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4. Drahtlose Netzwerkfunktionalität
Inhalt:
4.a. Einleitung
Kabellose Netzwerkverbindungen sind unter Linux recht einfach einzurichten. Es
gibt zwei Möglichkeiten, Wifi zu konfigurieren: Mit grafischen Clients oder mit
der Kommandozeile.
Der einfachste Weg führt über die Verwendung von grafischen Clients,
sobald Sie eine Desktopumgebung
installiert haben. Die meisten grafischen Clients, wie z.B. wicd und NetworkManager, sind
ziemlich selbsterklärend. Sie bieten ein praktisches Interface an, mit dem Sie
innerhalb von ein paar Sekunden mit ein paar Mausklicks in ein Netzwerk
gelangen.
Notiz:
wicd bietet zusätzlich zum grafischen Interface ein
Kommandozeilen-Tool an. Sie erhalten dieses, indem Sie wicd mit
aktiviertem ncurses USE-Flag emergen. Das wicd-curses Tool ist
insbesondere für Leute nützlich, die keine gtk-basierte Desktopumgebung
verwenden, aber trotzdem ein einfaches Kommandozeilenwerkzeug haben wollen, das
keine manuelle Bearbeitung von Konfigurationsdateien erforderlich macht.
|
Wenn Sie jedoch keinen grafischen Client verwenden wollen, dann können Sie Wifi
auf der Kommandozeile durch Bearbeiten einiger Konfigurationsdateien
konfigurieren. Das dauert etwas länger, aber erfordert auch die wenigsten
heruntergeladenen und installierten Pakete. Da die grafischen Clients
größtenteils selbsterklärend sind (mit hilfreichen Screenshots auf deren
Homepages), werden wir uns hier auf die Kommandozeilenalternativen
konzentrieren.
Sie können kabellose Netzwerke auf der Kommandozeile aufsetzen, indem Sie
wireless-tools und wpa_supplicant installieren. Was Sie hier
beachten müssen, ist, dass Sie die kabellosen Netzwerke global konfigurieren,
und nicht pro Netzwerkkarte.
Die beste Wahl ist wpa_supplicant. Sie finden eine Auflistung der
unterstützten Treiber auf der wpa_supplicant Seite.
wireless-tools unterstützt fast alle Karten und Treiber, aber es kann
keine Verbindung zu Access-Points, die nur WPA unterstützen, aufbauen. Wenn
Ihre Netzwerke nur WEP-Verschlüsselung anbieten oder komplett ungeschützt sind,
dann werden Sie die Einfachheit der wireless-tools vorziehen.
Warnung:
Der Treiber linux-wlan-ng wird zu diesem Zeitpunkt nicht von baselayout
unterstützt. Dies liegt daran, dass linux-wlan-ng eine eigene Einrichtung
und Konfiguration hat, die sich von allen anderen unterscheidet. Es gibt
Gerüchte, dass die linux-wlan-ng Entwickler ihre Umgebung zu der von
wireless-tools wechseln wollen. Wenn dies geschieht steht es Ihnen frei
linux-wlan-ng mit baselayout zu verwenden.
|
4.b. WPA Supplicant
WPA Supplicant ist
ein Paket, welches es Ihnen erlaubt, sich mit einem Access-Point mit
aktiviertem WPA zu verbinden.
Befehlsauflistung 2.1: Installieren von wpa_supplicant |
# emerge net-wireless/wpa_supplicant
|
Wichtig:
Sie müssen CONFIG_PACKET in Ihrem Kernel aktiviert haben, damit
wpa_supplicant funktionieren kann. Führen Sie grep CONFIG_PACKET
/usr/src/linux/.config aus, um zu sehen, ob Sie es in Ihrem Kernel
aktiviert haben.
|
Notiz:
Abhängig von Ihren USE-Flags kann wpa_supplicant ein grafisches, in Qt4
geschriebenes Interface, das sich gut in KDE integriert, installieren. Um dieses
zu erhalten, führen Sie echo "net-wireless/wpa_supplicant qt4" >>
/etc/portage/package.use als root aus, bevor Sie wpa_supplicant
emergen.
|
Nun muss /etc/conf.d/net konfiguriert werden, so dass
wpa_supplicant gegenüber wireless-tools bevorzugt wird (wenn
beide installiert sind ist wireless-tools der Standard).
Befehlsauflistung 2.2: Konfiguration von /etc/conf.d/net für wpa_supplicant |
modules="wpa_supplicant"
wpa_supplicant_eth0="-Dmadwifi"
|
Notiz:
Wenn Sie den host-ap Treiber verwenden, müssen Sie Ihre Karte in den Managed
Modus versetzen, bevor diese mit wpa_supplicant korrekt verwendet
werden kann. Sie können dies mit iwconfig_eth0="mode managed" in
/etc/conf.d/net erreichen.
|
Das war einfach, oder? Trotzdem müssen wir noch wpa_supplicant selbst
konfigurieren. Dies ist einen Tick schwieriger und abhängig davon wie
abgesichert die Access-Points sind, mit denen Sie sich verbinden wollen. Das
folgende Beispiel ist vereinfacht worden und stammt aus
/usr/share/doc/wpa_supplicant-<version>/wpa_supplicant.conf.gz,
welches mit wpa_supplicant ausgeliefert wird.
