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5. Installation der Gentoo Installationsdateien
Inhalt:
5.a. Ein Stagearchiv installieren
Setzen von Zeit/Datum
Bevor Sie fortfahren, sollten Sie Ihre Zeit/Datum Einstellungen überprüfen und
gegebenenfalls anpassen. Eine falsch eingestellte Uhr kann zu merkwürdigen
Resultaten in der Zukunft führen.
Um Zeit und Datum zu überprüfen, führen Sie date aus:
Befehlsauflistung 1.1: Zeit/Datum überprüfen |
# date
Fri Mar 29 16:21:18 UTC 2005
|
Wenn Zeit oder Datum falsch angezeigt wird, passen Sie die Einstellung mit der
date MMDDhhmmYYYY Syntax (Month, Day, hour,
minute und Year) an. Zu diesem Zeitpunkt sollten Sie UTC-Zeit
verwenden. Sie werden später die Gelegenheit dazu haben Ihre lokale Zeitzone
anzugeben. Um die Zeiteinstellung auf den 29. März 2005, 16:21 Uhr zu setzen,
führen Sie zum Beispiel folgenden Befehl aus:
Befehlsauflistung 1.2: Setzen von UTC-Zeit/Datum |
# date 032916212005
|
Eine Wahl treffen
Der nächste Schritt ist die Installation des Stage3-Archivs auf Ihrem
System. Der Befehl uname -m hilft Ihnen bei der Entscheidung, welches
Stage-Archiv Sie verwenden sollten, da er Informationen zur Architektur Ihres
Systems bereitstellt.
5.b. Herunterladen der Stage aus dem Internet
Herunterladen des Stagearchivs
Wechseln Sie nun zum Gentoo-Mountpoint, jenes Verzeichnis unter dem
Sie vorhin Ihre zukünftige Gentoo-Partition eingebunden haben
(wahrscheinlich /mnt/gentoo):
Befehlsauflistung 2.1: Wechseln zum Gentoo-Mountpoint |
# cd /mnt/gentoo
|
Abhängig vom Installationsmedium finden Sie verschiedene Programme um das
Stagearchiv herunter zu laden. Falls links verfügbar ist, können Sie
sofort die Gentoo
Mirrorliste ansteuern und einen Mirror in Ihrer Nähe auswählen: Tippen Sie
links http://www.gentoo.org/main/de/mirrors2.xml und drücken Sie Enter.
Wenn links nicht verfügbar ist, sollte Ihnen lynx bereit stehen.
Wenn Sie über einen Proxy in das Internet gehen, exportieren Sie die
http_proxy und ftp_proxy Variablen:
Befehlsauflistung 2.2: Konfiguration der Proxy Informationen für lynx |
# export http_proxy="http://proxy.server.com:port"
# export ftp_proxy="http://proxy.server.com:port"
|
Wir gehen ab jetzt davon aus, dass Ihnen links zur Verfügung steht.
Wählen Sie einen Mirror in Ihrer Nähe. Normalerweise genügen HTTP-Mirror, aber
andere Protkolle sind auch verfügbar. Wechseln Sie nun in das Verzeichnis
releases/amd64/autobuilds/. Dort sollten Sie nun alle
verfügbaren stage-Dateien für Ihre Rechnerarchitektur vorfinden (evtl. auch in
weiteren Unterverzeichnissen, die nach der individuellen Subarchitektur benannt
sind). Wählen Sie eine Datei aus und starten den Download mit der Taste
D. Nach dem Download können Sie den Browser mit der Taste Q
schließen.
Befehlsauflistung 2.3: Mirrorliste mit links anschauen |
# links http://www.gentoo.org/main/en/mirrors.xml
# links -http-proxy proxy.server.com:8080 http://www.gentoo.org/main/en/mirrors.xml
|
Stellen Sie sicher, dass Sie ein stage3-Archiv herunterladen. Installationen
mit einem stage1- oder stage2-Archiv werden nicht mehr unterstützt (in der Regel
sollten Sie eh keine stage1- oder stage2-Archive mehr auf unseren Mirrorn
finden).
