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8. Konfiguration des Systems
Inhalt:
8.a. Einträge in der Datei /etc/fstab
Was ist die fstab?
Unter Linux müssen alle für das System notwendigen Partitionen in der Datei
/etc/fstab aufgelistet sein. Die Datei beinhaltet Informationen
darüber, an welcher Stelle jede Partition im Verzeichnisbaum eingehängt
(gemountet) werden soll, um welches Dateisystem es sich handelt und weitere
Optionen (automatisches Mounten beim Systemstart oder nicht, mounten durch User
erlauben für z.B. CD-Rom, Floppy, USB-Sticks usw.).
Erstellen von /etc/fstab
/etc/fstab benutzt die folgende Syntax. Jede Zeile besteht aus
sechs Feldern, die durch Leerzeichen oder Tabs getrennt sind. Jedes Feld hat
eine bestimmte Bedeutung:
-
Das erste Feld beschreibt die einzuhängende Partition (also den Pfad
zur Gerätedatei).
-
Das zweite Feld gibt den Mountpoint im Verzeichnisbaum für die
Partition an.
-
Das dritte Feld gibt den Typ des Dateisystems der Partition an.
-
Das vierte Feld gibt die Mount Optionen an, die beim Ausführen von
mount benutzt werden. Da es für jedes Dateisystem verschiedene
Mountoptionen gibt, ist es empfehlenswert die Liste der Optionen in der
man-page (man mount) nachzulesen. Mehrere Optionen werden durch
Kommata getrennt.
-
Das fünfte Feld wird von dump benutzt, um festzustellen, ob die
Partition gesichert (engl. gedumped) werden soll oder nicht.
Normalerweise lässt man diesen Wert auf 0 (Null).
-
Das sechste Feld wird von fsck ausgelesen, um festzustellen, ob es nach
unsauberem Herunterfahren des Systems nötig ist, das Dateisystem auf
Inkonsistenz zu prüfen. Das Root-Dateisystem sollte in diesem Feld
eine 1 haben; alle anderen Dateisysteme eine 2 (Dateisysteme,
bei denen keine Prüfung notwendig ist, eine 0).
Wichtig:
Die Standard /etc/fstab-Datei von Gentoo ist keine gültige
fstab-Datei. Sie müssen Ihre eigene /etc/fstab
erstellen.
|
Befehlsauflistung 1.1: Öffnen von /etc/fstab |
# nano -w /etc/fstab
|
Schauen wir uns einmal die Optionen für die /boot-Partition an.
Das ist nur ein Beispiel, wenn Sie keine /boot-Partition erstellen
konnten oder wollten, kopieren Sie dies nicht.
In unserem Standard-AMD64-Partitionierungsbeispiel ist
/boot normalerweise die Partition /dev/sda1
, mit ext2 als Dateisystem. Es muss während des Bootvorgangs
überprüft werden, daher würden wir aufschreiben:
Befehlsauflistung 1.2: Eine Beispielszeile für /boot in /etc/fstab |
/dev/sda1 /boot ext2 defaults 0 2
|
Einige Benutzer möchten nicht, dass ihre /boot-Partition
automatisch gemountet wird, um die Sicherheit des Systems zu erhöhen. In diesem
Fall sollen Sie defaults durch noauto ersetzen. Dies bedeutet,
dass Sie die Partition jedesmal händisch mounten müssen, wenn Sie sie benutzen
möchten.
Fügen Sie die Regeln hinzu, die zu Ihrem Partitionsschema passen und fügen Sie
zusätzlich Regeln für Ihr(e) CD-ROM-Laufwerk(e) und natürlich für weitere
Partitionen und Laufwerke, wenn Sie diese haben, hinzu.
Benutzen Sie nun das folgende Beispiel, um Ihre /etc/fstab
zu erstellen:
Befehlsauflistung 1.3: Ein komplettes Beispiel von /etc/fstab |
/dev/sda1 /boot ext2 defaults,noatime 0 2
/dev/sda2 none swap sw 0 0
/dev/sda3 / ext4 noatime 0 1
/dev/cdrom /mnt/cdrom auto noauto,user 0 0
|
Die Option auto veranlasst mount, das Dateisystem automatisch zu
erkennen (empfehlenswert für austauschbare Medien, da diese verschiedene
Dateisysteme enthalten können, z.B. CD-ROMs). Die Option user erlaubt es
Usern das CD-ROM-Laufwerk zu mounten.
