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Gentoo Weekly Newsletter: 4. April 2005

Inhalt:

1.  Gentoo News

Aprilscherze

Es ist schier unmöglich alle IT Aprilscherze dieses Jahres zusammenzutragen. Überall wurden Streiche gespielt: auf Google, OpenBSD und einige fanden sogar den Weg in Gentoo Ebuilds. Einer der Streiche scheint sich für viele für die Liste der Besten Scherze im Jahr 2005 zu qualifizieren. Das GeNToo project - Gentoo für den NT kernel ist totaler Unsinn. Wenn du auch nur ein Wort davon geglaubt hast, hat man dich erwischt.

Unter den vielen Streichen die auf Gentoo gespielt wurden ist die GeNToo Verschwörung wohl der höchstenwickelte. Sie läßt sich auf eine Gruppe von drei Entwicklern zurückführen die sich auf der FOSDEM im letzen Februar vom Rest der Gruppe für eine spontane Hacking- und Fritten- Session zurückgezogen haben: Karl Trygve Kalleberg, Patrick Lauer und Marius Mauch. Unter dem Einfluß von zu vielen Belgischen Pommes war karltk der erste der auf die Offenbarung hinwies die im Namen des Projektes versteckt ist: "Wenn du 'Gentoo' schreibst, dann hat es NT in der Mitte." sagte der Norwegische Entwickler und dachte laut weiter "Wenn man den NT Kernel hernehmen würde...es gibt einen POSIX Layer dafür...Portage darauf aufsetzen...". Als er das surreale Bild in immer schrilleren Farben ausmalte erkannten die drei schnell, daß das einzig mögliche Datum für die Veröffentlichung dieses besonders feinen Stückes Vaporware der erste April sein müsse.

Nachdem die Idee schon im Februar geboren war, gab es genug Zeit, die Geschichte mit Dokumentation und sogar Screenshots (die von VMware während eines regulären Bootvorganges von Windows 2000 im "Safe Mode" aufgenommen wurden) mit einer Schicht von Handgemachtem Zusatztext - der eine ganz gute Näherung dafür war wie emerge info tatsächlich auf so einem System aussehen würde, zu untermauern.

Als die Ankündigung auf der Website veröffentlicht und fast zeitgleich auf zwei IRC Kanälen verkündet wurde, schossen die Zugriffsstatistiken auf der Website auf der die Projektbeschreibung gehostet wurde buchstäblich durch die Decke. Ein unglaublich konstanter Strom von Zugriffen von ungefähr einem Hit pro Sekunde beziehungsweise 100MB pro Stunde, blieb den ganzen Tag aufrecht. Zieht man in Betracht, daß die Webseite nur 165KB groß ist, so läßt sich abschätzen, daß ungefähr 600 Besucher pro Stunde auf den GeNToo Aprilscherz hereingefallen sind.


Abbildung 1.1: Zugriffsstatistik auf die falschen Seiten des GeNToo Projektes: kurz nach der Ankündigung.

Fig. 1: Screenshot


Abbildung 1.2: Zugriffsstatistik auf die falschen Seiten des GeNToo Projektes: Slashdot Effekt nach 22:00 Uhr.

Fig. 2: Screenshot

Um die Illusion noch glaubwürdiger zu machen wurde auch ein Channel auf Freenode eröffnet: #gentoo-nt, der perfekte Ort um etwas zu diskutieren, das gar nicht existiert. Eine interessante, zusätzliche Komponente kam ins Spiel als einige der ersten die auf den Streich hereingefallen sind zu engagierten GeNToo Verfechtern wurden und den Mythos im IRC Channel weiter verbreiteten. Einige haben die Täuschung sogar noch einen Schritt weiter getrieben: Es wurde ein 'gepatchter NT kernel" produziert und auf einer eigenen Webseite zum herunterladen angeboten. Bei näherer Betrachtung hatte dieser Kernel überaschend große Ähnlichkeit mit einem 2.6.11 Linux Kernel -- zum 'GeNToo Binary' umbenannt -- fand er jedoch eine große Anzahl von Neugierigen die ihn herunterluden.

