Gentoo Linux/MIPS Handbuch
Inhalt:
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Gentoo installieren
In diesem Abschnitt lernen Sie, wie Sie Gentoo Linux auf Ihrem System
installieren können.
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Über die Gentoo Linux Installation
Dieses Kapitel ist eine Einleitung in den Installationsansatz, welcher in
diesem Handbuch beschrieben wird.
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Auswählen des richtigen Installationsmediums
Sie können Gentoo auf viele Arten installieren. Dieses Kapitel erläutert wie
Sie Gentoo mit den MIPS-Netboot-Images installieren.
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Konfiguration des Netzwerks
Um in der Lage zu sein, den aktuellsten Quellcode herunterladen zu können,
müssen Sie vorher das Netzwerk einrichten.
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Vorbereiten der Festplatte(n)
Um in der Lage zu sein Gentoo installieren zu können, müssen Sie die notwendigen
Partitionen erstellen. Dieses Kapitel beschreibt, wie man eine Festplatte für
den Gebrauch partitioniert.
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Installation der Gentoo Installationsdateien
Gentoo-Installationen funktionieren mit Hilfe eines stage3-Archives. In diesem
Kapitel wird erklärt, wie ein stage3-Archiv extrahiert und Portage konfiguriert
wird.
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Installation des Gentoo Basissystems
Nach der Installation und Konfiguration der stage3 steht Ihnen ein Gentoo
Basissystem zur Verfügung. Dieses Kapitel beschreibt wie Sie zu diesem Punkt
kommen.
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Konfiguration des Kernels
Der Linux-Kernel ist der Kern einer jeden Distribution. Dieses Kapitel
erläutert, wie man den Kernel konfiguriert.
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Konfiguration des Systems
Sie werden einige wichtige Konfigurationsdateien editieren müssen. In diesem
Kapitel erhalten Sie eine Übersicht über diese Dateien und eine Anleitung wie
man fortfahren sollte.
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Installation der benötigten Systemtools
In diesem Kapitel helfen wir Ihnen bei der Auswahl und Installation einiger
wichtiger Tools.
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Konfiguration des Bootloaders
Sowohl auf den Silicon Graphics Rechnern als auch auf Cobalt-Servern, wird ein
Bootloader benötigt, um den Kernel zu laden. Dieses Kapitel erklärt die
Einrichtung von arcboot/arcload (für SGI-Maschinen) und colo für Cobalt-Server.
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Abschließen Ihrer Gentoo Installation
Sie sind fast fertig. Wir werden nur noch einen (oder mehrere) Benutzer für
Ihr System erstellen.
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Wie geht es weiter?
Nun haben Sie Ihr Gentoo System. Was nun?
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Arbeiten mit Gentoo
Lernen Sie mit Gentoo zu arbeiten, wie Sie Software installieren, Variablen
anpassen, das Verhalten von Portage ändern, etc.
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Eine Portage Einführung
Dieses Kapitel erklärt die "einfachen" Schritte, die ein Benutzer definitiv
kennen muss, um Software auf seinem System zu betreuen.
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USE Flags
USE-Flags sind ein sehr wichtiger Aspekt von Gentoo. In diesem Kapitel erfahren
Sie wie man mit USE-Flags arbeitet und wie USE-Flags mit Ihrem System
interagieren.
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Portage Features
Entdecken Sie die Funktionen von Portage, wie Unterstützung für verteilte
Kompilierung, ccache und mehr.
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Initskripte
Gentoo benutzt ein spezielles Initskriptformat, welches, neben weiteren
Funktionen, abhängigkeitsbezogene Entscheidungen und virtuelle Initskripte
ermöglicht. Dieses Kapitel erklärt diese Aspekte und erklärt, wie Sie mit diesen
Skripten umgehen.
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Umgebungsvariablen
Mit Gentoo können Sie die Umgebungsvariablen Ihres Systems ganz einfach
bearbeiten. Dieses Kapitel erklärt häufig gebrauchte Umgebungsvariablen und wie
Sie mit diesen umgehen.
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Arbeiten mit Portage
"Arbeiten mit Portage" bietet eine tiefergehende Behandlung von Portage, Gentoos
Software Management Tool.
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Dateien und Verzeichnisse
Wenn Sie Portage ein wenig näher kennenlernen wollen, sollten Sie wissen, wo
welche Daten und Dateien abgelegt werden.
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Konfiguration durch Variablen
Portage ist vollständig durch verschiedene Variablen konfigurierbar, die Sie in
der Konfigurationsdatei oder als Umgebungsvariablen setzen können.
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Mischen von Software Zweigen
Gentoo bietet Software eingeteilt in verschiedenen Zweigen an, abhängig von der
Architektur und Stabilität. "Mischen von Softwarezweigen" informiert Sie
darüber wie man diese Zweige verwendet und wie man individuell diese Aufteilung
außer Kraft setzt.
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Zusätzliche Portage Tools
Portage bringt zusätzliche Tools mit, die Ihnen das Gentoo Erlebnis etwas
vereinfachen sollen. Lesen Sie weiter um herauszufinden wie man dispatch-conf
und andere Tools benutzt.
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Abweichen vom Offiziellen Tree
"Abweichen vom Offiziellen Tree" gibt Ihnen einige Tipps und Tricks, wie Sie
Ihren eigenen Portage Tree nutzen können, wie Sie nur Kategorien aktualisieren,
die Sie möchten, "inject" von Paketen und mehr.
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Erweiterte Portage-Funktionen
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Gentoo Netzwerk Konfiguration
Eine verständliche Anleitung zur Netzwerknutzung in Gentoo.
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Zu Beginn
Ein Leitfaden um Ihre Netzwerkschnittstellen zügig für die häufigsten
Umgebungen einzurichten.
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Fortgeschrittene Konfiguration
Hier lernt man wie die Konfiguration funktioniert. Sie werden dies brauchen,
bevor Sie sich mit der modularen Netzwerkkonfiguration vertraut machen.
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Modulare Vernetzung
Gentoo ermöglicht flexible Netzwerkkonfiguration. Hier wird erläutert wie Sie
einen DHCP-Client auswählen, Bonding, VLANS und mehr einrichten.
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Drahtlose Netzwerkfunktionalität
Wireless kann eine heikle Angelegenheit sein. Mit etwas Glück kriegen Sie es zum
Laufen!
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Funktionalität hinzufügen
Wenn Sie etwas Zeit mitbringen können Sie Ihre eigenen Funktionen zum Netzwerk
hinzufügen.
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Netzwerkmanagement
Für Laptop-Benutzer oder Menschen die Ihre Computer zwischen verschiedenen
Netzwerken hin- und herbewegen.
A. Gentoo installieren
1. Über die Gentoo Linux Installation
1.a. Einleitung
Willkommen
Zuallererst, Willkommen bei Gentoo. Sie sind dabei, in die Welt der
Wahlmöglichkeiten und Performance einzusteigen. Bei Gentoo dreht sich vieles um
Auswahlmöglichkeiten. Während der Installation von Gentoo wird Ihnen das
mehrfach bewusst werden -- Sie haben die Wahl, wie viele Pakete Sie selber
kompilieren, wie Sie Gentoo installieren, welche Systemlogger Sie benutzen und
so weiter...
Gentoo ist eine schnelle, moderne Metadistribution mit einem klaren und
flexiblen Design. Gentoo ist rund um freie Software gebaut und versteckt das,
was unter der Haube steckt, nicht vor seinen Benutzern. Portage, das von Gentoo
benutzte Paketmanagementsystem, ist in Python geschrieben, was bedeutet, dass
Sie sich die Quelltexte einfach anschauen und nach Belieben verändern können.
Gentoos Paketsystem benutzt den Quelltext (obwohl auch Unterstützung für
vorkompilierte Pakete vorhanden ist) und die Konfiguration von Gentoo findet in
normalen Textdateien statt. Mit anderen Worten: Offenheit überall.
Es ist sehr wichtig, das Sie verstehen, dass Auswahlmöglichkeiten das
sind, was Gentoo ausmacht. Wir fordern Sie nicht auf, irgendetwas zu tun, was
Sie nicht möchten.
Wie ist die Installation strukturiert?
Die Installation von Gentoo kann als eine Prozedur von 10 Schritten
gesehen werden, was den Kapiteln 2 bis 11 entspricht. Jeder Schritt führt zu
einem bestimmten Ergebnis:
-
Nach Schritt 1 befinden Sie sich in einer funktionierenden Umgebung aus der
Sie Gentoo installieren können
-
Nach Schritt 2 haben Sie Ihre Internet-Verbindung hergestellt
-
Nach Schritt 3 sind Ihre Festplatten für die Installation vorbereitet
-
Nach Schritt 4 ist Ihre Installationsumgebung vorbereitet und Sie sind bereit
zum Chroot in die neue Umgebung
-
Nach Schritt 5 sind die wichtigsten Pakete, die in allen Gentoo Installationen
gleich sind, installiert
-
Nach Schritt 6 haben Sie Ihren Linux-Kernel kompiliert
-
Nach Schritt 7 haben Sie die meisten Ihrer Gentoo Systemkonfigurationsdateien
geschrieben
-
Nach Schritt 8 sind notwendige System-Tools (die Sie aus einer netten Liste
auswählen können) installiert
-
Nach Schritt 9 ist der Bootloader Ihrer Wahl installiert und konfiguriert und
Sie haben sich in Ihre neue Gentoo Installation eingeloggt
-
Nach Schritt 10 ist Ihre neue Gentoo Linux Umgebung bereit entdeckt zu werden
Wenn Ihnen verschiedene Auswahlmöglichkeiten vorgestellt werden, geben wir unser
Bestes, Ihnen die Vor- und Nachteile vorzustellen. Wir werden mit einer
Standardauswahl fortfahren, die im Titel durch "Standard:" gekennzeichnet ist.
Die anderen Wahlmöglichkeiten werden als "Alternativ:" gekennzeichnet. Denken
Sie nicht, dass Standard das ist, was wir empfehlen. Es ist der Weg, von
dem wir denken, dass ihn die meisten Benutzer gehen werden.
Manchmal können Sie optionalen Schritten folgen. Solche Schritte sind als
"Optional:" gekennzeichnet und nicht unbedingt notwendig, um Gentoo zu
installieren. Dennoch können optionale Schritte von vorherigen Entscheidungen
abhängen. Wir informieren Sie, wenn das passiert. Sowohl wenn Sie die
Entscheidung treffen, als auch wenn der optionale Schritt beschrieben wird.
Was sind meine Optionen?
Sie können Gentoo auf vielen verschiedenen Wegen installieren. Sie können eine
Installations-CD herunterladen und von dieser CD aus eine Installation
durchführen, Sie können eine bereits installierte Distribution nutzen, eine
nicht-Gentoo bootbare CD (wie z.B. Knoppix), eine aus dem Netz gestartete
Umgebung, eine Rettungsdiskette, etc.
Dieses Dokument beschreibt die Installation mit einer Gentoo
Installations-CD, oder, in bestimmten Fällen, Netboot. Wir gehen davon aus,
dass Sie die aktuellste Version eines jeden Pakets installieren wollen.
Notiz:
Für weitere Hilfe zu den anderen Installationsmöglichkeiten, einschließlich
der Nutzung von nicht-Gentoo CDs, lesen Sie bitte unseren Leitfaden über alternative
Installationsmöglichkeiten.
|
Wenn Sie eine netzwerklose Installation durchführen möchten, verweisen wir Sie
an dieser Stelle auf die Gentoo 2008.0
Handbücher, die die Installationsanweisungen für netzwerklose Umgebungen
beinhalten.
Beachten Sie bitte weiterhin, dass Sie den Anweisungen in den Gentoo 2008.0 Handbüchern folgen
müssen, wenn Sie planen GRP (die Gentoo Reference Platform, eine Reihe
vorkompilierter Pakete) einzusetzen.
Wir bieten ebenfalls ein Gentoo
Installation Tipps & Tricks Dokument, das weitere nützliche
Informationen enthält. Wenn Sie ein erfahrener Gentoo-Anwender sind und nur eine
kurze Installations-Checkliste benötigen, können Sie auch unsere
Schnellinstallationsanleitung verwenden, verfügbar in unserer Dokumentationsübersicht. Nicht jede Architektur
verfügt zurzeit über eine Schnellinstallationsanleitung.
Sie haben außerdem verschiedene Möglichkeiten: Sie können das gesamte System
von Grund auf kompilieren oder eine vorkompilierte Umgebung nutzen und damit in
kürzester Zeit zu einem laufenden System kommen. Außerdem haben Sie noch einen
"Mittelweg", in dem Sie nicht alles kompilieren und von einem halbfertigen
System starten.
Probleme?
Wenn Sie ein Problem in der Installation (oder in der Dokumentation) entdecken,
schauen Sie bitte in unserer Fehlerdatenbank, ob der Fehler bereits
bekannt ist. Wenn nicht erstellen Sie bitte einen Fehlerbericht, damit wir uns
der Sache annehmen können. Haben Sie keine Angst vor den Entwicklern, denen Ihr
Fehlerbericht zugeteilt wird -- für gewöhnlich essen sie keine Menschen.
Beachten Sie aber, dass dieses Dokument, welches Sie gerade lesen,
architekturspezifisch ist, auch wenn es Referenzen zu anderen Architekturen
enthält. Dies liegt daran, dass große Teile des Gentoo Handbuchs Quellcode
verwenden, welcher für alle Architekturen identisch ist (um doppelten
Arbeitsaufwand und die Verschwendung von Entwicklungsressourcen zu verhindern).
Wir werden versuchen dies auf ein Minimum zu beschränken um Missverständnisse zu
vermeiden.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Problem ein Benutzerproblem ist (ein
Fehler, den Sie trotz sorgfältiger Lektüre dieser Dokumentation machen) oder ein
Softwareproblem (ein Fehler, den wir trotz sorgfältigen Tests der
Installation/Dokumentation begangen haben) sollten Sie #gentoo.de im
irc.freenode.net Netz besuchen, ansonsten sind Sie natürlich auch so willkommen,
da unser Chat-Channel alle Gentoo-Themen abdeckt. :)
Apropos, wenn Sie eine Frage betreffend Gentoo haben, werfen Sie zunächst einen
Blick in die Häufig gestellten Fragen (FAQ),
die Teil der Gentoo Dokumentation sind. Sie können
auch die FAQs in
unserem Forum lesen.
2. Auswählen des richtigen Installationsmediums
2.a. Hardwareanforderungen
Einleitung
Bevor wir loslegen, sollten Sie eine Liste aller Hardwareanforderungen
erstellen, um Gentoo erfolgreich auf Ihrem System installieren zu können.
Hardwareanforderungen
| CPU (Big Endian port) |
MIPS3, MIPS4, MIPS5 oder MIPS64-Klasse CPU |
| CPU (Little Endian port) |
MIPS4, MIPS5 oder MIPS64-Klasse CPU |
| Arbeitsspeicher |
128 MB |
| Festplattenspeicher |
3.0 GB (ohne Swap-Speicher) |
| Swap Speicher |
Mindestens 256 MB |
Sie sollten auch sich auch das MIPS Hardware
Requirements Dokument, erhältlich auf unserer Webseite, ansehen.
2.b. Anmerkungen zur Installation
Eine Anmerkung zu Prozessorarchitekturen
Bei vielen Architekturen sind die Prozessor durch zahlreiche Generationen
gegangen. jede neuere Generation baut auf den Grundlagen der vorherigen auf.
MIPS ist da keine Ausnahme. Es gibt mehrere CPU Generationen die unter
der MIPS Architektur zusammengefasst sind. Damit Sie Ihren Netboot Stage
Tarball auswählen und CFLAGS enstprechend setzen können müssen
Sie sich bewusst sein zu welcher Familie der CPU Ihres Systems gehört. Diese
Familien werden als Instruction Set Architecture
bezeichnet.
| MIPS ISA |
32/64-Bit |
Zugehörige CPUs |
| MIPS 1 |
32-Bit |
R2000,
R3000
|
| MIPS 2 |
32-Bit |
R6000
|
| MIPS 3 |
64-Bit |
R4000,
R4400,
R4600,
R4700
|
| MIPS 4 |
64-Bit |
R5000,
RM5000,
RM7000
R8000,
R9000,
R10000,
R12000,
R14000,
R16000
|
| MIPS 5 |
64-Bit |
Bis jetzt keine
|
| MIPS32 |
32-Bit |
AMD Alchemy Serie, 4kc, 4km und viele weitere. Es gibt mehrere
Revisionen im MIPS32 ISA.
|
| MIPS64 |
64-Bit |
Broadcom SiByte SB1, 5kc, usw. Es gibt mehrere Revisionen im MIPS64 ISA.
|
Notiz:
Das ISA-Level von MIPS5 wurde 1994 von Silicon Graphics entwickelt, wurde
aber nie in wirklichen CPUs verwendet. Es existiert weiter als Teil des
MIPS64 ISA.
|
Notiz:
Die ISAs MIPS32 und MIPS64 sind häufig eine Ursache für
Verwirrung. Das ISA-Level MIPS64 ist in der Tat die Obermenge des
MIPS5 ISA. Es enthält also alle Anweisungen für MIPS5 und ältere
ISAs. MIPS32 ist die 32-Bit-Untermenge von MIPS64; es existiert,
da die meisten Anwendungen nur 32-Bit-Verarbeitung benötigen.
|
Ein weiteres wichtiges Konzept das verstanden werden muss ist das Konzept der
endianness. Endianness bezieht sich auf die Art wie der CPU Wörter aus
dem Hauptspeicher liest. Ein Wort kann entweder als big Endian
(wichtigstes Byte zuerst) oder als little Endian (am wenigsten
wichtigstes Byte zuerst) gelesen werden. Apple- und Sparc-Rechner sind Big
Endian. Bei MIPS sind Sie entweder das eine oder das andere. Um diese zu
differenzieren wird ein el an den Architekturnamen angehängt wenn little
Endian verwendet wird.
| Architektur |
32/64-Bit |
Endianness |
Zugehörige Rechner |
| mips |
32-Bit |
Big Endian |
Silicon Graphics |
| mipsel |
32-Bit |
Little Endian |
Cobalt Servers |
| mips64 |
64-Bit |
Big Endian |
Silicon Graphics |
| mips64el |
64-Bit |
Little Endian |
Cobalt Servers |
Diejenigen die willens sind mehr über ISAs zu lernen können die folgenden
Webseiten möglicherweise weiterhelfen.
Der stage3-Tarball
Ein stage3-Tarball ist ein Archiv, dass eine minimale Gentoo-Umgebung enthält.
Dieses ist dazu geneigt die Gentoo-Installation, mit den Anweisungen in diesem
Handbuch, fortzuführen. Bisher beschrieb das Gentoo Handbuch die Installation
unter Verwendung eines von drei stage-Tarballs. Obwohl Gentoo weiterhin die
stage1- und stage2-Tarballs bereitstellt, verwendet die offizielle
Installationsmethode einen stage3-Tarball. Wenn Sie daran interessiert sind
eine Gentoo-Installation mit einem stage1- oder stage2-Tarball durchzuführen,
lesen Sie bitte die Gentoo FAQ zu Wie
installiere ich Gentoo mit einem stage1- oder stage2-Tarball?
2.c. Übersicht: Netbooting
In diesem Abschitt wird behandelt was benötig wird für einen erfolgreichen
Netzwerk Boot einer Silicon Graphics workstation oder eines Cobalt Server
Geräts. Dies ist nur ein kurzer Leitfaden, er ist nicht darauf ausgelegt sehr
detailliert zu sein. Weitere Informationen findem Sie im Diskless HOWTO
Was Sie benötigen: Abhängig von Ihrem Rechner gibt es eine bestimmte Menge
an Hardware die Sie benötigen um erfolgreich mit netboot zu starten und Linux
installieren zu können.
-
Grundlegend:
-
DHCP/BOAMD Alchemy Serie, 4kc, 4km, viele weitere... Es gibt mehrere
Revisionen des MIPS32 ISA. OTP-Server (ISC DHCDp empfohlen)
- Geduld -- und viel davon
-
Für Silicon Graphics Workstations:
- TFTP Server (tftp-hpa wird empfohlen)
-
Wenn Sie die serielle Konsole wollen/benötigen:
-
MiniDIN8 --> RS-232 serielles Kabel (nur benötigt für IP22- und
IP28-Systeme)
- Nullmodem-Kabel
-
VT100 oder ANSI kompatibles Terminal mit Unterstützung für 9600 Baud
-
Für Cobalt Server (NICHT der Original Qube):
- NFS Server
- Null-modem Kabel
-
VT100 oder ANSI kompatibles Terminal mit Unterstützung für 115200 Baud
Notiz:
SGI-Rechner verwenden einen MiniDIN 8 Anschluss für die seriellen Ports.
Anscheinend funktionieren Apple Modemkabel einwandfrei als serielle Kabel aber
da Apple-Rechner mit USB & internen Modems ausgestattet werden, sind diese
schwerer und schwerer erhältlich. Ein Verkabelungsdiagramm findet sich im Linux/MIPS Wiki und die
meisten Elektro-Fachgeschäfte sollten die benötigten Stecker im Sortiment haben.
|
Notiz:
Für das Terminal, dies kann ein echtes VT100/ANSI Terminal oder ein PC der
Terminal-Emulationssoftware (wie HyperTerminal, Minicom, seyon, Telex, xc,
screen -- was immer Sie bevorzugen) ausführt sein, ist es egal auf welcher
Plattform der Rechner läuft - solange es einen seriellen RS-232 Port und
passende Software hat, können Sie ihn benutzen.
|
Notiz:
Beachten Sie, dass dieser Leitfaden den Original Qube NICHT behandelt. Der
Original Qube Server Rechern hatte in seiner Standardausführung keinen
seriellen Port und es ist daher nicht möglich Gentoo darauf zu installieren
ohne einen Schraubenziehers und eine Ersatzmaschine, welche die
Installation vollzieht, zu Hilfe zu ziehen. Die folgende Seite bietet einen
Leitfaden zur Installation von Gentoo auf diesen Rechnern.
http://www.metzner.org/projects/qube/
|
Einrichten von TFTP und DHCP -- ein kurzer Leitfaden
Nun da Sie alle Teile zusammen haben soll nun alles eingerichtet werden. Wie
vorhin erwähnt ist dies kein kompletter Leitfaden, dies ist die
Minimalkonfiguration. welche die Dinge nur ins Rollen bringt. Sie können dies
entweder verwenden wenn Sie ein Setup ganz von Anfang an beginnen oder die
Empfehlungen verwenden um Ihr existierendes Setup um die Unterstützung von
netboot erweitern.
Es lohnt sich zu erwähnen, dass die verwendenten Server nicht Gentoo Linux
verwenden müssen. Sie können genauso gut FreeBSD oder jegliche Unix-ähnliche
Plattform verwenden. Dieser Leitfaden wird jedoch annehmen, dass Sie Gentoo
Linux verwenden. Sie können TFTP/NFS auch auf einer anderen Rechner als dem
DHCP-Server verwenden, wenn Sie dies wünschen.
Warnung:
Das Gentoo/MIPS-Team kann Ihnen nicht beim Einrichten anderer Betriebsysteme
als Netboot-Server helfen. Wenn Sie ein anderes OS wählen wird davon ausgegangen
dass Sie wissen was Sie tun.
|
Der erste Schritt -- Konfiguration von DHCP. DAit der ISC DHCP-Daemon auf
BOOTP Anfragen antwortet (wie gefordert vom SGI & Cobalt BOOTROM) müssen
Sie zuerst dynamisches BOOTP für den verwendeten Addressbereich aktivieren.
Richten Sie danach einen Eintrag für jeden Client mit Verweisen auf das Boot
Image ein.
Befehlsauflistung 3.1: Installieren von ISCs DHCP |
# emerge dhcp
|
Einmal installiert müssen Sie die /etc/dhcp/dhcpd.conf erstellen.
Hier ist eine Minimalkonfiguration um Ihnen den Anfang zu erleichtern.
Befehlsauflistung 3.2: Minimalst dhcpd.conf |
ddns-update-style none;
subnet 192.168.10.0 netmask 255.255.255.0 {
pool {
range dynamic-bootp 192.168.10.1 192.168.10.254;
}
option domain-name-servers 203.1.72.96, 202.47.56.17;
option routers 192.168.10.1;
authoritative;
allow bootp;
}
|
Mit diesen Einstellungen können Sie nun eine beliebige Anzahl von Clients in
der Subnetklausel hinzufügen. Wir behandeln, was Sie einfügen müssen, später
in diesem Leitfaden.
Nächster Schritt -- Einrichten eines TFTP-Servers. Es wird empfohlen
tftp-hpa zu verwenden, da es der einzige TFTP-Daemon ist, von dem
bekannt ist, dass er korrekt funktioniert. Fahren Sie fort indem Sie ihn wie
folgt installieren.
Befehlsauflistung 3.3: Installation von tftp-hpa |
# emerge net-ftp/tftp-hpa
|
Dies wird /tftproot, als Speicherort für Netboot-Images, für Sie
erstellen.
2.d. Netboot auf SGI-Workstations
Herunterladen eines Netboot-Image
Abhängig vom System auf dem Sie installieren gibt es verschiedene mögliche
Images, welche zum Download bereit stehen. Sie sind nach dem Systemtyp und
CPU für den Sie kompiliert wurden benannt. Die Rechnertypen sind wie folgt:
| Codename |
Rechner |
| IP22 |
Indy, *Indigo 2, Challenge S |
| IP26 |
*Indigo 2 Power |
| IP27 |
Origin 200, Origin 2000 |
| IP28 |
*Indigo 2 Impact |
| IP30 |
Octane |
| IP32 |
O2 |
Notiz:
* Es ist ein häufig vorkommender Fehler den IRIS Indigo (IP12 mit R3000 CPU
oder IP20 mit R4000 CPU, keiner von beiden läuft mit Linux), den Indigo 2
(IP22, welcher einwandfrei mit Linux läuft), den R8000-basierenden Indigo 2
Power (unter dem Linux überhaupt nicht läuft) und den R10000-basierenden
Indigo 2 Impact (IP28, welcher hoch experimentell ist) zu verwechseln. Bitte
denken Sie daran, dass dies verschiedene Rechner sind.
|
Auch im Dateinamen verweist r4k auf die R4000-Serie Prozessoren, r5k auf
R5000, rm5k auf den RM5200 und r10k auf R10000. Sie werden die Images auf den
Gentoo Mirrors erhältlich finden.
DHCP Konfiguration für einen SGI-Client
Sowie Sie die Datei heruntergeladen haben, plazieren Sie die dekomprimierte
Image-Datei in Ihrem /tftproot Verzeichnis (verwenden Sie
bzip2 -d zur Dekomprimierung). Editieren Sie nun Ihre
/etc/dhcp/dhcpd.conf und fügen Sie den Eintrag für Ihren SGI-Client
hinzu.
Befehlsauflistung 4.1: dhcpd.conf Auszug für SGI-Workstations |
subnet xxx.xxx.xxx.xxx netmask xxx.xxx.xxx.xxx {
host sgi {
hardware ethernet 08:00:69:08:db:77;
next-server 192.168.10.1;
fixed-address 192.168.10.3;
filename "/gentoo-r4k.img";
}
}
|
Kerneloptionen
Wir sind fast fertig, es sind nur noch eine Anzahl kleiner Justierungen nötig.
Starten Sie eine Konsole mit Root-Privilegien und geben Sie die folgenden
Befehle ein.
Befehlsauflistung 4.2: Eine Korrekturen damit SGI-Rechner richtig mit TFTP zusammenarbeiten |
# echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/ip_no_pmtu_disc
# echo "2048 32767" > /proc/sys/net/ipv4/ip_local_port_range
|
Dies sollte ausreichend sein um es dem Linux Server zu ermöglichen einwandfrei
mit dem SGI PROM zu interagieren.
Starten Sie Ihre Daemons...
Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie bereit sein Ihre Daemons zu starten. Geben Sie
folgendes ein:
Befehlsauflistung 4.3: Starten der DHCP und TFTP Daemons |
# /etc/init.d/dhcp start
# /etc/init.d/in.tftpd start
|
Wenn nichts schiefgegangen ist beim letzten Schritt, dann sollten Sie jetzt
dazu bereit sein die Workstation anzuschalten und mit dem Leitfaden
fortzufahren. Wenn der DHCP-Server, aus welchem Grund auch immer, nicht
startet, sollten Sie versuchen 'dhcpd' in der Eingabezeile auszuführen um zu
sehen was es Ihnen mitteilt. Wenn alles einwandfrei läuft sollte es in den
Hintegrund wandern, ansonsten werden Sie 'exiting' sehen, direkt nach der
Fehlermeldung.
Ein einfacher Weg festzustellen ob der TFTP Daemon läuft ist es den folgenden
Befehl einzutippen. Wenn Sie etwas wie die Ausgabe weiter unten sehen, dann
ist alles in Ordnung.
Befehlsauflistung 4.4: Überprüfen ob TFTPd läuft |
# netstat -al | grep ^udp
udp 0 0 *:bootpc *:*
udp 0 0 *:631 *:*
udp 0 0 *:xdmcp *:*
udp 0 0 *:tftp *:*
|
Netboot eines SGI-Rechners
Alles ist nun bereit, DHCP und TFTP laufen. Es ist nun Zeit den SGI-Rechner
hochzufahren. Schalten Sie den Rechner an, wenn Sie "Running power-on
diagnostics" sehen, dann klicken Sie entweder auf "Stop For Maintenance" oder
drücken Sie ESCAPE. Ihnen wird ein Menü, ähnlich dem folgenden, präsentiert.
Geben Sie die Befehle wie unten gezeigt ein.
Befehlsauflistung 4.5: SGI PROM Maintenance Menu |
Running power-on diagnostics
System Maintenance Menu
1) Start System
2) Install System Software
3) Run Diagnostics
4) Recover System
5) Enter Command Monitor
Option? 5
Command Monitor. Type "exit" to return to the menu.
>> bootp(): root=/dev/ram0
|
Von diesem Punkt an sollte die Rechner anfangen das Image herunterzuladen.
Dann, etwa 20 Sekunden später, sollte Linux anfangen zu booten. Wenn alles
gut geht, sollten Ihnen die Busybox ash Shell, wie unten gezeigt,
präsentiert werden. Dort können Sie dann fortfahren mit der
Konfiguration Ihres Netzwerks.
Befehlsauflistung 4.6: Wenn alles richtig läuft... |
init started: BusyBox v1.00-pre10 (2004.04.27-02:55+0000) multi-call binary
Gentoo Linux; http://www.gentoo.org/
Copyright 2001-2004 Gentoo Technologies, Inc.; Distributed under the GPL
Gentoo/MIPS Netboot for Silicon Graphics Machines
Build Date: April 26th, 2004
* To configure networking, do the following:
* For Static IP:
* /bin/net-setup <IP-Adresse> <Gateway-Adresse> [telnet]
* For Dynamic IP:
* /bin/net-setup dhcp [telnet]
* If you would like a telnetd daemon loaded as well, pass "telnet"
* As the final argument to /bin/net-setup.
Please press Enter to activate this console.
|
Fehlerbehebung.
Wenn der Rechner stur bleibt und sich weigert das Image herunterzuladen kann
dies zwei mögliche Ursachen haben. (1) sie haben irgendwie sich versehen oder
(2) es wird ein wenig Überzeugungsarbeit benötigt. (Nein, noch kein Grund den
Vorschlaghammer zu holen!) Hier ist eine Liste von Dingen die Sie überprüfen
können:
-
dhcpd gibt dem SGI-Rechner eine IP-Adresse. Sie sollten einige
Meldungen sehen über eine BOOTP-Anfrage in Ihren Systemprotokollen.
tcpdump kann hier auch hilfreich sein.
-
Berechtigungen sind für Ihren TFTP-Ordner korrekt gesetzt (normalerweise
/tftproot -- sollte world readable sein)
-
Überprüfen Sie Ihre Systemprotokolle um zu sehen was der TFTP-Server
meldet (Fehler möglicherweise)
Wenn Sie alles auf dem Server überprüft haben, und Sie Timeouts etc auf Ihrem
SGI-Rechner erhalten, dann versuchen Sie folgendes in die Konsole zu tippen.
Befehlsauflistung 4.7: Das SGI PROM überreden zu funktionieren |
>> resetenv
>> unsetenv netaddr
>> unsetenv dlserver
>> init
>> bootp(): root=/dev/ram0
|
2.e. Alternative Methode: Gentoo/MIPS SGI LiveCD
Übersicht
Auf Rechnern von Silicon Graphics ist es möglich von einer CD zu Booten um ein
Betriebssystem zu installieren. (So wird auch zum Beispiel IRIX installiert.)
Seit kurzem sind Images für solche bootbaren CDs zur Installation von Gentoo
möglich geworden. Diese CDs sind so gestaltet, dass sie das gleiche tun.
Momentan funktioniert die Gentoo/MIPS Live CD nur auf den SGI Indy, Indigo 2
and O2 Workstations, ausgestattet mit CPUs der R4000- und R5000-Serie. Andere
Plattformen sind möglicherweise in der Zukunft auch möglich.
Sie finden die Images der Live CD zum herunterladen auf Ihrem bevorzugten Gentoo
Mirror im Verzeichnis experimental/mips/livecd.
Warnung:
Dies CDs sind zu diesem Zeitpunkt höchst experimentell. Es kann nicht garantiert
werden, dass sie funktionieren. Sie können über Erfolg oder Misserfolg entweder
im Bugzilla, diesem Foren-Thread
oder im #gentoo-mips IRC-Channel
berichten. Wir würden uns freuen von Ihnen zu hören.
|
Brennen einer Live CD
Eine wichtige Sache, die man beachten sollte, ist dass das SGI PROM das
ISO9660-Format nicht versteht. Es weiß auch nicht über den El Torito
Bootstandard. Diese CD-Images sind als ein SGI-Disklabel konstruiert, mit dem
Boot-Image im Volume-Header, wie bei einer Festplatte. Daher muss man beim
Brennen der CD sehr präzise vorgehen.
Es folgt ein Beispiel in dem eine 24x Brenngeschwindigkeit auf einem
IDE-Brenner angenommen wird. Wenn Sie zum Beispiel einen SCSI-Brenner haben,
müssen Sie unter Umständen den dev Ausdruck anpassen. Auch so bei der
Option speed, wenn Sie auf Probleme treffen, sollten Sie versuchen die
Geschwindigkeit zu reduzieren.
Befehlsauflistung 5.1: Mit cdrecord brennen |
# bzip2 -d mips-livecd-prototype-rc2-20041027.img.bz2
# cdrecord -vv -pad speed=24 dev=ATAPI:0,0,0 -tao mips-livecd-prototype-rc2-20041027.img
|
Notiz:
Es kann möglich sein diese CDs unter Windows zu brennen, vorausgesetzt Ihr
Brennprogramm akzeptiert das Image blind, so wie es ist. Jedoch hat bisher
noch niemand erfolgreich eine funktionierende CD auf diese Weise erstellt.
|
Notiz:
Wenn Sie nicht wissen, was Sie bei Ihrem dev Argument angeben sollen,
führen Sie als root cdrecord -scanbus aus. Dies wird Ihnen mitteilen wo
sich Ihr Brenner befindet.
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2.f. Netboot auf Cobalt-Servern
Übersicht der Netboot-Prozedur
Anders als bei SGI-Rechnern verwenden Cobalt-Server NFS um Ihren Kernel für den
Boot zu transferieren. Sie booten indem Sie die linke & rechte Pfeiltaste
gedrückt halten, während Sie den Rechner einschalten. Der Rechner wird versuchen
eine IP-Nummer via BOOTP zu erhalten, dann das Verzeichnis /nfsroot
vom Server via NFS einzubinden und dann versuchen die Datei
vmlinux_raq-2800.gz (abhängig vom Modell), es nimmt an, dass es
eine Standard ELF-Binärdatei ist, herunterzuladen und zu booten.
Herunterladen eines Netboot-Image
In
http://dev.gentoo.org/~redhatter/mips/cobalt/netboots/ werden Sie die
notwendigen Boot-Images finden um Cobalt zum Laufen zu kriegen. Die Dateien die
Sie benötigen werden haben den Namen
nfsroot-KERNEL-COLO-DATUM-cobalt.tar. Wählen Sie das aktuellste aus
und entpacken Sie es in / wie folgt:
Befehlsauflistung 6.1: Entpacken des nfsroot-Image |
# tar -C / -xvf nfsroot-2.6.13.4-1.19-20051122-cobalt.tar
|
Konfiguration des NFS-Servers
Da dieser Rechner NFS verwendet um das Image herunterzuladen müssen Sie
/nfsroot auf ihrem Server exportieren. Wenn noch nicht
geschehen, müssen Sie das net-fs/nfs-utls Paket installieren.
Befehlsauflistung 6.2: Installieren von nfs-utils |
# emerge net-fs/nfs-utils
|
Sowie dies erledigt ist sollten Sie folgendes in Ihre /etc/exports
Datei schreiben. Wenn Sie wünschen können Sie auch härtere Beschränkungen
verwenden.
Befehlsauflistung 6.3: Exportieren des /nfsroot Verzeichnisses |
/nfsroot *(ro,sync)
|
Nun, da dies geschafft ist, können Sie Ihren NFS Server starten:
Befehlsauflistung 6.4: Starten des NFS Server |
# /etc/init.d/nfs start
|
Wenn der NFS Server zu diesem Zeitpunkt schon lief, dann können Sie ih dazu
auffordern einen weiteren Blick in die exports Datei zu werfen mit
exportfs.
Befehlsauflistung 6.5: Exportieren eines neuen Dateisystems |
# exportfs -av
|
DHCP Konfiguration für Cobalt-Rechner
Der DHCP Teil der Vorbereitungen is relativ simpel. Fügen Sie folgendes
Ihrer /etc/dhcp/dhcpd.conf Datei hinzu.
Befehlsauflistung 6.6: dhcpd.conf Auszug für Cobalt-Server |
subnet xxx.xxx.xxx.xxx netmask xxx.xxx.xxx.xxx {
host qube {
option root-path "/nfsroot";
hardware ethernet 00:10:e0:00:86:3d;
next-server 192.168.10.1;
fixed-address 192.168.10.2;
filename "default.colo";
}
}
|
Start Sie Ihre Daemons...
Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie bereit sein Ihre Daemons zu starten. Geben Sie
folgendes ein:
Befehlsauflistung 6.7: Starten des DHCP- und NFS-Daemons |
# /etc/init.d/dhcp start
# /etc/init.d/nfs start
|
Wenn nichts schiefgegangen ist beim letzten Schritt, dann sollten Sie jetzt
dazu bereit sein die Workstation anzuschalten und mit dem Leitfaden
fortzufahren. Wenn der DHCP-Server, aus welchem Grund auch immer, nicht
startet, sollten Sie versuchen 'dhcpd' in der Eingabezeile auszuführen um zu
sehen was es Ihnen mitteilt. Wenn alles einwandfrei läuft sollte es in den
Hintegrund wandern, ansonsten werden Sie 'exiting' sehen, direkt nach der
Fehlermeldung.
Netboot des Cobalt-Rechners
Alles ist nun bereit, DHCP und NFS laufen. Es ist nun Zeit den Cobalt-Rechner
hochzufahren. Schliessen Sie Ihr Null-Modem Kabel an und setzen Sie das
serielle Terminal auf 115200 Baud, 8 Bits, keine Parität, 1 Stopp Bit, VT100
Emulation. Sobald das geschehen ist müssen Sie die linke & rechte
Pfeiltaste gedrückt halten während Sie den Rechner anschalten.
Wenn alles in Ordnung ist, dann sollte das rückwärtige Display "Net Booting"
anzeigen und Sie sollten einige Netzwerkaktivität sehen, schnell gefolgt von
CoLo. Sie sollten dann am rückwärtigen Display runterscrollen bis Sie "Network
(NFS)" sehen, drücken Sie dann EINGABE. Auf der seriellen Konsole sollten
Sie dann sehen wie der Rechner startet.
Befehlsauflistung 6.8: Booten des Kernels |
elf: 80080000 <-- 00001000 6586368t + 192624t
elf: entry 80328040
net: interface down
CPU revision is: 000028a0
FPU revision is: 000028a0
Primary instruction cache 32kB, physically tagged, 2-way, linesize 32 bytes.
Primary data cache 32kB 2-way, linesize 32 bytes.
Linux version 2.4.26-mipscvs-20040415 (root@khazad-dum) (gcc version 3.3.3...
Determined physical RAM map:
memory: 08000000 @ 00000000 (usable)
Initial ramdisk at: 0x80392000 (3366912 bytes)
On node 0 totalpages: 32768
zone(0): 32768 pages.
zone(1): 0 pages.
zone(2): 0 pages.
Kernel command line: console=ttyS0,115200 root=/dev/ram0
Calibrating delay loop... 249.85 BogoMIPS
Memory: 122512k/131072k available (2708k kernel code, 8560k reserved, 3424k dat)
|
Wenn alles gut geht, sollten Ihnen die Busybox ash Shell, wie unten
gezeigt, präsentiert werden. Dort können Sie dann fortfahren mit der Konfiguration Ihres Netzwerks.
Befehlsauflistung 6.9: Wenn alles richtig läuft... |
VFS: Mounted root (ext2 filesystem) readonly.
Freeing unused kernel memory: 280k freed
init started: BusyBox v1.00-pre10 (2004.04.27-02:55+0000) multi-call binary
Gentoo Linux; http://www.gentoo.org/
Copyright 2001-2004 Gentoo Technologies, Inc.; Distributed under the GPL
Gentoo/MIPS Netboot for Cobalt Microserver Machines
Build Date: April 26th, 2004
* To configure networking, do the following:
* For Static IP:
* /bin/net-setup <IP-Adresse> <Gateway-Adresse> [telnet]
* For Dynamic IP:
* /bin/net-setup dhcp [telnet]
* If you would like a telnetd daemon loaded as well, pass "telnet"
* As the final argument to /bin/net-setup.
Please press Enter to activate this console.
|
Fehlerbehebung
Wenn der Rechner stur bleibt und sich weigert das Image herunterzuladen kann
dies zwei mögliche Ursachen haben. (1) sie haben irgendwie sich versehen oder
(2) es wird ein wenig Überzeugungsarbeit benötigt. (Nein, noch kein Grund den
Vorschlaghammer zu holen!) Hier ist eine Liste von Dingen die Sie überprüfen
können:
-
dhcpd gibt dem Cobalt-Rechner eine IP-Adresse. Sie sollten einige
Meldungen über eine BOOTP Anfrage in Ihren Systemprotokollen finden.
tcpdump ist hier auch hilfreich.
-
Berechtigungen sind für den /nfsroot Ordner korrekt gesetzt.
(sollte world readable sein)
-
Stellen Sie sicher, dass der NFS läuft und das Verzeichnis
/nfsroot auch exportiert. Überprüfen Sie dies durch
exportfs -v auf dem Server.
3. Konfiguration des Netzwerks
3.a. Automatische Netzwerkerkennung
Vielleicht funktioniert es einfach?
Wenn sich Ihr System in einem Ethernet-Netzwerk mit einem DHCP-Server befindet,
ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihr Netz bereits konfiguriert ist. Sie können
nun die zahlreichen Netzwerktools auf der Installations-CD wie zum Beispiel
ssh, scp, ping, irssi, wget und links
nutzen.
