Gentoo Weekly Newsletter: 07. November 2005
1.
Gentoo News
Neuer GLEP um wichtige Update-Informationen zu verwalten
Eine der längsten Diskussionen zwischen Gentoo-Entwicklern und Usern
befasst sich mit den kleinen einfo Warnungen, die jedesmal
kurz eingeblendet werden, wenn Sie ein Paket emergen, welches wichtige
zusätliche Informationen darüber enthalten, wie Dinge upzugraden und
welche Konfigurationsdateien dafür im Auge behalten zu sind. Sie sind
wichtig, sehr sogar, aber nur für diejenigen brauchbar, die einen
Kompilationsvorgang auf ihrem Bildschirm verfolgen und trotz mehreren
vorherigen Versuchen wurden diese Informationen nicht an anderen Orten
in Portage untergebracht, die später aufgesucht werden könnten, etwa nach
einem längeren Aktualisieren von mehreren Paketen und dann alle auf einmal.
Nun hat Ciaran McCreesh einen neuen
Versuch zur Lösung des Problems gestartet: Er ist Urheber eines
formalen Vorschlags über
ein automatisches Verteilungssystems für kritische News, welches vorhandene
Gentoo Informationkanäle (Foren, die gentoo-announce Mailingliste,
die Webseite und der GWN) ergänzen soll, aber darauf abzielt, ein Teil von
Portage selbst zu werden, damit es zu den Usern gebracht wird, ohne das
diese sich darum kümmern müssten.
2.
User Stories
Interview mit Jacob Lindberg, einem Linux Specialist bei
Brenntag Nordic
Abbildung 2.1: Jacob Lindberg, Linux Specialist bei Brenntag Nordic |
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Wer sind Sie und wo arbeiten Sie?
Ich bin Jacob Lindberg, 30 Jahre alt und arbeite seit März 2004 als Linux
Specialist für Brenntag Nordic in Dänemark. Ich habe vor kurzem geheiratet,
habe keine Kinder, aber einen Hund und zwei Russisch-Blau Katzen, Phoebe und
Joey, benannt nach Friends (der Serie).
Brenntag Nordic hat Niederlassungen und Werke in Dänemark, Schweden,
Norwegen und Finnland und ist Teil der Brenntag Group. 2003 wurde
ein Großteil der Server nach Linux migriert. Leider war es sehr teuer,
externe Fachkräfte anzuheuern, die Dienste funktionierten immer wieder nicht,
und diese Fachleute konnten die mannigfaltigen Probleme nicht beseitigen.
Diese Lösungen basierten auf SUSE. Als alter FreeBSDler kann ich Binaries gar
nicht leiden. Ich will alles als Source und schön konfigurierbar. Und wie viele
andere war ich schon in der Hölle der RPM-Dependencies. Nie wieder! Darum wurde
ich damals auf Gentoo aufmerksam, und ich bin dabei geblieben.
Wo nutzen Sie Gentoo? Was ersetzten sie damit?
Wir haben keinen Linuxserver, auf dem nicht Gentoo läuft, es ist also
überall, wo man es nur einsetzen könnte. Die folgenden Dienste laufen unter
Gentoo:
- Samba, als PDC, Fileserver und Imageserver
- Squid, als Proxy und zum Filtern
- Postfix und Spamassassin, das alle empfangenen und gesendeten E-Mails
scannt
- Bind9, als internen und externen DNS
- IPtables, als Firewall zwischen unserem Rechenzentrum und unseren 10
Niederlassungen (Clients)
- rsync, für unseren Gentoo mirror
- proftpd und tftp, die die Images für die Cisco-Geräte u.a. übernehmen
- Backupserver
- Logserver
Warum benutzen Sie POWER4/5-Rechner?
Auf unseren iSeries-Machinen laufen SAP und Lotus Notes in einer
OS400-Umgebung. Der Rest sind Linux LPARs (Logical Partitions). Nächstes Jahr
werden wir den 870er durch einen 570er (i5) ersetzen, so dass dann alles auf
POWER5 gewechselt ist. In Zukunft erhoffen wir uns durch diesen Wechsel zu
POWER5 mehr Power, wodurch wir mehr Dienste bereitstellen können. Der Grund,
IBM-Hardware zu benutzen ist der, dass sie sehr stabil ist - und wir haben
außerdem die Möglichkeit, alles direkt unter OS400 laufen zu lassen
Es ist nicht gerade einfach, etwas auf einer ziemlich schlecht
dokumentierten Platform zum Laufen zu bekommen (iSeries auf PPC64), wie es
Anfang 2004 der Fall war. Ich begann mit einer LiveCD für die pSeries, was
nicht sehr erfolgreich war. Mit einigen Tricks und der Hilfe der Community
gelang es mir, ein nws, welches eine LiveCD enthielt, und einen Kernel im IFS
zum Laufen zu bekommen. Damit kommte ich Gentoo booten. Das passierte auf
meinem alten 270 (RS/6000-Prozessor, wenn ich mich richtig erinnere). Das wurde
schnell auf 825 (POWER4) und 870 (POWER4)angepasst. Inzwischen funktionieren
die 2005.0 und 2005.1 LiveCDs auf den i5-Rechnern, aber immer noch nicht auf
den 825er und 870er Maschinen.
