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3. Konfiguration des Netzwerks

Inhalt:

3.a. Automatische Netzwerkerkennung

Vielleicht funktioniert es einfach?

Wenn sich Ihr System in einem Ethernet-Netzwerk mit einem DHCP-Server befindet, ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihr Netz bereits konfiguriert ist. Sie können nun die zahlreichen Netzwerktools auf der Installations-CD wie zum Beispiel ssh, scp, ping, irssi, wget und links nutzen.

Wenn das Netzwerk bereits konfiguriert wurde, zeigt Ihnen der Befehl ifconfig weitere Netzwerkschnittstellen neben lo an, wie beispielsweise eth0:

Befehlsauflistung 1.1: ifconfig für eine funktionierende Netzwerkkonfiguration

# ifconfig
(...)
eth0      Link encap:Ethernet  HWaddr 00:50:BA:8F:61:7A
      inet addr:192.168.0.2  Bcast:192.168.0.255  Mask:255.255.255.0
      inet6 addr: fe80::50:ba8f:617a/10 Scope:Link
      UP BROADCAST RUNNING MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
      RX packets:1498792 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
      TX packets:1284980 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
      collisions:1984 txqueuelen:100
      RX bytes:485691215 (463.1 Mb)  TX bytes:123951388 (118.2 Mb)
      Interrupt:11 Base address:0xe800

Optional: Proxy-Konfiguration

Wenn Sie auf das Internet nur über einen Proxy-Server zugreifen können, müssen Sie während der Installation das System für die Verwendung des Proxy-Servers vorbereiten. Das ist aber recht einfach. Sie müssen dazu lediglich eine Variable mit den Informationen über den Proxy-Server setzen.

In den meisten Fällen können Sie den Hostnamen des Proxy-Servers in die Variable schreiben. Nehmen wir an, der Server ist proxy.gentoo.org und der Port ist 8080.

Befehlsauflistung 1.2: Einrichten des Proxy-Servers

(Wenn der Proxy-Server HTTP-Verkehr filtert)
# export http_proxy="http://proxy.gentoo.org:8080¨
(Wenn der Proxy-Server FTP-Verkehr filtert)
# export ftp_proxy="ftp://proxy.gentoo.org:8080"
(Wenn der Proxy-Server RSYNC-Verkehr filtert)
# export RSYNC_PROXY="proxy.gentoo.org:8080"

Wenn der Proxy-Server einen Benutzernamen und Passwort verlangt, sollten Sie die folgende Syntax in der Variable verwenden:

Befehlsauflistung 1.3: Einen Benutzernamen/Passwort zu der Variable hinzufügen

http://Benutzername:Passwort@proxy.gentoo.org:8080

Das Netzwerk testen

Dazu können Sie beispielsweise den DNS-Server Ihres Internetanbieters "anpingen". Die Adresse dieses Servers finden Sie in /etc/resolv.conf. Außerdem sollten Sie eine Webseite Ihrer Wahl "pingen". So stellen Sie sicher, dass Sie sowohl mit dem Internet verbunden sind, als auch, dass Ihre Namensauflösung korrekt arbeitet.

Befehlsauflistung 1.4: Der Netzwerktest

# ping -c 3 www.gentoo.org

Wenn Sie nun in der Lage sind, Ihr Netzwerk zu verwenden, dann können Sie den Rest dieses Kapitels überspringen und mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren. Wenn nicht, lesen Sie bitte weiter.

3.b. Automatische Netzwerkkonfiguration

Wenn die Netzwerkverbindung nicht gleich zu Stande kommt, beinhalten einige Installationsmedien den Befehl net-setup (für normale und drahtlose Verbindungen) oder pppoe-setup (für ADSL-Verbindungen) bzw. pptp (für PPTP-Benutzer - verfügbar für x86, amd64, alpha, pcc und ppc64).

Wenn Ihr Installationsmedium das entsprechende Tool nicht enthält oder Ihre Netzwerkverbindung noch nicht funktioniert, so fahren Sie bitte mit folgendem Abschnitt fort: Manuelle Netzwerkkonfiguration.

Standard: Verwendung von net-setup

Der einfachste Weg die Netzwerkverbindung zu konfigurieren, falls die automatische Konfiguration fehlgeschlagen sein sollte, ist das Skript net-setup eth0

Befehlsauflistung 2.1: Das Skript net-setup starten

# net-setup eth0

net-setup wird Ihnen einige Fragen bezüglich Ihrer Netzwerkumgebung stellen. Haben Sie alle Fragen beantwortet, sollten Sie eine funktionsfähige Netzwerkverbindung haben. Testen Sie Ihr Netzwerk wieder, wie oben beschrieben. Sollten die Tests funktionieren, so haben Sie es geschafft. Sie können nun mit der Installation von Gentoo fortfahren. Überspringen Sie den Rest dieses Kapitels und fahren Sie mit der Vorbereitung der Festplatte(n) fort.

