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1.
Chroot
Optional: Auswahl eines Mirrors
Um Quellcode schnell herunterladen zu können, empfehlen wir einen schnellen
Spiegel auszuwählen. Portage schaut in make.conf nach einer
GENTOO_MIRRORS-Variable und benutzt die dort gelisteten Spiegel. Sie können auf
unserer Spiegelübersicht nach
einem nahegelegenen Spiegel suchen (da diese meist auch die schnellsten sind),
wir bieten jedoch auch ein nettes Tool namens mirrorselect an, welches
Ihnen ein nettes Interface anbietet, mit dem Sie die Spiegel, die Sie haben
wollen, auswählen können. Navigieren Sie einfach zu den Spiegeln Ihrer Wahl und
drücken Sie die Leertaste, um einen oder mehrere Spiegel auszuwählen.
Befehlsauflistung 1.1: Nutzung von mirrorselect für die GENTOO_MIRRORS-Variable |
# mirrorselect -i -o >> /mnt/gentoo/etc/make.conf
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Eine zweite wichtige Konfiguration ist die SYNC-Variable in
make.conf. Diese Variable enthält den rsync-Server, den Sie zum
aktualisieren Ihres Portage-Trees (die Kollektion von Ebuilds, Skripte die alle
Informationen enthalten, die Portage zur Installation von Software benötigt)
verwenden wollen. Auch wenn Sie dies manuell festlegen können,
mirrorselect kann Ihnen auch diesen Schritt abnehmen:
Befehlsauflistung 1.1: Mit mirrorselect einen rsync Server auswählen |
# mirrorselect -i -r -o >> /mnt/gentoo/etc/make.conf
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Nachdem Sie mirrorselect ausgeführt haben, ist es ratsam die
Einstellungen in /mnt/gentoo/etc/make.conf sorgfältig zu
überprüfen.
Notiz:
Wenn Sie manuell einen SYNC-Server in der make.conf setzen wollen,
sollten Sie die Community-Mirror-Liste nach den Ihnen
naheliegendsten Servern durchsuchen. Wir empfehlen Ihnen, einen
rotation Mirror, bspw. rsync.de.gentoo.org, zu verwenden, anstatt
einen bestimmten Mirror auszuwählen. Dies hilft dabei, die Last zu verteilen,
und ist ausfallsicher, falls ein bestimmter Mirror offline ist.
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Kopieren der DNS-Informationen
Einen Schritt müssen Sie noch machen, bevor Sie Ihre neue Umgebung betreten
können. Das ist das Kopieren der DNS-Informationen aus der
/etc/resolv.conf in die Chroot-Umgebung. Sie müssen diesen Schritt
ausführen, um sicherzustellen, dass Ihr Netzwerk nach dem Betreten der
Chroot-Umgebung noch funktioniert. /etc/resolv.conf enthält die
Nameserver für Ihr Netzwerk.
Befehlsauflistung 1.1: Kopieren der DNS-Informationen |
# cp -L /etc/resolv.conf /mnt/gentoo/etc/
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Mounten der /proc und /dev Dateisysteme
In wenigen Momenten werden wir die Wurzel des Linux-Systems auf den neuen Pfad
ändern. Um sicherzustellen, dass die neue Umgebung richtig funktioniert, müssen
wir dort bestimmte Dateisysteme ebenfalls verfügbar machen.
Mounten Sie das /proc Dateisystem nach
/mnt/gentoo/proc, um es der Installation zu ermöglichen, innerhalb
der chroot-Umgebung die vom Kernel bereitgestellten Informationen zu verwenden.
Bind-mounten Sie außerdem das /dev Dateisystem.
Befehlsauflistung 1.1: Mounten von /proc und /dev |
# mount -t proc none /mnt/gentoo/proc
# mount --rbind /dev /mnt/gentoo/dev
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Betreten der neuen Umgebung
Nachdem nun alle Partitionen initialisiert und das Basissystem installiert
ist, können Sie nun Ihre neue Installationsumgebung betreten, indem Sie
in die Umgebung chrooten. Das bedeutet, dass Sie von der aktuellen
Installationsumgebung (die Installations-CD oder ein anderes
Installationsmedium) in Ihr zu installierendes System (nämlich das der
initialisierten Partitionen) wechseln.