Um die Zugriffsgeschwindigkeit zu erhöhen, werden die meisten Benutzer
noatime als Mountoption hinzufügen wollen. Dadurch werden beim Lesen
Zugriffszeiten nicht auf das Dateisystem geschrieben (in den meisten Fällen
brauchen Sie diese nicht).
Überprüfen Sie nochmal jeden Eintrag, da bei Tippfehlern Ihr System
möglicherweise nicht bootet. Speichern Sie Ihre /etc/fstab und
beenden Sie den Editor.
8.b. Netzwerkkonfiguration
Hostname, Domainname, etc
Jetzt müssen Sie Ihrem Computer einen Namen geben, den so genannten Hostnamen.
Das ist eigentlich keine Kunst, aber einige Administratoren haben
Schwierigkeiten, einen angemessenen Namen für Ihr System zu finden. Sie sollten
jetzt keine großen Gedanken damit verschwenden, da Sie den Namen später noch
ändern können. Im folgendem Beispiel nennen wir unser System tux und die
Domain homenetwork.
Befehlsauflistung 2.1: Setzen des Hostnamens |
# nano -w /etc/conf.d/hostname
hostname="tux"
|
Danach, wenn Sie einen Domainnamen benötigen, setzen Sie ihn in
/etc/conf.d/net. Sie brauchen nur einen Domainnamen, wenn Ihr ISP
oder Netzwerkadministrator dies so verlangt, oder wenn Sie einen DNS-Server,
aber keinen DHCP-Server haben. Sie brauchen sich nicht um DNS oder Domainnamen
zu kümmern, wenn Ihr Netzwerk für DHCP eingerichtet ist.
Befehlsauflistung 2.2: Setzen des Domainnamens |
# nano -w /etc/conf.d/net
dns_domain_lo="heimnetzwerk"
|
Notiz:
Wenn Sie sich dafür entscheiden, keinen Domainnamen zu setzen, können Sie die
"This is hostname.(none)" Nachrichten am Anmeldebildschirm loswerden, indem Sie
/etc/issue editieren. Entfernen Sie einfach den String .\O
aus dieser Datei.
|
Wenn Sie eine NIS-Domain haben (wenn Sie nicht wissen, was das ist, haben Sie
keine), müssen Sie diese auch definieren:
Befehlsauflistung 2.3: Setzen des NIS-Domainnamens |
# nano -w /etc/conf.d/net
nis_domain_lo="my-nisdomain"
|
Notiz:
Für weitere Informationen wie Sie DNS und NIS konfigurieren können, lesen Sie
bitte die mitgelieferten Beispiele in
/usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2, welche mit bzless
gelesen werden können. Möglicherweise dürfte auch openresolv für Sie
interessant sein, um Ihre DNS/NIS-Einstellungen zu verwalten - Sie können es
mit emerge installieren.
|
Konfiguration des Netzwerks
Bevor Sie jetzt denken: "Hey, das habe ich doch schon gemacht!", sollten Sie
sich daran erinnern, dass wir am Anfang der Gentoo Installation das Netzwerk
nur manuell konfiguriert haben und diese Einstellungen beim nächsten Reboot
nicht mehr gültig sind. Deswegen konfigurieren wir jetzt das Netzwerk, so dass
es beim Systemstart automatisch eingerichtet wird.
Notiz:
Detaillierte Informationen über Netzwerke, inklusive Themen für
Fortgeschrittene wie Bonding, Bridging, 802.11Q VLANs oder Wireless-Netzwerke
werden im Abschnitt Gentoo Netzwerkkonfiguration
erläutert.
|
Die Netzwerk-Konfiguration wird bei einem Gentoo System unter
/etc/conf.d/net abgespeichert. Die Syntax der Datei ist nicht
unbedingt intuitiv, wenn Sie so etwas noch nie manuell konfiguriert haben, aber
keine Panik, es wird in folgendem Abschnitt genau erklärt. Ein vollständig
kommentiertes Beispiel, welches viele verschiedene Konfigurationne behandelt,
findet sich in /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2.
