Gentoo Weekly Newsletter: 8. August 2005
1.
Gentoo News
Erstes Alpha Release des Gentoo Installers
Gentoo
Installer Project Leiter Andrew Gaffney
hat diese Woche eine
Ankündigung über die Version 0.1 des GLI gemacht! Dies ist ein Milestone in Gentoo's
Geschichte, da es bisher Installer-frei war und der User sämtliche Schritte manuell, mit
Hilfe des Gentoo Handbook durchführen musste.
Es wird eine x86 LiveCD, inkl. dem Installer im /experimental Zweig der mirrors geben. Mehr Information
ist auf der
Installer Project's website verfügbar.
Tor network servers aus dem Forum gebannt
Das Tor Network ist ein anonymes Internet
Kommunikationssystem, welches verteilte Serversysteme nutzt, um Nachrichten umher
zu senden. Die User waren in der Lage, tor zu nutzen, um das Gentoo Forum auf zu rufen, bis ein paar
bösartige User diese Möglichkeit missbrauchten. Hast Du bis jetzt die Möglichkeit
genutzt, Deine IP Adresse zu verstecken, so wird es jetzt als ein anonymes Posting
gewertet werden. Das Gentoo Forum
Team hat beschlossen, den Missbrauch zu stoppen und alle tor Server zu bannen,
die eine Verbindung zu forums.gentoo.org auf Ports 80 (HTTP) und/oder 443 (HTTPS)
erlauben. Wir sind betroffen zu sehen, dass manche User ihre Anonymität schützen
wollen, obwohl es keinen triftigen Grund dafür im
Gentoo Forum gibt.
In dem Bestreben, den Missbrauch durch das Tor Network zu unterbinden, werden
nur solche Server gebannt, welche einen Exit auf den oben genannten Ports zu
forums.gentoo.org besitzen. Wird dieser entfehrnt, wird auch der Bann automatisch
aufgehoben. Bitte beachtet, dass das Synchronisieren mit den Ban-Listen nicht
sofort, sondern nach einer kleinen Weile, passiert.
2.
Entwickler der Woche
”Gentoo ist etwas das du einmal lernst und wo immer du willst anwendest...
portier es einfach ;)“
Abbildung 2.1: Diego Pettenò |
 |
Der Entwickler der Woche ist diesmal
Diego Pettenò, besser bekannt
als Flameeyes. Er ist einer der
Gentoo/FreeBSD
Hackers und ein media-video und sound Bugfixer. Normalerweise maintaint
er Ebuilds, patches für Medien Anwendungen und natürlich Gentoo/FreeBSD
Dinge im Allgemeinen.
Diego lebt irgendwo nahe Venedig, Italien wo er versucht
Informatik an der Ca' Foscari Universität zu studieren. Nebenbei
übersetzt er um für sein Studium zu bezahlen. Bevor er ins Gentoo
Kollektiv assimiliert wurde hat er an einigen kleinen Open-Source
Projekten gearbeitet, aber wie er sagt an "nichts das jemand anders
braucht". Gentoo/BSD ist worauf er am meisten stolz ist: "Wenn ich
im März beigetreten bin war es ein Overlay über FreeBSD, jetzt kann
es als eine volle Distribution gesehen werden. Es ist das erste mal
dass ich etwas wirklich brauchbares sehe woran ich mitgearbeitet
habe :)".
Diego verwendet KDE, da es offensichtlich das Beste zeit geschnittenem
Brot ist. Er braucht nur vim und ssh. AmaroK ist das erste Programm
welches er startet um aufzuwachen... aber normalerweise laufen seine
Computer 24/7.
Diego verwendet einen Athlon64 3500+, ein iBook (mit Gentoo/OSX) und
einen alten Athlon-Tbird ohne Bildschirm für Gentoo/FreeBSD. Wenn er nicht
an seinen Computern sitzt (was unwahrscheinlich scheint) liest er
normalerweise Fantasy Bücher oder bastelt an etwas.
Zitat: ”Ich möchte mich bei allen Entwicklern bedanken welche mir
ermöglicht haben zu sein wo ich jetzt bin :)“
3.
Gehört in der Community
gentoo-dev
Denkanstoß: Bugzilla Loklisierung?
Chris White startet eine
Diskussion, ob bugzilla lokalisiert werdens sollte. Dies wäre
ein großes Plus für nicht-englische Gentoo-User, würde aber
das Bug Management derart Komplizieren, dass eine Implementierung
unangemessen wäre. Besonders Bug-Duplikate und
Übersetzungs-Probleme vertragen sich nicht wirklich.
