4.b. WPA Supplicant

WPA Supplicant ist ein Paket, welches es Ihnen erlaubt, sich mit einem Access-Point mit aktiviertem WPA zu verbinden.

Befehlsauflistung 2.1: Installieren von wpa_supplicant

# emerge net-wireless/wpa_supplicant

Wichtig: Sie müssen CONFIG_PACKET in Ihrem Kernel aktiviert haben, damit wpa_supplicant funktionieren kann. Führen Sie grep CONFIG_PACKET /usr/src/linux/.config aus, um zu sehen, ob Sie es in Ihrem Kernel aktiviert haben.

Notiz: Abhängig von Ihren USE-Flags kann wpa_supplicant ein grafisches, in Qt4 geschriebenes Interface, das sich gut in KDE integriert, installieren. Um dieses zu erhalten, führen Sie echo "net-wireless/wpa_supplicant qt4" >> /etc/portage/package.use als root aus, bevor Sie wpa_supplicant emergen.

Nun muss /etc/conf.d/net konfiguriert werden, so dass wpa_supplicant gegenüber wireless-tools bevorzugt wird (wenn beide installiert sind ist wireless-tools der Standard).

Befehlsauflistung 2.2: Konfiguration von /etc/conf.d/net für wpa_supplicant

# wpa_supplicant gegenüber wireless-tools bevorzugen
modules="wpa_supplicant"

# Es ist wichtig, dass wir wpa_supplicant mitteilen welcher Treiber
# verwendet werden soll, da es nicht sehr gut raten kann.
wpa_supplicant_eth0="-Dmadwifi"

Notiz: Wenn Sie den host-ap Treiber verwenden, müssen Sie Ihre Karte in den Managed Modus versetzen, bevor diese mit wpa_supplicant korrekt verwendet werden kann. Sie können dies mit iwconfig_eth0="mode managed" in /etc/conf.d/net erreichen.

Das war einfach, oder? Trotzdem müssen wir noch wpa_supplicant selbst konfigurieren. Dies ist einen Tick schwieriger und abhängig davon wie abgesichert die Access-Points sind, mit denen Sie sich verbinden wollen. Das folgende Beispiel ist vereinfacht worden und stammt aus /usr/share/doc/wpa_supplicant-<version>/wpa_supplicant.conf.gz, welches mit wpa_supplicant ausgeliefert wird.

Befehlsauflistung 2.3: Ein /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf Beispiel

# Die folgende Zeile nicht ändern, sonst wird nichts funktionieren
ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant

# Sicherstellen, dass nur root die WPA Konfiguration lesen kann
ctrl_interface_group=0

# wpa_supplicant soll sich um scannen und AP Auswahl kümmern
ap_scan=1

# Einfacher Fall: WPA-PSK, wobei PSK eine ASCII Passphrase ist,
# erlauben aller gülten Chiffre
network={
  ssid="einfach"
  psk="sehr geheime Passphrase"
  # Je höher die Priorität, desto schneller werden wir verknüpft
  priority=5
}

# Dasselbe wie zuvor, jedoch mit SSID-spezifischem scannen (für APs,
#die SSID Broadcast ablehnen)
network={
  ssid="zweite ssid"
  scan_ssid=1
  psk="sehr geheime Passphrase"
  priority=2
}

# Nur WPA-PSK wird verwendet. Jede gültige Chiffre-Kombination wird
# akzeptiert
network={
  ssid="Beispiel"
  proto=WPA
  key_mgmt=WPA-PSK
  pairwise=CCMP TKIP
  group=CCMP TKIP WEP104 WEP40
  psk=06b4be19da289f475aa46a33cb793029d4ab3db7a23ee92382eb0106c72ac7bb
  priority=2
}

# Klartext Verbindung (kein WPA, kein IEEE 802.1X)
network={
  ssid="klartext-test"
  key_mgmt=NONE
}

# Verbindung mit gemeinsamen WEP Schlüssel
# (kein WPA, kein IEEE 802.1X)
network={
  ssid="statischer-wep-test"
  key_mgmt=NONE
  # Schlüssel in Anführungszeichen sind ASCII-Schlüssel
  wep_key0="abcde"
  # Schlüssel ohne Anführungszeichen sind Hex-Schlüssel
  wep_key1=0102030405
  wep_key2="1234567890123"
  wep_tx_keyidx=0
  priority=5
}