Sollte Ihr Netzwerk nun immer noch nicht funktionieren, fahren Sie bitte mit Manuelle Netzwerkkonfiguration fort.

Alternativ: Verwendung von PPP

Für den Fall, dass Sie PPPoE benötigen, um eine Verbindung mit dem Internet herzustellen, bringt die Installations-CD (in jeder Version) das Tool ppp mit. Verwenden Sie das Skript pppoe-setup, um Ihre Verbindung zu konfigurieren. Sie werden nach der Netzwerkkarte gefragt, die mit Ihrem DSL-Modem verbunden ist, dem Benutzernamen und nach Ihrem Kennwort. Ferner geben Sie noch die IP-Adressen der DNS-Server des Providers ein und ob Sie eine Firewall benötigen oder nicht.

Befehlsauflistung 2.2: Verwendung von ppp

# pppoe-setup
# pppoe-start

Wenn etwas schief gehen sollte, überprüfen Sie bitte, ob Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort richtig eingegeben haben, indem Sie die Datei /etc/ppp/pap-secrets bzw. /etc/ppp/chap-secrets einsehen. Stellen Sie bitte auch sicher, dass Sie die richtige Netzwerkkarte verwenden. Wenn Ihre Netzwerkkarte im System nicht erkannt wird, müssen Sie das entsprechende Kernelmodul laden. In diesem Fall müssen Sie mit der Manuellen Konfiguration des Netzwerks fortfahren. Dort gehen wir näher auf das Laden der entsprechenden Kernelmodule ein.

Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem nächsten Kapitel, Vorbereiten der Festplatte(n) fort.

Alternativ: Verwendung von PPTP

Wenn Sie PPTP-Unterstüzung benötigen, können Sie das Programm pptpclient, das Ihnen von der Installations-CD bereitgestellt wird, verwenden. Allerdings müssen Sie vorher sichergehen, dass Ihre Konfiguration korrekt ist. Dazu editieren Sie die Datei /etc/ppp/pap-secrets oder /etc/ppp/chap-secrets, so dass diese die korrekte Benutzername/Kennwort-Kombination beinhalten.

Befehlsauflistung 2.3: /etc/ppp/chap-secrets editieren

# nano -w /etc/ppp/chap-secrets

Wenn nötig, sollten Sie nun noch /etc/ppp/options.pptp anpassen:

Befehlsauflistung 2.4: /etc/ppp/options.pptp editieren

# nano -w /etc/ppp/options.pptp

Nun geben Sie den Befehl pptp (mit den Optionen, die Sie in options.pptp setzen könnten) ein, um sich mit dem Server zu verbinden.

Befehlsauflistung 2.5: Mit einem Dial-In-Server verbinden

# pptp <server ip>

Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.

3.c. Manuelle Netzwerkkonfiguration

Die richtigen Kernelmodule laden

Wenn die Installations-CD bootet, versucht sie alle Ihre Hardwaregeräte zu erkennen und lädt automatisch die entsprechenden Kernelmodule (Treiber). In den allermeisten Fällen funktioniert dies sehr gut. Allerdings kann es vorkommen, dass ein Kernelmodul nicht automatisch geladen wird.

Wenn net-setup oder pppoe-setup fehlschlagen, dann ist es möglich, dass Ihre Netzwerkkarte nicht sofort gefunden wurde. Das bedeutet, dass Sie das entsprechende Kernelmodul manuell laden müssen.

Verwenden Sie ls, um herauszufinden, welche Netzwerk-Kernelmodule von Gentoo bereitgestellt werden.

Befehlsauflistung 3.1: Nach bereitgestellten Kernelmodulen suchen

# ls /lib/modules/`uname -r`/kernel/drivers/net

Wenn Sie einen Treiber für Ihre Netzwerkkarte gefunden haben, laden Sie diesen mit modprobe.