Wenn das Netzwerk bereits konfiguriert wurde, zeigt Ihnen der Befehl
ifconfig weitere Netzwerkschnittstellen neben lo an, wie beispielsweise
eth0:
Befehlsauflistung 1.1: ifconfig für eine funktionierende Netzwerkkonfiguration |
# ifconfig
eth0 Link encap:Ethernet HWaddr 00:50:BA:8F:61:7A
inet addr:192.168.0.2 Bcast:192.168.0.255 Mask:255.255.255.0
inet6 addr: fe80::50:ba8f:617a/10 Scope:Link
UP BROADCAST RUNNING MULTICAST MTU:1500 Metric:1
RX packets:1498792 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:1284980 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:1984 txqueuelen:100
RX bytes:485691215 (463.1 Mb) TX bytes:123951388 (118.2 Mb)
Interrupt:11 Base address:0xe800
|
Optional: Proxy-Konfiguration
Wenn Sie auf das Internet nur über einen Proxy-Server zugreifen können, müssen
Sie während der Installation das System für die Verwendung des Proxy-Servers
vorbereiten. Das ist aber recht einfach. Sie müssen dazu lediglich eine Variable
mit den Informationen über den Proxy-Server setzen.
In den meisten Fällen können Sie den Hostnamen des Proxy-Servers in die Variable
schreiben. Nehmen wir an, der Server ist proxy.gentoo.org und der Port
ist 8080.
Befehlsauflistung 1.2: Einrichten des Proxy-Servers |
# export http_proxy="http://proxy.gentoo.org:8080¨
# export ftp_proxy="ftp://proxy.gentoo.org:8080"
# export RSYNC_PROXY="proxy.gentoo.org:8080"
|
Wenn der Proxy-Server einen Benutzernamen und Passwort verlangt, sollten Sie die
folgende Syntax in der Variable verwenden:
Befehlsauflistung 1.3: Einen Benutzernamen/Passwort zu der Variable hinzufügen |
http://Benutzername:Passwort@proxy.gentoo.org:8080
|
Das Netzwerk testen
Dazu können Sie beispielsweise den DNS-Server Ihres Internetanbieters
"anpingen". Die Adresse dieses Servers finden Sie in
/etc/resolv.conf. Außerdem sollten Sie eine Webseite Ihrer Wahl
"pingen". So stellen Sie sicher, dass Sie sowohl mit dem Internet verbunden
sind, als auch, dass Ihre Namensauflösung korrekt arbeitet.
Befehlsauflistung 1.4: Der Netzwerktest |
# ping -c 3 www.gentoo.org
|
Wenn Sie nun in der Lage sind, Ihr Netzwerk zu verwenden, dann können Sie den
Rest dieses Kapitels überspringen und mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren.
Wenn nicht, lesen Sie bitte weiter.
3.b. Automatische Netzwerkkonfiguration
Wenn die Netzwerkverbindung nicht gleich zu Stande kommt, beinhalten einige
Installationsmedien den Befehl net-setup (für normale und drahtlose
Verbindungen) oder pppoe-setup (für ADSL-Verbindungen) bzw.
pptp (für PPTP-Benutzer - verfügbar für x86, amd64, alpha, pcc und
ppc64).
Wenn Ihr Installationsmedium das entsprechende Tool nicht enthält oder Ihre
Netzwerkverbindung noch nicht funktioniert, so fahren Sie bitte mit folgendem
Abschnitt fort: Manuelle Netzwerkkonfiguration.
Standard: Verwendung von net-setup
Der einfachste Weg die Netzwerkverbindung zu konfigurieren, falls die
automatische Konfiguration fehlgeschlagen sein sollte, ist das Skript
net-setup eth0
Befehlsauflistung 2.1: Das Skript net-setup starten |
# net-setup eth0
|
net-setup wird Ihnen einige Fragen bezüglich Ihrer Netzwerkumgebung
stellen. Haben Sie alle Fragen beantwortet, sollten Sie eine funktionsfähige
Netzwerkverbindung haben. Testen Sie Ihr Netzwerk wieder, wie oben beschrieben.
Sollten die Tests funktionieren, so haben Sie es geschafft. Sie können nun mit
der Installation von Gentoo fortfahren. Überspringen Sie den Rest dieses
Kapitels und fahren Sie mit der Vorbereitung der
Festplatte(n) fort.
Sollte Ihr Netzwerk nun immer noch nicht funktionieren, fahren Sie bitte mit
Manuelle Netzwerkkonfiguration fort.
Alternativ: Verwendung von PPP
Für den Fall, dass Sie PPPoE benötigen, um eine Verbindung mit dem Internet
herzustellen, bringt die Installations-CD (in jeder Version) das Tool
ppp mit. Verwenden Sie das Skript pppoe-setup, um Ihre
Verbindung zu konfigurieren. Sie werden nach der Netzwerkkarte gefragt, die mit
Ihrem DSL-Modem verbunden ist, dem Benutzernamen und nach Ihrem Kennwort.
Ferner geben Sie noch die IP-Adressen der DNS-Server des Providers ein und ob
Sie eine Firewall benötigen oder nicht.
Befehlsauflistung 2.2: Verwendung von ppp |
# pppoe-setup
# pppoe-start
|
Wenn etwas schief gehen sollte, überprüfen Sie bitte, ob Sie Ihren Benutzernamen
und Ihr Passwort richtig eingegeben haben, indem Sie die Datei
/etc/ppp/pap-secrets bzw. /etc/ppp/chap-secrets
einsehen. Stellen Sie bitte auch sicher, dass Sie die richtige Netzwerkkarte
verwenden. Wenn Ihre Netzwerkkarte im System nicht erkannt wird, müssen Sie das
entsprechende Kernelmodul laden. In diesem Fall müssen Sie mit der Manuellen Konfiguration des Netzwerks fortfahren. Dort
gehen wir näher auf das Laden der entsprechenden Kernelmodule ein.
Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem nächsten Kapitel, Vorbereiten der Festplatte(n) fort.
Alternativ: Verwendung von PPTP
Wenn Sie PPTP-Unterstüzung benötigen, können Sie das Programm pptpclient,
das Ihnen von der Installations-CD bereitgestellt wird, verwenden. Allerdings
müssen Sie vorher sichergehen, dass Ihre Konfiguration korrekt ist. Dazu
editieren Sie die Datei /etc/ppp/pap-secrets oder
/etc/ppp/chap-secrets, so dass diese die korrekte
Benutzername/Kennwort-Kombination beinhalten.
Befehlsauflistung 2.3: /etc/ppp/chap-secrets editieren |
# nano -w /etc/ppp/chap-secrets
|
Wenn nötig, sollten Sie nun noch /etc/ppp/options.pptp anpassen:
Befehlsauflistung 2.4: /etc/ppp/options.pptp editieren |
# nano -w /etc/ppp/options.pptp
|
Nun geben Sie den Befehl pptp (mit den Optionen, die Sie in
options.pptp setzen könnten) ein, um sich mit dem Server zu
verbinden.
Befehlsauflistung 2.5: Mit einem Dial-In-Server verbinden |
# pptp <server ip>
|
Wenn alles funktioniert hat, dann fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.
3.c. Manuelle Netzwerkkonfiguration
Die richtigen Kernelmodule laden
Wenn die Installations-CD bootet, versucht sie alle Ihre Hardwaregeräte zu
erkennen und lädt automatisch die entsprechenden Kernelmodule (Treiber). In den
allermeisten Fällen funktioniert dies sehr gut. Allerdings kann es vorkommen,
dass ein Kernelmodul nicht automatisch geladen wird.
Wenn net-setup oder pppoe-setup fehlschlagen, dann ist es
möglich, dass Ihre Netzwerkkarte nicht sofort gefunden wurde. Das bedeutet,
dass Sie das entsprechende Kernelmodul manuell laden müssen.
Verwenden Sie ls, um herauszufinden, welche Netzwerk-Kernelmodule von
Gentoo bereitgestellt werden.
Befehlsauflistung 3.1: Nach bereitgestellten Kernelmodulen suchen |
# ls /lib/modules/`uname -r`/kernel/drivers/net
|
Wenn Sie einen Treiber für Ihre Netzwerkkarte gefunden haben, laden Sie diesen
mit modprobe.
Befehlsauflistung 3.2: modprobe zum Laden eines Kernelmoduls |
# modprobe pcnet32
|
Benutzen Sie ifconfig zum Prüfen, ob das Modul geladen wurde. Eine
erkannte Netzwerkkarte würde in etwa diese Ausgabe ergeben:
Befehlsauflistung 3.3: Testen der Verfügbarkeit der Netzwerkkarte, erfolgreich |
# ifconfig eth0
eth0 Link encap:Ethernet HWaddr FE:FD:00:00:00:00
BROADCAST NOARP MULTICAST MTU:1500 Metric:1
RX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 frame:0
TX packets:0 errors:0 dropped:0 overruns:0 carrier:0
collisions:0 txqueuelen:0
RX bytes:0 (0.0 b) TX bytes:0 (0.0 b)
|
Wenn Sie stattdessen diesen Fehler erhalten, dann wurde Ihre Karte nicht
erkannt.
Befehlsauflistung 3.4: Testen der Verfügbarkeit der Netzwerkkarte, fehlgeschlagen |
# ifconfig eth0
eth0: error fetching interface information: Device not found
|
Wenn Sie in Ihrem System mehrere Netzwerkkarten haben, so sind diese
eth0, eth1 usw. benannt. Stellen sicher, dass die Netzwerkkarte
die Sie nutzen möchten funktioniert und denken Sie daran den richtigen Namen
während der Installation zu benutzen. Wir gehen von nun an davon aus, dass die
Netzwerkkarte eth0 benutzt wird.
Wurde Ihre Netzwerkkarte erkannt, so können Sie nun erneut net-setup
oder pppoe-setup ausprobieren (diese sollten nun funktionieren). Den
richtigen Freaks unter Ihnen werden wir auch noch erklären, wie man das
Netzwerk manuell einrichtet.
Wählen Sie je nach Netzwerksetup einen der folgenden Abschnitte:
DHCP verwenden
DHCP (Dynamic Host Configuration Protocol) ermöglicht es die gesamte
Netzwerkkonfiguration (IP-Adresse, Netzwerkmaske, Broadcast-Adresse, Gateway,
DNS-Server etc.) dynamisch von einem Server zu beziehen. Das funktioniert
logischerweise nur, wenn Sie einen DHCP-Server in Ihrem LAN haben oder Ihr
Provider einen solchen Dienst anbietet. Benutzen Sie dhcpcd:
Befehlsauflistung 3.5: Verwendung von dhcpcd |
# dhcpcd eth0
# dhcpcd -HD eth0
|
Wenn das funktioniert (versuchen Sie einen Internet-Server zu pingen), dann sind
Sie fertig mit der Konfiguration des Netzwerks und können mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fortfahren.
Vorbereitung für drahtlosen Zugriff
Notiz:
Nur die Installations-CDs der x86-, amd64- und ppc-Architekturen unterstützen
das Kommando iwconfig. Wenn Ihre CD das Kommando nicht enthält, können
Sie den Anleitungen des linux-wlan-ng-Projekts
folgen.
|
Wenn Sie eine WLan-Karte (802.11) benutzen, müssen Sie Einstellungen zur
Nutzung der Karte einrichten, bevor es weiter gehen kann. Um sich die aktuellen
Einstellungen der Karte anzuschauen, benutzen Sie iwconfig.
iwconfig zeigt Ihnen möglicherweise etwas wie dies:
Befehlsauflistung 3.6: Aktuelle WLan-Einstellungen anzeigen |
# iwconfig eth0
eth0 IEEE 802.11-DS ESSID:"GentooNode"
Mode:Managed Frequency:2.442GHz Access Point: 00:09:5B:11:CC:F2
Bit Rate:11Mb/s Tx-Power=20 dBm Sensitivity=0/65535
Retry limit:16 RTS thr:off Fragment thr:off
Power Management:off
Link Quality:25/10 Signal level:-51 dBm Noise level:-102 dBm
Rx invalid nwid:5901 Rx invalid crypt:0 Rx invalid frag:0 Tx
excessive retries:237 Invalid misc:350282 Missed beacon:84
|
Notiz:
Einige drahtlose Netzwerkkarten benutzen einen Gerätenamen wie wlan0
oder ra0 anstelle von eth0. Führen Sie iwconfig ohne
irgendwelche Kommandozeilenparamater aus, um den korrekten Gerätenamen zu
bestimmen.
|
Für die meisten Benutzer sollte es hinreichend sein zwei Einstellungen
anzupassen. Die ESSID (der Name des drahtlosen Netz) und den WEP-Key. Wenn die
ESSID und die Adresse des Access-Points bereits gelistet sind und Sie kein WEP
benutzen, funktioniert Ihr Netzwerk bereits. Wenn Sie Ihre ESSID ändern oder
einen WEP-Key hinzufügen möchten, können Sie folgende Kommandos ausführen:
Notiz:
Falls Ihr drahtloses Netzwerk WPA oder WPA2 benutzt, werden Sie
wpa_supplicant verwenden müssen. Für weitere Informationen zur
Konfiguration drahtloser Netzwerke unter Gentoo Linux, lesen Sie bitte das
Kapitel Drahtlose Netzwerkfunktionalität
des Gentoo Handbuchs.
|
Befehlsauflistung 3.7: Ändern der ESSID und/oder Hinzufügen eines WEP-Keys |
# iwconfig eth0 essid GentooNode
# iwconfig eth0 key 1234123412341234abcd
# iwconfig eth0 key s:some-password
|
Sie können Ihre Einstellungen nun nochmal mit iwconfig überprüfen. Wenn
Sie Ihr WLan nun eingerichtet haben, können Sie mit der Konfiguration der
IP-Level-Optionen wie im nächsten Abschnitt Die
Netzwerkterminologie verstehen fortfahren oder net-setup benutzen,
wie vorhin beschrieben.
Die Netzwerkterminologie verstehen
Notiz:
Wenn Sie Ihre IP-Adresse, Broadcast-Adresse, Netzmaske und DNS-Server kennen,
dann können Sie diesen Teil beruhigt überspringen. Fahren Sie in diesem Fall mit
Benutzen von ifconfig und route fort.
|
Wenn alles obige fehlschlägt, müssen Sie Ihr Netzwerk manuell einrichten.
Dies ist überhaupt nicht schwierig. Jedoch müssen Sie mit einiger
Netzwerkterminologie vertraut sein, denn Sie werden diese benötigen, um Ihr
Netzwerk zu Ihrer Zufriedenheit konfigurieren zu können. Nachdem Sie dies
gelesen haben, werden Sie wissen, was ein Gateway ist, wozu eine
Netzmaske dient, wie eine Broadcast-Adresse aufgebaut ist und
warum Sie Nameserver benötigen.
In einem Netzwerk werden die Computer über Ihre IP-Adresse (Internet
Protocol Address) identifiziert. Diese Adresse ist eine Kombination aus vier
Nummern zwischen 0 und 255. Jedenfalls nehmen wir das so wahr. In Wirklichkeit
ist eine IP-Adresse eine 32-Bit-Folge (Nullen und Einsen). Hier ein Beispiel:
Befehlsauflistung 3.8: Beispiel einer IP-Adresse |
IP Adresse (Nummern): 192.168.0.2
IP Adresse (Bits): 11000000 10101000 00000000 00000010
-------- -------- -------- --------
192 168 0 2
|
Solch eine IP-Adresse ist einmalig für einen Host (Computer) in allen
angrenzenden Netzwerken (d.h. jeder Host, den Sie erreichen können, muss eine
einzigartige IP-Adresse besitzen). Um zwischen Hosts innerhalb eines
Netzwerkes und außerhalb eines Netzwerkes unterscheiden zu können, ist die
IP-Adresse in zwei Teile eingeteilt: Einen Network-Abschnitt und einen
Host-Abschnitt.
Diese Unterteilung wird mittels der netmask (dt. so viel wie Netzmaske)
beschrieben. Die netmask ist eine Reihe von Einsen, gefolgt von einer Reihe
von Nullen. Der Teil der IP-Adresse der den Einsen entspricht, ist der
Netzwerkteil. Die Netzmaske kann wie eine IP-Adresse aufgeschrieben werden.
Befehlsauflistung 3.9: Beispiel einer Netzwerk/Host Teilung |
IP-address: 192 168 0 2
11000000 10101000 00000000 00000010
Netmask: 11111111 11111111 11111111 00000000
255 255 255 0
+--------------------------+--------+
Network Host
|
In anderen Worten ist 192.168.0.14 ein Host in unserem Teilnetz, während
192.168.1.2 dies nicht ist.
Die Broadcast-Adresse ist eine IP-Adresse, die den gleichen Netzwerkteil
wie unser Netzwerk hat, allerdings nur Einsen im Hostteil hat. Alle Computer in
dem Teilnetz hören auf diese IP-Adresse. Diese Adresse ist zum Broadcasting
eines Paketes an alle Computer gedacht. D.h. ein Paket wird an alle Computer im
Netzwerk gleichzeitig geschickt.
Befehlsauflistung 3.10: Broadcast-Adresse |
IP-address: 192 168 0 2
11000000 10101000 00000000 00000010
Broadcast: 11000000 10101000 00000000 11111111
192 168 0 255
+--------------------------+--------+
Network Host
|
Um im Internet surfen zu können, müssen Sie wissen, welcher Host die
Internetverbindung herstellt. Dieser Host wird Gateway genannt. Da dieser
ein normaler Host ist, besitzt auch das Gateway eine normale IP-Adresse (z.B.
192.168.0.1).
Zuvor haben wir schon erwähnt, dass jeder Host eine eigene IP-Adresse besitzt.
Um diesen Host aber mit einem Namen ansprechen zu können (anstatt einer
IP-Adresse) benötigen Sie einen Dienst, der Namen (wie dev.gentoo.org)
in IP-Adressen (wie 64.5.62.82) umwandelt. Dieser Dienst wird
nameservice genannt. Um diesen Dienst nutzen zu können, müssen Sie
die entsprechenden name server kennen. Diese werden in der Datei
/etc/resolv.conf festgehalten.
In manchen Fällen trägt das Gateway ebenfalls die Rolle des Nameservers. Sonst
müssen Sie den Nameserver des Providers angeben.
In der Zusammenfassung benötigen Sie also folgende Daten bevor Sie fortfahren:
| Netzwerkbegriff |
Beispiel |
| Ihre IP-Adresse |
192.168.0.2 |
| Netzmaske |
255.255.255.0 |
| Broadcast-Adresse |
192.168.0.255 |
| Gateway |
192.168.0.1 |
| Nameserver |
195.130.130.5, 195.130.130.133 |
Verwendung von ifconfig und route
Das Einrichten des Netzwerks besteht aus drei Schritten. Zunächst teilen wir uns
mittels ifconfig selbst eine IP-Adresse zu. Dann richten wir das
sogenannte "routing" ein. D.h. Daten die nicht für das lokale Netzwerk bestimmt
sind, werden an das Gateway geschickt. Dies wird mit dem Befehl route
erreicht. Schließlich halten wir die Nameserver in der Datei
/etc/resolv.conf fest.
Um eine IP-Adresse zuzuteilen, wird die IP-Adresse, die Broadcast-Adresse sowie
die Netzmaske benötigt. Der folgende Befehl muss ausgeführt werden, wobei die
Variablen ${IP_ADDR} durch die IP-Adresse, ${BROADCAST} durch die
Broadcast-Adresse und ${NETMASK} durch die Netzmaske ersetzt werden
sollte.
Befehlsauflistung 3.11: Verwendung von ifconfig |
# ifconfig eth0 ${IP_ADDR} broadcast ${BROADCAST} netmask ${NETMASK} up
|
Nun wird das "routing" eingerichtet. Hier muss ${GATEWAY} durch die IP-Adresse
des Gateway ersetzt werden.
Befehlsauflistung 3.12: Verwendung von route |
# route add default gw ${GATEWAY}
|
Nun öffnen Sie die Datei /etc/resolv.conf mit Ihrem bevorzugten
Editor (in unserem Fall verwenden wir nano):
Befehlsauflistung 3.13: Erstellen von /etc/resolv.conf |
# nano -w /etc/resolv.conf
|
Nun tragen Sie hier den Nameserver (oder mehrere) dem Beispiel folgend ein.
Dabei sollten Sie natürlich wieder ${NAMESERVER} durch die entsprechende
IP-Adresse ersetzen.
Befehlsauflistung 3.14: /etc/resolv.conf Vorlage |
nameserver ${NAMESERVER1}
nameserver ${NAMESERVER2}
|
Das war es schon. Nun sollten Sie Ihre Internetverbindung testen. Dazu "pingen"
Sie einfach einen Internetserver (wie Google). Funktioniert es, sind Sie nun
endlich bereit, Gentoo zu installieren. Fahren Sie mit dem Vorbereiten der Festplatte(n) fort.
4. Vorbereiten der Festplatte(n)
4.a. Einführung in Block Devices
Block Devices
Wir werden einen guten Einblick in die Festplatten bezogenen Aspekte von Gentoo
Linux und Linux im allgemeinen, inklusive Linux Dateisystemen, Partitionen und
Block Devices erhalten. Dann, sobald Sie mit den Vor- und Nachteilen von
Festplatten und Dateisystemen vertraut sind, werden Sie durch den Prozess
des Partitionierens und der Dateisystemerstellung für Ihre Gentoo Linux
Installation geführt.
Zu Beginn werden wir Ihnen Block Devices vorstellen. Das berühmteste
Block Device ist wahrscheinlich das, welches das erste Laufwerk in einem
Linux System repräsentiert, namentlich /dev/sda. SCSI- und
Serial-ATA-Laufwerke erhalten beide Namen mit /dev/sd*; selbst
IDE-Laufwerke werden mit dem neuen libata-Framework im Kernel mit einem
/dev/sd* Namen versehen. Wenn Sie noch das alte Geräte-Framework
verwenden wird Ihr erstes IDE-Laufwerk /dev/hda sein.
Das obige Block Device repräsentiert eine abstrakte Schnittstelle zur
Festplatte. Benutzerprogramme können dieses Block Device benutzen, um Ihre
Festplatte anzusprechen, ohne sich darum zu kümmern, ob Ihre Festplatten IDE,
SCSI oder irgendetwas anderes sind. Das Programm kann den Speicherplatz auf der
Festplatte einfach als eine Anhäufung von zusammenhängenden, beliebig
zugreifbaren 512-Byte Blöcken ansprechen.
Partitionen
Obwohl es theoretisch möglich ist eine ganze Festplatte zu nutzen, um Ihr Linux
System zu beherbergen, wird dies in der Praxis so gut wie nie gemacht.
Stattdessen werden komplette Festplatten Block Devices in kleinere, besser
verwaltbare Block Devices unterteilt. Sie werden Partitionen genant.
4.b. Erstellung eines Partitionsschemas
Wie viele und wie groß?
Die Anzahl an Partitionen hängt von Ihrer Umgebung ab. Wenn Sie z.B. eine große
Anzahl von Benutzern haben, wollen Sie höchst wahrscheinlich Ihr
/home separat halten, da es die Sicherheit erhöht und Backups
einfacher macht. Wenn Sie Gentoo installieren um als Mailserver zu fungieren,
sollten Sie /var separat halten, da alle Mails in
/var gespeichert werden. Eine gute Wahl des Dateisystems maximiert
dann zusätzlich die Performance. Gameserver sollten ein separates
/opt haben, da die meisten Game Server dort installiert werden.
Der Grund ist ähnlich wie bei /home: Sicherheit und Backups. Es
liegt definitiv in Ihrem Interesse /usr groß zu behalten: es wird
nicht nur die Mehrheit der Programme enthalten; der Portage Baum allein belegt
etwa 500Mbyte, ohne die verschiedensten Quellen die darin gespeichert sind
mitzurechnen.
Wie Sie sehen können, hängt es sehr stark davon ab, was Sie erreichen wollen.
Separate Partitionen oder Volumes haben folgende Vorteile:
-
Sie können das Filesystem mit der höchsten Performance für jede Partition oder
jedes Volume auswählen
-
Ihr System behält noch freien Speicherplatz, selbst wenn ein defektes Tool
ununterbrochen Dateien auf eine Partition oder ein Volume schreibt
-
Falls nötig können Dateisystem Checks zeitlich verkürzt werden, in dem
mehrere Checks parallel durchgeführt werden können (obwohl dieser Vorteil eher
mit mehreren Festplatten als mit mehreren Partitionen zum Tragen kommt)
-
Die Sicherheit kann erhöht werden, indem Sie einige Partitionen oder Volumes
read-only, nosuid (setuid bits werden ignoriert), noexec (executable bits
werden ignoriert) etc mounten.
Jedoch haben mehrere Partitionen auch Nachteile: Wenn sie nicht ordentlich
konfiguriert werden, werden Sie ein System haben, das viel Speicherplatz auf
der einen Partition und keinen auf einer anderen frei hat. Ein weiteres
Ärgernis ist, dass separate Partitionen - insbesondere für wichtige
Einhängepunkte wie /usr oder /var - es häufig
erforderlich machen, dass mit einem initramfs gebootet wird, das die Partitionen
mountet, bevor andere Boot-Skripte starten. Das ist jedoch nicht immer nötig,
daher treffen Sie diese Entscheidung bitte selbst.
Es gibt weiterhin ein Limit von 15 Partitionen bei SCSI und SATA, sofern Sie
keine GPT-Labels verwenden.
4.c. Benutzen von fdisk auf MIPS zur Partitionierung Ihrer Festplatte
SGI Maschinen: Erstellen eines SGI Disk Label
Alle Festplatten in einem SGI System benötigen ein SGI Disk Label, das
eine ähnliche Funktion zu einem Sun & MS-DOS Disklabel hat. Es speichert
Informationen über die Partitionen einer Festplatte. Die Erstellung eines neuen
SGI Disk Label erstellt zwei spezielle Partitionen auf der Festplatte:
-
SGI Volume Header (Neunte Partition): Diese Partition ist wichtig.
Hier wird der Bootloader abgelegt und in manchen Fällen enthält sie auch
die Kernel-Images.
-
SGI Volume (Elfte Partition): Diese Partition hat den gleichen
Zweck wie die dritte Partition des Sun Disklabel, "Whole Disk". Diese
Partition umspannt die gesamte Festplatte und sollte nicht angefasst werden.
Sie hat keinen speziellen Zweck, außer das PROM in etwas undokumentierter
Art und Weise zu unterstützen (oder es wird auf gewisse Weise von IRIX
verwendet).
Warnung:
Der SGI Volume Header muss bei Zylinder 0 beginnen. Wenn dies fehlschlägt
führt das dazu, dass Sie nicht von der Festplatte booten können.
|
Das Folgende ist ein beispielhafter Auszug aus einer fdisk Sitzung. Lesen
Sie ihn, und passen ihn an Ihre Anforderungen an ...
Befehlsauflistung 3.1: Erstellen eines SGI Disklabel |
# fdisk /dev/sda
Command (m for help): x
Expert command (m for help): m
Command action
b move beginning of data in a partition
c change number of cylinders
d print the raw data in the partition table
e list extended partitions
f fix partition order
g create an IRIX (SGI) partition table
h change number of heads
m print this menu
p print the partition table
q quit without saving changes
r return to main menu
s change number of sectors/track
v verify the partition table
w write table to disk and exit
Expert command (m for help): g
Building a new SGI disklabel. Changes will remain in memory only,
until you decide to write them. After that, of course, the previous
content will be irrecoverably lost.
Expert command (m for help): r
Command (m for help): p
Disk /dev/sda (SGI disk label): 64 heads, 32 sectors, 17482 cylinders
Units = cylinders of 2048 * 512 bytes
----- partitions -----
Pt# Device Info Start End Sectors Id System
9: /dev/sda1 0 4 10240 0 SGI volhdr
11: /dev/sda2 0 17481 35803136 6 SGI volume
----- Bootinfo -----
Bootfile: /unix
----- Directory Entries -----
Command (m for help):
|
Notiz:
Wenn Ihre Festplatte bereits ein SGI Disklabel hat, erlaubt fdisk nicht die
Erstellung eines Neuen. Es gibt zwei Möglichkeiten dies zu umgehen: Eine ist ein
Sun oder MS-DOS Disklabel zu erstellen, die Änderungen auf die Festplatte zu
schreiben und fdisk neuzustarten. Die Zweite ist, die Partition mit dem
folgendem Kommando mit Null Data zu beschreiben:
dd if=/dev/zero of=/dev/sda bs=512 count=1.
|
Wie man das SGI Volume Header auf genau die richtige Größe kriegt
Wichtig:
Dieser Schritt wird oft benötigt wegen einem Bug in fdisk. Aus
irgendeinem Grund wird der Volume Header nicht korrekt erstellt und das
Endresultat ist, dass es auf Zylinder 0 beginnt und endet. Dies verhindert,
dass mehrere Partitionen erstellt werden können. Lesen Sie weiter um dieses
Dilemma zu lösen.
|
Nachdem Sie ein SGI Disklabel erstellt haben, können Sie Partitionen erstellen.
Im obigen Beispiel sind bereits Partitionen erstellt worden. Dies sind die
speziellen, vorhin angesprochenen Partitionen, welche im Normalfall nicht
geändert werden sollten. Um Gentoo zu installieren müssen Sie einen Bootloader
und möglicherweise mehrere Kernel-Images (abhängig vom Systemtyp) direkt in den
Volume Header laden. Der Volume Header selbst kann bis zu acht Images
jeder Größe beinhalten, jedes Image darf einen bis zu acht Zeichen langen Namen
tragen.
Der Prozess zur Vergrößerung des Volume Header ist nicht unbedingt
übersichtlich, es gehört ein kleiner Trick dazu. Sie können den Volume Header
auf Grund von fdisks Verhalten nicht einfach löschen und neu anlegen.. Im unten
abgebildeten Beispiel erstellen wir einen 50MB großen Volume Header in
Verbindung mit einer 50 MB großen /boot Partition. Das aktuelle Layout Ihrer
Festplatte weicht möglicherweise ab, dies hier dient nur zu
Illustrationszwecken.
Befehlsauflistung 3.2: Die Größe des SGI Volume-Headers richtig ändern |
Command (m for help): n
Partition number (1-16): 1
First cylinder (5-8682, default 5): 51
Last cylinder (51-8682, default 8682): 101
Command (m for help): d
Partition number (1-16): 9
Command (m for help): n
Partition number (1-16): 9
First cylinder (0-50, default 0): 0
Last cylinder (0-50, default 50): 50
|
Wenn Sie unsicher sind wie man fdisk bedient, dann werfen Sie einen
Blick, weiter unten, zur Anleitung bezüglich Partitionierung bei Cobalt. Die
Konzepte sind genau gleich, denken Sie nur daran den Volume Header und die
Partition der kompletten Festplatte nicht zu verändern.
Nachdem Sie dies getan haben, können Sie die restlichen Partitonen nach Ihren
Wünschen anlegen. Wenn Sie alle Partitionen angelegt haben achten Sie darauf,
die Partition ID Ihrer Swap Partition auf 82 zu setzen. Per Standard
wird diese als 83, Linux Native, gesetzt.
Nun da die Partitionen erstellt sind, können Sie mit der Erstellung des Dateisystems fortfahren.
Cobalt Maschinen: Partitionierung Ihrer Festplatte
Auf Cobalt Maschinen erwatet das BOOTROM einen MS-DOS MBR zu finden, daher ist
die Partitionierung der Festplatte relativ überschaubar. Genauer gesagt
geschieht es auf dieselbe Weise wie bei Intel x86 Maschinen. Aber es
gibt einige Dinge die Ihnen bewusst sein sollten.
-
Cobalt Firmware wird erwarten, dass /dev/sda1 eine Linux
Partition formatiert als EXT2 Revision 0 ist. EXT2 Revision 1
Partitionen werden NICHT FUNKTIONIEREN! (Das Cobalt BOOTROM
versteht nur EXT2r0)
-
Die soeben erwähnte Partition muss ein mit gzip gepacktes ELF Image,
vmlinux.gz, im Root dieser Partition enthalten, welches
es als den Kernel lädt.
Aus diesem Grund wird empfohlen eine ~20MB /boot Partition,
formatiert als EXT2r0, auf der Sie CoLo & Ihren Kernel installieren
können, zu erstellen. Dies erlaubt es Ihnen ein modernes Dateisystem (ext3 oder
ReiserFS) als Ihr Root-Dateisystem zu verwenden.
Sie haben /dev/sda1 erstellt um es später als /boot
Partition einzubinden. Wenn Sie wünschen, dass diese / sein soll,
dann müssen Sie die Erwartungen des PROM im Gedächtnis behalten.
Um die Partitionen zu erstellen tippen Sie fdisk /dev/sda in der
Eingabezeile ein. Die Hauptbefehle, die Sie wissen müssen, sind wie folgt:
-
o: Entfernen der alten Partitionstabelle, angefangen mit einer
leeren MS-DOS Partitionstabelle.
-
n: Neue Partition
-
t: Ändern des Partitionstyps
-
Verwenden Sie Typ 82 für Linux Swap, 83 für Linux FS
-
d: Löschen einer Partition
-
p: Anzeigen (print) der Partitionstabelle
-
q: Beenden -- Alte Partitionstabelle bleibt unverändert
-
w: Beenden -- Hier wird die neuen Partitionstabelle geschrieben
Befehlsauflistung 3.3: Partitionierung der Festplatte |
# fdisk /dev/sda
The number of cylinders for this disk is set to 19870.
There is nothing wrong with that, but this is larger than 1024,
and could in certain setups cause problems with:
1) software that runs at boot time (e.g., old versions of LILO)
2) booting and partitioning software from other OSs
(e.g., DOS FDISK, OS/2 FDISK)
Command (m for help): o
Building a new DOS disklabel. Changes will remain in memory only,
until you decide to write them. After that, of course, the previous
content won't be recoverable.
The number of cylinders for this disk is set to 19870.
There is nothing wrong with that, but this is larger than 1024,
and could in certain setups cause problems with:
1) software that runs at boot time (e.g., old versions of LILO)
2) booting and partitioning software from other OSs
(e.g., DOS FDISK, OS/2 FDISK)
Warning: invalid flag 0x0000 of partition table 4 will be corrected by w(rite)
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 10.2 GB, 10254827520 bytes
16 heads, 63 sectors/track, 19870 cylinders
Units = cylinders of 1008 * 512 = 516096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
Command (m for help): n
Command action
e extended
p primary partition (1-4)
p
Partition number (1-4): 1
First cylinder (1-19870, default 1):
Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (1-19870, default 19870): +20M
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 10.2 GB, 10254827520 bytes
16 heads, 63 sectors/track, 19870 cylinders
Units = cylinders of 1008 * 512 = 516096 bytes
Device Boot Start End Blocks Id System
/dev/sda1 1 40 20128+ 83 Linux
Command (m for help): n
Command action
e extended
p primary partition (1-4)
e
Partition number (1-4): 2
First cylinder (41-19870, default 41):
Using default value 41
Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (41-19870, default 19870):
Using default value 19870
Command (m for help): n
Command action
l logical (5 or over)
p primary partition (1-4)
l
First cylinder (41-19870, default 41):<EINGABE drücken>
Using default value 41
Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (41-19870, default 19870): +500M
Command (m for help): n
Command action
l logical (5 or over)
p primary partition (1-4)
l
First cylinder (17294-19870, default 17294): <EINGABE drücken>
Using default value 17294
Last cylinder or +size or +sizeM or +sizeK (1011-19870, default 19870): <EINGABE drücken>
Using default value 19870
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 10.2 GB, 10254827520 bytes
16 heads, 63 sectors/track, 19870 cylinders
Units = cylinders of 1008 * 512 = 516096 bytes
Device Boot Start End Blocks ID System
/dev/sda1 1 21 10552+ 83 Linux
/dev/sda2 22 19870 10003896 5 Extended
/dev/sda5 22 1037 512032+ 83 Linux
/dev/sda6 1038 5101 2048224+ 83 Linux
/dev/sda7 5102 9165 2048224+ 83 Linux
/dev/sda8 9166 13229 2048224+ 83 Linux
/dev/sda9 13230 17293 2048224+ 83 Linux
/dev/sda10 17294 19870 1298776+ 83 Linux
Command (m for help): t
Partition number (1-10): 10
Hex code (type L to list codes): 82
Changed system type of partition 10 to 82 (Linux swap)
Command (m for help): p
Disk /dev/sda: 10.2 GB, 10254827520 bytes
16 heads, 63 sectors/track, 19870 cylinders
Units = cylinders of 1008 * 512 = 516096 bytes
Device Boot Start End Blocks ID System
/dev/sda1 1 21 10552+ 83 Linux
/dev/sda2 22 19870 10003896 5 Extended
/dev/sda5 22 1037 512032+ 83 Linux
/dev/sda6 1038 5101 2048224+ 83 Linux
/dev/sda7 5102 9165 2048224+ 83 Linux
/dev/sda8 9166 13229 2048224+ 83 Linux
/dev/sda9 13230 17293 2048224+ 83 Linux
/dev/sda10 17294 19870 1298776+ 82 Linux Swap
Command (m for help): w
The partition table has been altered!
Calling ioctl() to re-read partition table.
Syncing disks.
#
|
Das ist alles was nötig ist. Sie sollten nun in der Lage sein zum nächsten
Abschnitt,Erstellen von Dateisystemen,
fortzufahren.
4.d. Erstellen der Dateisysteme
Einleitung
Jetzt sind Ihre Partitionen erstellt, so dass es nun an der Zeit ist
Dateisysteme anzulegen. Wenn Sie mit dem zufrieden sind, was wir Ihnen
vorschlagen, dann fahren Sie mit Dateisystem
auf einer Partition anlegen fort. Wenn nicht, lesen Sie weiter, um
ein wenig mehr über Dateisysteme zu lernen ...
Dateisysteme
Verschiedene Dateisysteme sind verfügbar. Für die MIPS-Architektur sind
ReiserFS, EXT2, EXT3 und EXT4 als stabil bekannt, andere sind experimentell.
ext2 ist das erprobte und wahre Linux Dateisystem, unterstützt aber keine
Metadaten-Journalisierung, was bedeutet, dass routinemäßige Überprüfungen des
Dateisystem beim Booten ziemlich zeitaufwändig sein können. Es gibt mittlerweile
eine Auswahl an journalisierenden Dateisystemen neuerer Generation, die die
Konsistenzchecks sehr schnell erledigen und dadurch im Vergleich mit den
nicht-journalisierenden Gegenstücken vorzuziehen sind. Jounalisierende
Dateisysteme verhindern lange Verzögerungen beim Booten, wenn sich das
Dateisystem in einem inkonsistenten Zustand befindet. Wenn Sie vorhaben, Gentoo
auf einer sehr kleinen Platte (weniger als 4GB) zu installieren, dann müssen Sie
ext2 anweisen, genügend Inodes zu reservieren, wenn Sie das Dateisystem
erstellen. Die Applikation mke2fs verwendet die Einstellung
"bytes-per-inode", um zu berechnen, wie viele Inodes ein Dateisystem haben
sollte. Durch Verwenden von mke2fs -T small /dev/<device>
vervierfacht sich die Anzahl an Inodes für ein gegebenes Dateisystem in der
Regel, da sich die "bytes-per-inode" von 16kB auf 4kB pro Inode reduzieren. Sie
können dies noch weiter tunen durch Verwenden von
mke2fs -i <Verhältnis> /dev/<device>.
ext3 ist die journalisierte Version des ext2-Dateisystem. Es liefert
Metadaten-Journalisierung für schnelle Wiederherstellung, sowie andere
verbesserte Journalisierungs-Modi wie "Full Data"- und "Ordered
Data"-Journalisierung. Es verwendet einen HTree-Index der in fast allen
Situation zu einer hohen Performance führt. Kurz, ext3 ist ein sehr gutes und
verlässliches Dateisystem. Wenn Sie vorhaben, Gentoo auf einer sehr kleinen
Platte (weniger als 4GB) zu installieren, dann müssen Sie ext2 anweisen,
genügend Inodes zu reservieren, wenn Sie das Dateisystem erstellen. Die
Applikation mke2fs verwendet die Einstellung
"bytes-per-inode", um zu berechnen, wie viele Inodes ein Dateisystem haben
sollte. Durch Verwenden von mke2fs -j -T small /dev/<device>
vervierfacht sich die Anzahl an Inodes für ein gegebenes Dateisystem in der
Regel, da sich die "bytes-per-inode" von 16kB auf 4kB pro Inode reduzieren. Sie
können dies noch weiter tunen durch Verwenden von
mke2fs -j -i <Verhältnis> /dev/<device>.
ext4 ist ein Dateisystem, das basierend auf ext3 erstellt wurde und neue
Features sowie Performance-Verbesserungen mit sich bringt. Zusätzlich wurden
Größenbeschränkungen entfernt und nur mäßige Änderungen am Format auf der
Platte vorgenommen. ext4 unterstützt Laufwerke mit einer Größe von bis zu 1 EB
und eine maximale Dateigröße von 16 TB. Anstelle der klassischen
Bitmap-Block-Allokation von ext2/3, verwendet ext4 Extents, die
die Performance bei großen Dateien verbessert und Fragmentierung reduziert. Ext4
bietet zudem ausgeklügeltere Blockallokationsalgorithmen (verzögerte Allokation
und Multiblock-Allokation), was es dem Dateisystemtreiber erlaubt, das Layout
der Daten auf der Platte zu optimieren. Das ext4-Dateisystem ist ein Kompromiss
zwischen produktionssnaher Code-Stabilität und dem Wunsch, Erweiterungen zu
einem fast ein Jahrzehnt altem Dateisystem einzuführen. Ext4 ist das empfohlene
universell einsetzbare Dateisystem für alle Plattformen.
JFS ist IBMs journalisiertes Hochgeschwindigkeits-Dateisystem. JFS ist
schlankes, schnelles und verläßliches B+Tree basierendes Dateisystem mit guter
Performance in zahlreichen Situationen.
ReiserFS ist ein auf B+-Trees basierendes Dateisystem mit einer insgesamt
guten Performance, besonders wenn mit vielen sehr kleinen Dateien, zur Last von
mehr CPU-Zyklen, gearbeitet wird. ReiserFS hat den Anschein weniger gepflegt zu
werden als andere Dateisysteme.
XFS ist ein Dateisystem mit Metadaten-Journalisierung, es liefert einen
robusten Satz von Features und ist auf Skalierbarkeit optimiert. XFS scheint
weniger robust zu sein bei verschiedenen Hardware-Problemen.
Eine Partition mit einem Dateisystem formatieren
Um ein Dateisystem auf einer Partition oder einem Volume zu erstellen, gibt es
für jedes Dateisystem Tools:
| Dateisystem |
Befehl |
| ext2 |
mkfs.ext2 |
| ext3 |
mkfs.ext3 |
| ext4 |
mkfs.ext4 |
| reiserfs |
mkfs.reiserfs |
| xfs |
mkfs.xfs |
| jfs |
mkfs.jfs |
Um die Boot-Partition (/dev/sda1 in unserem Beispiel) als ext2 und
die Root-Partition (/dev/sda3 in unserem Beispiel) als ext4 (wie in
unserem Beispiel) zu formatieren, führen Sie folgende Kommandos aus:
Befehlsauflistung 4.1: Eine Partition mit einem Dateisystem formatieren |
# mkfs.ext2 /dev/sda1
# mkfs.ext4 /dev/sda3
|
Erstellen Sie nun die Dateisysteme auf Ihren neu erstellten Partionen (oder
logischen Volumes).