# Verbindung mit gemeinsamen WEP Schlüssel (kein WPA, kein IEEE 802.1X)
# mit Shared Key IEEE 802.11 Authentifizierung
network={
  ssid="statischer-wep-test2"
  key_mgmt=NONE
  wep_key0="abcde"
  wep_key1=0102030405
  wep_key2="1234567890123"
  wep_tx_keyidx=0
  priority=5
  auth_alg=SHARED
}

# IBSS/ad-hoc Netzwerk mit WPA-None/TKIP
network={
  ssid="test adhoc"
  mode=1
  proto=WPA
  key_mgmt=WPA-NONE
  pairwise=NONE
  group=TKIP
  psk="geheime Passphrase"
}

4.c. Wireless-Tools

Erste Einrichtung und Managed Modus

Wireless Tools liefert eine generische Art grundlegende Wireless-Schnittstellen zu konfigurieren; bis zum WEP Sicherheitslevel. WEP ist zwar eine schwache Sicherheitsmethode, aber auch die am meisten verbreitetste.

Die Konfiguration von Wireless-Tools wird von einer kleinen Anzahl von Hauptvariablen kontrolliert. Die folgende Beispielskonfigurationsdatei sollte allen Ihren Bedürfnissen entsprechen. Eins sollte jedoch beachtet werden: bei keiner Konfiguration gilt die Regel "verbinde mit dem stärksten unverschlüsselten Access-Point", wir versuchen unter allen Umständen eine Verbindung mit irgendetwas aufzubauen.

Befehlsauflistung 3.1: Installieren von wireless-tools

# emerge net-wireless/wireless-tools

Notiz: Auch wenn Sie Ihre Wireless-Einstellungen in /etc/conf.d/wireless speichern können, empfiehlt dieser Leitfaden dennoch dass Sie diese in /etc/conf.d/net speichern.

Wichtig: Sie werden die Dokumentation über Variablennamen konsultieren müssen.

Befehlsauflistung 3.2: Beispielseinrichtung von iwconfig in /etc/conf.d/net

# iwconfig gegenüber wpa_supplicant bevorzugen
modules="iwconfig"

# Konfiguriere WEP Schlüssel für Access-Points mit Namen ESSID1 und ESSID2
# Sie können bis zu vier WEP Schlüssel konfigurieren, aber es kann
# immer nur einer zu einem Zeitpunkt aktiv sein. Daher wird ein Standardindex
# von [1] verwendet um den Schlüssel [1] zu setzen und danach auch um den
# aktiven Schlüssel auf [1] zu wechseln. Wir tun dies für den Fall, dass Sie
# anderen ESSIDs andere WEP Schlüssel als [1] zuweisen.
#
# Ein vorangehendes s: bedeutet, dass es sich um einen ASCII Schlüssel handelt,
# ansonsten ist es ein HEX Schlüssel.
#
# enc open specified open security (am sichersten)
# enc restricted specified restricted security (am wenigsten sicher)
key_ESSID1="[1] s:yourkeyhere key [1] enc open"
key_ESSID2="[1] aaaa-bbbb-cccc-dd key [1] enc restricted"

# Das folgende läuft nur, wenn für verfügbare Access-Points gescannt wird

# Manchmal ist mehr als ein Access-Point sichtbar, daher müssen wir
#eine bevorzugte Reihenfolge der Verbindung definieren
preferred_aps="'ESSID1' 'ESSID2'"

Feinabstimmung der Auswahl von Access-Points

Sie können einige weitere Optionen hinzufügen um eine Feinabstimmung, der Auswahl der Access-Points, zu erreichen. Normalerweise sind diese Einstellungen nicht notwendig.

Sie können entschieden ob nur mit bevorzugten Access-Points verbunden werden soll, oder nicht. Standardmäßig wird, wenn alles konfigurierte fehlschlug und mit einem unverschlüsselten Access-Point verbunden werden kann, dies auch erfolgen. Dies kann von der associate_order Variable kontrolliert werden. Es folgt eine Tabelle mit den Werten und welche Funktion sie ausüben.

