Gentoo Weekly Newsletter: 14. November 2005
1.
Gentoo News
Umstellung auf stage3 als Standard-Installationsmethode
Währen der letzten Woche hat das
Gentoo Documentation Project
die
Gentoo Handbücher
soweit angepasst, dass die Installation nun standardmäßig in "stage3" durchgeführt wird.
Im Vorfeld hatte das
Release Engineering Team
um diese Änderung gebeten, da die Anzahl von Usern zugenommen hatte, die ihr Basissystem
durch falsche Anpassungen in stage1 oder stage2 oder durch Ignorieren des Handbuches
zerschossen hatten.
Die empfohlende Methode ist nun eine stage3 Installtion mit optionalem rekompilieren des
Systems nach der Installation. Dieses erzeugt ebenfalls ein optimiertes System. Wie man
eine echte stage1- oder stage2-Installtion durchführt, ist nach wie vor in der
FAQ beschrieben.
Eine deutsche Anleitung folgt in Kürze.
Weitere Informationen kann man in der
kompletten Diskussion
in der gentoo-doc Mailing Liste nachlesen. Außerdem die
Änderungen
in unserem viewcvs oder lesen Sie Bug #105809.
2.
User Stories
Interview mit Douglas Robertson von Zymeta Corporation
Abbildung 2.1: Die Zymeta Video Jukebox in Aktion |
 |
Ein Wort von Ihnen. Wer sind Sie, wo arbeiten Sie?
Mein Name ist Douglas Robertson und ich bin der Direktor für Technologie bei
Zymeta Entertainment.
Was ist Ihr "Produkt"?
Zymeta ist eine Firma für Entertainment Systeme. Wir haben eine "On Demand
Touch Screen" Medienplattform entwickelt für öffentliche Auftritte mit
einem Backend System, um das System zu warten und upzudaten. Wir können die
ganze Plattform als ganzes managen oder an einzelnen Stellen Änderungen
durchführen. Unser erstes sehr erfolgreiches Produkt ist ein Musikvideo
Unterhaltungssystem mit dem Namen "Video Jukebox", daß üblicherweise in
Kneipen oder Bars installiert wird. Die Inhaber der Lokale können ihre
Musikauswahl durch den Touchscreen auswählen und auf den Fernsehgeräten
in den Lokalen zeigen und Werbefirmen können zielgerichtet deren Aktionen
auf bestimmte Gruppen oder Gegegenden ausrichten. Der Service ist komplett
lizenziert durch die Musikindustrie. Es ist schrill, es ist interaktiv und
es basiert auf Gentoo Linux.
Falls jemand die Jukebox in Aktion sehen möchte, unser
Firmen Video
zeigt eine Menge coole Bilder.
Wie passt Gentoo darein? Wieso haben Sie sich für Gentoo entschieden?
Soweit es auf die Technologie ankommt, setzt Zymeta voll auf Gentoo. Das
Entwicklungsteam benutzt Gentoo auf deren Desktops, unsere Server basieren
alle auf Gentoo und, am wichtigsten, unsere Jukeboxen basieren auf Linux.
Ich habe Gentoo in Zymeta gebracht und stark gefördert; mehrere Distribution
zu benutzen ist zu kompliziert. Ich habe mich für Gentoo aufgrund der
Flexibilität entschieden; es basiert auf Quellcode mit einem großartigen
Paketsystem und es hat eine grosse User Basis.
Wir updaten unsere Jukebox Clientsoftware über das Internet, aber wir haben
bisher nicht das Betriebssystem aktualisiert. Das Betriebssystem ist so stabil
und es gab nicht wirklich einen Grund irgendetwas zu ändern. Wir haben überlegt,
einen eigenen Portage Baum zu erstellen, uns dann aber entschieden, ein TAR file
von dem Betriebssystem zu erstellen und damit die Jukeboxen zu aktualisieren.
Dieses sollte uns helfen die Jukebox auf den neusten Stand zu bringen, falls
irgendwelche Sicherheitslücken gefunden werden.
Genauer gesagt, we haben kürzlich unsere Software zuweit akualisiert, daß sie
problemlos mit Kernel 2.6 zusammen arbeitet und wir haben die letzten zwei
Tage an einer CD gearbeitet, daß die Jukebox bootet, die Festplatte einbindet
und dann das Betriebssystem aktualisiert. Die Gentoo Gemeinde war sehr hilfreich
hierbei, und wie erwähnt, es gibt einen Haufen Dokumentation die es mir
erleichtert, die Gentoo 2005.1 Live CD zu modifizieren, um sie als Zymeta CD
zu kennzeichnen und die notwendigen Updates durchzuführen.
Was hat Gentoo ersetzt?
Bevor Gentoo verwendete Zymeta Red Hat für die Server und Debian für die Jukeboxen.
Irgendwelche Erfahrungen mit anderen Distributionen? Wie schneiden die im
Vergleich ab?