Warnung:
Wenn Sie auf einem Cobalt Server installieren, dann denken Sie daran, dass
/dev/sda1 den Typ EXT2 revision 0 haben MUSS. Alle anderen
(z.B. EXT2 Revision 1, EXT3, ReiserFS, XFS, JFS und andere) WERDEN NICHT
FUNKTIONIEREN! Sie können die Partition mit folgendem Befehl formatieren:
mkfs.ext2 -r 0 /dev/sda1.
|
Aktivieren der Swap Partition
mkswap ist das Kommando, mit dem Sie die Swap Partition erstellen und
initialisieren:
Befehlsauflistung 4.2: Erstellen der Swap Signatur |
# mkswap /dev/sda2
|
Um die Swap Partition zu aktivieren, benutzen Sie swapon:
Befehlsauflistung 4.3: Aktivieren der Swap Partition |
# swapon /dev/sda2
|
Erstellen und aktivieren Sie jetzt, mit den eben genannten Befehlen, Ihre Swap
Partition.
4.e. Mounten
Nachdem Ihre Partitionen nun initialisiert sind und ein Dateisystem beinhalten,
ist es an der Zeit diese Partitionen zu mounten. Benutzen Sie das mount
Kommando. Vergessen Sie nicht die notwendigen Mount Verzeichnisse für jede
erstellte Partition anzulegen. Als Beispiel mounten wir die root und boot
Partition:
Befehlsauflistung 5.1: Mounten von Partitionen |
# mount /dev/sda3 /mnt/gentoo
# mkdir /mnt/gentoo/boot
# mount /dev/sda1 /mnt/gentoo/boot
|
Notiz:
Wenn Sie /tmp auf eine separate Partition legen möchten, stellen
Sie sicher, dass Sie die Berechtigungen nach dem mounten ändern:
chmod 1777 /mnt/gentoo/tmp. Dies gilt auch für /var/tmp.
|
Sie müssen auch noch das proc Dateisystem (ein virtuelles Interface zum Kernel)
auf /proc mounten. Zunächst müssen wir jedoch alle Dateien auf der
Partition ablegen.
Fahren Sie mit der Installation der Gentoo
Installationsdateien fort.
5. Installation der Gentoo Installationsdateien
5.a. Ein Stagearchiv installieren
Setzen von Zeit/Datum
Bevor Sie fortfahren, sollten Sie Ihre Zeit/Datum Einstellung überprüfen und
gegebenenfalls anpassen. Eine falsch eingestellte Uhr kann zu merkwürdigen
Resultaten in der Zukunft führen.
Um Zeit und Datum zu überprüfen, führen Sie date aus:
Befehlsauflistung 1.1: Zeit/Datum überprüfen |
# date
Fri Mar 29 16:21:18 CEST 2005
|
Wenn Zeit oder Datum falsch angezeigt wird, passen Sie die Einstellung mit der
date MMDDhhmmYYYY Syntax (Month, Day, hour,
minute und Year) an. Um die Zeiteinstellung auf den 29. März 2005,
16:21 Uhr zu setzen, führen Sie zum Beispiel folgenden Befehl aus:
Befehlsauflistung 1.2: Setzen von Zeit/Datum |
# date 032916212010
|
Eine Wahl treffen
Der nächste Schritt den Sie erfüllen müssen ist die Installation eines
stage-Archivs Ihrer Wahl auf Ihrem System.
5.b. Herunterladen des Stagearchivs
Wechseln Sie nun zum Gentoo-Mountpoint, jenes Verzeichnis unter dem
Sie Ihre Dateisysteme eingebunden haben (wahrscheinlich
/mnt/gentoo):
Befehlsauflistung 2.1: Wechseln zum Gentoo-Mountpoint |
# cd /mnt/gentoo
|
Die folgende Tabelle gibt an welche Stage Sie für Ihr System benötigen. Stages
können von den offiziellen Gentoo-Mirrors
im Verzeichnis releases/mips/current heruntergeladen werden.
| Endian-Art |
CPU |
Ort |
Big Endian
(SGI Benutzer)
|
R4000
R4400
R4600
|
mips3/stage#-mips3-RELEASE.tar.bz2 |
Big Endian
(SGI Benutzer)
|
R5000
RM5200
RM7000
R10000
R12000
R14000
|
mips4/stage#-mips4-RELEASE.tar.bz2 |
Little Endian
(Cobalt Benutzer)
|
RM5230
RM5231
|
cobalt/stage#-mipsel4-RELEASE.tar.bz2 |
Little Endian
(Andere)
|
Alle Standard-CPU-Typen
|
cobalt/stage#-mipsel1-RELEASE.tar.bz2 |
Warnung:
Obwohl wir Stages für Little-Endian MIPS1 bereitstellen ist die Unterstützung
noch beschränkt auf die Cobalt-Serverreihe. Sie werden bereitgestellt für
diejenigen welche mit Gentoo auf momentan nicht unterstützten Plattformen
experimentieren möchten, daher wird in diesem Fall angenommen dass Sie wissen
was Sie tun.
|
Wenn Sie einen Proxy verwenden müssen exportieren Sie die Variablen
http_proxy und ftp_proxy:
Befehlsauflistung 2.2: Setzen der Proxy-Informationen für wget |
# export http_proxy="http://proxy.server.com:port"
# export ftp_proxy="http://proxy.server.com:port"
|
Die Gentoo/MIPS Netboot-Images liefern wget für das Herunterladen von
Dateien. Aus Platzgründen ist es nicht möglich Browser mit mehr Fähigkeiten
auf SGI-Netboot-Images bereitzustellen. Benutzer der LiveCD können elinks
benutzen.
Befehlsauflistung 2.3: Das Archiv mit wget herunterladen |
# wget -c http://distfiles.gentoo.org/releases/mips/mips4/stage3-mips4-2008.0.tar.bz2
|
Wenn Sie die Integrität des heruntergeladenen Stagearchivs prüfen wollen,
benutzen Sie md5sum oder sha1sum und vergleichen Sie die Ausgabe
mit den auf dem Mirror gespeicherten MD5-Prüfsummen. Um zum Beispiel die
Gültigkeit eines mips4 Stagearchivs zu überprüfen:
Befehlsauflistung 2.4: Integrität eines Stagearchivs prüfen |
# md5sum -c stage3-mips4-2008.0.tar.bz2.DIGESTS
stage3-mips4-2008.0.tar.bz2: OK
# sha1sum -c stage3-mips4-2008.0.tar.bz2.DIGESTS
stage3-mips4-2008.0.tar.bz2: OK
|
Entpacken des Stagearchivs
Nun entpacken Sie das heruntergeladene Stagearchiv auf Ihrem System.
Wir benutzen GNUs tar dafür, weil es die einfachste Methode ist:
Befehlsauflistung 2.5: Entpacken des Stagearchivs |
# tar -xjpf stage?-*.tar.bz2
|
Stellen Sie sicher, dass Sie die gleichen Schalter (-xjpf) verwenden.
Das x steht für Auspacken (engl. Extract), das j für
Dekomprimieren mit bzip2, das p für Erhalt der Dateirechte
(engl. Preserve permissions) und das f zeigt an, dass wir eine
Datei auspacken wollen und nicht die Standardeingabe benutzen.
Wenn das Stagearchiv installiert ist, fahren Sie nun mit der
Installation von Portage fort.
5.c. Installation von Portage
Einen Portage-Snapshot entpacken
Sie müssen einen Snapshot von Portage installieren, eine Sammlung von Dateien,
die Portage informieren, welche Porgramme installiert werden können, welche
Profile es gibt, etc.
Herunterladen und Installieren eines Portage-Snapshots
Wechseln Sie zu dem Mountpoint, an den Sie Ihre Dateisystem gemountet haben
(meistens /mnt/gentoo):
Befehlsauflistung 3.1: Wechseln zum Gentoo-Mountpoint |
# cd /mnt/gentoo
|
Laden Sie einen Portage-Snapshot von einem örtlichen Mirror herunter. Sie finden sie im
Verzeichnis snapshots/. Übertragen Sie es zum Zielsystem auf die
Selbe Art wie das Stagearchiv.
Befehlsauflistung 3.2: Entpacken des Portage-Snapshots |
# tar -xjf portage-*.tar.bz2 -C /mnt/gentoo/usr
|
5.d. Anpassung der Kompilieroptionen
Einleitung
Um Gentoo zu optimieren, können Sie einige Variablen setzen, die Einfluss
auf das Verhalten von Portage nehmen. Alle diese Variablen können als
Umgebungsvariablen (mit export) gesetzt werden, dies ist aber keine
dauerhafte Lösung. Um Ihre Einstellungen zu behalten bietet Portage Ihnen
/etc/make.conf, eine Konfigurationsdatei für Portage. Diese Datei
werden wir nun bearbeiten.
Notiz:
Eine kommentierte Auflistung aller verfügbaren Variablen finden Sie in
/mnt/gentoo/etc/make.conf.example. Für eine erfolgreiche
Installation von Gentoo müssen Sie aber nur die im folgenden beschriebenen
Variablen setzen.
|
Starten Sie Ihren Editor um die im Folgenden vorgestellten Optimierungsvariablen
zu ändern. Es stehen zwei Editoren zur Verfügung: vi (als Teil von
Busybox) und nano. Wir nehmen hier an dass Sie nano verwenden.
Befehlsauflistung 4.1: /etc/make.conf bearbeiten |
# nano -w /mnt/gentoo/etc/make.conf
|
Wie Sie sicher sofort bemerkt haben, sieht die Datei
make.conf.example wie eine typische Konfigurationsdatei aus:
auskommentierte Zeilen beginnen mit einem "#", andere Zeilen definieren
Variablen mittels einer VARIABLE="Wert" Syntax. Die Datei
make.conf nutzt die gleiche Syntax. Einige dieser Variablen
werden nun vorgestellt.
CFLAGS und CXXFLAGS
Die CFLAGS und CXXFLAGS Variablen definieren die Optimierungen
beispielsweise für den gcc C und C++ Compiler. Obgleich wir diese hier
nur allgemein definieren, erhalten Sie die maximale Leistung nur, wenn Sie die
Flags für jedes Programm einzeln optimieren. Als Begründung sei genannt: Jedes
Programm verhält sich anders.
In make.conf sollten Sie die Optimierungs-Flags definieren, von
denen Sie erwarten, dass diese Ihr System insgesamt zu
Geschwindigkeitssteigerungen verhelfen. Machen Sie keine Experimente bei dieser
Variable; zu forsche Optimierung kann dazu führen, dass Programme sich böswillig
verhalten (Abstürze, oder noch viel schlimmer: Fehlfunktionen).
In make.conf you should define the optimization flags you think
will make your system the most responsive generally. Don't place
experimental settings in this variable; too much optimization can make
programs behave bad (crash, or even worse, malfunction).
Wir werden nicht alle möglichen Optimierungsoptionen erklären. Wenn Sie
diese gerne komplett kennenlernen möchten, schauen Sie sich das
GNU Online Manual
oder die gcc Info-Seite (info gcc -- funktioniert erst auf einem
installierten System) an. Die Datei make.conf.example selbst
enthält weitere Beispiele und Informationen; vergessen Sie nicht, diese zu
lesen.
A first setting is the -march= flag, which specifies the name of the
target architecture. Possible options are described in the
make.conf.example file (as comments). Examples include ISA levels
(mips1 ... mips4) and CPU models (r4400, r4600 ...
etc). For pure ISA level architectures, one can simply specify -mips3
rather than -march=mips3.
Befehlsauflistung 4.2: The GCC -march and -mips# settings |
-march=r4600
-march=mips4
-mips4
|
Die zweite ist das -O Flag (das ist ein großes O, keine Null), welches
für eine gcc Optimierungsklasse steht.
Mögliche Klassen sind s (schlankes Kompilat, engl. size-optimized),
0 (eine Null für keine Optimierung), 1, 2 oder 3
für auf höhere Geschwindigkeit optimierte Flags (jede Klasse erbt die Flags
der kleineren, zuzüglich ein paar Extras). Die empfohlene Standardeinstellung
ist -O2. -O3 ist bekannt dafür, Fehler zu verursachen, wenn es
systemweit genutzt wird, daher empfehlen wir, dass Sie bei -O2 bleiben.
A second one is the -O flag (that is a capital O, not a zero),
which specifies the gcc optimization
class flag. Possible classes are s (for size-optimized),
0 (zero - for no optimizations), 1, 2 or 3 for more
speed-optimization flags (every class has the same flags as the one before, plus
some extras). For instance, for a class-2 optimization:
Befehlsauflistung 4.3: The GCC O setting |
-O2
|
A very important setting in the MIPS world is the -mabi= flag. MIPS has
3 different ABIs: 32 (pure 32-bit, aka o32), 64 (full
64-bit, aka n64) and n32
(a mix of 32-bit data structures with 64-bit instructions). This
flag selects which of these you wish to use. Note you need libraries for the
ABI you select. In layman's terms, this means, for example, you can't use
-mabi=64 on a 32-bit userland (or even an n32 userland).
Ein weiteres, gerne benutztes Optimierungsflag, ist -pipe (benutzt Pipes
statt temporärer Dateien für die Kommunikation zwischen den verschiedenen
Stufen des Übersetzungsvorganges). Dies hat keinen Einfluss auf den generierten
Code.
Another popular optimization flag is -pipe (use pipes rather than
temporary files for communication between the various stages of compilation).
Die Nutzung von -fomit-frame-pointer (welches den Frame-Pointer nicht in
einem Register bereithält, für Funktionen, die es nicht benötigen) kann
gravierende Auswirkungen auf das Debuggen von Anwendung haben.
Using -fomit-frame-pointer (which doesn't keep the frame pointer in a
register for functions that don't need one) might have serious repercussions on
the debugging of applications.
In CFLAGS und CXXFLAGS sollten Sie gleich mehrere
Optimierungsflags kombinieren. Die im stage3-Archiv enthaltenen Vorgaben
sind für die erste Installation schon richtig eingestellt. Der folgende
Abschnitt dient nur als Beispiel:
When you define the CFLAGS and CXXFLAGS, you should combine
several optimization flags, like in the following example:
Befehlsauflistung 4.4: Defining the CFLAGS and CXXFLAGS variable |
CFLAGS="-mabi=32 -mips4 -pipe -O2"
CXXFLAGS="${CFLAGS}"
|
Notiz:
Falls es Sie genauer interessiert, wie die verschiedenen Kompilations-Optionen
auf Ihr System einwirken können, ziehen Sie bitte den Kompilations-Optimierungs-Leitfaden
zu Rate.
|
MAKEOPTS
Mit MAKEOPTS können Sie festlegen, wie viele Kompilerprozesse parallel
gestartet werden, wenn Sie ein Paket installieren. Eine gute Wahl ist die
Anzahl der CPUs (oder CPU-Kerne) in Ihrem System erhöht um eins, aber diese
Richtlinie ist nicht immer perfekt.
Befehlsauflistung 4.5: MAKEOPTS eines gewöhnlichen 1-CPU Systems |
MAKEOPTS="-j2"
|
Auf die Plätze, fertig, los!
Aktualisieren Sie /mnt/gentoo/etc/make.conf nach Ihren
Bedürfnissen und speichern Sie die Datei (nano Benutzer drücken
Strg-X). Nun sind Sie bereit um mit der
Installation des Gentoo Basis-Systems
fort zu fahren.
Update your /mnt/gentoo/etc/make.conf to your own preference and
save (nano users would hit Ctrl-X). You are now ready to continue
with Installing the Gentoo Base System.
6. Installation des Gentoo Basissystems
6.a. Chroot
Optional: Auswahl eines Mirrors
Um Quellcode schnell herunterladen zu können, empfehlen wir einen schnellen
Spiegel auszuwählen. Portage schaut in make.conf nach einer
GENTOO_MIRRORS-Variable und benutzt die dort gelisteten Spiegel. Sie können auf
unserer Spiegelübersicht nach
einem nahegelegenen Spiegel suchen (da diese meist auch die schnellsten sind),
wir bieten jedoch auch ein nettes Tool namens mirrorselect an, welches
Ihnen ein nettes Interface anbietet, mit dem Sie die Spiegel, die Sie haben
wollen, auswählen können. Navigieren Sie einfach zu den Spiegeln Ihrer Wahl und
drücken Sie die Leertaste, um einen oder mehrere Spiegel auszuwählen.
Befehlsauflistung 1.1: Nutzung von mirrorselect für die GENTOO_MIRRORS-Variable |
# mirrorselect -i -o >> /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf
|
Eine zweite wichtige Konfiguration ist die SYNC-Variable in
make.conf. Diese Variable enthält den rsync-Server, den Sie zum
aktualisieren Ihres Portage-Trees (die Kollektion von Ebuilds, Skripte die alle
Informationen enthalten, die Portage zur Installation von Software benötigt)
verwenden wollen. Auch wenn Sie dies manuell festlegen können,
mirrorselect kann Ihnen auch diesen Schritt abnehmen:
Befehlsauflistung 1.2: Mit mirrorselect einen rsync Server auswählen |
# mirrorselect -i -r -o >> /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf
|
Nachdem Sie mirrorselect ausgeführt haben, ist es ratsam die
Einstellungen in /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf sorgfältig zu
überprüfen.
Notiz:
Wenn Sie manuell einen SYNC-Server in der make.conf setzen wollen,
sollten Sie die Community-Mirror-Liste nach den Ihnen
naheliegendsten Servern durchsuchen. Wir empfehlen Ihnen, einen
rotation Mirror, bspw. rsync.de.gentoo.org, zu verwenden, anstatt
einen bestimmten Mirror auszuwählen. Dies hilft dabei, die Last zu verteilen,
und ist ausfallsicher, falls ein bestimmter Mirror offline ist.
|
Kopieren der DNS-Informationen
Einen Schritt müssen Sie noch machen, bevor Sie Ihre neue Umgebung betreten
können. Das ist das Kopieren der DNS-Informationen aus der
/etc/resolv.conf in die Chroot-Umgebung. Sie müssen diesen Schritt
ausführen, um sicherzustellen, dass Ihr Netzwerk nach dem Betreten der
Chroot-Umgebung noch funktioniert. /etc/resolv.conf enthält die
Nameserver für Ihr Netzwerk.
Befehlsauflistung 1.3: Kopieren der DNS-Informationen |
# cp -L /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/
|
Mounten der benötigten Dateisysteme
In wenigen Momenten werden wir die Wurzel des Linux-Systems auf den neuen Pfad
ändern. Um sicherzustellen, dass die neue Umgebung richtig funktioniert, müssen
wir dort bestimmte Dateisysteme ebenfalls verfügbar machen.
Mounten Sie das /proc Dateisystem nach
/mnt/gentoo/proc, um es der Installation zu ermöglichen, innerhalb
der chroot-Umgebung die vom Kernel bereitgestellten Informationen zu verwenden.
Bind-mounten Sie außerdem die /dev und /sys
Dateisysteme.
Befehlsauflistung 1.4: Mounten von /proc und /dev |
# mount -t proc none /mnt/gentoo/proc
# mount --rbind /sys /mnt/gentoo/sys
# mount --rbind /dev /mnt/gentoo/dev
|
Betreten der neuen Umgebung
Nachdem nun alle Partitionen initialisiert sind und das Basissystem installiert
ist, können Sie Ihre neue Installationsumgebung betreten, indem Sie
in die Umgebung chrooten. Das bedeutet, dass Sie von der aktuellen
Installationsumgebung (die Installations-CD oder ein anderes
Installationsmedium) in Ihr zu installierendes System (nämlich das der
initialisierten Partitionen) wechseln.
Das Chrooting erfolgt in drei Schritten. Als erstes werden wir das
Wurzelverzeichnis von / (auf dem Installationsmedium) nach
/mnt/gentoo (auf Ihren Partitionen) mittels chroot ändern. Dann müssen
noch einige Einstellungen, welche von /etc/profile bereitgestellt
werden, mittels source neu in den Speicher geladen werden. Im letzten
Schritt definieren wir den primären Prompt neu, um nicht zu vergessen, dass wir
uns innerhalb der chroot-Umgebung befinden.
Befehlsauflistung 1.5: Chroot in die neue Umgebung |
# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# source /etc/profile
# export PS1="(chroot) $PS1"
|
Glückwunsch! Sie sind nun in Ihrer neuen Gentoo Linux Umgebung. Natürlich sind
wir noch nicht fertig, darum gibt es auch noch einige Abschnitte in der
Anleitung, denen Sie folgen müssen. :-)
Falls Sie zu irgendeinem Zeitpunkt ein weiteres Terminal oder eine weitere
Konsole benötigen, um auf die chroot-Umgebung zuzugreifen, dann müssen Sie
lediglich die obigen Schritte erneut ausführen.
6.b. Konfiguration von Portage
Einen Portage-Snapshot entpacken
Sie müssen nun einen Snapshot des Portage-Trees installieren, eine Sammlung von
Dateien, die Portage informieren, welche Porgramme installiert werden können,
welche Profile es gibt, etc. Die Inhalte dieses Snapshots werden nach
/usr/portage extrahiert.
Wir empfehlen den Einsatz von emerge-webrsync. Dieses Tool lädt den
neuesten Portage-Snapshot (welcher täglich veröffentlicht wird) von einem
unserer Mirror herunter und installiert ihn auf Ihrem System.
Befehlsauflistung 2.1: Ausführen von emerge-webrsync zur Installation eines Portage-Snapshots |
# mkdir /usr/portage
# emerge-webrsync
|
Portage-Tree updaten
Sie können nun Ihren Portage-Tree auf den aktuellsten Stand bringen. emerge
--sync verwendet das rsync-Protokoll um den Portage-Tree (den Sie vorhin mit
emerge-webrsync bezogen haben) in den neuesten Zustand zu bringen.
Befehlsauflistung 2.2: Portage-Tree updaten |
# emerge --sync
# emerge --sync --quiet
|
Wenn Sie sich hinter einer Firewall befinden, die rsync-Verkehr blockiert,
können Sie diesen Schritt auch ignorieren, da Sie schon einen recht aktuellen
Portage-Tree besitzen.
Falls Sie gewarnt werden, dass eine neue Version von Portage verfügbar ist und
Sie aktualisieren sollten, sollten Sie dies nun mit dem Befehl emerge
--oneshot portage tun. Möglicherweise bekommen sie auch noch die Meldung
"News items need reading", da es noch neue, ungelesene News gibt. Dazu mehr
im nächsten Abschnitt.
Lesen von News
Wenn Sie einen Portage-Tree auf Ihr System synchronisieren, kann es sein, dass
Portage Ihnen folgende Warnung ausgibt:
Befehlsauflistung 2.3: Portage informiert Sie darüber, dass neue News verfügbar sind |
* IMPORTANT: 2 news items need reading for repository 'gentoo'.
* Use eselect news to read news items.
|
Portage-News wurden erstellt, um ein Kommunikationsmedium anzubieten, über das
kritische Meldungen an die Benutzer über den rsync-Tree mitgeteilt werden
können. Um die News zu verwalten, verwenden Sie eselect news. Mit dem
Unterkommando read können Sie alle News lesen. Mit list erhalten
Sie eine Übersicht über die verfügbaren News und mit purge können Sie
die News entfernen, wenn Sie sie gelesen haben und nicht länger benötigen.
Befehlsauflistung 2.4: Verwenden der Portage-News |
# eselect news list
# eselect news read
|
Weitere Informationen zum Newsreader erhalten Sie auf seiner Manual-Seite:
man news.eselect.
Auswahl des richtigen Profils
Zunächst ist eine kleine Defintion notwendig.
Ein Profil ist existenziell für ein Gentoo-System. Es definiert nicht nur
Standardwerte für USE, CFLAGS und andere wichtige Variablen, es beschränkt das
System auch auf eine definierte Masse an Paketversionen. Dies alles wird von
Gentoo-Entwicklern betreut.
Bisher hatten Benutzer mit Profilen wenig zu tun. Jedoch kann es bestimmte
Umstände geben in denen ein Profilwechsel möglicherweise notwendig ist.
Sie können das aktuell verwendete Profil mit dem folgenden Befehl anzeigen:
Befehlsauflistung 2.5: Überprüfen des Systemprofils |
# eselect profile list
Available profile symlink targets:
[1] default/linux/mips/13.0 *
[2] default/linux/mips/13.0/desktop
[3] default/linux/mips/13.0/server
|
Wie Sie sehen können, sind außerdem desktop und server Subprofile
für einige Architekturen verfügbar. eselect profile list zeigt Ihnen alle
verfügbaren Profile an.
Nachdem Sie sich die verschiedenen Profile für Ihre Architektur angesehen haben,
können Sie, sofern Sie dies wünschen, ein anderes verwenden:
Befehlsauflistung 2.6: Profile wechseln |
# eselect profile set 2
|
Notiz:
Das Unterprofil developer ist für Aufgaben der Gentoo Linux Entwicklung
gedacht. Es ist nicht dafür gedacht generelle Entwicklungsumgebungen
einrzurichten.
|
Konfiguration der USE-Variable
USE heißt eine der mächtigsten Variable, die Gentoo seinen Benutzern
anbietet. Viele Programme können mit oder ohne optionale Unterstützung für
bestimmte Dinge übersetzt werden. Beispielsweise können einige Programme mit
gtk Unterstützung oder mit qt Unterstützung übersetzt werden oder mit keiner
der beiden. Einige Programme können mit oder ohne SSL-Unterstützung übersetzt
werden. Einige Programme können sogar mit Framebuffer-Support (svgalib)
anstelle von X11-Support (X-server) übersetzt werden.
Die meisten Distributionen kompilieren ihre Pakete mit eingeschalteter
Unterstützung für alles, was möglich ist. Dies vergrößert die Programme,
verlängert die Startzeit und, nicht zu vergessen, erhöht die Abhängigkeiten.
Mit Gentoo können Sie selbst bestimmen, mit welchen Optionen ein Paket
übersetzt werden soll. Hier kommen die USE-Variable ins Spiel.
Mit der USE-Variable definieren Sie Schlagworte, die dann auf
Optionen beim Übersetzen abgebildet werden. Zum Beispiel wird ssl
zu SSL-Unterstützung führen, wenn das Programm dies unterstützt.
-X entfernt die X-Server-Unterstützung (beachten Sie das
Minuszeichen). gnome gtk -kde -qt4 führt zu übersetzten Programmen mit
Gnome- (und gtk-) Unterstützung aber ohne KDE- (und QT-) Unterstützung, also zu
einem ganz auf GNOME ausgerichteten System.
Die Standardeinstellungen für USE sind in der
make.defaults Datei in Ihrem Profil definiert.
Sie finden make.defaults Dateien in dem Verzeichnis, auf das
/etc/portage/make.profile zeigt sowie allen übergeordneten
Verzeichnissen. Die Gesamtheit aller aktivierten USE-Flags ergibt sich aus
allen Angaben von USE in allen make.defaults Dateien. Was
Sie in /etc/portage/make.conf platzieren, wird zu den
Standardeinstellungen addiert. Wenn Sie der USE-Einstellung etwas
hinzufügen, werden die Standardvorgaben damit erweitert. Wenn Sie aus der
USE-Einstellung etwas entfernen (mit einem Minuszeichen davor), so wird
dies aus der Standardeinstellung entfernt (falls es überhaupt in dieser
vorhanden war). Niemals sollten Sie irgendwas in
/etc/portage/make.profile modifizieren; dies wird beim nächsten
Update von Portage überschrieben!
Eine vollständige Beschreibung zu USE können Sie im zweiten Teil des
Gentoo-Handbuchs, USE-Flags,
lesen. Eine vollständige Beschreibung der USE-Flags finden Sie in Ihrem System
in /usr/portage/profiles/use.desc.
Befehlsauflistung 2.7: Verfügbare USE-Flags anschauen |
# less /usr/portage/profiles/use.desc
|
Als Beispiel nun die USE-Einstellung für ein
KDE-basiertes System mit Überstützung für DVD, ALSA und
CD-Brenner.
Befehlsauflistung 2.8: /etc/portage/make.conf öffnen |
# nano -w /etc/portage/make.conf
|
Befehlsauflistung 2.9: USE-Einstellung |
USE="-gtk -gnome qt4 kde dvd alsa cdr"
|
7. Konfiguration des Kernels
7.a. Setzen der Zeitzone des Systems
Zuerst müssen Sie dem System sagen, in welcher Zeitzone es sich befindet.
Suchen Sie Ihre Zeitzone in /usr/share/zoneinfo und kopieren Sie
diese nach /etc/localtime. Bitte vermeiden Sie die
/usr/share/zoneinfo/Etc/GMT* Zeitzonen, denn deren Namen verweisen
nicht auf die erwarteten Zonen. Zum Beispiel ist GMT-8 in
Wirklichkeit GMT+8.
Befehlsauflistung 1.1: Setzen der Zeitzone auf GMT |
# ls /usr/share/zoneinfo
# cp /usr/share/zoneinfo/Europe/Brussels /etc/localtime
# echo "Europe/Brussels" > /etc/timezone
|
7.b. Installieren der Quellen
Auswählen eines Kernels
Der Kern um den herum alle Distributionen gebaut sind ist der Linux Kernel. Es
ist die Ebene zwischen den Benutzerprogrammen und der Systemhardware. Gentoo
bietet seinen Benutzern verschiedene mögliche Kernelquellen. Eine komplette
Liste mit Beschreibungen finden Sie im Gentoo Kernel Guide.
Für MIPS basierende Systeme stehen nur die Kernelquellen mips-sources
zur Verfügung. Dieser Satz von Patches unterscheidet sich von dem, welcher für
andere Architekturen verfügbar ist, insofern dass er viele Patches spezifisch
für die MIPS-Architektur enthält.
Befehlsauflistung 2.1: Emergen der Kernelquellen |
# emerge mips-sources
|
Wichtig:
Auf dem Origin 200/2000, Indigo2 Impact (R10000), Octane/Octane2 und O2 wird ein
64-Bit-Kernel benötigt. Für diese Rechner sollten Sie emerge kgcc64
ausführenum einen Cross-Compiler zu erstellen für die Übersetzung eines
64-Bit-Kernels.
|
Befehlsauflistung 2.2: Installation von kgcc64 |
# emerge kgcc64
|
Wenn Sie einen Blick in /usr/src werfen, sollten Sie einen Symlink
sehen, genannt linux, der auf Ihre Kernelquelle verweist. In
diesem Fall verweist die Kernelquelle auf mips-sources-2.6.34-mips. Beachten Sie, dass Ihre Version davon abweichen kann.
Befehlsauflistung 2.3: Anzeigen des Kernelquellen Symlinks |
# ls -l /usr/src/linux
lrwxrwxrwx 1 root root 12 Oct 13 11:04 /usr/src/linux -> linux-2.6.34-mips
|
Nun ist es Zeit Ihre Kernelquelle zu konfigurieren und zu kompilieren.
7.c. Kompilierung & Installation des Kernels
Einführung
Bisher wurde an diesem Punkt eine manuelle Konfiguration für das Aufsetzen
eines Kernels behandelt. Dies wurde unmöglich durch die Anzahl der Systeme
die wir nun unterstützen. Dieser Abschnitt beschreibt verschiedene Quellen
für Beispiele zur Kernelkonfiguration.
Verwendung von Beispielkonfigurationen in den Kernelquellen
Für viele der Systeme gibt es .config Beispiele, versteckt in den Kernelquellen.
Auf diese Weise werden nicht für alle Systeme Konfigurationen geliefert. Solche
für die es zutrifft können mit den Befehlen in der folgenden Tabelle
konfiguriert werden.
| System |
Konfigurationsbefehl |
| Cobalt Server |
make cobalt_defconfig |
| Indy, Indigo2 (R4k), Challenge S |
make ip22_defconfig |
| Origin 200/2000 |
make ip27_defconfig |
| Indigo2 Impact (R10k) |
make ip28_defconfig
|
| O2 |
make ip32_defconfig |
Verwendung der laufenden Kernelkonfiguration von
Installationsmedium
Alle Images zur Installation von Gentoo enthalten eine Option zur
Kernelkonfiguration als Teil des Image selbst, verfügbar als
/proc/config.gz. Dies kann in vielen Fällen verwendet werden. Es
funktioniert am Besten wenn Ihre Kernelquellen sehr ähnlich sind zu denen des
Kernels der momentan ausgeführt wird. Um diese Konfiguration zu extrahieren
lassen Sie es einfach wie folgt durch zcat laufen.
Befehlsauflistung 3.1: Entpacken von .config aus /proc/config.gz |
# zcat /proc/config.gz > .config
|
Wichtig:
Diese Kernelkonfiguration wurde für ein Netboot-Image erstellt. Das bedeutet
es wird erwarten ein root-Dateisystem in der Nähe zu finden, entweder als ein
Verzeichnis für initramfs oder ein Loopback-Gerät für initrd. Wenn Sie
wie folgt make menuconfig ausführen sollten Sie nicht vergessen in
General Setup die Option für initramfs zu deaktivieren.
|
Die Datenbank zur Hardwarekompatibilität
Als Hilfe für die Benutzer beim Aufspüren der notwendigen Einstellungen wurde
eine Datenbank zur Hardwarekompatibilität eingerichtet. Diese Datenbank listet
Unterstützung für zahlreiche MIPS-Geräte auf und erlaubt Benutzern als
funktionstüchtig bekannte Kernelkonfigurationen beizusteuern. Die Adresse
für diese Seite ist
http://stuartl.longlandclan.hopto.org/gentoo/mips.
Wenn Sie diesen Dienst hilfreich finden sind Sie dazu eingeladen Ihre Notizen
und .config Dateien dazu beizutragen sodass andere von Ihrer Erfahrung
profitieren können. Es sollte jedoch angemerkt werden dass es keine Garantie
dafür gibt dass die Konfigurationsdateien die Sie von dieser Seite herunterladen
auch funktionieren werden.
Anpassung der Konfiguration an Ihre Anforderungen
Sowie Sie eine Konfiguration gefunden haben, müssen Sie diese herunterladen und
in Ihr Kernerlquellverzeichnis verschieben. Benennen Sie diese um in
.config. Nun können Sie make oldconfig ausführen um alles
auf den neuesten Stand zu bringen und weitere Veränderungen an der
Konfiguration vorzunehmen bevor die Kompilierung beginnt.
Befehlsauflistung 3.2: Konfigurieren des Kernels |
# cd /usr/src/linux
# cp /pfad/zur/beispielskonfiguration .config
# make oldconfig
# make menuconfig
|
Wichtig:
In der Kernel Hacking Sektion gibt es eine Option mit Namen "Are You Using A
Cross Compiler?" Dies teilt den Makefiles des Kernel "mips-linux-" (oder
mipsel-linux ... etc) vorne an die Befehle gcc und as
anzuhängen wenn der Kernel kompiliert wird. Dies sollte ausgeschaltet sein
selbst wenn Sie Cross-Kompilieren. Stattdessen sollten Sie wenn Sie einen
Cross-Compiler aufrufen müssen das Prefix mit der CROSS_COMPILE
Variable, wie im folgenden Beispiel, angeben.
|
Wichtig:
Es gibt bekanntes Problem mit JFS und ALSA auf Octane-Systemen auf denen ALSA
nicht funktioniert. Wegen dem experimentellen Stand von JFS auf MIPS wird
Benutzern geraten JFS momentan zu meiden.
|
Kompilieren und Installieren
Nun da Ihr Kernel konfiguriert ist, ist es Zeit ihn zu kompilieren und zu
installieren. Verlassen Sie die Konfiguration und starten Sie die Kompilierung:
Notiz:
AUf 64-Bit-Rechnern müssen Sie CROSS_COMPILE=mips64-unknown-linux-gnu-
(oder mips64el-... wenn Sie sich auf einem Little-Endian System befinden)
angeben um den 64-Bit-Compiler zu verwenden.
|
Befehlsauflistung 3.3: Kompilieren des Kernels |
# make vmlinux modules modules_install
# make vmlinux modules modules_install CROSS_COMPILE=mips64-unknown-linux-gnu-
# make vmlinux modules CROSS_COMPILE=mips64-unknown-linux-gnu-
# make modules_install INSTALL_MOD_PATH=/somewhere
|
Wichtig:
Wenn Sie einen 64-Bit-Kernel für die Indy, Indigo2 (R4k), Challenge S und O2
kompilieren verwenden Sie das Ziel vmlinux.32 anstatt von vmlinux.
Ansonsten wird Ihr Rechner nicht in der Lage sein zu starten. Dies ist eine
Abhilfe dazu dass der PROM das ELF64-Format nicht versteht.
|
Befehlsauflistung 3.4: Das vmlinux.32 Ziel verwenden |
# make vmlinux.32
|
Wenn der Kernel fertig ist mit der Kompilierung, kopieren Sie das Kernel-Image
nach /boot.
Notiz:
Bei Cobalt Servern erwartet der Bootloader ein komprimiertes Kernel-Image.
Denken Sie daran gzip -9 auf die Datei anzuwenden sobald diese in
/boot ist.
|
Befehlsauflistung 3.5: Installation des Kernels |
# cp vmlinux /boot/kernel-2.6.34-mips
# gzip -9v /boot/kernel-2.6.34-mips
|
7.d. Kernelmodule
Konfiguration der Module
Sie sollten alle Module, die automatisch geladen werden sollen, in
/etc/conf.d/modules aufführen. Sie können, wenn Sie wollen, zu den
Modulen weitere Optionen angeben.
Um alle verfügbaren Module anzuzeigen, führen Sie folgenden find Befehl
aus. Vergessen Sie nicht "<kernel version>" mit der Version des Kernels zu
ersetzen, den Sie gerade kompiliert haben:
Befehlsauflistung 4.1: Anzeigen aller verfügbaren Module |
# find /lib/modules/<kernel version>/ -type f -iname '*.o' -or -iname '*.ko' | less
|
Um zum Beispiel das Modul 3c59x.ko (das ein Treiber für eine bestimmte
Sorte von 3Com-Netzwerkkarten ist) automatisch zu laden, editieren Sie
die Datei /etc/conf.d/modules und tragen den Modulnamen ein.
Befehlsauflistung 4.2: /etc/conf.d/modules bearbeiten |
# nano -w /etc/conf.d/modules
modules_2_6="3c59x"
|
Setzten Sie die Installation mit der Konfiguration des Systems fort.
8. Konfiguration des Systems
8.a. Einträge in der Datei /etc/fstab
Was ist die fstab?
Unter Linux müssen alle für das System notwendigen Partitionen in der Datei
/etc/fstab aufgelistet sein. Die Datei beinhaltet Informationen
darüber, an welcher Stelle jede Partition im Verzeichnisbaum eingehängt
(gemountet) werden soll, um welches Dateisystem es sich handelt und weitere
Optionen (automatisches Mounten beim Systemstart oder nicht, mounten durch User
erlauben für z.B. CD-Rom, Floppy, USB-Sticks usw.).
Erstellen von /etc/fstab
/etc/fstab benutzt die folgende Syntax. Jede Zeile besteht aus
sechs Feldern, die durch Leerzeichen oder Tabs getrennt sind. Jedes Feld hat
eine bestimmte Bedeutung:
-
Das erste Feld beschreibt die einzuhängende Partition (also den Pfad
zur Gerätedatei).
-
Das zweite Feld gibt den Mountpoint im Verzeichnisbaum für die
Partition an.
-
Das dritte Feld gibt den Typ des Dateisystems der Partition an.
-
Das vierte Feld gibt die Mount Optionen an, die beim Ausführen von
mount benutzt werden. Da es für jedes Dateisystem verschiedene
Mountoptionen gibt, ist es empfehlenswert die Liste der Optionen in der
man-page (man mount) nachzulesen. Mehrere Optionen werden durch
Kommata getrennt.
-
Das fünfte Feld wird von dump benutzt, um festzustellen, ob die
Partition gesichert (engl. gedumped) werden soll oder nicht.
Normalerweise lässt man diesen Wert auf 0 (Null).
-
Das sechste Feld wird von fsck ausgelesen, um festzustellen, ob es nach
unsauberem Herunterfahren des Systems nötig ist, das Dateisystem auf
Inkonsistenz zu prüfen. Das Root-Dateisystem sollte in diesem Feld
eine 1 haben; alle anderen Dateisysteme eine 2 (Dateisysteme,
bei denen keine Prüfung notwendig ist, eine 0).
Wichtig:
Die Standard /etc/fstab-Datei von Gentoo ist keine gültige
fstab-Datei. Sie müssen Ihre eigene /etc/fstab
erstellen.
|
Befehlsauflistung 1.1: Öffnen von /etc/fstab |
# nano -w /etc/fstab
|
Schauen wir uns einmal die Optionen für die /boot-Partition an.
Das ist nur ein Beispiel, wenn Sie keine /boot-Partition erstellen
konnten oder wollten, kopieren Sie dies nicht.
In unserem Standard-MIPS-Partitionierungsbeispiel ist
/boot normalerweise die Partition /dev/sda1
, mit ext2 als Dateisystem. Es muss während des Bootvorgangs
überprüft werden, daher würden wir aufschreiben:
Befehlsauflistung 1.2: Eine Beispielszeile für /boot in /etc/fstab |
/dev/sda1 /boot ext2 defaults 0 2
|
Einige Benutzer möchten nicht, dass ihre /boot-Partition
automatisch gemountet wird, um die Sicherheit des Systems zu erhöhen. In diesem
Fall sollen Sie defaults durch noauto ersetzen. Dies bedeutet,
dass Sie die Partition jedesmal händisch mounten müssen, wenn Sie sie benutzen
möchten.
Fügen Sie die Regeln hinzu, die zu Ihrem Partitionsschema passen und fügen Sie
zusätzlich Regeln für Ihr(e) CD-ROM-Laufwerk(e) und natürlich für weitere
Partitionen und Laufwerke, wenn Sie diese haben, hinzu.
Benutzen Sie nun das folgende Beispiel, um Ihre /etc/fstab
zu erstellen:
Befehlsauflistung 1.3: Ein komplettes Beispiel von /etc/fstab |
/dev/sda1 /boot ext2 defaults,noatime 0 2
/dev/sda2 none swap sw 0 0
/dev/sda3 / ext4 noatime 0 1
/dev/cdrom /mnt/cdrom auto noauto,user 0 0
|
Die Option auto veranlasst mount, das Dateisystem automatisch zu
erkennen (empfehlenswert für austauschbare Medien, da diese verschiedene
Dateisysteme enthalten können, z.B. CD-ROMs). Die Option user erlaubt es
Usern das CD-ROM-Laufwerk zu mounten.
Um die Zugriffsgeschwindigkeit zu erhöhen, werden die meisten Benutzer
noatime als Mountoption hinzufügen wollen. Dadurch werden beim Lesen
Zugriffszeiten nicht auf das Dateisystem geschrieben (in den meisten Fällen
brauchen Sie diese nicht).
Überprüfen Sie nochmal jeden Eintrag, da bei Tippfehlern Ihr System
möglicherweise nicht bootet. Speichern Sie Ihre /etc/fstab und
beenden Sie den Editor.
8.b. Netzwerkkonfiguration
Hostname, Domainname, etc
Jetzt müssen Sie Ihrem Computer einen Namen geben, den so genannten Hostnamen.