Wert Beschreibung
any Standardverhalten
preferredonly Es wird nur mit sichtbaren APs in der bevorzugten Liste verbunden
forcepreferred Es wird zwinged mit APS in der bevorzugten Reihenfolge verbunden, wenn Sie bei einem Scan nicht gefunden wurden.
forcepreferredonly Es wird nicht nach APs gescannt, stattdessen wird versucht der Reihenfolge nach mit jeden einzelnen eine Verbindung aufzubauen
forceany Genau wie forcepreferred und es wird zudem mit jedem anderen verfügbaren AP verbunden

Schließlich haben wir Auslese durch blacklist_aps und unique_ap. blacklist_aps funktioniert in ähnlicher Weise wie preferred_aps. unique_ap ist ein yes oder no Wert, der mitteilt ob eine zweite Wireless-Schnittstelle sich mit demselben Access-Point verbinden kann wie die erste Schnittstelle.

Befehlsauflistung 3.3: Beispiele von blacklist_aps und unique_ap

# Manchmal wollen Sie sich nie mit bestimmten Access-Points verbinden
blacklist_aps="'ESSID3' 'ESSID4'"

# Wenn Sie mehr als eine Wireless-Karte besitzen, dann können Sie
# definieren ob sich jede Karte mit demselben Access-Point assoziieren darf
# oder nicht. Werte sind "yes" und "no", Standard ist "yes".
unique_ap="yes"

Ad-Hoc und Master Modi

Wenn Sie sich als einen Ad-Hoc Knoten einrichten wollen, weil die Verbinung mit Access-Points im Managed-Modus fehlschlägt, dann können Sie folgendes tun.

Befehlsauflistung 3.4: Rückfall auf Ad-Hoc Modus

adhoc_essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"

Was ist mit der Verbindung zu Ad-Hoc Netzwerken oder das Laufen im Master-Modus um ein Access-Point zu werden? Hier ist eine Konfiguration für genau das! Sie müssen unter Umständen, wie oben beschrieben, WEP Schlüssel angeben.

Befehlsauflistung 3.5: Beispiels ad-hoc/master Konfiguration

# Setzen des Modus. Kann entweder Managed (Standard), Ad-Hoc oder
# Master sein. Nicht alle Treiber unterstützten alle Modi.
mode_eth0="ad-hoc"

# Setzen der ESSID für die erste Schnittstelle im Managed Modus, dies
# zwingt die Schnittstelle dazu den Versuch zu starten, eine Verbindung mit der
# spezifizierten ESSID aufzubauen und sonst nichts
essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"

# Wir verwerden Kanal 3, wenn Sie keinen spezifzieren
channel_eth0="9"

Wichtig: Das folgende stammt wörtlich aus der BSD-Wavelan-Dokumentation, welche sich in der NetBSD Dokumentation findet. Es gibt 14 mögliche Kanäle. Es wurde berichtet, dass Kanäle 1-11 legal sind in Nordamerika, Kanäle 1-13 für den größten Teil von Europa, Kanäle 10-13 für Frankreich und nur Kanal 14 für Japan. Wenn im Zweifel, wenden Sie sich bitte an die Dokumentation, die mit Ihrer Karte oder Ihrem Access-Point ausgeliefert wurde. Stellen Sie sicher, dass der Kanal, den Sie wählen auch derselbe ist, den Sie für Ihren Access-Point (oder die andere Karte im Ad-Hoc Netzwerk) gewählt haben. Der Standard für Karten, die in den Vereinigten Staaten und dem größten Teil von Europa verkauft werden ist 3. Der Standard für Karten die in Frankreich verkauft werden ist 11 und der Standard für Karten die in Japan verkauft werden ist 14.