Befehlsauflistung 2.3: Ein /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf Beispiel |
ctrl_interface=/var/run/wpa_supplicant
ctrl_interface_group=0
ap_scan=1
network={
ssid="einfach"
psk="sehr geheime Passphrase"
priority=5
}
network={
ssid="zweite ssid"
scan_ssid=1
psk="sehr geheime Passphrase"
priority=2
}
network={
ssid="Beispiel"
proto=WPA
key_mgmt=WPA-PSK
pairwise=CCMP TKIP
group=CCMP TKIP WEP104 WEP40
psk=06b4be19da289f475aa46a33cb793029d4ab3db7a23ee92382eb0106c72ac7bb
priority=2
}
network={
ssid="klartext-test"
key_mgmt=NONE
}
network={
ssid="statischer-wep-test"
key_mgmt=NONE
wep_key0="abcde"
wep_key1=0102030405
wep_key2="1234567890123"
wep_tx_keyidx=0
priority=5
}
network={
ssid="statischer-wep-test2"
key_mgmt=NONE
wep_key0="abcde"
wep_key1=0102030405
wep_key2="1234567890123"
wep_tx_keyidx=0
priority=5
auth_alg=SHARED
}
network={
ssid="test adhoc"
mode=1
proto=WPA
key_mgmt=WPA-NONE
pairwise=NONE
group=TKIP
psk="geheime Passphrase"
}
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4.c. Wireless-Tools
Erste Einrichtung und Managed Modus
Wireless
Tools liefert eine generische Art grundlegende Wireless-Schnittstellen zu
konfigurieren; bis zum WEP Sicherheitslevel. WEP ist zwar eine schwache
Sicherheitsmethode, aber auch die am meisten verbreitetste.
Die Konfiguration von Wireless-Tools wird von einer kleinen Anzahl von
Hauptvariablen kontrolliert. Die folgende Beispielskonfigurationsdatei sollte
allen Ihren Bedürfnissen entsprechen. Eins sollte jedoch beachtet werden:
bei keiner Konfiguration gilt die Regel "verbinde mit dem stärksten
unverschlüsselten Access-Point", wir versuchen unter allen Umständen eine
Verbindung mit irgendetwas aufzubauen.
Befehlsauflistung 3.1: Installieren von wireless-tools |
# emerge net-wireless/wireless-tools
|
Notiz:
Auch wenn Sie Ihre Wireless-Einstellungen in /etc/conf.d/wireless
speichern können, empfiehlt dieser Leitfaden dennoch dass Sie diese in
/etc/conf.d/net speichern.
|
Wichtig:
Sie werden die Dokumentation über
Variablennamen
konsultieren müssen.
|
Befehlsauflistung 3.2: Beispielseinrichtung von iwconfig in /etc/conf.d/net |
modules="iwconfig"
key_ESSID1="[1] s:yourkeyhere key [1] enc open"
key_ESSID2="[1] aaaa-bbbb-cccc-dd key [1] enc restricted"
preferred_aps="'ESSID1' 'ESSID2'"
|
Feinabstimmung der Auswahl von Access-Points
Sie können einige weitere Optionen hinzufügen um eine Feinabstimmung, der
Auswahl der Access-Points, zu erreichen. Normalerweise sind diese Einstellungen
nicht notwendig.
Sie können entschieden ob nur mit bevorzugten Access-Points verbunden werden
soll, oder nicht. Standardmäßig wird, wenn alles konfigurierte fehlschlug und
mit einem unverschlüsselten Access-Point verbunden werden kann, dies auch
erfolgen. Dies kann von der associate_order Variable kontrolliert
werden. Es folgt eine Tabelle mit den Werten und welche Funktion sie ausüben.
| Wert |
Beschreibung |
| any |
Standardverhalten |
| preferredonly |
Es wird nur mit sichtbaren APs in der bevorzugten Liste verbunden |
| forcepreferred |
Es wird zwinged mit APS in der bevorzugten Reihenfolge verbunden, wenn
Sie bei einem Scan nicht gefunden wurden.
|
| forcepreferredonly |
Es wird nicht nach APs gescannt, stattdessen wird versucht der
Reihenfolge nach mit jeden einzelnen eine Verbindung aufzubauen
|
| forceany |
Genau wie forcepreferred und es wird zudem mit jedem anderen
verfügbaren AP verbunden
|
Schließlich haben wir Auslese durch blacklist_aps und unique_ap.
blacklist_aps funktioniert in ähnlicher Weise wie preferred_aps.
unique_ap ist ein yes oder no Wert, der mitteilt ob eine
zweite Wireless-Schnittstelle sich mit demselben Access-Point verbinden kann
wie die erste Schnittstelle.
Befehlsauflistung 3.3: Beispiele von blacklist_aps und unique_ap |
blacklist_aps="'ESSID3' 'ESSID4'"
unique_ap="yes"
|
Ad-Hoc und Master Modi
Wenn Sie sich als einen Ad-Hoc Knoten einrichten wollen, weil die Verbinung
mit Access-Points im Managed-Modus fehlschlägt, dann können Sie folgendes tun.
