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Gentoo Linux Kernel Konfigurationsleitfaden

Inhalt:

1.  Einführung

Gentoo stellt Ihnen zwei Wege, um die Kernelinstallation und das Upgraden zu behandeln, bereit: Automatisch (genkernel) und manuell. Obwohl die automatische Methode als einfacher für den Benutzer angesehen werden kann, gibt es eine Anzahl von Gründen, warum ein großer Anteil der Gentoo-Benutzer seine Kernel manuell konfiguriert: Höhere Flexibilität, kleinere Kernel, kürzere Kompilierzeit, Lernerfahrungen, gewaltige Langeweile, etc.

Dieser Leitfaden befasst sich nicht mit der automatischen Methode (genkernel). Wenn Sie lieber genkernel zum Kompilieren und Installieren benutzen möchten, schauen Sie sich die Genkernel Dokumentation an.

Dieser Leitfaden versucht nicht den manuellen Konfigurationsprozess vom Anfang bis zum Ende zu dokumentieren -- Dem Konfigurationsprozess liegt ein hoher Grad an gesundem Menschenverstand und ein relativ hohes technisches Verständnis Ihres System zugrunde. Stattdessen stellt dieses Dokument die Konzepte der manuellen Kompilierung vor und die detailliert die häufigsten Fehlerquellen, die der Benutzer begegnet.

Dieses Dokument ist für neuere Kernel und die verbreitesten Computerarchitekturen geschrieben. Manche Details können bei älteren Kerneln oder auf exotischeren Architekturen abweichen, aber der größte Teil des Inhalts ist weiterhin relevant.

Wir nehmen an, dass Sie die Linux-Kernel-Quellen auf Ihrer Festplatte entpackt haben (normalerweise irgendwo unter /usr/src). Desweiteren wird von Ihnen erwartet, dass Sie wissen, wie Sie das Konfigurationswerkzeug menuconfig betreten und wie Sie durch das Menüsystem navigieren. Wenn Sie noch nicht auf dieser Stufe angelangt sind, stehen Ihnen anderweitige Dokumentationen bereit, die Ihnen helfen können.

  • Der Kernel-Leitfaden listet die verschiedenen Kernel-Quellpakete auf, die wir zur Verfügung gestellt haben
  • Der Kernel-Upgrade-Leitfaden erklärt, wie Sie Ihren Kernel upgraden oder von einem zu einem anderen wechseln.
  • Das Gentoo-Handbuch behandelt auch einige Aspekte der Kernel-Installation.

2.  Konfigurationskonzepte

Die Grundlagen

Eigentlich ist der generelle Prozess eher simpel: Ihnen wird eine Serie von Optionen dargelegt, kategorisiert in individuelle Menüs und Untermenüs, und Sie wählen die Hardwareunterstützung und Kernelfunktionen, die für ihr System relevant sind.

Der Kernel enthält eine Standardeinstellung, welche Ihnen, für die spezifischen Quellen, angezeigt wird, wenn Sie zum ersten Mal menuconfig ausführen. Die Standards sind generell breit gefächert und sinnvoll, was bedeutet, dass die meisten Benutzer nur wenige Dinge an der Grundkonfiguration ändern müssen. Wenn Sie sich dazu entscheiden, eine Option auszuschalten, die standardmäßig eingeschaltet war, stellen Sie sicher, dass Sie ein relativ gutes Verständnis davon haben, was genau diese Option bewirkt und wie die Konsequenzen des Ausschaltens aussehen.

Wenn dies Ihre erste Linux-Kernel-Konfiguration ist, sollten Sie darauf abzielen, zurückhaltend zu sein: Seien Sie nicht zu abenteuerlustig und versuchen Sie so wenige Änderungen an den Standardeinstellungen wie möglich durchzuführen. Sie sollten allerdings auch daran denken, dass Sie gewisse Teile der Konfiguration zwingend an Ihre Systeminstallation anpassen müssen, damit Sie Ihr System überhaupt booten können!

Built-in vs modular

Die meisten Konfigurationsoptionen besitzen 3 Zustände: Sie können entweder gar nicht eingebaut, direkt in den Kernel (Y) eingebaut oder als Modul (M) gebaut werden. Module werden extern auf dem Dateisystem gespeichert, wohingegen die "built-in"-Optionen direkt in das Kernel-Image selbst eingebaut werden.