Der Unterschied zwischen x86 und PPC64 liegt hauptsächlich bei der
Installation und der Konfiguration, besonders des Kernels. Die gesamte Umgebung
auf dem PPC64 muss ebenfalls korrekt konfiguriert sein, damit er läuft. Bei der
Arbeit unter Gentoo merkt man keine große Unterschiede, außer dass uname
eine andere Architektur zurückgibt. Das ist so wegen der Art, wie
Gentoo arbeitet.
Wo muss Gentoo verbessert werden?
Ich bewerbe mich als Mitglied des PPC64-Developerteams. Auf diesem Weg kann
ich selbst Teile der Verbesserungen vornehmen. Ich denke, dass die GLEP Webpage einige sehr nette Features
für die Zukunft zeigt.
Welche Erfahrung haben sie mit der Gentoo-Community gemacht?
Es ist wunderbar, wie viele Leute mitwirken in der Community; genau darum
will ich es auch tun. Aber ich habe festgestellt, dass es schwer ist, ein
Problem zu finden, das man nicht mit der Hilfe der Community lösen kann. Mein
Eindruck ist also sehr positiv.
3.
Gehört in der Community
gentoo-dev
Wichtige updates an die User verteilen
Eins der längsten Thread innerhalb der letzten Woche hat sich in 4
Unterthreads aufgeteilt. Die hitzige Diskussion drehte sich um ein
Zentrales Problem, das schon seit langem nicht die nötige
Aufmerksamkeit erhalten hat:
Wie stellt man sicher, dass alle User die nötigen Informationen über
Updates, Änderungen, etc. erhalten
Wir haben die gentoo.org Webseite, einen RSS feed, den GWN, emerge
Nachrichten, etc. - aber es gibt keine Zentrale Kontollstelle für die
Newsupdates. Der GLEP Vorschlag, von Chris White
und Ciaran McCreesh trieb
in eine sehr hitzige Diskussion (manche würden es auch einen Flameware
nennen) über XML und andere Dinge ab.
Vorschlag für Änderungen im "Base Profile" von Gentoo/ALT
Diego Pettenò bietet einige
patches für die "Profiles" an, so dass das normale "Profile" mehr
Standartisiert ist und einige Linux spezifische Dinge sind vom "Base
Profile" ins "default-linux Profile" gewandert. Das ist ein Schritt mehr
zur Integration von Gentoo in BSD
4.
Gentoo International
Italien: GeCHI Konferenz im November
Am 26. November 2005 jährt sich der nationale Linux-Tag in Italien nun bereits
zum fünften Mal. Dieses Datum ist vor allem für Gentoo Begeisterte in Italien
wichtig, denn der Linux-Tag dient nun bereits zum dritten Mal auch Gentoo als
Plattform. Dieser so genannte "Gentoo Tag" wird in Zusammenarbeit mit der
VELug (Venice Free Software Users Group)
organisiert. Dank der Unterstützung der Behörden in Italien dient Villa
Franchin, Viale Garibaldi 155 (quartiere Carpenedo-Bissuola), in Mestre (nahe
Venedig) als Austragungsort für diese Veranstaltung.
Aktive Mitglieder des
Gentoo Channel Italia (GeCHI) werden über
unterschiedliche Themen vortragen, von einer "Einführung zu Gentoo", über
"Gentoo Linux Installer", bis hin zu "Spass mit Gentoo". Ausserdem wird es die
Möglichkeit geben, einige coole Gadgets käuflich zu erwerben, so zum Beispiel
das weltberühmte GeCHI T-Shirt oder diverse Aufkleber und Poster.
Also, verpasst auf keinen Fall diese Chanche, andere italienische Gentoo
Benutzer und Entwickler zu treffen! Wer das GeCHI Team in seinen Bemühungen
rund um dieses Event unterstützen möchte, der sollte mal
diesen Forum-Thread
oder das
GeCHI-eigene Forum
besuchen (beide in italienischer Sprache).
Japan: GentooJP für Andrea Barisani
Am Sonntag, dem 13. November 2005 werden die Mitglieder von
GentooJP für den Gentoo Entwickler
Andrea Barisani Reiseführer spielen und
ihm eine Nacht-Tour durch die eher unbekannten Seitenstrassen des Shibuy Bezirks
in Tokio geben. Andrea wird in der Stadt sein, um wie angekündigt eine
Präsentation auf der PacSec Konferenz
zu halten. Wer sonst noch Interesse an dieser Führung hat, der möge sich
bitte um 18:30 Uhr bei der Hachiko-Statue vor der Shibuya Bahnstation einfinden.