Befehlsauflistung 3.4: Rückfall auf Ad-Hoc Modus |
adhoc_essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"
|
Was ist mit der Verbindung zu Ad-Hoc Netzwerken oder das Laufen im Master-Modus
um ein Access-Point zu werden? Hier ist eine Konfiguration für genau das! Sie
müssen unter Umständen, wie oben beschrieben, WEP Schlüssel angeben.
Befehlsauflistung 3.5: Beispiels ad-hoc/master Konfiguration |
mode_eth0="ad-hoc"
essid_eth0="Dieser Ad-Hoc Knoten"
channel_eth0="9"
|
Wichtig:
Das folgende stammt wörtlich aus der BSD-Wavelan-Dokumentation, welche sich in
der NetBSD
Dokumentation findet. Es gibt 14 mögliche Kanäle. Es wurde berichtet,
dass Kanäle 1-11 legal sind in Nordamerika, Kanäle 1-13 für den größten Teil
von Europa, Kanäle 10-13 für Frankreich und nur Kanal 14 für Japan. Wenn im
Zweifel, wenden Sie sich bitte an die Dokumentation, die mit Ihrer Karte oder
Ihrem Access-Point ausgeliefert wurde. Stellen Sie sicher, dass der Kanal, den
Sie wählen auch derselbe ist, den Sie für Ihren Access-Point (oder die andere
Karte im Ad-Hoc Netzwerk) gewählt haben. Der Standard für Karten, die in den
Vereinigten Staaten und dem größten Teil von Europa verkauft werden ist 3. Der
Standard für Karten die in Frankreich verkauft werden ist 11 und der Standard
für Karten die in Japan verkauft werden ist 14.
|
Fehlerbehebung bei Wireless-Tools
Es gibt einige weitere Variablen die Sie verwenden können, die Ihnen helfen
Ihr Wireless zum Laufen zu kriegen, wegen Treiber- oder Umgebungsproblemen.
Hier ist eine Tabelle mit weiteren Dingen die Sie versuchen können:
| Variable |
Standardwert |
Beschreibung |
| iwconfig_eth0 |
|
Siehe die iwconfig man Seite für Details was iwconfig gesendet
werden soll
|
| iwpriv_eth0 |
|
Siehe die iwpriv man Seite für Details was iwpriv gesendet werden
soll
|
| sleep_scan_eth0 |
0 |
Die Anzahl der Sekunden die gewartet werden bevor ein Scan versucht wird.
Dies wird benötigt wenn der/das Treiber/Firmware mehr Zeit benötigt um
aktiv zu werden, bevor es verwendet werden kann.
|
| sleep_associate_eth0 |
5 |
Die Anzahl der Sekunden die die Schnittstelle warten soll um sich mit dem
Access-Point zu assoziieren, bevor es zum Nächsten übergeht
|
| associate_test_eth0 |
MAC |
Einige Treiber setzen die MAC Adresse assoziiert mit einer ungültigen
nicht zurück wenn sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu
assoziieren. Einige Treiber setzen das Qualitätslevel nicht zurück wenn
sie die Verbindung verlieren oder versuchen zu assoziieren. Gültige
Einstellungen sind MAC, quality und all.
|
| scan_mode_eth0 |
|
Einige Treiber müssen im Ad-Hoc Modus scannen, also sollten Sie versuchen
hier ad-hoc zu setzen, wenn das Scannen fehlschlägt.
|
| iwpriv_scan_pre_eth0 |
|
Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle vor dem scannen.
Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details
|
| iwpriv_scan_post_eth0 |
|
Sendet einige iwpriv Befehle zur Schnittstelle nach dem scannen.
Siehe die iwpriv man Seite für weitere Details
|
4.d. Definieren von Netzwerkkonfigurationen nach ESSID
Manchmal kann es vorkommen, dass Sie bei ESSID1 eine statische IP
benötigen und bei der Verbindung mit ESSID2 benötigen Sie DHCP. Genauer
gesagt können die meisten der Modulvariablen per ESSID kontrolliert werden. So
funktioniert es:
Notiz:
Diese funktionieren, wenn Sie WPA Supplicant oder Wireless-Tools verwenden.
|
Wichtig:
Sie werden die Dokumentation über Variablennamen konsultieren
müssen.
|
Befehlsauflistung 4.1: Netzwerkeinstellungen nach ESSID gehen vor |
config_ESSID1="192.168.0.3/24 brd 192.168.0.255"
routes_ESSID1="default via 192.168.0.1"
config_ESSID2="dhcp"
fallback_ESSID2="192.168.3.4/24"
fallback_route_ESSID2="default via 192.168.3.1"
dns_servers_ESSID1="192.168.0.1 192.168.0.2"
dns_domain_ESSID1="some.domain"
dns_search_domains_ESSID1="suche.diese.Domäne suche.jene.Domäne"
config_001122334455="dhcp"
dhcpcd_001122334455="-t 10"
dns_servers_001122334455="192.168.0.1 192.168.0.2"
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