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen "built-in" und "modular": Bis auf einige Ausnahmen wird der Kernel keinesfalls versuchen, irgendein externes Modul zu Laden, wenn sie es vielleicht benötigen (Das wird dem Benutzer überlassen). Während bestimmte andere Teile des System vielleicht eine "Laden-bei-Bedarf"-Funktion besitzen und es einige Programme gibt, die automatisch Module laden, wird empfohlen, Hardwareunterstützung und Kernelfeatures direk direkt in den Kernel einbauen. Der Kernel kann dann sicherstellen, dass die Funktionalität und die Hardwareunterstützung immer verfügbar ist, wenn er sie braucht.

Natürlich ist für manche Teile der Konfiguration ein "built-in" eine absolute Notwendigkeit. Beispiel: Wenn Ihre root-Partition ein ext2-Dateisystem benutzt, würde Ihr System nicht booten, wenn ext2 als Modul gebaut wäre (Das System müsste die root-Partition durchsuchen, um das ext2-Modul zu finden, aber es kann die Partition nicht durchsuchen, solange es nicht schon ext2 geladen hat!).

Hardware-Unterstützung

Die Konfigurationswerkzeuge erkennen den Architekturtyp Ihres Systems. Darüber hinaus versuchen sie allerdings nicht, die Hardware, die eigentlich im System vorhanden ist, zu identifizieren. Es gibt zwar Standardeinstellungen für die Hardware-Unterstüzung, aber Sie werden sicherlich die passenden Optionen für Ihr Hardwaresystem finden und auswählen müssen.

Sie müssen einfach nur die internen und angeschlossenen Komponenten Ihres Computers kennen oder sie identifizieren. Für die meisten internen Komponenten müssen sie den Chipsatz herausfinden, der jeweils benutzt wird. Der Produktname ist eher nutzlos.

Es gibt einige Werkzeuge, die Ihnen helfen werden. lspci (Teil des Pakets sys-apps/pciutils) wird ihre PCI- und AGP-basierte Hardware identifizieren, was die Komponenten auf dem Motherboard einschließt. lsusb (aus dem Paket sys-apps/usbutils) wird die Geräte, die an den USB-Ports angeschlossen sind, erkennen.

Die Situation ist durch die unterschiedlichen Gräde der Standardisierung innerhalb der Hardware-Welt verwirrend. Solange Sie von den Standardeinstellungen nicht wirklich abweichen, wird Ihre IDE-Festplatte "einfach funktionieren", sowie Ihre PS/2- oder USB-Tastatur und Maus. Sie werden grundlegende VGA-Anzeigeunterstützung erhalten. Jedoch sind manche Geräte wie Ethernet-Chipsätze kaum standardisiert, so dass Sie Ihren Ethernet-Chipsatz erkennen und die entsprechende Hardware-Unterstützung auswählen müssen, um überhaupt einen Netzwerkzugriff zu bekommen.

Zusätzlich müssen sie vielleicht spezialisierte Optionen auswählen, um das volle Potential aus ihrem System zu bekommen, während manche Dinge mit den Standardeinstellungen "gerade so funktionieren". Beispielsweise werden Ihre IDE-Festplatten sehr langsam laufen, wenn Sie die Option für den passenden IDE-Chipsatz nicht aktivieren.

Kernel-Features

Wie auch bei der Hardware-Unterstützung, müssen Sie auch an die Softwarefeatures denken, die Sie in Ihrem Kernel benötigen. Ein wichtiges Beispiel für solch ein Feature ist die Dateisystemunterstützung: Sie müssen die Unterstützung für das Dateisystem, welches Ihre Festplatte benutzt, auswählen, sowie für jedes weitere Dateisystem, das Sie eventuell auf einem externen Speicher benutzen (z.B. VFAT auf USB-Flash-Sticks).

Ein weiteres, häufiges Beispiel ist die verbesserte Netzwerkfunktionalität. Wenn Sie jegliche Art von Routing oder Firewalling machen wollen, müssen sie sicher stellen, dass alle relevanten Konfigurationsoptionen in Ihrer Kernelkonfiguration enthalten sind.

Bereit?

Da wir jetzt die Konzepte vorgestellt haben, sollten Sie damit beginnen können, Ihre Hardware zu identifizieren, durch das Konfigurationsmenü zu navigieren und die benötigten Kerneloptionen für Ihr System auszuwählen.

Der Rest dieses Dokuments zielt darauf ab, die meisten verwirrenden Gebiete zu erläutern und Rat zu geben, wie Sie die meisten Probleme, auf die Benutzer oft treffen, vermeiden. Viel Glück!