Befehlsauflistung 3.2: modprobe zum Laden eines Kernelmoduls

Als Beispiel laden wir das pcnet32-Modul
# modprobe pcnet32

Benutzen Sie ifconfig zum Prüfen, ob das Modul geladen wurde. Eine erkannte Netzwerkkarte würde in etwa diese Ausgabe ergeben:

Befehlsauflistung 3.3: Testen der Verfügbarkeit der Netzwerkkarte, erfolgreich

# ifconfig eth0
eth0      Link encap:Ethernet  HWaddr FE:FD:00:00:00:00
          BROADCAST NOARP MULTICAST  MTU:1500  Metric:1
          RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
          TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
          collisions:0 txqueuelen:0
          RX bytes:0 (0.0 b)  TX bytes:0 (0.0 b)

Wenn Sie stattdessen diesen Fehler erhalten, dann wurde Ihre Karte nicht erkannt.

Befehlsauflistung 3.4: Testen der Verfügbarkeit der Netzwerkkarte, fehlgeschlagen

# ifconfig eth0
eth0: error fetching interface information: Device not found

Wenn Sie in Ihrem System mehrere Netzwerkkarten haben, so sind diese eth0, eth1 usw. benannt. Stellen sicher, dass die Netzwerkkarte die Sie nutzen möchten funktioniert und denken Sie daran den richtigen Namen während der Installation zu benutzen. Wir gehen von nun an davon aus, dass die Netzwerkkarte eth0 benutzt wird.

Wurde Ihre Netzwerkkarte erkannt, so können Sie nun erneut net-setup oder pppoe-setup ausprobieren (diese sollten nun funktionieren). Den richtigen Freaks unter Ihnen werden wir auch noch erklären, wie man das Netzwerk manuell einrichtet.

Wählen Sie je nach Netzwerksetup einen der folgenden Abschnitte:

DHCP verwenden

DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) ermöglicht es die gesamte Netzwerkkonfiguration (IP-Adresse, Netzwerkmaske, Broadcast-Adresse, Gateway, DNS-Server etc.) dynamisch von einem Server zu beziehen. Das funktioniert logischerweise nur, wenn Sie einen DHCP-Server in Ihrem LAN haben oder Ihr Provider einen solchen Dienst anbietet. Benutzen Sie dhcpcd:

Befehlsauflistung 3.5: Verwendung von dhcpcd

# dhcpcd eth0
Einige Netzwerkadministratoren erwarten, dass Sie den
Hostnamen und Domainnamen benutzen, der vom DHCP-Server
vergeben wird. In diesem Fall benutzen Sie
# dhcpcd -HD eth0

Wenn das funktioniert (versuchen Sie einen Internet-Server zu pingen), dann sind Sie fertig mit der Konfiguration des Netzwerks und können mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren.

Vorbereitung für drahtlosen Zugriff

Notiz: Nur die Installations-CDs der x86-, amd64- und ppc-Architekturen unterstützen das Kommando iwconfig. Wenn Ihre CD das Kommando nicht enthält, können Sie den Anleitungen des linux-wlan-ng-Projekts folgen.

Wenn Sie eine WLan-Karte (802.11) benutzen, müssen Sie Einstellungen zur Nutzung der Karte einrichten, bevor es weiter gehen kann. Um sich die aktuellen Einstellungen der Karte anzuschauen, benutzen Sie iwconfig. iwconfig zeigt Ihnen möglicherweise etwas wie dies:

Befehlsauflistung 3.6: Aktuelle WLan-Einstellungen anzeigen

# iwconfig eth0
eth0      IEEE 802.11-DS  ESSID:"GentooNode"
          Mode:Managed  Frequency:2.442GHz  Access Point: 00:09:5B:11:CC:F2
          Bit Rate:11Mb/s   Tx-Power=20 dBm   Sensitivity=0/65535
          Retry limit:16   RTS thr:off   Fragment thr:off
          Power Management:off
          Link Quality:25/10  Signal level:-51 dBm  Noise level:-102 dBm
          Rx invalid nwid:5901 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0 Tx
          excessive retries:237 Invalid misc:350282 Missed beacon:84

Notiz: Einige drahtlose Netzwerkkarten benutzen einen Gerätenamen wie wlan0 oder ra0 anstelle von eth0. Führen Sie iwconfig ohne irgendwelche Kommandozeilenparamater aus, um den korrekten Gerätenamen zu bestimmen.

Für die meisten Benutzer sollte es hinreichend sein zwei Einstellungen anzupassen. Die ESSID (der Name des drahtlosen Netz) und den WEP-Key. Wenn die ESSID und die Adresse des Access-Points bereits gelistet sind und Sie kein WEP benutzen, funktioniert Ihr Netzwerk bereits. Wenn Sie Ihre ESSID ändern oder einen WEP-Key hinzufügen möchten, können Sie folgende Kommandos ausführen:

Notiz: Falls Ihr drahtloses Netzwerk WPA oder WPA2 benutzt, werden Sie wpa_supplicant verwenden müssen. Für weitere Informationen zur Konfiguration drahtloser Netzwerke unter Gentoo Linux, lesen Sie bitte das Kapitel Drahtlose Netzwerkfunktionalität des Gentoo Handbuchs.