Das ist eigentlich keine Kunst, aber einige Administratoren haben
Schwierigkeiten, einen angemessenen Namen für Ihr System zu finden. Sie sollten
jetzt keine großen Gedanken damit verschwenden, da Sie den Namen später noch
ändern können. Im folgendem Beispiel nennen wir unser System tux und die
Domain homenetwork.
Befehlsauflistung 2.1: Setzen des Hostnamens |
# nano -w /etc/conf.d/hostname
hostname="tux"
|
Danach, wenn Sie einen Domainnamen benötigen, setzen Sie ihn in
/etc/conf.d/net. Sie brauchen nur einen Domainnamen, wenn Ihr ISP
oder Netzwerkadministrator dies so verlangt, oder wenn Sie einen DNS-Server,
aber keinen DHCP-Server haben. Sie brauchen sich nicht um DNS oder Domainnamen
zu kümmern, wenn Ihr Netzwerk für DHCP eingerichtet ist.
Befehlsauflistung 2.2: Setzen des Domainnamens |
# nano -w /etc/conf.d/net
dns_domain_lo="heimnetzwerk"
|
Notiz:
Wenn Sie sich dafür entscheiden, keinen Domainnamen zu setzen, können Sie die
"This is hostname.(none)" Nachrichten am Anmeldebildschirm loswerden, indem Sie
/etc/issue editieren. Entfernen Sie einfach den String .\O
aus dieser Datei.
|
Wenn Sie eine NIS-Domain haben (wenn Sie nicht wissen, was das ist, haben Sie
keine), müssen Sie diese auch definieren:
Befehlsauflistung 2.3: Setzen des NIS-Domainnamens |
# nano -w /etc/conf.d/net
nis_domain_lo="my-nisdomain"
|
Notiz:
Für weitere Informationen wie Sie DNS und NIS konfigurieren können, lesen Sie
bitte die mitgelieferten Beispiele in
/usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2, welche mit bzless
gelesen werden können. Möglicherweise dürfte auch openresolv für Sie
interessant sein, um Ihre DNS/NIS-Einstellungen zu verwalten - Sie können es
mit emerge installieren.
|
Konfiguration des Netzwerks
Bevor Sie jetzt denken: "Hey, das habe ich doch schon gemacht!", sollten Sie
sich daran erinnern, dass wir am Anfang der Gentoo Installation das Netzwerk
nur manuell konfiguriert haben und diese Einstellungen beim nächsten Reboot
nicht mehr gültig sind. Deswegen konfigurieren wir jetzt das Netzwerk, so dass
es beim Systemstart automatisch eingerichtet wird.
Notiz:
Detaillierte Informationen über Netzwerke, inklusive Themen für
Fortgeschrittene wie Bonding, Bridging, 802.11Q VLANs oder Wireless-Netzwerke
werden im Abschnitt Gentoo Netzwerkkonfiguration
erläutert.
|
Die Netzwerk-Konfiguration wird bei einem Gentoo System unter
/etc/conf.d/net abgespeichert. Die Syntax der Datei ist nicht
unbedingt intuitiv, wenn Sie so etwas noch nie manuell konfiguriert haben, aber
keine Panik, es wird in folgendem Abschnitt genau erklärt. Ein vollständig
kommentiertes Beispiel, welches viele verschiedene Konfigurationne behandelt,
findet sich in /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.
Standardmäßig wird DHCP verwendet. Damit DHCP funktioniert, werden Sie einen
DHCP-Client installieren müssen. Dies ist weiter in Installieren von notwendigen
Systemprogrammen beschrieben. Vergessen Sie nicht einen DHCP-Client zu
installieren.
Wenn Sie Ihre Netzwerkverbindung konfigurieren müssen, entweder weil Sie
spezifische DHCP-Optionen benötigen oder DHCP überhaupt nicht verwenden wollen,
öffnen Sie /etc/conf.d/net mit dem Editor Ihrer Wahl (in diesem
Beispiel benutzen wir nano):
Befehlsauflistung 2.4: Öffnen der Datei /etc/conf.d/net |
# nano -w /etc/conf.d/net
|
Sie werden folgendes sehen:
Befehlsauflistung 2.5: Standard /etc/conf.d/net |
# This blank configuration will automatically use DHCP for any net.*
# scripts in /etc/init.d. To create a more complete configuration,
# please review /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2 and save
# your configuration in /etc/conf.d/net (this file :]!).
|
Um Ihre eigene IP-Adresse, Netzmaske und Gateway zu setzen, müssen Sie
sowohl config_eth0, als auch routes_eth0 setzen:
Befehlsauflistung 2.6: Manuelle IP-Konfiguration für eth0 |
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 brd 192.168.0.255"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
|
Spezifizieren Sie config_eth0, um DHCP zu verwenden:
Befehlsauflistung 4.25: Automatisch eine IP-Adresse für eth0 erhalten |
config_eth0="dhcp"
|
Lesen Sie bitte /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2 für eine
Liste aller verfügbaren Optionen. Lesen Sie auch die Manpage Ihres DHCP-Clients,
wenn Sie besondere DHCP-Optionen setzen müssen.
Wenn Sie mehrere Netzwerkschnittstellen haben, wiederholen Sie die obigen
Schritte für config_eth1, config_eth2 und so fort.
Speichern Sie nun die Konfiguration, um fortzufahren.
Netzwerk beim Systemstart aktivieren
Wenn Sie Ihre Netzwerkinterfaces beim Systemstart aktivieren wollen, müssen Sie
diese zum Runlevel default hinzufügen.
Befehlsauflistung 2.8: net.eth0 dem Runlevel default hinzufügen |
# cd /etc/init.d
# ln -s net.lo net.eth0
# rc-update add net.eth0 default
|
Wenn Sie mehrere Netzwerkinterfaces haben, müssen Sie die entsprechenden
Init-Skripte net.eth1, net.eth2 etc. anlegen, genau
so, wie Sie es eben für net.eth0 getan haben.
Einträge in /etc/hosts
Sie müssen jetzt noch Ihrem System Informationen über Ihr Netzwerk geben. Dazu
müssen Sie die Datei /etc/hosts anpassen, damit Hostnamen zu
IP-Adressen aufgelöst werden, die nicht von Ihrem Nameserver aufgelöst werden.
Sie müssen Ihr System definieren. Möglicherweise möchten Sie auch andere
Systeme auf Ihrem Netzwerk definieren, wenn Sie nicht ein eigenes internes
DNS-System einrichten möchten.
Befehlsauflistung 2.9: Öffnen von /etc/hosts |
# nano -w /etc/hosts
|
Befehlsauflistung 2.10: Eintragen von Netzwerkinformationen |
127.0.0.1 localhost
192.168.0.5 jenny.homenetwork jenny
192.168.0.6 benny.homenetwork benny
|
Speichern Sie die Datei ab, um fortzufahren.
8.c. Systeminformationen
Root-Passwort
Zuerst setzen wir das root-Passwort:
Befehlsauflistung 3.1: Setzen des root-Passworts |
# passwd
|
Systeminformationen
Gentoo benutzt die Datei /etc/rc.conf, um die Dienste, das Starten
und das Herunterfahren Ihres Systems zu konfigurieren. Öffnen Sie
/etc/rc.conf und genießen Sie die Vielfalt der Kommentare in dieser
Datei.
Befehlsauflistung 3.2: Konfigurieren von Diensten |
# nano -w /etc/rc.conf
|
Wenn Sie fertig sind mit der Bearbeitung, speichern Sie ab und verlassen Sie den
Editor.
Gentoo verwendet /etc/conf.d/keymaps, um die Tastaturkonfiguration
zu verwalten. Editieren Sie diese Datei, um Ihre Tastatur zu konfigurieren.
Befehlsauflistung 3.3: Öffnen der Datei /etc/conf.d/keymaps |
# nano -w /etc/conf.d/keymaps
|
Seien Sie vorsichtig mit der keymap-Variablen. Wenn Sie das falsche
keymap wählen, erhalten Sie sonderbare Ergebnisse, wenn Sie auf der
Tastatur tippen.
Wenn Sie fertig sind mit der Konfiguration von
/etc/conf.d/keymaps, speichern Sie diese und schließen Sie den
Editor.
Gentoo verwendet /etc/conf.d/hwclock, um die Optionen der Uhr zu
setzen. Editieren Sie diese enstprechend Ihren Bedürfnissen.
Befehlsauflistung 3.4: Öffnen der Datei /etc/conf.d/hwclock |
# nano -w /etc/conf.d/hwclock
|
Wenn Ihre Hardware-Uhr nicht UTC verwendet, dann müssen Sie
clock="local" zur Datei hinzufügen. Ansonsten werden Sie einige
Abweichungen der Uhr bemerken.
Nachdem Sie die Datei /etc/conf.d/hwclock editiert haben, speichern
Sie diese und schließen Sie den Editor.
Locales konfigurieren
Sie werden vermutlich nur ein oder vielleicht zwei Locales auf Ihrem System
benötigen. Sie müssen die Locales, die Sie benötigen werden, in
/etc/locale.gen spezifizieren.
Befehlsauflistung 3.5: Öffnen von /etc/locale.gen |
# nano -w /etc/locale.gen
|
Die folgenden Locales sind ein Beispiel um Englisch (Vereinigte Staaten) und
Deutsch (Deutschland) mit den passendenden Zeichensätzen (wie UTF-8) zu
erhalten.
Befehlsauflistung 3.6: Spezifizieren Ihrer Locales |
en_US ISO-8859-1
en_US.UTF-8 UTF-8
de_DE ISO-8859-1
de_DE@euro ISO-8859-15
|
Notiz:
Sie können Ihre gewünschten Locales aus der Liste von locale -a
auswählen.
|
Warnung:
Wir empfehlen Ihnen dringend, mindestens eine UTF-8 Locale zu verwenden, da
einige Applikationen diese möglicherweise benötigen.
|
Der nächste Schritt ist locale-gen auszuführen. Es erstellt alle
Locales, die Sie in der /etc/locale.gen Datei spezifiziert haben.
Befehlsauflistung 3.7: Ausführen von locale-gen |
# locale-gen
|
Ist dies geschehen, können Sie nun die systemweiten Locale-Einstellungen in der
Datei /etc/env.d/02locale setzen:
Befehlsauflistung 3.8: Setzen der standardmäßigen Locale in /etc/env.d/02locale |
LANG="de_DE.UTF-8"
LC_COLLATE="C"
|
Laden Sie nun die Umgebung neu:
Befehlsauflistung 3.9: Shell-Umgebung neu laden |
# env-update && source /etc/profile
|
Wir haben eine vollständige Anleitung zur deutschen
Lokalisierung erstellt, die Ihnen weiter hilft. Sie können zudem unseren
ausführlichen UTF-8 Leitfaden für
sehr spezifische Informationen zur Aktivierung von UTF-8 auf Ihrem System lesen.
Fahren Sie nun mit der Installation
notwendiger System-Tools fort.
9. Installation der benötigten Systemtools
9.a. System-Logger
Einige Tools fehlen im stage3 Archiv, da mehrere Pakete dieselbe
Funktionalität mitbringen. Es liegt nun an Ihnen auszuwählen, welche Sie
installieren wollen.
Bei dem ersten Tool, bei dem wir die freie Auswahl haben, geht es um
das Protokollieren von Systemaktivitäten. Unix und Linux haben eine gewisse
Berühmtheit in den Fähigkeiten ihrer Systemprotokolle erlangt -- wenn Sie es
wünschen, können Sie alles, was auf Ihrem System passiert protokollieren lassen.
Dies erfolgt durch den System-Logger.
Gentoo bietet die Wahl zwischen verschiedenen System-Loggern. Diese
sind sysklogd, welches einen bekannten Satz an System-Logger-Daemons
anbietet, syslog-ng, ein fortschrittlicher System-Logger und
metalog, ein außerordentlich variabel konfigurierbarer System-Logger.
Es können weitere verfügbar sein - die Anzahl verfügbarer Pakete erhöht sich
täglich.
Wenn Sie sysklogd oder syslog-ng nutzen, möchten Sie vermutlich
auch logrotate installieren, da diese beiden Logger keinen
Rotationsmechanismus für Log-Dateien unterstützen.
Um den System-Logger Ihrer Wahl zu installieren, genügt ein emerge und
das Hinzufügen zum automatischen Start mittels rc-update. Im folgenden
Beispiel installieren wir syslog-ng. Natürlich kann dies durch den Namen
des gewünschten System-Loggers ersetzt werden:
Befehlsauflistung 1.1: Installation des System-Loggers |
# emerge syslog-ng
# rc-update add syslog-ng default
|
9.b. Optional: Der Cron-Daemon
Als nächstes ist der Cron-Daemon an der Reihe. Obwohl die Installation optional
ist, und für Ihr System nicht zwingend erforderlich ist, empfiehlt sich die
Installation eines solchen. Aber was ist überhaupt ein Cron-Daemon? Ein
Cron-Daemon kann vorgegebene Befehle zu einer bestimmten Uhrzeit ausführen. Dies
ist besonders praktisch, wenn bestimmte Routinebefehle regelmäßig ausgeführt
werden müssen (z.B. täglich, wöchentlich, monatlich).
Gentoo hat drei verschiedene Cron-Daemons zur Auswahl: dcron,
fcron und vixie-cron. Die Installation eines solchen erfolgt
ähnlich wie bei der Installation des System-Loggers. Jedoch erfordern
dcron und frcon einen zusätzlichen Befehl zur Konfiguration,
nämlich crontab /etc/crontab. Sollten Sie an der Auswahl verzweifeln,
dann empfehlen wir Ihnen die Verwendung von vixie-cron.
Für netzwerklose Installationen bieten wir nur vixie-cron an. Wenn Sie
einen anderen Cron-Daemon möchten können Sie warten und diesen später
installieren.
Befehlsauflistung 2.1: Installation eines Cron-Daemons |
# emerge vixie-cron
# rc-update add vixie-cron default
# crontab /etc/crontab
|
9.c. Optional: Dateiindizierung
Wenn Sie die Dateien in Ihrem System indizieren wollen, um Sie schnell
mit dem locate Tool aufzufinden, müssen Sie sys-apps/mlocate
installieren.
Befehlsauflistung 3.1: mlocate installieren |
# emerge mlocate
|
9.d. Optional: Remote Zugriff
Wenn Sie auf Ihr System nach der Installation von remote zugreifen müssen,
vergessen Sie nicht sshd zum Runlevel default hinzuzufügen:
Befehlsauflistung 4.1: Hinzufügen von sshd zum Runlevel default |
# rc-update add sshd default
|
Wenn Sie Zugriff auf eine serielle Konsole benötigen (was im Falle von
Remote-Servern möglich sein kann), dann müssen Sie den Abschnitt zur
seriellen Konsole in /etc/inittab einkommentieren.
Befehlsauflistung 4.2: Bearbeiten der /etc/inittab |
# nano -w /etc/inittab
|
Der folgende Auszug zeigt den einkommentierten Abschnitt:
Befehlsauflistung 4.3: Einkommentieren serieller Konsolen in inittab |
s0:12345:respawn:/sbin/agetty 9600 ttyS0 vt100
s1:12345:respawn:/sbin/agetty 9600 ttyS1 vt100
|
9.e. Dateisystem-Tools
Je nachdem, welche Dateisysteme Sie verwenden, müssen Sie noch die jeweiligen
Utilities (für Überprüfung der Dateisystem-Integrität, Anlegen neuer
Dateisysteme etc..) installieren. Bitte beachten Sie, dass Tools für die
Verwaltung von ext2-, ext3- und ext4-Dateisystemen (e2fsprogs) bereits
als Teil des Systems installiert sind.
Die folgende Tabelle listet alle Tools auf, die für ein bestimmtes Dateisystem
benötigt werden:
| Dateisystem |
Tool |
Installationsbefehl |
| XFS |
xfsprogs |
emerge xfsprogs |
| ReiserFS |
reiserfsprogs |
emerge reiserfsprogs |
| JFS |
jfsutils |
emerge jfsutils |
9.f. Netzwerktools
Wenn Sie keine weiteren netzwerkbezogenen Tools (wie ppp oder einen DHCP-Client)
benötigen, können Sie mit dem Kapitel Konfiguration des Bootloader fortfahren.
Optional: Installieren eines DHCP-Clients
Wenn Sie möchten, dass Gentoo automatisch eine IP-Adresse für Ihre
Netzwerkkarte bezieht, müssen Sie dhcpcd (oder einen anderen
DHCP-Client -- siehe Modulares Netzwerk
für eine Liste verfügbarer DHCP-Clients) auf Ihren System installieren. Wenn
Sie dies nicht tun sind Sie möglichweise nicht in der Lage nach der
Installation auf das Internet zugreifen zu können.
Befehlsauflistung 6.1: Installation von dhcpcd |
# emerge dhcpcd
|
Optional: Installieren eines PPPoE-Clients
Wenn Sie ppp benötigen um eine Verbindung mit dem Internet herstellen zu
können, werden Sie es installieren müssen.
Befehlsauflistung 6.2: Installation von ppp |
# emerge ppp
|
Nun fahren wir mit dem nächsten Kapitel Konfigurieren des Bootloader fort.
10. Konfiguration des Bootloaders
10.a. Silicon Graphics Computer -- Einrichtung von arcload
Welches nehmen wir?
Auf SGI-Computern benutzen wir den Bootloader arcload. In früheren
Veröffentlichungen gab es außerdem arcboot, der aber offiziell für
überholt erklärt wurde. Darum erhält arcload nun den Vorzug.
Notiz:
Die Dateinamen im SGI Volume Header sind auf 8 Zeichen limitiert, und es können
sich nicht mehr als 16 Dateien in einem einzigen Volume Header befinden.
|
Installation von arcload
arcload wurde für Computer geschrieben, die einen 64-Bit-Kernel
benötigen. arcboot kann deshalb nicht verwendet werden, da dieses nicht
so einfach als 64-Bit-Binärdatei kompiliert werden kann. Außerdem beseitigt
arcload einige Eigenheiten, die auftreten können, wenn der Kernel direkt
aus dem Volume Header geladen wird. Nun, da Sie wissen, worum es hier geht,
können wir mit der Installation beginnen:
Befehlsauflistung 1.1: Installation von arcload und dvhtool |
# emerge arcload dvhtool
|
Wenn das fertig ist, sollten Sie die arcload-Binärdateien unter
/usr/lib/arcload finden. Zwei Dateien sollten vorhanden sein:
-
sashARCS: Die 32-Bit-Binärdatei für Indy, Indigo2 (R4k), Challenge S
und O2 Systeme
-
sash64: Die 64-Bit-Binärdatei für Octane/Octane2, Origin 200/2000 und
Indigo2 Impact Systeme
Benutzen Sie dvhtool, um die richtige Binärdatei für Ihr System im Volume
Header zu installieren:
Befehlsauflistung 1.2: Installation von arcload im Volume Header |
# dvhtool --unix-to-vh /usr/lib/arcload/sashARCS sashARCS
# dvhtool --unix-to-vh /usr/lib/arcload/sash64 sash64
|
Notiz:
Sie müssen sashARCS oder sash64 benutzen, solange Sie
arcload in den Volume Header einer bootbaren CD installieren. Für eine
Festplatte können Sie die Namen frei wählen, falls Sie möchten.
|
Überprüfen Sie mit dvhtool, ob die Dateien im Volume Header sind.
Befehlsauflistung 1.3: Überprüfen, ob arcload im Volume Header vorhanden ist |
# dvhtool --print-volume-directory
----- directory entries -----
Entry #0, name "sash64", start 4, bytes 55859
#
|
Jetzt zur arc.cf Datei. Diese besitzt eine C-artige Syntax. Eine genaue
Anleitung zur Konfiguration kann auf der arcload Seite des Linux/MIPS
Wikis eingesehen werden. Kurz, Sie definieren eine Anzahl an Optionen, die
Sie beim Booten mit Hilfe der OSLoadFilename-Variable an- oder abschalten
können.
Befehlsauflistung 1.4: Ein Beispiel für arc.cf |
append "root=/dev/sda3";
append "ro";
append "console=ttyS0,9600";
ip28 {
working {
description "SGI Indigo2 Impact R10000\n\r";
image system "/working";
}
new {
description "SGI Indigo2 Impact R10000 - Testing Kernel\n\r";
image system "/new";
}
debug {
description "Debug console";
append "init=/bin/bash";
}
}
|
Beginnend mit arcload-0.5 können sich arc.cf und die Kernel
entweder im Volume Header oder in einer Partition befinden. Wenn Sie dieses
aktuellere Feature (Partition) nutzen wollen, können Sie die Dateien in Ihrer
/boot-Partition (oder in /, falls Sie keine separate
Bootpartition haben) platzieren. arcload benutzt den Code des
Dateisystemtreibers vom populären Grub-Bootloader, daher unterstüzt es
die gleichen Dateisysteme.
Befehlsauflistung 1.5: Installieren von arc.cf und Kernel im Volume Header |
# dvhtool --unix-to-vh arc.cf arc.cf
# dvhtool --unix-to-vh /usr/src/linux/vmlinux new
|
Danach bleibt nur noch das Setzen von einigen Optionen im PROM. Lesen Sie dazu
den Abschnitt über Neustart des Systems.
10.b. Cobalt MicroServers -- Einrichten von CoLo
Installation von CoLo
Cobalt-Server haben auf ihrem Chip eine wesentlich leistungsschwächere Firmware.
Das Cobalt-BOOTROM ist primitiv, verglichen mit dem SGI-PROM, und hat einige
große Beschränkungen.
-
Es gibt ein (ungefähr) 675kB Limit für Kernel. Die aktuelle Größe von Linux
2.4 macht es fast unmöglich, einen Kernel mit dieser Größe zu erstellen.
Linux 2.6 braucht gar nicht erst in Erwägung gezogen zu werden.
-
64-Bit-Kernel werden von der mitgelieferten Firmware nicht unterstützt
(obwohl diese derzeit hoch experimentell auf Cobalt Computern ist)
-
Die Shell ist bestenfalls grundlegend
Um diese Beschränkungen zu überwinden, wurde eine alternative Firmware, CoLo (Cobalt Loader),
entwickelt. CoLo ist ein BOOTROM Abbild, das entweder auf den Chip im Cobalt
Server installiert ("flashed") oder von der existierenden Firmware geladen
werden kann.
Notiz:
Dieser Leitfaden führt Sie durch die Installation und Einrichtung von CoLo, so
dass diese durch die mitgelieferte Firmware geladen wird. Dies ist der einzig
wirklich sichere und empfohlene Weg der Einrichtung.
|
Warnung:
Sie können CoLo jedoch auch auf den Chip im Server installieren und damit die
mitgelieferte Firmware komplett überschreiben -- danach sind Sie aber auf sich
allein gestellt. Sollte irgend etwas schief laufen, müssen Sie den BOOTROM-Chip
physisch entfernen und mit der Originalfirmware neu programmieren. Wenn Sie sich
nicht sicher sind, wie das geht -- dann flashen Sie Ihren Chip AUF KEINEN
FALL. Wir übernehmen keine Verantwortung für was auch immer passiert, wenn
Sie diesen Ratschlag ignorieren.
|
Okay, genug der Warnungen, installieren wir nun CoLo. Zuerst emergen wir das
Paket.
Befehlsauflistung 2.1: Emergen von CoLo |
# emerge colo
|
Nachdem es installiert ist (wir hoffen, Sie haben die Ausgaben gelesen ;-),
sollten Sie unter /usr/lib/colo zwei Dateien finden. Einmal
colo-chain.elf, der "Kernel", der von der mitgelieferten Firmware
geladen wird, und colo-rom-image.bin, ein ROM-Abbild, das in das
BOOTROM installiert werden kann. Nachdem wir /boot gemountet haben, speichern
wir dort eine komprimierte Kopie von colo-chain.elf, wo das System
es erwartet.
Befehlsauflistung 2.2: CoLo an den richtigen Ort kopieren |
# gzip -9vc /usr/lib/colo/colo-chain.elf > /boot/vmlinux.gz
|
Konfiguration von CoLo
Wenn das System nun bootet sollte CoLo geladen werden, was wiederum ein Menü auf
dem rückwärtigen LCD ausgibt. Die erste Option (und gleichzeitig der Standard,
der nach ca. 5 Sekunden automatisch gewählt wird) ist das Booten von der
Festplatte. Das System versucht dann, die erste Linuxpartition, die es findet,
zu mounten. Danach führt es das Skript default.colo aus. Die Syntax
ist vollständig in der CoLo-Dokumentation beschrieben (zu finden unter
/usr/share/doc/colo-X.YY/README.shell.gz, wobei X.YY für die
installierte Version steht), und sie ist sehr einfach.
Notiz:
Noch ein Tipp: Bei der Installation der Kernel kann es hilfreich sein, zwei
Kernelabbilder zu erstellen,
kernel.gz.working -- ein Kernel, von dem man weiß, dass er läuft,
und
kernel.gz.new -- ein Kernel, den man gerade erst kompiliert hat.
Sie können entweder Symlinks benutzen, um auf die momentanen "new" und "working"
Kernel zu verweisen, oder einfach die Kernelabbilder umbenennen.
|
Befehlsauflistung 2.3: Ein Beispiel einer default.colo |
mount hda1
load /kernel.gz.working
execute root=/dev/sda3 ro console=ttyS0,115200
|
Notiz:
CoLo wird kein Skript laden, das nicht mit #:CoLo:# in der ersten Zeile
beginnt, entsprechend dem #!/bin/sh in Shellskripten.
|
Außerdem ist es möglich, vor dem Booten eine Kernelkonfiguration auszuwählen,
die gestartet werden soll. Die folgende Konfiguration macht genau das: Den
Benutzer fragen, welchen Kernel er booten will, und dann das entsprechende
Abbild laden. Ansonsten wird nach einem Timeout der Standardkernel geladen.
vmlinux.gz.new und vmlinux.gz.working können entweder
die richtigen Abbilder sein oder einfach nur Symlinks auf die Abbilder auf der
Festplatte. Das Argument 50 hinter select legt den Timeout fest
(50/10tel einer Sekunde, also 5 Sekunden), nachdem die erste Option ("Working")
gebootet wird.
Befehlsauflistung 2.4: Menü-basierte Konfiguration |
lcd "Mounting hda1"
mount hda1
select "Welcher Kernel?" 50 Working New
goto {menu-option}
var image-name vmlinux.gz.working
goto 3f
@var image-name vmlinux.gz.working
goto 2f
@var image-name vmlinux.gz.new
@lcd "Lade Linux" {image-name}
load /{image-name}
lcd "Boote..."
execute root=/dev/sda5 ro console=ttyS0,115200
boot
|
Mehr Details entnehmen Sie der Dokumentation unter
/usr/share/doc/colo-VERSION.
10.c. Einrichtung der seriellen Konsole
Die Linux-Installation würde so, wie sie jetzt ist, zwar booten, aber es setzt
voraus, dass Sie sich an einem physischen Terminal anmelden. Auf
Cobalt-Computern wäre das schlecht -- es gibt kein physisches Terminal.
Notiz:
Diejenigen von Ihnen, die den Luxus eines unterstützten Video-Chipsatzes
genießen dürfen, können diesen Abschnitt überspringen, wenn sie möchten.
|
Zuerst öffnen Sie mit einem Editor die Datei /etc/inittab. Weiter
unten in der Datei finden sie etwas, das in etwa wie folgendes aussieht:
Befehlsauflistung 3.1: inittab Konfiguration |
c1:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty1 linux
c2:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty2 linux
c3:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty3 linux
c4:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty4 linux
c5:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty5 linux
c6:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty6 linux
ca:12345:ctrlaltdel:/sbin/shutdown -r now
|
Entkommentieren Sie zunächst die Zeile c0. Standardmäßig ist sie auf eine
Terminal-Baudrate von 9600 bps eingestellt. Auf Cobalt Servern ändern Sie den
Wert auf 115200, um die gleiche Baudrate wie vom BOOTROM vorgesehen
einzustellen. So sieht die Sektion auf dem Cobalt-Server des Autors aus. Auf
Computern ohne grafische Ausgabe (z.B. Cobalt-Servern) empfehle ich außerdem,
die Zeilen für die lokalen Terminals zu entkommentieren (c1 bis
c6), da die Computer einen Hang zu merkwürdigem Verhalten haben, wenn sie
/dev/ttyX nicht öffnen können.
Befehlsauflistung 3.2: Beispielauszug aus inittab |
c0:12345:respawn:/sbin/agetty 115200 ttyS0 vt102
|
Zum Schluss müssen wir dem System mitteilen, dass dem lokalen seriellen Port als
ein sicheres Terminal vertraut werden darf. Dazu müssen wir
/etc/securetty editieren. Es enthält eine Liste von Terminalen, die
das System als sicher erachtet. Wir fügen nun zwei Zeilen hinzu, damit wir uns
über den seriellen Anschluss als root anmelden können.
Befehlsauflistung 3.3: Erlaube root Logins an der seriellen Konsole |
# echo 'ttyS0' >> /etc/securetty
# echo 'tts/0' >> /etc/securetty
|
10.d. Neustart des Systems
Verlassen Sie die chroot-Umgebung und entfernen Sie alle gemounteten
Partitionen. Dann können Sie das eine magische Kommando schreiben, auf das Sie
so lange gewartet haben: reboot.
Befehlsauflistung 4.1: Verlassen der chroot-Umgebung, entfernen aller gemounteten Partitionen und neustart |
# exit
cdimage ~# cd
cdimage ~# umount -l /mnt/gentoo/dev{/shm,/pts,}
cdimage ~# umount -l /mnt/gentoo{/boot,/proc,}
cdimage ~# reboot
|
Notiz:
Cobalt-Benutzer: Der Rest dieses Abschnittes behandelt das Einrichten des
SGI-PROM, damit es arcload von der Festplatte booten und Linux laden
kann.
Cobalt-Server betrifft das nicht. Tatsächlich ist hier Ihre Arbeit getan -- für
den ersten Start wird keine weitere Konfiguration benötigt. Sie können zum
nächsten Abschnitt springen: Fertigstellen Ihrer
Gentoo Installation
|
10.e. Anpassungen des SGI-PROM
Setzen von allgemeinen PROM-Einstellungen
Nachdem Sie nun den Bootloader installiert haben, können Sie den Computer neu
starten.
Befehlsauflistung 5.1: Neustart |
# exit
cdimage ~# umount -l /mnt/gentoo/dev{/shm,/pts,}
cdimage ~# umount -l /mnt/gentoo{/boot,/proc,}
# reboot
|
Sobald der Computer neu startet, begeben Sie sich in das System Maintenance
Menu und wählen dort Enter Command Monitor (5) genauso wie bei
der Auswahl zum Netboot.
Befehlsauflistung 5.2: Konfiguration des PROM für Gentoo |
1) Start System
2) Install System Software
3) Run Diagnostics
4) Recover System
5) Enter Command Monitor
Option? 5
Command Monitor. Type "exit" to return to the menu.
>> setenv SystemPartition scsi(0)disk(1)rdisk(0)partition(8)
>> setenv AutoLoad Yes
>> setenv TimeZone EST5EDT
>> setenv console d1
>> setenv dbaud 9600
|
Die nächsten Einstellungen hängen davon ab, wie Sie Ihr System starten.
Einstellungen für das direkte Starten vom Volume Header
Der Vollständigkeit halber wird es hier behandelt. Es wird jedoch empfohlen,
anstelle dessen arcload zu installieren.
Notiz:
Das Folgende funktioniert nur auf Indy, Indigo2 (R4k) und Challenge S.
|
Befehlsauflistung 5.3: PROM-Einstellungen zum Booten vom Volume Header |
>> setenv OSLoadPartition <Rootpartition>
>> setenv OSLoader <kernel name>
>> setenv OSLoadFilename <kernel name>
>> setenv OSLoadOptions <Kernelparameter>
|
Wenn Sie einen Kernel ausprobieren möchten, ohne sich mit den Kernelparametern
zu beschäftigen, können Sie das einfach mit dem PROM-Befehl boot -f tun.
Befehlsauflistung 5.4: Booten, ohne die Umgebungsvariablen zu verändern |
# boot -f new root=/dev/sda3 ro
|
Einstellungen für arcload
arcload benutzt die OSLoadFilename-Option, um die Einstellungen
aus arc.cf zu verwenden. Die Konfigurationsdatei ist eigentlich ein
Skript, wobei mit den Hauptblöcken die Bootabbilder für verschiedene Systeme
definiert werden; innerhalb dieser Blöcke dann optionale Einstellungen. Bspw.
würde das Benutzen von OSLoadFilename=mysys(serial) die Einstellungen für
den mysys-Block laden, danach würden erweiterte Optionen geladen, die in
serial überschrieben werden.
In der obigen Beispieldatei haben wir einen Systemblock definiert, ip28,
mit working-, new- und debug-Optionen. Demzufolge
definieren wir unsere PROM-Variablen wie folgt:
Befehlsauflistung 5.5: PROM-Einstellungen für das Benutzen von arcload |
>> setenv OSLoader sash64
>> setenv OSLoadFilename ip28(working)
|
Beginnend mit arcload-0.5 brauchen Dateien nicht mehr im Volume Header
plaziert zu werden -- sie können alternativ auf Partitionen platziert werden.
Damit arcload weiß, wo es nach seinen Konfigurationsdateien und den
Kerneln suchen soll, muss man die Variable OSLoadPartition im PROM
setzen. Der exakte Werte dieser Variable hängt davon ab, an welcher Stelle die
Festplatte auf dem SCSI-Bus liegt. Benutzen Sie bitte die SystemPartition
PROM-Variable als Hilfe -- nur die Partitionsnummer sollte sich ändern.
Notiz:
Die Nummerierung der Partitionen startet bei 0, nicht bei 1 wie in Linux.
|
Befehlsauflistung 5.6: arcload mitteilen, wo es arc.cf findet |
>> setenv OSLoadPartition scsi(0)disk(1)rdisk(0)partition(8)
>> setenv OSLoadPartition scsi(0)disk(1)rdisk(0)partition(0)[ext2]
|
Fertig
Jetzt ist alles bereit, damit Sie Gentoo genießen können! Booten Sie Gentoo und
schließen Sie Ihre Gentoo-Installation mit dem Kapitel Finalisierung Ihrer Gentoo Installation ab.
11. Abschließen Ihrer Gentoo Installation
11.a. Benutzerverwaltung
Hinzufügen eines Benutzers für den täglichen Gebrauch
Arbeiten als root in einem Unix/Linux System ist gefährlich und sollte,
wenn immer möglich, vermieden werden. Wir empfehlen daher nachdrücklich
das Einrichten eines Benutzers für die täglichen Aufgaben.
Die Gruppen denen ein Benutzer angehört definieren, welche Aktivitäten der User
ausführen kann. Die folgende Tabelle listet die wichtigsten Gruppen, die Sie
vermutlich benutzen wollen:
| Gruppe |
Beschreibung |
| audio |
Benutzer kann Audiogeräte benutzen |
| cdrom |
Benutzer kann optische Laufwerke direkt benutzen |
| floppy |
Benutzer kann Diskettenlaufwerke direkt benutzen |
| games |
Benutzer darf Spiele ausführen |
| portage |
Benutzer kann emerge --pretend verwenden |
| usb |
Benutzer darf USB Geräte benutzen |
| video |
Benutzer darf Geräte zur Videoaufnahme benutzen und Hardwarebeschleunigung
nutzen
|
| wheel |
Benutzer darf su benutzen |
In unserem Beispiel erstellen wir einen Benutzer john, welcher Mitglied
der wheel Gruppe, der users Gruppe, sowie der audio Gruppe
ist. Loggen Sie sich zunächst als root ein (nur root kann Benutzer erstellen)
und führen useradd aus:
Befehlsauflistung 1.1: Hinzufügen eines Benutzers für den täglichen Gebrauch |
Login: root
Password:
# useradd -m -G users,wheel,audio -s /bin/bash john
# passwd john
Password:
Re-enter password:
|
Sollte dieser Benutzer eine bestimmte Aufgabe als root durchführen, kann er
den Befehl su - verwenden, um temporär Rechte als root zu erhalten.
Alternativ kann das sudo Paket verwendet werden, welches mit richtiger
Konfiguration sehr sicher ist.
11.b. Aufräumen der Festplatte
Entfernen der Tarballs
Nun da Sie die Gentoo-Installation abgeschlossen und neu gestartet haben,
können Sie, sofern alles funktioniert, den heruntergeladenen stage3-Tarball von
Ihrer Festplatte entfernen. Denken Sie daran, dass diese Dateien in Ihr
/ Verzeichnis heruntergeladen wurden.
Befehlsauflistung 2.1: Entfernen des stage3-Tarballs |
# rm /stage3-*.tar.bz2*
|
12. Wie geht es weiter?
12.a. Dokumentation
Gratulation! Sie haben jetzt ein funktionierendes Gentoo System. Aber wie
geht es nun weiter? Welche Möglichkeiten bieten sich? Gentoo bietet
seinen Nutzern viele Optionen und daher auch viele dokumentierte
(und weniger gut dokumentierte) Eigenschaften.
Sie sollten definitiv einen Blick in den nächsten Teil des Gentoo Handbuchs,
Arbeiten mit Gentoo, werfen. Dieser erklärt, wie Sie
Ihre Software aktuell halten und weitere Software installieren können, was USE
Flags sind, wie das Init-System von Gentoo funktioniert, etc.
Zur Optimierung Ihres Systems für einen Endbenutzer oder wenn Sie wissen wollen,
wie ein Desktop-System eingerichtet wird, sollten die sehr ausführlichen
Gentoo Desktop
Dokumentationsressourcen weiterhelfen. Weiterhin möchten Sie vielleicht
unsere Anleitung zur
Lokalisierung betrachten um sich Ihr System angenehmer einzurichten.
Wir haben auch ein Gentoo
Sicherheitshandbuch, welches Sie bei Gelegenheit unbedingt lesen sollten.
Für eine komplette Liste aller für Gentoo Linux erhältlichen Dokumentationen
verweisen wir auf die Dokumentationsübersicht.
Schließlich haben wir noch ein offizielles Gentoo Wiki, in dem sich zusätzliche, von
der Community bereitgestellte Dokumentation findet.
12.b. Gentoo Online
Sie sind natürlich in den
Gentoo Foren oder in einem der vielen
Gentoo IRC Kanälen
jederzeit willkommen.
Auch haben wir verschiedene Mailinglisten die allen
Benutzern offen stehen. Weitere Informationen hierzu befinden sich auf der
Seite.
Wir halten jetzt unseren Mund und lassen Sie die Installation von Gentoo Linux
genießen. :)
B. Arbeiten mit Gentoo
1. Eine Portage Einführung
1.a. Willkommen zu Portage
Portage ist vermutlich Gentoos bemerkenswerteste Innovation in Sachen Software
Management. Mit seiner großen Flexibilität und enormen Menge an Optionen wird
es vielfach als bestes Software Management Tool für Linux gesehen.
Portage ist vollständig in Python
und Bash geschrieben und
somit für seine Benutzer vollständig sichtbar, da dieses beides Skriptsprachen
sind.
Die meisten Benutzer werden Portage durch das emerge Programm benutzen.
Dieses Kapitel soll nicht die Informationen aus der emerge Manpage duplizieren,
für eine vollständige Auflistung aller emerge Optionen konsultieren Sie die
Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der emerge Manpage |
$ man emerge
|
1.b. Der Portage-Tree
Ebuilds
Wenn wir über Pakete reden, meinen wir oft Programme, die für Gentoo-Benutzer
durch den Portage-Tree verfügbar sind. Der Portage-Tree ist eine Sammlung von
Ebuilds -- Dateien, die alle Informationen enthalten, die Portage
benötigt, um Anwendungen zu betreuen (installieren, suchen, abfragen, ...).
Diese Ebuilds liegen standardmäßig in /usr/portage.
Wann immer Sie Portage bitten, eine Aktion betreffend irgendwelcher Anwendungen
durchzuführen, wird es die Ebuilds auf Ihrem System als Basis benutzen. Es ist
daher sehr wichtig, dass Sie die Ebuilds auf Ihrem System regelmäßig
aktualisieren, so dass Portage über neue Anwendungen,
Sicherheitsaktualisierungen usw. informiert ist.
Aktualisieren des Portage-Tree
Der Portage-Tree wird für gewöhnlich mit rsync aktualisiert, ein schnelles und
inkrementelles Dateiübertragungsprogramm. Das Aktualisieren ist ziemlich
einfach, da das emerge Kommando ein Frontend für rsync beinhaltet:
Befehlsauflistung 2.1: Aktualisieren des Portage-Tree |
# emerge --sync
|
Wenn Sie aufgrund von Restriktionen einer Firewall das rsync-Protokoll nicht
benutzen können, können Sie immer noch unsere täglich aktualisierten
Portage-Snapshots benutzen. Das emerge-webrsync Tool lädt diesen
automatisch und installiert den aktuellsten Snapshot in Ihrem System:
Befehlsauflistung 2.2: Running emerge-webrsync |
# emerge-webrsync
|
Ein weiterer Vorteil von emerge-webrsync ist, dass es erlaubt, nur
Portage-Tree-Schnappschüsse herunterzuladen, die mit dem
Gentoo-Release-Engineering-GPG-Schlüssel signiert sind. Weitere Informationen
dazu finden Sie im Abschnitt Portage
Features unter Laden
validierter Portage-Tree-Schnappschüsse.
1.c. Software installieren und aktuell halten
Nach Software suchen
Um den Portage-Tree nach Anwendungen zu durchsuchen können Sie die in
emerge eingebauten Suchfunktionen nutzen. Standardmäßig liefert
emerge --search Paketnamen, die mit dem Suchbegriff teilweise oder
vollständig übereinstimmen.
Um zum Beispiel nach allen Paketen zu suchen, in deren Name "pdf" vorkommt:
Befehlsauflistung 3.1: Suche nach Paketen mit pdf im Namen |
$ emerge --search pdf
|
Wenn Sie ebenfalls durch die Beschreibungen suchen möchten, können Sie die
--searchdesc (oder -S) Option nutzen:
Befehlsauflistung 3.2: Suche nach Paketen im Zusammenhang mit pdf |
$ emerge --searchdesc pdf
|
Wenn Sie einen Blick auf die Ausgabe werfen werden Sie feststellen, dass Ihnen
diese zahlreiche Informationen gibt. Die Felder sind klar beschriftet, so dass
wir dies nicht näher erläutern wollen.
Befehlsauflistung 3.3: Beispiel Ausgabe von 'emerge --search' |
* net-print/cups-pdf
Latest version available: 1.5.2
Latest version installed: [ Not Installed ]
Size of downloaded files: 15 kB
Homepage: http://cip.physik.uni-wuerzburg.de/~vrbehr/cups-pdf/
Description: Provides a virtual printer for CUPS to produce PDF files.