3.  Häufige Probleme und verwirrende Gebiete

SATA-Festplatten sind SCSI

Die meisten modernen Desktopsysteme werden mit Speichergeräten (Festplatten und CD/DVD-Laufwerke) auf einem Serial ATA-Bus versendet, anstelle des älteren IDE ("ribbon cable") Bus-Typs.

SATA-Unterstützung in Linux ist in einer Schicht eingefügt, die libata genannt wird, welche unter dem SCSI-Subsystem sitzt. Aus diesem Grund werden SATA-Treiber unter dem SCSI-Treiber-Abschnitt der Konfiguration gefunden. Außerdem werden Ihre Speichergeräte als SCSI-Geräte behandelt, was heißt, dass SCSI-disk/cdrom-Unterstützung ebenfalls erforderlich ist. Ihre SATA-Festplatte wird (z.B.) als /dev/sda und Ihr SATA-CD/DVD-Gerät als /dev/sr0 bezeichnet.

Obwohl der Großteil dieser Treiber für SATA-Controller ist, wurde libata nicht SATA-spezifisch entwickelt. Alle häufig benutzten IDE-Treiber werden in naher Zukunft nach libata portiert und ab diesem Punkt werden die oben genannten Überlegungen auch für IDE-Benutzer zutreffen.

Befehlsauflistung 3.1: Konfigurationsoptionen für libata

Device Drivers  --->
SCSI device support  --->
  <*> SCSI device support
  <*>  SCSI disk support
  <*>  SCSI CDROM support

  SCSI low-level drivers  --->
  <*> Serial ATA (SATA) support
    Wählen Sie Ihren Chipsatz aus der Auswahl, die unter der oben genannten
Option aufgelistet wird

IDE-Chipsätze und DMA

Trotz der Einführung von SATA sind IDE-Geräte noch sehr häufig und viele sind von ihnen abhängig. IDE ist eine ziemlich gewöhnliche Technologie und als solche unterstützt Linux fast alle IDE-Controller einfach so, ohne dass man irgendeine controllerspezifische Option auswählen muss.

Jedoch ist IDE eine alte Technologie und in Ihrer originalen Programmed Input/Output Inkarnation ist es nicht möglich, die Übertragungsraten, die heutzutage für schnellen Zugriff auf moderne Speichermedien gebraucht werden, zur Verfügung zu stellen. Der allgemeine IDE-Treiber ist auf diese PIO-Übertragungsarten beschränkt, was in langsamen Übertragungsraten und einer bedeutsam hohen CPU-Nutzung resultiert, während Daten von/zur Festplatte übertragen werden.

Solange Sie sich nicht mit einem vor-1995-System herumschlagen, wird Ihr IDE-Controller auch einen alternativen Übertragungsmodus unterstützen, bekannt als Direct Memory Access (DMA). DMA ist viel schneller und die CPU-Nutzung wird kaum beeinflusst, während die Datenübertragung stattfindet. Wenn Sie unter einer generell schlechten Systemeffizienz leiden und Sie eine IDE-Festplatte benutzen, dann sind die Chancen hoch, dass DMA nicht in Benutzung ist.

Notiz: Wie bereits erwähnt ist libata sogar für IDE-Geräte verfügbar. Falls Sie libata verwenden, benutzen alle Ihre Geräte, einschließlich der IDE-Laufwerke, DMA. Es ist nicht erforderlich, weitere Prüfungen oder Konfigurationen durchzuführen.

Falls Sie libata für Ihre IDE-Laufwerke nicht verwenden, müssen Sie überprüfen, ob DMA verwendet wird und es aktivieren.

Befehlsauflistung 3.2: Prüfen, ob DMA für Ihre IDE Festplatte aktiviert ist

# hdparm -d /dev/hda

/dev/hda:
using_dma    =  0 (off)

Um DMA für Ihre IDE-Geräte zu aktivieren, müssen Sie einfach die Konfigurationsoptionen für den IDE-Controller aktivieren.