Wenn Sie die Integrität des heruntergeladenen Stagearchives prüfen wollen,
benutzen Sie openssl und vergleichen Sie die Ausgabe mit den auf dem
Mirror gespeicherten Prüfsummen. Die Digests-Dateien stellen mehrere Prüfsummen
bereit, die alle mit unterschiedlichen Algorithmen erstellt wurden. Die
empfohlenen sind SHA512 und Whirlpool.
Befehlsauflistung 2.4: Berechnen der Integritätsprüfsumme eines Stage-Tarballs |
# openssl dgst -r -sha512 stage3-amd64-<release>.tar.bz2
# sha512sum stage3-amd64-<release>.tar.bz2
# openssl dgst -r -whirlpool stage3-amd64-<release>.tar.bz2
|
Vergleichen Sie die Ausgabe dieser Befehle mit den Werten, die sich in der
.DIGESTS-Datei finden. Diese Datei kann auch auf den Mirrorn gefunden werden.
Die Werte müssen übereinstimmen, ansonsten ist die heruntergeladene Datei (oder
die Digests-Datei) vermutlich beschädigt.
Entpacken des Stagearchivs
Nun entpacken Sie das heruntergeladene Stagearchiv auf Ihrem System.
Wir benutzen tar dafür, weil es die einfachste Methode ist:
Befehlsauflistung 2.5: Entpacken des Stagearchivs |
# tar xvjpf stage3-*.tar.bz2
|
Stellen Sie sicher, dass Sie die gleichen Optionen (xvjpf) verwenden.
Das x steht für Auspacken (engl. Extract), das v
für Auskunftsfreudig (engl. Verbose) um zu sehen, was während des
Entpackvorgangs passiert (optional), das j für
Dekomprimieren mit bzip2, das p für Erhalt der Dateirechte
(engl. Preserve permissions) und das f zeigt an, dass wir eine
Datei auspacken wollen und nicht die Standardeingabe benutzen.
Wenn das Stagearchiv installiert ist, fahren Sie nun mit der
Konfiguration der Compiler-Optionen fort.
5.c. Konfiguration der Compiler-Optionen
Einführung
Um Gentoo zu optimieren, können Sie einige Variablen setzen, die Einfluss
auf das Verhalten von Portage nehmen. Alle diese Variablen können als
Umgebungsvariablen (mit export) gesetzt werden, dies ist aber keine
dauerhafte Lösung. Um Ihre Einstellungen zu behalten, bietet Portage Ihnen
/etc/portage/make.conf, eine Konfigurationsdatei für Portage. Diese
Datei werden wir nun bearbeiten.
Notiz:
Eine kommentierte Auflistung aller verfügbaren Variablen finden Sie in
/mnt/gentoo/usr/share/portage/config/make.conf.example. Für eine
erfolgreiche Gentoo-Installation müssen Sie aber nur die im folgenden
beschriebenen Variablen setzen.
|
Starten Sie Ihren Lieblingseditor (in diesem Leitfaden nutzen wir nano)
um die im Folgenden vorgestellten Optimierungsvariablen zu ändern.
Befehlsauflistung 3.1: /etc/portage/make.conf bearbeiten |
# nano -w /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf
|
Wie Sie sicher sofort bemerkt haben, schaut die Datei
make.conf.example wie eine typische Konfigurationsdatei aus:
auskommentierte Zeilen beginnen mit einem "#", andere Zeilen definieren
Variablen mittels einer VARIABLE="content" Syntax. Die
make.conf Datei nutzt die gleiche Syntax. Einige dieser Variablen
werden nun vorgestellt.
CFLAGS und CXXFLAGS
Die CFLAGS und CXXFLAGS Variablen definieren die Optimierungen
beispielsweise für den gcc C und C++ Compiler. Obgleich wir diese hier
nur allgemein definieren, erhalten Sie die maximale Leistung nur, wenn Sie die
Flags für jedes Programm einzeln optimieren. Als Begründung sei genannt: Jedes
Programm verhält sich anders.