Befehlsauflistung 3.7: Ändern der ESSID und/oder Hinzufügen eines WEP-Keys

(Dies setzt den Netzwerknamen auf "GentooNode")
# iwconfig eth0 essid GentooNode

(Dies setzt einen hex-WEP-Key)
# iwconfig eth0 key 1234123412341234abcd

(Dies setzt einen ASCII-WEP-Key - vorangestellt: "s:")
# iwconfig eth0 key s:some-password

Sie können Ihre Einstellungen nun nochmal mit iwconfig überprüfen. Wenn Sie Ihr WLan nun eingerichtet haben, können Sie mit der Konfiguration der IP-Level-Optionen wie im nächsten Abschnitt Die Netzwerkterminologie verstehen fortfahren oder net-setup benutzen, wie vorhin beschrieben.

Die Netzwerkterminologie verstehen

Notiz: Wenn Sie Ihre IP-Adresse, Broadcast-Adresse, Netzmaske und DNS-Server kennen, dann können Sie diesen Teil beruhigt überspringen. Fahren Sie in diesem Fall mit Benutzen von ifconfig und route fort.

Wenn alles obige fehlschlägt, müssen Sie Ihr Netzwerk manuell einrichten. Dies ist überhaupt nicht schwierig. Jedoch müssen Sie mit einiger Netzwerkterminologie vertraut sein, denn Sie werden diese benötigen, um Ihr Netzwerk zu Ihrer Zufriedenheit konfigurieren zu können. Nachdem Sie dies gelesen haben, werden Sie wissen, was ein Gateway ist, wozu eine Netzmaske dient, wie eine Broadcast-Adresse aufgebaut ist und warum Sie Nameserver benötigen.

In einem Netzwerk werden die Computer über Ihre IP-Adresse (Internet Protocol Address) identifiziert. Diese Adresse ist eine Kombination aus vier Nummern zwischen 0 und 255. Jedenfalls nehmen wir das so wahr. In Wirklichkeit ist eine IP-Adresse eine 32-Bit-Folge (Nullen und Einsen). Hier ein Beispiel:

Befehlsauflistung 3.8: Beispiel einer IP-Adresse

IP Adresse (Nummern):   192.168.0.2
IP Adresse (Bits):      11000000 10101000 00000000 00000010
                        -------- -------- -------- --------
                           192      168       0        2

Solch eine IP-Adresse ist einmalig für einen Host (Computer) in allen angrenzenden Netzwerken (d.h. jeder Host, den Sie erreichen können, muss eine einzigartige IP-Adresse besitzen). Um zwischen Hosts innerhalb eines Netzwerkes und außerhalb eines Netzwerkes unterscheiden zu können, ist die IP-Adresse in zwei Teile eingeteilt: Einen Network-Abschnitt und einen Host-Abschnitt.

Diese Unterteilung wird mittels der netmask (dt. so viel wie Netzmaske) beschrieben. Die netmask ist eine Reihe von Einsen, gefolgt von einer Reihe von Nullen. Der Teil der IP-Adresse der den Einsen entspricht, ist der Netzwerkteil. Die Netzmaske kann wie eine IP-Adresse aufgeschrieben werden.

Befehlsauflistung 3.9: Beispiel einer Netzwerk/Host Teilung

IP-address:    192      168      0         2
            11000000 10101000 00000000 00000010
Netmask:    11111111 11111111 11111111 00000000
               255      255     255        0
           +--------------------------+--------+
                    Network              Host

In anderen Worten ist 192.168.0.14 ein Host in unserem Teilnetz, während 192.168.1.2 dies nicht ist.

Die Broadcast-Adresse ist eine IP-Adresse, die den gleichen Netzwerkteil wie unser Netzwerk hat, allerdings nur Einsen im Hostteil hat. Alle Computer in dem Teilnetz hören auf diese IP-Adresse. Diese Adresse ist zum Broadcasting eines Paketes an alle Computer gedacht. D.h. ein Paket wird an alle Computer im Netzwerk gleichzeitig geschickt.

Befehlsauflistung 3.10: Broadcast-Adresse

IP-address:    192      168      0         2
            11000000 10101000 00000000 00000010
Broadcast:  11000000 10101000 00000000 11111111
               192      168      0        255
           +--------------------------+--------+
                     Network             Host

Um im Internet surfen zu können, müssen Sie wissen, welcher Host die Internetverbindung herstellt. Dieser Host wird Gateway genannt. Da dieser ein normaler Host ist, besitzt auch das Gateway eine normale IP-Adresse (z.B. 192.168.0.1).