Befehlsauflistung 3.3: Konfigurationsoptionen für IDE-Controller

Device Drivers  --->
ATA/ATAPI/MFM/RLL support  --->
  <*> ATA/ATAPI/MFM/RLL support
  <*>  Enhanced IDE/MFM/RLL disk/cdrom/tape/floppy support
  [*]    PCI IDE chipset support
  Wählen Sie Ihren Chipsatz aus der Auswahl, die unter der oben genannten
Option aufgelistet wird

USB Host Controllers

USB ist ein weit verbreiteter Bus zum Verbinden von externen Peripheriegeräten an Ihren Computer. Einer der Gründe für den Erfolg von USB ist, dass USB ein standardiesiertes Protokoll ist, jedoch variieren die USB-host controller devices (HCDs), die auf den Host-Computern implementiert sind, ein bisschen. Es gibt 3 Haupttypen:

  • UHCI ist das Universal Host Controller Interface. Es unterstützt USB 1.1 und ist normalerweise auf Motherboards, die auf VIA oder Intel Chipsätzen basieren, zu finden.
  • OHCI ist das Open Host Controller Interface. Es unterstützt USB 1.1 und ist normalerweise auf Motherboards, die auf Nvidia oder SiS Chipsätzen basieren, zu finden.
  • EHCI ist das Extended Host Controller Interface. Es ist der einzige verbreitete Host-Controller, um USB 2.0 zu unterstützen und kann typischerweise auf jedem Computer gefunden werden, der USB 2.0 unterstützt.

Die meisten Systeme kommen mit zwei, der oben genannten, Schnittstellentypen: EHCI (USB 2.0) und entweder UCHI oder OHCI (USB 1.1). Es ist wichtig, dass Sie beide Typen Ihres Systems auswählen. Während alle USB 2.0 Geräte rückwärtskompatibel mit USB 1.1 sind, basiert ein großer Anteil der USB-Geräte (selbst die, die heutzutage produziert werden) auf dem USB 1.1 Interface - warum sollte eine USB-Maus auch mehr als 1,5mbit/sek benötigen?

Wenn Sie die relevanten Optionen, in Bezug auf die USB HCD Typen, die auf Ihrem System vorhanden sind, nicht auswählen, erhalten Sie möglicherweise "tote" USB-Ports: Sie schließen ein Gerät an, aber es bekommt keinen Strom oder es meldet sich in keinster Weise.

Ein toller lspci Trick (aus dem Paket sys-apps/pciutils) macht es relativ einfach, die auf Ihrem System vorhandenen HCDs zu finden. Wenn Sie den auch gefundenen Firewire-Controller ignorieren, ist es einfach zu sehen, dass mein System OHCI- und EHCI-Unterstützung benötigt:

Befehlsauflistung 3.4: Benutzen von lspci zur Erkennung der HCD-Typen

# lspci -v | grep HCI
00:02.0 USB Controller: nVidia Corporation CK804 USB Controller (rev a2) (prog-if 10 [OHCI])
00:02.1 USB Controller: nVidia Corporation CK804 USB Controller (rev a3) (prog-if 20 [EHCI])
01:0b.0 FireWire (IEEE 1394): Agere Systems FW323 (rev 61) (prog-if 10 [OHCI])

Befehlsauflistung 3.5: Konfiguration für USB HCDs

Device Drivers  --->
USB support  --->
  <*> Support for Host-side USB
  ---  USB Host Controller Drivers
  <*>  EHCI HCD (USB 2.0) support
  <*>  OHCI HCD support
  <*>  UHCI HCD (most Intel and VIA) support
  Wählen Sie die HCDs, die auf Ihrem System vorhanden sind, aus oder
  alle 3, wenn Sie unsicher sind.

Multiprozessor, Hyper-Threading und Dual Core Systeme

Viele Computersysteme basieren auf mehreren Prozessoren, aber es ist nicht immer sofort offensichtlich.

  • Viele Intel CPUs unterstützen eine Technologie, welche sie Hyper-Threading nennen, welche vom System als zwei logische Prozessoren angezeigt werden.
  • Manche der neusten Intel/AMD CPUs bestehen aus mehreren physischen Prozessoren in einem einzelnen Paket, welche als Dual Core Prozessoren bekannt sind.
  • Einige High-End Computersysteme haben mehrere physische Prozessoren auf spezialisierten Motherboards installiert, um eine spürbare Steigerung der Leistung gegenüber einem uniprozessor-System zu bieten. Sie werden sicherlich wissen, ob Sie solch ein System besitzen, da diese nicht gerade günstig sind.

In all diesen Fällen, müssen Sie die passenden Kerneloptionen auswählen, um die optimale Leistung dieser Setups zu erzielen.