In make.conf sollten Sie die Optimierungs-Flags definieren, von
denen Sie erwarten, dass diese Ihr System insgesamt zu
Geschwindigkeitssteigerungen verhelfen. Machen Sie keine Experimente bei dieser
Variable; zu forsche Optimierung kann dazu führen, dass Programme sich böswillig
verhalten (Abstürze, oder noch viel schlimmer: Fehlfunktionen).
Wir werden nicht alle möglichen Optimierungsoptionen erklären. Wenn Sie
diese gerne komplett kennenlernen möchten, schauen Sie sich das
GNU Online Manual
oder die gcc Info-Seite (info gcc -- funktioniert erst auf einem
installierten System) an. Die make.conf.example Datei selbst
enthält weitere Beispiele und Informationen; vergessen Sie nicht, diese zu
lesen.
Die erste Einstellung ist das -march= oder -mtune= Flag, dieses
spezifiziert den Namen der Zielarchitektur. Mögliche Optionen werden in
make.conf.example in den Kommentaren beschrieben. Ein oft
verwendeter Wert ist native, da dieser den Compiler anweist, als
Zielarchitektur die Architektur des aktuellen Systems (auf dem Sie die
Installation durchführen) zu verwenden.
Die zweite ist das -O Flag (das ist ein großes O, keine Null), welches
für eine gcc Optimierungsklasse steht.
Mögliche Klassen sind s (schlankes Kompilat, engl. size-optimized),
0 (eine Null für keine Optimierung), 1, 2 oder sogar
3 für auf höhere Geschwindigkeit optimierte Flags (jede Klasse erbt die
Flags der kleineren, zuzüglich ein paar Extras). Die empfohlene
Standardeinstellung ist -O2. Es ist bekannt, dass -O3 Probleme
bereitet, wenn es systemweit genutzt wird, daher empfehlen wir, dass Sie
-O2 beibehalten.
Ein weiteres, gerne benutztes Optimierungsflag, ist -pipe (benutzt Pipes
statt temporärer Dateien für die Kommunikation zwischen den verschiedenen
Stufen des Übersetzungsvorganges). Dies hat keinen Einfluss auf den generierten
Code, verwendet aber mehr Speicher. Auf Systemen mit wenig Speicher könnte
gcc gekillt werden. In diesem Fall sollten Sie dieses Flag nicht verwenden.
Die Nutzung von -fomit-frame-pointer (welches den Frame-Pointer nicht in
einem Register bereithält, für Funktionen, die es nicht benötigen) kann
gravierende Auswirkungen auf das Debuggen von Anwendung haben.
In CFLAGS und CXXFLAGS sollten Sie gleich mehrere
Optimierungsflags kombinieren. Die im stage3-Archiv enthaltenen Vorgaben
sind für die erste Installation schon richtig eingestellt. Der folgende
Abschnitt dient nur als Beispiel:
Befehlsauflistung 3.2: Setzen der CFLAGS- und CXXFLAGS-Variablen |
CFLAGS="-march=k8 -O2 -pipe"
CXXFLAGS="${CFLAGS}"
|
Notiz:
Falls es Sie genauer interessiert, wie die verschiedenen Kompilations-Optionen
auf Ihr System einwirken können, ziehen Sie bitte den Kompilations-Optimierungs-Leitfaden
zu Rate.
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MAKEOPTS
Mit MAKEOPTS können Sie festlegen, wie viele Kompilerprozesse parallel
gestartet werden, wenn Sie ein Paket installieren. Eine gute Wahl ist die
Anzahl der CPUs (oder CPU-Kerne) in Ihrem System erhöht um eins, aber diese
Richtlinie ist nicht immer perfekt.
Befehlsauflistung 3.3: MAKEOPTS eines gewöhnlichen 1-CPU Systems |
MAKEOPTS="-j2"
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Auf die Plätze, fertig, los!
Aktualisieren Sie /mnt/gentoo/etc/portage/make.conf nach Ihren
Bedürfnissen und speichern Sie die Datei (nano Benutzer drücken
Strg-X). Nun sind Sie bereit, um mit der
Installation des Gentoo Basis-Systems
fortzufahren.
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