Notiz:
Bitte melde dein Kommen durch eine kurze Nachricht an
gentoojp-misc@ml.gentoo.gr.jp an.
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5.
Gentoo in den Medien
Desktop Linux (4. November 2005)
Ein neues Buch von O'Reilly, die Linux Desktop
Pocket Reference, bietet einen knappen Überblick über die "fünf
beliebtesten Distributionen", es führt in alphabetischer Reihenfolge Gentoo nach
Fedora auf, anschließend Mandriva, SUSE und Ubuntu. Der Autor David Brickner
versucht, "Ordnung in die Informationsflut zu bringen. Es ist schwer, in
diesem Gestrüpp herauszufinden, was tatsächlich richtig und aktuell
ist", worin er "die größte Hürde für eine schnellere Verbreitung von Linux auf
dem Desktop" sieht.
Kapitel 1 mit einem Vergleich der fünf Distributionen ist als
PDF erhältlich. Dort bekommen zwei der wichtigste Vorzüge von
Gentoo eine geradezu enthusiastische Bewertung: Portage und die Dokumentation.
6.
Veränderungen bei den Gentoo-Entwicklern
Abgänge
Die folgenden Entwickler haben kürzlich das Gentoo Team verlassen:
Zugänge
Die folgenden Entwickler haben sich kürzlich dem Gentoo Team angeschlossen:
- Markus Dittrich (markusle) - app-sci
- Michael Cummings (mcummings - Wiedereinstieg, nachdem er vor 2 Monaten ging) - perl
- Alexey Chumakov (achumakov) - Russische Übersetzung
Veränderungen
Die folgenden Entwickler haben innerhalb des Gentoo Projektes kürzlich ihre
Rolle verändert oder neue Verantwortlichkeiten angenommen:
7.
Gentoo Security
libgda: Stringformatierungsschachstelle
Zwei Stringformatierungsschwachstellen in libgda könnten zur
Ausführung von beliebigem Code führen.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
QDBM, ImageMagick, GDAL: RUNPATH-Probleme
Mehrere Pakete leiden unter RUNPATH-Problemen, die Usern der "portage"
Gruppe erlauben, ihre Berechtigungen zu erweitern.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
giflib: Mehrere Schwachstellen
giflib könnte NULL dereferenzieren oder über die Grenzen schreiben, wenn
es falschformatierte Bilder bearbeitet, was zu einem "Denial of Service"
oder der Ausführung von beliebigem Code genutzt werden könnte.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
ClamAV: Mehrere Schwachstellen
ClamAV hat mehrere Sicherheitsprobleme, was es anfällig für eine
von entfernt stattfindende Ausführung von beliebigem Code oder einen
"Denial of Service" machen könnte.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
GNUMP3d: "Directory traversal"- und XSS-Schwachstelle
GNUMP3d ist anfällig für "directory traversal"- und "cross-site scripting"-
Attacken, was zur Preisgabe von Informationen oder zur Kompromittierung eines
Browsers führen kann.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
fetchmail: Passwortpreisgabe in fetchmailconf
fetchmailconf hat Probleme Dateiberechitgungen richtig zu Handhaben,
wodurch zeitweise lokalen Usern sensible Informationen zur
Verfügung gestellt werden.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
OpenVPN: Mehrere Schwachstellen
Der OpenVPN-Client ist potentiell anfällig für die Ausführung von
beliebigem Code und der OpenVPN-Server hat ein "Denial of Service"-Problem.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
8.
Bugzilla
Statistik
Die Gentoo Community verwendet Bugzilla (
bugs.gentoo.org) um Bugs, Meldungen,
Vorschläge und andere Kommunikationen mit dem Entwicklerteam zu
protokollieren. Die Aktivitäten zwischen dem 29. Oktober 2005
und dem 05. November 2005 resultieren in:
- 756 neuen Bugs
- 437 geschlossenen oder gelösten Bugs
- 36 wiedergeöffneten Bugs
Von den 8861 zur Zeit offenen Bugs sind: 99 als 'blocker', 191 als 'critical'
und 552 als 'major' markiert.
Rangliste geschlossene Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche die meisten Bugs geschlossen haben
sind:
Rangliste neue Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche diese Woche die meisten neuen Bugs
zugewiesen bekommen haben sind:
9.
GWN Feedback
Bitte schicken Sie uns Ihr Feedback an
Feedback und helfen damit, den GWN
besser zu machen.
10.
GWN Abonnenment Infos
Um den Gentoo Weekly Newsletter zu abonnieren, senden Sie bitte eine leere
Email an
gentoo-gwn+subscribe@gentoo.org.
Um das Abonnement des Gentoo Weekly Newsletter zu kündigen, senden Sie bitte
eine leere Email an
gentoo-gwn+unsubscribe@gentoo.org
und nehmen als Absender diejenige Email-Adresse mit der Sie bestellt hatten.
11.
Andere Sprachen
Der Gentoo Weekly Newsletter ist auch in folgenden Sprachen verfügbar:
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