Das chrooting erfolgt in 3 Schritten. Als erstes werden wir das root von
/ (auf dem Installationsmedium) nach /mnt/gentoo (auf Ihren
Partitionen) mittels chroot wechseln. Sie müssen nun eine neue Umgebung
anlegen, indem Sie env-update benutzen, was hauptsächlich neue
Umgebungsvariablen anlegt. Zu guter Letzt laden Sie diese Variablen durch
den Befehl source in den Speicher.
Befehlsauflistung 1.1: Chroot in die neue Umgebung |
# chroot /mnt/gentoo /bin/bash
# env-update
>> Regenerating /etc/ld.so.cache...
# source /etc/profile
# export PS1="(chroot) $PS1"
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Glückwunsch! Sie sind nun in Ihrer neuen Gentoo Linux Umgebung. Natürlich sind
wir noch nicht fertig, darum gibt es auch noch einige Abschnitte in der
Anleitung denen Sie folgen müssen.
1.
Portage konfigurieren
Portage-Tree updaten
Sie sollten nun Ihren Portage-Tree auf den aktuellsten Stand bringen. emerge
--sync macht dies für Sie.
Befehlsauflistung 1.1: Portage-Tree updaten |
# emerge --sync
# emerge --sync --quiet
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Wenn Sie sich hinter einer Firewall befinden, die rsync-Verkehr blockiert,
können Sie emerge-webrsync benutzen, welches einen Snapshot herunterladen
und installieren wird.
Falls Sie gewarnt werden, dass eine neue Version von Portage verfügbar ist und
Sie aktualisieren sollten, sollten Sie dies nun mit dem Befehl emerge
--oneshot portage tun.
Auswahl des richtigen Profils
Zunächst ist eine kleine Defintion notwendig.
Ein Profil ist existenziell für ein Gentoo-System. Es definiert nicht nur
Standardwerte für USE, CFLAGS und andere wichtige Variablen, es beschränkt das
System auch auf eine definierte Masse an Paketversionen. Dies alles wird von
Gentoo-Entwicklern betreut.
Bisher hatten Benutzer mit Profilen wenig zu tun. Jedoch kann es bestimmte
Umstände geben in denen ein Profilwechsel möglicherweise notwendig ist.
Sie können das aktuell verwendete Profil mit dem folgenden Befehl anzeigen:
Befehlsauflistung 1.1: Überprüfen des Systemprofils |
# eselect profile list
Available profile symlink targets:
[1] ${profile} *
[2] ${profile}/desktop
[3] ${profile}/server
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Das Standardprofil wird Ihnen ein 2.6-basierendes Linux-System liefern. Dies
ist der empfohlene Standard, aber Sie haben auch die Möglichkeit ein anderes
Profil zu wählen.
Es sind außerdem desktop und server Subprofile für einige
Architekturen verfügbar. eselect profile list zeigt Ihnen alle
verfügbaren Profile an.
Nachdem Sie sich die verschiedenen Profile für Ihre Architektur angesehen haben,
können Sie, sofern Sie dies wünschen, ein anderes verwenden:
Befehlsauflistung 1.1: Profile wechseln |
# eselect profile set 2
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Notiz:
Das Unterprofil developer ist für Aufgaben der Gentoo Linux Entwicklung
gedacht. Es ist nicht dafür gedacht generelle Entwicklungsumgebungen
einrzurichten.
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Konfiguration der USE-Variable
USE heißt eine der mächtigsten Variable, die Gentoo seinen Benutzern
anbietet. Viele Programme können mit oder ohne optionale Unterstützung für
bestimmte Dinge übersetzt werden. Beispielsweise können einige Programme mit
gtk Unterstützung oder mit qt Unterstützung übersetzt werden oder mit keiner
der beiden. Einige Programme können mit oder ohne SSL-Unterstützung übersetzt
werden. Einige Programme können sogar mit Framebuffer-Support (svgalib)
anstelle von X11-Support (X-server) übersetzt werden.