Ursprünglich habe ich Gentoo im Jahre 2003 probiert, als bei meinem vorherigen
Job ein Kollege Gentoo versuchen wollte, dann sich jedoch über die enormen
Probleme beschwert hat und daß es ihn zwei Tage gekostet hat, daß System
aufzusetzen. Um ihm zu zeigen, daß es auch anders geht, habe ich auf meinen
Dell Laptop innerhalb eines Tages ein lauffähiges Gentoo inkl. KDE installiert.
Es war Liebe auf den ersten Blick mit Gentoo und ich bin nie wieder auf mein
altes Red Hat zurück gegangen.
Viele Leute haben ihre Probleme mit dem Red Hat RPM Systen, aber ich liebte es.
Zumindest solange bis ich die neusten Pakete von verschienden Programmen benötigte
(z.B. PostgreSQL und einige Netzwerk Tools) and die RPMs liefen nicht, da sie für
eine unterschiedliche Red Hat Version gebaut wurden. Oder man mußte aus Anhängigkeit
drei andere Pakete installieren, die ihrerseits wieder ihre Abhängigkeiten haben.
Gentoo's Paketsystem ist brilliant sofern es mich angeht und obwohl das
updaten durch das Kompilieren deutlich länger dauert, ist es das Wert.
Was sind die großen Vorteile? Wo kann es brillieren?
Gentoo bietet Flexibilität. Du brauchst keine IPv6 Unterstützung in Deinen Paketen?
Dann ändere Deine USE-Flags. Kein Ebuild für ein Paket vorhanden? Erstelle einfach
dein eigenes Ebuild und füge es dem Portage Overlay hinzu. Wie geil ist das für die
Flexibilät?
Wo sehen Sie Problematiken? Wo könnte es weiter verbessert werden?
Meine einzige Beschwerde ist, daß es manchmal zu lange dauert bis stabile Pakete zur
Verfügung stehen. Ich mag, dass die Verantwortlichen sicherstellen wollen, daß die
Pakete problemlos kompiliert werden können und fehlerfrei arbeiten, speziell auf
Produktionssystemen. Aber manchmal dauert es einfach zu lange. Aber dies können wir
durch die Flexibiliät des Portage Systemes (z.B. durch USE Flags und das Portage
Overlay) umgehen.
Es gibt mehrere Projekte wie der Installer, Gentoo/Alt (BSD,...). Was denken
Sie über diese Erweiterungen? Was ist mit anderen Architekturen?
Ich denke, je mehr Menschen Gentoo nutzen, desto besser. Das ist zum Teil auch
ein Grund dafür, dass ich so begeistert über dieses Interview bin. Ich will
dabei helfen den Menschen die Einsatzmöglichkeiten von Gentoo aufzuzeigen,
ob es nun der Desktop oder ein Firmenserver mit einer sensiblen Datenbank
ist. Stabilität ist der Schlüssel in den meisten Umgebungen, aber ich denke
nicht, dass man sechs Monate alte Pakete braucht, um dies zu gewährleisten.
Wie sehen Sie die Community? Was ist die Vorstellung von Gentoo in Ihrer
Firma?
Ich liebe die Gentoo Community. Es große Unterstützung und sehr viel
Dokumentationen. Es scheint das ein Großteil der Gentoo User einen
gewissen technischen Hintergrund besitzen und das gibt dem Ganzen, wenn
man einmal die Gentoo Foren und die alten Red Hat Foren vergleicht, ein
ganz anderes Gefühl.
Auf Zymeta bezogen, jeder weiß, dass Zymeta's Produkte auf Gentoo aufbauen.
Und seit unserm Wechsel auf Gentoo hat sich die Stabilität unserer Produkte
vergrößert. Ursache dafür ist zum einen Gentoo und zum anderen ein aktualisierter
Kernel. Aber das Resultat ist, dass das Zymeta Team und unsere Kunden Gentoo
mit Stabilität in Verbindung bringen.
Wie kann man Kontakt mit Ihnen aufnehmen? Und was können wir in Naher
Zukunft erwarten?
Wen jemand mit mir über den Einsatz von Gentoo in Unternehmen sprechen
möchte, kann er mich unter dr@zymeta.com kontaktieren. Außerdem glaube
ich, dass Gentoo-Entwickler Corey Shields aus Zymeta eine Gentoo
Fallstudie erstellen möchte, worauf es sich zu warten lohnt.
Oh, es gibt ein Gentoo "Easter Egg" in der neuen Version des Zymeta
Jukebox-Clients. Also wenn Sie mehr darüber Erfahren möchten, können
Sie mich auch deswegen anmailen.
Danke für das Interview!
3.
Gehört in der Community
gentoo-dev
GLEP 43: GLEP Datei Hosting
Ciaran McCreesh publizierte
diese Woche ein
neues GLEP,
dass es (zukünftigen) GLEPs erlaubt Code in Unterverzeichnissen
abzulegen, anstatt im GLEP selbst oder Extern. Das sollte eine bessere GLEP
Lesbarkeit und Wartung gewährleisten.