Befehlsauflistung 3.6: Konfiguration für multi-processing

Processor type and features  --->
  [*] Symmetric multi-processing support
 Wählen Sie die obige Option, wenn Sie ein Multiprozessorsystem (jeglichen Typs) benutzen
  [*]  SMT (Hyperthreading) scheduler support
 Wählen Sie die obige Option, wenn Sie eine Intel Hyper-Threading CPU benutzen
  [*]  Multi-core scheduler support (NEW)
 Wählen Sie die obige Option, wenn Ihre CPU Dual Core ist
Power management and ACPI options  --->
 [*] ACPI (Advanced Configuration and Power Interface) Support
 Die obige Option aktiviert nicht nur Power-Management-Features, sondern
 kann auch erforderlich sein, um alle CPUs auf Ihrem System verfügbar zu machen

x86 High Memory Unterstützung

Aufgrund von Einschränkungen in der 32-Bit-Adressierung der x86-Architektur, kann ein Kernel mit der Standardkonfiguration nur 896mb RAM unterstützen. Wenn Ihr System mehr Speicher besitzt, sind nur die ersten 896mb sichtbar, sofern Sie High Memory Unterstützung nicht aktivieren.

Notiz: Diese Einschränkung ist spezifisch für die x86 (IA32) Architektur. Andere Architekturen unterstützen von Natur aus große Mengen an Speicher, ohne dass Konfigurationsänderungen erforderlich sind.

High Memory Unterstützung ist standardmäßig nicht aktiviert, da es einen kleinen System-Overhead mit sich bringt. Lassen Sie sich davon nicht beirren; dieser Overhead ist unwesentlich groß, wenn man ihn mit der Erhöhung der Leistung vergleicht, die man durch den zusätzlichen Speicher erhält.

Befehlsauflistung 3.7: Aktivieren von High Memory Unterstützung unter x86

Processor type and features  --->
High Memory Support  --->
  (X) 4GB
  ( ) 64GB
  Wählen Sie die 4GB Option, außer Ihr System verfügt über mehr als 4GB RAM.

4.  Weitere Kernelkonfigurationsdokumentation

Bisher haben wir nur die generellen Konzepte und spezifische Probleme, die mit der Kernelkonfiguration zusammenhängen, besprochen, ohne in präzise Details zu gehen (solche Details müssen Sie entdecken!). Jedoch enthalten andere Teile der Gentoo-Dokumentationssammlung spezialisierte Details für die benötigten Themen.

Eventuell finden Sie diese Dokumente nützlich, wenn Sie bestimmte Bereiche konfigurieren, aber wenn Sie einen kernel zum ersten Mal kompilieren, sollten Sie nicht zu abenteuerlustig an die Sache herangehen. Starten Sie damit, ein Basissystem zum Laufen zu kriegen, Sie können jederzeit zurückkehren, um Unterstützung für Audio, Drucker, usw. hinzuzufügen.

  • Der ALSA Leitfaden benennt die Konfigurationsoptionen, die für die Soundkartenunterstützung benötigt werden. Beachten Sie, dass ALSA eine Ausnahme zu dem sonst empfohlenen Plan, Dinge nicht als Module zu bauen, darstellt: ALSA ist viel einfacher zu konfigurieren, wenn die Komponenten modular sind.
  • Der Bluetooth Leitfaden erklärt die Optionen, die Sie benötigen, um Bluetooth-Geräte auf Ihrem System zu verwenden.
  • Der IPv6 Router Leitfaden beschreibt, wie Sie ihren Kernel konfigurieren, um den Netzwerkadressierungsplan der nächsten Generation für das Routing zu benutzen.
  • Wenn Sie die "closed-source" nVidia-Grafiktreiber für eine verbesserte 3D-Leistung benutzen, listet der nVidia Leitfaden die Optionen auf, welche und welche nicht ausgewählt werden sollten.
  • Desweiteren erklärt der Power Management Leitfaden, wie Sie Ihren Kernel für CPU-Frequenzskalierung, sowie für den Ruhemodus und Hibernation konfigurieren.
  • Wenn Sie ein PowerPC-System verwenden, enthält die PPC FAQ ein paar Abschnitte über die Kernelkonfiguration.
  • Das Printing HOWTO listet die Kerneloptionen auf, die benötigt werden, um Drucken unter Linux zu unterstützen.
  • Der USB-Leitfaden erklärt die Konfiguration, die benötigt wird, um die meisten USB-Geräte wie Tastaturen/Mäuse, Speichermedien und Drucker verwenden zu können.