License: GPL-2
|
Software installieren
Nachdem Sie eine Anwendung gefunden haben, die Sie installieren möchten, können
Sie dies mit emerge ganz einfach durchführen, zum Beispiel für
gnumeric:
Befehlsauflistung 3.4: Installation von gnumeric |
# emerge gnumeric
|
Da viele Anwendungen untereinander Abhängigkeiten haben, kann jeder Versuch ein
bestimmtes Paket zu installieren in der Installation von verschiedenen
Abhängigkeiten resultieren. Aber keine Angst, Portage kümmert sich ebenfalls um
diese Abhängigkeiten. Wenn Sie herausfinden wollen, welche Pakete Portage als
Abhängigkeiten mitinstallieren würde benutzen Sie die --pretend
Option. Zum Beispiel:
Befehlsauflistung 3.5: Installation von gnumeric simulieren |
# emerge --pretend gnumeric
|
Wenn Sie Portage anweisen ein Paket zu installieren werden alle notwendigen
Quellen (sofern notwendig) aus dem Internet heruntergeladen und standardmäßig
in /usr/portage/distfiles abgelegt. Anschließend werden die
Quellen entpackt, kompiliert und das Paket installiert. Wenn Sie
Portage anweisen möchten zwar die Quellen herunterzuladen, das Paket aber nicht
zu kompilieren und installieren hängen Sie die --fetchonly Option an das
emerge Kommando an:
Befehlsauflistung 3.6: Herunterladen der Quellen für gnumeric |
# emerge --fetchonly gnumeric
|
Auffinden von Dokumentationen zu installierten Pakete
Viele Pakete liefern Ihre eigene Dokumentation. Manchmal bestimmt das
doc USE-Flag ob die Dokumentation des Paketes installiert werden soll
oder nicht. Sie können die Existenz eines doc USE-Flag mit dem
emerge -vp <Paketname> Befehl überprüfen
Befehlsauflistung 3.7: Die Existenz eines doc USE-Flag überprüfen |
# emerge -vp alsa-lib
[ebuild N ] media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1 -debug +doc 698 kB
|
Die beste Art das USE-Flag doc zu aktivieren ist für jedes Paket einzeln
mit der Hilfe von /etc/portage/package.use. So werden Sie nur
Dokumentation für Pakete erhalten bei denen Sie daran interessiert sind. Global
diese Variable zu aktivieren ist bekannt dafür Probleme durch zirkuläre
Abhängigkeiten zu verursachen. Das Kapitel USE-Flags bespricht diese Aspekte in größerem
Detail.
Sowie das Paket installiert ist findet sich die Dokumentation generell in einem
Unterverzeichnis mit dem Paketnamen unter dem Verzeichnis
/usr/share/doc. Mit equery Tool können Sie auch alle
installierten Dateien auflisten, es ist Teil des app-portage/gentoolkit
Pakets.
Befehlsauflistung 3.8: Auffinden einer Paketdokumentation |
# ls -l /usr/share/doc/alsa-lib-1.0.14_rc1
total 28
-rw-r--r-- 1 root root 669 May 17 21:54 ChangeLog.gz
-rw-r--r-- 1 root root 9373 May 17 21:54 COPYING.gz
drwxr-xr-x 2 root root 8560 May 17 21:54 html
-rw-r--r-- 1 root root 196 May 17 21:54 TODO.gz
# equery files alsa-lib | less
media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1
* Contents of media-libs/alsa-lib-1.0.14_rc1:
/usr
/usr/bin
/usr/bin/alsalisp
|
Software deinstallieren
Um Anwendungen aus Ihrem System zu entfernen benutzen Sie emerge
--unmerge. Dies weist Portage an, alle Dateien die zu diesem Paket gehören
(mit der Ausnahme von Konfigurationsdateien, die Sie nach der
Installation geändert haben) zu entfernen. Das Beibehalten der
Konfigurationsdateien ermöglicht Ihnen die eventuelle Weiterarbeit mit diesem
Paket zu einem späteren Zeitpunkt.
Jedoch, eine ausdrückliche Warnung: Portage wird nicht
kontrollieren, ob ein Paket, welches Sie deinstallieren möchten, noch
Abhängigkeit eines anderen ist. Sie werden jedoch beim Versuch ein wichtiges
Paket zu entfernen gewarnt, wenn es dazu führen würde, dass Ihr System danach
nicht länger funktionieren würde.
Befehlsauflistung 3.9: Entfernung von gnumeric aus dem System |
# emerge --unmerge gnumeric
|
Wenn Sie ein Paket deinstalliert haben, so sind die Abhängigkeiten dieses
speziellen Paketes weiterhin installiert. Um Portage anzuweisen nach Paketen zu
suchen, die keinerlei Abhängigkeit sind und nun entfernt werden können, nutzen
Sie von emerge die --depclean Funktionalität. Wir werden dies
später ausführlicher behandeln.
Aktualisieren Ihres Systems
Um Ihr System auf dem Laufenden zu halten (von Sicherheitsaktualisierungen gar
nicht gesprochen) müssen Sie Ihr System regelmäßig aktualisieren. Da Portage
nur die Ebuilds in Ihrem lokalen Portage-Tree kennt, müssen Sie zunächst den
Portage-Tree aktualisieren. Wenn Sie dies getan haben, können Sie das System
mittels emerge --update world aktualisieren. Im folgenden Beispiel
verwenden wir auch die --ask Option, wodurch Portage eine Liste der
Pakete, die es aktualisieren will aufzeigt und fragt ob Sie fortfahren wollen:
Befehlsauflistung 3.10: Aktualisierung des Systems |
# emerge --update --ask world
|
Portage wird nun nach neueren Versionen von Anwendungen suchen, die Sie
installiert haben. Es werden jedoch nur Versionen von Anwendungen überprüft, die
Sie explizit installiert haben (die Anwendungen aufgelistet in
/var/lib/portage/world); Abhängigkeiten werden nicht ausführlich
geprüft. Wenn Sie die Abhängigkeiten dieser Pakete ebenfalls aktualisieren
möchten, fügen sie das --deep Argument hinzu:
Befehlsauflistung 3.11: Aktualisierung Ihres Systems inkl. Abhängigkeiten |
# emerge --update --deep world
|
Dies betrifft jedoch nicht alle Pakete: Einige Pakete auf Ihrem System
werden während des Kompilierungsprozesses von Paketen benötigt, aber sobald
diese Pakete installiert sind, werden diese Abhängigkeiten nicht mehr benötigt.
Portage nennt diese Build-Abhängigkeiten. Um auch diese in einem
Aktualisierungs-Zyklus einzuschließen, fügen Sie --with-bdeps=y hinzu:
Befehlsauflistung 3.12: Aktualisierung Ihres gesamten Systems |
# emerge --update --deep --with-bdeps=y world
|
Da auch Sicherheitsupdates in Paketen vorkommen, die Sie nicht explizit
installiert haben (die aber als Abhängigkeiten anderer Programme auch
mitinstalliert wurden), empfiehlt es sich diesen Befehl ab und zu auszuführen.
Wenn Sie zuvor ein USE-Flag geändert haben
möchten Sie vermutlich --newuse hinzufügen. Portage wird nun feststellen,
ob die Änderung eine Installation von weiteren Paketen erfordert oder eine
Neuinstallation der existierenden hinreichend ist:
Befehlsauflistung 3.13: Durchführen einer vollen Aktualisierung |
# emerge --update --deep --with-bdeps=y --newuse world
|
Metapakete
Einige Pakete im Portage-Tree haben keinen realen Inhalt, sondern dienen als
Sammlung von Paketen. Zum Beispiel wird das Paket kde-meta eine komplette
KDE-Umgebung auf Ihrem System installieren, indem es sämtliche Komponenten eines
KDE-Desktops als Abhängigkeiten einbezieht.
Wenn Sie jemals ein solches Paket entfernen wollen, wird Ihnen emerge
--unmerge nicht viel weiterhelfen, da dies keinerlei Einfluss auf die
installierten Abhängigkeiten hat.
Portage hat die Funktionalität um verwaiste Abhängigkeiten zu entfernen, da die
Verfügbarkeit von Anwendungen und Abhängigkeiten dynamisch aufgelöst wird müssen
Sie zunächst Ihr System vollständig aktualisieren, inklusive der Änderungen die
Sie durch Änderungen an USE-Flags herbeigeführt haben. Im Anschluss daran können
Sie emerge --depclean ausführen, um die verwaisten Abhängigkeiten zu
entfernen. Wenn dies geschehen ist müssen Sie die Anwendungen die dynamisch auf
die nun deinstallierten Anwendungen gelinkt sind neu kompilieren.
All dies wird durch die folgenden 3 Kommandos erledigt:
Befehlsauflistung 3.14: Entfernen von verwaisten Paketen |
# emerge --update --deep --newuse world
# emerge --depclean
# revdep-rebuild
|
revdep-rebuild ist im gentoolkit Paket enthalten, vergessen Sie
nicht, es zuvor zu installieren:
Befehlsauflistung 4.25: Installieren des gentoolkit Paket |
# emerge gentoolkit
|
1.d. Lizenzen
Seit Portage-Version 2.1.7 können Sie eine Softwareinstallation basierend auf
der Lizenz akzeptieren oder ablehnen. Alle Pakete im Baum enthalten einen
Eintrag LICENSE in ihren Ebuilds. emerge --search paketname verrät
Ihnen die Lizenz eines Pakets.
Standardmäßig erlaubt Portage alle Lizenzen außer
Endbenutzer-Lizenzvereinbarungen (EULAs), die das Lesen und Akzeptieren einer
Akzeptanzerklärung erfordern.
Die Variable, die die erlaubten Lizenzen kontrolliert, heißt
ACCEPT_LICENSE und kann in /etc/portage/make.conf gesetzt
werden:
Befehlsauflistung 4.1: Standardmäßige ACCEPT_LICENSE in /etc/portage/make.conf |
ACCEPT_LICENSE="* -@EULA"
|
Mit dieser Konfiguration werden keine Pakete installiert, die während der
Installation eine Interaktion, der EULA zuzustimmen, erfordern. Pakete ohne eine
EULA werden installiert.
Sie können ACCEPT_LICENSE global in /etc/portage/make.conf
oder pro Paket in /etc/portage/package.license setzen.
Wenn Sie beispielsweise die Lizenz truecrypt-2.7 für
app-crypt/truecrypt erlauben wollen, fügen Sie Folgendes zur
/etc/portage/package.license hinzu:
Befehlsauflistung 4.2: Angeben einer Truecrypt-Lizenz in package.license |
app-crypt/truecrypt truecrypt-2.7
|
Dies erlaubt die Installation von Truecrypt-Versionen, die die
truecrypt-2.7 Lizenz haben, hingegen aber keine Versionen, die
truecrypt-2.8 haben.
Wichtig:
Lizenzen werden in /usr/portage/licenses gespeichert und
Lizenzgruppen finden sich in /usr/portage/profiles/license_groups.
Der erste Eintrag jeder Zeile in Großbuchstaben ist der Name der Lizenzgruppe
und jeder folgende Eintrag ist eine einzelne Lizenz.
|
Lizenzgruppen, die in ACCEPT_LICENSE definiert werden, haben ein
vorangestelltes @ Zeichen. Es folgt ein Beispiel eines Systems, das
global die GPL-kompatible Lizenzgruppe erlaut, sowie einige weitere Gruppen und
einzelne Lizenzen:
Befehlsauflistung 4.3: ACCEPT_LICENSE in /etc/portage/make.conf |
ACCEPT_LICENSE="@GPL-COMPATIBLE @OSI-APPROVED @EULA atheros-hal BitstreamVera"
|
Wenn Sie nur freie Software und Dokumentation auf Ihrem System haben wollen,
können Sie die folgende Einstellung verwenden:
Befehlsauflistung 4.4: Nur freie Lizenzen verwenden |
ACCEPT_LICENSE="-* @FREE"
|
Unter "frei" ist in diesem Zusammenhang die Definition der FSF und der OSI zu verstehen. Jegliche
Pakete, die diesen Anforderungen nicht gerecht werden, werden nicht auf Ihrem
System installiert.
1.e. Wenn Portage sich beschwert ...
Über SLOTs, Virtuals, Zweige, Architekturen und Profile
Wie bereits zuvor erwähnt bietet Portage extrem viele Möglichkeiten und
unterstützt zahlreiche Features, die in anderen Softwaremanagement-Tools
fehlen. Um dies zu verstehen erläutern wir einige Aspekte von Portage, ohne
jedoch ganz ins Detail zu gehen.
Mit Portage können mehrere Versionen eines Pakets auf dem System koexistieren.
Während andere Distributionen in diesen Fällen dazu tendieren Teile der
Versionsnummer mit in den Paketnamen aufzunehmen, (wie freetype und
freetype2) beherrscht Portage eine Technik namens SLOTs. Eine
Ebuildversion deklariert dabei ein bestimmtes SLOT. Ebuilds eines
Pakets mit unterschiedlichen SLOTs können gleichzeitig auf einem System
installiert sein. Zum Beispiel hat das freetype Paket Ebuilds mit
SLOT="1" und SLOT="2".
Es gibt weiterhin einige Pakete, welche die gleiche Funktionalität anbieten,
aber anders implementiert sind. Zum Beispiel sind metalogd,
sysklogd und syslog-ng alle System-Protokollierdienste.
Anwendungen die einen System-Protokollierdienst benötigen, können zum Beispiel
nicht auf metalogd bestehen, da die anderen System-Protokollierdienste
auch eine gute Wahl sind. Portage erlaubt daher virtuals: Jeder
System-Logger ist als "exklusive" Abhängigkeit des Logging-Dienstes im
virtuellen Paket logger der Kategorie virtual aufgelistet, so
dass Applikationen einfach vom Paket virtual/logger abhängen können.
Wenn dieses installiert wird, zieht das Paket einfach das erste Logging-Paket,
das im Paket erwähnt wird, hinein, sofern vorher nicht schon ein
Logging-Paket installiert war (in welchem Falle die virtuelle Abhängigkeit
schon erfüllt ist).
Anwendungen im Portage-Tree können sich in verschiedenen Zweigen befinden.
Standardmäßig akzeptiert Ihr System nur Pakete, die Gentoo als stabil
betrachtet. Die meisten neuen Anwendungen werden nach der Veröffentlichung
zum Test-Zweig hinzugefügt, da Tests erforderlich sind um festzustellen, ob
die spezifische Anwendung als stabil gekennzeichnet werden kann. Obwohl Sie
diese Ebuilds auch im Portage-Tree sehen, wird Portage sie erst aktualisieren
wenn diese in den stabilen Zweig verschoben werden.
Einige Anwendungen sind nur für bestimmte Architekturen verfügbar. Andere
Anwendungen funktionieren nicht auf allen Architekturen oder es sind
intensivere Test für diese Anwendung erforderlich. Manchmal ist es dem
Entwickler der die Anwendung in den Portage-Tree eingebracht hat nicht
möglich, zu prüfen ob die Anwendung auf den unterschiedlichen Architekturen
korrekt funktioniert.
Jede Gentoo Installation gehört zu einem bestimmtes Profil, welches
neben anderen Informationen auch alle Pakete auflistet, die für ein
funktionierendes System erforderlich sind.
Blockierte Pakete
Befehlsauflistung 5.1: Portage warnt vor blockierten Paketen (mit --pretend) |
[blocks B ] mail-mta/ssmtp (is blocking mail-mta/postfix-2.2.2-r1)
|
Befehlsauflistung 5.2: Portage warnt vor blockierten Paketen (ohne --pretend) |
!!! Error: the mail-mta/postfix package conflicts with another package.
!!! both can't be installed on the same system together.
!!! Please use 'emerge --pretend' to determine blockers.
|
Ebuilds enthalten spezifische Felder, die Portage über die Abhängigkeiten
informieren. Es gibt zwei mögliche Formen von Abhängigkeiten: Build
Abhängigkeiten, deklariert in DEPEND und Abhängigkeiten zur Laufzeit,
deklariert in RDEPEND. Wenn eine dieser Abhängigkeiten ein Paket oder
eine Virtual als explizit nicht kompatibel kennzeichnet, wird ein Blocker
ausgelöst.
Auch wenn neuere Portage-Versionen schlau genug sind, kleinere Blocker ohne
Benutzereingriffe zu umgehen, müssen Sie ab und zu selbst Hand anlegen, wie
folgt beschrieben.
Um einen solchen Blocker zu umgehen können Sie entweder auf das Installieren des
Pakets verzichten, oder das den Blocker auslösende Paket zuerst deinstallieren.
Im gerade angebrachten Beispiel sind Ihre Optionen der Verzicht auf die
Installation von postfix oder die vorherige Deinstallation von
ssmtp.
Sie werden unter Umständen auch blockierende Pakete mit spezifischen Atoms wie
<media-video/mplayer-1.0_rc1-r2 sehen. In diesem Fall wird das
Aktualisieren auf eine neuere Version des blockierenden Paketes die
Blockierung aufheben.
Es ist auch möglich, dass sich zwei zu installierende Pakete gegenseitig
blockieren. In diesem seltenen Fall sollten Sie herausfinden, warum Sie beide
installieren müssen. In den meisten Fällen ist eines der Pakete ausreichend.
Wenn nicht, erstellen Sie bitte einen Bug in
Gentoos Bugtracking System.
Maskierte Pakete
Befehlsauflistung 5.3: Portage Warnung zu maskierten Paketen |
!!! all ebuilds that could satisfy "bootsplash" have been masked.
|
Befehlsauflistung 5.4: Portage Warnung zu maskierten Paketen - Gründe |
!!! possible candidates are:
- gnome-base/gnome-2.8.0_pre1 (masked by: ~x86 keyword)
- lm-sensors/lm-sensors-2.8.7 (masked by: -sparc keyword)
- sys-libs/glibc-2.3.4.20040808 (masked by: -* keyword)
- dev-util/cvsd-1.0.2 (masked by: missing keyword)
- games-fps/unreal-tournament-451 (masked by: package.mask)
- sys-libs/glibc-2.3.2-r11 (masked by: profile)
- net-im/skype-2.1.0.81 (masked by: skype-eula license(s))
|
Wenn Sie ein Paket installieren wollen, welches für Ihr System nicht verfügbar
ist, erhalten Sie eine solche Fehlermeldung. Sie sollten versuchen eine andere
Anwendung, welche für Ihr System verfügbar ist, zu installieren oder warten bis
das gewünschte Paket verfügbar ist. Es gibt immer einen Grund warum ein Paket
maskiert ist:
-
~arch Keyword bedeutet, dass diese Anwendung noch nicht hinreichend
getestet ist, um diese in den stabilen Zweig zu schieben. Warten Sie ein
paar Tage oder Wochen und versuchen Sie es erneut.
-
-arch Keyword oder -* Keyword bedeutet, dass diese Anwendung
auf Ihrer Architektur nicht funktioniert. Wenn Sie glauben, dass das Paket
funktioniert erstellen Sie einen Bugreport über unsere
Bugzilla Webseite.
-
Fehlendes Keyword bedeutet, dass diese Anwendung auf Ihrer
Architektur noch nicht getestet wurde. Bitten Sie das Portierungs Team
Ihrer Architektur dieses Paket zu testen, oder testen Sie es selbst
und melden Sie Ihre Ergebnisse über unsere
Bugzilla Webseite.
-
package.mask bedeutet, dass dieses Paket korrupt, instabil oder
schlecht ist und als "nicht-benutzen" gekennzeichnet wurde.
-
profile bedeutet, dass dieses Paket als nicht zutreffend für Ihr
Profil gekennzeichnet ist. Die Applikation kann Ihr System in einen
korrupten Zustand versetzen wenn Sie diese Anwendung installieren.
Oder die Anwendung ist mit dem Profil dass Sie verwenden nicht kompatibel.
-
license bedeutet, dass die Lizenz des Paketes nicht mit Ihrer
ACCEPT_LICENSE Einstellung kompatibel ist. Sie müssen die
entsprechende Lizenz oder Lizenzgruppe explizit erlauben, indem Sie sie in
/etc/portage/make.conf oder in
/etc/portage/package.license angeben. Sehen Sie sich Lizenzen genauer an, um herauszufinden, wie jegliche
funktionieren.
Erforderliche USE-Flag-Änderungen
Befehlsauflistung 5.5: Portage-Warnung über erforderliche USE-Flag-Änderung |
The following USE changes are necessary to proceed:
#required by app-text/happypackage-2.0, required by happypackage (argument)
>=app-text/feelings-1.0.0 test
|
Diese Fehlermeldung kann auch wie folgt angezeigt werden, sofern
--autounmask nicht gesetzt ist:
Befehlsauflistung 5.6: Portage-Fehler über erforderliche USE-Flag-Änderung |
emerge: there are no ebuilds built with USE flags to satisfy "app-text/feelings[test]".
!!! One of the following packages is required to complete your request:
- app-text/feelings-1.0.0 (Change USE: +test)
(dependency required by "app-text/happypackage-2.0" [ebuild])
(dependency required by "happypackage" [argument])
|
Solche Warnungen oder Fehler treten auf, wenn Sie ein Paket installieren wollen,
das nicht nur von einem anderen Paket abhängig ist, sondern es auch erforderlich
ist, dass dieses Paket mit einem bestimmten USE-Flag (oder einer Menge von
USE-Flags) gebaut wurde. In dem gegebenen Beispiel muss das Paket
app-text/feelings mit USE="test" gebaut worden sein, aber dieses
USE-Flag ist auf dem System nicht gesetzt.
Um dieses Problem zu lösen, fügen Sie entweder das erforderliche USE-Flag zu
Ihren globalen USE-Flags in der /etc/portage/make.conf hinzu, oder
setzen Sie es für das spezifische Paket in der
/etc/portage/package.use.
Fehlende Abhängigkeiten
Befehlsauflistung 5.7: Portage Warnung zu fehlenden Abhängigkeiten |
emerge: there are no ebuilds to satisfy ">=sys-devel/gcc-3.4.2-r4".
!!! Problem with ebuild sys-devel/gcc-3.4.2-r2
!!! Possibly a DEPEND/*DEPEND problem.
|
Die Anwendung welche Sie installieren möchten benötigt ein anderes Paket,
welches für Ihr System nicht verfügbar ist. Schauen Sie im
Bugzilla nach, ob das Problem bekannt
ist und wenn nicht, erstellen Sie zu diesem Problem einen neuen Bugreport.
Solange Sie nicht verschiedene Zweige mischen sollte eine solche Fehlermeldung
eigentlich nicht auftauchen und ist somit ein Bug.
Doppeldeutige Ebuild-Namen
Befehlsauflistung 5.8: Portage Warnung über doppeldeutige Ebuild-Namen |
[ Results for search key : listen ]
[ Applications found : 2 ]
* dev-tinyos/listen [ Masked ]
Latest version available: 1.1.15
Latest version installed: [ Not Installed ]
Size of files: 10,032 kB
Homepage: http://www.tinyos.net/
Description: Raw listen for TinyOS
License: BSD
* media-sound/listen [ Masked ]
Latest version available: 0.6.3
Latest version installed: [ Not Installed ]
Size of files: 859 kB
Homepage: http://www.listen-project.org
Description: A Music player and management for GNOME
License: GPL-2
!!! The short ebuild name "listen" is ambiguous. Please specify
!!! one of the above fully-qualified ebuild names instead.
|
Die Anwendung, die Sie installieren möchten, hat einen Namen, der auf mehr als
ein Paket zutrifft. Sie müssen ebenfalls die Kategorie des Paketes angeben.
Portage informiert Sie über mögliche Treffer, aus denen Sie auswählen können.
Zyklische Abhängigkeiten
Befehlsauflistung 5.9: Warnung von Portage zu zyklischen Abhängigkeiten |
!!! Error: circular dependencies:
ebuild / net-print/cups-1.1.15-r2 depends on ebuild / app-text/ghostscript-7.05.3-r1
ebuild / app-text/ghostscript-7.05.3-r1 depends on ebuild / net-print/cups-1.1.15-r2
|
Zwei (oder mehr) Pakete, die Sie installieren möchten hängen gegenseitig
voneinander ab und können daher nicht installiert werden. Dies ist in den
meisten Fällen ein Bug im Portage-Tree. Bitte warten Sie eine Weile,
aktualisieren den Portage-Tree und versuchen Sie es erneut. Schauen Sie
ebenfalls im Bugzilla, ob dies ein
bekanntes Problem ist und erstellen einen Bugreport sofern noch keiner
existiert.
Herunterladen der Quellen schlägt fehl
Befehlsauflistung 5.10: Portage Warnung zu Fehlern beim herunterladen der Quellen |
!!! Fetch failed for sys-libs/ncurses-5.4-r5, continuing...
!!! Some fetch errors were encountered. Please see above for details.
|
Portage konnte die Quellen für eine bestimmte Anwendung nicht herunterladen und
wird mit dem Installieren der anderen Anwendungen (sofern zutreffend)
fortfahren. Dieser Fehler kann durch einen noch nicht aktualisierten Mirror
oder einen falsche Angabe im Ebuild hervorgerufen werden. Zudem kann es sein,
dass der Server von dem Sie die Quellen herunterladen möchten aus einem
unbekannten Grund nicht erreichbar ist.
Versuchen Sie es eine Stunde später nochmals um zu prüfen, ob das Problem noch
besteht.
Schutz des Systemprofils
Befehlsauflistung 5.11: Portage Warnung über durch das Profil geschützte Pakete |
!!! Trying to unmerge package(s) in system profile. 'sys-apps/portage'
!!! This could be damaging to your system.
|
Sie wollen ein Paket deinstallieren, welches zu den Kernbestandteilen
Ihres Systems zählt. Es ist in Ihrem Profil als notwendig aufgeführt
und sollte daher nicht deinstalliert werden.
Fehler in der Überprüfung des Digests
Manchmal kann das installieren eines Pakets mittels emerge mit folgender
Nachricht abbrechen:
Befehlsauflistung 5.12: Fehler in der Überprüfung des Digest |
>>> checking ebuild checksums
!!! Digest verification failed:
|
Dies ist ein Zeichen dafür dass etwas mit dem Portage-Tree nicht in Ordnung
ist. Oft liegt es daran, dass ein Entwickler beim einbringen eines Pakets
in den Tree einen Fehler gemacht hat.
Wenn die Überprüfung des Digest fehlschlägt versuchen Sie nicht das
Paket selber neu zu indizieren. Das Ausführen von ebuild foo manifest
wird das Problem nicht beheben. Es wird das Problem mit ziemlicher Sicherheit
nur noch verschärfen!
Warten Sie stattdessen ein bis zwei Stunden, bevor der Tree sich etwas
normalisiert hat. Es ist wahrscheinlich ein Fehler, der direkt danach bemerkt
wurde, aber es kann eine Weile dauern bis die Korrektur im Portage-Tree
verbreitet wurde. Während Sie warten können Sie im Bugzilla nachsehen ob jemand das Problem
bereits gemeldet hat. Wenn nicht, melden Sie einfach einen Bug für das kaputte
Paket.
Sobald Sie sehen, dass der Fehler behoben wurde, können Sie erneut
synchronisieren um das korrigierte Digest zu erhalten.
Wichtig:
Dies bedeutet nicht, dass Sie Ihren Tree mehrere Male synchronisieren
sollten! Wie in der Rsync-Richtlinie aufgeführt (wenn Sie emerge --sync
ausführen) werden Benutzer, die zu oft synchronisieren gesperrt! Es ist besser
bis zu Ihrem nächsten geplanten Sync zu warten, damit die Rsync-Server nicht
überlastet werden.
|
2. USE Flags
2.a. Was sind USE-Flags?
Die Idee welche hinter USE-Flags steckt
Wenn Sie Gentoo installieren (oder irgendeine andere Distribution, oder sogar
ein anderes Betriebssystem) treffen Sie Entscheidungen abhängig von der Umgebung
in der Sie arbeiten. Die Einrichtung eines Server unterscheidet sich von der
Einrichtung einer Workstation. Eine Spiele-Workstation unterscheidet sich von
einer Workstation für 3D-Rendering.
Dies trifft nicht nur bei der Auswahl der Pakete die Sie installieren wollen zu,
sondern auch welche Funktionen ein Paket unterstützen soll. Wenn Sie OpenGL
nicht benötigen, warum sollten Sie sich die Mühe machen OpenGL zu installieren
und OpenGL-Unterstützung in die meisten Ihrer Pakete einzubauen? Wenn Sie KDE
nicht benutzen wollen, warum sollten Sie sich die Mühe machen Pakete mit
KDE-Unterstützung zu kompilieren, wenn diese Pakete auch ohne einwandfrei
funktionieren?
Um den Benutzern bei der Entscheidung zu helfen, was installiert/aktiviert
werden soll und was nicht, wollen wir, dass der Benutzer seine Umgebung auf
eine einfache Weise spezifiziert. Dies zwingt den Benutzer dazu zu entscheiden,
was er wirklich will und vereinfachtt den Prozess für Portage, unser
Paketmanagementsystem, sinnvolle Entscheidungen zu treffen.
Definition eines USE-Flag
Geben Sie die USE-Flags ein. Solch ein Flag ist ein Schlüsselwort das
Unterstützungs- und Abhängigkeitsinformationen für ein bestimmtes Konzept
beinhaltet. Wenn Sie ein bestimmtes USE-Flag definieren wird Portage wissen,
dass Sie Unterstützung für das gewählte Schlüsselwort wollen. Natürlich
verändert dies auch die Abhängigkeitsinformationen für ein Paket.
Schauen wir uns ein spezifisches Beispiel an: das kde Schlüsselwort.
Wenn Sie dieses Schlüsselwort nicht in Ihrer USE Variable haben, werden
alle Pakte die optionale KDE Unterstützung haben ohne KDE
Unterstützung kompiliert. Alle Pakete die eine optionale KDE Abhängigkeit
haben werden installiert, ohne dass die KDE Bibliotheken (als
Abhängigkeit) installiert werden. Wenn Sie das kde Schlüsselwort
verwendet haben, dann werden diese Pakete mit KDE Unterstützung
kompiliert und die KDE Bibliotheken werden als Abhängigkeit installiert.
Dadurch, dass Sie das Schlüsselwort korrekt definieren, erhalten Sie ein System
spezifisch an Ihre Bedürfnisse angepasst.
Welche USE-Flags gibt es?
Es gibt zwei Arten von USE-Flags: globale und lokale USE-Flags.
-
Ein globales USE-Flag wird von vielen Paketen systemweit benutzt.
Dies ist was die meisten Menschen als ein USE-Flag ansehen.
-
Ein lokales USE-Flag wird von einem einzelnen Paket verwendet um
Entscheidungen spezifisch für ein Paket zu treffen.
Eine Liste von allen verfügbaren globalen USE-Flags findet man Online oder lokal in
/usr/portage/profiles/use.desc.
Eine Liste verfügbarer lokaler USE-Flags finden Sie lokal in
/usr/portage/profiles/use.local.desc.
2.b. Benutzung von USE-Flags
Deklarieren von ständigen USE-Flags
In der Hoffnung, dass Sie überzeugt sind von der Wichtigkeit von USE-Flags,
werden wir Sie nun informieren wie man USE-Flags deklariert.
Wie vorher erwähnt, werden alle USE-Flags innerhalb der USE Variable
deklariert. Um es für die Benutzer einfach zu machen USE-Flags zu suchen und
auszuwählen, geben wir schon eine Standardeinstellung für USE vor. Diese
Einstellung ist eine Sammlung von USE-Flags, von denen wir glauben, dass sie
häufig von Gentoo Benutzern verwendet werden. Diese Standardeinstellung ist
deklariert in der make.defaults Dateien die Teil Ihres Profils
sind.
Das Profil, auf das Ihr System hört, wird ausgewiesen vom
/etc/portage/make.profile Symlink. Jedes Profil funktioniert
aufbauend auf einem anderen, größeren Profil. Das Endergebnis ist daher die
Summe aller Profile. Das Hauptprofil ist das base Profil
(/usr/portage/profiles/base).
Lassen Sie uns einen Blick auf die Standardeinstellung für das 13.0 Profil
werfen:
Befehlsauflistung 2.1: Kulmulative make.defaults USE-Variable für das 13.0 Profil |
USE="a52 aac acpi alsa branding cairo cdr dbus dts dvd dvdr emboss encode exif
fam firefox flac gif gpm gtk hal jpeg lcms ldap libnotify mad mikmod mng mp3
mp4 mpeg ogg opengl pango pdf png ppds qt3support qt4 sdl spell
startup-notification svg tiff truetype vorbis unicode usb X xcb x264 xml xv
xvid"
|
Wie Sie sehen können, enthält diese Variable schon eine ziemlich große Anzahl
von Schlüsselwörtern. Verändern Sie jegliche make.defaults Dateien
nicht um die USE Variable an Ihre Bedürfnisse anzupassen:
Veränderungen in dieser Datei werden überschrieben wenn Sie ein Update von
Portage durchführen!
Sie ändern diese Standardeinstellung durch Hinzufügen oder Entfernen von
Schlüsselwörtern zur USE-Variable. Dies geschieht global durch die Definierung
der USE Variable in /etc/portage/make.conf. In dieser
Variable fügen Sie die zusätzlichen USE-Flags hinzu, die Sie benötigen oder
entfernen die USE-Flags, die Sie nicht wollen. Das Letztere geschieht durch das
Vorsetzen eines Minuszeichens ("-") vor das Schlüsselwort.
Zum Beispiel wenn Unterstützung für KDE und QT entfernt werden soll aber
Unterstützung für ldap hinzugefügt werden soll, kann USE wie folgt in
/etc/portage/make.conf definiert werden:
Befehlsauflistung 2.2: Eine Beispielseinstellung für USE in /etc/portage/make.conf |
USE="-kde -qt4 ldap"
|
Deklarieren von USE-Flags für einzelne Pakete
Machmal möchten Sie ein bestimmtes USE-Flag für ein (oder einige) Anwendungen
deklarieren, aber nicht systemweit. Um dies zu ermöglichen müssen Sie zunächst
das /etc/portage Verzeichnis erstellen (sofern es noch nicht
existiert) und die Datei /etc/portage/package.use editieren. Dies
ist normalerweise nur eine Datei, kann aber auch ein Verzeichnis sein. Weitere
Informationen finden Sie in man portage. Das folgende Beispiel setzt
voraus dass package.use nur eine Datei ist.
Wenn Sie zum Beispiel berkdb Unterstützung nicht global, aber für
mysql möchten fügen Sie folgendes ein:
Befehlsauflistung 2.3: /etc/portage/package.use Beispiel 1 |
dev-db/mysql berkdb
|
Sie können natürlich ein USE-Flag für ein Ebuild explizit deaktivieren.
Wenn Sie zum Beispiel keine java Unterstützung in PHP benötigen:
Befehlsauflistung 2.4: /etc/portage/package.use Beispiel 2 |
dev-php/php -java
|
Deklarieren von temporären USE-Flags
Manchmal wollen Sie eine bestimmte USE-Einstellung nur einmal benutzen. Anstatt
das /etc/portage/make.conf zweimal editiert wird (um die
Veränderungen in USE anzuwenden und wieder zu entfernen) können Sie einfach die
USE-Variable als Umgebungsvariable definieren. Behalten Sie im Gedächtnis, dass
wenn Sie die jeweilige Anwendung re-kompilieren oder aktualisieren (entweder
explizit oder als Teil eines Systemupdate) diese Änderung verloren geht.
Als ein Beispiel werden wir, während der Installation von Seamonkey, temporär
Java von den USE-Einstellungen entfernen.
Befehlsauflistung 2.5: USE als Umgebungsvariable verwenden |
# USE="-java" emerge seamonkey
|
Reihenfolge
Natürlich gibt es eine gewisse Präzedenz darüber welche Einstellung Priorität
hat über die USE-Einstellungen. Sie wollen schließlich nicht
USE="-java" deklarieren nur um zu sehen, dass java weiterhin
verwendet wird wegen einer Einstellung, die eine höhere Priorität hat.
Präferenz für die USE-Einstellung ist nach Priorität geordnet (die Erste hat
die niedrigste Priorität):
-
Standardeinstellung für USE deklariert in den make.defaults
Dateien, die Teil Ihres Profils sind.
-
Benutzerdefinierte USE-Einstellungen in /etc/portage/make.conf
-
Benutzerdefinierte USE-Einstellungen in
/etc/portage/package.use
-
Benutzerdefinierte USE-Einstellungen definiert als Umgebungsvariable
Um die endgültige USE Einstellungen zu sehen, so wie sie von Portage
gesehen wird, führen Sie emerge --info aus. Dies listet alle relevanten
Variablen (inklusive der USE Variable) mit dem von Portage verwendeten
Inhalt auf.
Befehlsauflistung 2.6: Ausführen von emerge --info |
# emerge --info
|
Das gesamte System an neue USE-Flags anpassen
Wenn Sie Ihre USE-Flags geändert haben und nun Ihr gesamtes System dazu bringen
möchten die neuen USE-Flags zu nutzen, benutzen Sie die --newuse Option
von emerge:
Befehlsauflistung 2.7: Neuerstellung Ihres gesamten System |
# emerge --update --newuse world
|
Führen Sie nun Portages depclean aus, um Abhängigkeiten aus Ihrem alten System,
die nun durch andere USE-Flags ersetzt wurden, zu löschen.
Warnung:
Das Ausführen von emerge depclean ist eine gefährliche Operation und
sollte mit dementsprechender Vorsicht vorgenommen werden. Kontrollieren Sie die
angezeigte Liste mit zu löschenden Paketen lieber zweimal um so sicherzustellen,
dass keine notwendigen Pakete gelöscht werden. Im folgenden Beispiel fügen wir
den -p Switch hinzu, um nur eine Liste unbenötigter Pakete angezeigt zu
bekommen, ohne diese jedoch gleichzeitig auch zu entfernen.
|
Befehlsauflistung 2.8: Entfernen unbenötigter Pakete |
# emerge -p --depclean
|
Wenn depclean beendet ist, führen Sie revdep-rebuild aus, um die
Anwendungen, die dynamisch gegen "Shared Objects" der deinstallierten
Pakete gelinkt sind, neu zu kompilieren. revdev-rebuild ist Teil des
Pakets gentoolkit; vergessen Sie nicht dieses zuvor zu installieren.
Befehlsauflistung 2.9: Ausführen von revdep-rebuild |
# revdep-rebuild
|
Nachdem Sie dies alles ausgeführt haben, benutzt Ihr System die neuen USE-Flag
Einstellungen.
2.c. Paket spezifische USE-Flags
Betrachten vorhandener USE-Flags
Nehmen wir als Beispiel seamonkey: Auf welche USE-Flags hört es? Um dies
herauszufinden benutzen wir emerge mit der --pretend und der
--verbose Option:
Befehlsauflistung 3.1: Betrachten der benutzten USE-Flags |
# emerge --pretend --verbose seamonkey
These are the packages that I would merge, in order:
Calculating dependencies ...done!
[ebuild R ] www-client/seamonkey-1.0.7 USE="crypt gnome java -debug -ipv6
-ldap -mozcalendar -mozdevelop -moznocompose -moznoirc -moznomail -moznopango
-moznoroaming -postgres -xinerama -xprint" 0 kB
|
emerge ist nicht das einzige Hifsmittel für diesen Job. In der Tat haben
wir ein Werkzeug, ausgelegt auf Paketinformationen, genannt equery,
welches im gentoolkit Paket enthalten ist. Installieren Sie zunächst
gentoolkit:
Befehlsauflistung 3.2: Installieren von gentoolkit |
# emerge gentoolkit
|
Führen Sie nun equery mit dem uses Argument aus um die USE-Flags
eines bestimmten Paketes zu betrachten. Zum Beispiel für das gnumeric
Paket:
Befehlsauflistung 3.3: Benutzung von equery zur Betrachtung verwendeter USE-Flags |
# equery --nocolor uses =gnumeric-1.6.3 -a
[ Searching for packages matching =gnumeric-1.6.3... ]
[ Colour Code : set unset ]
[ Legend : Left column (U) - USE flags from make.conf ]
[ : Right column (I) - USE flags packages was installed with ]
[ Found these USE variables for app-office/gnumeric-1.6.3 ]
U I
- - debug : Enable extra debug codepaths, like asserts and extra output.
If you want to get meaningful backtraces see
http://www.gentoo.org/proj/en/qa/backtraces.xml .
+ + gnome : Adds GNOME support
+ + python : Adds support/bindings for the Python language
- - static : !!do not set this during bootstrap!! Causes binaries to be
statically linked instead of dynamically
|
3. Portage Features
3.a. Portage Features
Portage hat einige zusätzliche Features, die das Gentoo Erlebnis noch ein wenig
besser machen. Viele dieser Features beruhen auf Software Tools um die
Performance, Funktionssicherheit, Sicherheit, etc. zu verbessern.
Um diese Portage Features zu aktivieren oder deaktivieren müssen Sie die
FEATURES Variable in /etc/portage/make.conf anpassen. Diese
Variable enthält verschiedene Feature Keywords, welche durch Leerzeichen
getrennt werden.In vielen Fällen müssen Sie ebenfalls zusätzliche Software
installieren.
Nicht alle Features, die Portage anbietet werden hier aufgelistet. Für einen
vollständigen Überblick schauen Sie in die make.conf Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der make.conf Manpage |
$ man make.conf
|
Um herauszufinden, welche FEATURES per default aktiviert sind führen Sie
emerge --info aus und suchen Sie nach der FEATURES Variable, oder filtern
diese aus:
Befehlsauflistung 1.2: Herausfinden welche FEATURES bereits aktiv sind |
$ emerge --info | grep FEATURES
|
3.b. Distributed Compiling
Benutzung von distcc
distcc ist ein Programm das "Kompilierungen" über mehrere, nicht
notwendigerweise identische Computer, über ein Netzwerk verteilt. Der
distcc - Client sendet alle notwendigen Informationen zu den
erreichbaren distcc - Servern (die den distccd laufen haben), so
dass diese Teile des Quellcodes vom Client kompilieren können. Als Resultat
wird Zeit beim Kompilieren eingespart.
Sie finden tiefer gehende Informationen über distcc (und wie Sie es bei
Gentoo zum Laufen bringen) in unserer Gentoo
distcc Dokumentation.
distcc installieren
Distcc bringt einen grafischen Monitor mit, der Sie über alle Aufgaben
informiert, die der Computer zum Kompilieren wegsendet. Falls Sie
Gnome benutzen, setzen Sie 'gnome' in Ihrer USE-Variable.
Wenn Sie nicht Gnome nutzen, den Monitor aber trotzdem haben
wollen, sollten Sie 'gtk' in Ihrer USE-Variable setzen.
Befehlsauflistung 2.1: distcc installieren |
# emerge distcc
|
Unterstützung für Portage aktivieren
Fügen Sie distcc der FEATURES Variable in
/etc/portage/make.conf hinzu. Anschließen editieren Sie die
MAKEOPTS Variable entsprechend Ihren Wünschen. In den meisten Fällen ist es
hinreichend "-jX" anzugeben, wobei X der Nummer der CPUs die den distccd
ausführen entsprechen (inklusive dem aktuellen Host) plus eins, möglicherweise
haben Sie mit anderen Werten bessere Ergebnisse.
Nun rufen Sie distcc-config auf und tragen eine Liste der verfügbaren
Server ein. Als einfaches Beispiel nehmen wir einmal an, dass die verfügbaren
distcc Server 192.168.1.102 (der momentane Host),
192.168.1.103 und 192.168.1.104 (zwei "entfernte" Hosts) sind:
Befehlsauflistung 2.2: distcc für die Nutzung dreier verfügbarer distcc Server konfigurieren |
# distcc-config --set-hosts "192.168.1.102 192.168.1.103 192.168.1.104"
|
Vergessen Sie bitte nicht, auch den distccd - Dämonen zu starten:
Befehlsauflistung 2.3: distcc Dämonen starten |
# rc-update add distccd default
# /etc/init.d/distccd start
|
3.c. Caching Compilation
Über ccache
ccache ist ein schneller Compiler - Cache. Wenn Sie ein Programm
kompilieren, werden Zwischenresultate gecacht, so dass bei einer Rekompilierung
des Programms die Zeit zum Kompilieren viel kürzer ist. Wenn Sie ccache zum
ersten Mal verwenden, wird es viel langsamer sein als eine normale Kompilierung.
