Gentoo Weekly Newsletter: 03. April 2006
1.
Gentoo News
Gentoo/MIPS für Cobalt Stages verfügbar
Stuart Longland veröffentlichte die
Verfügbarkeit von Stage 3 Tarballs für Cobalt Server.
Damit ist das 2006.0 Release für die MIPS Architektur vollständig mit Cobalt
Qubes und RaQs. Die Unterstützung für Silicon Graphics Maschinen wurde bereits
letzten Monat auf die Spiegelserver gebracht.
Wenn du eine Cobalt Server besitzt, bitte teste die neue Stage 3 und berichte
Stuart deine Ergebnisse.
2.
Future Zone
Kolab und Gentoo
Die meisten der aktuellen Open-Source Groupware Systeme welche
mit Microsofts Exchange-Sever vergleichbar sind, bestehen aus
vielen "sub-services" wie etwa LDAP, Apache, Postfix, etc. Kolab
ist ein typisches Beispiel für solch ein zusammengesetztes System.
Eines der wichtigsten Features von Kolab ist die Nutzung von IMAP
um Informationen wie Adressen, Events, Notizen, etc. zu speichern.
Dies erlaubt die wichtigsten Komponenten des Systems auf OpenLDAP,
Postfix und Cyrus-Imapd zu beschränken. Dadurch wird der Server
"leichter" gegenüber Mitbewerbern wie etwa Open-Exchange. Es ist
auch einer der wenigen Groupware-Server, die kompletten Support
für Email-Clients unter Linux (Kontact), Windows (Outlook) und
Web-Clients (Horde) bieten. Dadurch lässt er sich einfach in einer
gemischten Umgebung einrichten.
Das Haupthindernis, ein Multi-Komponenten System in einen effizienten
Groupware-Server unter Linux zu überführen ist offensichtlich die
Konfiguration. Der Email-Service muss mit den Virus- und Spam-
Scanningtools zusammenarbeiten, das Senden und Empfangen der Mail
bedingt die Einrichtung von geeigneten Kanälen, jeder Service soll
eine zentrale Userdatenbank nutzen, etc.
Eine Option, um mit der Konfiguration fertig zu werden ist, die
Konfiguration der "sub services" so zu belassen, wie es die
Distribution vorschlägt und eine längere Dokumentation
bereitzustellen, in der notwendige Änderungen und Verbesserungen
aufgeführt sind, um das System zum Laufen zu bringen und zu halten.
Dies hat den Vorteil, das der Groupware-Server unabhängig von
einer Distribution ist.
Kolab schlägt einen anderen Weg ein und versucht den
Konfigurationsprozess komplett zu automatisieren. Das ist für
den End-User natürlich sehr bequem, da es nun nicht notwendig
ist, die Handbücher von Postfix, Cyrus-Imap, Apache, etc. zur
Hand zu haben. Aber auf der anderen Seite ist es ein Albtraum
für den Entwickler, wenn das System auf den meisten Distributionen
laufen soll. Man muss all die kleinen Unterschiede der einzelnen
Distributionen berücksichtigen. Also entschieden sich die Unternehmen,
welche Kolab pflegen, dafür, zunächst eine Distribution (OpenPKG) zu
nehmen und das System dafür auszulegen. Um Kolab nun auf einer anderen
Distribution zu installieren, fügt man diesem eine komplette
OpenPKG-Installation hinzu, was zu einer schwierigen
"System im System"-Situation führt.
Während der letzen drei Monate halfen Freiwilige dabei, Kolab
auf Tools wie autoconf und automake zu konvertieren/ abzustimmern,
um das System auch auf anderen Linux-Distributionen erstellen zu
können. Dies machte auch eine native Kolab-Server-Umgebung auf
Gentoo möglich. Der Beta-Test des Projektes können Sie
hier
finden. Es wird davon ausgegangen, das es beim Release von
Kolab-2.1 stabil laufen wird.
Was sind nun die Vorteile, Kolab auf einem nativen Gentoo-System
am Laufen zu haben? Zunächst einmal werden Sie das RPM-System
los, welches Sie zu nutzen hatten, um eine OpenPKG-Version
zu installieren. Als Gentoo-User war das mehr als ungünstig, denn
die Inkaufnahme von Kompilierungszeiten geschieht nicht ohne Grund.