5.  Fehlersuche

Konfigurationsänderungen erzielen keinen Effekt

Es ist häufig, dass Benutzer Konfigurationsänderungen durchführen, aber dann einen kleinen Fehler in dem Prozess machen, der diesem Punkt folgt. Sie starten ein Kernelimage, das nicht das ist, welches sie soeben neu konfiguriert haben, und bemerken, dass ihr Problem, welches sie lösen wollten, immer noch vorhanden ist, und schließen daraus, dass die Konfigurationsänderung das Problem nicht löst.

Der Prozess des Kompilierens und Installierens eines Kernels würde den Rahmen dieses Dokuments sprengen; Sie sollten sich an den Kernel Upgrade Leitfaden halten, um generelle Hilfe zu erhalten. Kurz gesagt, der Prozess ist: Konfigurieren, Kompilieren, mount /boot (wenn das nicht schon passiert ist), Herüberkopieren des neuen Kernelimages, rebooten. Wenn Sie die letzten Punkte nicht berücksichtigen, werden Ihre Änderungen keinen Effekt erzielen!

Es ist möglich, nachzuprüfen, ob der Kernel, den Sie gebootet haben, mit dem Kernel, den Sie kompiliert auf Ihrer Festplatte haben, übereinstimmt, indem Sie das Datum und die Uhrzeit der Kompilation überprüfen. Angenommen Ihre Architektur ist x86 und Ihre Kernelquellen sind unter /usr/src/linux installiert:

Befehlsauflistung 5.1: Prüfen, dass Sie Ihren modifizierten Kernel gebootet haben

# uname -v
#4 SMP PREEMPT Sat Jul 15 08:49:26 BST 2006
Der obige Befehl zeigt das Datum und die Uhreit an, zu der der Kernel, der momentan gebootet ist, kompiliert worden ist.

# ls -l /usr/src/linux/arch/i386/boot/bzImage
-rw-r--r-- 1 dsd users 1504118 Jul 15 08:49 /usr/src/linux/arch/i386/boot/bzImage
Der obige Befehl zeigt das Datum und die Uhrzeit an, zu der das Kernelimage auf Ihrer Festplatte, kompiliert worden ist.

Wenn die zwei Zeiten der obigen Befehle mehr als 2 Minuten voneinander abweichen, zeigt dies an, dass Sie einen Fehler während der Neuinstallation des Kernels gemacht haben und Sie nicht von dem Kernelimage gebootet haben, von welchem Sie dachten Sie hätten!

Module werden nicht automatisch geladen

Wie schon vorher in diesem Dokument erwähnt, versteckt das Kernelkonfigurationssystem eine große Verhaltensänderung, wenn Sie eine Kernelkomponente als Modul (M), anstelle als built-in (Y), bauen. Es ist es wert, dies erneut zu wiederholen, da viel zu viele Benutzer in diese Falle tappen.

Wenn Sie eine Komponente als built-in auswählen, ist der Code in das Kernelimage (bzImage) eingebaut. Wenn Ihr Kernel die Komponente benutzen muss, kann er diese automatisch initialisieren und laden, ohne dass der Benutzer eingreifen muss.

Wenn Sie eine Komponente als Modul auswählen, ist der Code in eine Kernelmoduldatei gebaut und in Ihrem Dateisystem installiert. Wenn Ihr Kernel diese Komponente benötigt, kann er sie nicht benutzen! Bis auf einige Ausnahmen versucht der Kernel nicht, diese Module wirklich zu laden - das muss der Benutzer tun.

Wenn Sie also die Unterstützung für Ihre Netzwerkarte als Modul gebaut haben und Sie darauf stoßen, dass Sie keinen Netzwerkzugriff haben, ist es wahrscheinlich, dass das Modul nicht geladen ist - Sie müssen das entweder manuell machen oder Ihr System so konfigurieren, dass dieses beim booten automatisch geladen wird.

Solange Sie keine Gründe haben, es anders zu tun, sparen Sie sich ein bisschen Zeit, indem Sie diese Komponenenten direkt in das Kernelimage bauen, so dass der Kernel diese Dinge automatisch für Sie verwalten kann.



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Seite aktualisiert 21. März 2010

Die Originalversion dieser Übersetzung wird nicht länger gepflegt

Zusammenfassung: Dieses Dokument versucht die Konzepte der manuellen Kernelkonfiguration einzuführen und einige der häufigsten Konfigurationsfehler zu detaillieren.

Daniel Drake
Autor

Curtis Napier
Mitarbeiter

Justin Robinson
Mitarbeiter

Lukasz Damentko
Mitarbeiter

Jonathan Smith
Bearbeiter

Joshua Saddler
Bearbeiter

Tobias Heinlein
Übersetzer

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