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2. Auswählen des richtigen Installationsmediums
Inhalt:
2.a. Hardwareanforderungen
Einleitung
Bevor wir loslegen, sollten Sie eine Liste aller Hardwareanforderungen
rstellen, um Gentoo erfolgreich auf Ihrem System installieren zu können.
Hardwareanforderungen
| Apple NewWorld Rechner |
Power/PowerPC Mikroprozessoren (G3, G4, G5) wie iMac, eMac, iBook
PowerBook, Xserver, PowerMac
|
| Apple OldWorld Rechner |
Apple Rechner mit einer OpenFirmware Revision, die kleiner als 3 ist, wie
z.B. die beigen G3, PCI PowerMacs und PCI Powerbooks. PCI-basierte
Apple Klone sollten auch unterstützt werden.
|
| Genesi |
Pegasos I/II, Open Desktop Workstation, Efika
|
| IBM |
RS/6000,iSeries,pSeries
|
| Arbeitsspeicher |
Mindestens 64 MB |
| Festplattenspeicher |
1.5 GB (ohne Swap Speicher) |
| Swap Speicher |
Mindestens 256 MB |
Bitte lesen Sie auch die Gentoo
PPC FAQ für Hilfe zu einigen häufigen, installationsbezogenen Problemen
oder wenn Sie unsicher sind was sich nun wirklich in dem PowerPC-Rechner auf
Ihrem Schreibtisch versteckt.
2.b. Die Gentoo Installations-CD
Einleitung
Die Gentoo Installations-CDs sind bootfähige CDs, die eine eigene
Gentoo-Umgebung enthalten. Sie erlauben es Ihnen, Linux von der CD zu booten.
Während des Bootvorgangs wird Ihre Hardware erkannt und die entsprechenden
Treiber geladen. Die Gentoo Installations-CDs werden von den Gentoo-Entwicklern
gepflegt.
Alle Installations-CDs ermöglichen es Ihnen, das System zu booten, das Netzwerk
aufzusetzen, Ihre Partitionen zu initialisieren und eine Gentoo-Installation
über das Internet durchzuführen.
Gentoo Minimal Installations-CD
Die Minimal-Installations-CD heißt install-powerpc-minimal-<release>.iso und
benötigt ungefähr 140 MB Festplattenspeicher. Sie können
diese Installations-CD zur Installation von Gentoo benutzen, aber nur mit
einer funktionierenden Internetverbindung.
Der stage3-Tarball
Ein stage3-Tarball ist ein Archiv, das eine minimale Gentoo-Umgebung enthält.
Dieses ist dazu geeignet, die Gentoo-Installation mit den Anweisungen in diesem
Handbuch fortzuführen. In der Vergangenheit beschrieb das Gentoo-Handbuch die
Installation unter Verwendung eines von drei stage-Tarballs. Obwohl Gentoo
weiterhin die stage1- und stage2-Tarballs bereitstellt, verwendet die offizielle
Installationsmethode einen stage3-Tarball. Wenn Sie daran interessiert sind,
eine Gentoo-Installation mit einem stage1- oder stage2-Tarball durchzuführen,
lesen Sie bitte die Gentoo FAQ zu Wie
installiere ich Gentoo mit einem stage1- oder stage2-Tarball?
Stage3-Tarballs können aus releases/ppc/autobuilds/current-stage3/ von einem der offiziellen Gentoo Mirror heruntergeladen
werden und sind nicht auf der LiveCD vorhanden.
2.c. Downloaden, Brennen und Booten einer Gentoo Installations-CD
Downloaden und Brennen der Installations-CD
Sie haben also entschieden, eine Gentoo Installations-CD zu benutzen. Zuerst
werden wir nun die Installations-CD herunterladen und brennen. Wir haben
nun einige Worte über die zahlreichen Installations-CDs verloren, vermutlich
interessiert Sie nun auch, wo Sie sie herbekommen können?
Sie können jede Installations-CD von einem unserer Mirror herunterladen. Die Installations-CDs
finden sich im Verzeichnis releases/ppc/autobuilds/current-iso/.
In diesem Verzeichnis finden Sie ISO-Dateien. Dies sind komplette CD-Abbilder,
die Sie auf eine CD-R brennen können.
Um festzustellen, ob eine heruntergeladene Datei fehlerfrei übertragen wurde,
können Sie die SHA-2-Prüfsumme der Datei mit der von uns bereitgestellten
SHA-2-Prüfsumme (wie z.B. install-powerpc-minimal-<release>.iso.DIGESTS)
vergleichen. SHA-2-Prüfsummen vergleichen Sie unter Linux/Unix mit dem
sha512sum Tool oder mit File Checksum Tool unter
Windows.