Erstellung und Umgang mit virtual/tar
Diego 'Flameeyes' Pettenò erzählt uns
etwas über die Erstellung eines virtual/tar, das derzeit von GNU tar und bsdtar
ausgefüllt wird. Dieses Virtual würde im moment hauptsächlich
den Gentoo/Alt
Leuten helfen.
4.
Gentoo International
Deutschland: LWE und DevCon in Frankfurt/Main
Diese Woche sind die Events rund um Gentoo in Frankfurt/Main zu finden.
Zuerst ist da natürlich die Linux World Conference & Expo in
Halle 4 der Frankfurter Messe. Von Donnerstag, 15. November bis Donnerstag,
17. November, gibt es dort die Möglichkeit, Gentoo-Entwickler am Stand im
.org-Pavillon (G06) zu treffen. Ein kleines Highlight wird der
Vortrag über Gentoo am Mittwoch Abend sein.
Direkt nach den drei Tagen auf dem Messegelände lädt der Herausgeber des
Gentoo Weekly Newsletter, Ulrich Plate
zum europäischen
Gentoo-Entwickler-Treffen in seinen Wohnort in das Schloss Kransberg
ein, 40km nördlich von Frankfurt. Mehr als 20 Entwickler und einige Benutzer
sagten bereits ihren Besuch zu. Einige Vorträge und Workshops, begleitet von
leckerer Verpflegung und geselligem Zusammensein, werden den Tag ausfüllen.
Wenn du daran interessiert bist, an der Konferenz teilzunehmen,
registriere dich bitte mit Hilfe des
Onlineformulars.
5.
Veränderungen bei den Gentoo-Entwicklern
Abgänge
Die folgenden Entwickler haben kürzlich das Gentoo Team verlassen:
- Jesper Brodersen (broeman) - Dänische Übersetzung
- Arne Mejholm (aaby) - Dänische Übersetzung
Zugänge
Die folgenden Entwickler haben sich kürzlich dem Gentoo Team angeschlossen:
- Michael Schönbeck (thoand) - video disc recorder
Veränderungen
Die folgenden Entwickler haben innerhalb des Gentoo Projektes kürzlich ihre
Rolle verändert oder neue Verantwortlichkeiten angenommen:
6.
Gentoo Security
PHP: Mehrere Verwundbarkeiten
PHP besitzt mehrere Verwundbarkeiten welche in der Umgehung von
Sicherheitsfunktionen, einer lokalen Dienstverweigerung,
"Cross-Site Scripting" oder Überschreibung von PHP-Variablen
resultieren kann.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
Lynx: Beliebige Befehlsausführung
Lynx ist anfällig für ein Problem, was dazu führt, dass
beliebige Befehle ausgeführt werden können.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
RAR: Stringformatierungsschwierigkeiten und Pufferüberlauf
RAR enthält einen Fehler beim Formatierung von Strings und einen
Pufferüberlauf, der zur Ausführung von beliebigem Code genutzt
werden könnte.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
linux-ftpd-ssl: Entfernter Pufferüberlauf
Es wurde ein Pufferüberlauf entdeckt, welcher einem entferntem Angreifer
erlaubt, beliebigen Code mit erweiterten Privilegien auf dem lokalen
System auszuführen.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
7.
Bugzilla
Statistik
Die Gentoo Community verwendet Bugzilla (
bugs.gentoo.org) um Bugs, Meldungen,
Vorschläge und andere Kommunikationen mit dem Entwicklerteam zu
protokollieren. Die Aktivitäten zwischen dem 06. November 2005
und dem 13. November 2005 resultieren in:
- 711 neuen Bugs
- 315 geschlossenen oder gelösten Bugs
- 31 wiedergeöffneten Bugs
Von den 8960 zur Zeit offenen Bugs sind: 107 als 'blocker', 195 als
'critical' und 558 als 'major' markiert.
Rangliste geschlossene Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche die meisten Bugs geschlossen haben
sind:
Rangliste neue Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche diese Woche die meisten neuen Bugs
zugewiesen bekommen haben sind:
8.
GWN Feedback
Bitte schicken Sie uns Ihr Feedback an
Feedback und helfen damit, den GWN
besser zu machen.
9.
GWN Abonnenment Infos
Um den Gentoo Weekly Newsletter zu abonnieren, senden Sie bitte eine leere
Email an
gentoo-gwn+subscribe@gentoo.org.
Um das Abonnement des Gentoo Weekly Newsletter zu kündigen, senden Sie bitte
eine leere Email an
gentoo-gwn+unsubscribe@gentoo.org
und nehmen als Absender diejenige Email-Adresse mit der Sie bestellt hatten.
10.
Andere Sprachen
Der Gentoo Weekly Newsletter ist auch in folgenden Sprachen verfügbar:
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