Standardmäßig wird DHCP verwendet. Damit DHCP funktioniert, werden Sie einen
DHCP-Client installieren müssen. Dies ist weiter in Installieren von notwendigen
Systemprogrammen beschrieben. Vergessen Sie nicht einen DHCP-Client zu
installieren.
Wenn Sie Ihre Netzwerkverbindung konfigurieren müssen, entweder weil Sie
spezifische DHCP-Optionen benötigen oder DHCP überhaupt nicht verwenden wollen,
öffnen Sie /etc/conf.d/net mit dem Editor Ihrer Wahl (in diesem
Beispiel benutzen wir nano):
Befehlsauflistung 2.4: Öffnen der Datei /etc/conf.d/net |
# nano -w /etc/conf.d/net
|
Sie werden folgendes sehen:
Befehlsauflistung 2.5: Standard /etc/conf.d/net |
# This blank configuration will automatically use DHCP for any net.*
# scripts in /etc/init.d. To create a more complete configuration,
# please review /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2 and save
# your configuration in /etc/conf.d/net (this file :]!).
|
Um Ihre eigene IP-Adresse, Netzmaske und Gateway zu setzen, müssen Sie
sowohl config_eth0, als auch routes_eth0 setzen:
Befehlsauflistung 2.6: Manuelle IP-Konfiguration für eth0 |
config_eth0="192.168.0.2 netmask 255.255.255.0 brd 192.168.0.255"
routes_eth0="default via 192.168.0.1"
|
Spezifizieren Sie config_eth0, um DHCP zu verwenden:
Befehlsauflistung 2.7: Automatisch eine IP-Adresse für eth0 erhalten |
config_eth0="dhcp"
|
Lesen Sie bitte /usr/share/doc/openrc-*/net.example.bz2 für eine
Liste aller verfügbaren Optionen. Lesen Sie auch die Manpage Ihres DHCP-Clients,
wenn Sie besondere DHCP-Optionen setzen müssen.
Wenn Sie mehrere Netzwerkschnittstellen haben, wiederholen Sie die obigen
Schritte für config_eth1, config_eth2 und so fort.
Speichern Sie nun die Konfiguration, um fortzufahren.
Netzwerk beim Systemstart aktivieren
Wenn Sie Ihre Netzwerkinterfaces beim Systemstart aktivieren wollen, müssen Sie
diese zum Runlevel default hinzufügen.
Befehlsauflistung 2.8: net.eth0 dem Runlevel default hinzufügen |
# cd /etc/init.d
# ln -s net.lo net.eth0
# rc-update add net.eth0 default
|
Wenn Sie mehrere Netzwerkinterfaces haben, müssen Sie die entsprechenden
Init-Skripte net.eth1, net.eth2 etc. anlegen, genau
so, wie Sie es eben für net.eth0 getan haben.
Einträge in /etc/hosts
Sie müssen jetzt noch Ihrem System Informationen über Ihr Netzwerk geben. Dazu
müssen Sie die Datei /etc/hosts anpassen, damit Hostnamen zu
IP-Adressen aufgelöst werden, die nicht von Ihrem Nameserver aufgelöst werden.
Sie müssen Ihr System definieren. Möglicherweise möchten Sie auch andere
Systeme auf Ihrem Netzwerk definieren, wenn Sie nicht ein eigenes internes
DNS-System einrichten möchten.
Befehlsauflistung 2.9: Öffnen von /etc/hosts |
# nano -w /etc/hosts
|
Befehlsauflistung 2.10: Eintragen von Netzwerkinformationen |
127.0.0.1 localhost
192.168.0.5 jenny.homenetwork jenny
192.168.0.6 benny.homenetwork benny
|
Speichern Sie die Datei ab, um fortzufahren.
Falls Sie kein PCMCIA haben, können Sie nun mit den Systeminformationen fortfahren. PCMCIA-Benutzer sollten
sich folgenden Abschnitt über PCMCIA durchlesen.
Optional: PCMCIA zum Laufen bekommen
PCMCIA-Benutzer sollten zuerst das Paket pcmciautils installieren.