Obwohl der #gentoo-nt Channel noch am 2. April seine erfundene Geschichte weiterverbreitete, war niemand wirklich böse als ein weiterer Gentoo Aprilscherz aufgeklärt wurde. Leute die der Ankündigung über die Fertigstellung und das Umstellen (durch simples Umstellen des Userprofils) auf das neue Design auf den Gentoo Foren gefolgt waren, beschwerten sich recht schnell über Kopfschmerzen und Anfälle von Klaustro- und anderen Phobien. Kein Wunder, wenn man sich den Effekt des 'neuen Designs' auf die Postings ansieht:


Abbildung 1.3: Kallamej's Ankündigung im neu designten Forum Layout.

Fig. 3: Screenshot

Die Reaktionen waren gemischt. Einige begriffen rasch, daß es sich um einen Scherz handeln mußte während sich andere wegen Augenschmerzen beschwerten. Während die Moderatoren die Threads überwachten und die Duplikate im zentralen Thread zusammenführten, entschieden sie sich noch mehr Verwirrung zu stiften indem sie die Moderatoren in 'Ninjas' und die Administoren in 'Ninja Meister' umbenannten. Bodhisatvas (der Rang der Exadministratoren und Moderatoren) entschieden sich dem Trend nicht zu folgen und wurden in 'HAL 9000' umbenannt. Wie subtil die Eingriffe der Moderatoren wirklich sind zeigt sich daran, daß es beinahe den ganzen Tag benötigte bevor jemand die Änderung bemerkte.

emerge webrsync - Neu

Portage Entwickler Brian Harring hat eine resourcenschonendere Version von emerge webrsync implementiert. Anstatt den gesamten Tarball zu ziehen, verwendet es lediglich komprimierte Patches der jeweiligen (Tages-) Version. Auf diese Weise können Gentoo User mit minimalem Aufwand up-to-date bleiben sogar wenn rsync nicht verfügbar ist (meistens bei Dialup und Firewall Usern). Eine Beschreibung und ein Howto findet sich in seinem Blog. Die ersten Näherungen deuten darauf hin, daß man so bis zu 99% der Bandbreite (im Vergleich zu webrsync) einsparen kann.

Spenden übertreffen Erwartungen

Die Ankündigung der Rückkehr der Zahlungsmöglichkeit mit PayPal von letzter Woche hat eine Reihe von äußerst erfreulichen Reaktionen seitens der Community ausgelöst, vermeldete Corey Shields, einer der Sachverwalter der Gentoo Foundation letzte Woche.

Die Ersteinlage für das Bankkonto wurde spontan und zur Gänze von Gentoo Sponsor Genesi bereitgestellt indem er eine Vorauszahlung der Provisionen aus dem Verkauf von PegasosPPC Open Desktop Workstations überwies.

2.  Entwickler der Woche

"Warum Gentoo? Weil Gentoo cool ist!" -- Michael Hanselmann (hansmi)


Abbildung 2.1: Michael Hanselmann aka hansmi

Fig. 1: hansmi

Der Entwickler der Woche ist Michael Hanselmann, besser bekannt als hansmi. Er macht "verschiedene Dinge" an Gentoo/PPC, Gentoo/HPPA und dem qmail-Team wobei sich diese "Dinge" hauptsächlich auf das als stabil Markieren von Paketen, Fehlerkorrekturen und die häufige Anwesenheit im IRC beschränken. Er ist der Administrator eines Hosting-Experiments (einem Projekt mit dem Namen forkbomb.ch), schrieb einige eigene Programme, arbeitete an fli4l mit und beschäftigt sich nach wie vor mit dem m0n0wall-Projekt, aber seinen grössten Beitrag leistet er an Gentoo. Er erstellte auch eine Mac OS Panel Applikation zum Einstellen der Portage Konfiguration, welche er dem Mac OS X Team zur Verfügung stellte.