Mit der Unabhängigkeit von der OpenPKG-Distribution kommt auch
die bessere Möglichkeit, dass System zu erweitern. Sie wollen
Telefonie? Integrieren Sie asterisk. Sie brauchen ein
Dokumenten-Management-System? Warum nicht die LDAP-Features
von knowledgetree aktivieren, um Ihre Mail-User mit einem
kompletten DMS zu versorgen. Sie brauche Zugang zu Web-Seiten?
DAV? SVN? Trac? Alles von apache, dass Authentisierung
benötigt und LDAP nutzt, sollte kein Problem darstellen. Gentoo
ist im Übrigen das optimale System, um, die vorhandenen
Ebuilds mit einem "kolab" USE-Flag bereichert, den Groupware-Server
mit weitern aufregenden neuen Features zu versorgen. Dies ist
zur Zeit noch nicht verfügbar, daran wird aber gearbeitet.
3.
Gehört in der Community
Web Foren
Libexpat ABI Änderung Überrascht ~ARCH User
Letztes Wochenende gab es große Aufregung in den Foren: Das
"Application Binary Interface" der Expat Bibliothek hat sich mit
dem Upgrade auf 2.0.0 geändert. Als Ergebnis gab es eine Welle
von kaputten Systemen, die viele Gentoo User traf, weil sie die
kleine Warnung im Ebuild, die ihnen gesagt hat, sie sollen per
revdep-rebuild alles neubauen, was von der
libexpat.so.0 abhängig ist, übersehen hatten.
Der Sticky Thread stellt nun sicher, dass jeder weiß was getan
werden muss:
4.
Gentoo International
USA: Gentoo auf der Boston Linux World Expo
Christian Fernandez von VoiceSignal Technologies, Inc. wird während der
diesjährigen LWE in Boston ein Treffen
für Gleichgesinnte organisieren. Außer Christians Vortrag über Portage
und Gentoo, welcher für den 06. April um 18:30 Uhr angesetzt ist, wird das
Projekt erneut durch einen eigenen Stand vertreten. Sie können den Stand vom
03. bis 06. April im Boston Convention and Exhibition Center in Boston,
Massachusetts besuchen.
5.
Veränderungen bei den Gentoo-Entwicklern
Abgänge
Die folgenden Entwickler haben kürzlich das Gentoo Team verlassen:
Zugänge
Die folgenden Entwickler haben sich kürzlich dem Gentoo Team angeschlossen:
- Thomas Cort (tcort) - Alpha, sound
Veränderungen
Die folgenden Entwickler haben innerhalb des Gentoo Projektes kürzlich ihre
Rolle verändert oder neue Verantwortlichkeiten angenommen:
6.
Gentoo Security
OpenOffice.org: Heapüberlauf im enthaltenen libcurl
OpenOffice.org enthält eine verwundbare Version von libcurl,
was zu einem Heapüberlauf führen könnte, wenn URLs geparst werden.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
bsd-games: Lokale Privilegienerweiterung in tetris-bsd
tetris-bsd enthält eine Privilegienerweiterungs-Schwachstelle.
Für weitere Infos siehe die GLSA Meldung
7.
Bugzilla
Statistik
Die Gentoo Community verwendet Bugzilla (
bugs.gentoo.org) um Bugs, Meldungen,
Vorschläge und andere Kommunikationen mit dem Entwicklerteam zu
protokollieren. Die Aktivitäten zwischen dem 26. März 2006
und 02. April 2006 resultieren in:
- 869 neuen Bugs
- 392 geschlossenen oder gelösten Bugs
- 18 wiedergeöffneten Bugs
Von den 9788 zur Zeit offenen Bugs sind 65 als 'blocker', 152 als 'critical'
und 531 als 'major' markiert.
Rangliste geschlossene Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche die meisten Bugs geschlossen haben
sind:
Rangliste neue Bugs
Die Entwickler und Entwicklerteams welche diese Woche die meisten neuen Bugs
zugewiesen bekommen haben sind:
8.
GWN Feedback
Bitte schicken Sie uns Ihr Feedback an
Feedback und helfen damit, den GWN
besser zu machen.
9.
GWN Abonnenment Infos
Um den Gentoo Weekly Newsletter zu abonnieren, senden Sie bitte eine leere
Email an
gentoo-gwn-de+subscribe@gentoo.org.
Um das Abonnement des Gentoo Weekly Newsletter zu kündigen, senden Sie bitte
eine leere Email an
gentoo-gwn-de+unsubscribe@gentoo.org
und nehmen als Absender diejenige Email-Adresse mit der Sie bestellt hatten.
10.
Andere Sprachen
Der Gentoo Weekly Newsletter ist auch in folgenden Sprachen verfügbar:
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