Fehlerbehebung bei Wireless-Tools

Es gibt einige weitere Variablen die Sie verwenden können, die Ihnen helfen Ihr Wireless zum Laufen zu kriegen, wegen Treiber- oder Umgebungsproblemen. Hier ist eine Tabelle mit weiteren Dingen die Sie versuchen können:

Variable Standardwert Beschreibung
iwconfig_eth0 Siehe die iwconfig man Seite für Details was iwconfig gesendet werden soll
iwpriv_eth0 Siehe die iwpriv man Seite für Details was iwpriv gesendet werden soll
sleep_scan_eth0 0 Die Anzahl der Sekunden die gewartet werden bevor ein Scan versucht wird. Dies wird benötigt wenn der/das Treiber/Firmware mehr Zeit benötigt um aktiv zu werden, bevor es verwendet werden kann.
sleep_associate_eth0 5 Die Anzahl der Sekunden die die Schnittstelle warten soll um sich mit dem Access-Point zu assoziieren, bevor es zum Nächsten übergeht
associate_test_eth0 MAC Einige Treiber setzen die MAC Adresse assoziiert mit einer ungültigen nicht zurück wenn sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu assoziieren. Einige Treiber setzen das Qualitätslevel nicht zurück wenn sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu assoziieren. Gültige Einstellungen sind MAC, quality und all.
scan_mode_eth0 Einige Treiber müssen im Ad-Hoc Modus scannen, also sollten Sie versuchen hier ad-hoc zu setzen, wenn das Scannen fehlschlägt.
iwpriv_scan_pre_eth0 Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle vor dem scannen. Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details
iwpriv_scan_post_eth0 Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle nach dem scannen. Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details

4.d. Definieren von Netzwerkkonfigurationen nach ESSID

Manchmal kann es vorkommen, dass Sie bei ESSID1 eine statische IP benötigen und bei der Verbindung mit ESSID2 benötigen Sie DHCP. Genauer gesagt können die meisten der Modulvariablen per ESSID kontrolliert werden. So funktioniert es:

Notiz: Diese funktionieren, wenn Sie WPA Supplicant oder Wireless-Tools verwenden.

Wichtig: Sie werden die Dokumentation über Variablennamen konsultieren müssen.

Befehlsauflistung 4.1: Netzwerkeinstellungen nach ESSID gehen vor

config_ESSID1="192.168.0.3/24 brd 192.168.0.255"
routes_ESSID1="default via 192.168.0.1"

config_ESSID2="dhcp"
fallback_ESSID2="192.168.3.4/24"
fallback_route_ESSID2="default via 192.168.3.1"

# Wir können Nameserver und auch andere Dinge definieren
# Anmerkung: DHCP überschreibt diese Einstellungen, sofern es ihm
# nicht verboten wurde
dns_servers_ESSID1="192.168.0.1 192.168.0.2"
dns_domain_ESSID1="some.domain"
dns_search_domains_ESSID1="suche.diese.Domäne suche.jene.Domäne"

# Sie überschreiben anhand der MAC-Adresse des Access-Points
# Dies ist hilfreich wenn Sie sich an verschiedene Orte begeben, die dieselbe
# ESSID haben
config_001122334455="dhcp"
dhcpcd_001122334455="-t 10"
dns_servers_001122334455="192.168.0.1 192.168.0.2"

5. Funktionalität hinzufügen

5.a. Erweiterung der Standardfunktionen

Vier Funktionen können in /etc/conf.d/net definiert werden, die im Zusammenhang mit den start/stop Funktionen aufgerufen werden. Die Funktionen werden mit dem Namen der Schnittstelle zuerst aufgerufen, so dass eine Funktion mehrere Adapter kontrollieren kann.

Der Rückgabewert der preup() und predown() Funktionen sollte 0 (Erfolg) sein um die erfolgreiche Konfiguration der Schnittstelle anzuzeigen. Gibt preup() einen von Null verschiedenen Wert zurück, wird die Konfiguration abgebrochen. Eine Dekonfiguration wird nicht durchgeführt, falls predown() einen von Null verschiedenen Wert zurückgibt.

Die Rückgabewerte der postup() und postdown() Funktionen werden ignoriert, da dort keine Reaktion auf Fehler vorgesehen ist.