Die meisten Distributionen kompilieren ihre Pakete mit eingeschalteter
Unterstützung für alles, was möglich ist. Dies vergrößert die Programme,
verlängert die Startzeit und, nicht zu vergessen, erhöht die Abhängigkeiten.
Mit Gentoo können Sie selbst bestimmen, mit welchen Optionen ein Paket
übersetzt werden soll. Hier kommen die USE-Variable ins Spiel.
Mit der USE-Variable definieren Sie Schlagworte, die dann auf
Optionen beim Übersetzen abgebildet werden. Zum Beispiel wird ssl
zu SSL-Unterstützung führen, wenn das Programm dies unterstützt.
-X entfernt die X-Server-Unterstützung (beachten Sie das
Minuszeichen). gnome gtk -kde -qt4 führt zu übersetzten Programmen mit
Gnome- (und gtk-) Unterstützung aber ohne KDE- (und QT-) Unterstützung, also zu
einem ganz auf GNOME ausgerichteten System.
Die Standardeinstellungen für USE sind in der
make.defaults Datei in Ihrem Profil definiert.
Sie finden make.defaults Dateien in dem Verzeichnis, auf welches
/etc/make.profile zeigt und dem übergeordneten Verzeichnissen. Die
Gesamtheit aller aktivierten USE-Flags ergibt sich aus allen Angaben von
USE in allen make.defaults Dateien. Was Sie in
/etc/make.conf platzieren, wird zu den Standardeinstellungen
addiert. Wenn Sie der USE-Einstellung etwas hinzufügen, werden die
Standardvorgaben damit erweitert. Wenn Sie aus der USE-Einstellung
etwas entfernen (mit einem Minuszeichen davor), so wird dies
aus der Standardeinstellung entfernt (falls es überhaupt in dieser
vorhanden war). Niemals sollten Sie irgendwas in
/etc/make.profile modifizieren; dies wird beim nächsten Update von
Portage überschrieben!
Eine vollständige Beschreibung zu USE können Sie im zweiten Teil des
Gentoo-Handbuchs, (USE-Flags),
lesen. Eine vollständige Beschreibung der USE-Flags finden Sie in Ihrem System
in /usr/portage/profiles/use.desc.
Befehlsauflistung 1.1: Verfügbare USE-Flags anschauen |
# less /usr/portage/profiles/use.desc
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Als Beispiel nun die USE-Einstellung für ein
KDE-basiertes System mit Überstützung für DVD, ALSA und
CD-Brenner.
Befehlsauflistung 1.1: /etc/make.conf öffnen |
# nano -w /etc/make.conf
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Befehlsauflistung 1.1: USE-Einstellung |
USE="-gtk -gnome qt4 kde dvd alsa cdr"
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Optional: Glibc-Locales
Sie werden vermutlich nur ein oder vielleicht zwei Locales in Ihrem System
benötigen. Sie können Locales, die Sie benötigen werden, in
/etc/locale.gen spezifizieren.
Befehlsauflistung 1.1: Öffnen von /etc/locale.gen |
# nano -w /etc/locale.gen
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Die folgenden Locales sind ein Beispiel um Englisch (Vereinigte Staaten) und
Deutsch (Deutschland) mit den passendenden Zeichensätzen (wie UTF-8) zu
erhalten.
Befehlsauflistung 1.1: Spezifizieren Ihrer Locales |
en_US ISO-8859-1
en_US.UTF-8 UTF-8
de_DE ISO-8859-1
de_DE@euro ISO-8859-15
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Der nächste Schritt ist locale-gen auszuführen. Es erstellt alle
Locales, die Sie in der /etc/locale.gen Datei spezifiziert haben.
Befehlsauflistung 1.1: Ausführen von locale-gen |
# locale-gen
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Fahren Sie nun mit der (Konfiguration des
Kernels) fort.
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