4.
Gentoo International
Deutschland: Erinnerung an das nationale Benutzertreffen
Eine kurze Erinnerung an das
nationale Benutzertreffen
in Wissen (Westerwald) kommendes Wochenende. Wer Interesse hat, beim Zelten
andere Gentoo Benutzer zu treffen, der wird an diesem Event sicherlich
Gefallen finden...
5.
Gentoo in den Mediens
Gentoo in Windows
Die August Ausgabe des Redmondmag.com - der "unabhängigen Stimme der
Microsoft IT Gemeinde" - brachte einen Artikel mit dem Titel
”Macht Platz für Linux Programme“.
Der Autor beschreibt wie ein Windows User Linux Programme ausführen
kann und schreibt von seinen Erfahrungen mit Gentoo in Kombination mit
coLinux.
6.
Tipps und Tricks
ulimit und sysctl
Die ulimit und sysctl Programme bieten die Möglichkeit, die
Ressourcennutzung systemweit einzuschränken. Das ist sehr hilfreich in der
Systemadministration, wenn z.B. ein Benutzer zu viele Prozesse startet und
dadurch das System anderen Nutzern schlechte Antwortzeiten bietet.
Befehlsauflistung 6.1: ulimit Beispiel |
# ulimit -a
core file size (blocks, -c) 0
data seg size (kbytes, -d) unlimited
file size (blocks, -f) unlimited
pending signals (-i) 8191
max locked memory (kbytes, -l) 32
max memory size (kbytes, -m) unlimited
open files (-n) 1024
pipe size (512 bytes, -p) 8
POSIX message queues (bytes, -q) 819200
stack size (kbytes, -s) 8192
cpu time (seconds, -t) unlimited
max user processes (-u) 8191
virtual memory (kbytes, -v) unlimited
file locks (-x) unlimited
|
All diese Einstellungen können verändert werden. Ein gutes Beispiel ist
untenstehende bash Forkbombe, die so viele Prozesse wie möglich erzeugt und
dadurch Systeme zum Absturz bringen kann, die keine Benutzerbeschränkungen
gesetzt haben:
Warnung:
Führen Sie die diesen Code nicht in einer Shell aus! Falls keine Beschränkungen
gesetzt sind, wird ihr System entweder nur noch sehr langsam reagieren oder
sogar abstürzen.
|
Befehlsauflistung 6.2: Eine bash Forkbombe |
$ :(){ :|:& };:
|
Das ist nicht gut - ein beliebiger Benutzer mit Shellzugang zu ihrem Rechner
kann ihn zum Absturz bringen. Kann dieser Benutzer jedoch nur 30 Prozesse
starten, wird der Schaden minimal sein. Setzen wir also Prozessbeschränkungen:
Notiz:
Eine zu kleine Anzahl von Prozessen kann die Benutzung von Portage verhindern.
Seien Sie also nicht übermäßig streng.
|
Befehlsauflistung 6.3: Eine Prozessbeschränkung setzen |
# ulimit -u 30
# ulimit -a
…
max user processes (-u) 30
…
|
Wenn Sie jetzt die Forkbombe ausführen, sollte sie zwar ausgeführt werden,
jedoch Fehlermeldungen wie "fork: resource temporarily unavailable"
ausgeben. Das bedeutet, das ihr System der Forkbombe nicht erlaubt hat, weitere
Prozesse zu starten. Die anderen Optionen von ulimit können mit ähnlichen
Problemen helfen, Sie sollten jedoch aufpassen, sich nicht selbst auszuschließen
- setzt man data seg size auf einen zu kleinen Wert, dann kann noch
nicht einmal die bash starten!
sysctl ist ein ähnliches Tool: Es erlaubt die Konfiguration von Kernel
Parametern zur Laufzeit. Wenn Sie geänderte Einstellungen über Neustarts hinweg
behalten möchten, müssen Sie /etc/sysctl.conf bearbeiten. Bedenken
Sie jedoch, das falsche Einstellungen unvorhergesehene Schäden anrichten können.