Ein weiterer Weg, die Validität der heruntergeladenen Datei zu überprüfen, ist
die Nutzung von GnuPG, um die kryptografische Signatur (die .asc
Datei) zu verifizieren. Laden Sie die Signaturdatei herunter und beschaffen Sie
den Public Key, dessen Key-ID auf der Release Engineering Projektseite gefunden
werden kann.
Befehlsauflistung 3.1: Beschaffen des Public Keys |
$ gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 96D8BF6D 2D182910 17072058
|
Verifizieren Sie nun die Signatur:
Befehlsauflistung 3.2: Verifizieren der Dateien |
$ gpg --verify <downloaded iso.DIGESTS.asc>
$ sha1sum -c <downloaded iso.DIGESTS.asc>
|
Um die heruntergeladenen ISO(s) zu brennen, müssen Sie den RAW-Modus wählen. Wie
das im einzelnen funktioniert hängt sehr stark vom verwendeten Programm ab. Wir
stellen cdrecord und K3B vor; weitere Informationen finden Sie in
der Gentoo FAQ.
-
Mit cdrecord schreiben Sie einfach cdrecord dev=/dev/hdc
<heruntergeladenes ISO-Image> (ersetzen Sie
/dev/hdc mit dem Gerätepfad Ihres CD-RW-Laufwerks).
-
Mit K3B wählen Sie Tools > Burn CD Image. Danach können Sie
das ISO-Image mit dem 'Image to Burn' Feld auswählen. Schließlich klicken
Sie Start.
Booten der Installations-CD mit Yaboot
Bei NewWorld Maschinen legen Sie die Installations-CD in das CD-ROM Laufwerk
und starten das System neu. Wenn der Startsound ertönt drücken Sie "C"
während die CD lädt.
Nachdem die Installations-CD geladen wurde werden Sie von einer freundlichen
Nachricht und einem boot: Prompt am unteren Ende des Bildschirm begrüßt.
Wir liefern einen generischen Kernel, ppc32. Dieser Kernel enthält
Unterstützung für mehrere CPUs, wird aber auch auf Rechern mit nur einem
Prozessor booten.
Sie können an diesem Prompt einige Kerneloptionen anpassen. Die folgende
Tabelle listet einige der verfügbaren Bootoptionen auf, die Sie nutzen können:
| Bootoption |
Beschreibung |
| video |
Diese Option benötigt einen der herstellerabhängigen Angaben:
nvidiafb, radeonfb, rivafb, atyfb,
aty128 oder ofonly. Sie können an diese Angabe außerdem noch
die Auflösung, Wiederholrate und Farbtiefe anhängen, die Sie benutzen
möchten. Zum Beispiel video=radeonfb:1280x1024@75-32 wählt den
ATI-Radeon Framebuffer mit einer Auflösung von 1280x1024, einer
Wiederholrate von 75Hz und einer Farbtiefe von 32-Bit. Wenn Sie nicht sicher
sind, was Sie wählen sollten und der Standard nicht funktioniert, wird
ofonly mit ziemlicher Sicherheit funktionieren.
|
| nol3 |
Deaktiviert den Level 3 Cache bei einigen PowerBooks (benötigt zumindest am
17").
|
| dofirewire |
Aktiviert Unterstützung für IEEE1394 (Firewire) Geräte wie externe
Festplatten.
|
| dopcmcia |
Wenn Sie PCMCIA-Geräte während der Installation verwenden wollen (wie
PCMCIA-Netzwerkarten), dann müssen Sie diese Option aktivieren.
|
| dosshd |
Startet sshd. Nützlich bei entfernten Installationen. |
| passwd=foo |
Setzt was immer nach dem = folgt als Passwort für root. Benutzen Sie es mit
dosshd für entfernte Installationen.
|
Um die obigen Optionen an der boot: Eingabe zu verwenden, tippen Sie
ppc32, gefolgt von den gewünschten Optionen, ein. In dem folgenden
Beispiel zwingen wir den Kernel dazu den OpenFirmware-Framebuffer, anstatt des
vom Gerät spezifizierten Treibers, zu verwenden.
Befehlsauflistung 3.3: Die Verwendung des OpenFirmware-Framebuffers erzwingen |
boot: ppc32 video=ofonly
|
Wenn Sie keine weiteren Optionen hinzufügen müssen, geben Sie einfach ppc32
an dieser Eingabezeile ein und eine komplette Gentoo Linux Umgebung wird von der
CD geladen. Fahren Sie mit Und wenn Sie gestartet
haben... fort.