Zuvor haben wir schon erwähnt, dass jeder Host eine eigene IP-Adresse besitzt. Um diesen Host aber mit einem Namen ansprechen zu können (anstatt einer IP-Adresse) benötigen Sie einen Dienst, der Namen (wie dev.gentoo.org) in IP-Adressen (wie 64.5.62.82) umwandelt. Dieser Dienst wird nameservice genannt. Um diesen Dienst nutzen zu können, müssen Sie die entsprechenden name server kennen. Diese werden in der Datei /etc/resolv.conf festgehalten.

In manchen Fällen trägt das Gateway ebenfalls die Rolle des Nameservers. Sonst müssen Sie den Nameserver des Providers angeben.

In der Zusammenfassung benötigen Sie also folgende Daten bevor Sie fortfahren:

Netzwerkbegriff Beispiel
Ihre IP-Adresse 192.168.0.2
Netzmaske 255.255.255.0
Broadcast-Adresse 192.168.0.255
Gateway 192.168.0.1
Nameserver 195.130.130.5, 195.130.130.133

Verwendung von ifconfig und route

Das Einrichten des Netzwerks besteht aus drei Schritten. Zunächst teilen wir uns mittels ifconfig selbst eine IP-Adresse zu. Dann richten wir das sogenannte "routing" ein. D.h. Daten die nicht für das lokale Netzwerk bestimmt sind, werden an das Gateway geschickt. Dies wird mit dem Befehl route erreicht. Schließlich halten wir die Nameserver in der Datei /etc/resolv.conf fest.

Um eine IP-Adresse zuzuteilen, wird die IP-Adresse, die Broadcast-Adresse sowie die Netzmaske benötigt. Der folgende Befehl muss ausgeführt werden, wobei die Variablen ${IP_ADDR} durch die IP-Adresse, ${BROADCAST} durch die Broadcast-Adresse und ${NETMASK} durch die Netzmaske ersetzt werden sollte.

Befehlsauflistung 3.11: Verwendung von ifconfig

# ifconfig eth0 ${IP_ADDR} broadcast ${BROADCAST} netmask ${NETMASK} up

Nun wird das "routing" eingerichtet. Hier muss ${GATEWAY} durch die IP-Adresse des Gateway ersetzt werden.

Befehlsauflistung 3.12: Verwendung von route

# route add default gw ${GATEWAY}

Nun öffnen Sie die Datei /etc/resolv.conf mit Ihrem bevorzugten Editor (in unserem Fall verwenden wir nano):

Befehlsauflistung 3.13: Erstellen von /etc/resolv.conf

# nano -w /etc/resolv.conf

Nun tragen Sie hier den Nameserver (oder mehrere) dem Beispiel folgend ein. Dabei sollten Sie natürlich wieder ${NAMESERVER} durch die entsprechende IP-Adresse ersetzen.

Befehlsauflistung 3.14: /etc/resolv.conf Vorlage

nameserver ${NAMESERVER1}
nameserver ${NAMESERVER2}

Das war es schon. Nun sollten Sie Ihre Internetverbindung testen. Dazu "pingen" Sie einfach einen Internetserver (wie Google). Funktioniert es, sind Sie nun endlich bereit, Gentoo zu installieren. Fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.


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Seite aktualisiert 11. Februar 2013

Die Originalversion dieses Dokuments wurde zuletzt am 18. Dezember 2013 aktualisiert

Zusammenfassung: Um in der Lage zu sein, den aktuellsten Quellcode herunterladen zu können, müssen Sie vorher das Netzwerk einrichten.

Sven Vermeulen
Autor

Grant Goodyear
Autor

Roy Marples
Autor

Daniel Robbins
Autor

Chris Houser
Autor

Jerry Alexandratos
Autor

Seemant Kulleen
Gentoo x86 Entwickler

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Gentoo Alpha Entwickler

Jason Huebel
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Guy Martin
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Pieter Van den Abeele
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Joe Kallar
Gentoo SPARC Entwickler

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Donnie Berkholz
Korrektor

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Mitarbeiter

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Jens Schittenhelm
Übersetzer

Patrick Sudowe
Übersetzer

Torsten Veller
Übersetzer

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Übersetzer

Markus Nigbur
Übersetzer

Boris Ruppert
Übersetzer

Jan Hendrik Grahl
Übersetzer

Tobias Heinlein
Übersetzer

Christian Hartmann
Korrektor

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