Befehlsauflistung 6.4: Erforschung der sysctl Variablen |
# sysctl -a
…
vm.swappiness = 60
…
|
Die Liste der Variablen ist ziemlich lang (367 Stück auf meinem System) und ich
habe hier vm.swappiness ausgewählt. Diese Einstellung kontrolliert, wie
stark der Swapspeicher benutzt wird. Ein höherer Wert (maximal 100) bedeutet
eine stärkere Nutzung des Swapspeichers. Das kann sich deutlich auf die
Leistung eines Systems mit wenig Speicher auswirken, abhängig von Auslastung
und anderen Faktoren.
Befehlsauflistung 6.5: Swappiness herabsetzen |
# sysctl vm.swappiness=0
vm.swappiness = 0
|
Die Auswirkungen dieser Einstellung machen sich meist nicht sofort bemerkbar.
Auf diese Weise können Sie viele Einstellungen, insbesondere netzwerkbezogene,
verändern. Auf einem Server kann sich so ein schöner Leistungsschub ergeben,
aber wie auch bei ulimit können unvorsichtig gewählte Einstellungen ihr System
ausbremsen oder Schaden anrichten. Wenn sie nicht wissen, wofür eine Variable
da ist, sollten Sie ihren Wert nicht ändern!
7.
Abgänge, Zugänge und Veränderungen
Abgänge
Die folgenden Entwickler haben kürzlich das Gentoo Team verlassen:
- Benjamin Judas (beejay) (Gentoo/X86 Release manager)
Zugänge
Die folgenden Entwickler haben sich kürzlich dem Gentoo Team angeschlossen:
- Neuer Entwicklung: Christian Heim (phreak) (vserver)
- Neuer Foren-Mitarbeiter: Jonathan Coome (Maedhros)
- Neuer Foren-Mitarbeiter: Anders Hellgren (Kallamej)
- Neuer Foren-Mitarbeiter: Robert Muchacki (Muchar)
Veränderungen
Die folgenden Entwickler haben innerhalb des Gentoo Projektes kürzlich ihre Rolle
verändert oder neue Verantwortlichkeiten angenommen:
- Mike Doty (kingtaco) (stepped back from Arch Tester lead)
- Homer Parker (hparker) (New Arch Tester lead)
8.
Gentoo Security
Compress::Zlib: Pufferüberlauf
Compress::Zlib is anfällig für einen Pufferüberlauf, welcher
möglicherweise beliebigen Code ausführen lässt.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
ProFTPD: Stringformatierungsschwachstelle
Unter bestimmten Umständen hat ProFTP Probleme beim Formatieren von
Strings, wodurch sich möglicherweise beliebiger Code ausführen lässt.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
nbSMTP: Stringformatierungsschwachstelle
nbSMTP hat Probleme beim Formatieren von Strings, wodurch
möglicherweise die entfernte Ausführung von beliebigem Code
erlaubt wird.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
Netpbm: Beliebige Codeausführung in pstopnm
Das pstopnm-Werkzeug, Teil der Netpbm-Werkzeuge, enthält eine
Schwachstelle, die möglicherweise beliebigen Code ausführen lässt.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
Heartbeat: Unsichere Erstellung von temporären Dateien
Heartbeat ist anfällig für Symlink-Attacken, was einem lokalem User
möglicherwise erlaubt, beliebige Dateien zu überschreiben.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
9.
Bugzilla
Zusammenfassung
Statistik
Die Gentoo Community verwendet Bugzilla (bugs.gentoo.org) um Bugs, Meldungen,
Vorschläge und andere Kommunikationen mit dem Entwicklerteam zu
protokollieren. Die Aktivitäten zwischen dem 30. Juli 2005
und 06. August 2005 resultieren in:
- 725 neuen Bugs
- 495 geschlossenen oder gelösten Bugs
- 38 wiedergeöffneten Bugs
Von den 8042 zur Zeit offenen Bugs sind: 107 als 'blocker', 200 als 'critical' und 539 als 'major' markiert.
Rangliste geschlossene Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche die meisten Bugs geschlossen haben sind:
Rangliste neue Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche diese Woche die meisten neuen Bugs zugewiesen bekommen haben sind:
10.
GWN Feedback
Bitte schicken Sie uns Ihr Feedback an Feedback
und helfen damit, den GWN besser zu machen.
11.
GWN Abonnenment Infos
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eine leere Email an
gentoo-gwn+subscribe@gentoo.org.
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gentoo-gwn+unsubscribe@gentoo.org
und nehmen als Absender diejenige Email-Adresse mit der Sie bestellt hatten.
12.
Andere Sprachen
Der Wöchentliche Gentoo Newsletter ist auch in folgenden
Sprachen verfügbar:
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