Derzeit macht er eine Lehre als Softwareentwickler in Liechtenstein die im Sommer endet -- Jobangebote in der Schweiz sind deshalb sehr willkommen! Seine Lieblingsapplikationen sind vim, mutt und qmail welche alle in einer Mischung von x86, sparc, hppa und ppc unter fluxbox laufen, möglicherweise die einzige Applikation die allen gemein ist. Auf der Frage nach der ersten Applikation die er nach dem Booten startet, bestand er auf eine typische Software-Freak-Antwort: "Technisch gesehen ist /sbin/init die erste Applikation die ich (oder besser mein Kernel) startet. Eventuell meinst Du ja bash beim einloggen. In einer grafischen Umgebung ist es aterm und ssh."

In den seltenen Momenten in denen er nicht vor dem Computer hängt bastelt er an elektronischen Schaltungen (erstellt bzw. zerstört sie) und manchmal denkt er, dass das "echte" Leben weniger interessant als Computer ist.

3.  Gehört in der Community

Webforen

Verbannt vom OTW

Ein neues Feature, welches ursprünglich von Ex-Entwickler Christian Hartmann vorgestellt wurde und für Forenadministratoren seit über einem Monat zur Verfügung steht wurde jetzt öffentlichg für die Allgemeinheit vorgestellt. Der OTW-Bann-Knopf bietet Forum-Admins eine feiner unterteilte Möglichkeit jemanden zu verbannen wenn er die Regeln für Postings in Off The Wall verletzt hat, während ihre ID intakt bleibt und für Postings in den technischen Foren zur Verfügung steht. Leute können Hitzköpfe sein aber trotzdem weiterhin eifrig (und kompetent) anderen mit ihren Linuxproblemen helfen. Bis das Feature eingeführt wurde resultierte ein Bann im OTW in einem vollständigen Bann bezüglich des Forums.

gentoo-dev

Die steckbare Hölle - PAM

Diego Pettenò erklärt seine Arbeit daran, PAM (Pluggable Authentication Modules) dazu zu bringen, sich auf nicht-Linux Gentoos genauso zu verhalten wie auf normalem Linux. Für jeden der Software portiert sollte das ein interessantes Thema zum lesen sein, es zeigt wie kleine Unterschiede dein Leben wirklich schwer machen können wenn du versuchst etwas vernünftig zum Laufen zu bekommen.

GTK / GTK2-USE Flag Wahnsinn

Alle 6 Monate oder so passiert es wieder, eine Diskussion zur (Un)Nützlichkeit und den Kombinationen der GTK und GTK2 Use-Flags. Es gibt viele Ideen um die Situation zu verbessern, aber bisher wurde keine genaue Übereinkunft darüber getroffen was "-gtk gtk2" bedeuten sollte.

ApRiL ScHeRzE!!!

Wie es jedes Jahr passiertr, wurden auch dieses mal ein paar Scherze an die -dev Mailingliste am 1. April geschickt. Hier ist eine Lister dieser Nachrichten:

4.  Gentoo in den Medien

NewsForge (28 März 2005)

Bruce Byfield schreibt über die nächste Version von OpenOffice (OOo 2.0) und die Auswirkungen der Annäherung an Java: "Da die Java Lizenz weder frei noch open-source ist, hat eine kleine aber laute Minderheit stark und entsprechend negativ reagiert", sagt Byfield. Er eklärt warum diese Annäherung einigen missfällt: FreeBSD und Linux für PPC haben beispielsweise derzeit "keine offizielle Version von Java". In seinem Artikel mit dem provokanten Titel "Java fallout: OpenOffice.org 2.0 and the FOSS community" betrachtet er die Pläne der grossen Distributoren in Bezug auf die Annäherung von OOo und Java. Er zitiert den Gentoo Entwickler Paul de Vrieze, der eine open-source Implementierung von Java wie GCJ bevorzugt aber auch einer Integration von SUN's Java offen gegenübersteht.