${IFACE} wird auf die Schnittstelle gesetzt, die (de-)aktiviert werden soll. ${IFVAR} ist ${IFACE} konvertiert zu einem Variablennamen, den die Bash erlaubt.

Befehlsauflistung 1.1: Beispiele für pre/post up/down Funktionen in /etc/conf.d/net

preup() {
  # Überprüfe die Verbindung der Schnittstelle, bevor sie aktiviert wird.
  # Funktioniert nur bei einigen Netzwerkadaptern und setzt voraus,
  # das das ethtool Paket installiert ist.
  if ethtool ${IFACE} | grep -q 'Link detected: no'; then
    ewarn "No link on ${IFACE}, aborting configuration"
    return 1
  fi

  # Denken Sie daran, im Erfolgsfall 0 zurückzugeben
  return 0
}

predown() {
  # Standardmäßig wird die Deaktivierung einer Schnittstelle nicht
  # durchgeführt, wenn darüber NFS Laufwerke gemounted sind. Geben Sie jedoch eine
  # eigene predown() Funktion an, wird dieses Verhalten überschrieben. Hier ist
  # diese Funktion für den Fall, das sie sie brauchen...
  if is_net_fs /; then
    eerror "root filesystem is network mounted -- can't stop ${IFACE}"
    return 1
  fi

  # Denken Sie daran, im Erfolgsfall 0 zurückzugeben
  return 0
}

postup() {
  # Diese Funktion können Sie beispielsweise benutzen, um bei einem dynamischen
  # DNS Service zu registrieren. Eine weitere Möglichkeit wäre, bei Aktivierung der
  # Schnittstelle Emails zu senden und zu empfangen.
  return 0
}

postdown() {
  # Diese Funktion gibt es in erster Linie aus Vollständigkeitsgründen.
  # Mir ist bislang noch nichts Sinnvolles eingefallen, was man mit ihr
  # machen könnte ;-)
  return 0
}

Notiz: Für weitere Informationen, wie Sie Ihre eigenen Funktionen schreiben können, siehe /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.

5.b. Funktionserweiterungen für die Wireless Tools

Notiz: Funktioniert nicht mit WPA Supplicant - die ${ESSID} und ${ESSIDVAR} Variablen sind in der postup() Funktion verfügbar.

Zwei Funktionen können in /etc/conf.d/net definiert werden, die im Zusammenhang mit der associate Funktion aufgerufen werden. Die Funktionen werden mit dem Namen der Schnittstelle zuerst aufgerufen, so das man mit einer Funktion mehrere Adapter kontrollieren kann.

Der Rückgabewert der preassociate() Funktion sollte 0 sein, um anzuzeigen, dass die (De-)Konfiguration der Schnittstelle fortgesetzt werden kann. Wenn preassociate() einen von Null verschiedenen Wert zurückgibt, wird die Konfiguration der Schnittstelle abgebrochen.

Der Rückgabewert der postassociate() Funktion wird ignoriert, da es im Fehlerfall nichts zu tun gibt.

${ESSID} wird auf die exakte ESSID des Zugangspunktes gesetzt, zu dem Sie sich verbinden. ${ESSIDVAR} ist ${ESSID} umgewandelt in einen Variablennamen, den Bash erlaubt.

Befehlsauflistung 2.1: pre/post association Funktionen in /etc/conf.d/net

preassociate() {
  # Im folgenden werden zwei Konfigurationsvariablen leap_user_ESSID
  # und leap_pass_ESSID hinzugefügt. Sind beide für die ESSID gesetzt, zu der
  # verbunden wird, dann wird das CISCO LEAP Skript ausgeführt.

  local user pass
  eval user=\"\$\{leap_user_${ESSIDVAR}\}\"
  eval pass=\"\$\{leap_pass_${ESSIDVAR}\}\"

  if [[ -n ${user} && -n ${pass} ]]; then
    if [[ ! -x /opt/cisco/bin/leapscript ]]; then
      eend "For LEAP support, please emerge net-misc/cisco-aironet-client-utils"
      return 1
    fi
    einfo "Waiting for LEAP Authentication on \"${ESSID//\\\\//}\""
    if /opt/cisco/bin/leapscript ${user} ${pass} | grep -q 'Login incorrect'; then
      ewarn "Login Failed for ${user}"
      return 1
    fi
  fi

  return 0
}

postassociate() {
  # Diese Funktion gibt es in erster Linie aus Vollständigkeitsgründen.
  # Mir ist bislang noch nichts Sinnvolles eingefallen, was man mit ihr
  # machen könnte ;-)

  return 0
}

Notiz: Auf ${ESSID} und ${ESSIDVAR} kann in den predown() und postdown() Funktionen nicht zugegriffen werden.