Alternativ: Booten der Installations-CD auf einem Pegasos
Beim Pegasos legen sie die CD ein und geben am SmartFirmware Boot-Prompt
boot cd /boot/pegasos ein. Dies öffnet ein kleines Bootmenü indem Sie
zwischen verschiedenen vorkonfigurierten Videokonfigurationen wählen können.
Wenn Sie irgendwelche speziellen Bootoptionen benötigen können Sie diese an
die Eingabezeile anhängen. Zum Beispiel
boot cd /boot/pegasos video=radeonfb:1280x1024@75 mem=256M. Die
Standardoptionen des Kernels (falls etwas schief geht und Sie diese benötigen)
sind vorkonfiguriert mit: console=ttyS0,115200 console=tty0 init=/linuxrc
looptype=squashfs loop=/image.squashfs cdroot root=/dev/ram0.
Alternative: Booten der Installations-CD Mit BootX
Wenn Sie einen OldWorld Mac besitzen, dann kann der bootbare Abschnitt der
Installations-CD nicht verwendet wird. Die einfachste Lösung ist es MacOS 9
oder älter zu verwenden, um mit einem Tool genannt BootX, in eine Linux
Umgebung zu bootstrappen.
Laden Sie als erstes
BootX herunter und entpacken Sie das Archiv. Kopieren Sie die
BootX Extension aus dem entpackten Archiv in den
Extensions Folder (dt. Erweiterungen Ordner) und das BootX Programm
Kontrollzentrum in Control Panels (dt.Kontrollfelder), beide finden
sich im MacOS Systemordner. Erstellen Sie darauf einen Ordner mit dem Namen
"Linux Kernels" in Ihrem Systemordner und kopieren Sie den ppc32 Kernel
von der CD in diesen Ordner. Zum Schluss kopieren Sie ppc32.igz vom
boot Ordner der Installations-CD in den MacOS
Systemordner.
Um BootX vorzubereiten starten Sie das BootX App Control Panel. Wählen Sie
zunächst den Optionen Dialog und überprüfen Sie Use Specified RAM Disk
und selektieren Sie ppc32.igz aus Ihrem Systemordner. Gehen Sie zurück
zu Ihrer Anfangsansicht und überprüfen Sie, dass die Größe der Ramdisk
mindestens 32000 beträgt. Zum Schluss setzen Sie die Kernelargumente
wie folgt:
Befehlsauflistung 3.4: BootX Kernelargumente |
cdroot root=/dev/ram0 init=linuxrc loop=image.squashfs looptype=squashfs console=tty0
|
Notiz:
Die Kernelparameter aus dem yaboot-Abschnitt sind hier auch anwendbar. Sie
können jegliche dieser Optionen zu den obigen Kernelargumenten hinzufügen.
|
Stellen Sie noch einmal sicher, dass die Einstellungen korrekt sind und
speichern Sie die Konfiguration. Dies erspart weiteres Tippen gesetzt den
Fall, dass das booten fehlschlägt oder etwas fehlt. Drücken Sie den Linux Knopf
im oberen Teil des Fensters. Wenn alles korrekt funktioniert sollte die
Installations-CD gebootet werden. Fahren Sie mit Und wenn
Sie gestartet haben... fort.
Und wenn Sie gestartet haben ...
Sie sollten einen Root Prompt ("#") auf der aktuellen Konsole haben und mit
Alt-F2, Alt-F3 und Alt-F4 weitere Konsolen benutzen können. Gehen Sie mit
Alt-F1 wieder auf die Ausgangskonsole zurück. Wegen dem Keyboardlayout müssen
Sie unter Umständen Alt-fn-Fx auf einigen Apple-Rechern drücken.
Wenn Sie Gentoo auf einem System mit einer non-US Tastatur installieren,
benutzen Sie loadkeys um eine zu Ihrer Tastatur passende keymap zu
laden. Um die verfügbaren keymaps aufzulisten führen Sie
ls /usr/share/keymaps/i386 aus.
Befehlsauflistung 3.5: Auflisten der verfügbaren keymaps |
# ls /usr/share/keymaps
|
Laden der Keymap Ihrer Wahl:
Befehlsauflistung 3.6: Laden einer keymap |
# loadkeys be-latin1
|
Fahren Sie nun mit der Konfiguration zusätzlicher
Hardware fort.