Zusammenfassung der Kommentare zur neuen Version (28 März 2005 und später)

Die langersehnte Version 2005.0 rief wieder viele Meldungen im Laufe der Woche hervor, hier ist eine Zusammenfassung der wichtigsten: The long-awaited release of 2005.0 received a lot of attention throughout the week, here's a compilation of some major sightings:

5.  Abgänge, Zugänge und Veränderungen

Abgänge

Die folgenden Entwickler haben kürzlich das Gentoo Team verlassen:

  • Chris White

Zugänge

Die folgenden Entwickler sich kürzlich dem Gentoo Team angeschlossen:

  • Joe Sapp (nixphoeni) - gDesklets
  • Jory Pratt (anarchy) - qmail

Veränderungen

Die folgenden Entwickler haben innerhalb des Gentoo Projektes kürzlich ihre Rolle verändert oder neue Verantwortlichkeiten angenommen:

  • Keine diese Woche

6.  Gentoo Security

mpg321: Stringformatierungsverwundarkeit

Ein Fehler in der Verarbeitung von ID3-Tags in mpg321 könnte möglicherweise beliebige Codeasuführung zur Folge haben.

Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung

Smarty: Template Verwundbarkeit

Smarty's "Template security" Feature kann umgangen werden, was einem entferntem Angreifer die Möglichkeit bieten könnte, beliebigen PHP-Code auszuführen.

Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung

netkit-telnetd: Pufferüberlauf

Der netkit-telnetd Telnet-Client ist verwundbar für einen Pufferüberlauf, was einem 'boshaften' Telent-Server die Möglichkeit bieten könnte, beliebigen Code auszuführen.

Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung

LimeWire: Preisgabe von sensiblen Informationen

Zwei Verwundbarkeiten in LimeWire können zur Preisgabe von sensiblen Informationen genutzt werden.

Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung

telnet-bsd: Mehrere Pufferüberläufe

Der telnet-bsd Telnet-Client ist verwundbar für zwei Pufferüberläufe, was einem 'boshaften' Telent-Server die Möglichkeit bieten könnte, beliebigen Code auszuführen.

Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung

Sylpheed, Sylpheed-claws: Pufferüberlauf während der Nachrichtenanzeige

Sylpheed und Sylpheed-claws enthalten eine Verwundbarkeit die ausgelöst werden kann, wenn speziell geformte Anhänge gezeigt werden sollen.

Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung

7.  Bugzilla

Zusammenfassung

Statistik

Die Gentoo Community verwendet Bugzilla (bugs.gentoo.org) um Bugs, Meldungen, Vorschläge und andere Kommunikationen mit dem Entwicklerteam zu protokollieren. Die Aktivitäten zwischen dem 27. März 2005 und 03. April 2005 resultierten in:

  • 911 neuen Bugs
  • 489 geschlossenen oder gelösten Bugs
  • 32 wiedergeöffneten Bugs

Von den 8410 zur Zeit offenen Bugs sind: 87 als 'blocker', 235 als 'critical' und 633 als 'major' markiert.

Rangliste geschlossene Bugs

Die Entwickler und Entwicklerteams welche die meisten Bugs geschlossen haben sind:

Rangliste neue Bugs

Die Entwickler und Entwicklerteams welche diese Woche die meisten neuen Bugs zugewiesen bekommen haben sind:

8.  Zum GWN beitragen

Sind Sie daran interessiert, etwas zum Wöchentlichen Gentoo Newsletter beizutragen? Schicken Sie uns eine eMail

9.  GWN Feedback

Bitte schicken Sie uns Ihr Feedback an Feedback und helfen damit, den GWN besser zu machen.

10.  Andere Sprachen

Der Wöchentliche Gentoo Newsletter ist auch in folgenden Sprachen verfügbar:



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Seite aktualisiert 4. April 2005

Zusammenfassung: Der Gentoo Weekly Newsletter der Woche vom 4. April 2005.

Ulrich Plate
Editor

Wernfried Haas
Author

Patrick Lauer
Author

Marc Herren
Übersetzer DE

Markus Luisser
Übersetzer DE

Nadi Sarrar
Übersetzer DE

Tobias Matztat
Übersetzer DE

Martin Ebner
Übersetzer DE

Daniel Gerholdt
Übersetzer DE

Matthias F. Brandstetter
Übersetzer DE

Tobias Scherbaum
Übersetzer DE

Thomas Raschbacher
Übersetzer DE

Tobias Hansen
Übersetzer DE

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