Befehlsauflistung 2.11: Installation von pcmciautils |
# emerge pcmciautils
|
8.c. Systeminformationen
Root-Passwort
Zuerst setzen wir das root-Passwort:
Befehlsauflistung 3.1: Setzen des root-Passworts |
# passwd
|
Systeminformationen
Gentoo benutzt die Datei /etc/rc.conf, um die Dienste, das Starten
und das Herunterfahren Ihres Systems zu konfigurieren. Öffnen Sie
/etc/rc.conf und genießen Sie die Vielfalt der Kommentare in dieser
Datei.
Befehlsauflistung 3.2: Konfigurieren von Diensten |
# nano -w /etc/rc.conf
|
Wenn Sie fertig sind mit der Bearbeitung, speichern Sie ab und verlassen Sie den
Editor.
Gentoo verwendet /etc/conf.d/keymaps, um die Tastaturkonfiguration
zu verwalten. Editieren Sie diese Datei, um Ihre Tastatur zu konfigurieren.
Befehlsauflistung 3.3: Öffnen der Datei /etc/conf.d/keymaps |
# nano -w /etc/conf.d/keymaps
|
Seien Sie vorsichtig mit der keymap-Variablen. Wenn Sie das falsche
keymap wählen, erhalten Sie sonderbare Ergebnisse, wenn Sie auf der
Tastatur tippen.
Wenn Sie fertig sind mit der Konfiguration von
/etc/conf.d/keymaps, speichern Sie diese und schließen Sie den
Editor.
Gentoo verwendet /etc/conf.d/hwclock, um die Optionen der Uhr zu
setzen. Editieren Sie diese enstprechend Ihren Bedürfnissen.
Befehlsauflistung 3.4: Öffnen der Datei /etc/conf.d/hwclock |
# nano -w /etc/conf.d/hwclock
|
Wenn Ihre Hardware-Uhr nicht UTC verwendet, dann müssen Sie
clock="local" zur Datei hinzufügen. Ansonsten werden Sie einige
Abweichungen der Uhr bemerken.
Nachdem Sie die Datei /etc/conf.d/hwclock editiert haben, speichern
Sie diese und schließen Sie den Editor.
Locales konfigurieren
Sie werden vermutlich nur ein oder vielleicht zwei Locales auf Ihrem System
benötigen. Sie müssen die Locales, die Sie benötigen werden, in
/etc/locale.gen spezifizieren.
Befehlsauflistung 3.5: Öffnen von /etc/locale.gen |
# nano -w /etc/locale.gen
|
Die folgenden Locales sind ein Beispiel um Englisch (Vereinigte Staaten) und
Deutsch (Deutschland) mit den passendenden Zeichensätzen (wie UTF-8) zu
erhalten.
Befehlsauflistung 3.6: Spezifizieren Ihrer Locales |
en_US ISO-8859-1
en_US.UTF-8 UTF-8
de_DE ISO-8859-1
de_DE@euro ISO-8859-15
|
Notiz:
Sie können Ihre gewünschten Locales aus der Liste von locale -a
auswählen.
|
Warnung:
Wir empfehlen Ihnen dringend, mindestens eine UTF-8 Locale zu verwenden, da
einige Applikationen diese möglicherweise benötigen.
|
Der nächste Schritt ist locale-gen auszuführen. Es erstellt alle
Locales, die Sie in der /etc/locale.gen Datei spezifiziert haben.
Befehlsauflistung 3.7: Ausführen von locale-gen |
# locale-gen
|
Ist dies geschehen, können Sie nun die systemweiten Locale-Einstellungen in der
Datei /etc/env.d/02locale setzen:
Befehlsauflistung 3.8: Setzen der standardmäßigen Locale in /etc/env.d/02locale |
LANG="de_DE.UTF-8"
LC_COLLATE="C"
|
Laden Sie nun die Umgebung neu:
Befehlsauflistung 3.9: Shell-Umgebung neu laden |
# env-update && source /etc/profile
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Wir haben eine vollständige Anleitung zur deutschen
Lokalisierung erstellt, die Ihnen weiter hilft. Sie können zudem unseren
ausführlichen UTF-8 Leitfaden für
sehr spezifische Informationen zur Aktivierung von UTF-8 auf Ihrem System lesen.
Fahren Sie nun mit der Installation
notwendiger System-Tools fort.
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