Notiz: Für weitere Informationen, wie Sie Ihre eigenen Funktionen schreiben können, siehe /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.

6. Netzwerkmanagement

6.a. Netzwerkmanagement

Wenn Sie und Ihr Computer ständig unterwegs sind, haben sie schätzungsweise nicht immer ein Ethernet Kabel oder einen Zugangspunkt in Reichweite. Oder aber Sie möchten das Netzwerk automatisch konfiguriert haben, wenn ein Netzwerkkabel eingesteckt wird bzw ein Zugangspunkt gefunden wird.

An dieser Stelle finden Sie einige Tools, die Ihnen dabei behilflich sind.

Notiz: Diese Anleitung stellt nur ifplugd vor, es gibt jedoch Alternativen wie netplug. netplug ist eine schlanke Alternative zu ifplugd, ist aber abhängig davon, dass Ihre Netzwertreiber im Kernel korrekt funktionieren, was viele Treiber jedoch nicht tun.

6.b. ifplugd

ifplugd ist ein Dämon, der Schnittstellen startet oder stoppt wenn ein Netzwerkkabel einsteckt oder abgezogen wird. Es kann außerdem die Verbindung zu drahtlosen Zugangspunkten erkennen, wenn diese in Reichweite kommen.

Befehlsauflistung 2.1: ifplugd installieren

# emerge sys-apps/ifplugd

Die Konfiguration von ifplugd is relativ simpel. Die Konfigurationsdatei ist /etc/conf.d/net. Führen Sie man ifplugd aus, für Details zu den verfügbaren Variablen. Sehen Sie sich auch /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2 für weitere Beispiele an.

Befehlsauflistung 2.2: Beispielhafte Konfiguration für ifplug

(Ersetzen Sie eth0 mit der Schnittstelle, die überwacht werden soll.)
ifplugd_eth0="..."

(Um eine Wireless-Schnittstelle zu überwachen)
ifplugd_eth0="--api-mode=wlan"

Zusätzlich zur Verwaltung von verschiedenen Netzwerkverbindungen, möchten Sie unter Umständen ein Tool hinzufügen, dass es erleichtert mit verschiedenen DNS-Servern und Konfigurationen zu arbeiten. Dies ist sehr hilfreich, wenn Sie Ihre IP-Adresse über DHCP erhalten. Installieren Sie einfach mit emerge openresolv.

Befehlsauflistung 2.3: Installation von openresolv

# emerge openresolv

Sehen Sie sich man resolvconf an, um mehr über seine Funktionen zu lernen.

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Seite aktualisiert 9. Februar 2013

Diese Übersetzung wird nicht länger gepflegt

Zusammenfassung: Dies ist das Gentoo Handbuch, es ist ein Versuch Informationen zu Gentoo/Linux zu bündeln. Dieses Handbuch enthält die Installationsanweisungen für eine netzwerklose Installation auf x86 Systemen und Abschnitte zur Arbeit mit Gentoo und Portage.

Sven Vermeulen
Autor

Roy Marples
Autor

Daniel Robbins
Autor

Chris Houser
Autor

Jerry Alexandratos
Autor

Joshua Saddler
Autor

Seemant Kulleen
Gentoo x86 Entwickler

Tavis Ormandy
Gentoo Alpha Entwickler

Jason Huebel
Gentoo AMD64 Entwickler

Guy Martin
Gentoo HPPA Entwickler

Pieter Van den Abeele
Gentoo PPC Entwickler

Joe Kallar
Gentoo SPARC Entwickler

John P. Davis
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Stoyan Zhekov
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Jared Hudson
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