Darauffolgende Rekompilierungen sollten schneller sein. ccache ist nur
hilfreich, wenn Sie die gleiche Applikation sehr oft rekompilieren müssen; es
ist daher hauptsächlich nur für Softwareentwickler nützlich.
Falls Sie an den Vor- und Nachteilen von ccache interessiert sind,
besuchen Sie bitte die ccache
Homepage.
Warnung:
ccache ist bekannt dafür, zahlreiche Kompilierungsfehler zu verursachen.
Ab und zu behält ccache veraltete Codeobjekte oder korrupte Dateien bei, was
dazu führt, dass Pakete sich nicht emergen lassen. Falls das passiert (wenn Sie
Fehler wie z.B. "File not recognized: File truncated" erhalten), versuchen Sie
die Applikation mit deaktiviertem ccache (FEATURES="-ccache" in der
/etc/portage/make.conf) zu rekompilieren bevor Sie einen Bug
eröffnen. Falls Sie keine Softwareentwicklung betreiben, aktivieren Sie
ccache nicht.
|
ccache installieren
Zur Installation von ccache führen Sie emerge ccache aus:
Befehlsauflistung 3.1: ccache installieren |
# emerge ccache
|
Unterstützung für Portage aktivieren
Öffnen Sie /etc/portage/make.conf und fügen Sie ccache zu
FEATURES hinzu. Anschließend erstellen Sie eine neue Variable namens
CCACHE_SIZE und setzen diese auf "2G":
Befehlsauflistung 3.2: CCACHE_SIZE in /etc/portage/make.conf editieren |
CCACHE_SIZE="2G"
|
Um zu schauen ob ccache funktioniert, fragen Sie ccache nach seinen
Statistiken. Weil Portage ein anderes Home-Verzeichnis verwendet, müssen Sie
auch die CCACHE_DIR Variable setzen:
Befehlsauflistung 3.3: Ccache - Statistiken anschauen |
# CCACHE_DIR="/var/tmp/ccache" ccache -s
|
Der /var/tmp/ccache Pfad ist das Standard ccache Home-Verzeichnis
von Portage. Wenn Sie diese Einstellungen ändern möchten, können Sie die
CCACHE_DIR Variable in /etc/portage/make.conf setzen.
Wenn Sie aber ccache ausführen würden, würde es den Standardpfad
${HOME}/.ccache verwenden. Deswegen mussten Sie auch die
CCACHE_DIR Variable setzen, als Sie nach den (Portage)
ccache-Statistiken fragten.
Nutzung von ccache außerhalb von Portage
Wenn Sie ccache für Kompilierungen außerhalb von Portage nutzen möchten fügen
Sie /usr/lib/ccache/bin dem Beginn der PATH Variable hinzu (vor
/usr/bin). Dies kann durch Editieren von
.bash_profile in Ihrem Home-Verzeichnis erreicht werden. Die
Verwendung von .bash_profile ist eine Möglichkeit Ihre
PATH-Variable zu definieren.
Befehlsauflistung 3.4: Editieren von .bash_profile |
PATH="/usr/lib/ccache/bin:/opt/bin:${PATH}"
|
3.d. Binäre Pakete
Binärpakete erstellen
Portage unterstützt die Installation von vorkompilierten Paketen. Obwohl Gentoo
keine vorkompilierten Pakete anbietet (mit Ausnahme der GRP Schnappschüsse) ist
die Funktion vollständig implementiert.
Um ein vorkompiliertes Paket zu erstellen können Sie quickpg benutzen,
sofern das Programm bereits in Ihrem System installiert ist oder Sie benutzen
die --buildpkg oder --buildpkgonly Optionen.
Falls Sie wollen, dass Portage dies standardmäßig macht, sollten Sie das
Schlüsselword buildpkg in der FEATURES Variablen setzen.
Erweiterte Unterstützung zum Erstellen von vorkompilierten Paketen finden Sie in
catalyst. Für weitere Informationen zu catalyst lesen Sie bitte
die Catalyst
FAQ.
Vorkompilierte Pakete Installieren
Auch wenn Gentoo keine anbietet, Sie können ein zentrales Repository anlegen, in
dem Sie vorkompilierte Pakete ablegen. Wenn Sie dieses Repository nutzen möchten
müssen Sie Portage mit der PORTAGE_BINHOST Variable den Ort des Repository
bekannt machen. Wenn sich die Pakete zum Beispiel auf ftp://buildhost/gentoo
befinden:
Befehlsauflistung 4.1: Setzen der PORTAGE_BINHOST Variable in /etc/portage/make.conf |
PORTAGE_BINHOST="ftp://buildhost/gentoo"
|
Wenn Sie vorkompilierte Pakete installieren wollen fügen Sie --getbinpkg
Option an das entsprechende emerge Kommando (welches ebenfalls --usepkg
enthalten muss) an. Die erste Option weist Portage an ein Binärpaket
herunterzuladen, die zweite zuerst zu versuchen ein Binärpaket zu installieren,
bevor Sourcen heruntergeladen und kompiliert werden.
Um zum Beispiel gnumeric mit vorkompilierten Paketen zu installieren:
Befehlsauflistung 4.2: Installation des vorkompilierten gnumeric Pakets |
# emerge --usepkg --getbinpkg gnumeric
|
Weitere Informationen zur Binärpaket Funktionalität von emerge finden Sie
in der emerge Manpage:
Befehlsauflistung 4.3: Lesen der emerge Manpage |
$ man emerge
|
3.e. Dateien abrufen
Paralleler Abruf
Wenn Sie eine Serie von Paketen mit emerge isntallieren kann Portage die
Quelldateien für das nächste Paket in der Liste schon herunterladen, während es
noch ein anderes Paket kompiliert, und dadurch die Kompilierzeit reduzieren. Um
von dieser Fähigkeit Gebrauch zu machen, fügen Sie "parallel-fetch" zu Ihren
FEATURES hinzu. Beachten Sie, dass diese mittlerweile standardmäßig aktiv ist
und Sie sie nicht ausdrücklich aktivieren müssen.
Userfetch
Wenn Portage als root ausgeführt wird, erlaubt FEATURES="userfetch" Portage das
Senken der root-Privilegien während es Paketquellen abruft. Dies verbessert die
Sicherheit ein wenig.
3.f. Beziehen von validierten Portage-Tree-Snapshots
Als Administrator können Sie sich dafür entscheiden, Ihren lokalen Portage-Tree
nur mit einem vom Gentoo Infrastruktur-Team veröffentlichten, kryptographisch
validierten Snapshot des Portage-Trees zu aktualisieren. Das stellt sicher, dass
kein böswilliger rsync-Mirror ungewollten Code oder ungewollte Pakete zu dem
Tree hinzufügt, den Sie herunterladen.
Um Portage zu konfigurieren, erstellen Sie zunächst einen Trust-Store, in den
Sie die Schlüssel der Gentoo-Infrastruktur, die für das Signieren des
Portage-Trees verantwortlich sind, herunterladen und akzeptieren. Wenn Sie
möchten, können Sie diesen GPG-Schlüssel mit den entsprechenden Richtlinien
validieren (z.B. durch Überprüfen des Schlüssel-Fingerabdrucks). Sie finden die
Liste der vom Release-Engineering-Team verwendetn GPG-Schlüssel auf ihrer Projektseite.
Befehlsauflistung 6.1: Erstellen eines Trust-Stores für Portage |
# mkdir -p /etc/portage/gpg
# chmod 0700 /etc/portage/gpg
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 0x239C75C4 0x96D8BF6D
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --edit-key 0x239C75C4 trust
# gpg --homedir /etc/portage/gpg --edit-key 0x96D8BF6D trust
|
Bearbeiten Sie nun /etc/portage/make.conf und aktivieren Sie die
Unterstützung für das Validieren der signierten Snapshots des Portage-Trees
(durch Verwendung von FEATURES="webrsync-gpg") und schalten Sie das
Aktualisieren des Portage-Trees mit der regulären emerge --sync Methode
ab.
Befehlsauflistung 6.2: Aktualisieren von Portage für Validierung signierter Trees |
FEATURES="webrsync-gpg"
PORTAGE_GPG_DIR="/etc/portage/gpg"
SYNC=""
|
Das wär's. Das nächste Mal, wenn Sie emerge-webrsync verwenden, werden
nur die Snapshots mit einer gültigen Signatur auf Ihrem Dateisystem extrahiert.
4. Initskripte
9.a. Runlevel
Der Startvorgang
Wenn Sie Ihr System booten, werden Sie sehr viel Text auf dem Bildschirm
vorbeifließen sehen. Genauer betrachtet, ist es immer derselbe Text nach einem
Neustart. Diese Auflistung aller Aktionen beim Startvorgang wird
Bootsequenz genannt und ist (mehr oder weniger) fest vorgeschrieben.
Zuerst lädt Ihr Bootloader das Kernel-Image, welches Sie in der
Konfigurationsdatei Ihres Bootloaders angegeben haben, in den Arbeitsspeicher.
Dann teilt er der CPU mit, den Kernel zu starten. Wenn dieser geladen ist und
läuft, initialisiert er alle kernel-spezifischen Strukturen und Aufgaben. Dann
wird der init Prozess gestartet.
Dieser Prozess stellt sicher, dass auch alle Dateisysteme (die in
/etc/fstab angegeben wurden) gemounted und benutzt
werden können. Dann führt er mehrere Skripte in /etc/init.d
aus, welche die verschiedenen Dienste starten, die Sie für einen
erfolgreichen Bootvorgang benötigen.
Schließlich, wenn alle Skripte ausgeführt wurden, aktiviert init die
Terminals (in den meisten Fällen virtuelle Konsolen, die hinter Alt-F1,
Alt-F2, etc. versteckt sind) mit einem speziellen Prozess namens
getty. Dieser Prozess stellt dann sicher, dass Sie sich über diese
Terminals mit dem Befehl login einloggen können.
Initskripte
init führt die Skripte in /etc/init.d aber nicht willkürlich
aus. Nur die Skripte aus /etc/init.d, die es ausführen soll,
werden auch ausgeführt. Welche das sind, steht in
/etc/runlevels.
Zuerst werden alle Skripte aus /etc/init.d, die einen symbolischen
Link in /etc/runlevels/boot besitzen, von init gestartet.
Normalerweise geschieht dies in alphabetischer Reihenfolge, aber einige
Skripte müssen zunächst Abhängigkeiten auflösen, so dass erst andere
Skripte gestaret sein müssen, bevor es selbst ausgeführt werden kann.
Wenn alle Skripte aus /etc/runlevels/boot ausgeführt wurden,
startet init diejenigen Skripte, die einen symbolischen Link in
/etc/runlevels/default besitzen. Auch hier wird zunächst die
alphabetische Reihenfolge beachtet, es sei denn, dass auch hier wieder
Abhängigkeiten aufgelöst werden müssen, damit eine erfolgreiche Startsequenz
gewährleistet ist.
Wie Init arbeitet
Natürlich entscheidet init das alles nicht alleine. Es benötigt eine
Konfigurationsdatei, die enthält, welche Aktion ausgeführt werden soll. Diese
Datei heißt /etc/inittab.
Wenn Sie sich an die Bootsequenz erinnern, die wir Ihnen eben erklärt
hatten, werden Sie sich daran erinnern, dass die erste Aktion von init
das Mounten aller Dateisysteme war. Dies ist in der folgenden Zeile aus
/etc/inittab ersichtlich:
Befehlsauflistung 1.1: Zeile zur Systeminitialisierung in /etc/inittab |
si::sysinit:/sbin/rc sysinit
|
Diese Zeile teilt init mit, dass es /sbin/rc sysinit ausführen
muss, um das System zu initialisieren. Das /sbin/rc Skript stellt
dann die Initialisierung sicher. Sie könnten nun sagen, dass init ja
eigentlich nicht viel macht -- es delegiert die Aufgabe der
Systeminitialisierung an einen anderen Prozess.
Dann führt init alle Skripte, die einen symbolischen Link in
/etc/runlevels/boot haben aus. Dies wird in folgender Zeile
ersichtlich:
Befehlsauflistung 1.2: Systeminitialisierung, Fortsetzung |
rc::bootwait:/sbin/rc boot
|
Wieder übernimmt das rc Skript die notwendigen Aufgaben. Beachten Sie,
dass die Option, die rc (boot) übergeben wird, denselben Namen
besitzt, wie das verwendete Unterverzeichnis in /etc/runlevels.
Nun überprüft init seine Konfigurationsdatei, um zu sehen, welchen
Runlevel es ausführen sollte. Um dies zu entscheiden, ließt es die
folgende Zeile aus /etc/inittab:
Befehlsauflistung 1.3: Die initdefault Zeile |
id:3:initdefault:
|
In diesem Fall (welchen die meisten Gentoo-User nutzen werden) ist die
runlevel ID 3. Mit Hilfe dieser Information überprüft init, was
alles zum Start von Runlevel 3 ausgeführt werden muss:
Befehlsauflistung 1.4: Runlevel Definitionen |
l0:0:wait:/sbin/rc shutdown
l1:S1:wait:/sbin/rc single
l2:2:wait:/sbin/rc nonetwork
l3:3:wait:/sbin/rc default
l4:4:wait:/sbin/rc default
l5:5:wait:/sbin/rc default
l6:6:wait:/sbin/rc reboot
|
Die Zeilen, die den Level 3 definieren, werden wiederum vom rc Skript
verwendet, um die Dienste (nun mit dem Argument default) zu starten.
Beachten Sie auch hier, dass das Argument von rc wieder denselben
Namen wie das verwendete Unterverzeichnis von /etc/runlevels
hat.
Wenn rc fertig ist, entscheidet init, welche Konsole es
aktivieren sollte und welche Befehle auf jeder Konsole benutzt werden
müssen:
Befehlsauflistung 1.5: Die Definition der virtuellen Konsolen |
c1:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty1 linux
c2:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty2 linux
c3:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty3 linux
c4:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty4 linux
c5:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty5 linux
c6:12345:respawn:/sbin/agetty 38400 tty6 linux
|
Was ist ein Runlevel?
Sie haben gesehen, dass init ein Nummernschema benutzt, um zu
entscheiden, welchen Runlevel es aktivieren soll. Ein Runlevel
ist ein bestimmter Zustand, in dem sich Ihr System befindet und der eine
Ansammlung von Skripten (Runlevel-Skripte oder Initskripte)
besitzt, die beim Betreten oder Verlassen eines Runlevels ausgeführt
werden müssen.
In Gentoo sind sieben Runlevel definiert: drei interne Runlevel und vier, die
der Benutzer definieren kann. Die internen Runlevel sind sysinit,
shutdown und reboot und machen genau das, was die
Namen vermuten lassen: initialisieren das System, fahren es herunter und
führen einen Reboot durch.
Die benutzerdefinierten Runlevel sind diejenigen, mit einem Unterverzeichnis
in /etc/runlevels: boot, default,
nonetwork und single. Der boot
Runlevel startet alle notwendigen Dienste, die die anderen Runlevel benötigen.
Die verbleibenden drei Runlevel unterscheiden sich in den Diensten, die sie
starten: default wird genutzt, um die täglichen Operationen zu
erledigen, nonetwork nur im Falle, das keine Netzwerkverbindung
gebraucht wird und single, wenn das System repariert werden
muss.
Mit den Initskripten arbeiten
Die Skripte, die den rc Prozess starten, werden Initskripte
genannt. Jedes Skript in /etc/init.d kann mit den Argumenten
start, stop, restart, pause, zap,
status, ineed, iuse, needsme, usesme
oder broken ausgeführt werden.
Um einen Dienst zu starten oder zu stoppen (und die davon abhängigen Dienste),
sollte start, stop und restart benutzt werden:
Befehlsauflistung 1.6: Postfix starten |
# /etc/init.d/postfix start
|
Notiz:
Nur Dienste, die den gegebenen Dienst benötigen werden gestoppt oder
neu gestartet. Alle anderen abhängigen Dienste (die den Dienst nutzen,
aber nicht benötigen) werden nicht berührt.
|
Falls Sie einen Dienst stoppen wollen, aber nicht die davon abhängigen Dienste,
können Sie das pause Argument nutzen:
Befehlsauflistung 1.7: Postfix stoppen, ohne die davon abhängigen Dienste zu berühren |
# /etc/init.d/postfix pause
|
Falls Sie den Status eines Dienstes (started, stopped, paused, ...) sehen
möchten, können Sie das status Argument nutzen:
Befehlsauflistung 1.8: Statusinformationen über Postfix |
# /etc/init.d/postfix status
|
Falls die Statusinformation Ihnen mitteilt, dass der Dienst gestartet wurde,
Sie aber wissen, dass dies nicht der Fall ist, können Sie die Statusinformation
mit dem zap Argument zu "stopped" zurücksetzen:
Befehlsauflistung 1.9: Statusinformation von Postfix zurücksetzen |
# /etc/init.d/postfix zap
|
Um auch nachzufragen, was von dem Dienst alles abhängt, können sie die
Argumente iuse oder ineed nutzen. Mit ineed wird alles
angezeigt, was zum ordnungsgemäßen Funktionieren des Dienstes nötig ist.
iuse andererseits zeigt alle Dienste an, die von diesem Dienst benutzt
werden können, aber nicht notwendig zur ordnungsgemäßen Funktion des
Dienstes sind.
Befehlsauflistung 1.10: Anforderung einer Liste der notwendigen Dienste, von denen Postfix abhängt |
# /etc/init.d/postfix ineed
|
Ähnlich ist die Vorgehensweise, wenn Sie nach allen Diensten fragen wollen, die
einen bestimmten Dienst benötigen (needsme) oder ihn benutzen
(usesme):
Befehlsauflistung 1.11: Anforderung einer Liste aller Dienste, die Postfix benötigen |
# /etc/init.d/postfix needsme
|
Schließlich können Sie noch nachfragen, welche Abhängigkeiten der Dienst
benötigt, die aber noch fehlen:
Befehlsauflistung 1.12: Anforderung einer Liste aller fehlenden Abhängigkeiten für Postfix |
# /etc/init.d/postfix broken
|
4.b. Mit rc-update arbeiten
Was ist rc-update?
Das Init-System von Gentoo benutzt einen Abhängigkeitsbaum um zu
entscheiden, welcher Dienst zuerst gestartet werden muss. Da dies eine
ermüdende Aufgabe ist, die wir unseren Usern nicht unbedingt zumuten wollten
"von Hand" auszuführen, haben wir einige Tools erstellt, die die Administration
der Runlevel und Initskripte erleichtert.
Mit rc-update können Sie Initskripte zu einem Runlevel hinzufügen
und wieder entfernen. Das rc-update Tool wird dann das depscan.sh
Skript automatisch dazu veranlassen, den Abhängigkeitsbaum anzupassen.
Hinzufügen und Entfernen von Diensten
Sie haben bereits während der Installation von Gentoo Initskripte zum
"default" Runlevel hinzugefügt. Zu diesem Zeitpunkt hatten Sie aber
wahrscheinlich noch keine Ahnung, für was "default" steht, nun sollten Sie
es aber wissen. Das rc-update Skript benötigt ein zweites Argument,
welches eine "Aktion" definiert: add, del oder show.
Um ein Initskript hinzuzufügen oder zu entfernen, übergeben Sie
rc-update einfach add oder del als Argument,
gefolgt von dem Initskript und dem Runlevel. Zum Beispiel:
Befehlsauflistung 2.1: Entfernen von Postfix aus dem Runlevel default |
# rc-update del postfix default
|
Der Befehl rc-update -v show wird Ihnen alle verfügbaren
Initskripte und Runlevel, in denen diese ausgeführt werden, zeigen:
Befehlsauflistung 2.2: Informationen über Initskripte erhalten |
# rc-update -v show
|
Sie können auch rc-update show ausführen (ohne -v) um nur die
aktivierten Initskripte und ihre Runlevel anzuzeigen.
4.c. Dienste konfigurieren
Warum zusätzliche Konfigurationen?
Initskripte können recht komplex sein. Es ist daher nicht unbedingt von
Vorteil, wenn User Initskripte direkt bearbeiten könnten, da es die Sache
nur fehleranfälliger machen würde. Es ist aber auch wichtig, dass
Konfigurationen gemacht werden können. Zum Beispiel, wenn Sie einem
Dienst mehrere Optionen mitgeben wollten:
Ein zweiter Grund, diese Konfiguration außerhalb der Initskripte zu haben
ist, ein Update eines Initskriptes durchführen zu können, ohne zu
befürchten, die Konfigurationen dabei rückgängig zu machen.
Das /etc/conf.d Verzeichnis
Gentoo stellt einen einfachen Weg zur Konfiguration eines solchen
Services zur Verfügung: Jedes Initskript, das konfiguriert werden kann, hat
eine Datei in /etc/conf.d. Zum Beispiel hat das Apache2
Initskript (/etc/init.d/apache2 genannt) eine Konfigurationsdatei
namens /etc/conf.d/apache2, die die Optionen enthalten kann,
die Sie dem Apache 2 Server beim Start mitgeben wollen:
Befehlsauflistung 3.1: Variablen, definiert in /etc/conf.d/apache2 |
APACHE2_OPTS="-D PHP5"
|
Solch eine Konfigurationsdatei enthält nur Variablen (genau wie in
/etc/portage/make.conf), was die Konfiguration eines Dienstes
sehr vereinfacht. Es erlaubt uns auch, mehr Informationen (als Kommentare)
über die Variablen zu geben.
4.d. Initskripte schreiben
Muss ich das?
Nein. Ein Initskript zu schreiben ist normalerweise nicht notwendig, da
Gentoo fertige Initskripte für alle bereitgestellten Dienste liefert. Wie dem
auch sei, haben Sie vielleicht einen Dienst, ohne Portage zu nutzen
installiert. In diesem Fall müssen sie wahrscheinlich ein eigenes Initskript
schreiben.
Benutzen Sie das von einem Dienst bereitgestellte Initskript nicht, es sei
denn, es ist ausdrücklich für Gentoo geschrieben: Die Initskripte von
Gentoo sind nicht mit den Initskripten anderer Distributionen kompatibel!
Layout
Das grundlegende Layout eines Initskriptes ist wie folgt beschrieben.
Befehlsauflistung 4.1: Grundlegendes Layout eines Initskriptes |
#!/sbin/runscript
depend() {
}
start() {
}
stop() {
}
|
Jedes Initskript muss eine start Funktion definieren. Alle
anderen Abschnitte sind optional.
Abhängigkeiten
Es gibt zwei Abhängigkeits-artige Einstellungen, die Sie definieren können, die
das Starten und die Reihenfolge der Init-Skripte beeinflussen: use und
need. Von diesen abgesehen gibt es noch zwei Methoden, die die
Reihenfolge beeinflussen: before und after. Diese letzten beiden
sind keine eigentlichen Abhängigkeiten - durch sie schlägt das Init-Skript nicht
fehl, falls das angegebene Init-Skript nicht zum Starten vorgesehen ist (oder es
Probleme mit dem Starten gibt).
-
Die Angabe use informiert das Init-System, dass das Init-Skript
Funktionalität des angegebenen Skripts nutzt, aber nicht direkt davon
abhängt. Gute Beispiele sind use logger und use dns. Wenn
diese Dienste verfügbar sind, können sie für einen guten Zweck verwendet
werden, aber auch wenn Sie keinen Logger oder DNS-Server haben, wird der
Dienst trotzdem funktionieren. Falls die angegebenen Dienste existieren,
werden sie vor dem Skript, das sie benutzt, gestartet.
-
Die Angabe need ist eine harte Abhängigkeit. Sie bedeutet, dass das
Skript, das ein anderes Skript benötigt, nicht startet, bevor das
andere Skript erfolgreich gestartet hat. Ferner wird dieses Skript
neu gestartet, wenn das andere Skript neu gestartet wird.
-
Wenn before genutzt wird, wird das Skript vor dem angegebenen Skript
gestartet, falls das angegebene Teil des Init-Levels ist.
Beispielsweise wird ein Init-Skript namens xdm, das before
alsasound definiert, vor dem Skript alsasound starten,
aber nur, wenn alsasound auch im gleichen Init-Level zum
Starten vorgemerkt ist. Falls alsasound nicht zum Starten
vorgemerkt ist, dann hat diese Einstellung keine Auswirkungen und
xdm wird gestartet, wann auch immer das Init-System es für am
sinnvollsten hält.
-
Genauso informiert after das Init-System darüber, dass das gegebene
Skript nach dem angegebenen Skript gestartet werden soll, falls das
angegebene Skript Teil des Init-Levels ist. Falls nicht, hat die Einstellung
keine Auswirkungen und das Skript wird gestartet, wann auch immer das
Init-System es für am sinnvollsten hält.
Aus diesen Erklärungen sollte hervorgehen, dass need die einzige "wahre"
Abhängigkeitseinstellung ist, da sie bestimmt, ob das Skript gestartet wird oder
nicht. Alle anderen sind lediglich Hinweise für das Init-System, in welcher
Reihenfolge die Skripte gestartet werden können bzw. sollen.
Wenn Sie sich nun einige von Gentoos vielen Init-Skripten anschauen, werden Sie
merken, dass einige Abhängigkeiten auf Dinge haben, die keine Init-Skripte sind.
Diese "Dinge" nennen wir Virtuals.
Eine virtual Abhängigkeit stellt eine Abhängigkeit dar, die nicht nur
von diesem Dienst zur Verfügung gestellt wird. Ihr Initskript kann von einem
System-Protokollierdienst abhängen, aber es gibt ja bekanntlich mehrere davon
(metalogd, syslog-ng, sysklogd, ...). Da Sie ja nicht jeden einzelnen von
diesen brauchen (ein vernünftige System hat nicht jeden dieser
Protokollierer installiert und gestartet), stellen wir sicher, dass all diese
Dienste eine virtuelle Abhängigkeit bereitstellen.
Lassen Sie uns einen Blick auf die Abhängigkeitsinformationen des
Postfix-Dienstes werfen.
Befehlsauflistung 4.2: Abhängigkeitsinformationen zu Postfix |
depend() {
need net
use logger dns
provide mta
}
|
Wie Sie sehen können, der Postfix-Dienst:
-
benötigt die (virtual) net Abhängigkeit (die z.B. von
/etc/init.d/net.eth0 bereitgestellt wird)
-
nutzt die (virtual) logger Abhängigkeit (die z.B. von
/etc/init.d/syslog-ng bereitgestellt wird)
-
nutzt die (virtual) dns Abhängigkeit (die z.B. von
/etc/init.d/named bereitgestellt wird)
-
stellt die (virtual) mta Abhängigkeit (die allen Mail-Servern
gemein ist) zur Verfügung
Reihenfolge kontrollieren
Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, können Sie dem Init-System sagen, in
welcher Reihenfolge die Skripte gestartet (oder gestoppt) werden sollen. Diese
Reihenfolge wird durch die Abhängigkeitsangaben use und need
beeinflusst, aber auch durch die Reihenfolgenangaben before und
after. Da wir diese Angaben bereits erklärt haben, schauen wir uns
beispielhaft das Init-Skript des Dienstes Portmap an.
Befehlsauflistung 4.3: Die depend() Funktion im Portmap-Dienst |
depend() {
need net
before inetd
before xinetd
}
|
Sie können auch den "*" Ausdruck benutzen, um alle Dienste im selben Runlevel
zu erwischen, obwohl das nicht sehr ratsam ist.
Befehlsauflistung 4.4: Ein Initskript als erstes in einem Runlevel starten |
depend() {
before *
}
|
Wenn Ihr Dienst auf lokale Festplatten schreiben muss, wird er wahrscheinlich
localmount benötigen. Wenn er etwas in /var/run platziert,
wie ein Pidfile, dann sollte er nach bootmisc gestartet werden.
Befehlsauflistung 4.5: Beispiel der depend() Funktion |
depend() {
need localmount
after bootmisc
}
|
Standardfunktionen
Neben der depend() Funktionalität benötigen Sie vielleicht auch
die start Funktion. Diese enthält alle Befehle, die zum Starten Ihres
Dienstes notwendig sind. Es ist ratsam, die ebegin und eend
Funktionen zu nutzen, um dem User mitzuteilen, was passiert:
Befehlsauflistung 4.6: Beispiel der start() Funktion |
start() {
if [ "${RC_CMD}" = "restart" ];
then
fi
ebegin "Starten meines Dienstes"
start-stop-daemon --start --exec /pfad/zu/meinem_dienst \
--pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile
eend $?
}
|
Sowohl --exec als auch --pidfile sollten in den Start- und
Stopp-Funktionen verwendet werden. Falls der der Dienst kein Pidfile erstellt
sollten Sie, wenn möglich, --make-pidfile verwenden. Sie sollten dies
aber testen um sicher zu sein. Verwenden Sie ansonsten kein Pidfile. Sie können
zudem --quiet zu den start-stop-daemon Optionen hinzufügen; dies
wird aber nicht empfohlen, solange der Dienst nicht extrem detailliert
berichtet. Die Verwendung von --quiet kann die Fehlersuche behindern,
wenn der Dienst nicht erfolgreich gestartet werden kann.
Eine weitere zu bemerkende Einstellung in obigem Beispiel ist das Prüfen des
Inhalts der Variable RC_CMD. Im Gegensatz zum alten Init-System
unterstützt das neuere System openrc keine Skript-spezifische
Restart-Funktionalität. Stattdessen muss das Skript den Inhalt der Variable
RC_CMD prüfen, um zu sehen, ob eine Funktion (sei es start() oder
stop()) als Teil eines Restarts aufgerufen wird oder nicht.
Notiz:
Stellen Sie sicher, dass --exec wirklich einen Dienst aufruft und nicht
nur ein Shell-Skript, welches den Dienst startet und dann beendet. Das ist die
Aufgabe des Initskripts.
|
Wenn Sie weitere Beispiele der start() Funktion benötigen, lesen Sie
bitte den Quellcode der verfügbaren Initskripte in Ihrem
/etc/init.d Verzeichnis.
Eine weitere Funktion, die Sie definieren können, ist stop(). Sie sind
nicht verpflichtet, diese Funktion zu erstellen! Unser Init-System ist
intelligent genug, diese selbst auszufüllen, sofern Sie den
start-stop-daemon nutzen.
Hier ist ein Beispiel einer stop() Funktion:
Befehlsauflistung 4.7: Beispiel der stop() Funktion |
stop() {
ebegin "Stoppen meines Dienstes"
start-stop-daemon --stop --exec /pfad/zu/meinem_dienst \
--pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile
eend $?
}
|
Wenn Ihr Dienst ein anderes Skript ausführt (zum Beipsiel Bash, Python oder
Perl) und das Script später den Namen ändert (zum Beispiel von foo.py auf
foo) werden Sie --name zum start-stop-daemon hinzufügen
müssen. Sie müssen den Namen angeben, auf den Ihr Skript geändert wird. In
diesem Beispiel startet ein Dienst foo.py, welches seinen Namen auf
foo ändert:
Befehlsauflistung 4.8: Ein Dienst, der das Skript foo startet |
start() {
ebegin "Starten meines Skripts"
start-stop-daemon --start --exec /pfad/zu/meinem_skript \
--pidfile /pfad/zu/meinem_pidfile --name foo
eend $?
}
|
Für den start-stop-daemon existiert auch eine exzellente
man-Seite, falls Sie weitere Informationen benötigen.
Befehlsauflistung 4.9: Aufrufen der man-Seite des start-stop-daemon |
$ man start-stop-daemon
|
Die Syntax für Gentoos Initskripte basiert auf der POSIX-Shell; es steht Ihnen
also frei, sh-kompatible Konstrukte innerhalb Ihrer Initskripte zu verwenden.
Verwenden Sie keine anderen Konstrukte, z.B. bash-spezifische, um
sicherzustellen, dass die Skripte auch dann noch funktionieren, wenn Gentoo
Änderungen am Init-System vornimmt.
Eigene Optionen hinzufügen
Falls Sie wollen, dass Ihr Initskript mehr Optionen besitzt, als wir bisher
aufgeführt haben, sollten Sie Ihre Option zur extra_commands Variable
hinzufügen und eine Funktion mit demselben Namen wie die Option erstellen.
Zum Beispiel, um eine Funktion namens restartdelay zu unterstützen:
Befehlsauflistung 4.10: Unterstützung der restartdelay Option |
extra_commands="restartdelay"
restartdelay() {
stop
sleep 3
start
}
|
Wichtig:
Die Funktion restart() kann in openrc nicht überschrieben werden!
|
Variablen zur Dienstkonfiguration
Sie müssen nichts machen, um eine Konfigurationsdatei in
/etc/conf.d zu unterstützen: Wenn Ihr Initskript ausgeführt
wird, wird folgendes automatisch zu Grunde gelegt (d.h. diese Variablen
können benutzt werden):
- /etc/conf.d/<Ihr Initskript>
- /etc/conf.d/basic
- /etc/rc.conf
Falls Ihr Initskript eine virtuelle Abhängigkeit (wie net) bereitstellt,
wird dazu die Datei, die mit dieser Abhängigkeit in Verbindung gebracht wird
(wie /etc/conf.d/net), auch zu Grunde gelegt.
4.e. Ändern des standardmäßigen Runlevel-Verhaltens
Wer kann hiervon profitieren?
Viele Laptop-Benutzer kennen die Situation: Daheim müssen Sie net.eth0
starten, wenn Sie unterwegs sind möchten sie net.eth0 nicht starten (weil
grade kein Netzwerk verfügbar ist). Mit Gentoo können Sie das Runlevel Verhalten
nach Ihren eigenen Vorstellungen anpassen.
Zum Beispiel können Sie ein zweites Runlevel "default" anlegen, dass Sie booten
können mit anderen Initskripten die diesem Runlevel zugeordnet sind. Sie können
während des Booten wählen, welches default Runlevel Sie benutzen möchten.
softlevel benutzen
Zunächst erstellen Sie das Runlevel Verzeichnis für Ihr zweites "default"
Runlevel. Als Beispiel werden wir das offline Runlevel erstellen:
Befehlsauflistung 5.1: Erstellen eines Runlevel-Verzeichnisses |
# mkdir /etc/runlevels/offline
|
Fügen Sie die notwendigen Initskripte in das neu erstelle Runlevel. Wenn Sie
zum Bespiel eine exakte Kopie Ihres aktuellen default Runlevels anlegen
möchten, lediglich ohne net.eth0:
Befehlsauflistung 5.2: Hinzufügen der notwendigen Initskripte |
# cd /etc/runlevels/default
# for service in *; do rc-update add $service offline; done
# rc-update del net.eth0 offline
# rc-update show offline
acpid | offline
domainname | offline
local | offline
net.eth0 |
|
Obwohl net.eth0 aus dem Runlevel offline entfernt wurde, könnte
udev trotzdem versuchen jegliche Geräte, die es findet, zu starten und
die passenden Dienste aufzurufen. Diese Funktionalität nennt sich
Hotplugging. Standardmäßig verwendet Gentoo kein Hotplugging.
Falls Sie Hotplugging verwenden wollen, aber nur für eine ausgewählte Menge an
Skripten, verwenden Sie die rc_hotplug Variable in
/etc/rc.conf:
Befehlsauflistung 5.3: Deaktivierung der von Geräten gestarteten Dienste in /etc/rc.conf |
rc_hotplug="net.wlan !net.*"
|
Notiz:
Für weitere Informationen zu Diensten, die von Geräten gestartet werden, schauen
Sie sich bitte die Kommentare in /etc/rc.conf an.
|
Editieren Sie nun die Bootloader-Konfiguration und fügen einen neuen Eintrag für
das Runlevel offline hinzu. Zum Beispiel in
/boot/grub/grub.conf:
Befehlsauflistung 5.4: Einen zusätzlichen Eintrag für das Runlevel offline hinzufügen |
title Gentoo Linux Offline Usage
root (hd0,0)
kernel (hd0,0)/kernel-2.4.25 root=/dev/hda3 softlevel=offline
|
Voilà, Sie sind soweit. Wenn Sie Ihr System booten und die neu hinzugefügte
Option auswählen wird das System das Runlevel offline anstelle des
Runlevels default starten.
Bootlevel benutzen
Die Nutzung von bootlevel ist komplett analog zu softlevel. Der
einzige Unterschied ist, dass Sie hier ein zweites "boot" Runlevel anstelle
eines zweiten "default" Runlevel definieren können.
5. Umgebungsvariablen
5.a. Umgebungsvariablen
Was sind Umgebungsvariablen?
Eine Umgebungsvariable ist ein Objekt mit vorgegebenem Namen, welches
Informationen für eine oder mehrere Anwendungen bereitstellt. Viele
Benutzer (speziell diejenigen, die neu in Linux sind) finden dies etwas
seltsam oder schlecht handhabbar. Diese Annahme ist ein Fehler: Durch
Verwendung von Umgebungsvariablen kann die Konfigurationseinstellung
von einem oder mehreren Programmen sehr einfach geändert werden.
Wichtige Beispiele
Die folgende Tabelle enthält einige Variablen, die in einem Linux-System
verwendet werden und beschreibt deren Bedeutung. Einige Beispiele werden
im Anschluss an die Tabelle dargestellt.
| Variable |
Beschreibung |
| PATH |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen Ihr System nach ausführbaren Dateien schaut.
Wenn Sie den Namen einer ausführbaren Datei, wie zum Beispiel ls,
rc-update oder emerge eingeben und sich diese Datei nicht
in einem der Verzeichnisse dieser Liste befindet, wird sie nicht
ausgeführt, es sei denn, Sie geben den vollständigen Pfad an
(z.B. /bin/ls).
|
| ROOTPATH |
Diese Variable hat die gleiche Funktion wie PATH, aber hier werden
die Verzeichnisse aufgelistet, die durchsucht werden, wenn man als root
einen Befehl eingibt.
|
| LDPATH |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen Ihr dynamischer Linker nach System-Bibliotheken
sucht.
|
| MANPATH |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen der man Befehl nach der entsprechenden
man-page sucht.
|
| INFODIR |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen der info Befehl nach der entsprechenden
info Seite sucht.
|
| PAGER |
Diese Variable enthält den Pfad zu dem Standard-Programm, welches zur
Anzeige von Dateiinhalten verwendet wird (z.B. less oder
more).
|
| EDITOR |
Diese Variable enthält den Pfad zu dem Standard-Programm, welches zur
Bearbeitung von Dateien verwendet wird (z.B. nano oder vi).
|
| KDEDIRS |
Diese Variable enthält eine durch Doppelpunkte getrennte Liste von
Verzeichnissen, in denen KDE-spezifisches Material enthalten ist.
|
| CONFIG_PROTECT |
Diese Variable enthält eine durch Leerzeichen getrennte Liste von
Anwendungen, die bei Aktualisierungen durch Portage nicht angetastet
werden.
|
| CONFIG_PROTECT_MASK |
Diese Variable enthält eine durch Leerzeichen getrennte Liste von
Anwendungen, die durch Aktualisierungen von Portage nicht geschützt sind.
|
Hier finden Sie eine Beispieldefinition der oben vorgestellten Variablen:
Befehlsauflistung 1.1: Beispielsdefinition |
PATH="/bin:/usr/bin:/usr/local/bin:/opt/bin:/usr/games/bin"
ROOTPATH="/sbin:/bin:/usr/sbin:/usr/bin:/usr/local/sbin:/usr/local/bin"
LDPATH="/lib:/usr/lib:/usr/local/lib:/usr/lib/gcc-lib/i686-pc-linux-gnu/3.2.3"
MANPATH="/usr/share/man:/usr/local/share/man"
INFODIR="/usr/share/info:/usr/local/share/info"
PAGER="/usr/bin/less"
EDITOR="/usr/bin/vim"
KDEDIRS="/usr"
CONFIG_PROTECT="/usr/X11R6/lib/X11/xkb /opt/tomcat/conf \
/usr/kde/3.1/share/config /usr/share/texmf/tex/generic/config/ \
/usr/share/texmf/tex/platex/config/ /usr/share/config"
CONFIG_PROTECT_MASK="/etc/gconf"
|
5.b. Variablen global definieren
Das /etc/env.d Verzeichnis
Um die einzelnen Definitionen der Variablen zentralisieren zu können,
wurde in Gentoo das /etc/env.d Verzeichnis angelegt.
Innerhalb dieses Verzeichnisses finden Sie einige Dateien, wie zum
Beispiel 00basic, 05gcc, etc. welche
die Variablen der einzelnen Applikationen enthalten.
In unserem Beispiel wird, wenn Sie gcc installieren,
die Datei 05gcc von dem ebuild angelegt und enthält
die Definition folgender Variablen:
Befehlsauflistung 2.1: /etc/env.d/05gcc |
PATH="/usr/i686-pc-linux-gnu/gcc-bin/3.2"
ROOTPATH="/usr/i686-pc-linux-gnu/gcc-bin/3.2"
MANPATH="/usr/share/gcc-data/i686-pc-linux-gnu/3.2/man"
INFOPATH="/usr/share/gcc-data/i686-pc-linux-gnu/3.2/info"
CC="gcc"
CXX="g++"
LDPATH="/usr/lib/gcc-lib/i686-pc-linux-gnu/3.2.3"
|
In anderen Linux Distributionen werden solche Variablen in
/etc/profile geändert oder hinzugefügt. Gentoo hingegen macht es
so für Sie (und für Portage) deutlich einfacher die Umgebungsvariablen zu
verwalten, ohne auf die vielen verschiedenen Dateien, welche
Umgebungsvariablen enthalten können, eingehen zu müssen.
In unserem Fall wird, wenn ein Update von gcc durchgeführt wird, die
Datei /etc/env.d/05gcc automatisch aktualisiert, ohne den Benutzer
unnötig damit konfrontieren zu müssen.
Von dieser Methode profitiert nicht nur Portage sondern auch Sie als Benutzer.
Gelegentlich werden Sie gefragt, ob Sie eine bestimmte Umgebungsvariable
systemweit setzen wollen. Zum Beispiel bei der Variable http_proxy.
Anstatt sich mit /etc/profile auseinander zu setzen müssen, legen
Sie einfach eine entsprechende Datei (/etc/env.d/99local) an
und tragen darin die gewünschten Definitionen ein:
Befehlsauflistung 2.2: /etc/env.d/99local |
http_proxy="proxy.server.com:8080"
|
Indem Sie dieselbe Datei für alle Variablen verwenden, haben Sie einen
schnellen Überblick über alle Variablen, die Sie selbst gesetzt haben.
Das env-update Skript
Einige Dateien in /etc/env.d definieren die Variable PATH.
Dies ist kein Fehler: Wenn Sie env-update ausführen, wird es die
ganzen zusätzlichen Definitionen anhängen, bevor es die Umgebungsvariablen
aktualisert. Somit wird es den Benutzern (oder Entwicklern) sehr einfach
gemacht, eigene Umgebungsvariablen hinzuzufügen, ohne sich mit den bestehenden
Werten herumschlagen zu müssen.