Erweiterte Hardwarekonfiguration
Wenn Sie die Installations-CD starten, versucht diese alle Ihre Hardwaregeräte
zu erkennen und die entsprechenden Kernelmodule zu laden. In den allermeisten
Fällen funktioniert dies wunderbar. Dennoch kann es in einzelnen Fällen
passieren, dass nicht alle benötigten Module automatisch geladen werden. Wenn
die PCI-Autoerkennung einen Teil Ihres Systems nicht erkennt, müssen Sie die
entsprechenden Kernelmodule manuell laden.
Im nächsten Beispiel versuchen wir das 8139too Modul zu laden
(Unterstützung für verschiedene Arten von Netzwerkkarten):
Befehlsauflistung 3.7: Laden von Kernelmodulen |
# modprobe 8139too
|
Optional: Benutzerkonten
Wenn Sie planen, anderen Leuten Zugriff auf Ihre Installation zu geben oder
mit irssi ohne root-Rechte chatten möchten (aus Sicherheitsgründen),
müssen Sie die notwendigen Benutzerkonten anlegen und das root-Passwort
ändern.
Um das root-Passwort zu ändern benutzen Sie das passwd Programm:
Befehlsauflistung 3.8: Ändern des root-Passworts |
# passwd
New password:
Re-enter password:
|
Um ein Benutzerkonto zu erstellen geben wir zunächst die Details zur Person ein,
gefolgt vom zugehörigen Passwort. Wir benutzen useradd und passwd
für diese Aufgaben. Im nächsten Beispiel erstellen wir einen Benutzer namens
"john".
Befehlsauflistung 3.9: Erstellen eines Benutzerkontos |
# useradd -m -G users john
# passwd john
New password:
Re-enter password:
|
Sie können Ihre Benutzer-ID von root zum neu erstellen Benutzer mit su
wechseln:
Befehlsauflistung 3.10: Wechseln der Benutzer-ID |
# su - john
|
Optional: Lesen der Dokumentation während der Installation
Wenn Sie das Gentoo Handbuch während der Installation lesen wollen, stellen Sie
sicher, dass Sie einen Benutzeraccount angelegt haben (siehe Optional: Benutzerkonten). Drücken Sie dann
Alt-F2, um auf ein neues Terminal zu wechseln.
Sie können das Handbuch mit links anschauen, sofern Sie das Kapitel
Konfiguration des Netzwerks abgeschlossen haben (ansonsten können Sie
nicht in das Internet gehen, um das Dokument anzuschauen):
Befehlsauflistung 3.11: Lesen der Online-Dokumentation |
# links http://www.gentoo.org/doc/de/handbook/handbook-ppc.xml
|
Sie können zurück auf Ihr Ausgangsterminal mittels Alt-F1 wechseln.
Optional: Starten des SSH-Daemons
Wenn Sie anderen Benutzern während der Installation von Gentoo Zugriff auf Ihren
Rechner geben wollen (vielleicht weil diese Benutzer Sie bei der Installation
von Gentoo unterstützen oder sie diese für Sie durchführen), müssen Sie ein
Benutzerkonto für diese Person erstellen und möglicherweise auch das root
Passwort geben (machen Sie das nur, wenn Sie diesem Benutzer
vollständig Vertrauen).
Um den SSH-Daemon zu starten führen Sie folgenden Befehl aus:
Befehlsauflistung 3.12: Starten des SSH-Daemons |
# /etc/init.d/sshd start
|
Notiz:
Wenn Sie (oder ein anderer Benutzer) sich in das System einloggen, werden Sie
eine Meldung erhalten, dass der Host-Key für dieses System (anhand eines
sogenannten Fingerprints) bestätigt werden muss. Das ist zu erwarten, da dies
das erste Mal ist, dass sich jemand in das System einloggt.
Wenn Ihr System aber später aufgesetzt ist und Sie sich dann in das neue System
einloggen, wird Ihr SSH-Client Sie warnen, dass sich der Host-Key geändert hat.
Aus der Sicht Ihres SSH-Clients loggen Sie sich in einen anderen Server ein
(nämlich Ihr neu installiertes Gentoo-System anstelle der Live-Umgebung in der
Sie sich gerade befinden). Wenn Sie dann diese Warnung erhalten, befolgen Sie
die ausgegebenen Anweisungen, um den Host-Key auf dem Client-System zu ersetzen.
|
Um sshd nutzen zu können, müssen Sie zuerst das Netzwerk einrichten. Setzen Sie
die Installation mit der Konfiguration des
Netzwerks fort.
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