Das env-update Skript wird diese Werte in alphabetischer Reihenfolge der
/etc/env.d Dateien hinzufügen. Die Dateinamen müssen mit einer
zweistelligen Dezimalzahl beginnen.
Befehlsauflistung 2.3: Update-Reihenfolge von env-update |
00basic 99kde-env 99local
+-------------+----------------+-------------+
PATH="/bin:/usr/bin:/usr/kde/3.2/bin:/usr/local/bin"
|
Die Verkettung von Variablen geschieht nicht bei allen, sondern nur bei
folgenden Variablen:
ADA_INCLUDE_PATH, ADA_OBJECTS_PATH, CLASSPATH,
KDEDIRS, PATH, LDPATH, MANPATH,
INFODIR, INFOPATH, ROOTPATH, CONFIG_PROTECT,
CONFIG_PROTECT_MASK, PRELINK_PATH, PRELINK_PATH_MASK,
PKG_CONFIG_PATH und PYTHONPATH.
Für alle anderen Variablen wird der zuletzt definierte Wert (in alphabetischer
Reihenfolge der Dateien in /etc/env.d) verwendet.
Sie können dieser Liste weitere Variablen hinzufügen indem Sie den
Variablennamen zu einer der Variablen COLON_SEPARATED und
SPACE_SEPARATED (ebenfalls in einer env.d Datei) hinzufügen.
Wenn Sie env-update ausführen, wird das Skript alle Umgebungsvariablen
erstellen und sie in /etc/profile.env ablegen (welches von
/etc/profile verwendet wird). Zusätzlich wird es die Informationen
aus der LDPATH Variable verwenden, um /etc/ld.so.conf
anzulegen. Anschließend wird es ldconfig ausführen, um für
den dynamischen Linker die Datei /etc/ld.so.cache neu
zu erstellen.
Um sofort von den Änderungen in env-update profitieren zu können, ohne
das System neu zu booten, müssen Sie nur folgenden Befehl ausführen. Den
meisten Benutzern wird er noch von der Installationsanleitung her bekannt sein:
Befehlsauflistung 2.4: Umgebungsvariablen aktualisieren |
# env-update && source /etc/profile
|
Notiz:
Der obige Befehl aktualisiert nur die Variablen im aktuellen Terminal,
in neuen Konsolen und in deren Nachfolgern. Daher müssen Sie, wenn Sie
mit X11 arbeiten, entweder source /etc/profile in jedem neuen Terminal,
dass Sie öffnen, eintippen oder X neustarten, damit alle Terminals per source
die neuen Variablen erhalten. Wenn Sie einen Loginmanager verwenden, müssen
Sie root werden und /etc/init.d/xdm restart eintippen. Wenn nicht, dann
müssen Sie sich ausloggen und wieder einloggen damit X Nachfolger mit den
neuen Variablenwerten erzeugt.
|
Wichtig:
Sie können Shell-Variablen nicht verwenden, wenn Sie andere Variablen
definieren. Das bedeutet, dass Dinge wie FOO="$BAR" (wo $BAR eine
weitere Variable ist) nicht erlaubt sind.
|
5.c. Variablen lokal definieren
Benutzerspezifisch
Nicht immer wollen Sie eine Umgebungsvariable global definieren. Wenn Sie zum
Beispiel /home/mein_benutzer/bin und das momentane
Arbeitsverzeichnis (das Verzeichnis in dem Sie sich befinden) zu der
PATH Variable hinzufügen wollen, es aber nicht allen anderen Benutzern
ebenfalls in ihre PATH Variable schreiben wollen, dann sollten Sie die
Variable in ~/.bashrc oder ~/.bash_profile lokal
definieren:
Befehlsauflistung 3.1: Erweitern des PATH für lokale Verwendung in ~/.bashrc |
PATH="${PATH}:/home/my_user/bin:"
|
Wenn Sie sich nun erneut anmelden, werden Ihre PATH Variablen
aktualisiert.
Sitzungsspezifisch
Mannchmal müssen die einzelnen Definitionen noch strikter gehandhabt werden.
Wenn Sie zum Beispiel Binärdateien von einem temporär angelegtem Verzeichnis
verwenden wollen, ohne den Pfad zu den entsprechenden Daten anzulegen, oder
~/.bashrc für diesen Verwendungszweck extra abändern zu müssen.
In diesem Fall können Sie PATH für Ihre aktuelle Sitzung mit dem
export Befehl setzen. Diese Einstellungen bleiben Ihnen bis zum nächsten
Logout erhalten.
Befehlsauflistung 3.2: Setzen einer sitzungsspezifischen Variable |
# export PATH="${PATH}:/home/my_user/tmp/usr/bin"
|
C. Arbeiten mit Portage
1. Dateien und Verzeichnisse
1.a. Portage Dateien
Konfigurationsrichtlinien
Portage kommt mit einer Standardkonfiguration gespeichert in
/etc/make.globals daher. Wenn Sie einen Blick auf die Datei werfen,
werden Sie feststellen, dass sämtliche Portage Konfiguration durch Variablen
durchgeführt wird. Welche Variablen Portage kennt und was diese bedeuten
beschreiben wir später.
Da viele Konfigurationsanweisungen sich zwischen verschiedenen Architekturen
unterscheiden hat Portage auch Standardkonfigurationsdateien welche Teile
Ihres Profils sind. Durch den symbolischen Link
/etc/portage/make.profile wird auf Ihr Profil verwiesen. Die
Einstellungen von Portage werden durch die make.defaults Dateien
Ihres Profils und aller übergeordneten Profile gesetzt. Wir erklären später mehr
zu den Profilen und zum /etc/make.profile Verzeichnis.
Wenn Sie planen Änderungen an Konfigurationsvariablen vorzunehmen verändern Sie
nicht /etc/make.globals oder make.defaults.
Anstelle dessen benutzen Sie /etc/portage/make.conf, welche eine
Vorrangstellung gegenüber den vorher genannten Dateien hat. Sie finden ebenfalls
eine /usr/share/portage/config/make.conf.example. Wie der Name
impliziert ist dies eine Beispieldatei, Portage greift nicht auf diese Datei zu.
Sie können eine Portage Konfigurationsvariable auch als Umgebungsvariable
deklarieren, wir empfehlen dies jedoch nicht.
Profile spezifische Informationen
Wir sind bereits einem /etc/portage/make.profile Verzeichnis über
den Weg gelaufen. Gut, dies ist nicht wirklich ein Verzeichnis, aber ein
symbolischer Link zu einem Profil, standardmäßig eines innerhalb von von
/usr/portage/profiles. Sie können Profile selbst erstellen und
diese auch ablegen wo Sie mögen, Sie müssen lediglich den Symlink anpassen.
Ein Profile beinhaltet Architektur-spezifische Informationen für Portage, wie
eine Liste aller Pakete die zum System gehören, eine Liste von Paketen die in
diesem Profil nicht funktionieren (oder maskiert sind).
Benutzerspezifische Konfiguration
Wenn Sie das Verhalten von Portage bezüglich der Installation von Software
beeinflussen wollen, führt kein Weg am Editieren von Dateien in
/etc/portage vorbei. Es wird Ihnen wärmstens empfohlen die
Dateien in /etc/portage zu benutzen und es ist wärmstens
empfohlen das Verhalten von Portage nicht durch Umgebungsvariablen zu
beeinflussen!
Innerhalb von /etc/portage können Sie die folgenden Dateien
erstellen:
-
package.mask listet alle Pakete auf, die Sie niemals
installieren wollen
-
package.unmask listet alle Pakete, die Sie installieren wollen,
obwohl Gentoo Entwickler aus guten Gründen davon abraten
-
package.accept_keywords listet alle Pakete, die Sie
installieren möchten, obwohl dieses Paket (noch) nicht für Ihre Architektur
freigegeben wurde
-
package.use listet alle USE Flags, die Sie für ein bestimmtes
Paket und nur für dieses eine Paket verwenden möchten
Dies müssen nicht Dateien sein, es können auch Verzeichnisse sein die eine
Datei per Paket enthalten. Weitere Informationen über das
/etc/portage Verzeichnis und eine vollständige Liste von
möglichen Dateien, die Sie erstellen können finden Sie in der Portage Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der Portage Manpage |
$ man portage
|
Ändern von Portage Datei- & Verzeichnisorten
Die zuvor erwähnten Konfigurationsdateien können nicht irgendwo anders abgelegt
werden, Portage wird nach diesen Dateien immer an diesen genauen Stellen
suchen. Portage benutzt jedoch zahlreiche weitere Orte für zahlreiche
verschiedene Zwecke: Build-Verzeichnis, Quellcode Ablage, Portage Tree, ...
Alle diese Zwecke haben bekannte Standardorte, diese können jedoch nach Ihrem
persönlichen Geschmack in /etc/portage/make.conf verändert werden.
Der Rest dieses Kapitels erklärt Ihnen welche speziellen Orte Portage benutzt
und wie Sie den Ort abändern können.
Dieses Dokument ist dennoch nicht als Referenz gedacht. Wenn Sie eine Datei
suchen, die alles umfasst konsultieren Sie die make.conf Manpages:
Befehlsauflistung 1.2: Lesen der portage und make.conf Manpages |
$ man portage
$ man make.conf
|
1.b. Ablegen von Dateien
Der Portage-Tree
Der Portage Tree befindet sich standardmäßig in /usr/portage. Dies
wird durch die PORTDIR Variable definiert. Wenn Sie den Portage Tree irgendwo
anders (durch Anpassen der PORTDIR Variable) ablegen, vergessen Sie nicht den
/etc/portage/make.profile Symlink anzupassen.
Wenn Sie die PORTDIR Variable anpassen, möchten Sie vermutlich auch die
folgenden Variablen (PKGDIR, DISTDIR, RPMDIR) anpassen, da diese den PORTDIR
Wechsel nicht beachten.
Vorkompilierte Pakete
Auch wenn Portage vorkompilierte Binärpakete nicht per default nutzt gibt es
eine hervorragende Unterstützung für diese. Wenn Sie Portage anweisen
Binärpakete zu erstellen werden diese in /usr/portage/packages
abgelegt. Dieser Ort wird durch die PKGDIR Variable definiert.
Quellcode
Quellcode von Anwendungen wird in /usr/portage/distfiles abgelegt.
Dieser Ort wird durch die DISTDIR Variable festgeelgt.
Portage-Datenbank
Portage speichert den Stand Ihres Systems (welche Pakete installiert sind,
welche Dateien zu welchem Paket gehören, ...) in /var/db/pkg.
Editieren Sie diese Dateien nicht per Hand! Es könnte Portages Wissen
über Ihr System verwüsten.
Portage-Cache
Der Portage-Cache (mit Modifikationszeitpunkt, virtuals, Informationen zum
Abhängigkeitsbaum, ...) wird in /var/cache/edb gespeichert.
Dieser Ort ist wirklich ein Cache: Sie können ihn ausleeren, wenn keine
Portage-basierenden Anwendungen momentan laufen.
1.c. Software übersetzen
Temporäre Portage-Dateien
Portage lagert seine temporären Dateien in /var/tmp. Dies wird
durch die PORTAGE_TMPDIR Variable deklariert.
Wenn Sie die Variable PORTAGE_TMPDIR ändern, möchten Sie vermutlich auch die
folgenden Variablen ändern, da diese die Änderung an der PORTAGE_TMPDIR
Variable nicht übernehmen: BUILD_PREFIX.
Build-Verzeichnis
Portage erstellt spezifische Build-Verzeichnisse für jedes Paket, das
installiert wird, in /var/tmp/portage. Dieser Ort wird durch die
Variable BUILD_PREFIX definiert.
Live-Dateisystem Ort
Standardmäßig installiert Portage alle Dateien in das aktuelle Dateisystem
(/), Sie können dies jedoch durch setzen der
ROOT-Umgebungsvariable ändern. Dies ist nützlich, wenn Sie neue Build-Images
erstellen wollen.
1.d. Protokollierungsfunktionen
Protokollierung von Ebuilds
Portage kann für jedes Ebuild ein Protokolldatei anlegen, falls die Variable auf
ein PORT_LOGDIR-Verzeichnis zeigt, in dem der Benutzer portage Schreibrechte
hat. Standardmäßig ist diese Variable nicht gesetzt. Wenn Sie PORT_LOGDIR nicht
setzen, werden Sie keine Erstellungsprotokolle mit dem aktuellen Protokollsystem
erhalten, jedoch könnten Sie einige Nachrichten des neuen elog erhalten.
Wenn Sie PORT_LOGDIR gesetzt haben und elog verwernden, werden Sie
Erstellungsprotokolle und jegliche Protokolle, die von elog gespeichert werden
(wie folgt erklärt), erhalten
Portage bietet eine fein abgestimmte Kontrolle über die Protokollierung durch
die Verwendung von elog:
-
PORTAGE_ELOG_CLASSES: Hier legen Sie fest welche Art von Nachrichten
protokolliert werden sollen. Sie können jegliche, durch Leerzeichen
getrennte, Kombination von info, warn, error,
log und qa verwenden.
-
info: Protokolliert "einfo" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
warn: Protokolliert "ewarn" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
error: Protokolliert "eerror" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
log: Protokolliert die "elog" Meldungen, welche sich in einigen
Ebuilds finden.
-
qa: Protokolliert "QA Notice" Meldungen, die von einem Ebuild
ausgegeben werden.
-
PORTAGE_ELOG_SYSTEM: Dies wählt das/die Modul(e) um die Protokollmeldungen
zu bearbeiten. Wenn es leer bleibt wird Protokollierung deaktiviert. Sie
können jegliche, durch Leerzeichen getrennte, Kombination von save,
custom, syslog, mail, save_summary und
mail_summary verwenden. Sie müssen wenigstens ein Modul auswählen um
elog zu verwenden.
-
save: Dies speichert ein Protokoll pro Paket in
$PORT_LOGDIR/elog, oder /var/log/portage/elog,
wenn $PORT_LOGDIR nicht gesetzt ist.
-
custom: Übergibt alle Nachrichten an einen, vom Benutzer in
$PORTAGE_ELOG_COMMAND spezifizierten, Befehl. Dies wird später
erläutert.
-
syslog: Sendet alle Nachrichten an den installierten
System-Protokollierer.
-
mail: Übergibt alle Nachrichten an einen, vom Benutzer in
$PORTAGE_ELOG_MAILURI spezifizierten, Mailserver. Dies wird später
erläutert. Die Mail-Funktionen von elog benötigen
>=portage-2.1.1.
-
save_summary: Ähnlich wie save, aber es vereint alle
Nachrichten in $PORT_LOGDIR/elog/summary.log oder
/var/log/portage/elog/summary.log, wenn $PORT_LOGDIR nicht
gesetzt ist.
-
mail_summary: Ähnlich wie mail, sendet aber alle
Nachrichten in einer einzigen Mail wenn emerge beendet.
-
PORTAGE_ELOG_COMMAND: Dies wird nur verwendet, wenn das Modul custom
aktiviert ist. Hier geben Sie einen bestimmten Befehl an, der die
Protokollmeldungen bearbeitet. Beachten Sie, dass Sie von zwei Variablen
Gebrauch machen können: ${PACKAGE} ist der Paketname und die Version,
während ${LOGFILE} der absolute Pfad zur Protokolldatei ist. Hier ist
eine mögliche Anwendung:
-
PORTAGE_ELOG_COMMAND="/pfad/zum/protokollierer -p '\${PACKAGE}' -f '\${LOGFILE}'"
-
PORTAGE_ELOG_MAILURI: Dies enthält Einstellungen für das Modul mail,
wie zum Beispiel Addresse, Benutzer, Passwort, Mailserver und Portnummer.
Die Standardeinstellung ist "root@localhost localhost".
-
Hier ist ein Beispiel für einen SMTP-Server, der eine Authentifizierung
basierend auf Benutzername und Passwort an einem bestimmten Port benötigt
(der Standardport ist 25):
-
PORTAGE_ELOG_MAILURI="benutzer@eine.domain
benutzername:passwort@smtp.eine.domain:995"
-
PORTAGE_ELOG_MAILFROM: Erlaubt es Ihnen die "Von" Adresse der Protokollmails
zu setzen. Der Standard ist Portage, wenn nicht gesetzt.
-
PORTAGE_ELOG_MAILSUBJECT: Erlaubt es Ihnen eine Betreffzeile für die
Protokollmails zu setzen. Beachten Sie, dass Sie zwei Variablen verwenden
können: ${PACKAGE} wird den Namen des Pakets und die Version anzeigen,
während ${HOST} der Fully Qualified Domain-Name des Hosts ist, auf dem
Portage ausgeführt wird.
-
Hier ist eine mögliche Anwendung:
-
PORTAGE_ELOG_MAILSUBJECT="Paket \${PACKAGE} wurde auf \${HOST} mit
mit emerge installiert und produzierte einige Meldungen
Wichtig:
Wenn Sie enotice mit Portage-2.0.* verwendet haben, müssen Sie enotice
komplett entfernen, da es nicht mit elog kompatibel ist.
|
2. Konfiguration durch Variablen
2.a. Konfiguration von Portage
Wie bereits erwähnt können Sie Portage durch zahlreiche Variablen, die Sie in
/etc/portage/make.conf definieren, an Ihre persönlichen
Bedürfnisse anpassen. Lesen Sie als weitere und vollständige Referenz die
make.conf Manpage:
Befehlsauflistung 1.1: Lesen der make.conf Manpage |
$ man make.conf
|
2.b. Build-spezifische Optionen
Configure und Compiler Optionen
Wenn Portage Anwendungen übersetzt wendet es die folgenden Variablen auf den
Compiler, bzw. das Configure-Skript an:
-
CFLAGS & CXXFLAGS definieren die gewünschten Flags für C and C++
Kompilierung.
-
CHOST definiert die Build Host Information für das Configure-Skript der
Anwendung
-
MAKEOPTS wird an das make Kommando weitergegeben und ist für
gewöhnlich gesetzt, um die Menge der Parallelität während der Kompilierung
zu bestimmen. Weitere Informationen zu Optionen von make finden Sie in der
make Manpage.
Die USE Variable wird ebenfalls während der Configure- und Kompilierungsschritte
benutzt, diese Variable wurde jedoch schon ausführlich in vorgehenden Kapitel
behandelt.
Merge Optionen
Wenn Portage eine neuere Version einer bestimmten Anwendung installiert hat,
wird es die nicht mehr benötigten Dateien der alten Version von Ihrem System
entfernen. Portage gibt dem Benutzer eine 5 Sekunden lange Pause, bevor das
Deinstallieren der alten Version begonnen wird. Diese 5 Sekunden sind in der
CLEAN_DELAY Variable definiert.
Sie können emerge sagen, dass es bestimmte Optionen, jedes Mal wenn es
ausgeführt wird, verwenden soll, indem Sie EMERGE_DEFAULT_OPTS setzen. Einige
nützliche wären --ask, --verbose, --tree, usw.
2.c. Schutz von Konfigurationsdateien
Abgesicherte Pfade
Portage überschreibt Dateien einer alten Version bei der Installation einer
neuen Version, sofern diese sich nicht in einem geschützten Verzeichnis
befinden. Diese geschützten Verzeichnisse sind durch die CONFIG_PROTECT Variable
definiert und sind im Normalfall Verzeichnisse, die Konfigurationsdateien
enthalten. Es können getrennt durch ein Leerzeichen beliebig viele Pfade
angegeben werden.
Eine Datei, die in ein solches geschütztes Verzeichnis geschrieben werden soll,
wird umbenannt und der Anwender darüber informiert, dass eine neue Version einer
(wahrscheinlich) Konfigurationsdatei vorliegt.
Die aktuellen CONFIG_PROTECT Einstellungen können Sie sich mittels emerge
--info anzeigen lassen:
Befehlsauflistung 3.1: Anzeigen der CONFIG_PROTECT Einstellungen |
$ emerge --info | grep 'CONFIG_PROTECT='
|
Weitere Informationen über den Schutz von Konfigurationsdateien sind im
Abschnitt CONFIGURATION FILES der man Seite von emerge verfügbar:
Befehlsauflistung 3.2: Weitere Informationen über den Schutz von Konfigurationsdateien |
$ man emerge
|
Verzeichnisse ausschließen
Um den Schutz von einzelnen Unterverzeichnissen aufzuheben können Sie die
CONFIG_PROTECT_MASK Variable nutzen.
2.d. Download Optionen
Server Auswahl
Wenn angeforderte Informationen oder Daten auf Ihrem System nicht verfügbar sind
versucht Portage diese aus dem Internet zu beziehen. Die Server für die
verschiedenen Informationen und Daten werden durch die folgenden Variablen
deklariert:
-
GENTOO_MIRRORS definiert eine Liste von Servern die Quellcode (Distfiles)
enthalten
-
PORTAGE_BINHOST definiert einen bestimmten Server der vorkompilierte Pakete
für Ihr System bereit hält
Eine dritte Konfiguration beinhaltet den Rsync Server, den Sie zum aktualisieren
Ihres Portage Tree nutzen möchten:
-
SYNC definiert einen bestimmten Server von dem Sie den Portage Tree beziehen
wollen
Die GENTOO_MIRRORS und SYNC Variablen können automatisch durch die
mirrorselect Anwendung gesetzt werden. Dazu müssen Sie zunächst
mirrorselect installieren. Für weitere Informationen schauen Sie in die
Hilfe von mirrorselect:
Befehlsauflistung 4.1: Weitere Informationen über mirrorselect |
# mirrorselect --help
|
Wenn Ihre Umgebung vorschreibt einen Proxy-Server zu nutzen können Sie die
http_proxy, ftp_proxy und RSYNC_PROXY Variablen nutzen um einen Proxy-Server zu
deklarieren.
Download Kommandos
Wenn Portage Quellcode beziehen muss wird standardmäßig wget benutzt.
Sie können dies durch die FETCHCOMMAND Variable anpassen.
Portage kann halbfertige Downloads fortsetzen. Es benutzt standardmäßig
wget, Sie können dies durch die RESUMECOMMAND Variable anpassen.
Stellen Sie sicher, dass Ihre FETCHCOMMAND und RESUMECOMMAND Variablen den
Quellcode im richtigen Verzeichnis ablegen. Innerhalb der Variablen sollten Sie
\${URI} und \${DISTDIR} benutzen, um die Quellcode URI und das Distfiles
Verzeichnis anzugeben.
Sie können weiterhin mit FETCHCOMMAND_HTTP, FETCHCOMMAND_FTP,
RESUMECOMMAND_HTTP, RESUMECOMMAND_FTP und so weiter protokollspezifische Handler
erstellen.
Rsync-Einstellungen
Sie können den von Portage ausgeführten Rsync-Befehl zur Aktualisierung des
Portage-Tree nicht ändern. Sie können jedoch einige Variablen, die in Verbindung
zu diesem Rsync-Vorgang stehen, anpassen:
-
PORTAGE_RSYNC_OPTS setzt zahlreiche Standardvariablen, jede durch
Leerzeichen getrennt, die während des Sync-Vorgangs verwendet werden. Diese
sollten nicht geändert werden, wenn Sie nicht exakt wissen, was Sie
tun. Beachten Sie bitte, dass bestimmte Optionen, die absolut zwingend
benötigt werden, immer verwendet werden, auch wenn PORTAGE_RSYNC_OPTS leer
ist.
-
PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS kann verwendet werden um zusätzliche Optionen für
den Sync-Vorgang zu setzen. Alle Optionen sollten durch ein Leerzeichen
getrennt sein.
-
--timeout=<zahl>: Dies definiert die Anzahl von Sekunden, welche
die Verbindung idle sein kann, bevor rsync für die Verbindung einen
Zeitüberlauf feststellt. Diese Variable hat den Standardwert 180.
Modembenutzer und Personen mit langsamen Rechnern werden jedoch unter
Umständen den Wert auf 300 oder höher setzen wollen.
-
--exclude-from=/etc/portage/rsync_excludes: Dies verweist auf eine Datei
mit Liste von Paketen und/oder Kategorien, die rsync während des
Aktualisierungsvorgangs ignorieren soll. In diesem Fall verweist es auf
/etc/portage/rsync_excludes. Bitte lesen Einen Teil des Portage-Tree verwenden
für die Syntax in dieser Datei.
- --quiet: Reduziert die Ausgabe für den Bildschirm
- --verbose: Gibt eine komplette Dateiliste aus
- --progress: Gibt einen Fortschrittsbalken für jede Datei aus
-
PORTAGE_RSYNC_RETRIES definiert wie oft rsync versuchen soll mit einem
Mirror zu verbinden, auf den in der SYNC-Variable verwiesen wird, bevor es
aufgibt. Diese Variable hat den Standardwert 3.
Für weitere Informationen über diese und andere Optionen, lesen Sie bitte man
rsync.
2.e. Gentoo Konfiguration
Zweigauswahl
Sie können den standardmäßigen Zweig mit der ACCEPT_KEYWORDS Variable
auswählen. Per default wird der stabile Zeig Ihrer Architektur genutzt. Weitere
Informationen zu Software Zweigen innerhalb von Gentoo entnehmen Sie dem
nächsten Kapitel.
Portage Features
Sie können zahlreiche Portage Optionen durch die FEATURES Variable aktivieren.
Die Portage Optionen wurden in vorhergehenden Kapiteln behandelt, wie z.B. in
Portage Features.
2.f. Portage Verhalten
Ressourcenmanagement
Mit der PORTAGE_NICENESS Variable können Sie den Nice Wert anpassen, mit dem
Portage ausgeführt wird. Der Wert der PORTAGE_NICENESS Variable wird zum
aktuellen Nice Wert hinzugefügt.
Für weitere Informationen über Nice Werte schauen Sie in die nice Manpage:
Befehlsauflistung 6.1: Weitere Informationen über nice |
$ man nice
|
Ausgabeverhalten
Mit der NOCOLOR Variable können Sie die Ausgabe von farbigen Meldungen durch
Portage deaktivieren. Der Standardwert ist false.
3. Mischen von Software Zweigen
3.a. Einen Zweig benutzen
Der stabile Zweig
Die ACCEPT_KEYWORDS Variable definiert welchen Softwarezweig Sie auf Ihrem
System benutzen wollen. Standardmäßig wird der stabile Zweig, also zum Beispiel
x86, benutzt.
Wir empfehlen Ihnen nur den stabilen Zweig zu benutzen. Wenn jedoch Stabilität
für Sie nicht sonderlich wichtig ist und Sie Gentoo mit dem Einbringen von
Fehlermeldungen in http://bugs.gentoo.org Gentoo unterstützen
möchten, lesen Sie weiter.
Der Test Zweig
Wenn Sie mehr aktuelle Software benutzen möchten macht es Sinn, über die Nutzung
des Test Zweiges nachzudenken. Um diesen Testzweig zu nutzen fügen Sie ein ~
vor Ihrer Architektur ein.
Der Testzweig beinhaltet genau das was der Name verspricht - Tests.
Wenn ein Paket sich in Test befindet, dann bedeutet es dass die Entwickler der
Meinung sind, dass es funktionsfähig ist aber noch nicht ausgiebig getestet
worden ist. Es könnte sehr gut sein, dass Sie die erste Person wären, welche
einen Bug in einem bestimmten Paket entdeckt. In diesem Fall könnten Sie
einen Bugreport erstellen und die
Entwickler so davon in Kenntnis setzen.
Wappnen Sie sich aber dafür, dass Probleme mit der Stabilität auftreten, die
Handhabung von Paketen nicht perfekt funktioniert (wie z.B. falsche/fehlende
Abhängigkeiten) oder Pakete kaputt sind. Wenn Sie nicht wissen, wie Gentoo
funktioniert und wie man solche Probleme löst, empfehlen wir Ihnen, dass Sie
beim stabilen und getesteten Zweig bleiben.
Um zum Beispiel den Testzweig der x86 Architektur zu nutzen editieren Sie
/etc/portage/make.conf wie folgt:
Befehlsauflistung 1.1: Setzen der ACCEPT_KEYWORDS Variable |
ACCEPT_KEYWORDS="~x86"
|
Wenn Sie nun Ihr System aktualisieren wollen werden Sie feststellen, dass
viele Pakete aktualisiert werden. Bedenken Sie jedoch: Wenn Sie einmal
in den Testzweig gewechselt sind, gibt es für gewöhnlich keinen einfachen Weg
zurück zum stabilen, offiziellen Zweig (außer mit Backups, natürlich).
3.b. Den stabilen mit dem Testzweig vermischen
Die Datei package.accept_keywords
Sie können Portage anweisen, bei bestimmten Paketen den Testzweig zu benutzen,
für den Rest des Systems jedoch den stabilen Zweig. Um dies zu erreichen fügen
Sie die Paketkategorie und den Paketnamen in
/etc/portage/package.accept_keywords ein. Sie können auch ein
Verzeichnis (mit demselben Namen) erstellen und das Paket in Dateien innerhalb
dieses Verzeichnisses auflisten. Um zum Beispiel für gnumeric den
Testzweig zu benutzen:
Befehlsauflistung 2.1: /etc/portage/package.accept_keywords Konfiguration für gnumeric |
app-office/gnumeric
|
Testen von bestimmten Versionen
Wenn Sie eine bestimmte Version aus dem Testzweig nutzen wollen, aber nicht
generell die Version aus dem Testzweig installieren möchten, können Sie dies
ebenfalls in package.accept_keywords angeben. In diesem Fall
müssen Sie den = Operator nutzen. Sie können dank der
<=, <, > or >= Operatoren auch eine Reihe von Versionen eines
Pakets freischalten.
In jedem Fall: Wenn Sie Versionsinformationen hinzufügen müssen Sie
einen Operator angeben. Wenn Sie keine Versionsinformationen hinzufügen können
Sie keinen Operator nutzen.
Im folgenden Beispiel geben wir gnumeric-1.2.13 frei:
Befehlsauflistung 2.2: Nutzen einer speziellen gnumeric Version |
=app-office/gnumeric-1.2.13
|
2.c. Nutzung maskierter Pakete
Die Datei package.unmask
Wichtig:
Die Gentoo-Entwickler unterstützen die Verwendung dieses Features nicht.
Bitte gehen Sie mit entsprechender Vorsicht vor, wenn Sie dieses verwenden.
Anfragen zu Support, welche in Verbindung mit package.unmask und/oder
package.mask stehen, werden nicht beantwortet. Sie sind gewarnt worden.
|
Wenn ein Paket von Gentoo-Entwicklern maskiert wird und Sie dennoch (Sie werden
sicherlich einen guten Grund haben) dieses Paket nutzen möchten (trotz der
Gründe, die in package.mask (standardmäßig in
/usr/portage/profiles) genannt sind), fügen Sie die gewünschte
Version (normalerweise ist dies die exakt gleiche Zeile aus
profiles) in der Datei /etc/portage/package.unmask
(oder in einer Datei in dem Verzeichnis, wenn es ein Verzeichnis ist) ein.
Wenn zum Beispiel =net-mail/hotwayd-0.8 maskiert ist, können Sie es durch
ein Hinzufügen der exakt gleichen Zeile zur package.unmask
demaskieren:
Befehlsauflistung 3.1: /etc/portage/package.unmask |
=net-mail/hotwayd-0.8
|
Notiz:
Falls ein Eintrag in /usr/portage/profiles/package.mask einen
Bereich an Paketversionen enthält, müssen Sie nur die Version(en) unmasken, die
Sie wirklich verwenden wollen. Bitte lesen Sie den vorherigen Abschnitt, in dem erklärt wird, wie
Versionen in der package.unmask spezifiziert werden.
|
Die Datei package.mask
Wenn Sie nicht wollen, dass Portage bestimmt Pakete oder bestimmt Versionen von
Paketen installiert, bzw. grundsätzlich installieren kann, können Sie dieses
Paket (oder die Version) durch das Hinzufügen einer entsprechenden Zeile zur
/etc/portage/package.mask (entweder in der Datei oder in
einer Datei in dem Verzeichnis) maskieren.
Wenn Sie zum Beispiel nicht wollen, dass Portage neuere Kernelquellen als
gentoo-sources-2.6.8.1 installiert, fügen Sie die folgende Zeile zur
package.mask hinzu:
Befehlsauflistung 3.2: /etc/portage/package.mask Beispiel |
>sys-kernel/gentoo-sources-2.6.8.1
|
4. Zusätzliche Portage Tools
4.a. dispatch-conf
Das Programm dispatch-conf hilft Ihnen bei der Einbindung der
._cfg0000_<name> Dateien. Diese
._cfg0000_<name> Dateien werden von Portage angelegt, wenn
eine Datei die innerhalb einem durch die CONFIG_PROTECT Variable abgedecktem
Pfad überschrieben werden soll.
Mit dispatch-conf können Sie Aktualisierungen an Ihren
Konfigurationsdateien einbringen und alle Änderungen nachvollziehen.
dispatch-conf legt alle Änderungen zwischen Konfigurationsdateien als
Patches oder in einem RCS Revisionssystem ab. Das bedeutet, dass wenn Sie einen
Fehler begehen bei der Aktualisierung einer Konfigurationsdatei Sie zu jedem
Zeitpunkt zur vorherigen Version Ihrer Konfigurationsdatei zurückkehren können.
Wenn Sie dispatch-conf verwenden können Sie Konfigurationsdateien so
belassen wie sie sind, die neue Konfigurationsdatei verwenden, die aktuelle
bearbeiten, oder die Änderungen interaktiv einpflegen. dispatch-conf hat
zudem noch einige weitere hilfreiche Funktionen:
-
Automatisches mergen von Konfigurationsaktualisierungen, wenn Änderungen nur
in kommentierten Bereichen stattgefunden haben
-
Automatisches mergen von Konfigurationsdateien, wenn die Änderungen nur in
der Menge von Leerzeichen bestehen
Editieren Sie zuerst /etc/dispatch-conf.conf und erstellen Sie das
Verzeichnis, welches in der Variable archive-dir genannt wird.
Befehlsauflistung 1.1: dispatch-conf ausführen |
# dispatch-conf
|
Wenn Sie dispatch-conf ausführen werden Sie durch jede veränderte
Konfigurationsdatei, eine nach der anderen, geführt. Drücken Sie u zur
Aktualisierung (ersetzen) der aktuellen Konfigurationsdatei durch die neuere und
um mit der nächsten Datei fortzufahren. Drücken Sie z um die neue
Konfigurationsdatei zu löschen und um mit der nächsten Datei fortzufahren. Wenn
alle Konfigurationsdateien abgearbeitet wurden wird dispatch-conf
beendet. Sie können es auch jeder Zeit durch drücken von q beenden.
Ziehen Sie für weitere Informationen die Manpage von dispatch-conf zu
Rate. Diese zeigt Ihnen wie man interaktiv aktuelle und neue
Konfigurationsdateien einpflegt, neue Konfigurationsdateien editiert, die
Unterschiede zwischen Dateien betrachtet, und mehr.
Befehlsauflistung 1.2: Lesen der dispatch-conf Manpage |
$ man dispatch-conf
|
4.b. etc-update
Sie können auch etc-update benuzten um Konfigurationsdateien
zusammenzuführen. Es ist nicht so einfach zu benuzten wie dispatch-conf,
noch hat es alle seine Funktionen, bietet aber ein interaktiven Modus für die
Zusammenführung und kann außerdem triviale Änderungen automatisch einbinden.
Jedoch, anders als bei dispatch-conf, wird etc-update alte
Versionen Ihrer Konfigurationsdateien nicht erhalten. Sowie sie eine
Datei aktualisieren ist die alte Version für immer verloren! Sein Sie also
vorsichtig, die Benutzung von etc-update ist erheblich unsicherer
als die Verwendung von dispatch-conf.
Befehlsauflistung 2.1: etc-update ausführen |
# etc-update
|
Nach dem Mischen der einfachen Änderungen wird Ihnen eine Liste mit allen
geschützten Dateien, die auf eine Aktualisierung warten, angezeigt. Zum Schluss
wird Ihnen eine Liste mit den möglichen Optionen angezeigt:
Befehlsauflistung 2.2: etc-update Optionen |
Please select a file to edit by entering the corresponding number.
(-1 to exit) (-3 to auto merge all remaining files)
(-5 to auto-merge AND not use 'mv -i'):
|
Wenn Sie -1 eingeben wird etc-update beendet und es werden keine
weiteren Änderungen durchgeführt. Wenn Sie -3 oder -5 eingeben
werden alle gelisteten Konfigurationsdateien mit den neuen Versionen
überschrieben. Es ist daher sehr wichtig, dass Sie zunächst alle
Konfigurationsdateien auswählen, die nicht automatisch aktualisiert werden
sollen. Dies geschieht durch das Eingeben der Zahl links neben der
Konfigurationsdatei.
Als Beispiel wählen wir /etc/pear.conf aus:
Befehlsauflistung 2.3: Aktualisieren einer spezifischen Konfigurationsdatei |
Beginning of differences between /etc/pear.conf and /etc/._cfg0000_pear.conf
End of differences between /etc/pear.conf and /etc/._cfg0000_pear.conf
1) Replace original with update
2) Delete update, keeping original as is
3) Interactively merge original with update
4) Show differences again
|
Sie sehen nun die Änderungen zwischen diesen beiden Dateien. Wenn Sie glauben,
dass die aktualisierte Datei ohne Probleme benutzt werden kann, so geben Sie
1 ein. Wenn Sie glauben, dass eine Aktualisierung der
Konfigurationsdatei nicht notwendig ist geben Sie 2 ein. Wenn Sie die
Konfigurationsdatei interaktiv aktualisieren wollen geben sie 3 ein.
Es gibt keine Grund das interaktive mergen (Zusammenführen) hier näher
auszuführen. Um eine gewisse Vollständigkeit zu gewährleisten listen wir hier
alle möglichen Kommandos, die während des mergen der beiden
Konfigurationsdateien benutzt werden können. Ihnen werden zwei Zeilen (eine
originale, eine vorgeschlagene neue) angezeigt sowie ein Prompt an welchem Sie
eines der folgenden Kommandos eingeben können:
Befehlsauflistung 2.4: Verfügbare Kommandos bei interaktivem mergen |
ed: Edit then use both versions, each decorated with a header.
eb: Edit then use both versions.
el: Edit then use the left version.
er: Edit then use the right version.
e: Edit a new version.
l: Use the left version.
r: Use the right version.
s: Silently include common lines.
v: Verbosely include common lines.
q: Quit.
|
Wenn Sie das Aktualisieren der wichtigen Konfigurationsdateien abgeschlossen
haben können Sie nun die restlichen Dateien automatisch überschreiben.
etc-update wird beendet, wenn es keine aktualisierbaren
Konfigurationsdateien mehr findet.
4.c. quickpkg
Mit quickpkg können Sie Archive von bereits installierten Paketen
erstellen. Diese Archive können genauso wie vorkompilierte Pakete (GRP)
verwender werden. Die Nutzung von quickpkg ist recht simpel: Fügen Sie
einfach den Namen des Pakets an das Kommando an:
Um beispielsweise Archive für curl, orage und procps zu
erstellen:
Befehlsauflistung 3.1: quickpkg Nutzung |
# quickpkg curl orage procps
|
Die vorkompilierten Pakete werden in $PKGDIR (standardmäßig
/usr/portage/packages/) abgelegt. Diese Pakete werden in
$PKGDIR/<category> abgelegt.
5. Abweichen vom Offiziellen Tree
5.a. Nur einen Teil des Portage Tree nutzen
Pakete/Kategorien ausschließen
Sie können eine Auswahl von Kategorien/Paketen aktualisieren und andere
Kategorien/Pakete ignorieren. Wir erreichen dies durch das Ausschließen von
bestimmten Kategorien/Paketen während des emerge --sync Vorgangs mittels
rysnc.
Sie müssen den Namen der Datei, welche die Ausschlussmuster enthält, in der
PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS Variable in Ihrer
/etc/portage/make.conf spezifizieren.
Befehlsauflistung 1.1: Spezifizieren der Exclude-Datei in /etc/portage/make.conf |
PORTAGE_RSYNC_EXTRA_OPTS="--exclude-from=/etc/portage/rsync_excludes"
|
Befehlsauflistung 1.2: Ausschluss aller Spiele in /etc/portage/rsync_excludes |
games-*/*
|
Beachten Sie, dass dies zu Abhängigkeitsproblemen führen kann, wenn ein
gewünschtes Paket von einem neuen, aber ausgeschlossenem Paket abhängt.
5.b. Inoffizielle Ebuilds hinzufügen
Definieren eines Portage Overlay Verzeichnis
Sie können Portage mitteilen, auch nicht offizielle Ebuilds zu nutzen, welche
nicht durch den Portage Tree verfügbar sind. Erstellen Sie ein neues Verzeichnis
(zum Beispiel /usr/local/portage), in welchem Sie Ebuilds von
anderen Anbietern ablegen können. Benutzen Sie die gleich Struktur wie im
offiziellen Portage Tree!
Definieren Sie nun die PORTDIR_OVERLAY Variable in
/etc/portage/make.conf und lassen Sie sie auf das zuvor definierte
Verzeichnis zeigen. Wenn Sie nun Portage benutzen wird es diese Ebuilds mit
einbeziehen und diese beim nächsten emerge --sync nicht
löschen/überschreiben.
Mit mehreren Overlays arbeiten
Für die Poweruser, welche mit verschiedenen Overlays entwickeln, Pakete testen
bevor sie in den Portage-Baum übernommen werden oder einfach inoffizielle
Ebuilds von unterschiedlichen Quellen verwenden wollen, bietet das Paket
app-portage/layman Ihnen layman an. Es ist ein Tool, das Ihnen
hilft, die Overlay-Repositories aktuell zu halten.
Installieren und konfigurieren Sie zuerst layman wie im Overlays Users' Guide erklärt und
fügen Sie Ihre gewünschten Repositories mit layman -a
<overlay-name> hinzu.
Nehmen wir an, dass Sie zwei Repositories, genannt java (für
die Java-Ebuilds, die momentan in Arbeit sind) und entapps (für die
Anwendungen, die firmenintern für Ihren Betrieb entwickelt werden), haben.
Diese Repositories können mit folgendem Befehl aktualisiert werden:
Befehlsauflistung 2.1: layman verwenden um alle Repositories zu aktualisieren |
# layman -S
|
Für weitere Informationen zum Arbeiten mit Overlays, lesen Sie bitte man
layman und den layman/overlay
Benutzerleitfaden.
5.c. Software ohne Portage installieren
Nutzung von Portage mit selbst installierter Software
In einigen Fällen wollen Sie die Konfiguration, Installation und Betreuung von
Software selbst vornehmen, ohne das Portage unterstützend eingreift; auch wenn
Portage die in Frage kommenden Pakete ebenfalls installieren könnte. Bekannte
Gründe können Kernelquellen oder Nvidia Treiber sein. Sie können Portage so
konfigurieren, dass es weiß, dass bestimmte Pakete manuell auf Ihrem System
installiert sind. Dieser Schritt wird als Injecting bezeichnet und wird
durch die Datei /etc/portage/profile/package.provided durchgeführt.
Portage wird die dort aufgelisteten Pakete nicht installieren.
Wenn Sie zum Beispiel Portage informieren wollen, dass Sie
gentoo-sources-2.6.11.6 manuell installiert haben, fügen Sie die
folgende Zeile in /etc/portage/profile/package.provided hinzu:
Befehlsauflistung 3.1: Beispiel für package.provided |
sys-kernel/gentoo-sources-2.6.11.6
|
6. Erweiterte Portage-Funktionen
D. Gentoo Netzwerk Konfiguration
1. Zu Beginn
1.a. Einführung
Notiz:
Diese Anleitung geht davon aus, das Sie ihren Kernel richtig konfiguriert
haben, die Module für ihre Hardware eingebunden haben und Ihnen die Namen
der Schnittstellen bekannt sind. Des Weiteren nehmen wir an, das sie die
Schnittstelle eth0 konfigurieren, es könnte gleichwohl aber auch
eth1, wlan0 etc. sein.
|
Um mit der Konfiguration Ihrer Netzwerkkarte zu beginnen, müssen Sie Gentoos
RC-System über diese informieren. Das machen Sie, indem Sie einen symbolischen
Link von net.lo zu net.eth0 in
/etc/init.d erstellen.
Befehlsauflistung 1.1: Einen symlink von net.eth0 zu net.lo einrichten |
# cd /etc/init.d
# ln -s net.lo net.eth0
|
Das RC-System von Gentoo kennt nun die Schnittstelle. Es muss aber auch wissen,
wie die neue Schnittstelle konfiguriert werden soll. Alle Netzwerkschnittstellen
werden in /etc/conf.d/net konfiguriert. Es folgt eine
Beispielkonfiguration für DHCP und statische Adressen.
Befehlsauflistung 1.2: Beispiele für /etc/conf.d/net |
config_eth0="dhcp"
config_eth0="192.168.0.7/24"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
dns_servers_eth0="192.168.0.1 8.8.8.8"
config_eth0="192.168.0.7 netmask 255.255.255.0"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
dns_servers_eth0="192.168.0.1 8.8.8.8"
|
Notiz:
Wenn Sie keine Konfiguration für ihr Interface angeben, wird DHCP benutzt.
|
Notiz:
CIDR steht für Classless InterDomain Routing. Ursprünglich wurden IPv4-Adressen
in Klassen A, B und C unterteilt. Diese frühe Einteilung wurde der großen
Popularität des Internets nicht gerecht und es bestand Gefahr, das der Vorrat an
einzigartigen Adressen ausgeschöpft würde. CIDR ist ein Adressierungsschema, das
die Zuordnung von mehreren IP-Adressen zu einer erlaubt. Eine CIDR IP-Adresse
sieht aus wie eine normale IP-Adresse, mit dem Unterschied, das sie mit einem
Schrägstrich endet gefolgt von einer Zahl, beispielsweise 192.168.0.0/16.
Weitere Informationen zu CIDR gibt es im RFC 1519.
|
Nachdem wir die Schnittstelle konfiguriert haben, können wir sie mit
untenstehenden Befehlen starten und stoppen:
Befehlsauflistung 1.3: Starten and Stoppen von Netzwerkskripten |
# /etc/init.d/net.eth0 start
# /etc/init.d/net.eth0 stop
|
Wichtig:
Um Fehlern bei der Konfiguration des Netzwerks auf die Schliche zu kommen,
werfen Sie einen Blick in /var/log/rc.log. Sofern Sie nicht
rc_logger="NO" in /etc/rc.conf gesetzt haben, werden dort
Informationen zur Boot-Aktivität abgelegt.
|
Haben Sie ihre Netzwerkschnittstelle erst einmal erfolgreich gestartet und
wieder angehalten, möchten Sie vielleicht einen automatischen Start beim Booten
von Gentoo. Das erreichen Sie durch untenstehende Kommandos. Der letzte "rc"
Befehl weist Gentoo an, all jene Skripte zu starten, die im derzeitigen
Runlevel noch nicht gestartet wurden.
Befehlsauflistung 1.4: Konfiguration der Netzwerkschnittstelle zum automatischen Start während des Bootvorgangs |
# rc-update add net.eth0 default
# rc
|
2. Fortgeschrittene Konfiguration
2.a. Erweiterte Konfiguration
Das Herz der Konfiguration der Schnittstellen ist die Variable
config_eth0. Es ist eine hochsprachliche Anweisungsliste zur
Konfiguration der Schnittstelle (in diesem Fall eth0). Die Anweisungen
in der Liste werden der Reihe nach abgearbeitet. Wenn mindestens eine Anweisung
korrekt ausgeführt wird, wird von einer erfolgreichen Konfiguration der
Schnittstelle ausgegangen.
Hier ist eine Liste der eingebauten Anweisungen.
| Anweisung |
Beschreibung |
| null |
Nichts machen |
| noop |
Wenn die Schnittstelle aktiviert ist und eine Adresse vorhanden ist,
beende die Konfiguration erfolgreich.
|
| eine IPv4 oder IPv6 Adresse |
Die angegebene Adresse zur Schnittstelle hinzufügen |
|
dhcp, adsl or apipa (oder ein spezielles Kommando
von einem externen Modul)
|
Das Modul ausführen, das das Kommando bereitstellt. Beispielsweise ruft
dhcp ein Modul auf, das DHCP bereitstellt - das kann entweder
dhcpcd, dhclient oder pump sein.
|
Schlägt eine Anweisung fehl, können sie eine andere Anweisung als
Ausweichlösung angeben. Dieses muss der Konfigurationsstruktur genau folgen.
Sie können die verschiedenen Anweisungen aneinanderhängen. Es folgen einige
Beispiele aus der Praxis.
Befehlsauflistung 1.1: Konfigurationsbeispiel |
config_eth0="192.168.0.2/24
192.168.0.3/24
192.168.0.4/24"
config_eth0="192.168.0.2/24
4321:0:1:2:3:4:567:89ab
4321:0:1:2:3:4:567:89ac"
config_eth0="noop
dhcp"
fallback_eth0="null
apipa"
|
Notiz:
Wenn Sie das ifconfig Modul benutzen und mehr als eine Adresse
hinzufügen, wird für jede neue Adresse ein Alias erstellt. Mit obigem Beispiel
erhalten Sie zum Beispiel die Schnittstellen eth0, eth0:1 und
eth0:2. Sie können damit nichts weiter anfangen, da der Kernel und
andere Programme eth0:1 und eth0:2 einfach als eth0
behandeln werden.
|
Wichtig:
Die Reihenfolge in den Anweisungen der Ausweichlösung ist wichtig! Würden wir
nicht die null Option hinzufügen, würde apipa nur ausgeführt,
wenn noop fehlschlagen würde.
|
Notiz:
APIPA und DHCP werden später im Detail behandelt.
|
2.b. Netzwerk-Abhängigkeiten
Initskripte in /etc/init.d können von einer speziellen
Netzwerkschnittstelle abhängen oder einfach von net. Alle
Netzwerkschnittstellen in Gentoos Init-System stellen net bereit.
Falls in /etc/rc.conf rc_depend_strict="YES" gesetzt ist,
müssen alle Netzwerkschnittstellen, die net bereitstellen, aktiv sein, bevor
eine Abhängigkeit auf "net" als gegeben angenommen wird. In anderen Worten,
falls Sie ein net.eth0 und net.eth1 sowie ein
Init-Skript haben, das von "net" abhängt, müssen beide Schnittstellen
aktiviert sein.
Andernfalls, wenn Sie rc_depend_strict="NO" gesetzt haben, dann wird die
"net"-Abhängigkeit als gegeben angenommen, sobald mindestens eine
Netzwerkschnittstelle aktiv ist.
Was aber, wenn net.br0 von net.eth0 und
net.eth1 abhängt? net.eth1 könnte eine drahtlose oder
Wählverbindung sein, die vor dem Hinzufügen zur Bridge konfiguriert werden
muss. Das kann nicht in /etc/init.d/net.br0 erfolgen, da es sich
um einen symbolischen Link auf net.lo handelt.
Die Antwort darauf lautet, dass Sie eine rc_need_ Einstellung in
/etc/conf.d/net definieren.
Befehlsauflistung 2.1: net.br0 Abhängigkeit in /etc/conf.d/net |
rc_need_br0="net.eth0 net.eth1"
|
Das allein reicht aber nicht aus. Gentoos Init-Skripte verwenden eine
virtuelle Abhängigkeit namens net, die dem System mitteilt, wann
Netzwerkfunktionalität vorhanden ist. In obigem Beispiel sollte die
Netzwerkfunktionalität aber offensichtlich erst als vorhanden gesehen werden,
wenn net.br0 gestartet wurde, nicht wenn die anderen gestartet
wurden. Wir müssen dies ebenfalls in /etc/conf.d/net angeben:
Befehlsauflistung 2.2: Aktualisieren der virtuellen Abhängigkeiten und Voraussetzungen für Netzwerkfunktionalität |
rc_net_lo_provide="!net"
rc_net_eth0_provide="!net"
rc_net_eth1_provide="!net"
|
Weitere Details zu Abhängigkeiten gibt es im Kapitel Schreiben von Initskripten des Gentoo
Handbuchs. Weitere Informationen zur /etc/rc.conf finden Sie als
Kommentare innerhalb der Datei.
2.c. Variablennamen und ihre Werte
Variablennamen sind dynamisch. Normalerweise gehorchen sie der Struktur
variable_${interface|mac|essid|apmac}. Zum Beispiel verwaltet die
Variable dhcpcd_eth0 die Werte für dhcpcd Optionen für eth0 und
dhcpcd_essid verwaltet die Werte der dhcpcd Optionen, wann immer sich
eine Schnittstelle zur ESSID "essid" verbindet.
Nichtsdestotrotz gibt es keine harte Regel, die angibt, das Schnittstellen dem
Schema ethx folgen müssen. In der Tat besitzen viele drahtlose Schnittstellen
die Namen wlanx, rax oder auch ethx. Einige benutzerdefinierte Schnittstellen
wie Bridges können frei wählbare Namen gegeben werden, etwa foo. Um das ganze
noch etwas interessanter zu gestalten, können drahtlose Zugangspunkte Namen mit
nicht alphanumerischen Zeichen haben - das ist wichtig, da Netzwerkparameter
per ESSID eingestellt werden können.
Der Nachteil dessen ist aber, das dadurch Konflikte auftreten, denn Gentoo
benutzt bash Variablen - die dürfen allerdings nur englische alphanumerische
Zeichen enthalten. Um diese Beschränkung zu umgehen, ersetzen wir alle Zeichen,
die keine englischen alphanumerischen Zeichen sind, durch ein _ Zeichen.
Ein weiterer Nachteil der bash ist der Variableninhalt - einige Zeichen müssen
escaped (durch umgekehrten Schrägstrich geschützt) werden. Dazu setzt man ein
\ Zeichen vor das Zeichen, das escaped werden muss. Die folgende Liste
von Zeichen muss auf diese Weise escaped werden: ", ' und
\.
In diesem Beispiel benutzen wir eine drahtlose ESSID, da diese den größten
Bereich an Zeichen zulässt. Gehen wir davon aus, dass wir die ESSID
My "\ NET verwenden:
Befehlsauflistung 3.1: Beispiel für Variablennamen |
dns_domain_My____NET="My \"\\ NET"
|
3. Modulare Vernetzung
3.a. Netzwerkmodule
Wir unterstützen nun auch modulare Netzwerk-Skripte, sodass wir leicht
Unterstützung für neue Schnittstellen-Typen und Konfigurations-Module
hinzufügen können, während die Kompatibilität mit bereits vorhandenen erhalten
bleibt.
Module werden standardmäßig geladen, wenn das Paket, das sie benötigen,
installiert ist. Wenn Sie hier ein Modul angeben, dessen Paket nicht
installiert ist, erhalten Sie eine Fehler, der Ihnen mitteilt, welche Pakete
installiert werden müssen. Im besten Fall verwenden Sie nur die
Modul-Einstellungen, wenn Sie zwei oder mehr Pakete installiert haben, die den
gleichen Dienst zur Verfügung stellen, und geben so einem Paket den Vorzug.
Notiz:
Alle besprochenen Einstellungen werden in /etc/conf.d/net
gespeichert, sofern nicht anders angegeben.
|
Befehlsauflistung 1.1: Modul-Präferenz |
modules="ifconfig"
modules_eth0="pump"
modules="!iwconfig"
|
3.b. Schnittstellen-Handler
Wir liefern aktuell zwei Schnittstellen: ifconfig und iproute2.
Sie benötigen eine von diesen, um irgendeine Netzwerk-Konfiguration machen zu
können.
ifconfig ist standardmäßig installiert (das Paket net-tools ist
Bestandteil des Systemprofils). iproute2 ist mächtiger und flexibler,
aber nicht standardmäßig enthalten.
Befehlsauflistung 2.1: Installation von iproute2 |
# emerge sys-apps/iproute2
modules="ifconfig"
|
Da ifonfig und iproute2 beide sehr ähnlich funktionieren,
erlauben wir eine Zusammenarbeit beider Basis-Konfigurationen. Zum Beispiel
funktionieren die folgenden beiden Code-Abschnitte unabhängig vom verwendeten
Modul.
Befehlsauflistung 2.2: Beispiele für ifconfig und iproute2 |
config_eth0="192.168.0.2/24"
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0"
config_eth0="192.168.0.2/24 brd 192.168.0.255"
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 broadcast 192.168.0.255"
|
3.c. DHCP
DHCP ist eine Möglichkeit, Netzwerk-Informationen (IP-Adresse, DNS-Server,
Gateways, etc.) von einem DHCP-Server zu erhalten. Wenn es in Ihrem Netzwerk
einen DHCP-Server gibt, bedeutet dies, dass die Clients nur DHCP verwenden
müssen und der DHCP-Server für das richtige Setup sorgt. Natürlich müssen Sie
andere Dinge, wie Drahtlosnetzwerke, PPP, und so weiter, wenn nötig, selbst
konfigurieren, bevor Sie DHCP verwenden können.
DHCP kann durch dhclient, dhcpcd oder pump zur Verfügung
gestellt werden. Jedes DHCP-Modul hat seine Vor- und Nachteile - hier ein kurzer
Überblick.
| DHCP-Modul |
Paket |
Vorteile |
Nachteile |
| dhclient |
net-misc/dhcp |
Kommt von ISC, die gleichen Leute, aus deren Feder die BIND DNS-Software
stammt. In hohem Maße konfigurierbar.
|
Die Konfiguration ist allzu komplex, die Software ist ziemlich überladen,
kann keine NTP-Server über DHCP erhalten, sendet standardmäßig den Hostnamen
nicht.
|
| dhcpcd |
net-misc/dhcpcd |
Seit langem der Standard unter Gentoo, keine Abhängigkeiten zu anderen
Tools und wird aktiv von Gentoo weiterentwickelt.
|
Kann manchmal etwas langsam sein und funktioniert nicht als Daemon, wenn
das Lease unendlich ist.
|
| pump |
net-misc/pump |
Leichtgewicht, keine Abhängigkeiten von fremden Tools
|
Wird nicht mehr gepflegt, unzuverlässig, insbesondere über Modems, kann
keine NIS-Server über DHCP erhalten.
|
Wenn Sie mehr als einen DHCP-Client installiert haben, müssen Sie angeben,
welcher verwendet werden soll - anderenfalls verwenden wir, wenn verfügbar,
dhcpcd als Standard.
Verwenden Sie module_eth0="..." um dem Modul bestimmte Optionen zu
übergeben. (ändern Sie module zu dem DHCP-Modul, dass Sie verwenden -
z.B. dhcpcd_eth0).
Wir versuchen DHCP relativ unwissend zu machen - deswegen unterstützen wir die
folgenden Befehle mit Hilfe der dhcp_eth0 Variable. Der Normalfall ist,
keine davon zu setzen:
-
release - gibt die IP-Adresse für die Wiederverwendung frei
-
nodns - /etc/resolv.conf nicht überschreiben
-
nontp - /etc/ntp.conf nicht überschreiben
-
nonis - /etc/yp.conf nicht überschreiben
Befehlsauflistung 3.1: Beispiel-DHCP-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
modules="dhcpcd"
config_eth0="dhcp"
dhcpcd_eth0="-t 10"
dhcp_eth0="release nodns nontp nonis"
|
Notiz:
dhcpcd und pump senden im Normalfall den aktuellen Hostnamen zum
DHCP-Server, sodass Sie ihn nicht mehr angeben müssen.
|
3.d. ADSL mit PPPoE/PPPoA
Zunächst müssen wir die ADSL-Software installieren.
Befehlsauflistung 4.1: Das ppp-Paket installieren |
# emerge net-dialup/ppp
|
Zweitens, erzeugen Sie das PPP-Netzwerkskript und das Netzwerkskript für die
Ethernet-Schnittstelle, die von PPP verwendet werden soll:
Befehlsauflistung 4.2: Erzeugen des PPP Netzwerkskripts |
# ln -s /etc/init.d/net.lo /etc/init.d/net.ppp0
# ln -s /etc/init.d/net.lo /etc/init.d/net.eth0
|
Stellen Sie sicher, dass rc_depend_strict in /etc/rc.conf
auf "YES" gesetzt ist.
Nun müssen wir /etc/conf.d/net konfigurieren.
Befehlsauflistung 4.3: Eine grundlegende PPPoE-Konfiguration |
config_eth0=null
config_ppp0="ppp"
link_ppp0="eth0"
plugins_ppp0="pppoe"
username_ppp0='user'
password_ppp0='password'
pppd_ppp0="
noauth
defaultroute
usepeerdns
holdoff 3
child-timeout 60
lcp-echo-interval 15
lcp-echo-failure 3
noaccomp noccp nobsdcomp nodeflate nopcomp novj novjccomp"
rc_need_ppp0="net.eth0"
|
Ihr Kennwort können Sie auch in /etc/ppp/pap-secrets angeben.
Befehlsauflistung 4.4: Beispiel einer /etc/ppp/pap-secrets |
"username" * "password"
|
Wenn Sie PPPoE mit einem USB-Modem verwenden werden Sie br2684ctl emergen
müssen. Bitte lesen Sie hierzu
/usr/portage/net-dialup/speedtouch-usb/files/README für weitere
Informationen zur korrekten Konfiguration.
Wichtig:
Bitte lesen Sie den Abschnitt zu ADSL und PPP in
/usr/share/doc/openrc-0.8.3-r1/net.example.bz2 sorgfältig durch.
Dort sind viel detailliertere Erklärungen zu allen Einstellungen enthalten, die
Sie für Ihre spezielle PPP-Einrichtung wahrscheinlich nutzen können.
Natürlich müssen Sie 0.8.3-r1 durch Ihre OpenRC-Version ersetzen.
|
3.e. APIPA (Automatic Private IP Addressing)
APIPA versucht, freie Adressen im Bereich 169.254.0.0-169.254.255.255 durch
Ansprechen einer zufälligen Adresse aus diesem Bereich über die Schnittstelle
mit Hilfe von arping zu finden. Wenn darauf keine Antwort erfolgt, wird diese
Adresse der Schnittstelle zugewiesen.
Das ist nur für LANs sinnvoll, in dem sich kein DHCP-Server befindet, Sie sich
nicht direkt mit dem Internet verbinden und alle anderen Computer ebenfalls
APIPA verwenden.
Für APIPA-Unterstützung muss net-misc/iputils oder
net-analyzer/arping emerged werden.
Befehlsauflistung 5.1: APIPA-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
config_eth0="dhcp"
fallback_eth0="apipa"
config_eth0="apipa"
|
3.f. Bonding
Zum Bonding/Trunking von Links muss net-misc/ifenslave emerged werden.
Bonding wird zur Erhöhung der Netzwerk-Bandbreite verwendet. Wenn Sie zwei
Netzwerkkarten im gleichen Netzwerk verwenden, können Sie beide Karten
so verbinden, dass Ihre Anwendungen nur eine Schnittstelle sehen, aber
tatsächlich beide Karten nutzen.
Befehlsauflistung 6.1: Bonding-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
slaves_bond0="eth0 eth1 eth2"
config_bond0="null"
rc_need_bond0="net.eth0 net.eth1 net.eth2"
|
3.g. Bridging (802.1d-Unterstützung)
Für Bridging-Unterstützung muss net-misc/bridge-utils emerged werden.
Bridging wird verwendet, um Netzwerke zusammenzufügen. Zum Beispiel:
Sie haben einen Server, der sich über ein ADSL-Modem mit dem Internet
verbindet und eine drahtlose Netzwerkkarte, um andere Computer über das
ADSL-Modem mit dem Internet zu verbinden. Sie könnten nun mit Hilfe einer
Bridge beide Schnittstellen zusammenfügen.
Befehlsauflistung 7.1: Bridge-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
brctl_br0="setfd 0" "sethello 0" "stp off"
bridge_br0="eth0 eth1"
config_eth0="null"
config_eth1="null"
config_br0="192.168.0.1/24"
rc_need_br0="net.eth0 net.eth1"
|
Wichtig:
Um weitere Bridge-Setups zu verwenden, sollten Sie die Dokumentation zu Variablennamen lesen.
|
3.h. MAC-Adresse
Falls Bedarf besteht, können Sie die MAC-Adresse Ihres Interfaces mit Hilfe
der Netzwerk-Konfigurationsdatei ebenfalls ändern.
Befehlsauflistung 8.1: Beispiel zum Wechseln der MAC-Adresse |
mac_eth0="00:11:22:33:44:55"
mac_eth0="random-ending"
mac_eth0="random-samekind"
mac_eth0="random-anykind"
mac_eth0="random-full"
|
3.i. Tunnelling
Es muss nichts emerged werden, da der Schnittstellen-Handler alles erledigt.
Befehlsauflistung 9.1: Tunnelling-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
iptunnel_vpn0="mode gre remote 207.170.82.1 key 0xffffffff ttl 255"
iptunnel_vpn0="mode ipip remote 207.170.82.2 ttl 255"
config_vpn0="192.168.0.2 peer 192.168.1.1"
|
3.j. VLAN (802.1q-Unterstützung)
Für VLAN-Unterstützung muss net-misc/vconfig emerged werden.
Virtual LAN ist eine Gruppe von Netzwerk-Geräten, die sich verhalten, als wären
sie mit einem einzelnen Netzwerk-Segment verbunden, auch wenn dies nicht der
Fall ist. Mitglieder eines VLANs können nur Mitglieder des gleichen VLANs
sehen, auch wenn sie sich im gleichen physikalischen Netzwerk befinden.
Befehlsauflistung 10.1: VLAN-Konfiguration in /etc/conf.d/net |
vlans_eth0="1 2"
vconfig_eth0="set_name_type VLAN_PLUS_VID_NO_PAD"
vconfig_vlan1="set_flag 1" "set_egress_map 2 6"
config_vlan1="172.16.3.1 netmask 255.255.254.0"
config_vlan2="172.16.2.1 netmask 255.255.254.0"
|
Wichtig:
Um VLAN-Setups zu verwenden, sollten Sie die Dokumentation Variablennamen lesen.
|
4. Drahtlose Netzwerkfunktionalität
4.a. Einleitung
Kabellose Netzwerkverbindungen sind unter Linux recht einfach einzurichten. Es
gibt zwei Möglichkeiten, Wifi zu konfigurieren: Mit grafischen Clients oder mit
der Kommandozeile.
Der einfachste Weg führt über die Verwendung von grafischen Clients,
sobald Sie eine Desktopumgebung
installiert haben. Die meisten grafischen Clients, wie z.B. wicd und NetworkManager, sind
ziemlich selbsterklärend. Sie bieten ein praktisches Interface an, mit dem Sie
innerhalb von ein paar Sekunden mit ein paar Mausklicks in ein Netzwerk
gelangen.
Notiz:
wicd bietet zusätzlich zum grafischen Interface ein
Kommandozeilen-Tool an. Sie erhalten dieses, indem Sie wicd mit
aktiviertem ncurses USE-Flag emergen. Das wicd-curses Tool ist
insbesondere für Leute nützlich, die keine gtk-basierte Desktopumgebung
verwenden, aber trotzdem ein einfaches Kommandozeilenwerkzeug haben wollen, das
keine manuelle Bearbeitung von Konfigurationsdateien erforderlich macht.
|
Wenn Sie jedoch keinen grafischen Client verwenden wollen, dann können Sie Wifi
auf der Kommandozeile durch Bearbeiten einiger Konfigurationsdateien
konfigurieren. Das dauert etwas länger, aber erfordert auch die wenigsten
heruntergeladenen und installierten Pakete. Da die grafischen Clients
größtenteils selbsterklärend sind (mit hilfreichen Screenshots auf deren
Homepages), werden wir uns hier auf die Kommandozeilenalternativen
konzentrieren.
Sie können kabellose Netzwerke auf der Kommandozeile aufsetzen, indem Sie
wireless-tools und wpa_supplicant installieren. Was Sie hier
beachten müssen, ist, dass Sie die kabellosen Netzwerke global konfigurieren,
und nicht pro Netzwerkkarte.
Die beste Wahl ist wpa_supplicant. Sie finden eine Auflistung der
unterstützten Treiber auf der wpa_supplicant Seite.
wireless-tools unterstützt fast alle Karten und Treiber, aber es kann
keine Verbindung zu Access-Points, die nur WPA unterstützen, aufbauen. Wenn
Ihre Netzwerke nur WEP-Verschlüsselung anbieten oder komplett ungeschützt sind,
dann werden Sie die Einfachheit der wireless-tools vorziehen.
Warnung:
Der Treiber linux-wlan-ng wird zu diesem Zeitpunkt nicht von baselayout
unterstützt. Dies liegt daran, dass linux-wlan-ng eine eigene Einrichtung
und Konfiguration hat, die sich von allen anderen unterscheidet. Es gibt
Gerüchte, dass die linux-wlan-ng Entwickler ihre Umgebung zu der von
wireless-tools wechseln wollen. Wenn dies geschieht steht es Ihnen frei
linux-wlan-ng mit baselayout zu verwenden.
|
4.b. WPA Supplicant
WPA Supplicant ist
ein Paket, welches es Ihnen erlaubt, sich mit einem Access-Point mit
aktiviertem WPA zu verbinden.
Befehlsauflistung 2.1: Installieren von wpa_supplicant |
# emerge net-wireless/wpa_supplicant
|
Wichtig:
Sie müssen CONFIG_PACKET in Ihrem Kernel aktiviert haben, damit
wpa_supplicant funktionieren kann. Führen Sie grep CONFIG_PACKET
/usr/src/linux/.config aus, um zu sehen, ob Sie es in Ihrem Kernel
aktiviert haben.
|
Notiz:
Abhängig von Ihren USE-Flags kann wpa_supplicant ein grafisches, in Qt4
geschriebenes Interface, das sich gut in KDE integriert, installieren. Um dieses
zu erhalten, führen Sie echo "net-wireless/wpa_supplicant qt4" >>
/etc/portage/package.use als root aus, bevor Sie wpa_supplicant
emergen.
|
Nun muss /etc/conf.d/net konfiguriert werden, so dass
wpa_supplicant gegenüber wireless-tools bevorzugt wird (wenn
beide installiert sind ist wireless-tools der Standard).
Befehlsauflistung 2.2: Konfiguration von /etc/conf.d/net für wpa_supplicant |
modules="wpa_supplicant"
wpa_supplicant_eth0="-Dmadwifi"
|
Notiz:
Wenn Sie den host-ap Treiber verwenden, müssen Sie Ihre Karte in den Managed
Modus versetzen, bevor diese mit wpa_supplicant korrekt verwendet
werden kann. Sie können dies mit iwconfig_eth0="mode managed" in
/etc/conf.d/net erreichen.
|
Das war einfach, oder? Trotzdem müssen wir noch wpa_supplicant selbst
konfigurieren. Dies ist einen Tick schwieriger und abhängig davon wie
abgesichert die Access-Points sind, mit denen Sie sich verbinden wollen. Das
folgende Beispiel ist vereinfacht worden und stammt aus
/usr/share/doc/wpa_supplicant-<version>/wpa_supplicant.conf.gz,
welches mit wpa_supplicant ausgeliefert wird.
Befehlsauflistung 2.3: Ein /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf Beispiel |
ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
ctrl_interface_group=0
ap_scan=1
network={
ssid="einfach"
psk="sehr geheime Passphrase"
priority=5
}
network={
ssid="zweite ssid"
scan_ssid=1
psk="sehr geheime Passphrase"
priority=2
}
network={
ssid="Beispiel"
proto=WPA
key_mgmt=WPA-PSK
pairwise=CCMP TKIP
group=CCMP TKIP WEP104 WEP40
psk=06b4be19da289f475aa46a33cb793029d4ab3db7a23ee92382eb0106c72ac7bb
priority=2
}
network={
ssid="klartext-test"
key_mgmt=NONE
}
network={
ssid="statischer-wep-test"
key_mgmt=NONE
wep_key0="abcde"
wep_key1=0102030405
wep_key2="1234567890123"
wep_tx_keyidx=0
priority=5
}
network={
ssid="statischer-wep-test2"
key_mgmt=NONE
wep_key0="abcde"
wep_key1=0102030405
wep_key2="1234567890123"
wep_tx_keyidx=0
priority=5
auth_alg=SHARED
}
network={
ssid="test adhoc"
mode=1
proto=WPA
key_mgmt=WPA-NONE
pairwise=NONE
group=TKIP
psk="geheime Passphrase"
}
|
4.c. Wireless-Tools
Erste Einrichtung und Managed Modus
Wireless
Tools liefert eine generische Art grundlegende Wireless-Schnittstellen zu
konfigurieren; bis zum WEP Sicherheitslevel. WEP ist zwar eine schwache
Sicherheitsmethode, aber auch die am meisten verbreitetste.
Die Konfiguration von Wireless-Tools wird von einer kleinen Anzahl von
Hauptvariablen kontrolliert. Die folgende Beispielskonfigurationsdatei sollte
allen Ihren Bedürfnissen entsprechen. Eins sollte jedoch beachtet werden:
bei keiner Konfiguration gilt die Regel "verbinde mit dem stärksten
unverschlüsselten Access-Point", wir versuchen unter allen Umständen eine
Verbindung mit irgendetwas aufzubauen.
Befehlsauflistung 3.1: Installieren von wireless-tools |
# emerge net-wireless/wireless-tools
|
Notiz:
Auch wenn Sie Ihre Wireless-Einstellungen in /etc/conf.d/wireless
speichern können, empfiehlt dieser Leitfaden dennoch dass Sie diese in
/etc/conf.d/net speichern.
|
Wichtig:
Sie werden die Dokumentation über
Variablennamen
konsultieren müssen.
|
Befehlsauflistung 3.2: Beispielseinrichtung von iwconfig in /etc/conf.d/net |
modules="iwconfig"
key_ESSID1="[1] s:yourkeyhere key [1] enc open"
key_ESSID2="[1] aaaa-bbbb-cccc-dd key [1] enc restricted"
preferred_aps="'ESSID1' 'ESSID2'"
|
Feinabstimmung der Auswahl von Access-Points
Sie können einige weitere Optionen hinzufügen um eine Feinabstimmung, der
Auswahl der Access-Points, zu erreichen. Normalerweise sind diese Einstellungen
nicht notwendig.
Sie können entschieden ob nur mit bevorzugten Access-Points verbunden werden
soll, oder nicht. Standardmäßig wird, wenn alles konfigurierte fehlschlug und
mit einem unverschlüsselten Access-Point verbunden werden kann, dies auch
erfolgen. Dies kann von der associate_order Variable kontrolliert
werden. Es folgt eine Tabelle mit den Werten und welche Funktion sie ausüben.
| Wert |
Beschreibung |
| any |
Standardverhalten |
| preferredonly |
Es wird nur mit sichtbaren APs in der bevorzugten Liste verbunden |
| forcepreferred |
Es wird zwinged mit APS in der bevorzugten Reihenfolge verbunden, wenn
Sie bei einem Scan nicht gefunden wurden.
|
| forcepreferredonly |
Es wird nicht nach APs gescannt, stattdessen wird versucht der
Reihenfolge nach mit jeden einzelnen eine Verbindung aufzubauen
|
| forceany |
Genau wie forcepreferred und es wird zudem mit jedem anderen
verfügbaren AP verbunden
|
Schließlich haben wir Auslese durch blacklist_aps und unique_ap.
blacklist_aps funktioniert in ähnlicher Weise wie preferred_aps.
unique_ap ist ein yes oder no Wert, der mitteilt ob eine
zweite Wireless-Schnittstelle sich mit demselben Access-Point verbinden kann
wie die erste Schnittstelle.
Befehlsauflistung 3.3: Beispiele von blacklist_aps und unique_ap |
blacklist_aps="'ESSID3' 'ESSID4'"
unique_ap="yes"
|
Ad-Hoc und Master Modi
Wenn Sie sich als einen Ad-Hoc Knoten einrichten wollen, weil die Verbinung
mit Access-Points im Managed-Modus fehlschlägt, dann können Sie folgendes tun.
Befehlsauflistung 3.4: Rückfall auf Ad-Hoc Modus |
adhoc_essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"
|
Was ist mit der Verbindung zu Ad-Hoc Netzwerken oder das Laufen im Master-Modus
um ein Access-Point zu werden? Hier ist eine Konfiguration für genau das! Sie
müssen unter Umständen, wie oben beschrieben, WEP Schlüssel angeben.
Befehlsauflistung 3.5: Beispiels ad-hoc/master Konfiguration |
mode_eth0="ad-hoc"
essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"
channel_eth0="9"
|
Wichtig:
Das folgende stammt wörtlich aus der BSD-Wavelan-Dokumentation, welche sich in
der NetBSD
Dokumentation findet. Es gibt 14 mögliche Kanäle. Es wurde berichtet,
dass Kanäle 1-11 legal sind in Nordamerika, Kanäle 1-13 für den größten Teil
von Europa, Kanäle 10-13 für Frankreich und nur Kanal 14 für Japan. Wenn im
Zweifel, wenden Sie sich bitte an die Dokumentation, die mit Ihrer Karte oder
Ihrem Access-Point ausgeliefert wurde. Stellen Sie sicher, dass der Kanal, den
Sie wählen auch derselbe ist, den Sie für Ihren Access-Point (oder die andere
Karte im Ad-Hoc Netzwerk) gewählt haben. Der Standard für Karten, die in den
Vereinigten Staaten und dem größten Teil von Europa verkauft werden ist 3. Der
Standard für Karten die in Frankreich verkauft werden ist 11 und der Standard
für Karten die in Japan verkauft werden ist 14.
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Fehlerbehebung bei Wireless-Tools
Es gibt einige weitere Variablen die Sie verwenden können, die Ihnen helfen
Ihr Wireless zum Laufen zu kriegen, wegen Treiber- oder Umgebungsproblemen.
Hier ist eine Tabelle mit weiteren Dingen die Sie versuchen können:
| Variable |
Standardwert |
Beschreibung |
| iwconfig_eth0 |
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Siehe die iwconfig man Seite für Details was iwconfig gesendet
werden soll
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| iwpriv_eth0 |
|
Siehe die iwpriv man Seite für Details was iwpriv gesendet werden
soll
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| sleep_scan_eth0 |
0 |
Die Anzahl der Sekunden die gewartet werden bevor ein Scan versucht wird.
Dies wird benötigt wenn der/das Treiber/Firmware mehr Zeit benötigt um
aktiv zu werden, bevor es verwendet werden kann.
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| sleep_associate_eth0 |
5 |
Die Anzahl der Sekunden die die Schnittstelle warten soll um sich mit dem
Access-Point zu assoziieren, bevor es zum Nächsten übergeht
|
| associate_test_eth0 |
MAC |
Einige Treiber setzen die MAC Adresse assoziiert mit einer ungültigen
nicht zurück wenn sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu
assoziieren. Einige Treiber setzen das Qualitätslevel nicht zurück wenn
sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu assoziieren. Gültige
Einstellungen sind MAC, quality und all.
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| scan_mode_eth0 |
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Einige Treiber müssen im Ad-Hoc Modus scannen, also sollten Sie versuchen
hier ad-hoc zu setzen, wenn das Scannen fehlschlägt.
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| iwpriv_scan_pre_eth0 |
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Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle vor dem scannen.
Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details
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| iwpriv_scan_post_eth0 |
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Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle nach dem scannen.
Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details
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4.d. Definieren von Netzwerkkonfigurationen nach ESSID
Manchmal kann es vorkommen, dass Sie bei ESSID1 eine statische IP
benötigen und bei der Verbindung mit ESSID2 benötigen Sie DHCP. Genauer
gesagt können die meisten der Modulvariablen per ESSID kontrolliert werden. So
funktioniert es:
Notiz:
Diese funktionieren, wenn Sie WPA Supplicant oder Wireless-Tools verwenden.
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Wichtig:
Sie werden die Dokumentation über Variablennamen konsultieren
müssen.
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Befehlsauflistung 4.1: Netzwerkeinstellungen nach ESSID gehen vor |
config_ESSID1="192.168.0.3/24 brd 192.168.0.255"
routes_ESSID1="default via 192.168.0.1"
config_ESSID2="dhcp"
fallback_ESSID2="192.168.3.4/24"
fallback_route_ESSID2="default via 192.168.3.1"
dns_servers_ESSID1="192.168.0.1 192.168.0.2"
dns_domain_ESSID1="some.domain"
dns_search_domains_ESSID1="suche.diese.Domäne suche.jene.Domäne"
config_001122334455="dhcp"
dhcpcd_001122334455="-t 10"
dns_servers_001122334455="192.168.0.1 192.168.0.2"
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5. Funktionalität hinzufügen
5.a. Erweiterung der Standardfunktionen
Vier Funktionen können in /etc/conf.d/net definiert werden, die im
Zusammenhang mit den start/stop Funktionen aufgerufen werden. Die
Funktionen werden mit dem Namen der Schnittstelle zuerst aufgerufen, so dass
eine Funktion mehrere Adapter kontrollieren kann.
Der Rückgabewert der preup() und predown() Funktionen sollte 0
(Erfolg) sein um die erfolgreiche Konfiguration der Schnittstelle anzuzeigen.
Gibt preup() einen von Null verschiedenen Wert zurück, wird die
Konfiguration abgebrochen. Eine Dekonfiguration wird nicht durchgeführt,
falls predown() einen von Null verschiedenen Wert zurückgibt.
Die Rückgabewerte der postup() und postdown() Funktionen werden
ignoriert, da dort keine Reaktion auf Fehler vorgesehen ist.
${IFACE} wird auf die Schnittstelle gesetzt, die (de-)aktiviert werden
soll. ${IFVAR} ist ${IFACE} konvertiert zu einem Variablennamen,
den die Bash erlaubt.
Befehlsauflistung 1.1: Beispiele für pre/post up/down Funktionen in /etc/conf.d/net |
preup() {
if ethtool ${IFACE} | grep -q 'Link detected: no'; then
ewarn "No link on ${IFACE}, aborting configuration"
return 1
fi
return 0
}
predown() {
if is_net_fs /; then
eerror "root filesystem is network mounted -- can't stop ${IFACE}"
return 1
fi
return 0
}
postup() {
return 0
}
postdown() {
return 0
}
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Notiz:
Für weitere Informationen, wie Sie Ihre eigenen Funktionen schreiben können,
siehe /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.
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5.b. Funktionserweiterungen für die Wireless Tools
Notiz:
Funktioniert nicht mit WPA Supplicant - die ${ESSID} und
${ESSIDVAR} Variablen sind in der postup() Funktion
verfügbar.
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Zwei Funktionen können in /etc/conf.d/net definiert werden, die im
Zusammenhang mit der associate Funktion aufgerufen werden. Die Funktionen werden
mit dem Namen der Schnittstelle zuerst aufgerufen, so das man mit einer Funktion
mehrere Adapter kontrollieren kann.
Der Rückgabewert der preassociate() Funktion sollte 0 sein, um
anzuzeigen, dass die (De-)Konfiguration der Schnittstelle fortgesetzt werden
kann. Wenn preassociate() einen von Null verschiedenen Wert zurückgibt,
wird die Konfiguration der Schnittstelle abgebrochen.
Der Rückgabewert der postassociate() Funktion wird ignoriert, da es im
Fehlerfall nichts zu tun gibt.
${ESSID} wird auf die exakte ESSID des Zugangspunktes gesetzt, zu dem
Sie sich verbinden.
${ESSIDVAR} ist ${ESSID} umgewandelt in einen Variablennamen, den
Bash erlaubt.
Befehlsauflistung 2.1: pre/post association Funktionen in /etc/conf.d/net |
preassociate() {
local user pass
eval user=\"\$\{leap_user_${ESSIDVAR}\}\"
eval pass=\"\$\{leap_pass_${ESSIDVAR}\}\"
if [[ -n ${user} && -n ${pass} ]]; then
if [[ ! -x /opt/cisco/bin/leapscript ]]; then
eend "For LEAP support, please emerge net-misc/cisco-aironet-client-utils"
return 1
fi
einfo "Waiting for LEAP Authentication on \"${ESSID//\\\\//}\""
if /opt/cisco/bin/leapscript ${user} ${pass} | grep -q 'Login incorrect'; then
ewarn "Login Failed for ${user}"
return 1
fi
fi
return 0
}
postassociate() {
return 0
}
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Notiz:
Auf ${ESSID} und ${ESSIDVAR} kann in den predown() und
postdown() Funktionen nicht zugegriffen werden.
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Notiz:
Für weitere Informationen, wie Sie Ihre eigenen Funktionen schreiben können,
siehe /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.
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6. Netzwerkmanagement
6.a. Netzwerkmanagement
Wenn Sie und Ihr Computer ständig unterwegs sind, haben sie schätzungsweise
nicht immer ein Ethernet Kabel oder einen Zugangspunkt in Reichweite. Oder aber
Sie möchten das Netzwerk automatisch konfiguriert haben, wenn ein Netzwerkkabel
eingesteckt wird bzw ein Zugangspunkt gefunden wird.
An dieser Stelle finden Sie einige Tools, die Ihnen dabei behilflich sind.
Notiz:
Diese Anleitung stellt nur ifplugd vor, es gibt jedoch Alternativen wie
netplug. netplug ist eine schlanke Alternative zu ifplugd,
ist aber abhängig davon, dass Ihre Netzwertreiber im Kernel korrekt
funktionieren, was viele Treiber jedoch nicht tun.
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6.b. ifplugd
ifplugd ist ein
Dämon, der Schnittstellen startet oder stoppt wenn ein Netzwerkkabel einsteckt
oder abgezogen wird. Es kann außerdem die Verbindung zu drahtlosen
Zugangspunkten erkennen, wenn diese in Reichweite kommen.
Befehlsauflistung 2.1: ifplugd installieren |
# emerge sys-apps/ifplugd
|
Die Konfiguration von ifplugd is relativ simpel. Die Konfigurationsdatei ist
/etc/conf.d/net. Führen Sie man ifplugd aus, für Details zu
den verfügbaren Variablen. Sehen Sie sich auch
/usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2 für weitere Beispiele an.
Befehlsauflistung 2.2: Beispielhafte Konfiguration für ifplug |
ifplugd_eth0="..."
ifplugd_eth0="--api-mode=wlan"
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Zusätzlich zur Verwaltung von verschiedenen Netzwerkverbindungen, möchten Sie
unter Umständen ein Tool hinzufügen, dass es erleichtert mit verschiedenen
DNS-Servern und Konfigurationen zu arbeiten. Dies ist sehr hilfreich, wenn Sie
Ihre IP-Adresse über DHCP erhalten. Installieren Sie einfach mit emerge
openresolv.
Befehlsauflistung 2.3: Installation von openresolv |
# emerge openresolv
|
Sehen Sie sich man resolvconf an, um mehr über seine Funktionen zu
lernen.
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